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FRAUENLITERATUR IM SPIEGEL DER ZEIT -




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FRAUENLITERATUR IM SPIEGEL DER ZEIT




Spezialgebiet aus Deutsch

Mariella Rausch 8C

 

Frauenliteratur im Spiegel der Zeit

Unter Frauenliteratur im allgemeinen versteht man jene Literatur, die sich mit frauenspezifischen Themen und der Gefühls- bzw. Gedankenwelt von Frauen auseinander setzt. Im engeren Sinn versteht man unter Frauenliteratur emanzipatorische Literatur von Frauen, über Frauen und für Frauen. Im weiteren Sinn Literatur, die ihren Gegenstand aus spezifisch weiblicher Sicht darstellt, welche auf historisch und gesellschaftlich bedingten besonderen Erfahrungen der Frau unter patriarchischen Verhältnissen beruht.

Im Lauf der Literaturgeschichte machten sich Frauen vor allem als Dichterinnen oder Autorinnen von Briefen und Romanen, seltener aber als Schöpferinnen von Dramen oder Theaterstücken, einen Namen. Aus der Antike sind Oden, Elegien und Hymnen der griechischen Lyrikerin Sappho überliefert. Im Mittelalter konnten Frauen wie die Mystikerin Hildegard von Bingen oder Katharina von Siena ihr schriftstellerisches Talent innerhalb von Klöstern entfalten. Im 17. und 18. Jahrhundert gründeten französische Adelsfrauen wie Madame de La Fayette, Madame de Sévigné und später Madame de Staël literarische Salons und führten rege Briefwechsel, die das gesellschaftliche Leben ihrer Zeit widerspiegeln. In Deutschland erlebte die Frauenliteratur im 19. Jahrhundert im gehobenen Bürgertum oder Adel mit Autorinnen wie Bettina von Arnim, Karoline von Günderode oder Annette von Droste-Hülshoff eine Blütezeit.

Lag die Gattung Frauenliteratur bis zu diesem Zeitpunkt in den Händen einzelner prominenter Vertreterinnen, so entwickelte sie sich im 20. Jahrhundert zu einem kaum noch überschaubaren Massenphänomen, das die verschiedensten Spielarten von der Trivialliteratur bis hin zur feministischen Literatur umfasst. Verstärkt beschäftigt sich in der Folge auch die Literaturwissenschaft mit der Frage, ob es eine spezifisch und erkennbare weibliche Schreibweise gäbe, welche Merkmale ihr eigen seien und wodurch sie sich von Produkten männlicher Autoren unterscheide.

Mitte des 12 Jahrhunderts begannen die ersten Frauen zu schreiben. Der Zeit entsprechend schrieben damals die allerersten Frauen noch in Latein, aber schon ein Jahrhundert später (ab dem 13. Jahrhundert) begann das „schwache Geschlecht“ zunehmend in der eigenen Landesprache zu schreiben. Alles in allem hatten sie eines gemeinsam : Sie schrieben an und für Gott, der sich ihnen in mythischen Erlebnissen unmittelbar und spürbar offenbart hatte. Weil aber sowohl ihr Gott als auch ihr Schreiben historisch neu waren, schreiben sie nicht nur auf, was sie glaubten verkünden zu müssen, sondern sie machten den Bruch zwischen Schweigen und Schrift selbst zum Thema, sie beschrieben das Szenario, den Raum, in welchem sich Schrift für sie ereignen konnte. Auf diese Weise verfassten sie ganz ungewollt eine Theorie des Schreibens.

Im Allgemeinen muss man bei den schreibenden Frauen im Mittelalter zwischen Frauen im weltlichen und Frauen im geistigen Bereich unterscheiden.

Zu den Frauen weltlichen Standes ist zu sagen, dass es sich in erster Linie um hochgestellte Damen handelt, die als Gönnerinnen und Adressatinnen geistlicher oder weltlicher Werke in Erscheinung treten. Es ist außerdem nötig festzustellen, dass zu dieser Zeit das literarische Interesse bei den adeligen Frauen noch eher zu erwarten war, als bei ihren adeligen Partnern. Einige bedeutende Adressatinnen und Gönnerinnen dieser Zeit waren zum Beispiel Kaiserin Judith (Gattin von Ludwig dem Frommen), Beatrix von Burgund (Gattin Barbarossas) und Herzogin Mathilde von Sachsen ( Gattin Heinrichs des Löwens).

