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Die alte Pracht



Die alte Pracht

Theaterplatz Albertinum Johanneum

Der Theaterplatz im Herzen des alten Dresden ist der ideale Ausgangspunkt, um das historische Zentrum n Elbflorenz zu erkunden. Die schönsten und wichtigsten Bauwerke sind n hier aus schnell und bequem zu Fuß zu erreichen: die Sächsische Staatsoper (Semperoper), der Zwinger mit der Gemäldegalerie Alte Meister und der Porzellansammlung sowie das Residenzschloss, n dessen Turm sich ein großartiger Rundblick über Alt-Dresden bietet. Ab 2004 ist es durch den Einzug des Kupferstichkabinetts (April) und des ersten Teils des Grünen Gewölbes, der märchenhaften Schatzkammer Augusts des Starken, noch attraktiver. Ein paar Schritte weiter lädt die Brühische Terrasse, n Goethe »Balkon Europas« getauft, zum Flanieren ein; »sich zeigen und parlieren« heißt hier die Devise schon seit fast 200 Jahren. Nur einen Steinwurf entfernt steht die Frauenkirche, das liebste Kind der Dresdner, deren Wiederaufbau schneller als erwartet llendet sein wird. Hier kann man sich nicht nur durch eine historisch einzigartige Baustelle führen lassen, sondern auch etwas m Geist der Stadt erspüren Mindestens einen llen Tag sollte man für diesen Rundgang einplanen. Wer auch die wichtigsten Museen besichtigen möchte, braucht natürlich mehr Zeit.



Auf dem Theaterplatz
Prachtlle Repräsentationsbauten so weit das Auge reicht: Am Theaterplatz, einem der schönsten Plätze Deutschlands, weiß man zunächst gar nicht, wo man hinsehen soll, so überwältigt ist man n dem Angebot an Schönheit. Wie edle Möbelstücke in einem überdimensionalen Prunksaal wirken die Gebäude rund um den Theaterplatz: die prachtlle Semperoper, die Gemäldegalerie des Zwingers, das wieder aufgebaute Residenzschloss mit dem Hausmannsturm, die hoch aufragende Hofkirche und das zur Elbe hin gelegene Restaurant »Italienisches Dörfchen«.
Dreh- und Angelpunkt des Rundblicks ist das 1889 n Hofbildhauer lohannes Schilling geschaffene Reiterstandbild König Johanns, der die Sachsen n 1854 bis 1873 regierte. Als Literaturwissenschaftler, Lyriker und Dramatiker übersetzte der König unter Pseudonym u. a. Dantes »Göttliche Komödie« ins Deutsche.

Sächsische Staatsoper
Im Rücken des reitenden Königs erhebt sich die monumentale Sächsische Staatsoper, auch Semperoper genannt. 1841 wurde an dieser Stelle ein dreigeschossiger Sandsteinbau eingeweiht, den Gottfried Semper im Stil der italienischen Frührenaissance entworfen hatte. Seiner gelungenen Proportionen wegen galt er als »schönstes Theater der Welt«. Richard Wagner erlebte hier die Uraufführung seiner Opern »Rienzi«, »Der Fliegende Holländer« und »Tannhäuser«. 1869 brannte das Haus ab. König Johann übertrug Semper und seinem Sohn Manfred die Konzeption einer neuen Oper, die 1878 fertiggestellt wurde.

Einstündige Führungen durch die Oper finden - abhängig m Spielbetrieb - fast täglich bis gegen 15 Uhr statt. Infos: Tel. 4911496, www.semperoper-fuehrungen.de
Auf dem Dach thronte damals wie heute die n Panthern gezogene bronzene Quadriga mit Dionysos und Ariadne n Johannes Schilling; Goethe und Schiller (rechts), sitzende Skulpturen n Ernst Rietschel, flankieren das Hauptportal.

