ZAZZa

ZAZZ
REFERAT-MenüArchaologieBiographienDeutschEnglischFranzosischGeographie
  GeschichteInformatikKunst und KulturLiteraturMarketingMedizin
  MusikPhysikPolitikTechnik


Die Bildungsromane des Realismus unter besonderer Berücksichtigung von

























1. Der Realismus



Der Realismus ist eine literarische Bewegung des 19. Jahrhunderts, ungefähr? der Jahre 1830 – 1880, durch die eine Betrachtung und Darstellung der Realität auf objekti Weise geschieht. Die Wirklichkeit wird aber nicht einfach beschrieben, sondern künstlerisch dargestellt. Der Autor oder der Erzähler erscheinen dabei nicht.



Vertreter des Realismus in Europa: Balzac, Flaubert, Stendhal u.a. ( in Frankreich), Dickens, Thakeray ( in England), Tolstoi, Dostojewski u.a. ( in Russland). Im deutschen Sprachgebiet kann man eine starke Verbindung mit der Natur bemerken, und zwar bei: Droste – Hühlshoff, Storm, F. Reuter, Raabe, Fontane, Freytag, O. Ludwig, Hebel, Stifter, Ebner – Eschenbach, Rosegger, Keller, Gotthelf, Meyer.





Aus bernd balzer:



Der bürgerliche Realismus kann als die letzte klar abgegrenzte große Epoche – eine Fermate[1] gleichsam nach dem „Epochenproblem Vormärz“ und vor der Hektik der zahlreichen Ismen[2] des Fin de siècle (Balzer, 2006: S.7) betrachtet werden. Die 1849 gescheiterte Märzrevolution ist ohne Zweifel die eigentliche Voraussetzung des deutschen Realismus (Balzer, 2006: S.7).



Während das eigentliche Leben bei den Schriftstellern der Romantik sehr eng mit der Phantasie rbunden ist, plädierten zahlreiche ihrer Zeitgenossen für den Bezug zur Realität (Balzer, 2006: S.8).



In der Alltagssprache bezeichnet ´Realismus´ eine Haltung, die durch besonderen Sinn für das Wirkliche, Sachliche, Maßvolle, Angemessene und Machbare charakterisiert ist; es handelt sch um eine positiv bewertete Haltung () (Balzer, 2006: S.10).



Der bürgerliche Realismus



Man kann die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts als Das bürgerliche Zeitalter (Palmade) betrachten: Das practische Leben rdrängt das ästhetische; nicht mehr die Literatur, sondern der Staat und die bürgerliche Gesellschaft mit ihren unentbehrlichen praktischen Voraussetzungen, mit Handel, Gewerbe etc. bildet die wahre historische Aufgabe unserer Zeit. Auch diese Epoche, wir zweifeln nicht, wird dereinst ebenfalls ihre poetische Verklärung finden und eine neue klassische Poesie erzeugen, eine Poesie der Wirklichkeit, des Kampfes, der Arbeit () (Balzer, 2006: S.12).



Das Bürgertum selbst betrachtete sich als Fortschrittsträger und Vorbild der ganzen Nation.

Fritz Martini ist der Meinung, dass () es im Literaturwerk eine Welt dargestellt werden soll, die der Erfahrungswirklichkeit analog konstruiert und derart fähig ist, die Illusion einer ihr kommensurablen Wirklichkeit fiktiv herzustellen (Balzer, 2006: S.13).





Erst während der Zeit des Ersten Weltkrieges wurde die Literatur des 19. Jahrhunderts bearbeitet, die als eine heimatliche und völkische bürgerliche Literaturwissenschaft betrachtet werden kann. Es wurden folglich auch Grundlagen für die Philologie der realistischen Autoren, Fontane, Storm und Keller, aufgestellt.

Eine eigentliche Forschung des Realismus aber, wird zuerst durch Erich Auerbachs Mimesis (1946) durchgeführt, der den Realismus als eine europäische Erscheinung sieht und haltet die deutschen Vertreter für nicht sehr wichtig. Denn seiner Meinung nach war das Leben in Deutschland viel provinzieller, viel altmodischer, viel weniger zeitgenössisch. In diesem Sinne enstand 1962 eine der wichtigsten Darstellungen der Epoche, und zwar Fritz Martinis Deutsche Literatur im Bürgerlichen Realismus. In diesem Werk erscheinen, neben Grundlagen und Grundformen, Darstellungen der Entwicklungen der einzelnen Gattungen und rschiedene Interpretationen einzelner Werke.



Aus politischer Sicht, kann die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts auch als Bismarckzeit bezeichnet werden, Bismarck wurde nämlich 1862 zum preußischen Ministerpräsidenten und 1890 wurde er aus seiner Position als Reichskanzler entlassen. Nach 1848 kann man eine sichtbare wirtschaftliche und soziale Entwicklung Deutschlands, aber insbesondere Preußens, bemerken. Wichtig zu erwähnen wäre hier das Bürgertum, das sehr stark in den Vordergrund rückt.



