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Effi Briest als Romanheldin und Filmprotagonistin





Philologische Universität Klausenburg



Fachbereich Deutsch – Englisch



















DIPLOMARBEIT







Effi Briest als Romanheldin und Filmprotagonistin





















Vorwort





Das Thema Emanzipation hat die Menschheit schon immer beschäftigt. Die grosse Frage der Gesellschaft ist, ob Frauen und Männer gleichberechtigte Wesen sind?

Sie unterscheiden sich biologisch, aber sind die Frauen geistlich den Männern

gleichgeordnet oder untergeordnet?

Das Problem der Unterordnung ist selbst in der Religion aktuell - angefangen mit der Schöpfung des Menschen. Gott schuf Adam, den Mann. Aus seinen Rippen hat er dann Eva geschöpft, die Frau. Also wurde sie aus dem Mann für den Mann geschaffen.

Im Islam, oder in der jüdischen Religion, können sich die Frauen nur in einem getrennten Bereich der Synagoge aufhalten.

Nehmen wir doch die deutsche Grammatik: der Maskulin steht vor dem Feminin.

Die Natur nennt man „Mutternatur“, das Land aber „Vaterland“. Ist das in einer Ballance? Oder führen all diese Fakten dazu, dass die Frauen tatsächlich eine Nebenrolle in der Gesellschaft haben?

Die Frauen des 18. und 19. Jahrhunderts dienten als Idealbild für Kindererziehung, da sie dafür genug Allgemeinwissen besaßen.

Das Problem der Gleichberechtigung ist noch bis heute nicht gelöst, egal wie sehr sich Frauen bemühen.

Selbst heute haben Frauen nur sehr selten leitende Stellungen in der Wirtschaft sowie in der Politik. Damit bleibt die Frage der Frauenemanzipation offen, wann sie überhaupt endet.











Sozialhistorischer Kontext



1. Die Frau im ausgehenden 18. Jahrhundert und 19. Jahrhundert



Wenn wir den Duden aufschlagen, finden wir mehrere Synonyme zum Wort `Frau´. Was versteht man unter diesem Begriff? Dame, Ehefrau, Mutter, Oma, rheiratete, Weib? Was versteht die Gesellschaft darunter?

Die Gesellschaft des 18. Jahrhunderts beschäftigt sich erstmals ausdrücklich und unter verschiedenen Aspekten mit der Frau, mit der weiblichen Natur und Bestimmung, mit ihren Möglichkeiten und Grenzen, mit ihrem .[1]

Dies beinhaltet die Befreiung der Frauen aus der Unmüdigkeit und Unbildung, sowie die Neuordnung gesellschaftlicher rhältnisse. Was die Rolle der Frau als Hausmutter, und Frau betrifft wurde von der Gesellschaft fest umschrieben und von den Frauen ohne Widerstand angenommen.

Repräsentiert sind allerdings nur die mittlere und obere Bürgerschicht, sowie der Adel.[2] Was das Frauenleben aus der Unterschicht betrifft, fehlen die Grundquellen.

Wenn wir über das gesellschaftliche Leben der Frauen reden, dann bezieht sich das Wort „gesellschaftlich“ eigentlich nur auf die Tätigkeiten und Beziehungen des engsten Familienkreises. Dieser Familienkreis beinhaltet die Beziehungen zu den Geschwistern, zu Haus – und Seelenfreundinnen.

Die Freundschaft besitzt im 18. Jahrhundert einen sehr hohen Stellenwert und wird manchmal auch als größtes Glück gesehen. Es gibt jedoch einen bedeutenden Unterschied zwischen bewusst gesuchten Freundschaften und Kindheitsfreundschaften, die viel inniger und weit spontaner sind.



1.1. Die dreifache Bestimmung der Frau

Die grosse Frage ist ob man die Frau in das Trias von Haushalt, Ehestand und Mutterschaft gliedern kann und ob das die einzig wahre Erfüllung der gottgegebenen und natürlichen Bestimmung der Frau[3] ist.



1.1.1. Haushalt

Unter dem Haushalt verstand man: Ordnung, Reinheit, Sparsamkeit. Der häussliche Bereich bezieht sich auf die Frau, und die Geschäfte sind dem Mann zugeordnet.

