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Der Druck - Tiefdruckverfahren



Tiefdruckverfahren


Theorie


1.1 Der Druck:

Der Druck von manuell hergestellten Kupferdruckplatten erfolgt in einer Sternpresse. In welcher Technik die einzelnen Platten auch hergestellt sind, der Druckvorgang ist für alle gleich.

Wenn man vom Übergang von Holz auf Metall absieht, haben sich die Kupferdruckpressen kaum verändert.







Die Vertiefungen werden mit zäher Farbe eingefärbt, und die Oberfläche der angewärmten Platte wird mit Straminen und den Handballen blank gewischt. Zum Druck wird angefeuchtetes Papier verwendet, da es sich besser anschmiegt und so die Farbe aus den Vertiefungen herausgeholt. Die eingefärbte Kupferdruckplatte wird auf das Fundament der Presse gelegt, darüber das angefeuchtete Papier, über dieses eine weiche Zwischenlage (Filz). Daraufhin wird das Druckfundament mit der Platte, dem Papier und dem Filz unter hohem Druck zwischen zwei Stahlzylinder durchgedreht. Dabei ensteht auch der charakteristische Prägerand von Kupferdrucken, da das Druckpapier größer ist als die Druckplatte. Um höhere Auflagen drucken zu können, werden die Platten meist verstählt, da ansonsten die Auflagenhöhe begrenzt ist.







Verschiedene Druckplattenherstellungsmethoden:


1.2 Der Kupferstich


Der Erfinder des Kupferstiches läßt sich mit heute mit Sicherheit nicht mehr feststellen.

Maso di Finiguerra, ein florentiner Goldschmied, galt lange Zeit als Erfinder. Der erste Kupferstecher Deutschlands dürfte der sog. "Meister der Passion" sein, von dem das älteste Blatt "Die Geißelung Christi" aus dem Jahre 1446 stammt.

Weitere bekannte Meister dieser Technik waren Albrecht Dürer, Albrecht Altdorfer und Heinrich Aldegrever.


Herstellung:

Mit Sticheln von verschiedener Form werden aus einer polierten Kupferplatte Späne, parallel oder in Kreuzlagen herausgehoben. Je nach Art des verwendeten Stichels und je tiefer dieser in das Metall eindringt, um so breiter und tiefer beziehungsweise flacher und dünner werden dann die Vertiefungen. Beim Druck entstehen dadurch Linien von zu- und abnehmender Stärke, die neben der Schärfe und Klarheit der Konturen charakteristisch für dieses Druckverfahren sind.




1.3 Die Radierung


Als erster Radierer gilt Daniel Hopfer, ein Harnischätzer Kaiser Maximilians. Die frühesten Radierungen waren Eisenradierungen und stammen und stammen aus der Zeit um 1515. Albrecht Dürer und Albrecht Altdorfer bedienten sich ebenfalls dieser Technik.


Herstellung:

Auf einer polierten, sauberen Kupferplatte wird mit einer Walze ein säurefester Atzgrund (Wachsschicht) gleichmäßig verteilt. Die Platte wird dabei angewärmt und, damit der Radierer seine Arbeit besser beobachten kann, mit einer Wachsfackel angerust.

Von einer Rötelfolie wird der vorgesehene Entwurf seitenverkehrt auf die Platte übertragen. Anschließend beginnt der Künstler mit einer Radiernadel das Kupfer unter dem Atzgrund freizulegen. Ist diese Arbeit beendet, wird mit einer Eisenchloridlösung von ca. 20 Be geätzt. Die Atzung erfolgt meist stufenweise, wodurch verschiedene Tiefen erreicht werden. Die Linien sind unschärfer und - und im Gegensatz zu schwellenden Kupferstichlinien - vom Anfang bis zum Ende gleich stark.








1.4 Die Kaltnadelradierung


Wie schon beim Kupferstich läßt sich der Erfinder nicht genau feststellen. Der sogenannte "Hausbuchmeister" lebte um 1480 und schuf unter anderem den "orientalischen Reiter", eine der ältesten Kaltnadelradierungen. Rembrandt van Rijn und auch Dürer waren große Meister dieser Technik.


Herstellung:

Die Platte liegt fest und der Künstler arbeitet mit verschiedenen starken Stahlnadeln in die Platte hinein. Es werden dabei keine Späne herausgehoben, sondern das Metall wird aus der Ebene der Platte verdrängt. Es entsteht dabei ein Grat, der für diese Technik charakteristisch ist. Beim Einfärben und dem darauffolgenden Blankieren der Platte, hält sich die Farbe nicht mehr in den Vertiefungen, sondern auch seitlich vom Grat, sodaß beim Druck neben der Linie ein Ton entsteht.








1.5 Die Aquatinta


Als Erfinder dieser Technik gilt Jean Baptiste Leprince. Zu den bekanntesten Meister gehören noch Wilhelm von Kobell und der Spanier Goya.


