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Einfuhrung in die Wahlforschung am Beispiel



MEINUNGS- UND WAHLFORSCHUNGSINSTITUTE

IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND



S E M I N A R A R B E I T







"Einführung in die Wahlforschung am Beispiel

der Bundestagswahl"


im Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften

(Politik und Soziologie)



an der

Freien Universität Berlin

im Wintersemester



im 1. Fachsemester Sozialkunde



I.         Einleitung


In dieser Seminararbeit habe ich den Versuch unternommen, nach einer allgemeinen, problemorientierten Einführung, den Aufbau sowie die Arbeits- und Vorgehensweisen verschiedener, namenhafter Meinungs- und Wahlforschungsinstitute vergleichend zu dokumentieren.

Meine anschließende Beurteilung orientierte sich an diesen Ergebnissen.

Als wesentliche Informationsquelle habe ich das umfassende Angebot des world-wide-webs (Internet) genutzt.

Eine grundsätzliche Schwierigkeit in dieser Seminararbeit lag in der Infor-mationspolitik der genannten Institute, die nur sehr ungern Auskünfte über Ihr(e) Einrichtung/Unternehmen und insbesondere Arbeitsweisen erteilten.

Leider ist eine Vorstellung des "Instituts für Demoskopie" (Allensbach) nicht möglich, da sich dieses weder im Internet (wie auch FORSA) präsentiert noch jegliche verwertbare Informationen nach meiner brieflichen Bitte herausgab.

Ich hoffe dennoch, einen umfassenden Eindruck vermitteln zu können.



I.1       Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Meinungsforschung" ?


Meinungsforschung (Demoskopie) ist ein Teilbereich der em­pirischen Sozialforschung. Sie ist die Me­thode, durch Befragung genau umrissener Bevölkerungsgruppen deren Einstellung zu aktuellen, meist politischen,

wirt­schaftlichen und sozialen Problemen festzustellen, um so Aufschlüsse

über die Meinungen und Lebensverhält­nisse der Bevölkerung zu gewinnen[1].


Die Meinungsforschung beruht auf der Er­fahrung, dass ein Querschnitt durch die Meinungen und Verhaltensweisen einer relativ kleinen Zahl von Menschen in vielen Fällen ein ziemlich genauer Spie­gel der Gesamtmeinung oder des Gesamtverhaltens ist[2], sofern die soziologische Zu­sammensetzung der befragten Gruppe nach Alter, Geschlecht, Beruf, Einkommen, Wohnweise u. a. die gleiche ist, wie bei der Gesamtgruppe (sog. "repräsentative Stichprobe").


Bei einer Repräsentativbefragung wird in der Regel durch (meist neben-beruflich tätige) Interviewer eine je nach der Größe der zu erforschenden Gesamtheit und dem gewünschten Genauigkeitsgrad unterschiedlich große Zahl von Personen (etwa 1 000 bis 3000) befragt.

Die Antworten erlauben nach ihrer exakten Auswertung Voraussagen von hoher Wahrscheinlichkeit (durch­schnittlich ist mit Fehlschätzungen von 2%

bis 4% zu rechnen).

Erste Versuche von Meinungsforschung wurden im 18. Jahrhundert unternommen, so z.B. die Untersuchungen (Enquéten) mittels Fragebogen über das Haushaltsbudget der arbeitenden Klassen[3] in England und zur

Lage der Armen[4].

In den Jahren 1881-1912 hat in Deutschland der "Verein für Sozialpolitik"

unter maßgeblicher Beteiligung von Max Weber mehrere Erhebungen durchgeführt. Den Anstoß zur neueren Entwicklung der Methode gab in den USA der Psychologe G. H. Gallup mit der Gründung des "American Institute of Public Opinion" und durch den bei der amerikanischen Präsidentenwahl von 1936 er­brachten Nachweis der Überlegenheit relativ kleiner, aber reprä-sentativer Stichproben über die früher hauptsächlich von Zeitschriften durch-geführten Massenbefragungen.

