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Durch die südliche Altstadt



Durch die südliche Altstadt

Ausgangspunkt ist die weithin sichtbare Pegeluhr® an der neu angelegten Rheinuferpromenade. Gegenüber befindet sich das ehemalige Hafenbecken, das, frisch restauriert, zu den neu errichteten Wohn- und Geschäftshäusern am alten Hafen passt. Ein alter Aalschocker (d. i. ein spezielles Schiff für den Fang von Aalen und anderen Grundfischen) wurde 1996 mit einem Kran in das restaurierte Hafenbecken transportiert. Das Schiff erinnert an die Fischerei als wichtige Einnahmequelle des mittelalterlichen Dorfes an der Dussel.

Biegt man knapp hinter dem Hafen nach links in die Schulstraße ein, erreicht man das 1993 eröffnete Filmmuseum© an der Dammstraße. Hier werden Exponate aus 100 Jahren Kinogeschichte sowie Originalfilmausschnitte aus den 1920er und 1930er Jahren vorgeführtem absolutes Muss für jeden Cineas-ten (Öffnungszeiten: Di-So 11-l7 Uhr).
Nicht weit entfernt liegt das Hetjens-museum oder Deutsches Keramikmuseum®, das im barocken Palais Nesselrode untergebracht ist. Dieses Museum wurde von der Stadt bereits 1909 eingerichtet und zeigt rund 3500 Objekte der rschiedensten Epochen und Stilrichtungen aus Keramik und Porzellan. Aber auch Vorträge, Diskussionsranstaltungen und Konzerte werden in dem schönen Barockbau angeboten. Ein Glanzstück bildet die rekonstruierte islamische Fliesenkuppel aus Pakistan, die bereits von außen im Erweiterungsbau zu bewundern ist. (Schulstraße 4, Öffnungszeiten: Di-So 11 bis 17 Uhr.)



Mit Heines Augen
Geht man die Schulstraße noch ein paar Meter weiter und biegt dann links in die Hafenstraße ein, beginnt dort der hektische und quirlige Bereich der Altstadt. Vorher sollte man aber noch einen Blick in die Citadell-straße werfen. Sie blieb im Krieg weitgehend rschont und zeigt heute noch fast das gleiche Bild, wie es schon der junge Heinrich Heine um 1810 sah. Am Anfang steht das Gebäude des ehemaligen Franziskanerklosters. Die um 1740 erbaute Maxkirche nebenan war bis zur Säkularisation die Klosterkirche des Ordens und wurde erst 1804 zweite Stadtpfarrei.

In Innern der Maxkirche fallen sofort die außergewöhnlich schönen Stuckdekorationen auf, die trotz schwerer Kriegszerstörungen heute wieder viel vom barocken Glanz des Gotteshauses ausstrahlen.
Die ehemaligen Klostergebäude dienten nach 1804 rschiedensten Zwecken; u. a. war hier das Lyzeum untergebracht, in dem Heine zur Schule ging. Am Ende der Citadellstraße steht das ehemalige Speesche Palais mit dem *Stadtmuseum Düsseldorf ffi. Eine im Boden eingelassene Tafel erinnert noch an das alte Berger Tor. ein barockes Kleinod, das 1895 von der Stadtrwaltung unnötigerweise abgerissen wurde. In völliger Fehleinschätzung der Verkehrsung hatte man damals angenommen, dass dieser Teil der Altstadt sich zur zentralen Achse der Stadt entwickeln würde, und da war die alte Torburg im Weg.

Im Stadtmuseum beeindruckt die Dauerausstellung, die sich mit der historischen Entwicklung der Stadt beschäftigt. Wiederhergestellte Räume der jeweiligen Epoche, dirse Gemälde und ein großes Modell der Stadt im 18. Jh. rmitteln einen guten Eindruck von der Geschichte Düsseldorfs. Im modernen Anbau finden Wechselausstellungen zeitgenössi scher Künstler Platz. Ein kleiner Biergarten rundet das Bild ab. (Öffnungszeiten: Di-So 11-l7, Mi 10-20 Uhr.)

Ein echter Tipp ist die Kneipe Zicke gegenüber dem Stadtmuseum. Hier trifft sich alles und jedes, und im Sommer laden die draußen aufgestellten Bänke zum gemütlichen Plausch über Gott und die Welt ein.

Pause im Park
Durch die pittoreske Bäckergasse gelangt man schließlich zum einzigen frei stehenden religiösen Denkmal der Stadt, der 1873 errichteten Mariensäule©. Vorher sollte man aber noch dem Garten des Stadtmuseums, dessen Eingang man auf dem Weg zur Säule passiert, einen Besuch abstatten. Dieser romantische, ruhige Park mit seinem alten Baumbestand ist sogar manchen Düsseldorfern unbekannt. Einige Skulpturen und alte Sonnenuhren stehen hier; wer dem Trubel der Stadt entfliehen möchte, findet keinen besseren Platz.