Weiters sind aber auch die Frauen geistlichen Standes von Bedeutung. In diesem Bereich stehen viele bedeutende Frauen an den Nahtstellen zwischen Latein und Deutsch. Obwohl viele Nonnen, Stiftsdamen, Laienschwestern und fromme Damen nicht in den Genuss lateinischer Bildung waren, konnten sie sich doch unter der Anleitung geistlicher Lehrer eine beträchtliche lateinisch- theologische Bildung erwerben. Zu diesen Frauen zählten unter anderem Hrotsvit von Gandersheim, Herrad von Landsberg, Hildegard von Bingen, Elisabeth von Schönau.

Die erste namentlich bekannte deutsche Dichterin, die sich auch der Volkssprache bediente, war die Recluse Frau Ava, welche zu jenem Laienstand im Umkreis der Höfe gehören scheint, welcher das Publikum mit der frühmittelhochdeutschen religiösen Dichtung bildet. Im 13. Jahrhundert war dann Begine Mechthild von Magdeburg von enormer Bedeutung.

Alles in allem wäre die Literatur des 13. Und 14. Jahrhunderts ohne Frauenklöstern nicht denkbar.

Hrotsvit von Gandersheim war die erste deutsche Dichterin. Um zirka 935 wurde sie im Herzogtum Sachsen geboren und starb um 975 in Gandersheim. Sie war eine Kanonisse im Stift Gandersheim, die vermutlich aus einer sächsischen Adelsfamilie stammte.

Sie verfasste in mittelalterlicher Sprache acht Verslegenden in leon. Hexametern (über Maria, Sankt Gangolf, Theophilus und eine mittelalterliche Fassung des Fausstoffes), sechs Dramen in Reinprosa die sich in ihrer Form, nicht jedoch in der Thematik voneinander unterscheiden. Das Hauptthema dieser Schriften war stets die Entscheidung des Menschen zwischen Heil und Verdammnis (Wahrung der Keuschheit, Bekehrung zum Christentum, Mysterium). Ihre Motive sind einfach und eindeutig. Das Ziel ist die exemplarische Verdeutlichung der christlichen Heilslehre, wobei als höchstes Ziel die Verwirklichung des geistlichen Lebensideals erscheint. H.s Gedichte über Otto den Großen (Gesta Ottonis) und über die Anfänge ihres Klosters (Primordia coenibii Gandeshemensis) sind wertvolle Quellen zur deutschen Frühgeschichte und verdeutlichen H. als Vertreterin der ottonischen Renaissance.

Mit Hildegard von Bingen fasste das weiblich mystische Schreiben schon im 12 Jahrhundert Fuß. Für ihr erstes Buch (Scivias) braucht sie noch den päpstlichen Segen, da die göttliche Lehre aus weiblicher Hand etwas neuartiges war und deshalb bezweifelnswert war.

 

Andere deutsche Mystikerinnen waren: Mechthild von Magdeburg, Gertrud von Helfta, Gertrud von Hackeborn, Christine Ebner und Magarethe Eber (13. Und 14. Jahrhundert).

 

Aber nicht nur in den Klöstern gab es schreibende Frauen zu dieser Zeit. Die deutschsprachige höfische Dichtung ist in Anlehnung und in Auseinandersetzung mit der französischen Literatur und Adelskultur entstanden. Im französischen Literaturbetrieb haben adelige Frauen als Gönnerinnen und als versierte Literaturkennerinnen eine hervorragende Rolle gespielt (z.B.: Marie de France). Im Vergleich dazu war der literarische Einfluss der adeligen Frauen an den deutschen Fürstenhöfen eher gering. Aus diesem Grund wurden diejenigen Merkmale der französischen Minnekultur, die als verhüllter Protest gegen die sexuelle Unterdrückung der adeligen Frau hätte interpretiert werden können, in Deutschland nicht rezipiert. In den deutschen Minnekanzonen ist noch seltener als in den romanischen von erfüllter Liebe die Rede. Im Allgemeinen lassen sich bis zum Ende des 13 Jahrhunderts minnekasuistische Publikumsdiskussionen, Streitgedichte und die Praxis Frauendienstes nicht nachweisen.