Die Meinungsforschung hat für Wirtschaft, Politik und empirische Sozial-forschung wesentliche Bedeutung; sie umfasst Befra­gungen zur Marktlage (Marktforschung), zur Feststel­lung von Bedarfs- und Geschmacksrichtungen der Verbraucher (Verbraucherforschung) und der Aus­wirkungen von Werbemaßnahmen (Werbeforschung) sowie die Erforschung politischer Einstellungen (Wählerforschung). Da die von der Meinungsforschung ver-mittelte Informa­tion auch meinungsbildend wirken kann, besteht besonders

im letzteren Fall die Möglichkeit der Meinungsbeein­flussung (z.B. vor Wahlen)[5].

Die Auswirkungen veröffentlichter, repräsentativer Meinung sind nach wie vor umstritten; sie hängen z.B. davon ab, mit welcher Zielsetzung Ergebnisse der Meinungsforschung gewonnen und veröffentlicht werden[6].


In der Bundesrepublik Deutschland entstanden nach 1945 eine große Zahl von Instituten für Markt­- und Meinungsforschung. Dem Arbeitskreis Deutscher Marktforschungsinstitute e. V., Nürnberg, gehören 27 Mitgliedsinstitute an.



I.2       Das berechnete Orakel


Um sich vor bösen Überraschungen zu schützen oder den richtigen Zeitpunkt

für ihre Unternehmungen zu finden, ließen Feldherren, Könige und Prä-sidenten immer wieder die Sterne oder andere Medien nach der Zukunft

befragen. Heute setzt man auf Wahlforschung und wissenschaftliche Metho-den. In präzisen Zahlen und Statistiken hofft man, Arger und Hoffnungen der Bürgerinnen und Bürger zu quantifizieren und zu qualifizieren.  

Die Parteien nutzen Umfragen auch, um die eigenen Wähler zu mobilisieren und die der Konkurrenz zu demotivieren. Im letzten Jahr mochten die

Regierungsparteien jeden kleinen Aufstieg aus ihrer schlechten demosko-pischen Ausgangslage z.B. als Trendwende gedeutet sehen[7].


Die kommerziellen Institute arbeiten meist in der Konsumentenforschung und testen daneben im Auftrag von Parteien oder Medien auch die Auffassung der

BürgerInnen zu politischen Fragen. Die großen Institute, die in den Medien für bunte Schaubilder sorgen sind (in Klammern: bekannte große Kunden):

Institut für Demoskopie Allensbach (FAZ), Emnid (NTV, Spiegel) Forschungs-gruppe Wahlen (ZDF), Forsa (RTL, Die Woche), Infas (WDR) und Dimap / Infratest (mdr, BILD ).  


Die wissenschaftlichen Institute liefern in der Regel Hintergründe über gesellschaftliche Trends. Sie präsentieren ihre Ergebnisse bislang nur selten im Internet.

In bunten Torten- oder Säulendiagrammen wird die Stimmung der Bürgerinnen und Bürger auf die Stelle hinter dem Komma verzeichnet. So als könnte man sie tatsächlich genau messen.  

Die Umfragen haben mit zwei großen methodischen Problemen zu kämpfen, die ihre Aussagen einschränken[8]:


1. Die Befragten sollen für die Wählerschaft repräsentativ sein. Um das zu schaffen, um also mit Alten und Jungen, mit Frauen und Männern, mit verschiedenen Berufsgruppen, Regionen usw. angemessen vertreten zu

sein, müßte man eine Größenordnung erreichen, die ein Vielfaches über den üblichen 1200 bis 2000 Befragten liegt. Eine solche Untersuchung will aber nur selten jemand bezahlen. Also behilft man sich mit einer Zufallsauswahl, die repräsentativ sein soll, weil alle Wahlberechtigten theoretisch die gleiche Chance haben, befragt zu werden.

Doch diese Chance reduziert sich an ganz praktischen Hindernissen: Man trifft ausgesuchte Personen nicht an oder sie weigern sich zu antworten etc.  




2. Diese zufällig Ausgewählten setzen sich oft in ihren politischen Vorlieben anders zusammen als die Wählerschaft insgesamt. Dabei gibt es in Einzelfällen erhebliche Abweichungen. Da man aber nicht weiß, wie groß im konkreten Fall diese Abweichung ist, behilft man sich mit Durchschnittswerten.