Diese wirtschaftliche Entwicklung beeinflusste auch das Lesepubikum, den Buchmarkt und das Zeitschriftenwesen, und zwar aufgrund des Bevölkerungswachstumes, der Verkürzung der Arbeitszeit, der Verbesserung des Verkehrs- und Postweges, all das führte nämlich zu einer Zunahme des Lesens. Aber im Rahmen dieser Periode gab es auch Jahre in denen Bücher weniger gekauft wurden. Zu diesem Thema schrieb Gustav Freytag in einem Artikel für die Grenzboten, dass für belletristische Werke, Reisebeschreibungen, so wie für periodische Zeitschriften die Leihbibliotheken Hauptkäufer waren, oft die alleinigen Käufer schreibt Freytag. Außer Leihbibliotheken gab es aber auch noch Literatur-Institute und Volksbibliotheken. Im Allgemeinen aber las das bürgerliche, kleinbürgerliche und proletarische Volk dieselben Autoren.

Zu den Bestsellern der zweiten Jahrhunderthälfte kann man folgende Autoren zählen: Gustav Freytag, Felix Dahn, Joseph Viktor von Scheffel, Eugenie Marlitt, Georg Moritz Elbers, Julius Stinde, Hermann Sudermann, Paul Heyse, Gottfried Keller, Conrad Ferdinand Meyer.



Auch die Philosophie hatte einen erheblichen Einfluss auf die Literatur, in diesem Zusammenhang erwähnt Anton Springer die direkte Wirkung Feuerbachs auf diese. Von Hoffmann von Fallersleben und Berthold Auerbach aber, wurde nur Gottfried Keller beeinflusst, dieses kann man an der Hauptgestalt des Romans Der grüne Heinrich feststellen. Ein anderer Bestandteil des Entmythologisierungsprozesses zur Zeit des Bürgerlichen Realismus (Balzer, 2006: S.35) ist auch Schopenhauers Philosophie, denn seine Weltsicht stimmt nicht mit den religiösen Vorstellungen der damaligen Zeit überein. Doch die Dichter bleiben auf Distanz gegenüber Schopenhauer, denn Roy C. Cowen schrieb: Obwohl Raabe Schopenhauer gelesen hatte, stritt er eine Abhängigkeit vom Philosophen bei der Gestaltung seiner Charaktere ab. () Auch Fontane beschäftigte sich intensiv mit Schopenhauer spätestens seit 1873, nahm an „Schopenhauerabenden“ teil und besuchte 1874 Karl Ferdinand Wiesike, den Schopenhauer-Forscher (Balzer, 2006: S.35). In Bezug zu den Folgen der Beschäftigungen Fontanes, sagt er über sich selbst: Geistvoll und interessant un anregend ist alles () In originellen, anschaulichen, wirklich glänzenden und dabei meist amüsanten Vergleichen ist er ein Meister, aber trotz alledem kann ich nicht sagen, dass mich durchgehends das Gefühl begleitete: „Du sitzt hier an den Quellen der Erkenntnis.“ Dies Gefühl habe ich, wenn ich Goethe oder Shakespeare oder Scott lese, unendlich mehr (Balzer, 2006: S.35)

Im Gegensatz dazu, hatte Schopenhauer auf österreichische Schriftsteller einen bedeutenderen Einfluss, wie zum Beispiel auf Ferdinand von Saar, Sacher-Masoch, auf Anzengruber und andere. Die Rezeption der Erkenntnisse Feuerbachs einerseits und der Thesen Schopenhauers andererseits spiegeln genau jenen Widerspruch, den auch das Bürgertum selbst kennzeichnete: () Die Haltung des Bürgertums, wenn nicht gar die gesamte bürgerliche Mentalität, ist genau durch diese beiden, einander widersprechenden Grundhaltungen gekennzeichnet (Balzer, 2006: S.36), so Sabina Becker.



Die Realisten orientierten sich wohl an der Exaktheit der Naturwissenschaften, an der intersubjektin Gültigkeit ihrer Erkenntnisse, ihrer Abweisung der Metaphysik; die Anwendung naturwissenschaftlicher Methoden kam für sie nur in seltenen Fällen in Frage, sahen sie doch in ihrer Kunst einen alternatin, durch die Naturwissenschaft nicht ersetzbaren Modus der Erkenntnis (Balzer, 2006: S.36). Obwohl es über Adalbert Stifter heißt, dass er für Poesie aus dem Geiste der Naturwissenschaften (Balzer, 2006: S.36) steht, ist das bei näherer Betrachtung nicht mehr der Fall. Während es auch bei Storm eine Verbindung zwischen Naturwissenschaft und Religion gibt, die aber den naturwissenschaftlichen Prinzip ebenso widerspricht, so wie es im Schimmelreiter der Fall ist.



Man erwartete vom Künstler, so wie es Gerhard Plumpe äußerte, dass er zwar auf der einen Seite nach dem Idealischen strebe, folglich ein höheres Ziel vor Augen habe als der bloße Naturkopist, dass er aber auf der andern Seite auch die Gesetzmäßigkeiten der Natur überhaupt, insbesonderheit der menschlichen, in seinen Erzeugnisse beobachte, damit seine Kunst nicht zur Unnatur werde (Balzer, 2006: S.42).