Die Romantik ermöglicht es des Frauen am literarischen Geschehen teilzuhaben. Dies war auch schon in der Aufklärung möglich, jedoch mussten die damaligen Frauen ihren emanzipatorischen und ästhetischen Anspruch aufgeben. Dies war der Grund warum ihr Frauenbild mit dem der damaligen Autoren identisch war, da sie unanstößige Ware liefern mussten. Der Jena Kreis ist verantwortlich für die wachsende Emanzipation der Autorinnen, da sich dieser von dem moralisch, konventionellen, politisch angepassten Bürgertum unterscheidet.

Eine der bedeutendsten Autorin dieser Zeit war Caroline Schlegel- Schelling (1767 - 1809). Anhand ihres Lebenslaufes lässt sich die Emanzipation der Frau verfolgen. Sie war eine Göttinger Professorentochter, lebte als junge Witwe in Mainz und hatte während der Mainzer Republik eine Affäre mit einem französischen Soldaten. Als Braut und schließlich Gattin von A. W. Schlegels, kam sie dann nach Jena. Dort wurde sie dann die Freundin Friedrich Schlegels, geistreiche Anregerin von Diskussionen und arbeitet an der Jenaer Literaturzeitung und am Athenäum mit. Schließlich wurde sie die Geliebte und Frau des wesentlich jüngeren Friedrich Wilhelm Josef Schelling.

Die „gelehrten Gesellschaften“ des 18. Jahrhunderts werden im 19. Jahrhundert zu halböffentlichen Salons, in deren Mittelpunkt Frauen stehen. Dorothea Veith- Schlegel, Henriette Herz, Rahel Levin, Sophie Tieck und Sophie Mereau- Brentano gehörten zu den wichtigsten Autorinnen und Gastgeberinnen. In Tagebüchern und Briefen sind die damaligen Diskussionen festgehalten.

Eine Art von Liberalisierung setzt in der Literatur ein, was zur Folge hat, dass Frauen zum ersten Mal eine aktive und anerkannte Rolle im geistigen, öffentlichen und literarischen Leben spielen. Frauen werden akzeptiert und die „Tugend“ als Hauptcharakteristikum der Frau verliert ihre Wichtigkeit. Diese Autorinnen wollen die Grenzen sprengen, opfern sich und ihre Kreativität dafür, jedoch letztlich erscheinen ihre eigenen Produkte entweder nur anonym oder unter den Namen ihrer Männer.

Ein Beispiel dafür ist Sophie Mereau, welche sogar eine eigene Zeitschrift nur für Frauen herausgibt bevor sie Brentano zwingt ihre Selbständigkeit aufzugeben.

Eine andere bedeutende Schriftstellerin der Romantik war Karoline von Günderode, welche damals unter dem Pseudonym Tian schrieb.

Zunächst lebt sie zurückgezogen in einem evangelischen Stift, jedoch verliebt sie sich dann unglücklich in Friedrich Carl von Savigny, der Bettina Brentanos Schwester heiratete, aber trotzdem mit Karoline von Günderode in Briefwechsel bleibt. Auch ihre Beziehung zu dem verheirateten Sprachwissenschaftler Friedrich Creuzer bleibt unerfüllt. All dies sind Gründe dafür, dass sich die Autorin schließlich das Leben nimmt. Bettina Brentano, eine Jugendfreundin von Gründerode, verfasst einen Briefroman Die Gründerode, in dem sie das Schicksal ihrer Freundin beschreibt und ihr dadurch ein Denkmal setzt. Heute sind die Sprachwissenschaftler von der Lyrik der Autorin enorm begeistert, besonders über die Art wie sie sich von ihren Gefühlen leiten lässt. Sie ist bekannt für ihre schwermütigen, teils sogar ekstatische Gedichte, romantische Dramen und Phantasien, die bis zur Exaltation gesteigertes schwärmerisches Gefühl bekunden. 

