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Barockidylle jenseits der Elbe




Barockidylle jenseits der Elbe

Augustusbrücke
Goldener Reiter
Hauptstraße
Albert-plaz
Königstraße
Japanisches Palais

Am goldglänzenden Reiterdenkmal Augusts des Starken beginnt die Hauptstraße, Dresdens schönster Bummelboulevard mit Läden und kleinen Cafes, alten Bürgerhäusern und Ruhebänken unter schattigen Platanen. Die schmalen Seitengassen zwischen Goldenem Reiter und Alberlplatz warten darauf, erkundet zu werden. Hier locken feine Restaurants, gemütliche Kneipen und schicke Läden in neu herausgeputzten Barockhäusern. Die frisch sanierte Vorzeigemeile Königstraße ist auf dem besten Weg, der ehrwürdigen Hauptstraße den Rang abzulaufen.
Etwa drei Stunden Zeit sollte man sich für diesen Rundgang gönnen.

Von der Augustusbrücke zum Jägerhof

Augustusbrücke

Den Auftakt dieses Weges bildet die sandsteinerne Augustusbrücke, die die Altstadt mit der Neustadt verbindet. Mit ihren damals 23 Bogen war sie im Mittelalter die längste Gewölbebrücke Europas. Für den stark gestiegenen Straßenbahn- und Pferdeeisenbahn-Verkehr baute man Anfang des 20. |hs. eine neue Bogenbrücke, ebenfalls aus Sandstein. Kurz r dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie gesprengt, aber schon 1949 rollte der Verkehr wieder.



Zur Brückensicherung wurde 1755 das Blockhaus © gebaut, auch bekannt unter dem Namen »Neustädter Wache«. Das Blockhaus dient der Sächsischen Staatsregierung als Fest-und Konferenzhalle.

Goldener Reiter
Nach dem gedämpften Licht in der Unterführung ist man förmlich geblendet: Leuchtend, überlebensgroß, im römischen Schuppenpanzer und mit wehendem Haarschopf, reitet August der Starke ein sich aufbäumendes Pferd. Der »Kunst-Kanonenschmied« Ludwig Wiedemann trieb das Denkmal nach einem Modell des Hofbildhauers lean Joseph Vinache in Kupfer, dann wurde es feuervergoldet. Seit 1736 steht es an seinem Platz, mit zwei Unterbrechungen: 1944 wurde das Denkmal in Sicherheit gebracht und wieder 2002 umfassend restauriert.

Jägerhof
Um 1600 schuf sich Kurfürst August hier ein Quartier für die |agd in der Dresdner Heide. Natürlich wurden auch weidmännische Waffen und Geräte gelagert, Tiere gehalten und üppige Gelage gefeiert. Heute ist der Jägerhof einer der wenigen erhaltenen Renaissancebauten in Dresden.
Seit 1913 residiert im Jägerhof das Museum für Sächsische Volkskunst, in dem bunt bemalte Schränke und Truhen, Kupfer- und Zinngeschirr, Trachten aus der Oberlausitz sowie erzgebirgische Schnitzereien zu sehen sind. Das Museum vermittelt einen lebendigen Eindruck n der rindustriellen Lebensweise in Sachsen. An den Gründer des Museums, Professor Oskar Seyffert, erinnert die Inschrift in einer Holzbank (Di-So 10-l8 Uhr).

Hauptstraße und Umgebung

In der Mitte der 'Hauptstraße verläuft eine Promenade mit einladenden Bänken, gesäumt n Schatten spendenden Platanen. Viele neue Geschäfte und traditionsreiche Händler machen die Straße auch für den entspannten Einkaufsbummel immer interessanter.

Kügelgen-Haus
Die gelbe Nr. 13 ist nach dem Maler Gerhard n Kügelgen benannt. Alles, was in der sächsischen Romantik Rang und Namen besaß, traf sich in seinem gastfreundlichen Haus: die Malerfreunde Caspar David Friedrich und Georg Friedrich Kersting, der malende Arzt und Naturphilosoph Carl Gustav Carus und der junge Dichter Theodor Körner, Sohn des Dresdner Juristen, Literaten und Mäzens Christian Gottfried Körner. Auch Goethe und Heinrich n Kleist schauten auf einen Plausch bei Kügelgen herein. Das Museum zur Dresdner Frühromantik im 2. Obergeschoss zeigt Exponate aus dem Biedermeier wie auch Wohnraum und Atelier Gerhard n Kügelgens (Mi-So 10 bis 18 Uhr).

Unten finden Genießer in den neu gestalteten Kunsthandwerkerpassagen ein Restaurant und einen Bierkeller. Nebenan kann man einem Töpfermeister bei der Arbeit zuschauen, eine Tür weiter Antiquitäten und Kunsthandwerk kaufen.