Selbst die häusliche Herrschaft sollten Frauen . [4] Hiermit wird uns die vollkommene Unterstellung der Frau gegenüber dem Mann präsentiert. Ihr Wirkungskreis beschränkt sich auf einen Rundgang durch die Zimmer des Hauses – so erzählt Sophie von La Roche in einem ihrer Erziehungsbriefe.[5]



1.1.2. Ehestand

Karl Friedrich Uden vertritt die Meinung, dass „Ein Mädchen ist fürs erste von der Natur zur Duldung und zum Gehorsam bestimmt“[6] Die Eltern bestimmen ihr rheiraten, da sie ihnen unterstellt ist. Die selbe Situation wird im Roman „Effi Briest“ dargestellt.

Die Definition von Frau fällt zusammen mit der Definition der Ehefrau. Die Ehefrau ist gleich Nachgiebigkeit, Unterwürkeit, Sanftmut und impliziert immer die Unterordnung, die Zweitrangigkeit gegenüber dem Mann.

Christiane Marine von Ziegler zitiert in ihrem Buch „Moralische und vermischte Send – Schreiben“ eine junge Frau aus dem 18. Jahrhundert, die meinte: „Die Ehe ist ein Kä, worein wir eingesperrt sind und niemand hat den Schlüssel dazu.“[7]



1.1.3. Mutterschaft

Unter der Rolle der Mutter hat man eine schöne Aufgabe gesehen, als die Erfüllung der Ehe, die höchste Beglückung der Frau. Johann Friedrich Flattich bietet uns einen Einblick in das allgemeine Leben der Mütter aus dem 18. Jahrhundert. Da sie ihr Kind in ihrem Körper austrägt, es ernährt, soll „eine fromme Mutter ihren Kindern nicht nur einen





guten Leib, sondern auch eine gute Seele pflanzen“.[8] Dieser Zitat verdeutlicht, dass die Mutter auf die Rolle der Mutterschaft reduziert wurde. Pflege, rsorgung, Erziehung der Kinder fiel also der Mutter oder der Erzieherin aus einer Klosterschule zu.



In einem Brief von Dorothea Schlötzer an Luise Michaelis wird die Frage gestellt, die viele Frauen wohl sich gestellt haben: „Nun, macht ein Weib einen Mann blos dadurch glücklich, dass sie seine Köchin, Näherin und Spinnerin ist?[9]

Werden die Frauen zu klug und sehen über diese Sachen? Ist das der Grund des Konfliktes zwischen Mann und Frau?

Johann Daniel Hensen befürchtet: „Wenn man sie zu sehr aufklärte: so würden sie klüger als die Männer werden, oder es doch seyn wollen. Wie wäre dann mit ihnen auszukommen?“[10] Die Männer hatten einen gewissen Halt der Aufklärung der Frauen gegenüber und deshalb hat man sie bewusst ungebildet gelassen.

Die Privatsphäre der Frauen beschränkt sich ausser den Freundschaften noch auf Handarbeit, Kaffeekränzchen, Malen, und Musik. Dieses Beisammensein war von großer Rolle. Kaffeekränzchen waren die regelmäßige Zusammenkunft befreundeter Frauen und Mädchen zu einer Kaffeetafel. Gemeinsame Handarbeiten wurden mit belehrenden Gesprächen, und Erfahrungsaustausch verbunden. Unter dem Bereich der Geisterbildung versteht man das Lesen. Seit dem 18. Jahrhundert ist der größte Teil der Leser die Frau. Deshalb stellen schon die frühaufklährischen Wochenzeitschriften sogenannte Frauenzimmerbibliotheken zusammen. Damit versuchen sie zwar das Lesen der Frau in ein bestimmtes Bildungsprogramm einzubinden, es nach den Vorstellungen und Interessen der Männer zu leiten.

Susanna Gossweiler meint „durch das Lesen erlanget Ihr eine gründlichere Erkenntniss des Willen Gottes, der Pflichten, die Ihr gegen Ihn, gegen Eure Nebenmenschen und gegen Euch selbst auszuüben habet“.[11] Mit dieser Aussage ruft sie die Frauen auf sich weiterzubilden sowie ihr Wissen zu vertiefen.