 

Die eine Klage

Wer die tiefste aller Wunden

Hat in Geist und Sinn empfunden

Bittrer Trennung Schmerz;

Wer geliebt was er verlohren,

lassen muß was er erkohren,

Das geliebte Herz,

 

Der versteht in Lust die Thräne

Und der Liebe ewig Sehnen

Eins in Zwei zu sein,

Eins im Anderen sich zu finden,

Daß der Zweiheit Gränzen schwinden

Und des Daseins Pein.

 

Wer so ganz in Herz und Sinnen

Konnt’ ein Wesen lieb gewinnen

O! den tröstet’s nicht

Daß für Freunden, die verlohren,

Neue werden neu gebohren:

Jene sind’s doch nicht.

 

Das geliebte, süße Leben,

Dieses Nehmen und dies Geben

Wort und Sinn und Blick,

Dieses Suchen und dieses Finden,

Dieses Denken und Empfinden

Giebt kein Gott zurück.

 

 

Interpretation von „Die Klage“:

Günderode schreibt, dass die Zweisamkeit vermisst wird. Die Freuden, die man mit dem Partner

hat werden einmalig bleiben und auch die Tatsache, dass man neue Freuden in Zukunft erlebt wird, lindert den Schmerz der Trennung nicht. Das gegenseitige Anpassen und das Gefühl,

jemanden zu haben, der einen versteht, der die Schwächen des anderen ausgleichen kann, um eine harmonische Einheit zu bilden, sind die Eigenschaften einer Beziehung, die man nur zu zweit aufweisen kann, und diese vermisst das lyrische Ich auch.

In der ersten Strophe schildert Karoline von Günderode die Schmerzen und das Leid nach einer Trennung von einem Partner. Dies ist eventuell darauf zurückzuführen, da die Autorin selber stets Probleme mit Männern gehabt hat und sich des öfteren in vergebene Männer verliebt hat. Außerdem ist sie dafür bekannt in ihren Werken ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen.

In der zweiten Strophe beschreibt die Verfasserin die positive Aspekte einer Beziehung, wie zum Beispiel dass einer Partner die Probleme des Daseins lindern kann, und im Allgemeinen das Leben schöner macht, da man sein Gegenstück, welches genau zu einem passt, in diesem Partner gefunden hat.

Die dritte Strophe beschreibt eine Art von Trost, und zwar, dass die Leidende Person auf jeden Fall wider eine neue Liebe, Freude finden wird, jedoch in der Zeit der Trauer um eine vergangene Beziehung ist dies kein Trost.

In der vierten Strophe beschreibt das lyrische Ich eine Art von Beziehung, die als erstrebenswert angesehen wird. Das Ziel einer Beziehung sollte es sein, dass diese nicht einseitig ist, und dass beide Partner bereit sind etwas zu opfern um den andern zu helfen.

 

Bettina Brentano, die Schwester von Clemens Brentano, wurde am 4 April 1785 in Frankfurt am Main geboren. Später heiratete sie Achim von Armin, nach dessen Tod stand sie in Verbindung mit F.H. Jacobi, L. Tieck, F. Schleiermacher, den Gebrüder Grimm und Goethe. Den Letzteren verehrte sie sogar, jedoch aufgrund seine Ehe mit Christiane Vulpius, kam es sozusagen zu einer Trennung. In ihren Werken für ihren Bruder, Karoline von Gründerode und Goethe, kommt ihr romantisches Lebensgefühl, ihre Eigenwilligkeit, Leidenschaftlichkeit und ihre Begeisterungsfähigkeit zu Tage. Ihre Spätwerke sind charakteristisch für ihr Eintreten für soziale Ideen und für die politische und geistige Emanzipation der Frau. Einige ihrer Werke sind: Die Gründerode, Dies Buch gehört dem König, Clemens Brentano’s Frühlingskranz, Goethe’s Briefwechsel mit einem Kinde, etc.

