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Heinrich Heine Caput 1 aus dem Versepos Deutschland, Ein Wintermärchen




Heinrich Heine: Caput 1 aus dem Versepos "Deutschland. Ein Wintermärchen."

 

Das Gedicht hat 19 Strophen zu je vier Zeilen. Die zweite und vierte Strophe reimen sich jeweils (sozusagen ein "Halber Kreuzreim") Ich persönlich halte den Reim für etwas holprig und gewagt. Diese Reimform würde auch zu einen Sprechgesang passen (Text steht im Vordergrund, nicht die Melodie)

Weiters ist kein bestimmtes Versmaß zu erkennen (z.B: Dactylus), Heine bedient sich einer etwas saloppen Sprache. Die verschiedenen Verszeilen sind unterschiedlich lang.

Das Gedicht ist sehr politisch, wird aber durch die vielen Übertreibungen und witzigen Verse aufgelockert und macht nicht nur einen ernsten sondern durchaus amüsanten Eindruck. Heine richtet sich im Caput I gegen die eingefrorenen Zustände in Deutschland, dass sich jedoch von politischen Umsturz in Frankreich wenig beeindrucken lässt. Weiters richtet er sich gegen den Adel und die kirchliche Vormachtstellung

Bemerkenswert ist noch, wie es Heinrich Heine versteht, seine Liebe und zugleich seinen Hass zu Deutschland in den Versen verschmelzen zu lassen.

 

Inhalt:




Der Inhalt wird in 4 Abschnitte gegliedert:

 

 
Abschnitt I (Strophen 1-3):
 
Der Erzähler beschreibt seine eigenen Gefühle. Er scheint stark mit Deutschland verbunden zu sein. Die Stimmung ist trist ("Im traurigen Monat November war's...")
3. Strophe:
Ihm liegt die deutsche Sprache sehr am Herzen: Man merkt, dass er ein Dichter sein muss. Seine eigene Sprache liegt ihm persönlich sehr am herzen und sie rührt ihn zutiefst (Obwohl das Hafenmädchen mit falscher Stimme singt). Er scheint tief mit seiner vermeintlichen Muttersprache verbunden zu sein.
 
Abschnitt II (Strophen 4-7):
 
Lied des Harfenmädchens:
Sie singt von einer besseren Welt, die es jedoch nicht hier auf erden gibt sondern im Himmel aus Erlösung wartet. (Die Kirche hat schon immer den Ständestaat verteidigt: Jeder wird in seinen Stand hineingeboren und muss sich seinem gottgewollten Schicksal beugen. Es gibt keine Möglichkeit, in einen höheren Stand aufzusteigen).
Das Harfenmädchen singt nicht seine eigene Meinung sondern die Meinung der Kirche. z.B:
"Sie singt vom irdischen Jammertal"
"Vom Jenseits, wo die Seele schwelgt" (6.Strophe)
 
Anhand dieser Zitate lässt sich erkennen, dass der Elan, etwas ändern zu wollen, schwindet. Hier wird auch an der Kirche Kritik geübt: Anstatt etwas zu ändern und den Ständestaat abzuschaffen und somit Christi Lehre umzusetzen wird der Ständestaat mit allen Mitteln versucht zu halten.
->heutiger Vorwurf: Die Kirche hält sich aus allen politischen Diskussionen heraus und versucht sich lediglich mit der Regierung zu engagieren anstatt Stellung zu beziehen und der Christlichen Volkspartei eindeutig zu sagen, dass die christliche Lehre nicht mit der Politik der Freiheitlichen Partei zusammenpasst.
 
"Sie sang das alte Entsagungslied...
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel." (7.Strophe)
Im Himmel werdet ihr alle belohnt, bis dahin heißt es aber leider geduldig warten.
 