Die Theoretiker des Realismus gruppierten sich um Zeitschriften, insbesondere um den Grenzboten. Diese Zeitschrift wurde von Julian Schmidt und Gustav Freytag seit dem Jahre 1848 geleitet, nachdem sie 1841 in Brüssel gegründet wurde und 1842 nach Leipzig umzog. Friedrich Theodor Vischer bezeichnete sie auch als die einzig jetzt respektierte Zeitschrift.



Julian Schmidt arbeitete als Literaturkritiker, aber auch als Literaturhistoriker. Zusammen mit seinen Mitstreitern schuf er die Programmatik der neuen Literatur.



Schmidt kommt zu der Erkenntnis, dass das bloße Wirkliche () zu elend ist, um die Seele dauernd zu erregen, denn wenn die Dichtung ein Duplicat des Wirklichen gäbe, so wüsste man nicht, wozu sie da wäre (Balzer, 2006: S.42). Diese Erkenntnis führt zweifellos zum ästhetischen Synthetismus ( Wilheml Traugott), von Vischer ?Vornamen,Daten? Ideal – Realismus genannt. Dieser Realidealismus kann als Prozess betrachtet werden, und das in Folge eines Aufsatzes von Fontane, mit dem Titel: Unsere lyrische und epische Poesie seit 1848. In diesem wird der Realismus als ein Element beschrieben, das unsere Zeit nach allen Seiten hin charakterisiert (Balzer, 2006: S.43).



Der Realismus ist die Widerspiegelung alles wirklichen Lebens, aller wahren Kräfte und Interessen im Elemente der Kunst (Balzer, 2006: S.43).



Julian Schmidts Worte: Das Leben gilt uns mehr als die Kunst, die Sache mehr als die Person, die sittliche Kraft mehr als die schöne Erscheinung können als Maxime des bürgerlichen Realismus betrachtet werden, mit der Ergänzung: Der Zweck der Kunst, namentlich der Dichtkunst, ist, Ideale aufzustellen (Balzer, 2006: S.43).



Fonatnes Diktum, „Man wollte Gegenwart, nicht Vergangenheit“, galt für die Zeit ab 1855, in den fünf Jahren zuvor dominierte das Historische (Balzer, 2006: S.50). In Viktor von Scheffels Roman Ekkehard geht es zum Beispiel um einen historischen Kriminalfall, wichtig zu erwähnen wäre auch noch Hermann Kurz´ Der Sonnenwirt, und Alexis Ruhe ist die erste Bürgerpflicht oder vor fünfzig Jahren ( beeinflusst von Walter Scotts Romanen, die Ausschnitte aus der schottischen Nationalgeschichte enthalten). Auch Fontane kann als ein Nachfolger von Scott und Alexis gesehen werden, denn in seinem Roman Vor dem Sturm (1878) und in seiner Nolle Grete Minde (1879) geht es um historischen Erzählen. Auch andere Realisten betätigten sich im Genre des historischen Erzählens: Stifters Witiko (1865/67), Raabes Unsres Hergotts Kanzlei (1861/1862) oder seine Nolle Die schwarze Galeere (1861), wichtig wären aber auch noch Storms Chroniknollen. Als eine Sonderform des historischen Romans kann der sogenannte Professorenroman gesehen werden. In dieser Hinsicht, wird der Anfang von Georg Ebers Roman Die ägyptische Königstochter (1864) gemacht, dazu zälen aber auch Ernst Eckstein, Wilhelm Walloth, Felix Dahn und Gustav Freytag folgten diesem Beispiel.







Im Bürgerlichen Realismus erscheint die Sprache und auch die Literatur mit der Funktion die Wirklichkeit wiederzugeben, aber darunter rsteht man keine Mimesis, die Wirklichkeit wird nämlich nicht nachgeahmt, sondern auf eine künsterische Weise dargestellt, also kann von Poïesis die Rede sein. Also wird in diesem Fall eine ästhetische Realität entworfen.



Gegen Ende der 1880er Jahre äußert sich Theodor Fontane in Bezug zum Bürgerlichen Realismus auf folgende Weise: Aufgabe des modernen Romans scheint mir die zu sein, ein Leben, eine Gesellschaft, einen Kreis von Menschen zu schildern, der ein unrzerrtes Wiederspiel des Lebens ist, das wir führen. Das wird der beste Roman sein, dessen Gestalten sich in die Gestalten des wirklichen Lebens einreihen, so dass wir in Erinnerung an eine bestimmte Lebensepoche nicht mehr genau wissen, ob es gelebte oder gelesene Figuren waren, (). Also noch einmal: darauf kommt es an, dass wir in den Stunden, die wir einem Buche widmen, das Gefühl haben, unser wirkliches Leben fortzusetzen, und dass zwischen dem erlebten und dem erdichteten Leben kein Unterschied ist, als der jener Intensität, Klarheit, Übersichtlichkeit und Abrundung und infolge davon jener Gefühlsintensität, die die rklärende Aufgabe der Kunst ist (Becker, 2003: S.9). Aus Fontanes Sicht also, ist das Ziel des bürgerlich-realistischen Romans ein Bild seiner Zeit widerzugeben, gleichzeitig aber muss sich dieses von der empirischen Realität der Wirklichkeit und der Gesellschaft unterscheiden. Folglich bietet der Bürgerliche Realismus eine ästhetische Gestaltung der Wirklichkeit, die nach Fontanes Meinung die subjekti, schöpferische, weil rklärende Gestaltungskraft des Autors betont (Becker, 2003: S.10). So enstand der „poetische Realismus“, ein Konstrukt, ein ästhetizistisches Bild, das man der Realität als ihr Wesen andichten wollte (Becker, 2003: S.10).