Im Ergebnis heißt das: Bei den üblichen 1.200 Befragten liegt für die großen Parteien das Ergebnis mit einer Wahrscheinlichkeit von 92% in einem Bereich, der etwa 3,5% um den angegebenen Wert schwankt. Wenn also eine Umfrage 35,7 % für die SPD angibt, wäre es korrekt zu sagen: Die SPD liegt zwischen 32,2 und 39,2%. Und auch das ist nur zu 92% sicher.  


Mit solchen Zahlen läßt es sich prächtig spekulieren, aber nicht wirklich etwas anfangen. Für die Wahlkämpfer sind daher von mehreren Instituten bestätigte langfristige Trends der Wählerwünsche, der Images von Parteien und Spitzen-kandidaten, ja sogar die öffentliche Wirkung der veröffentlichen Zahlen wichtiger als das präzise einzelne Ergebnis.  

Daneben nutzen die Wahlkämpfer Forschungsinstitute, um Medien und Gegner zu beobachten, um Plakate und Slogans oder Anzeigen zu testen.


Die Medien klagen zwar über machtversessene Politiker, rücken aber selbst die Machtfrage in den Vordergrund: Wer ist der Kandidat, wer steigt auf, wer streitet sich mit wem? Diese Fragen prägen die Berichterstattung und die

Interviews viel mehr als das Scheitern beim 'Kampf' gegen die Arbeitslosigkeit. Inhalte werden meist dann erst zum Thema, wenn sie in Machtkämpfen eine Rolle spielen.

Die Wähler hören, sehen, lesen über Politik oder reden darüber beim Bäcker oder am Arbeitsplatz. So entwickelt sich der gute oder schlechte Eindruck, den Politik beim Bürger hinterläßt. Weil sich dieses Image über Jahre verfestigt, kann man es in einer kurzen Wahlkampagne nur sehr begrenzt verändern[9].


Man unterscheidet Medienpräsenz, die nichts kostet - Berichte in Radio, Fernsehen oder Zeitungen - und solche, die die Parteien selbst bestellen und bezahlen: Werbespots, Plakate, Broschüren oder Anzeigen. Beide Elemente kennt man aus bisherigen Wahlkämpfen. Nach amerikanischem Vorbild nutzen die Parteien inzwischen auch die direkte Wähleransprache per Telefon oder Post und per Internet. Und natürlich wird aktive Presse- und Öffentlichkeits-arbeit betrieben[10].



II.        Vorstellung einiger Meinungs- und Wahlforschungsinstitute in der

Bundesrepublik Deutschland

II.1      Forschungsgruppe Wahlen e.V.


Seit 1974 gibt es in Mannheim die Forschungsgruppe Wahlen (FGW) e.V.

Die FGW ist ein eingetrage­ner, gemeinnütziger Verein. Die Hauptaufgabe der Forschungsgruppe ist die wissenschaftliche Beratung und Betreuung von Sendungen des Zweiten Deutschen Fernsehens. Die Themenschwerpunkte dabei sind politische Wahlen, Wählerverhalten sowie Meinungen zu aktuellen poli­tischen und gesellschaftlichen Fragen, aber auch die Beratung und Evaluierung bei der Verwen­dung von sozialwissenschaftlichen Daten in Sendungen. Bekannt ist die Forschungsgruppe Wahlen durch die Hochrechnungen und Analysen zu Landtagswahlen, Bundestagswahlen und Europawahlen. Sie ist das wissenschaftliche Rückgrat der ZDF-Wahl-sendungen. Die Erforschung von Wählerverhalten ist eines der Haupt-aufgabengebiete der FGW hinzu kommt die kontinuier­liche Beobachtung gesellschaftlicher Trends und Stimmungen. Sowohl in den Wahlsendungen als auch in den monatlichen Politbarometer-Sendungen werden die Erkenntnisse der Wahlforschung und Gesellschaftsbeobachtung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Weniger spektakulär geschieht dies auch in einer Reihe anderer Sendungen des ZDF. Zusätzlich veröffentlicht die FGW ihre Forschungserkenntnisse im Zusammenhang mit Wahlen in der (selbst-verlegten) Schriftenreihe "Berichte der Forschungsgruppe Wahlen e.V.".