Wohl die bedeutendste Autorin des Realismus war Marie von Ebner- Eschenbach (1830 - 1916). Ihr Ziel war Kritik an der Aristokratie und deren geringes soziales Verantwortungsgefühl. Soziales Mitgefühl beziehungsweise Verständnis für die Nöte der Armen und Hilflosen prägen ihre Werke. („Es gäbe keine soziale Frage, wenn die Reichen von jeher Menschenfreunde gewesen wären.“)

Im Naturalismus wird die Emanzipation der Frauen zum zentralen Thema. Die Autorinnen stammen aus der Oberschicht und schreiben von einem „weiblichen Standpunkt“. Einige wichtige Autorinnen des Naturalismus waren Clara Viebig und Helene Böhlau.

Im 19. Jahrhundert bemühen sich bürgerlich Frauen für die Durchsetzung des Frauenwahlrechtes. Anfang 1967/1968 kommt es in den USA zu dem sogenannten „neuen Feminismus“. Dieser ist verantwortlich für das Aufkommen von Impulsen, die einen internationalen Befreiungsversuch der Frauen als Ziel hat. Langsam kommt es dann zu der Entstehung der sogenannten Frauenbefreiungsgruppen, auch in Mittel- und Westeuropa. Die Ziele dieser Gruppen waren der Kampf gegen die allgemeine Diskriminierung der Frau, gegen die sexuelle Ausbeutung , gegen die Abtreibungsbeschränkung und die allgemeine Befreiung der Frau.

Jedoch war dies eine eher zwiespaltige Strategie, da diese Bewegung einerseits einen Strukturwandel in der gesamten Gesellschaft bezweckte ( der allen sozialen Schichten und Rassen zugute käme) , andererseits war es das Ziel dieser Bewegung die Situationen von relativ privilegierten Frauen zu verbessern.

Alles in allem gab es einige sehr radikale Feministinnen, die für die Rechte der Frauen kämpften. Einige ihrer Errungenschaften waren Frauenhäuser, Frauenbuchläden, Frauenverlage, Frauencafes und Frauenrockgruppen.

Das Problem war jedoch, dass nicht alle Frauen Zugang zu diesen Errungenschaften hatten, da bei vielen die grundlegenden Probleme noch nicht gelöst waren beziehungsweise durch diese Errungenschaften nicht gelöst werden konnten. Leider hatten die weiblichen Bedürfnisse und Interessen in bestimmten Gesellschaftsschichten nur geringe Erfüllung, was zu Entstehung von festgefahrenen Rollenbildern für Mädchen führte.

Wichtig ist, dass Feminismus nicht automatisch Männerhass ist. Feminismus will dem männlich dominierten System einen Gegenentwurf entgegenstellen. Die wichtigsten Vertreterinnen des Feminismus waren Simone de Beauvoir, Germaine Greers, Kate Millets, Alice Schwarzers und Marie-Louise Jansen- Jurreits.

Im Allgemeinen gibt es jedoch einen großen Unterschied zwischen Feminismus und Frauenliteratur, da Frauenliteratur eigentlich keine feministische Kampfliteratur ist und außerdem nicht ausschließlich für Frauen gedacht ist. Jedoch hängen Feminismus und Frauenliteratur sehr eng zusammen.

In den 60er Jahren erfährt die weibliche Literatur unter dem Einfluss des Feminismus eine gesellschaftlich Neu- beziehungsweise Umordnung. Eine neue „Gefühlskultur“ entsteht und man setzt Emotionalität gegen Vernunft und es entsteht eine neue „Subjektivität, Innerlichkeit, Sinnlichkeit und Natürlichkeit“.

Die Autorinnen haben eine Tendenz zu Autobiographien, wie Tagebücher, Chroniken, Memoiren, Ich-Romane und briefliche Mitteilungen. Ihr Ziel war es weibliche Erfahrungen künstlerisch umzusetzen und außerdem Kritik an der von Männerhand geschaffenen Bildern der Frau zu üben. Bei all diesen Autorinnen steht die Identität der Frau im Mittelpunkt. Bedeutende Autorinnen dieser Stilrichtung sind Ingeborg Bachmann, Marlene Haushofer, Christa Wolf, Gertrude Leutenegger, Brigitte Schwaiger, etc.