Die bürgerliche Literatur des 19. Jahrhunderts war Teil eines Prozesses der soziokulturellen Sinngebung und kollektin Identitätsfindung des Bürgertums (Becker, 2003: S.11).



Die literarische Entstehung des Bürgerlichen Realismus steht in Verbindung mit der geselschaftspolitischen Entwicklung zwischen 1848 bis 1890.



Zwischen 1850 und 1890 rfassten Werken liegt eine einheitliche Realitätserfahrung zugrunde, die zu einem homogenen künstlerischen Stil führte; dieser wurde von den Autoren selbst unter dem Begriff Realismus gefasst (Becker, 2003: S.12).



Friedrich Sengle ist der Meinung, dass der Realismus eine programmatische Bewegung ist, er ist also der Romatik und der späteren Ismen ähnlich.



Auch wenn der Bürgerliche Realismus fast fünfzig Jahre gewirkt hatte, kann man diesen nicht als eine geschlossene literarische Bewegung betrachten. Zwischen seinen Vertretern gab es keine allzu enge Beziehung, wenige waren in brieflichen Kontakt. Einen Briefwechsel gab es zum Beispiel zwischen Gottfried Keller und Theodor Storm, in dem literarisch-ästhetische Fragen diskutiert. Ein gemeinsames Forum gab es nicht, außer der Künstlerreinigung „Tunnel über der Spree“ gab es keinen anderen Literaturzirkel. Ein Forum für die Verbreitung der Ideen und Ziele kennt der Bürgerliche Realismus in seiner ersten Phase mit der Zeitschrift „Die Grenzboten“, die aufgrund einer Zusammenarbeit zwischen Julian Schmidt, Gustav Freytag und Otto Ludwig entstand. Insbesondere in dieser Zeitschrift, aber auch in dem von Robert Prutz herausgegebenen „Deutschen Museum“, erarbeitete und rbreitete man den Plan eines erneuerten, modernisierten Realismusbegriffs in Kritiken, Rezensionen, Abhandlungen und Aufsätzen (Becker, 2003: S.14).



Mit Ausnahme von Gustav Freytag, weisen sich die Autoren des Bürgerlichen Realismus nicht als Theoretiker aus, sie entstammen nämlich in erster Linie von dem Bürgertum und schreiben eine Literatur für diesen, deshalb ist auch der dominierende Horizont ein bürgerlicher.



der Frührealismus – ein programmatischer Realismus





























2. Der Bildungsroman



2.1. Der Begriff des Bildungsromanes



Es war Fritz Martini der festgestellt hat, dass der Begriff Bildungsroman, als Bezeichnung für eine Gattung, bereits am Anfang des 19. Jahrhunderts rwendet wurde. Und zwar erschien das Wort ungefähr 1820 in Vorträgen und Abhandlungen des Dorpaters Professor Karl von Morgenstern. Dieser befasste sich mit den Eigeinschaften und der Geschichte des Bildungsromanes, für den er aber trotzdem keine unmissrständliche Definition nennen konnte. Morgenstern kommt zum Entschluss, dass man die Bildung des Autors im Werk anhand seiner Lebenserfahrung und seiner inneren Entwicklung bemerken kann. Gleichzeitig ist er aber auch der Meinung, dass die Bildung des Helden, den Leser an seiner eigenen unterstützt.

Also war der Gattungsbegriff Bildungsroman Mitte des 19. Jahrhunderts nicht ganz unbekannt, auch wenn er bei wichtigen Autoren, wie bei Hegel zum Beispiel, nicht auftauchte. Bei Theodor Vischer ist der Begriff des Bildungsromanes schon 1833 in seinen Aufzeichnungen zu Mörikes Maler Nolten zu finden. Auch später, und zwar 1853, wurde er von Theodor Mundt rwendet, der den Wilhelm Meister als großen deutschen Bildungsroman (Jacobs,Krause, ?,S.23) betrachtete.