Die Frauen nahmen sich viel Zeit dafür um hier ihre alltägliche Themen zu besprechen, ebenso ihre Empfindungen, Überlegungen, Beobachtungen. Das Malen und Zeichnen war neben der hohen Kunst des Briefschreibens als “hübscher Zeitvertreib” gesehen. In der Frauenzimmergelehrsamkeit wurde auf die rbesserung der Sprache geachtet: rechtschreiben, lesen, schön schreiben.

Man sagt, dass das schöne Geschlecht eine ausserordentliche Gabe besitzt: das Reden. Die Männer hören tausendmal lieber dem zu, der schön redet.



1.2. Abweichungen vom Trias



1.2.1 Die unverheiratete Frau

Es gab und gibt auch heute Frauen, die etwas zurückhielt, ihre Hand herzugeben. Sie waren unabhängig, im Sinne, dass niemand Recht auf ihr Herz hatte, nur derjenige, dem sie es geben würde. Von der Gesellschaft waren sie jedoch als unmütig betrachtet und als “Sitzengebliebenen” gespottet.

„Der Mann kann zur Not allein stehen; das Weib muss eine Stütze haben. Diese erhällt sie durch die Ehe. Sie verschafft ihr Selbständigkeit, Achtung.“ – meinte Ernst Brandes[12], der sich mit dieser Aussage widerspricht, da er meint, dass eine Frau eine Stütze braucht, also die Ehe, und dass gerade diese Ehe ihr eine Selbsständigkeit verschafft. Wie kann eine verheiratete Frau selbsständig sein, wenn sie von ihrem Mann abhängig?

Die Unverheirateten wurden von dem Vater, Bruder oder Onkel finanziell unterstützt.



1.2.2. Die Witwen trugen den Trübsal des Witwenstandes mit Ergebung. Nach dem Tod ihres Gatten haben sie sein rmögen erhalten. Wenn sie über die nötige finanzielle Basis für ihren Unterhalt verfügte, konnte sie unverheiratet bleiben. Im Gegenfall durften sie ihren Männerwunsch nochmal erfüllen, indem sie eine zweite Wahl trafen, worauf sie das Recht hatten.







1.2.3. Die Scheidung vom Ehemann wurde erst am Ende des 18. Jahrhundert gewilligt, wobei die Frau Kind und rmögen verlohren hat, wie wir später auch im Roman „Effi Briest“ sehen werden.

Die Trennung vom Mann scheiterte auch an der Unfähigkeit der Frau sich selbst zu erhalten, da sie erst durch den Ehevertrag zum rmögen gekommen ist. In den Scheidungsfällen erging das Urteil dem Vater zugunsten, weil in den Fällen in denen die Frau für schuldig geschieden worden war, sie auch das Kind verlor. Der Mut den eine Frau aufbringen musste, damit sie sich scheiden lässt, war viel größer und riskanter als für den Mann. Vor allem Frauen aus höheren Schichten waren gesellschaftlich vollständig ruiniert.

In ganz Europa war die Frau “der Eigentum” des Mannes und damit keine Rechtsperson.

Doch an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert haben grundlegende Anderungen stattgefunden.

Die rechtliche Stellung der Frau im 19. Jahrhundert war, wie in den Jahrhundertzehnten davor, die einer Unmüdigen, gleichgültig welcher sozialen Schicht sie angehörte.[13] Die Frau ist noch immer von Mann wirtschaftlich abhängig, ohne seine Genehmigung kann sie sich keiner außerhäusslichen Tätigkeiten unternehmen. Der Mann war noch immer als Haupt des ehelichen Gesellschaftes gesehen.