Societaetstheater
Biegt man r der Dreikönigskirche links ab und tritt gleich in den nächsten Hof, steht man r dem im Februar 1999 wiedereröffneten Societaetstheater, einem Kleinod der Dresdner Kulturszene, dessen Besuch man sich nicht entgehen lassen sollte.
1779 war es das erste bürgerliche Theater der Stadt und später lange geschlossen. Heute unterhält es zwei Bühnen, auf denen nicht nur moderne Stücke gespielt werden, sondern auch Konzerte und Lesungen stattfinden. (An der Dreikönigskirche 1a, Eingang im Hof, Tel. 8036810, Fax 8o3 68i2, www.societaetstheater.de; Kartenrverkauf tgl. 11 bis 15 Uhr).
In der mit Kostümen und Plakaten dekorierten Theaterkneipe L'Art de vie kann man bei einem Glas »Schloss Wackerbarth« den Tag ausklingen lassen.

Dreikönigskirche
Sie ist eine Gemeinschaftsarbeit n Matthäus D. Pöppelmann und George Bahr. Entstanden 1732-l739, war sie bis zu ihrer Zerstörung 1945 eine der größten Dresdner Kirchen. Heute macht der Gottesdienstraum nur noch einen kleinen Teil des Gebäudes aus, da sich das »Haus der Kirche« hauptsächlich als kirchliches Kommunikationszentrum versteht. Neben dem Barockaltar n Benjamin Tho-mae n 1741 ist auch der Dresdner Totentanz zu sehen. Der 12,5 m lange, vierteilige Renaissancefries war bis zum Brand n 1701 am Georgentor des Schlosses angebracht. Vom Turm hat man einen schönen Rundblick. (Infos zu Führungen: Tel. 812 4110.)

Neustädter Markthalle
Gegenüber der Dreikönigskirche, Ecke Ritterstraße, steht die große Markthalle, die 1899 auf einem ehemaligen Kasernengelände eröffnet wurde. Im eindrucksllen, frisch restaurierten Gründerzeitbau werden u.a. sächsische Spezialitäten, darunter eine gute Auswahl einheimischer Weine (im Keller) angeboten. Die Gechcihte des Automobilbaus in der DDR wird im Ober-geschoss präsentiert. Über 40 Autos und 50 Zweiräder n 1945 bis 1990 sind zu sehen sind zu sehen (Kraftfahrzeugen »Ostmobil«, Mo-Fr 10-l7 Uhr, Tel. 8 11 38 60, www.automobil-museum-dresden.de
Am nördlichen Ende der Hauptstraße wetteifern mehrere Restaurants mit kleinen Biergärten um die Gunst der Spaziergänger.

Der Löwe, Hauptstr. 48, Tel. 8 041138. Hier kommt bodenständige Kost zu soliden Preisen auf die Teller, dazu auch Spezialitäten aus dem Heimatland des bulgarischen Besitzers.

Kurfürst August
365 Kinder soll der Mann mit seinen ungezählten Mätressen gezeugt haben. So jedenfalls weiß es die Legende, die sich in Sachsen um den Kurfürsten Friedrich August I. - August den Starken -rankt. Als zweitgeborener Prinz hatte er viel Zeit zu reisen: Bei Aufenthalten in Venedig, Paris und Madrid erwarb er sich Bildung, Kunstverstand und Weitläufigkeit. Nach dem plötzlichen Tod seines älteren Bruders gelangte er 1694 mit 24 Jahren überraschend auf den Thron des Landesherrn.
August war mit seinen 1,76 m für die damalige Zeit ein Riese, dem dazu noch ungewöhnliche Körperkräfte nachgesagt wurden. Angeblich konnte er Hufeisen verbiegen und grimmige Bären bändigen. Er liebte es aufwändig und extravagant: Prunk und Pracht, lagd und Ritterspiele, Gelage und Feuerwerke waren an seinem Hof an der Tagesordnung. Seine Gemäldesammlung suchte ihresgleichen in Europa. Obwohl er seit 1693 mit Christiane Eberhardine n Brandenburg-Bayreuth verheiratet war, warf er gern begehrliche Blicke auch auf andere Schönheiten.
Da war zum Beispiel die junge, schöne Schwedin Aurora n Königsmarck, die nach Dresden gekommen war, um ihren verschwundenen Bruder zu suchen -und August den Starken fand. Mit üppigen, teuren Schmuckgeschenken gewann der Kurfürst sie als seine erste offizielle Mätresse. Dann sollte sie auch Abtissin des Stifts Quedlinburg werden, doch passte es nicht ins Bild, dass sie plötzlich schwanger wurde
Nach einer leidenschaftlichen Liaison mit der polnischen Fürstin Lubomirska erschien des Monarchen berühmteste Mätresse auf der Bildfläche: Anna Constantia n Brockdorff, besser bekannt als Gräfin Cosel. Die vier gemeinsamen Kinder konnten nicht verhindern, dass die intelligente Frau in Ungnade fiel und hinter den Mauern der ungemütlichen Festung Stolpen verschwand. Sie hatte sich nach Meinung einiger Höflinge zu massiv in die Politik eingemischt (s.S. 99).
Nachfolgerin der Gräfin Cosel wurde die reizlle Polin Maria Magdalena n Dönhoff, die August n Warschau mit nach Dresden nahm. Bei den Feierlichkeiten zur Hochzeit seines Sohnes Friedrich August II. mit der habsburgi-schen Prinzessin Maria losepha 1719 traf Vater August im Gefolge seiner Immer-noch-Gemahlin Christiane die junge Henriette n Osterhausen, mit der er noch einmal stürmische Wonnemonate verlebte. Sie ging als letzte Mätresse des katholischen Kurfürsten n Sachsen in die Geschichte ein. Acht uneheliche Kinder hat August der Starke offiziell anerkannt und standesgemäß versorgt, zahlreiche weitere Nachkommen sind nachgewiesen. Dennoch: auf die legendären 365 Kinder dürfte es der lustlle Herrscher wohl nicht gebracht haben.