Rund um den Karlplatz
Bevor man wieder in die Altstadt gelangt, sollte man durch die Benrather Straße unbedingt über den Karlplatz schlendern. Er wurde 1787 unter dem großen Förderer Düsseldorfs, dem Kurfürsten Carl Theodor (1742-l799), als Marktplatz für die neu gebaute Karlstadt angelegt.

Direkt am Karlplatz steht das exklusi 4-Sterne-Hotel Carat. Frisch renoviert, ist es auch durch seine zentrale Lage für Stadttouristen wie Geschäftsleute empfehlenswert. Tel. 0211/130 50, www.carat.de.

Der täglich auf dem Karlplatz abgehaltene Markt gehört zu den buntesten und vielseitigsten der Stadt. In dem schachbrettartigen Viertel um Bilker und Hohe Straße haben in den letzten Jahren Antiquitätengeschäfte eröffnet, die ein exklusis Angebot mit ebenso stattlichen Preisen rbinden.
An der Bilker Straße 15© erinnert eine Gedenktafel an den Komponisten Robert Schumann, der 1850-l853 Leiter des Städtischen Musikreins war. Nach ihm ist die Düsseldorfer Musikhochschule benannt. Geht man zurück auf den Karlplatz, den die meisten Düsseldorfer als »Karlsplatz« bezeichnen, erreicht man die Berger Straße.

In der von der Berger Straße ab-zweigenden Hafenstraße erkennt man die Brauerei Restaurant Zum Schiffchen. Das im typischen Brauereistil eingerichtete, weltbekannte Restaurant wird nicht nur wegen seiner typisch regionalen Küche geschätzt - auch Napoleon soll 1811 hier schon mit seinen Generälen gespeist haben. Tel. 13 24 21. OO
Ziemlich rsteckt liegt an der Berger Straße die Berger Kirche© hinter einem Eisengitter rborgen. 1683 bis 1687 errichtete die lutherische Gemeinde hier im Innenhof ihr Gotteshaus. Der Bauplatz wurde ihr vom katholisch geprägten Stadtrat zugewiesen, der darauf bestand, dass die evangelische Kirche von der Straße nicht zu sehen sein dürfe.

»Mürrisches« Bier
An der Kreuzung Berger Straße/Rheinstraße findet man eine weitere Institution. Die Hausbrauerei Uerige ©( )) stellt neben den anderen drei Hausbrauereien Füchschen, Schlüssel und Schuhmacher den kleinen, aber feinen Rest von einstmals 75 Brauereien, die um 1914 in Düsseldorf bestanden, dar. Sobald es warm wird, rsammeln sich Einheimische und Touristen auch draußen an den blank gescheuerten Tischen. Die blau beschürzten Kellner, hier Köbesse genannt, scheinen pausenlos im Einsatz zu sein. Der Name »Uerige« geht auf den früheren Besitzer zurück, der ein eher mürrischer und wortkarger Mensch war. Die rheinische Bezeichnung für einen solchen Zeitgenossen ist »ne Uerige«.

Man sollte nie den Fehler machen, in solchen Lokalen vom Köbes, dem Kellner, etwas anderes als Bier haben zu wollen. Bestellungen, die Mineralwasser oder gar Tee betreffen, führen unweigerlich zu deftigen, wenn auch herzlichen Sprüchen seitens des Personals. Der Kunde ist König - aber nur, solange er auch das Richtige trinkt!

Gegenüber vom Uerige wird übrigens der berühmte Kil-lepitsch ausgeschenkt. In der wohl kleinsten Schenke der Stadt gibt es jenen Kräuterschnaps, der bis heute nach einem geheim gehaltenen Familienrezept gebraut wird. Herrlich süß, ziemlich klebrig und einfach nur gut!

Einkaufen auf der »Kö«
Wenn man sich genug gestärkt hat, geht man am besten über die Flinger-straße mit ihren vielen Boutiquen und Geschäften in Richtung Königsallee. Gegenüber dem 1909 erbauten ehemaligen Gewerkschaftshaus, das heute ein exklusis Möbelgeschäft beherbergt, zweigt plötzlich die Schneider-Wibbel-Gasse links ab. Sie ist benannt nach der Hauptfigur des gleichnamigen Mundartstücks von Hans Müller-Schlösser. Heute ist die Gasse fest in spanischer Restaurant-Hand; außerdem steht hier eines der bekanntesten Düsseldorfer Programmkinos, das Cinema.
Neben dem Brauhaus »Im Schlüssel« fällt die ev. Neander-Kirche durch ihre nach hinten rsetzte Lage auf. Gleichzeitig mit der bereits erwähnten Berger Kirche durften die Protestanten 1684 auch dieses Gotteshaus bauen - allerdings wieder unter der Auflage, es etwas rsteckt im Hinterhof zu errichten. Während des Krieges wurden die Vorderhäuser zerstört, sodass man heute direkt auf die Kirche blicken kann. Benannt ist sie nach dem Liederdichter Joachim Neander, 1647-l679 Rektor der Lateinschule.