In diesem Jahrhundert, im Gegensatz zum vorherigen Jahrhundert formulierten die Frauen ihren Wunsch nach mehr Bildung für die Mädchen. Die Schriftstellerin, Fanny Lewald verteidigte die Selbstbestimmng der Frauenbildung. Ein Argument dafür war, dass die Töchter des Bürgertums kaum Möglichkeiten hatten. In einer weniger wohlhabenden Familie waren die weiblichen Familienmitglieder eine finanzielle Last für die ganze Familie. Die Tatsache, dass man die Mädchen zu einer Ausbildung geschickt hat, kam nicht für jede Familie in Frage, da die Ausbildung der männlichen Mitglieder bevorzugt war und in diesem Sinne finanziell es nicht für die Mädchen gereicht hat.[14]





Trotz der ränderungen des Aufgabenbereiches der Frauen kommt es im 19. Jahrhundert nur teils zum Umdenken und Fragen der Rolle der Frau.

Mathilde Lammers fordert: „An Selbstdenken müssen sich unsere Mädchen gewöhnen. Aufhören muß die grauenhafte Gedankenlosigkeit, die unser Geschlecht zum Echo des männlichen Macht, die uns in den Autoritätsglauben förmlich hineinzwingt und uns dem Vorurteile der Oberflächlichkeit geradezu in die Arme treibt.“ [15]

In dieser Epoche hatten die Schriftstellerinnen nur eine geringe Präsens in der Literatur. Diese Tatsache wirft multiple Fragen auf: Haben Frauen im 19. Jahrhundert im deutschen Sprachraum tatsächlich so wenig geschrieben? Oder gibt es andere Gründe für ihre Abwesenheit in der Überlieferung?[16] Eigentlich wuchs ihre Zahl wie Sand am Meer, nur sie waren unter einer Maske tätig, undzwar under einem Pseudonamen. Die meinsten Frauenromane widerspiegeln die Männerdichtung und haben wenig Selbsständiges. Ziel solcher Frauen war Leseinteresse zu wecken.



Zum Schluß soll eine Schriftstellerin das Wort haben, unzwar Irmtraud Morgner, die sich der Meinung anschließt: „Alle schöpferischen Berufe verlangen ein hohes Maß an Einsamkeit. Eine Frau, die dichtet oder dergleichen, muß mit gnadenloser Einsamkeit rechnen.“[17]



2. Effi Briest im Buch und Film



2.1 Theodor Fontane und sein Roman “Effi Briest”



Der Roman „Effi Briest“ ist Fontanes meinst ausgegebenes Werk, das er im Alter von 74 Jahren, nach 4 Jahren beendet hat.[18]

Fontane hat sich von Emma Lessing inspirieren lassen, von der er das Gerücht gehört hat, dass 1873 die 19 jährige Elisabeth Freiin von Platho an den 5 Jahre älteren Armand Leon von Ardenne verheiratet wurde. Sie ist die sogenannte „wahre Effi“.[19]



Währendessen Ardenne in Düssledorf ein Husar ist, beginnt Else eine Affäre mit dem Juristen und Freund vom Ehemann, Emil Hartwich.

1884 wird Ardenne nach Berlin versetzt und die Affäre geht weiter. Ardenne findet die Briefe Hartwichs an seine Frau, reicht die Scheidung ein, fordert den Liebhaber Elses zum Duell hinaus. Der Duell findet am 27. November 1886 bei Bonn statt, wo Hartwich schwer verletzt wird und nach 4 Tagen stirbt. Ardenne wird für 4 Jahre verurteilt, aber dank Wilheml den I. wird er innerhalb einiger Wochen wieder freigelassen.

Else widmet sich nach der Scheidung der Krankenpflege und stirbt mit 99 Jahren in 1952 in Lindau, am Bodensee.[20]

Fontanes Ziel ist den Lesern ein Bild der Zeit zu bieten. “Der moderne Roman soll ein Zeitbild sein, ein Bild seiner Zeit.”

Die Geschichte der Effi Briest, die erzählt wird, spielt in der Zeit zwischen 1870 und 1889. Das erste Lesepublikum hatte diese Epoche miterlebt und kannte die Lebensbedingungen dieser Zeit. Für sie war “Effi Briest” ein Zeitroman vom besten Sinne.

Mehr als hundert Jahre später kann der Leser zwar noch einige der genannten Stadtteile und Strassen in Berlin aufspuren, die dargestellte Situation ist jedoch nicht mehr gegenwartig, sondern historisch.