Die Arbeit des Instituts wird ausschließlich aus Mitteln des ZDF finanziert,

die Ausgaben wiederum von einer Treuhand­gesellschaft kontrolliert.


Am bekanntesten ist die Forschungsgruppe durch schnelle und meist zuverlässige Hochrechnungen in den Wahlsendungen des ZDF geworden. Diese Arbeit dient dem Ziel, am frühen Wahlabend ein möglichst breites Fernsehpublikum über Wahlausgang, Hintergründe des Wahlergebnisses und Reaktionen der Politiker zu informieren, um somit komplexe politische Zusammenhänge trans­parenter zu machen. Die Analyse des Wahlergebnisses erfolgt auf der Basis von sozialstatisti­schen Aggregatdaten und Umfrageergebnissen. Bevölkerungsrepräsentative Umfragen werden sowohl kurz vor der Wahl erhoben als auch am Wahltag selbst in Form einer Befragung von Wählern nach dem Verlassen des Wahllokals (sogenannte exit polls). Diese Umfrageergebnisse sind Grundlage für die Beantwortung der Fragen: Wer hat was gewählt und warum? Allgemeinverständliche Aussagen zum Wahlverhalten der Bevölkerung, unterstützt mit möglichst selbst-erklärenden Grafiken, sind das Ziel der Forschungsgruppe in den wahlabendlichen Sendungen des ZDF. Für Journalisten, Politiker und interessierte Wissenschaftler veröffentlicht die For­schungsgruppe in der Woche nach der Wahl eine ausführliche Analyse.


Die regelmäßige Erhebung von Daten zur monatlichen Sendung Politbarometer mit standar­disierten Instrumenten macht es möglich, dass mit Hilfe dieser Zeitreihen mittel- bis lang­fristige Trends beobachtet und analysiert werden können. Dies gilt für Einstellungen zu den Parteien, zur politischen Agenda und für "Spitzenpolitiker". Darüber hinaus werden gleichzeitig Meinungen zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen erfragt und in ver­ständlicher Form in der inzwischen gut bekannten Sendereihe Politbarometer als Information ans Publikum zurückgegeben.


Die Forschungsgruppe betreibt im Auftrag des ZDF auch wissenschaftliche Begleitforschung im Medienbereich. Hierbei werden zum Beispiel Teilnahmebereitschaft, Akzeptanz und Beur­teilung von Sendungen oder Sendevorhaben erhoben sowie das Nutzungsverhalten neuer Medien oder auch die Auswirkungen der Mediennutzung auf Alltagsgewohnheiten und Familienleben.


Die meisten Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen werden von einem Telefonstudio in Mannheim durchgeführt. Dort stehen rund 300 Interviewer und 118 CATI-Arbeitsplätze zur Verfügung. Diese Einrichtung der FGW Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH macht es möglich, dass die veröffentlichten Umfragen von hoher Aktualität sind. In der Regel kann eine Umfrage in vier Tagen erhoben werden, und die Ergebnisse können spätestens am fünften Tag "fernsehgerecht" oder auch schriftlich präsentiert werden.


Die Forschungsgruppe Wahlen versteht sich als Serviceeinrichtung für die Übermittlung poli­tischer Meinungen und Einstellungen aus der Bevölkerung über das Zweite Deutsche Fern­sehen zurück an die interessierte Öffentlichkeit.

Die praktische Anwendung der Arbeit der Forschungsgruppe wird in den ZDF-Sendungen offenbar, die wissenschaftliche Arbeit in zahlreichen Ver-öffentlichungen, Betei­ligungen an Konferenzen, Lehrtätigkeit an der Universität Heidelberg und international als Mit­glied des "German Electoral Data Project" in Ann Arbor, Michigan.



II.2      infas (Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH)


Das Instituts für angewandte Sozialwissenschaften (infas) GmbH wird 1959 durch Klaus Liepelt gegründet. Aufgabengebiet ist die Politikforschung und die Sozialforschung.