 

Marie von Ebner- Eschenbach wird am 13. September 1830 als Tochter des Majors Franz Graf Dubsky und dessen Frau Maria in Mähren geboren. Mit 15 Jahren heiratet sie ihren älteren Cousin Moritz von Ebner- Eschenbach, welcher ihren Bildungs- und Schriftstellerdrang unterstützt. Im Jahre 1856 übersiedelt sie mit ihrem Mann nach Wien. 1876 beginnt Ebner- Eschenbachs Erfolg aufgrund des Vorabdruckes ihres Kurzromans „Bozena“. Ab diesem Zeitpunkt konzentriert sie sich auf ihre erdzählerischen Dichtungen, in denen Güte und soziale Anteilnahme, aber ebenso ein waches politisches Bewusstsein Ausdruck finden. 1898 kommt es zum Tod ihres Mannes. Ein Jahr später wird ihr, als erste Frau, das österreichische Ehrenabzeichen für Kunst und Wissenschaft verliehen. Am 12. März 1916 stirbt Marie von Ebner- Eschenbach im Alter von 86 Jahren in Wien.

Ähnlich wie Ludwig Anzengruber wird sie zu einer Wegbereiterin des Naturalismus. Sie betont die Bedeutung der Erziehung und des Milieus vor der Vererbung bei der sittlichen Beurteilung eines Menschen, empfindet warmes Mitgefühl für menschliche Irrungen und Schwächen, besonders der im Schatten lebenden niederen Volksklassen, und ist davon überzeugt, dass auch in dem einfachen und scheinbar schlechten Menschen gute Keime vorhanden sind, die entfaltet werden könne, wenn diese Menschen richtig geführt und in das richtige Milieu gestellt werden.

Ein bekanntes Werk von der Autorin ist die Tiergeschichte „Krambambuli“(geschrieben 1883).

Den Hund Krambambuli hatte der Revierjäger Hopp von einem zerlumpten Forstgehilfen gekauft. Langsam gewöhnte sich der Hund an sein neues Herrchen, aber dann kannten Treue und Wachsamkeit keine Grenzen mehr. In der Gegend treibt eine Bande von Wildschützen ihr Unwesen, ihr Anführer ist der „Gelbe“, Krambambulis früherer Besitzer. Eines Tages wird der Oberförster erschossen aufgefunden. Zehn Tage später stellt Hopp den „Gelben“ und muss erleben, dass Krambambuli zwischen ihm und seinem früheren Besitzer hin und hergerissen ist. Schließlich entscheidet er sich für sein altes Herrchen, welches jedoch kurz darauf erschossen wird. Krambambuli ist von der Leiche nicht wegzubringen, traut sich später aber auch nicht mehr zum Revierjäger Haus zurück. Aufgrund dessen streunert er im Wald und im Dorf herum und verwildert total. Eines Morgens liegt er verendet vor der Schwelle des Jägerhauses.

Marie von Ebner- Eschenbach hat zahlreiche Erzählungen geschrieben, unter anderem „ Er lässt die Hand küssen“. Diese Novelle erschien im Jahre 1986, und ist ein Teil der „Neun Dorf- und Schloßgeschichten“. Die Erzählung schildert durch ihre sozialkritische Tendenz neben dem Mitleid der Autorin mit dem vom Adel unterdrückten Bürgertum auch ihre Empörung über die Haltung ihrer Standesgenossen. Den Rahmen bildet eine leicht ironische Unterhaltung zwischen einer konservativen Gräfin und ihrem Verehrer, einem liberal gesinnten Grafen. Er erzählt ihr, warum er seinen Waldheger Mischka nicht entlasse, obwohl dieser seinen Dienst nicht ordnungsgemäß erledige.