Der Roman wirft Fragen auf, die Menschen stellen, seit sie in Gruppen, Staaten und Gemeinsamschaften leben und die ihre Aktualität jeden Tag beweisen:

Wie gestaltet sich das Zusammenleben der Menschen in der Gesellschaft? Nach welchen Regeln lebt die Gesellschaft? Wer bestimmt diese Regeln? Wer wacht über sie?

Was macht das Glück des Einzelnen aus? Inwiefern kann das Glück des Einzelnen durch Ansprüche der Gesellschaft bedroht sein? Was bietet die Gesellschaft denen, die sich ihren Regeln und Gesetzen unterordnen?

Indem der Roman diese Fragen aufwirft und indem er zur Diskussion herausfordert, wird er zum grossen Gesellschaftsroman, einem der größten der deutschen Literatur.

2.1.1 Aspekte der Frauencharakterisierung bei Theodor Fontane



Fontane hat diverse Methoden und Formen der Charakterisierung Effis verwendet. Angefangen mit Hohen Cremmen, dem Ort wo die Geschichte zu blühen beginnt und wo sich der Besitz der Familie von Briest befindet. Es dient als Szene für Effis frohen Kinderjahren sowie auch der rlobung. Es ist der dreifache Schauplatz: Effis Kindheit, Effis Besuch und ihr Ruhestand.

Selbst die Eltern merken, dass dieser Ort eine wichtigere Rolle in Effis Leben spielt. Sie identifiziert sich kurz vor ihrem Tod mit Hohen Cremmen, indem sie bittet, man solle sie dort lassen, da das ihr Platz wäre.

Im Augenblick , in dem Effi dem Leser vorgestellt wird, ist Effi siebzehn Jahre alt. Sie hilft ihrer Mutter, dann aber ist sie froh, als ihre Freundinnen auftauchen, sie erzählen sich, essen Stachelbeeren und gehen schliesslich schaukeln. fussnote

In Effi –paaren sich „Übermut und Grazie, wahren ihre lächelnden brauenen Augen eine große, natürliche Klugheit und viel Lebenslust und Herzensgüte verrieten“ – das kündet Fontane schon am Anfang an fussnote

Effi entspricht in keinster Weise der Vorstellung, die man von einem adligen Fräulein hat. Sie bevorzugt lieber „ein blau und weiß gestreiftes, halb kittelartiges Leinwandkleid []; der Hals war frei, und über Schulter und Nacken fiel ein breiter Matrosenkragen“ S.6 fussnote

Hulda, eine ihrer Freundinnen, meint, sie sehe aus wie „ein Schiffsjunge“ S.16

Ihre Mutter hällt ihr vor, sie hätte „doch wohl eine Kunstreiterin werden mussen.“ fussnote

Unmittelbar wird Effi aus dem Spiel gerissen, als ihre Mutter ruft, der angekündigte Besuch sei da. Effi bricht das Spiel ab und ruft ihren Freundinnen zu: „Spielt nur weiter, ich bin gleich wieder da.“ S.16

Als sie aber wieder zurückkommt, ist sie verlobt.fussnote

Effi ist die einzige Tochter der Familie von Briest,die seit Generationen ein Gut in Hohen – Cremmen besitzen, wo Effi eine glückliche Kindheit verbracht hat. Sie lebt in voller Übereinstimmung mit ihren Eltern und mit ihren Freundinnen.

Nach der rlobung aber verändert sich ihr Leben komplett und es wendet sich von Glück zu Unglück. Als Effi kurz nach dem rlobungsmahl von ihren Freundinnen gefragt wird, ob sie glücklich sei, antwortete sie: „Wenn man zwei Stunden verlobt ist, ist man immer ganz glücklich. Wenigstens denke ich es mir so.“ S. 20 fussnote

Nach allgemeiner Ansicht, ist der glücklich verlobt, der mit dem „Richtigen“ verlobt ist. Und der „Richtige“ muss „von Adel sein und eine Stellung haben und gut aussehen.“ fussnote S. 20 Dabei spielt es keine Rolle, dass Effi keine Gelegenheit hatte ihren Gatten kennenzulernen. Die Partnerwahl erfolgt im Grunde durch die Eltern. Besonders interessant ist, dass der abgewiesene Liebhaber der Mutter nun die Tochter als zukünftigen Ehemann angeboten wird.

