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DIE ENTWICKLUNG DER PHILOSOPHIE IN GRIECHENLAND



Die Entwicklung der Philosophie in Griechenland


Die abendländische Philosophie geht von den Griechen aus, einige griechische Denker beinflussen die Philosophie auch heute noch wesentlich.


1) Die Vorsokratiker waren eine Gruppe von Philosophen, die ionischen Naturphilosophen (Thales v. Milet, Pythagoras, Heraklit), die sich im 7., 6.und 5. Jht.v.Chr. mit der Frage nach den Grundgegebenheiten unserer Welt beschäftigten. Sie können als die ersten Wissenschafter bezeichnet werden und waren die ersten, die erkannten, dass die Welt mit unserem Erkenntnisapparat verstanden werden kann. Im einzelnen differierten ihre Theorien, gemeinsam war allen die Annahme, dass kein Ding aus dem Nichts entsteht oder zu Nichts vergehen kann. Die Frage nach dem Urstoff beantwortete beispielsweise Anaximenes mit einer qualitativen Veränderung der Luft (Verdichtung und Verdünnung); Parmenides glaubte, dass es nur ein unveränderliches, statisches Sein gäbe und dass jedes Ding etwas anders ist, als es erscheint. Anaxagoras meinte, die Wirklichkeit bestünde aus Geist und Materie (dualistische Weltsicht). Als Reaktion auf dieses statische Bild ist dann der Atomismus (durch Demokrit) entstanden (es gibt unveränderliche Partikel, die den leeren Raum benötigen, um dennoch etwas Veränderliches hervorzubringen)



Die frühgriechischen Denker lebten in Randzonen des griechischen Siedlungsgebietes, in der klassischen Zeit wurde Athen das Zentrum der Philosophie. Die Interessen wandten sich von der Natur dem Menschen und der Gesellschaft zu.


2) Die Sophisten stellten die Erkenntnisfähigkeit des Menschen und die Möglichkeit, dass er zu absoluten Wahrheiten gelangen und absolute Werte feststellen konnte, in Frage. Obwohl sie von Platon bekämpft wurden, würdigt man heute ihr Interesse für politische, rechtliche, moralische und kulturelle Fragen. Sie vermittelten eine individualisierte Ausbildung, was Jugendliche dazu brachte, ihren Verstand zu benutzen und nicht mehr alle Normen fraglos zu akzeptieren. Die Sophisten wirkten zur Zeit der griechischen Demokratien, was jene Meinungsvielfalt begünstigte. Die Sophisten unterichtete Logik, Grammatik und Rhetorik, die zu einem bestimmenden Machtinstrument in der Demokratie wurde.


3) Sokrates lebte zur gleichen Zeit in Athen und hat nichts geschrieben. Seine Persönlichkeit und sein Wirken kann man nur aus den Schriften Xenophons und den Dialogen Platons kennenlernen. Sokrates stellte seinem Gesprächspartner stes Fragen, zunächst um Begriffe zu klären, später um umfassendere Themen zu erörtern. So erschütterte er das vermeintliche Wissen seines Gegenübers und zwang ihn, nachzudenken. Das sittlich richtige Verhalten, die Tugend, sah er als Wissen und somit als lehrbar an ( falsches Verhalten beruht auf falschem Denken). Der Weg zur Tugend führte also über die Weisheit. Wenn er selbst im Begriff war, Falsches zu tum, warnte ihn sein Gewissen. Aus Sokrates' Lehre spricht ein gewaltiges Vertrauen auf die Kraft unseres Verstandes.


4) Platon, aus adeliger Familie geboren, hatte eine 2-Welten-Theorie, die Ideenlehre. Er meinte, dass die Welt unserer Wahrnehmungen und Erfahrungen nur ein unvollkommenes Abbild der hinter bzw. über ihr existierenden übersinnlichen Welt der unveränderlichen "Ideen", der vollkommenen, allgemeinen und ewigen Urbilder der Dinge, sei, die nur durch Denken erfaßt werden können.  Die höchste Idee sei die Idee des Guten. Das im Menschen vorhandene Wissen seien die Ideen der Seele. Die Seele sei unsterblich und wandere durch viele Körper, bis sie, von der Befleckung durch den Körper gereinigt, immer im Bereich der Ideen bleiben dürfe.