Bei diesem Mischka handelt es sich nämlich um den Urenkel jenes gleichnamigen Mannes, der einst der Großmutter des Grafen „Anlaß zu einer kleinen Übereilung gab, die ihr später leid getan haben soll.“ Mischka war damals ein Feldarbeiter der Gräfin. Er gefiel ihr aufgrund seines freien Betragens und seiner Anmut, aufgrund dessen avancierte sie ihn zum Gartenarbeiter. Die Gräfin schickt ihren Kammerdiener Fritz, damit dieser den Eltern die Ernennung von Mischka verlautbart. Bei seiner Rückkehr berichtet Fritz nur: „ O der - der laßt die Hand küssen“, obwohl der Vater Mischka prügeln musste, damit er die Arbeit annimmt.

Kurz darauf erwischt sie ihren neuen Angestellten beim Spiel mit einem jungen Mädchen und einem kleinen Jungen. Als sie erfuhr, dass es sich dabei um seine Geliebte und den gemeinsamen Sohn handelt, fühlt sie sich in ihrer strengen Moralauffassung verletzt, und veranlasst ihrem Kammerdiener die Eltern Mischkas aufzusuchen, um diese Beziehung zu unterbinden. Fritz meldet nach seiner Rückkehr :“ Er laßt die Hand küssen, er wird ein Ende machen.“ Jedoch halt dies nicht lange, da die zwei jungen Leute bald aufgrund ihres Dienstes wieder zusammengeführt werden. Dies ist der Grund warum die Gräfin beschließt das Mädchen und ihr Kind auf eins ihrer entfernten Güter zu verbannen.

Eines Tages muss Mischka seine Mutter vor den Schlägen seines Vaters schütze, bei dem folgenden Kampf unterliegt der Vater. Ab diesem Zeitpunkt ist Mischka unauffindbar. Aufgrund dessen veranlasst die Gräfin die Suche nach ihm. Der Kammerdiener findet ihn schließlich bei seiner Geliebten und seinem Sohn. Mit den Worten „Der Mischka laßt die Hand küssen. Er ist wieder da.“ Überbringt der diener die Nachricht. Als Reaktion auf die Flucht Mischkas verhängt die Gräfin über ihn 50 Stockhiebe. Diesen Entschluss ändert sie erst nach heftigen einreden vom Arzt und der Mutter Mischkas. Jedoch erreicht der Kammerdiener Fritz den Exekutionsort zu spät. Bei seiner Rückkehr meldet dieser nur noch:“ Er laßt die Hand küssen, er ist schon tot.“

 

Die Novelle ist mit äußerster Strenge aufgebaut. Viermal kehrt der Titel in Form eines Leitmotivs an entscheidenden Handlungseinschnitten wieder auf, welcher die Starre eines Sozialgefüges kennzeichnet. In dieser Gesellschaft gibt es beinahe allmächtige, aber in bezug auf das Leben ihrer Untertanen bis zur Gleichgültigkeit ahnungslose Aristokraten, kriecherische Bedienstete und einige wenige menschlich Empfindende, wie Mischka und seine Geliebte. Die retardierenden Unterbrechungen der Handlung durch die Rahmenkonstellation stellen den Bezug zur Gegenwart des Erzählers her, der soziales Mitgefühl bei seiner Zuhörerin wecken will.

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Elfriede Jelinek (*1946) ist wohl eine der bekanntesten österreichische Schriftstellerinnen unserer Zeit. In ihren Werken thematisiert sie häufig die Rolle der Frau in der Gesellschaft.