Tatsächlich hat es Effi schwer sich an der Seite ihres Mannes, als „Baronin Instetten“ zurechtzufinden. Noch mehr, da sich Instetten schon in den ersten Wochen sich als frostigen Schneemann herausstellt. Die Mutter hat erklährt: „Liebe kommt zuerst, aber gleich hinterher kommt Glanz und Ehre und dann kommt Zerstreuung.“ S.33

Es besteht nicht nur ein Gegensatz zwischen Effi und ihrem Gatten, sondern auch zwischen Hohen Cremmen und Kessin/Berlin. Diese zwei Orte sind komplett verschieden. In Hohen Cremmen kann Effi sie selbst sein, aber Kessin und Berlin ist von Normen geprägt und muss sich mit ihrer neuen Rolle zurechtfinden. Selbst zwischen den zwei Männeruren: Instetten und Briest spürt man den wesentlichen Unterschied: Instetten wirkt starr, wie ein Soldat, aber Effis Vater ist offen, lustig.

Mit den neuen Lebensäderungen wird auch die Angst verknüpft. Effi fühlt sich in ihrem neuen Zuhause nicht wohl und ist von der Angst geprägt. Sie bittet vergeblich, ein anderes Haus zu mieten, wo es keine Spukgeschichten mit Chinesen gibt. Dabei benutzt Instetten diesen Spuk um sie zu „erziehen.“ Fussnote

Effis Kleidung wiederspiegelt ihre Vorliebe für risikoreiche Spiele, sowohl, dass sie sich ausserhalb der Konventionellen viel wohler fühlt, als in den engen Grenzen der Gesellschaft.

Sie bestätigt ausdrücklich, dass sie ihre Zukunkft „wie ein Märchen“ ausmalt und dass sie „eine Prinzessin sein möchte.“ S. 31fussnite Ihre Mutter warnt sie aber: „Die Wirklichkeit ist anders.“ S. 32 fussnite und das wird Effi auch erfahren.

Ein multifunktioneller Symbol Fontanes ist die randa. Hier beginnt die Affäre Effis mit Crampas, als sie mit ihrem Ehemann ein Kaffee trinkt und der Major vorbeikommt. Die randa ist die rbindung der Innenwelt mit der Aussenwelt. Im Haus spielt sich das Privatleben des Ehepaares ab und draussen, in der Aussenwelt spielt sich das öffentliche Leben ab, das von Normen geprägt ist. Es dient als Schauplatz der Privatsphäre auf einer Seite und auf der anderen aber als Ort der rführung. fussnote

Effi und ihr Schicksal sind stark von dem Luft- und Wassermotiv geprägt.

Sie hängt vom Element der Luft ab, was von großer Bedeutung ist, da diese Tatsachen ihre Charaktereigenschaften vorausheben. Am Anfang des Romans wird uns die Schaukelnde Effi presentiert. Das Schaukeln wir mit dem Fliegen, beziehungsweise mit der Luft assoziiert. Fontanes Wortspiele wie „mutterwindallein“ statt „mutterseelenallein“ oder „Lebensluft“ statt „Lebenslust“, unterstreichen Effis Eigenschaften. Zur Zeit des Ehebruches, erkrankt sie an Luftröhrenkatarrh und nicht in letzter Reihe wird sie die Tochter der Luft gennant.

In der ersten Szene wird uns Effi in einem Matrosenkleidchen vorgestellt. Bei ihrer allerersten Begegnnung mit Crampas, kommt er von einem Bad. Diese Motive stehen in starker rbindung mit den konstantinopelischer Frauen, die man wegen Ehebruch im Fluss ertrinken ließ. Dies deutet auf Effis symbolisches „Ertrinken“.[21]fussnote

Spielerisch und ehrgeizig - diese sind auch Effis Charaktereigenschaften. Gerade diese verhelfen Effi vom Weg zu kommen. Instetten meint, dass Crampas eine spielerische Natur hätte. Die Zwillinge rufen am Anfang des Werkes Effi zum Spiel. Die roten Haare der Zwillinge werden hier in rbingdung mit Crampas rotem Bart gebracht.[22] Fussnote

rschiedene Fakten führen Effi zum Ehebruch.