O Theaterplatz
© Sächsische Staatsoper
0 Zwinger
O Cholerabrunnen
0 Taschenbergpalais (Hotel)
0 Residenzschloss
O Katholische Hofkirche

Noch eindrucksller kommen die prächtig geschmückten und dennoch rnehm-klassischen Innenräume während einer Opernaufführung zur Geltung. Im festlichen Zuschauerraum zu sitzen und den Blick r Beginn der Vorstellung über die vier Ränge zum 285-flammigen Kronleuchter in der Mitte schweifen zu lassen - dieses Erlebnis ist erhebend.
Schinkelwache oder Altstädter Wache
Karten gibt es im Vorverkauf in der »Schinkelwache« auf dem Theaterplatz, wie die n Karl Friedrich Schin-kel 1830-l832 im Stil des Berliner Klassizismus errichtete Altstädter Wache genannt wird. (Infos Spielplan: Tel. 4911740. Karten: Tel. 4911777). Ebenfalls im alten Wachgebäude aus Sandstein, das 1830-l832 n Joseph Thürmer errichtet wurde: die Touristen-Information (Mo-Fr 10-l8, Sa/So 10-l6 Uhr).

Ständehaus
Brühische Terrasse
Albertinum
Synagoge
Festung Dresden (Kasematten)
Frauenkirche
Johanneum

Zwinger

Dresdens berühmtestes Bauwerk ist der Zwinger, ein glanzlles Meisterstück höfischer Barockarchitektur. Es entstand zwischen 1709 und 1732 unter August dem Starken. Der Name »Zwinger« geht auf die Lage des Bauwerks innerhalb der ehemaligen Stadtbefestigung zurück - so wurde der Platz zwischen der äußeren und inneren Festungsmauer genannt.

Der Innenhof
Eine breite Treppe führt hinunter in den großzügig mit Wasserbecken und Rasenflächen ausgestatteten Innenhof. Wie aus einem Guss erscheinen die baugeschichtlich doch recht heterogenen Elemente - wohl nicht zuletzt deshalb, weil die Gesetze barocker Symmetrie auch bei den Erweiterungsbauten eingehalten wurden. Die übermütig geschwungenen und üppig verzierten Pavillons und Galerien, die den Hof umschließen, versetzen den Betrachter in die Welt höfischer Lustbarkeiten und barocker Lebensfreude. Der opulente Gesamteindruck der verspielten Gebäude und ihrer lustllen Verzierungen ist der geglückten Zusammenarbeit des westfälischen Architekten Matthäus Daniel Pöppelmann und des bayerischen Barockbildhauers Balthasar Permoser zu verdanken.

Wallpavillon und Nymphenbad
Der lebendigste und gelungenste Teil des Zwingers ist der Wallpavillon im Nordwesten, dessen Obergeschoss n sinnenfrohen, lachenden Satyrhermen getragen wird. Darüber ist August der Starke selbst als Weltkugel tragender Herkules zu sehen.
Im Wallpavillon führt der Weg hinauf auf die Zwingerbalustrade, auf der man ein Stück lustwandeln kann.
Rechts versteckt sich das schattigidyllische, heiter-verspielte Nymphenbad, in das über eine Kaskade Wasser herabplätschert; links führt der Weg zum Kronentor, wo man m Blick auf die Straßenbahnen des Postplatzes aus dem Barocktraum plötzlich wieder in die Gegenwart zurückgeholt wird.

'Gemäldegalerie Alte Meister
Den nordöstlichen Abschluss der Anlage bildet die n Gottfried Semper gebaute Gemäldegalerie Alte Meister. Sie ging aus der kurfürstlichen Kunstkammer des 16. |hs. herr, die n den Kurfürsten Friedrich August I. und II. erweitert wurde. Sie ließen aufkaufen, was edel und kostbar war - Bilder n Holbein, Rubens, Tizian, Verone-se, Veläzquez und Correggio. 1754 kam Raffaels »Sixtinische Madonna« aus der Klosterkirche n Piacenza nach Dresden.
Neben den Italienern des 16. und i7-|hs. ist auch die holländische und flämische Malerei des 17-Jhs. stark vertreten (Rubens, van Eyck, Rem-brandt, Vermeer), Zu den bedeutendsten Werken im Zwinger zählen die »Schlummernde Venus« n Giorgio-ne, Rembrandts »Selbstbildnis mit Saskia«, »Bathseba am Springbrunnen« n Peter Paul Rubens sowie das »Bildnis des Bernhard n Reesen« n Albrecht Dürer (Di-So 10-l8 Uhr, www.skd-dresden.de).