Albertplatz
Der Albertplatz (benannt nach König Albert, 1873-l902) ist eine riesige begrünte Verkehrsinsel. Zur Rast laden Parkbänke um die zwei großen runden, figurengeschmückten Monumentalbrunnen n 1894 ein.
An der Nordseite des Albertplatzes (s. S. 70) erhebt sich das erste Dresdner Hochhaus. Errichtet wurde der elfgeschossige Stahlskelettbau 1929. Eine Generation älter ist das prächtige Haus mit den Dachvasen an der Ostseite des Platzes (Ecke Georgenstraße): die Eschenbachsche Villa. Sie wurde 1901 für den Fabrikanten und Kunstmäzen Carl Eschenbach gebaut und beherbergt heute eine Bank.
Sitz des Erich-Kästner-Museums ist die Villa Augustin an der Westseite des Platzes. Als Bronzefigur sitzt der junge Kästner auf der Mauer und betrachtet wie r 100 jähren das Treiben. Der Besucher kann sich an Hand lebensgroßer Bausteine die vielen Facetten der Schriftstellerpersönlichkeit erschließen (Tel. 8 04 50 86, So-Di 10 bis 18, Mi 10-20 Uhr).

Königstraße
Vom Albertplatz führt die unter Pöp-pelmanns Leitung 1724-l732 erbaute und in den vergangenen jähren sanierte Prachtmeile der Neustadt, die Königstraße, zurück zur Elbe.
Barocke Bürgerhäuser mit Hauszeichen aus dem 18. Jh., historische Straßenlaternen und die Fahrbahn mit Kopfstein gepflastert, n kleinen Bäumen gesäumt - eine wahre Augenweide! Die Königstraße gehört denn auch zur berzugten Adresse n Boutiquen und Galerien, n Architektur- und Immobilienbüros. Kunst, Mode und die Kneipenszene vereinen sich hier zum angenehmen Dreiklang. In der Nr. 15 hat das Kulturrathaus der Stadt sein Logis. Der ehemalige Ballsaal im ersten Stock bildet den Rahmen für Konzerte und Lesungen.
Mit alten Linden und Springbrunnen strahlt der Platz hinter der Dreikönigskirche viel Ruhe aus. Im Dresdner Hoftheater (Nr. 6) kann man Fr und Sa 19 Uhr im historischen Ambiente eine Audienz mit August dem Starken erleben (Tel. 8 99 56 50).

Aus dem Hof der Nr. 3 dringt abends gedämpfte spanische Musik: Hier empfangen das Restaurant La Posada und die spanische Bar Tapas-Tapas ihre Gäste. Mindestens ebenso beliebt ist das Lokal El Espanol an der Dreikönigskirche.

Weinkontor, Königstr. 4, Tel. 8048990. Über 100 Weine aus Sachsen und anderen Anbaugebieten sowie 300 Whiskysorten füllen die Regale. Viele können verkostet werden. Auf Wunsch Versand an die Heimatadresse.

Interessante Geschäfte findet man auch in der etwas versteckten Prisco-Passage (Wallgässchen), die hinter der Nr 5 liegt.