Mit der ersten Computergestützten Hochrechnung (1965), die erstmalig exakt das amtliche Endergebnis der Bundestagswahl vorwegnahm, wird der Bereich

Politikforschung des Instituts bekannt. Die öffentliche Wahrnehmung des Instituts wird fortan von der Wahlberichterstattung geprägt. Bis 1996 war infas das alleinige Wahlforschungsinstitut, das die ARD betreute. Seit September 1998 gehört infas zu 85% zur Hunziger Informations AG, einem Großkonzern im Bereich der Meinungsforschung und Public Relation.

Infas arbeitet nach der Devise, dass "nur das gemeinsame Verständnis von Problem, Aufgabenstellung und Zielsetzung eine erfolgreiche Lösung ver-spricht". Auf dieser Basis entwickelt infas den für das jeweilige Unternehmen                     richtigen methodischen Ansatz. infas stellt ein breites Spektrum wissen-schaftlich fundierter Stichproben-, Befragungs- und Erhebungstechniken für den internationalen, nationalen und regionalen Einsatz zur Verfügung, wie zum Beispiel: Computergestützte Umfragen am Telefon oder "face-to-face", Gruppendiskussionen oder Expertenrunden.


Die Auswertung der Informationen erfolgt mit dem Einsatz von Datenbanken

und multivariaten statistischen Analyseverfahren.

Infas achtet darauf, die Ergebnisse möglichst auf den Punkt und öffentlich-keitswirksam darzustellen: Als komprimiertes Ergebnistelegramm und als                     ausführlichen Bericht mit anschaulichen Grafiken und übersichtlichen Tabel-len, ob für Präsentationen, Pressekonferenzen oder Mitarbeiter-Workshops. (Oder auch extern für Kunden, Geschäftspartner oder andere Zielgruppen.)


Auf die Einhaltung von Qualitätsstandards achtet infas ganz besonders exakt.

Es wird die Genauigkeit der Informationen durch ausgefeilte Stichproben-konzepte, transparente Datenerhebung, detaillierte Ausschöpfungsstatistiken und den Einsatz von Kontaktprotokollen garantiert. Abgerundet wird dies durch umfangreiche Pretests, ergänzende multivariante Analysen und die Einhaltung von Terminen u. ä..


Festpreise werden ebenso garantiert. Infas ist ein gewinnorientiertes Unternehmen, so kostet z.B. eine Telefonumfrage bei 500 Befragten (Dauer des Telefongespräches: 10 Minuten) die beachtliche Summe von 14.800 DM zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer.






II.3      EMNID


EMNID wurde im September 1945 von Karl Georg Fr. von Stackelberg als 'Institut für Marktforschung und Marktermittlung' in Bielefeld gegründet.




In den späten 40er und den frühen 50er Jahren entwickelt sich Emnid rasch zu einem Full-Service-Institut für Markt- und Meinungsforschung.

Vielfältige Veröffentlichungen zu aktuellen politischen Fragen prägen das Image des Institutes bis in unsere Tage und verhelfen EMNID zu einem hohen Bekanntheitsgrad nicht nur in Fachkreisen, sondern auch in einer breiten Öffentlichkeit.

Ende der 50er Jahre expandiert EMNID national mit eigenen Büros in Berlin, Frankfurt, Hamburg und München sowie international durch seine Mitgliedschaft in der weltweit operierenden Gallup-Gruppe (1954) und eigene

Institutsgründungen in verschiedenen asiatischen und südamerikanischen Ländern. EMNID war in diesen und den folgenden Jahren maßgeblich an der Entwicklung der Markt- und Meinungsforschung in Deutschland beteiligt;

auch bemühte sich EMNID früh um die Anerkennnung der Demoskopie im Rahmen der Beweisermittlung bei wettbewerbsrechtlichen Prozessen.

Seit 1997 gehört EMNID mehrheitlich zur Taylor Nelson Sofres-Gruppe, London, einem ähnlichen Konzern wie der Hunziger Informations AG (s.o.).