Rüstkammer
Prunkharnische, Jagd- und Turnierwaffen sowie originelle Gewänder aus privaten Kunstsammlungen sächsischer Herrscher werden in der Rüstkammer des Semperbaus gezeigt (Di-So 10-l8 Uhr).

Mathematisch-Physikalischer Salon
Er befindet sich seit 1728 im Zwinger, seit 1746 im Südwestpavillon. Seine Erdgloben, astronomischen Instrumente und Rechenmaschinen sowie die umfangreiche historische Uhrensammlung sind technisch ausgefeilt und n hohem künstlerischem Wert. Das älteste Stück ist ein arabischer Himmelsglobus n 1279 (tgl. außer Do 10-l8 Uhr).

Porzellansammlung
Im südwestlichen Eckpavillon und in der Bogengalerie ist die Porzellansammlung Augusts des Starken untergebracht, die einst im Japanischen Palais (s.S.61) angelegt wurde. Sie gehört neben der Sammlung des Top-kapi Seray in Istanbul und der im Kaiserpalast n Peking zu den größten der Welt. Uhr). Sie vereinigt wertlle Porzellane aus China und Japan des 15. bis 18. Jhs. mit den frühesten Stücken europäischen Porzellans aus Meißen in eindrucksller Präsentation (Di-So 10-l8 Uhr): www.staatl-kunstsammlungen-dresden.de

Porzellanglockenspiel: Außer im Winter erklingt das Meißner Porzellanglockenspiel im Zwinger täglich mit einem Musikstück um 10.15, 14.15,18.15 und 22.15 Uhr.

Cholerabrunnen und Taschenbergpalais
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite fällt der im Jahr 1843 nach einem Entwurf n Gottfried Semper errichtete Cholerabrunnen ins Auge. Hauptmann Eugen n Gutschmid stiftete den Brunnen aus Dankbarkeit dafür, dass seine Vaterstadt Dresden n der Choleraepidemie 1840/41 verschont geblieben war. Wie eine Kirchturmspitze ragt der 18 m hohe neugotische Sandsteinbrunnen mit seinen 40 Wasserspeiern empor.
Hinter dem Cholerabrunnen mit dem Respekt einflößenden Hauptportal und der reich geschmückten Fassade steht das *Taschenbergpalais, ein Glanzstück des neuen Dresden, in dem das Hotel Kempinski untergebracht ist. Außen wurde es originalgetreu wiederhergestellt, im Inneren wurde der Bau mit modernstem Komfort ausgestattet, August der Starke hatte das Taschenbergpalais 1707 bis 1711 für seine Mätresse, die Gräfin Cosel, bauen lassen.

Residenzschloss
Durch einen überdachten Gang ist das Taschenbergpalais mit dem königlichsächsischen Residenzschloss verbunden, im 16. Jh. ließ Herzog Georg der Bärtige den Komplex zu einem der prachtllsten Renaissanceschlösser Deutschlands erweitern. Nach dem großen Brand n 1701 gestaltete man die Fest- und Audienzsäle im barocken Stil. Bei seinem letzten Umbau (1889 bis 1901) bekam das Residenzschloss ein einheitliches Aussehen im Stil der Neorenaissance. Bei den Bombenangriffen im Februar 1945 brannte das Schloss völlig aus. Der Wiederaufbau soll 2006 zur 8oo-|ahr-Feier weitgehend abgeschlossen sein.