Wilhelm Dilthey ist derjenige der den Begriff des Bildungsromanes, unter der Form eines zusammengesetzten Wortes, rbreitet hat. Er rwendet diesen Begriff für Romane, welche die Schule des Wilhelm Meister ausmachen (Jacobs,Krause, ?,S.25), weil er in Goethes Werk menschliche Ausbildung in rschiedenen Stufen, Gestalten, Lebensepochen (Jacobs,Krause, ?,S.25) entdeckt hat. In seinem 1906 erschienen Buch Das Erlebnis und die Dichtung stellt Dilthey das Thema des Bildungsromanes auf folgende Weise dar: es ist die Geschichte eines jungen Mannes, wie er in glücklicher Dämmerung in das Leben eintritt, nach rwandten Seelen sucht, der Freundschaft begegnet und der Liebe, wie er nun aber mit den harten Realitäten der Welt in Kampf gerät und so unter mannigfachen Lebenserfahrungen heranreift, sich selbst findet und seiner Aufgabe in der Welt gewiss wird (Jacobs,Krause, ?,S.25). Dilthey ist der Meinung, dass der Bildungsroman aus dem Individualismus einer Kultur enstanden ist, die auf die Interessensphäre des Privatlebens eingeschränkt ist (Jacobs,Krause, ?,S.26) und dass er eine historische Erscheinung darstellt, eine Gattung die erst in der Goethezeit rständlich wurde. Deshalb wurde der Terminus in der Goethe-Literatur als unweglasbar betrachtet und bei den Schriftstellern war es auch eine beliebte Gattung.

Bei Georg Lukács findet man nicht den Begriff des Bildungsromanes, sondern den des Erziehungsromanes, aber er meint offensichtlich den als ersten erwähnten, da er sich eindeutlich Dilthey anschließt. Lukács Behauptung bestand darin, dass im Falle des Epos das Subjekt in Verbindung mit der Welt steht, als das aber zugrunde geht erscheint der Roman, der den Epos ersetzt, dessen Helden auf der Suche nach dem rlorenen Sinn sind und es handelt sich hier um eine Wanderung des problematischen Individuums zu sich selbst (Jacobs,Krause, ?,S.27). Die wichtigste Idee Lukács` in Bezug zum Bildungsroman betseht darin, dass es um die Suche nach dem Lebenssinn in einer unbekannten Welt geht, und der Held sich auf dem Weg zu einer angenehmen, wohltuenden Lösung macht. Lukács Theorie wird auch von vielen Kritikern als eine der wenigen grundlegenden betrachtet.

Das Wort Bildung kann einen Entwicklungsprozess bezeichnen, aber auch den Zustand, der am Ende dieses Prozesses erreicht wird. Dieses Wort kann sich aber auch auf kulturelle Werte beziehen, die zur Gründung einer geistigen Existenz rhelfen. In Deutschland ist der Begriff der Bildung Mitte des 18. Jahrhunderts ins Dasein getreten. Von diesem Zeitpunkt und bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bezeichnete Bildung die Formung des Menschen in seiner Totalität (Liscu,1942: S.4). Dieses bedeutete, dass alle Mächte des Lebens dem Individuum dazu rhelfen, eine Persönlichkeit zu werden, die den humanistisch-hellenistischen Menschen als Idealbild (Liscu,1942: S.4) hat. Schon am Anfang der Menschheit gab es solche Mächte, die auf dem Menschen auf eine bildende Weise einwirkten, die aber wegen der zu jeder Epoche rschiedenen Kulturwerten, auch unterschiedlich sind. Im Mittelalter, zum Beipsiel, rsuchte man einen heiligen Menschen zu bilden, während im Falle des Humanismus die Antike als Muster diente. Im Zeitalter des Barocks galt der Mensch als Vertreter einer sozialen Schicht, so dass der Mensch zur Bewahrung der Würde seines Standes erzogen wurde. In der Renaissance aber wurde der Mensch so gebildet, dass er zuerst als Kulturträger für sich selbst, und erst danach im Dienste der Menschheit stand. Mitte des 20. Jahrhunderts war der Kulturträger nicht mehr das Individuum selbst, sondern die Gemeinschaft, in der sich die Persönlichkeit zu bilden hat.

Unter diesen Umständen, wäre ein Bildungsroman also, eine poetische Darstellung, unter epischer Form, der Entwicklung des Individuums unter Einwirkung der Umwelt bis zum Stadium in dem die Entwicklung als abgeschlossen betrachtet werden kann, dass heißt das Individuum kann als Persönlichkeit, als Charakter gesehen werden.

Im Rahmen des Bildungsromanes treten drei Elemente zum Vorschein: ein soziales

( die Bildungsmächte), ein psychologisches ( das zu entwickelnde Individuum) und ein philosophisches und weltanschauliches Element ( die Bestimmung des Bildungsvorganges und des Bildungsideales). All diese Elemente muss der Dichter in Betracht ziehen: der Leser muss die Bildungsmächte, die Beschäftigung des Helden mit diesen und auch seine Entwicklung vor Augen haben. Anderen Falles, kann nicht mehr die Rede von einem Bildungsroman sein, man spricht dann nämlich von einem Sozial- oder Erziehungsroman.

Mit der Reife des Helden wird das Ziel des Bildungsromanes erreicht, er tretet jetzt der Welt gegenüber beharrlich auf. So wird aus dem Bildungsroman ein Charakterroman, weil das Interesse der Entwicklung nicht mehr das ist die Persönlichkeit zu formen, wichtig ist nämlich die Behauptung der Welt gegenüber.

Die seelische Entwicklung, die im Falle einer Bildung von großer Bedeutung ist, kommt auch beim Bildungs- aber auch beim Entwicklungsroman vor. Beim letzteren aber erscheint auch noch der Versuch des Erreichens einer modernen Naturwissenschaft und Psychologie, und der Einfluss des naturgemäßen individuellen Lebens, ist größer als der der Umwelt.