Rähnitzgasse
Durch die »Passage Königstraße« auf Höhe der Hausnummer 8 gelangt man in die Rähnitzgasse. Ihre alten Fachwerkgebäude gingen beim großen Stadtbrand n Altendresden 1685 in Flammen auf. Auf den Grundmauern wurden barocke Bürgerhäuser errichtet, die man gegenwärtig sorgfältig restauriert.

Im Erdgeschoss des formidab-len Fünf-Sterne-Hotels Bülow Residenz lässt es sich im vielgelobten Restaurant Das Caroussell exquisit speisen.

Die Galerie Sybille Nütt sowie die anderen zum »Kunstquartier zusammengeschlossenen Galerien Ecke Rähnitzgasse/Obergraben lohnen den Besuch. I Alles in Silber und was dazu passt findet man im Argentum (Rähnitzgasse 27, Tel. 8 02 3106.

Ein Klavierfachgeschäft besonderer Art betreibt Bert Kirsten am Ende der Heinrichstraße: Der Keller seines Dresdner Piano-Salons (Tel. 8044297) hat eine ausgezeichnete Akustik. Man kann sich dan bei gepflegten kleinen Konzerten überzeugen (Mai bis Sept., Mi 20 Uhr).

Palaisplatz
Zur gleichen Zeit wie die Königstraße wurde der weiträumige Palaisplatz angelegt. Die Gebäude an Ost- und Südseite wurden 1945 ausgebombt. Im klassizistischen Torhaus soll bald ein Lokal eröffnet werden.

Wenzel, Königstr. 1, Tel. 8 04 2010. Böhmische Spezialitäten und Prager Bier in alten Gewölben. Recht preiswert. Donnerstags gibt's den »Wenzel-Schmaus« (Gulasch und Knödel plus eine Halbe Bier für 6,90 €)

Japanisches Palais

In dem 1715 nach einem Pöppelmann-Entwurf errichteten Gebäude sind heute das Völkerkundemuseum und das Landesmuseum für Vorgeschichte untergebracht. August der Starke kaufte das Palais und quartierte hier seine erlesene Porzellansammlung ein. Die wertllen japanischen und chinesischen Stücke sollten eine stillle Umgebung finden. Bei den Erweiterungsbauten 1727 bis 1733 brachte man orientalische Gestaltungselemente an - damals der letzte Schrei.
Aus dem zunächst relativ bescheidenen Schloss wurde eine mächtige spätbarock-klassizistische Vierflügelanlage mit chinesischen uren aus Sandstein und odenähnlich geschweiften Kupferdächern, die ihm den Namen japanisches Palais einbrachten.
Das 1733 n Benjamin Thomae gestaltete Giebelrelief verweist noch auf die ursprüngliche Bestimmung des Palais: Es zeigt, wie der personifizierten Saxonia Porzellangefäße überreicht werden. Ende des 18. Jhs. verebbte die »Asien-Welle« wieder, die griechische Antike war en gue. Dies belegen die Wandmalereien Gottfried Sempers n 1836 in den Sälen des Erdgeschosses. Seitdem ziert der Slogan »Museum usui publico patens« (Museum, das der öffentlichen Nutzung dient) das Portal.
Die Sammlung des Völkerkundemuseums, das in den 1950er lahren mit dem Landesmuseum für Vorgeschichte einzog, geht zurück auf die 1560 n Kurfürst August angelegte »Kunstkammer«, in der seltene Naturerscheinungen und exotisch anmutende Stücke aus aller Welt zusammengetragen sind.
Im 19.1h. erweiterte man den Fundus um eine ethnographische Sammlung. Schwerpunkte der Ausstellung bilden Ozeanien, Indonesien, Westafrika sowie Südamerika. Landesmuseum für Vorgeschichte (Tel. 8 29 69 27): tgl. 10-l8 Uhr; Völkerkundemuseum (Tel. 8 14 48 60: Di, Do-So 10-l7 Uhr, Mi 15-20 Uhr).

Palaisgatten und Umgebung
Den Eingang zum Palaisgarten bewacht seit 1929 das Denkmal König Friedrich Augusts I. Ernst Rietschel und Christian Daniel Rauch verewigten den ersten sächsischen König in Denkerpose. Ursprünglich stand das 1843 geschaffene Denkmal im Zwinger. Die beiden ausladenden Platanen im Mittelteil des Gartens sind so alt wie der Garten selbst: Sie stammen noch aus dem 18. Jh.
An der Elbe verläuft ein beliebter Promenadenweg, auf dem sich Iniineskater und Spaziergänger lümmeln. Am anderen Ufer sieht man rechts die glänzende Glaskuppel der ehemaligen Zigarettenfabrik Yenidze mit dem als Minarett getarnten Schornstein, dar das neue Kongresszentrum. Links daneben ragt der Erlwein-Speicher auf, bald ein neues Kongresshotel.














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