In dem Dialog "Der Staat" beschreibt er den seiner Meinung nach besten Staat, was viele Staatstheorien beeinflußte: Die Bevölkerung besteht aus drei Ständen, den Herrschern (=Philosophen), den Wächtern (=Kriegern) und dem Volk (=Handwerker, Bauern,). das oberste Ziel ist die Glückseligkeit, die erreicht wird, wenn alle ihre Aufgaben erfüllen. Der Einzelne hat nur wenig Einfluß auf das politische Leben.

Plato gründete eine Schule, die "Akademie" in Athen. Sein Schüler Aristoteles hat das zweite große philosophische Sysrem des Abendlandes aufgestellt.




5) Aristoteles übernahm die Grundgedanken der Naturphilosphie (die Materie als Urstoff). Jeder Gegenstand entstehe aus ungestalteter, formloser Materie und aus dem zwechmäßigen, gestaltenden Formprinzip. Um Dinge zu erkenne, müsse man Material-, Formal-, Wirk- und Zweckursache kennen. Alles in der Natur ließe sich so erklären. Als ideale Lebensform sah er entweder ein kontemplatives Leben (zurückgezogen in geistiger Betätigung) oder ein aktives Leben in sittlicher Tüchtigkeit. Ariostoteles interessierte sich für alle Sparten der Wissenschaft.

Seine Untersuchungsmethode war, ein Ganzes in Teile zu zerlegen und so zu analysieren. Aristoteles dachte, der Mensch sei von Natur aus darauf angelegt, Gemeinschaften zu bilden. Ziel des Staares sei die Glückseligkeit der einzelnen Bürger und Entscheidungen der Masse seien der der Fachmänner gleichberechtigt. Im Gegensatz zu Plato sah er die Dinge als wirklich an und beinflußte gemeinsam mit Plato die gesamte abendländische Philosophie.


6) Die hellenistischen Schulen Zwischen 323 und 30 v.Chr. (Hellenismus) verschob sich das Interesse der Philosophie primär auf praktische Fragen. Ethik wurde zur zentralen Disziplin, Physik und Logik sollten sie begründen helfen. Oberstes Ziel war die Glückseligkeit des Einzelnen. Die beiden hellenistischen Schulen waren Stoa und Epikureismus.

Der Gründer der Stoa war Zenon, der meinte, dass das Glück in der Tugend (=richtige Einstellung zu den Dingen) liege. Man müßte frei von Affekten sein und Außerlichkeiten wie Geld, Ehre, Armut, Sklaverei, waren für ein glückliches Leben völlig irrelevant. Alles in der Welt wäre vorherbestimmt, nur die Vernunft könne ihre Zustimmung zur jeweiligen Handlung geben oder verweigern. Die menschliche Vernunft sei eine Teil der göttlichen Vernunft und daher sei jeder Mensch ein gleichberechtigter Bürger des Weltstaates.

Zwei wichtige Stoiker waren Panaitios, der ein Werk über Ethik schrieb, und Poseidonios, der die Einzelwissenschaften in das stoische System zu integrieren versuchte.

Für Epikur war das höchste Gut die Lust (=Gefühl des heilen Zustands des Körpers und seelisches Wohlbefinden). Man mußte die Unaufgeregtheit der Seele erlangen, die erreicht wurde, wenn alle notwenigen Bedürfnisse (Nahrung, Gsundheit, Geistiges) gestillt und alle anderen (z.B. Ehrgeiz, Luxus, Mode,) vernachlässigt werden. Die Tugend sei Mittel zum Glück, das durch die Beherrschung der Begierden durch den Verstand erreicht werde. Die ideale Lebensführung bestand darin, den Augenblick im vollen Maße zu genießen. Von Affekten, v.a. der Gottes- und Todesfurcht müsse man sich frei machen denn: "Solange wir da sind, ist der Tod nicht da; wenn aber der Tod da ist, dann sind wir nicht mehr."

Epikurs Lehre ist oft missverstanden worden.  Naturgemäß waren die meisten Römer eher Epikur zugeneigt.

Später entwickelten sich noch skeptizistischen Ideen: es sei unmöglich, in irgendeiner Sache absolute Gewissheit zu erlangen. Der bekannteste Philosoph in Rom war M.Cicero.










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