8. Strophe:
Übergangsstrophe: Vorwurf an den Verfasser des Liedes, "sie tranken heimlich Wein und predigten öffentlich Wasser" (8.Strophe)
 
Abschnitt III (Strophen 9-17):
 
Das ist die Version H. Heines von einer besseren und gerechteren Welt, er spricht sogar vom Himmelreich auf Erden:
In der 10. Strophe stellt er sein Programm vor:
"Wir wollen auf Erden glücklich sein
und wollen nicht mehr darben;"
Außerdem wirft er den Mächtigen vor, sich auf der ehrlichen Arbeit anderer auszuruhen:
"Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
Was fleißige Hände erwarben."
 
In den Strophen 11&12 fordert H. Heine nicht nur Brot für alle (Franz. Revolution!!) sondern auch Luxusgüter (Rosen, Mysten, Schönheit, Lust, Zuckererbsen;) wie sie bis jetzt nur die Adeligen haben. Er macht darauf aufmerksam, dass das Volk nicht auf das Himmelreich warten will sondern sich schon hier auf Erden ein erfülltes Leben wünscht. H. Heine ist nicht ganz so rational wie z.B: Karl Marx ("Es gibt keinen Himmel), sondern lässt sich die Möglichkeit, dass der Himmel doch existiert, offen (Strophe 13)
Strophe 15:
" Die Jungfer Europa ist verlobt
Mit dem schönsten Geniusse
Der Freiheit, sie liegen einander im Arm,
Sie schwelgen im ersten Kusse."
Anspielung auf die Französische Revolution 1789 (Gleichheit- Freiheit- Brüderlichkeit)
"Jungfer Europa": Anspielung auf gr. Mythologie (Jungfrau Europa wird von einem Stier entführt).
Strophe 16:
Die Freiheit ist nicht mit der Kirche vereinbar. Doch auch ohne kirchlichen Segen kann die Heirat Europas mit der Freiheit stattfinden.
Die zukünftigen Kinder sind z.B: Gleichberechtigung zw. Mann&Frau
Gleichberechtigung zw. Arm&Reich
Angeglichener Lebensstandard für alle,...
In den Versen 15&16 tritt eindeutig der revolutionäre Geist Heines in den Vordergrund.
 
 
Abschnitt IV (Strophen 17-19):
 
Strophe 17:
Die Hochzeit steht für einen neuen Beginn, also für den Beginn eines Europas der Freiheit.
Sterne: stehen für etwas Gewaltiges/ Erhebendes
die höchste Weihe: normalerweise kirchlich, hier aber ein gewaltiges, erhebendes Gefühl
Strophe 18:
Keine Veränderung kann ohne Aufruhr stattfinden -> Revolution
Eiche: -> Die deutsche Eiche, steht für Standhafigkeit, Beständigkeit, Festigkeit;
Strophe 19:
Mythologisch, legendär: Riese, Zauberkräfte,...
Das sind alles heidnische Urkräfte ¹ Christentum
Mutter: Eigenes Land, Muttersprache; } Er berührt sein eigenes Vaterland, es wachsen ihm neue Kräfte -> nicht aus christlicher Lehre; (vgl. Anfang)






 

Allgemein:

Besonders auffällig an diesem Gedicht ist die für die damalige Zeit recht ungewohnt offene und kritische Beschreibung der sozialen Zustände Deutschlands sowie der bedrückenden politischen und geistlichen Enge. Gerade zu jener Zeit zogen sich nämlich die meisten Menschen ins Privatleben zurück und wollten von all en Zuständen in der weiten Welt nichts wissen. Heinrich Heine jedoch war einer der wenigen, die nicht mit Kritik sparten und offen über die Missstände in Deutschland sprachen.

Auffallend ist auch, dass Heine zwar nicht wenig Kritik anbringt, jedoch immer seine Liebe zu seinem Vaterland, das ihm das Leben nicht gerade leicht machte, durchschimmert.

Alter (Verfasser) 16 Jahre

Schulstufe (Verfassen) 10. Schulstufe

Jahr (Verfassen) 1999

Fach Deutsch

Typ Gedichtinterpretation











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