Sie ist darüber enttäuscht, dass ihr Mann kein „bisschen Sehnsucht nach [dem] Kinde“ hat S.136 fussnote, die Distanz, die Kühle die ihre Beziehung mit Instetten kennzeichnen, ist der Grund wieso sie Crampas verfällt. Sie ist sich bewusst, dass sich ihr rhalten der Normen der Gesellschaft widerspricht, trotzdessen kommt sie vom Weg ab und geht die Affäre mit ihm ein.Was sie getan hat, kann sie „nicht loswerden“. Sie empfindet „Schuld“, aber diese „lastet“ nicht auf ihr: “Was da lastet, das ist [] Angst []. Und dann ausser der Angst Scham.“ S.245 fussnote

Effi realisiert früh genug, dass alles „am Ende noch an den Tag“ S. 245 kommt. fussnote Trotzdessen schokiert sie der Brief der Eltern, indem sie von dem Duell informiert wird, sowohl, dass sie aus dem Elternhaus verstoßen wird.

Das Erziehen ihres Kindes wird ihr verweigert, schliesslich krankelt sie zum Tode hin. Am Ende hat sie nur noch „Sehnsucht [] zu den Sternen oben oder noch druber hinaus.“ Im Tod uberkommt sie „ein Gefuhl der Befreiung“ S.331

Sie stirbt „mit Gott und Menschen versohnt, auch versohnt mit ihm.“ S.330

In Hohen Cremmen findet sie ihr Grab – da, wo sie eigentlich zu Hause ist, wo sie die glucklichste Zeit erlebt hat und wohin ihre Sehnsucht immer gerichtet war. Fussnote

Im Roman und auch in der Natur gehen Anderungen vor, indem sich Effis Tod mit der Natur verbindet. . „Die Sonnenuhr war fort, und an der Stelle wo sie gestanden hatte, lag seit gestern eine weisse Marmorplatte, darauf stand nichts als .“ Fussnote

Am Ende des Romans führt Frau Briest mit ihrem Mann ein Gespräch in dem die skeptische Frage gestellt wird: : “ob sie doch nicht doch vielleicht zu jung war?“ fussnote

Es wird nichts Konkretes von Herr Briest formuliert, die Antwort bleibt offen: „das ist ein zu weites Feld.“[23]









[1] Andrea van Dülmen: Frauenleben im 18. Jahrhundert, Leipzig und Weimar, 1992, Gustav Kiepenheuer rlag S.21,


[2] Ebd., S. 22

3 Ebd, S. 29





[4] Johann Georg Sulzer: rmischte Schriften, Zweyter Theil, Leipzig 1781, S.139


[5]Zit. n. Dülmen: a.a.O. S 34


[6] A.a.O. S 39


[7] Zit. N. Dülmen, S. 39


[8] A.a.O. S. 93


[9] Zit. n. Dülmen a. a.O. S 167


[10] A.a.O. S. 168


[11] Zit. N Dülmen: a.a.O. S.262


[12] A.a.O. S. 312


[13] Werde, wie du bist, Goldmann rlag, 1993. S 361


[14] Erika Münster-Schröer, Frauen in der Kaiserzeit, Bochum, 1992, S.1




[15] Maria W Blochmann, Lass dich gelüsten nach der Männer Weisheit und Bildung - Frauenbildung als Emanzipationsgelüste 1800-l918, Centaurus rlagsgesellschaft, 1990, S.77


[16] Werde, wie du bist, Goldmann rlag, 1993, S. 357


[17] Irmtraud Morgner: Amanda, 1983, S 38


[18] 25 fontos német regény, Lord rlag 1996, Szabo Erzsebet, S. 96


[19] 25 fontos német regény, Lord rlag 1996, Szabo Erzsebet S. 98


[20] A.a. O. S 98


[21] A.a.O. S 105


[22] S. 104


[23] A.a.O. S 337









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