Wenn man den Vorplatz betritt und rechts um die Kirche geht, kommt man durch ein kleines Portal auf die Andreasstraße. In nördlicher Richtung fällt am Eckhaus Huns-rücken-/Andreasstraße das Porträt einer älteren Frau auf. Dies ist Deutschlands wohl meistgemalte Frau -Johanna Ey, eine der bemerkenswertesten uren der neueren Stadt- und Kunstgeschichte (s. u.).

Neue Medienmeile

Ahnlich wie bei den Docklands in London standen die Stadter am ehemaligen Hafengelände in Düsseldorf Anfang der 1990er lahre vor einem Problem: Wie schafft man ein neues, attraktis Stadtviertel auf einer Industriebrache, das Kapital und neues Leben anzieht? Südlich der Altstadt begann vor knapp 15 lahren eins der ehrgeizigsten Projekte der Landeshauptstadt. Wo einst triste Hafenkulisse das Bild bestimmte, erheben sich nun neben restaurierten ehemaligen Lagerhallen modernste Bürogebäude, die von Unternehmen der Bereiche Werbung, Kunst, Kommunikation und vor allem Neue Medien genutzt werden. Durch eine bewachsene Brücke ist die architektonisch anspruchsvolle Mediameile mit dem neuen Wahrzeichen rbunden: dem Stadttor. Das 81 m hohe Bürogebäude ähnelt einem kopfstehenden »U«, hat das höchste Foyer Europas und gilt wegen seiner revolutionären Klimatechnik als extrem sparsam. 1998 hielt der Ministerpräsident Einzug und kann nun den Blick bis fast zum Kölner Dom genießen. Peu ä peu werden auch die Gebäude der restlichen Hafenbecken umgestaltet; es entsteht eine Architekturmeile, die an warmen Sommertagen Hunderte von Touristen anzieht. Gegenüber vom neuen Marriott-Hotel dümpelt im Sommer eine Plattform auf dem Wasser, auf der man Kleinigkeiten essen und trinken kann.

Altbier
Altbier ist kein altes Bier, vielmehr bezeichnet »alt« die obergärige Brauweise, die in den Grundzügen schon bei den Sumerern bekannt war. Im Gegensatz zu Pils oder Exportbier wird das Altbier bei 12-l5 °C gebraut - einer Temperatur, die man auch im Sommer in einem kühlen Keller erreichen kann. Beim obergärigen Brauvorgang steigt die Hefe, die Zucker in Alkohol rwandelt, nach oben und wird abgeschöpft. Beim untergärigen Verfahren, welches niedrigere Temperaturen von 4-9 °C benötigt, sinkt die Hefe dagegen nach unten. Obgleich man wusste, dass das untergärige Bier länger haltbar ist, wurde im Rheinland mangels geeigneter Kühleinrichtungen schon seit dem Mittelalter das obergärige Verfahren praktiziert. In Bayern, wo es etwas kühlere Sommer und längere Winter gab, wurde dagegen das untergärige Braurfahren bevorzugt. Ab 1877, als die ersten Kühlmaschinen auf den Markt kamen, stiegen auch im Westen viele Bierbrauer auf das untergärige Verfahren um. Warum es sich in Düsseldorf nicht durchsetzte, wurde nie geklärt - aber bis heute halten die alteingesessenen Bierbrauer am traditionellen obergärigen Verfahren fest. Der statistische lahresrbrauch gibt den Brauereien recht - im Rheinland liegt er mit rund 170 Liter pro Kopf immer noch um rund 20 Liter höher als im übrigen Deutschland.

Was es noch zu sehen gibt

Messegelände
Mit 180 000 m! Ausstellungsfläche in 16 Hallen ist knapp 2 km vom Flughafen entfernt eines der modernsten deutschen Messezentren (mit Kongresszentrum) entstanden. Infos: Messegesellschaft NOWEA, Stocku-mer Kirchstr. 61, Tel. 45 60 01.

Schloss Benrath
Im Süden Düsseldorfs steht das spätbarocke Schloss Benrath, von Kurfürst Carl Theodor 1755-l773 errichtet. Der sehenswerte Bau, der in Th. Manns Nolle »Die Betrogene« eine Rolle spielt, liegt in einem französischen und englischen Garten, zusätzlich von einem alten Jagdpark umschlossen.