Westflügel
Fertig gestellt ist der Westflügel zur Sophienstraße hin mit seinen drei Neorenaissancegiebeln und den beiden seitlichen Ecktürmen, an derer Fassade vier muskulöse Nerkulesu ren den Balkon tragen.

Grünes Gewölbe
Ab September 2004 werden die Schätze des Grünen Gewölbes im ersten Stockwerk in moderner Form präsentiert. Ende 2005 sollen dann auch die grün gestrichenen gewölbten Originalräume wie zu Auguts Zeiten zur Augenlust einladen.
Das Grüne Gewölbe hat seinen Namen aus dem Residenzschloss mitgenommen: Zunächst wurde nur die grün ausgemalte und gewölbte Schatzkammer so genannt, in der die Schmucksammlung ab 1729 zu besichtigen war. Seit sie in den Wirren des Zweiten Weltkriegs auf Wanderschaft gehen musste, wird der Name »Grünes Gewölbe« auch für die Ausstellungsstücke selbst verwendet, bis sie an ihren alten Platz im Schloss zurückkehren werden.
Das wohl kostbarste Stück unter den einzigartigen Exponaten ist die Phantasieszene »Hofstaat n Delhi am Geburtstag des Großmoguls Aureng Zeb«, zu der 137 goldene, bunt emaillierte Figuren gehören, die mit 5000 Diamanten, Rubinen, Perlen und Smaragden besetzt sind. Geschaffen wurde es in der Werkstatt des kursächsischen Hofjuweliers Johann Melchior Dinglinger, der auch das edelsteinverzierte »Goldene Kaffeezeug« für August den Starken fertigte.
Des Kurfürsten Lieblingsstück war das »Bad der Diana«, eine in den Halbedelstein Chalzedon geschnittene mythologische Szene. Ein Weltwunder en miniature ist der mit einer Lupe zu betrachtende Kirschkern mit mehr als 180 geschnitzten Gesichtern. Im 3. Obergeschoss wird im April 2005 das Kupferstichkabinett eröffnet. Nach der Eröffnungsausstellung mit dem Thema »Weltsichten - n Dürer bis Picasso« werden Rem-brandt-Zeichnungen gezeigt (6.8.-3. 10. 2005) www.skd-dresden.de

Katholische Hofkirche

Verlässt man das Schloss wieder durch das Georgentor, gelangt man zur ehemaligen Katholischen Hofkirche, die seit 1980 Kathedrale des Bistums Dresden-Meissen ist. August der Starke erfüllte alle Voraussetzungen, um König n Polen zu werden, nur eine nicht: Er besaß den falschen Glauben. Machthungrig wie er war, ließ er Luther Luther sein und konvertierte 1697 zum Katholizismus. Als sich der Bau eines katholischen Gotteshauses nicht länger verzögern ließ, erteilte Augusts Sohn und Nachfolger Friedrich August II. dem italienischen Architekten Gaetano Chiaveri den Bauauftrag. Dieser legte 1739 den Ganz nahebei steht das n lohan-nes Schilling an der Stelle seines einstigen Ateliers geschaffene Rietschet-Denkmal n 1872, das an den Dresdner Bildhauer und Kunstprofessor Ernst Rietschel erinnert. Rietschel verlieh seinen Figuren realistische Züge. Unübersehbar ist die 1990 aufgestellte Sieben-Bastionen-Plastik, eine Weltkugel aus Bronze. Sie verweist auf den Erlass Augusts des Starken, die sieben Bastionen der Stadtbefestigung nach den damals bekannten eten zu benennen (zu denen August auch Sonne und Mond rechnete). Sie steht aber auch für die durch Kriege bedrohte Welt. An der Treppe zum Georg-Treu-Platz steht das Denkmal für Gottfried Semper, ebenfalls n Schilling.
Das Gelände der Brühischen Terrasse gehörte einst zur Stadtbefestigung. Nachdem diese im 18-Jh. ihre militärische Bedeutung eingebüßt hatte, verschenkte der Kurfürst einen Teil der Anlage an den Grafen Heinrich n Brühl. Auf den Bastionen ließ der kreative n Brühl einen barocken Lustgarten zum Flanieren anlegen und prunklle Gebäude errichten, n denen leider kein einziges erhalten geblieben ist.