Heute arbeitet EMNID mit CATI- (285 Plätze) und CAPI-Technologie unter Zuhilfenahme einer speziell entwickelten Software (ODIN von NIPO, Amsterdam).

Auch EMNID gehört heute zu den 'top ten' der deutschen Institute und

profiliert sich durch Kunden- bzw. problemorientierte Forschung auf hohem

Qualitätsniveau, das nach ISO 9001 zertifiziert wurde, bei einem in der Branche üblichen Preis- / Leistungsverhältnis.


Die Datenbeschaffung erfolgt im wesentlichen durch face-to-face-Erhebungen, durch telefonische Befragungen sowie durch schriftlich-postalische Erhe-bungen und durch Online-Befragungen. Auch hat das sog. 'computer-assisted-interviewing' bei EMNID bereits Einzug gehalten. Insgesamt stehen den EMNID-Feld-Interviewern zur Zeit ca. 500 Laptops zur Verfügung.

Die im Feld erhobenen Daten werden in der hauseigenen Datenverarbeitungs-Abteilung erfasst, kontrolliert, aufbereitet und ausgewertet. Diese Abteilung des EMNID-Institutes liefert die Daten auf verschiedenen Trägern und in verschiedenen Formaten auf Papier, per Modem, per Diskette oder inzwischen auch per E-Mail. In dieser Serviceabteilung arbeiten 40 Mitarbeiter, unter ihnen Mathematiker, Informatiker, Soziologen und Statistiker.


Die rund 1.400 Feld -Interviewer des EMNID-Institutes werden von vier Regionalleitungen zentral aus Bielefeld betreut. Mit dem Prinzip der persönlichen Betreuung durch die Regionalleitungen will EMNID eine hohe Bindung der Interviewer an das Institut erreichen.

Die Interviewer müssen eine Reihe von Kriterien erfüllen, um für EMNID arbeiten zu können. Dazu gehört u.a., dass Interviewer bei EMNID nicht jünger als 25 Jahre sein dürfen, dass ihr Auftreten kontaktfreudig, gewandt, zuverlässig und flexibel sein muss und dass sie bestimmten Berufsgruppen nicht angehören dürfen. Der EMNID-Interviewerstab stellt somit, mit Ausnahme der unter

25jährigen, einen annähernd repräsentativen Querschnitt der bundesdeutschen Bevölkerung dar.



II.4      Infratest dimap


Die Infratest Burke Gruppe, München und das dimap-Institut, Bonn, haben im Herbst 1996 den Auftrag für die ARD-Wahlberichterstattung erhalten und lösten damit infas in dieser Position (s.o.) ab. Der Auftrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren und umfasst die Wahlberichterstattung zu mindestens 19 Wahlen.

Infratest dimap ermittelt im Auftrag der ARD und von 8 Tageszeitungen

das aktuelle politische Meinungsbild in der Bundesbevölkerung.


Zur Durchführung dieses Auftrages haben Infratest Burke und dimap eine

gemeinsame Gesellschaft gegründet: Infratest dimap, Gesellschaft für

Trend- und Wahlforschung mbH mit Sitz in Berlin und Bonn (Stammkapital: 100.000 DM). Die Tätigkeitsfelder der neuen Gesellschaft umfassen die Wahl- und Politikforschung sowie die Stadt- und Regionalforschung. Infratest dimap

gehört damit ebenfalls zu den "top ten" Anbietern im Bereich der Wahl-

und Politikforschung in Deutschland. Am Berliner Hauptsitz von Infratest

dimap sind derzeit fünfzehn Mitarbeiter beschäftigt, davon zehn Wissen-schaftler.

Die gesamte Datenbeschaffung übernimmt Infratest Burke in München.

Für Telefonbefragungen steht Infratest dimap in Berlin ein Telefonstudio mit insgesamt 64 computergestützten Telefonplätzen zur Verfügung. Die Datenerhebungen erfolgen auf CAPI-Ebene.