Herstellung:

Auf einer Kupferplatte wird Asphalt - oder Kollophoniumstaub angeschmolzen. Stellen, die nicht drucken sollen, werden dann mit Asphaltlack abgedeckt. Die Atzung erfolgt mit Eisenchlorid, und wird öfters unterbrochen. Jene Stellen die, die bereits tief genug geätzt haben, werden dabei jeweils abgedeckt. Auf diese Art erhält man eine große Zahl von Graustufen. Die Aquatinta wird meist mit einer anderen Technik kombiniert. Die Abzüge von einer in Aquatintamanier hergestellten Platte, sehen einer Dusche - Pinselzeichnung sehr ähnlich.





1.6 Die Schabkunst


Die Schabkunst ist auch unter dem Namen Mezzotinto oder Samtstich bekannt.

Ludwig von Siegen führte im Jahre 1642 eine Arbeit in dieser Technik aus. Goya, Turner, und Reynolds waren große Meister dieser Kunst.


Herstellung:

Mit einem Wiegemesser wird die Kupferplatte aufgerauht. Anschließend beginnt die eigentliche Arbeit des Künstlers. Mit einem Schaber werden die einzelnen Tonabstufungen herausgearbeitet. Das geschieht dadurch, daß die rauhe Oberfläche mehr oder weniger geglättet wird. Bei der Schabkunst wird also von der Tiefe zum Licht hin gearbeitet. Diese Technik weist von allen manuellen Verfahren den größten Aufwand und die meisten Zwischentöne auf, und kann an den samtartigen Aussehen der Drucke erkannt werden.





1.7 Die Heliogravur


Nach der Erfindung der Fotographie 1839, versuchte man auch dieses Verfahren in der Druckformherstellung einzusetzten. Der Karl Klitsch ( auch Klietsch oder Klic ) geschrieben, entwickelte in den Jahren 1878/79 die Heliogravur und 12 Jahre später den Rakeltiefdruck.


Herstellung:

Eine polierte entfettete Kupferplatte wird in einem Asphaltkasten mit Asphaltstaub bestäubt, diese wird anschließend angeschmolzen. Auf fotographischen Wege wird von einer Vorlage ein seitenverkehrtes Diapositiv hergestellt, welches auf ein Pigmentpapier kopiert wird. Nach dem Übertragen des belichteten Pigmentpapiers auf die Kupferplatte und nach dem Entwickeln bleibt ein Gelatinerelief übrig.

Die Atzung erfolgt mit Eisenchloridlösungen von 41 - 36 Be und ist ähnlich der konventiunellen Atzung von Tiefdruckzylindern.










Meine Arbeit


Ich habe mich für das Aquatintaverfahren, kombiniert mit Mezzotinto (Samtstich) entschieden, da wenn man nur mit Mezzotinto arbeitet, die Vorarbeit (aufrauhen mit Wiegemesser) zu aufwendig für diese kurze Zeit im Tiefdruck wäre. Als Motiv wählte ich ein Lasergravurbild eines Tigers, daß mit Hilfe eines Scanners eingescannt und danach nachbearbeitet wurde. Anschließend wurde das Bild wieder ausgedruckt und als Vorlage verwendet.


Herstellung:   

Bei diesem kombinierten Verfahren wird zuerst die Kupferplatte auf die richtige Größe zugeschnitten und an den Rändern etwas abgefeilt. Danach wird die Platte auf  Hochglanz poliert und von Fett gesäubert. Die Platte wird anschließend in einen Staubkasten gelegt, mit Asphaltstaub ca. 5 Minuten bestäubt und nach der verstrichenen Zeit auf einen Grill gelegt und mit Hilfe eines Gasbrenners so lange erhitzt, bis der Asphaltstaub aufgeschmolzen ist. Nachdem dies geschehen ist wird die Platte auf der Rückseite mit Tesabändern abgedeckt und so lange in ein Salzsäurebad gelegt, bis eine deutliche Körnung zu sehen ist.




Asphalt oder Kolophoniumstaub

Kupferplatte



Aufgeschmolzener Staub






Nach der Atzung




Anschließend wird der Asphaltstaub mit einem Lösungsmittel entfernt und gründlich gesäubert.

Nun kann man mit dem Übertragen von der Vorlage auf die Kupferplatte beginnen. Dazu benötigt man lediglich etwas Rötelfolie (Pauspapier), die man auf die Kupferplatte legt und mit Tixo fixiert.



Darauf legt man nun die Vorlage und fixiert diese wiederum. Nun kann man mit dem Abpausen beginnen. Wenn nun die Vorlage auf die Kupferplatte übertragen ist, beginnt man mit dem schwierigsten Teil.

Man nimmt einen Schaber zur Hand und schabt mit großem Druck die Erhöhungen weg, die beim Druck weiß bleiben sollten,da man zum Licht hinarbeitet!


Abgeschabte Erhöhungen




Die abgeschabten Flächen bekommen dann dadurch ein weißes, samt-artiges Aussehen. Beim Druck selbst geht man vor, wie bei Punkt 1.1  








Vorlage: (eingescannt und nachbearbeitet)





Andruck





















































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