Im Sommer finden klassische Schlosskonzerte mit Feuerwerk statt (Auskünfte bei der Tourist-Information). Heute wird das Schloss u. a. für Staatsempfänge genutzt. (Öffnungszeiten: Di-So 10-l7 Uhr.)

Johanna Ey
Als Mittvierzigerin ließ sich Johanna Ey von ihrem trunksüchtigen Mann scheiden und eröffnete 1910 in der Nähe der Kunstakademie ein Kaffeestübchen. Dort gingen die Studenten ein und aus, und Mutter Ey, wie sie bald von allen genannt wurde, rsorgte die oft mittellosen jungen Künstler mit Kaffee und Brötchen. Wer nicht zahlen konnte, durfte anschreiben lassen, und viele beglichen ihre Schulden mit selbst gemalten Porträts und anderen Bildern. So kam Mutter Ey im Laufe der Zeit zu einer beachtlichen Sammlung von Werken namhafter Künstler wie Claus Meyer, Otto Pankok, Gert Wolheim, Otto Dix und Paul Klee. Vor allem nach dem Krieg entwickelte sich die Kaffeestube zu einer berühmten Galerie der zeitgenössischen Kunst. Die Bilder junger Expressionisten, Dadaisten und Impressionisten wurden hier ausgestellt und rkauft; in den 1920er Jahren entstand die avantgardistische Künstlergruppe »Junges Rheinland«, welche die Kunstrichtung einer ganzen Generation beein-flusste. Die erste Max-Ernst-Ausstellung fand 1922 bei Johanna Ey statt, und 1930 konnte sie neue Räumlichkeiten für ihre Galerie anmieten. Während der Nazizeit wurde sie angefeindet, und ihre Bilder wurden als »entartet« diffamiert; 1943 zog sie enttäuscht nach Hamburg. Nach ihrer Rückkehr 1945 stand sie zunächst vor dem Nichts. Ihre Bilder waren in alle Winde zerstreut, und trotz einiger Hilfe »ihrer« Künstler und der Stadt konnte sie nur noch schwer wieder Fuß fassen. 1947 starb sie im Alter von 83 Jahren.

Kaiserswerth Besuchenswert ist der in den zwanziger lahren eingemeindete Ort an der nördlichen Stadtgrenze vor allem durch die imposante mittelalterliche Kaiserpfalzruine und sein fast komplett erhaltenes barockes Stadtbild. Der Platz um die einstige Stiftskirche St. Suitbertus gehört zu den stimmungsvollsten und romantischsten im Stadtgebiet.
Einen der schönsten Stadtteile findet man in Kaiserswerth im Norden der Stadt. Die idyllische Lage am Rhein, die imposante mittelalterliche Kaiserpfalzruine, die Stiftskirche des Heiligen Suitbertus und nicht zuletzt das fast komplett erhaltene barocke Stadtbild machen die Stadt zum beliebten Touristenziel. Führungen buchen kann man u.a. unter Tel. 0211/ 245030113.

Und wer nach einer Stadt-führung oder einem Spaziergang durch die alten Gassen ein ruhiges Plätzchen sucht, der ist in dem gemütlichen Biergarten des Restaurants Alte Rheinfähre (Fährweg 22, Tel. 401134) hervorragend aufgehoben.

Zons
Mit der Fähre kann man von Urden-bach oder Benrath aus Zons auf der linken Rheinseite erreichen. In den mittelalterlichen Gassen haben im Sommer eine Reihe von Lokalen und Biergärten geöffnet, die zum Verweilen einladen.

Neuss
Direkt auf der anderen Rheinseite, im Süden Düsseldorfs, liegt die ehemalige Hansestadt Neuss (150 000 Einw.). Das romanische Quirinusmünster gehört zu den schönsten Kirchenbauten des Niederrheins und ist schon von weitem zu sehen. Ein Bummel durch die gemütliche Altstadt, die sich mit ihren vielen Geschäften und Kneipen einen Namen gemacht hat, ist unbedingt anzuraten.

BSehr empfehlenswert ist z. B. der Stiftskeiler. Dieser originale Gewölbekeller aus dem 14.1h. liegt im Schatten des Münsters und hat sich einen hervorragenden Ruf als Weinlokal erworben (Tel. 0 2131/2719 23; Ecke Quirinusstr./Vogteistr.).

Vom Zentrum aus über die B 9, direkt am alten Römerlager, lockt Freynik am Fluss im ehemaligen Ruderrein seine Kundschaft besonders im Sommer mit seiner großen Terrasse und einem grandiosen Blick auf den Rhein. Grimlinghauser Brücke, Tel. 0 2131/15 06 20.














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