Neben dem Bonner Büro betreiben Infratest dimap und das dimap-Institut, Bonn, ein von Knut Holzscheck geleitetes Forschungs- und Entwickungs-zentrum in Hamburg. Dort werden die Hard- und Software für das neu

konzipierte Wahlsystem erarbeitet und weiterentwickelt sowie die

bereits entwickelten Prognose- und Hochrechnungsmodelle getestet und umgesetzt.

Das Leistungsspektrum von Infratest dimap im Bereich der Politik- und

Wahlforschung reicht von der Wahlberichterstattung, über regelmäßige

Umfragen zur politischen Stimmung und Ad-hoc-Studien bis hin zur

wöchentlich durchgeführten politischen Umfrage, dem PolitikBUS.

Innerhalb der Wahlberichterstattung führt Infratest dimap vor jeder Landtags- oder Bundestagswahl für die Rundfunkanstalten der ARD Vorwahlerhebungen

und die Wahltagsbefragung durch und erstellen Prognosen und

Hochrechnungen am Wahlabend. Das aktuelle politische Meinungsbild

in der Bundesrepublik wird mit dem DeutschlandTREND[11] erhoben, dessen

Ergebnisse jeden ersten Freitag im Monat im 'Bericht aus Bonn'[12]

gesendet werden.


Für Handel und Dienstleistungen werden regionale Nachfrageuntersuchungen und Akzeptanztests durchgefüht. Aktuelle Marktanalysen und die Darstellung von Entwicklungstrends sollen Investitionsentscheidungen erleichtern und Hilfestellung bei Marketing-Aktivitäten geben.



II.5      Psephos


PSEPHOS (Institut für Sozial-, Politik- und Wirtschaftsforschung GmbH) wurde Ende April 1996 mit Sitz in Potsdam gegründet. Unternehmenszweck ist die empirische sozial- und politikwissenschaftliche Forschung und Beratung.

Den Kreis der Gesellschafter der PSEPHOS GmbH bilden Ursula Feist, Margret Kolbe, Dr. Wolfgang Abraham, Andreas Bauer, Hans-Jürgen Hoffmann und Dr. Fritz Krauß, allesamt vormals Mitarbeiter oder leitende Angestellte des ehemaligen infas-Institutes. Als langjährig eingespieltes Team aus den Bereichen Wahl- und Politikforschung setzen sie nun mit der Neugründung die gemeinsame Arbeit in einem eigenen Unternehmen fort.

Für die Durchführung der Projekte stehen derzeit acht festangestellte

Mitarbeiter zur Verfügung, die als Sozialwissenschaftler, Statistiker, Informatiker sowie im Projektmanagement ihre Berufserfahrung in das Institut einbringen. PSEPHOS legt den Schwerpunkt seiner Aktivitäten auf empirische sozial- und politikwissenschaftliche Untersuchungen für Medien, öffentliche Institutionen und die private Wirtschaft. Mit der Entscheidung für den Standort Potsdam im unmittelbaren Umkreis der Bundeshauptstadt Berlin und in direkter Nachbarschaft zur Medienstadt Babelsberg will PSEPHOS zugleich die Voraussetzungen für den Einstieg in Projekte schaffen, die auf innovativen Multimediatechnologien bei Informationsverarbeitung und -vermittlung basieren.

Die PSEPHOS GmbH verfügt als Ressourcen zur Datenerhebung unter anderem über ein eigenes Telefonstudio mit 20 Interviewerplätzen, einem geschulten Interviewer- und Supervisorenstab sowie moderner Erhebungs- und Auswertungssoftware. Über PC-Netzwerktechnik und ISDN ist die Zentrale in Potsdam mit den weiteren Standorten Hamburg und Bonn verbunden.

PSEPHOS zählt zu seinen Auftraggebern u.a. Landesregierungen, Landes-rundfunkanstalten der ARD, regionale Tageszeitungen, Finanzdienstleister, Softwareunternehmen sowie Verbände.


Zusammen mit der IFES AG, Potsdam, und der IFES GmbH, Wien, ist die PSEPHOS GmbH auf dem Feld der Wahlberichterstattung aktiv, zuletzt im November 1996 bei den zwei Wahlgängen der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Rumänien.