Aus Melitta Gerhards Sicht wird nur Goethes Wilhelm Meister und die darauf folgenden Romane als Bildungsromane eingeschätzt. Offenbar basiert diese Meinung auf der Beziehung zwischen Ich und Welt. Von Wielands Agathon, in dem es noch um eine Auseinandersetzung des Individuums mit der Weltordnung ging, nimmt die Wichtigkeit des Individuums ständig zu, so dass es bei Goethe schon im Zentrum steht. Dasselbe gilt auch für die meisten Bildungsromanen des 19. Jahrhunderts, mit einigen Ausnahmen, wie zum Beispiel Kellers Grüner Heinrich oder Raabes Hungerpastor.

Der Bildungsroman und auch die Idee der Entwicklung sind deutsche Entdeckungen. Der Bildungsroman kann als eine Folge zur typisch deutschen subjektin Einstellung zur Welt gesehen werden. Das Epische bietet nur den Rahmen, im Inneren dessen der Dichter sein Leben darstellt. So kann der Leser im Falle des Bildungsromanes autobiographische Züge des Dichters feststellen, wie in Wielands Agathon, Goethes Wilhelm Meister oder Kellers Grünem Heinrich. In der Literatur anderer Länder, ist der Bildungsroman so stark von diesen Zügen geprägt, dass er in Frankreich zum Beispiel roman biographique genannt wird.

Als die Gesellschaft und die Welt dem Menschen zum Problem wurden, entstand der Bildungsroman. Dieses geschah schon in der Zeit des Mittelalters, als anhand der epischen Form, der Dichter die Möglichkeit und die Freiheit für die Schilderung der Entwicklung seines Helden und für dessen Beziehung zur Umwelt hatte.

Deshalb kann als erster Vertreter des Bildungsromans Wolfram von Eschenbach mit seinem Parzival betrachtet werden. Auch die zuvor erwähnten drei Elemente sind hier zu finden: der Held geht in die Welt, setzt sich mit dieser auseinander, wird sündig, aber besteht trotzdem den Kampf zwischen Fleisch und Geist und erreicht sein Ziel: er wird zum Ritter in den Dienst Gottes.

Im Humanismus scheiterte Jörg Wickram mit seinem Knabenspiegel, dass aus Mangel an seinem künstlerischen Können geschah, so kam es nur zur Entstehung eines Entwicklungsromanes.

Es folgen Grimmelshausens Simplicissimus und Wielands Agathon, in denen das psychologische Seelenleben sehr klar beschrieben wird. Es handelt sich hier um den Helden der in die Welt geht und der zum Opfer ihrer Verführungen wird.

Den Höhepunkt des Bildungsromanes bildet Goethes Wilhelm Meister, der als ein Muster für diese Gattung betrachtet werden kann. Dieses Werk hat deshalb einen großen Einfluss auf die Bildungsromane des 19. Jahrhunderts.



2.2. Entwicklung des Bildungsromanes in der deutschsprachigen Literatur



2.2.1. Im Mittelalter: Wolfram von Eschenbachs Parzival



2.2.2. Im Barock: Grimmelshausens Simplicissimus



In Simplicissimus sah man eigentlich einen Abenteuerroman, aber seit Egon Cohn trat auch die Idee der Bildung hervor. Es ist umstritten, ob Simplicissimus nun doch als ein Bildungsroman gesehen werden kann, da der Dichter nichts dazu erwähnt. Forscher aber betrachten dieses Werk als einen Vertreter des Bildungsromanes, da man eine psychologische Entwicklung des Charakters der Hauptgestalt feststellen kann. Der zweite Teil des Buches ist dem Bildungsroman gewidmet. Dilthey meint es handele sich um einen Weg aus der Jugenddumpfheit des reinen Toren zu einer Weltanschauung, die ihm schließlich eine eigene Stellung zwischen Weltgenuss und Weltentsagung gibt (Liscu,1942: S.14), ebenso beschreibt auch Friedrich Gundolf den Roman als die Entwicklung eines Lebens aus Tumbheit zu Frommheit durch die Narretei, Bosheit, Unbill eines gefährlichen Weltlaufs hindurch (Liscu,1942: S.14); er rgleicht diese Bemühung um Bildung also mit der des Wilhelm Meister.

Eine eingehende kritische Beschäftigung des Ich mit der Welt gibt es im deutschen Entwicklungsroman seit Parzival, gefolgt von Simplicissimus und Agathon, und später dann natürlich in Goethes Wilhelm Meister.























3. Die deutschen Bildungsromane des Realismus: Der Nachsommer von Adalbert Stifter und Der grüne Heinrich von Gottfried Keller



3.1. Der Nachsommer von Adalbert Stifter



Adalbert Stifter ist am 23. Oktober 1805 in Ober (Böhmen) geboren. Er war der Sohn eines Leinwebers. Er hat Rechts- und Naturwissenschaften studiert, war auch Hauslehrer und sogar auch Konservator für Kunst und historische Denkmalein Oberösterreich. Stifter ist am 28. Januar 1868 infolge eines Selbstmordrsuchs gestorben.