Kunstakademie
In Dresden existiert seit 1764 eine Kunstakademie mit gutem Ruf. Ende des 19. )hs. bezog sie ihr Gebäude mit der Aufsehen erregenden Glaskuppel auf dem Dach, die n den Dresdnern wegen ihrer gerillten Form respektlos »Zitronenpresse« genannt wird.
Die »Hochschule für Bildende Künste« hat hier ihr Domizil. Es wird zusammen mit dem angrenzenden Ausstellungsgebäude des Sächsischen Kunstvereins einer Generalsanierung unterzogen. Frisch vergoldet sind die beiden Engel auf dem Dach und das sächsische Staatswappen über dem Eingang. Die griechische Siegesgöttin Nike krönt auch wieder das Dach der »Zitronenpresse«.

Albertinum

letzt sind es nur noch ein paar Schritte zum Albertinum, in dem derzeit die Gemäldegalerie Neue Meister und die Skulpturensammlung untergebracht sind. Bis 31. Dezember 2003 fand hier auch das Grüne Gewölbe sein rübergehendes Nachkriegsdomizil. Das 1884 n König Albert in Auftrtag gegebene Gebäude ging aus dem Dresdner Zeughaus herr (16. Jh.), n dem jedoch nur die Kellergewölbe, die durch toskanische Säulen geteilte Halle im Erdgeschoss und die beiden Westportale bis heute erhalten geblieben sind. (Alle Museen Mo bis Mi, Fr-So 10-l8 Uhr; für alle Staatlichen Kunstsammlungen ist ein ermäßigter Tagespass erhältlich).

Gemäldegalerie Neue Meister
Das 2. Obergeschoss nimmt die Gemäldegalerie Neue Meister mit bedeutenden Werken des 19. und 20. Ihs. ein. Hier hängen Bilder Caspar David Friedrichs, im Albertinum u.a. »Das Kreuz im Gebirge«, »Zwei Männer in Betrachtung des Mondes« und das »Hünengrab im Schnee«. Auch Werke der »Brücke«-Maler Karl Schmidt-Rottluff (»Nach dem Bade«), Ernst Ludwig Kirchner und Emil Nolde (»Segler im Gelben Meer«) sind vertreten. Die neu gestaltete Abteilung der deutschen Nachkriegsmalerei aus West und Ost zeigt moderne Klassiker wie Georg Baselitz, Wolfgang Mattheuer, Willy Wolffund Raimund Girke.

Skulpturensammlung
Die Sammlung, aus deren Bestand sich einzelne neuere Stücke auch bei den Gemälden der Neuen Meister finden, geht noch auf August den Starken zurück. Zu sehen sind im Säulensaal des Untergeschosses knapp 500 griechische, römische und etruskische Skulpturen und Statuetten m 11. )h. r bis zum 4. Jh. nach Chr.

Brühlscher Garten
Nach dem Besichtigungsmarathon im Albertinum kann man im Brühischen Garten gegenüber mit seinen Schatten spendenden Linden und einladenden Bänken eine Ruhepause einlegen. Der Blick fällt dabei auf den restaurierten Delphinbrunnen aus Brühls Zeiten. Eine moderne Metallplastik erinnert an Caspar David Friedrich.
Einige Stufen führen hinunter zur Böttger-Stele. August der Starke ließ Johann Friedrich Böttger gewaltsam nach Dresden bringen: »Hier in den Gewölben der alten Dresdener Festung erfand Böttger 1708 das Porzellan europäischer Art«, so die Gedenktafel. Die Forschung geht heute dan aus, dass die Herstellung des Hartporzellans Böttger nur durch die Zusammenarbeit mit dem Naturwissenschaftler Ehrenfried Walther n Tschirnhaus gelang.
Unterhalb des Gartens steht an der Terrassenmauer das älteste Denkmal der Stadt, das Moritzmonument n 1555. Das Denkmal zeigt den sterbenden Kurfürsten Moritz, der seinem Bruder August das Kurschwert übergibt. August ehrte damit den Tod seines Bruders in der Schlacht gegen die Truppen Markgraf Albrechts n Brandenburg-Kulmbach. Östlich des Brühl-schen Gartens wurde die in der Pogromnacht 1938 zerstörte Synagoge neu errichtet.