III.          Auswertung


Ich habe beispielhaft gezeigt, wie die verschiedenen Wahl- und Meinungs-forschungsinstitute vorgehen und arbeiten. Die unterschiedlichen Organisa-tionsformen gezeigt und die dahinterstehenden (Groß)unternehmen, Verbände oder Parteien benannt.

Dies geschah rückblickend auf die kritische und problemorientierte Einführung.


Ich selbst glaube an die Bedeutung von Wahlforschungsinstituten für unsere Gesellschaft, doch möchte ich aufgrund der Manipulationsmöglichkeiten vor zu unkritischer bzw. nicht reflektierender Bewertung des Zahlen- und Bildmaterials warnen, denn ausschließen lässt es sich leider nicht, dass auch damit nur "Propaganda" für einen bestimmten Zweck betrieben wird.



Die Zukunft wird zeigen, ob die Institute ihrem eigenen Seriösitätsgebot in ausreichendem Maße gerecht werden. Es bleibt zu hoffen, dass der mündige, politische Bürger dies dann auch überprüfen wird. Da er dies alleine kaum schaffen kann, ist er auf die Hilfe der (kritischen) Medien angewiesen, was wiederum auch deren Bedeutung in unserem Staate untermauert.






QUOD ERAT DEMONSTRANDUM



L i t e r a t u r v e r z e i c h n i s


der verwandten HAUPTWERKE





BAERNS, Barbara

Macht der Öffentlichkeitsarbeit und Macht der Medien.

In: U. Sarcinelli (Hrsg.) 1987



BRETTSCHNEIDER, Franz

Wahlumfragen München 1991



ENGEL, Andreas

Demoskopie als Instrument der Politikvermittlung

In: U. Sarcinelli (Hrsg.) 1987



GRAFE, Peter

Wahlkampf - Die Olympiade der Demokratie

Frankfurt am Main 1994



ROTH, Dieter

Empirische Wahlforschung

Opladen 1998



SARCINELLI, Ulrich (Hrsg.)

Politikvermittlung - Beiträge zur politischen Kommunikations-kultur Bonn 1987



WEBER, Max

Politik als Beruf.

Stuttgart 1992




Siehe hierzu bei Engel, Andreas: Demoskopie als Instrument der Politikvermittlung, in

U. Sarcinelli (Hrsg.) 1987.

Vgl. die sog. "öffentliche Meinung".

Vgl. D. Davies, 1787.

Vgl. Sir F. M. Eden, 1797.

Vgl. die sog. "Self-fulfilling prophecy".

"Aufklärung" oder "Gegenaufklärung"; oder Manipulation, um "Mitläu­fereffekte", "Marktmacht" und anderes zu erwerben.

Siehe hierzu bei Grafe, Peter: Wahlkampf - Die Olympiade der Demokratie, Frankfurt am Main 1994,

Seite 11 ff.

Vgl. Brettschneider, Franz: Wahlumfragen, München 1991, Seite 67 ff.

Siehe hierzu bei Baerns, Barbara: Macht der Öffentlichkeitsarbeit und Macht der Medien,

in: U. Sarcinelli (Hrsg.) 1987

ebd.

Der DeutschlandTREND wird monatlich erhoben. Ihm liegt jeweils eine repräsentative Telefon-befragung (CATI) von rund 1.300 Wahlberechtigten in Deutschland (900 West, 400 Ost) zugrunde.

Der Fragebogen umfaßt pro Welle ca. 12 Trendfragen, einige Fragen zu aktuellen Themen sowie Angaben zur Person des Befragten

Inzwischen lautet der Name der Sendung "Bericht aus Berlin"; sie schließt sich an die Haupt-nachrichten der ARD an.

Der Name "PSEPHOS" deutet im übrigen auf einen der Tätigkeits- und Kompentenzschwerpunkte des Institutes hin: Psephos ist das griechische Wort für "Stimmstein"; hiermit wurden in den frühen Demokratien des antiken Griechenland Abstimmungen von Volksversammlung und Rat durchgeführt. "Psephologie" ist in Österreich und im angelsächsischen Raum ein gebräuchlicher Terminus für Wahl- und Politikforschung.












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