Unter dem Einfluss der Ereignisse des Jahres 1848 löste der liberal konservati Stifter seine Verbindung mit der Revolution und wurde Schulbeamter. Nach dem großen Erfolg, den er seinen Erzählungen rdankte, schrieb er dann die epischen Hauptwerke seiner Spätzeit. Dazu gehören Der Nachsommer, Witiko und die letzte Fassung der Mappe meines Urgroßvaters, die erst durch Nietzsche, Hofmannsthal und Thomas Mann entsprechend geschätzt wurden. Davon ist aber nur Der Nachsommer der meist umstrittene, denn er ist nicht nur ein Bildungsroman, sondern auch eine Utopie von einem so schönen Leben, das wie ein Paradies wirkt. Erschienen ist der dreibändige Roman 1857, im selbem Jahr wie Flauberts Madame Bovary, Baudelaires Les Fleurs du Mal und Raabes Chronik der Sperlingsgasse.

Obwohl die Werke, die zur Spätzeit Stifters gehören, so umfangreich waren, bezeichnete er sie als Erzählungen, wahrscheinlich weil Form und Aufbau der Romane den Erzählungen entsprechen. Eine Erzählung, und zwar Der alte Hofmeister, gilt auch als die Basis des Nachsommers. Der Hofmeister ist kein anderer als der Freiherr von Risach, dessen Lebensgeschichte den Hintergrund des Romans, zum Vorteil der Lebens- und Bildungsgeschichte des Kaufmannssohnes Heinrich Drendorf, darstellt.

Der Nachsommer kann auf gar keinen Fall als psychologischer oder gesellschaftskritischer Roman betrachtet werden, da das einzige Ziel Stifters darin bestand, eine Utopie eines glücklichen Lebens darzustellen. Er rzichtet deshalb auf die Schilderung der wirklichen, gegenwärtigen Welt, da in dieser eine zu große Anzahl von Konflikten, krisenhaften und feindlichen Handlungen vorkommt.

Die Handlung des Romans dreht sich um die Hauptgestalt Heinrich Drendorf, ein junger Bürger aus der Hauptstadt, der geologische Studienreisen unternimmt. Auf diese Weise führt ihn sein Weg eines Tages zum Asperhof, ein von Rosen bedecktes Haus im Alpenvorland. Er und der Besitzer, der Freiherr von Risach, werden Freunde. Dieses Ereignis spielt auch weiterhin eine sehr wichtige Rolle für die Bildung Heinrichs, da er in diesem Hause sehr vieles über Kunstwerken, Möbel, Geräten, Büchern, Sammlungen und architektonischen Finessen (Huyssen,1995: S.88) lernt. Ebenso macht er hier auch neue Bekanntschaften, wie zum Beispiel mit der Gräfin Mathilde, ihrer Tochter Natalie und ihren Sohn Gustav. Die Harmonie zwischen dieser Familie und ihrer Umwelt ist einzigartig, so dass sie Bildung, Kultur und reine Menschlichkeit rkörpern (Huyssen,1995: S.88). Es rgehen viele Jahre bis Heinrich und Natalie endlich feststellen, dass sie sich lieben. Risach und Mathilde unterstützen die beiden dabei, da sie zwei in ihrer Jugend an ihrem Glück nicht teilhaben konnten. Die beiden Alten überwinden dieses aber in einer nachsommerlichen Existenz und auch wegen dem Zusammenfinden der beiden Jungen (Huyssen,1995: S.88).

Anhand dieses Werkes wird Stifters Haltung der Bildung gegenüber sichtbar. Für ihn ist Bildung nämlich nicht eine Entwicklung des Inneren am Widerstand der Welt, sondern eine Erfahrung der Welt, die sich als problemlos und objektiv zeigt, eine Erwerbung von Bildungsstoff aus den Gebieten der Wissenschaft und Kunst. Stifters Ansicht nach ist die Bildung eine Entdeckung der Ordnung und Gesetzlichkeit der Dinge (Huyssen,1995: S.88), nicht aber eine gierige Ausplünderung der Natur und der Kunst. Noch dazu erscheint die Liebe nicht als Leidenschaft, sondern als ein fast objektis Gefühl.

Witiko und Der Nachsommer gelten als ein Versuch Stifters im Roman als Gattung eine idealtypische Objektivität zu bewahren, die sich in einem geschlossenen, durch Form und Sprache gewährleisteten Weltbild erfüllt (Huyssen,1995: S.89).



3.2. Der grüne Heinrich von Gottfried Keller



Am 19. Juli 1819 ist Gottfried Keller als Sohn eines Dreschlermeisters in Zürich geboren. Er wurde zum Autodidakten nachdem er von der Industrieschule rwiesen wurde.