Synagoge
Der 2001 eingeweihte Bau besteht aus zwei würfelförmigen Teilen. Der größere ist in sich in Ost-West-Richtung gedreht und beherbergt die eigentliche Synagoge. Der kleinere Baukörper ist das Gemeinde- und Begegnungszentrum.

Gottfried-Sem perDenkmal
Das Denkmal steht zwischen Albertinum und Kunstakademie. Der Architekt, der im 19. Jh. das Dresdner Stadtbild maßgeblich mitgeprägt hat, wird in dynamischer Pose dargestellt. Er hält eine Bauzeichnung in der Hand. Von ihm stammte auch die 1938 n den Nationalsozialisten zerstörte alte Synagoge (1840). Weil er sich am Maiaufstand 1849 beteiligt hatte, wurde Semper steckbrieflich gesucht und musste ins Ausland fliehen; erst Jahre später wurde er begnadigt und rehabilitiert.

Festung Dresden
Festung Dresden © Am Semper-Denkmal führen Stufen zum Eingang in die Kasematten, das unterirdische Areal der Brühischen Terrasse. Die Überreste der Festung
wurden freigelegt. Die Gänge, Höhlen und Tonnengewölbe entstanden, als 1589 bis 1592 die Bastion der Festung erweitert und das Ziegeltor überbaut wurde. Über Jahrhunderte wurde das Areal in ller Größe konserviert. Zugänglich sind auch die Festungsgänge mit ihren Schießscharten. Zwei Kanonenhöfe wurden freigelegt, ummauerte Grabanlagen, Brückenfundamente und die Reste einer Gießerei für Glocken und Kanonen mit einem Bronzeschmelzofen aus dem 17. Jh.
Bei den Führungen durch die »Dresdner Unterwelt« wird sächsische Militärgeschichte lebendig. Man sollte auch im Sommer einen warmen Pulli mitnehmen. (Mo-So 10-l7 Uhr, im Winter bis 16 Uhr: Tel. 4914-786, www.schloesser-dresden.de.

Frauenkirche
Vom Georg-Treu-Platz sieht man die Baustelle der Frauenkirche (1743) auf dem Neumarkt. Die Kirche mit ihrer mächtigen Kuppel galt als Symbol des Selbstbewusstseins der Dresdner Bürger gegen weltliche und geistliche Machtträger. Der rekonstruierte Bau wird das Stadtpanorama bereichern.
Die 95 m hohe Kuppel der Frauenkirche - architektonisch eine tollkühne Konstruktion - war lange das Wahrzeichen Dresdens. Im Siebenjährigen Krieg gegen die Preußen hielt sie einer dreitägigen Beschießung stand. Von 1938 bis 1942 wurde die »steinerne Glocke« gründlich saniert und es
schien zunächst, dass sie auch das Inferno m 13. Februar 1945 überstan den hatte; sie fiel dann aber tags darauf ausgeglüht in sich zusammen.
Die n Gestrüpp überwucherte schwarze Ruine galt als Mahnmal für die sinnlose Zerstörung der Stadt. 1993/94 wurde die Ruine Stück für Stück enttrümmert, wobei auch das Grabmal George Bährs zum Vorschein kam. Der Wiederaufbau ist bald abgeschlossen (s. S. 22). Führungen in der Unterkirche tgl. 10-l6 Uhr alle Stunde.
Neben der Frauenkirche ist das zerstörte barocke Coselpalais wiedererstanden (mit Gaststätten, s. S. 32). Der Neumarkt um die Frauenkirche wird bis Ende 2005 noch Großbaustelle sein. Hier entsteht Dresdens Altstadt neu: mit barocken Fassaden, aber auch mit modernen, darunter eine Tiefgarage.

