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Verschmutzung - Trügerischer Traum von Arbeit und Wohlstand, Fließend Wasser für jedes Haus

Betäubender Lärm, chaotischer Verkehr, stinkende Müllberge - das ist typisch für die Megastädte in der Dritten Welt. Die Luft in den Metropolen ist schwer zu atmen, ihr Bleigehalt lebensgefährlich. Menschen leben in Slums, in denen es weder Strom, sauberes Wasser noch sanitäre Einrichtungen gibt.

Weltweit gibt es etwa 40 dieser sogenannten Megastädte - Städte, in denen mehr als fünf Millionen Menschen leben. Tag für Tag werden es mehr, weil hier die Hoffnungen auf Arbeit und einem besseres Leben liegen. Die meisten müssen ihrer Träume in menschenunwürdigen Unterkünften begraben, wo es weder eine funktionierende Müll- noch Abwasserentsorgung gibt. Infektionen und Krankheiten sind an der Tagesordnung. Nicht rwunderlich, denn das Wasser zum Trinken und Waschen ist rschmutzt - durch Bakterien und Chemikalien aus Haushalts- und Industrieabwässern, die oft ungefiltert in die Flüsse gelangen. Die enorme Luftrschmutzung reizt Bronchien und Augen, belastet das Herz-Kreislaufsystem. Besonders Kinder sind betroffen, die Kindersterblichkeit in den Großstadtslums ist hoch. Und Hilfe ist kaum zu erwarten: Die Stadtrwaltungen sind meist überfordert - oder haben resigniert.








Sauberes Trinkwasser ist in Ahmendabad nur ein Problem. Die Zahl der Menschen mit chronischen Atemwegsbeschwerden steigt täglich, schwarze Rauchwolken aus rostigen Fabrikschloten und dunkle Abgase aus schrottreifen Fahrzeugen gehören zum Alltag.



Trügerischer Traum von Arbeit und Wohlstand



Zahlreiche Betriebe der Textilherstellung, der Chemie- und Pharmabranche haben Ahmedabad zu einem der führenden Industriestandorte in Indien gemacht. Wie ein Magnet wirkt die Megastadt auf die Menschen, die ihren Traum von Arbeit und Wohlstand rwirklichen wollen. Doch der Preis ist hoch: immer mehr Menschen erkranken an den Folgen des ungehemmten Wachstums. Mittlerweile trägt Ahmedabad, der einstige Wohnort von Mahatma Gandhi, den zweifelhaften Ruf als Manchester des Ostens. Hier gibt es weder eine funktionierende Trinkwasserrsorgung noch Abwasser- und no







Resignieren oder kämpfen?



In der indischen Verfassung ist der Schutz der Umwelt rbrieft. Gesetze regeln Kontrolle und Strafen von Umweltsündern. Dennoch gelingt den Behörden die praktische Anwendung nur selten - sehr zum Arger der Einwohner. Viele haben angesichts der zahlreichen Umweltprobleme in Ahmedabad resigniert. Sie werfen den Behörden vor, nicht hart genug gegen Umweltsünder vorzugehen oder nur untätig zuzuschauen, wenn Unternehmer nachts ihre Abfälle vor den Toren der Stadt deponieren und damit das Trinkwasser rseuchen.



Auto-Rikshas: Schwarz fahren auf indisch



Eigentlich muss in Ahmedabad jeder für sein Fahrzeug ein so genanntes "Pollution Under Control Certificate" besitzen, das die Umweltrträglichkeit anzeigen soll. Doch der Fetzen ist für wenige Rupien an jeder Ecke zu erhalten. G.A. Oza, ein Beamter der regionalen Transportbehörde, sieht die Schuld jedoch nicht bei der Regierung. "Die Einwohner müssen erst einmal ein Umweltbewusstsein entwickeln und auch ihre Verantwortung für die Natur rstehen. Sie sollten stolz darauf sein, dass ihre Fahrzeuge nicht weiter die eigene Stadt rschmutzen. Würden sie uns helfen, dann könnte die Luftrschmutzung hier sicherlich rringert werden."



Fließend Wasser für jedes Haus



Rund 20 Organisationen kämpfen zurzeit für bessere Lebensbedingungen in der Ahmedabad. Ein Projekt ist "Parivartan", was soviel wie "Verwandlung" bedeutet. Projektträger ist die Stadtrwaltung Ahmedabads, die seit Ende der 90er Jahre Slums mit Hilfe der Slumbewohner in bescheidene Wohnviertel mit funktionierender Infrastruktur rwandelt. Fließendes Wasser für jeden Haushalt, Abwasserentsorgung, eine eigene Toilette, Strom, asphaltierte Gassen, Müllbeseitigung - ein Traum, der sich bislang nur für wenige Bewohner der Industriestadt rwirklicht hat. Ein Traum, der aber Hoffnung für Ahmedabad geben kann.





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