In seinem Roman Der grüne Heinrich wird Kellers erzählerischer Ruhm erst richtig sichtbar. Bevor Keller aber seine schriftstellerische Begabung entdeckt hat, rsuchte er sich, wie Stifter, in der Malerei und Lyrik. Wie bei Stifter, hat auch Kellers Erzählen lehrhafte volkserzieherische Züge, aber auch die Moral sozialer Verantwortung und persönlicher Entbehrung können als Gemeinsamkeiten gesehen werden. Bei Stifter blieb aber ein Gesetz der Zeit vor 1848, das über das Leben steht, rankert. Während bei Keller eine realistische Klassizität dominiert und die Bürgerlichkeit der demokratischen Schweiz ihre Spuren hinterließ. Der Realismus ist bei Keller wie eine Art Pflicht der Kunst dem Leben gegenüber, während die Auffassung der Welt als nicht harmonisch erscheint.

Bei Keller, wie auch bei Fontane und Raabe, gibt es eine Spannung zwischen der bürgerlichen Arbeitswelt und der poetischen Welterfahrung. Der Humor Kellers besteht dabei aus Anspielungen, Selbstironie und sogar auch die Satire macht sich bemerkbar. Er erscheint nicht nur im Zusammenhang mit dem Hauptthema Kellers von Sein und Schein, Wesen und Maske, sondern auch als formal poetisches Integrationsprinzip des bürgerlichen Romans (Huyssen,1995: S.128).

In der Tradition des deutschen Entwicklungs-, Bildungs- und Künstlerromans schrieb wie auch Stifter seinen Nachsommer, Keller seinen Roman Der grüne Heinrich. Mit dem Titel wird schon der Name der Hauptgestalt, Heinrich Lee, bekannt gemacht, der so genannt wird, weil er noch unreif ist und seine Garderobe nur aus grünen Kleidungsstücken besteht. Nachdem er als Landschaftsmaler scheitert und den Ruhm als Künstler nicht erwirbt, geht er in die Akademiestadt München, hat aber kein Geld mehr und muss deshalb das Malen aufgeben und in die Heimat zurückkehren, wo die Mutter am Sterben ist. Dieses Ereignis führt dazu, dass er sich dem Verwaltungsdienst widmet und findet wieder Kraft zum Leben mithilfe der Freundschaft zu Judith. Dieses ist die zweite Fassung des Romans, in der ersten aber kehrt Heinrich gerade zum Begräbnis der Mutter heim und stirbt selbst von Schuldgefühlen geplagt. In der ersten Fassung dominiert der jugendliche Elan, dazu hingegen ist die Spätfassung eher objektivierter und von künstlerischer Reife geprägt. Im ganzen Roman rbreitet sich Kellers Hauptthema, und zwar der Kontrast von Schein und Sein, Traum und Wirklichkeit, Illusion und Desillusion, die in Parallel- und Kontrastgeschichten, Figurenkonstellationen und eingelegten Nollen erscheinen (Huyssen,1995: S.128). Schon in der Darstellung der Jugenderlebnissen, durch Reflexionen und Kommentare erstellt, tritt Heinrichs Neigung zum Prahlen und Lügen zum Vorschein, so wie auch seine Unfähigkeit das Wirkliche von Fiktin zu trennen. Er zeigt Schwäche den Illusionen gegenüber, so dass sein Scheitern an der Realität, als Schüler und Maler, nachvollziehbar ist.





































































Bibliographie



Primärliteratur



Keller, Gottfried (1991): Der grüne Heinrich, München: Winkler Verlag ??

Stifter, Adalbert (1949): Der Nachsommer, München: Winkler Verlag ??



Sekundärliteratur



Balzer, Bernd (2006): Einführung in die Literatur des Bürgerlichen Realismus, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft

Seite „Realismus (Literatur)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 16. Nomber 2009, 09:21 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Realismus_(Literatur)&oldid=66878370 (Abgerufen: 22. Nomber 2009, 20:16 UTC)



Becker, Sabina (2003): Bürgerlicher Realismus, Tübingen und Basel: A. Francke Verlag



Liscu, Jean (1942): Grimmelshausens „Simplicius Simplicissimus“ als Bildungsroman, Iasi: Druckerei Alexander A. Tzerek





Huyssen, Andreas (1995): Bürgerlicher Realismus, Stuttgart: Philipp Reclam jun.



Meid, Volker (1998): Metzler Literatur Chronik, Stuttgart, Weimar: J. B. Metzler Verlag





[1] Die Fermate (ital. fermare: anhalten) ist in der Musik ein Ruhezeichen in Form einer nach unten offenen Parabel mit Punkt in der Mitte über einer Note oder Pause, das auch als Aushaltezeichen rwendet wird oder Innehalten in der Bewegung anzeigt.


[2] Ismen (Plural v. Ismus [nach der häu rwendeten Endung …ismus] m. Gen. – meist spött. Bezeichnung für [bloße] Theorie) häu ein Kollektiv von Anhängern einer Bewegung bezeichnen (z. B. Sozialisten, Putschisten), wird diese Form von Adjektin häu auch – oft nur umgangssprachlich – abwertend oder aufwertend als Zeichen der Gruppenzugehörigkeit rwendet, um sich mental von etwas zu distanzieren (wie z. B. imperialistisch statt imperial) oder sich mit etwas zu identifizieren. Außerdem wird das Suffix rwendet, um jemanden zu charakterisieren oder zu klassifizieren (Egoismus, Narzissmus).









Neu artikel
















Haupt | Fügen Sie Referat | Kontakt | Impressum | Datenschutz