In der Münzgasse findet man zahlreiche Lokale aller Couleur. Gourmettipp ist in der ersten Etage des Hilton Hotels das

•Rossini, An der Frauenkirche 5, Tel. 8 64 28 55, mehrmals preisgekrönter Gourmet-Italiener. Vom Nobelrestaurant genießt man einen wunderbaren Blick auf die gegenüberliegende Frauenkirche.

Pulverturm, An der Frauenkirche 12a, Tel. 26 26 00. Unter dem Coselpalais führt das Erlebnislokal mit rustikaler sächsischer Küche in die Zeit des Barock.

Johanneum
Verkehrsmuseum
Das lohanneum war ursprünglich der kurfürstliche Pferdestall. Seit 1956 ist hier das Verkehrsmuseum untergebracht. Attraktionen sind die 1861 in Chemnitz gebaute Dampflokomotive »Muldenthal«, der älteste erhaltene Straßenbahnwagen Deutschlands und die Oldtimersammlung.
Ende des 16. Jhs. im Renaissancestil errichtet, wurde das Johanneum mehrmals umgebaut. 1729 bekam es die doppelläue Freitreppe, und n 1725 bis 1855 beherbergte es die kurfürstliche Gemäldegalerie. König Johann ließ das Gebäude zum Historischen Museum umbauen; seitdem ist es das Johanneum (Di-So 10-l7 Uhr).
An der westlichen Schmalseite ist die Schöne Pforte zu bewundern, ein Renaissanceportal aus Sandstein. Es wurde 1555 für die Schlosskapelle geschaffen und soll seinen angestammten Platz zurückerhalten.

Türkenbrunnen
Der Türkenbrunnen r dem Johanneum hieß »Friedensbrunnen« und hatte die Göttin Eirene als Zier. 1683 wurde er zur Erinnerung an die Verdienste Kurfürst Johann Georgs III. bei der Befreiung Wiens n den türkischen Belagerern mit der Siegesgöttin Victoria bekrönt und umbenannt.

Fürstenzug
Am Langen Gang des Stallhofs ist außen der Fürstenzug zu bewundern, eine Herrscherparade des Hauses Wettin auf fast 1000 m* Meißener Porzellan (Abb. s.o.). 1872-l876 hatte der Maler Wilhelm Walther das Riesenbild in Sgraffitotechnik auf die Mauer gemalt. Um 1900 zeigten sich Risse; man übertrug das Bild originalgetreu auf fast 25 000 Meißener Fliesen und setzte sie fugenlos in Zementmörtel ein - so entstand das größte Porzellanbild der Welt.
Umgeben m Fußlk der Bannerträger und Leibwächter sind 35 Markgrafen, Herzöge und Könige der Wetti-ner hoch zu Ross abgebildet - n Konrad dem Großen und Georg dem Bärtigen bis zum letzten Sachsen-König Friedrich August III., der 1918 mit den Worten abdankte: »Dann macht doch euern Dreck alleene!«
Der Maler mag diese Entwicklung der Dinge geahnt haben, denn auf seinem Bild marschieren hinter den letzten reitenden Herrschern schon die selbstbewussten Bürger: Studenten und Professoren, der Bildhauer Johannes Schilling, der Maler Ludwig Richter, ein heute vergessener Geheimrat und - der Schöpfer Wilhelm Walther selbst. Das Porzellanbild blieb 1945 llständig erhalten, während ringsum alles in Schutt und Asche sank.

Zurück am Schlossplatz kann man sich auf der Eibterrasse des Italienischen Dörfchens zu Kaffee und Kuchen niederlassen.














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