Elfriede Jelinek wurde am 20. Oktober 1946 in Mürzzuschlag in der Steiermark geboren und studierte später Kunstgeschichte, Theaterwissenschaften und Musik (Klavier und Komposition am Konservatorium) in Wien. Bei dem Vater, Friedrich Jelinek, der vor 1945 als Chemiker in kriegsdienlicher Forschung tätig war und aufgrund dieser Tätigkeit vor antisemitischer Verfolgung einigermaßen geschützt blieb, stellt sich in den frühen fünfziger Jahren eine psychische Erkrankung ein. 1964 nahm Elfriede Jelinek das Studium der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Wien auf. Nach einigen Semestern bricht sie ihr Studium wegen einer zu kritischen psychischen Verfassung ab. Das Jahr 1968 verbrachte Elfriede Jelinek in absoluter Isolation, sie verließ für ein Jahr das Elternhaus nicht . Ihr Vater starb 1969 in einer psychiatrischen Klinik. Nach 1969 engagierte sich Elfriede Jelinek in der Studentenbewegung und in den Literaturdiskussionen um die Zeitschrift "manuskripte". 1971 absolviert sie die Orgelabschlussprüfung am Wiener Konservatorium mit "sehr gutem Erfolg". Seit 1974 ist sie mit Gottfried Hüngsberg verheiratet, im selben Jahr tritt sie der Kommunistische Partei Österreichs bei.






Zu den zahlreichen Literaturpreisen der Autorin gehören das Österreichische Staatsstipendium für Literatur (1972), der Drehbuchpreis des Innenministeriums der BRD (1979), der Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln (1986), der Literaturpreis des Landes Steiermark (1987) sowie der Georg-Büchner-Preis (1998).

Mit ihren Romanen und Theaterstücken wurde Jelinek zur Vertreterin einer teils plakativen, teils kritischen feministischen Literatur, wobei sie, vom Marxismus beeinflusst, auch den Aspekt ökonomischer Abhängigkeit in den Mittelpunkt stellt. Ihre Werke beschreiben meist die extreme Gebundenheit der Frau an den sozialen Status des jeweiligen männlichen Partners, weiters ist sie bekannt für die satirische Auseinandersetzung mit dem von Medien bestimmten Alltag.

In ihren Romanen Die Liebhaberinnen (1975), Die Klavierspielerin (1986), dem Bestseller Lust (1989) und Die Kinder der Toten (1995) stellte Jelinek die Entindividualisierung der Sexualität durch eine von Männern dominierte Gesellschaft ins Zentrum ihres Interesses.

 

Weitere wichtige Werke der Autorin sind:

  • Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte

  • Krankheit oder Moderne Frauen

  • Oh Wildnis, oh Schutz vor ihr

  • Die Gedichtsammlung Lisas Schatten

  • das Hörspiel Untergang eines Tauchers

  • wir sind lockvögel, baby!

  • Totenauberg

  • Raststätte oder Sie machen’s alle

  • Burgtheater

  • Stecken, Stab und Stangl

  • Etwaige Hörspiel (u.a. „Die Ausgesperrten“, „Die Bienenkönige“, etc.)

Elfriede Jelinek - Die Klavierspielerin

Der Roman, „Die Klavierspielerin“ von Elfriede Jelinek, ist 1983 erstmals erschienen. In diesem Werk setzt die Autorin die satirisch- sezierende Erkundung des bürgerlichen Familien- und Liebeslebens als Schauplatz alltäglichen Terrors und gewaltsamer Dressurakte, was mit dem Prosatext Die Liebhaberin begonnen hat, fort.

Im Mittelpunkt von Elfriede Jelineks Roman „Die Klavierspielerin“ steht die Klavierlehrerin Erika Kohut, Mitte dreißig. Das ganze Geschehen spielt sich im Raum Wien ab. Seit ihrer Kindheit wurde Erika von ihrer Mutter gedrillt Pianistin zu werden. Die Mutter wollte, dass sich ihre Tochter von der grauen Masse, der sie selbst angehört, abhebt und etwas „Besseres“ wird. Die Mutter kontrolliert, obwohl sich ihre Tochter bereits im fortgeschrittenen Alter befindet, Erikas gesamtes Leben, in dem außer Klavierspiel und der Mutter nichts Platz haben darf. Jede Freundschaft und besonders jeder Mann wird von Erikas Mutter sofort als Bedrohung gesehen und durch Intrigen beseitigt. Jedoch aufgrund des starken Drucks der Mutter, versagt sie als Pianistin und als Frau. Von Kindheit an auf Leistung dressiert, vermag Erika ihre sexuelle Identität nicht zu finden und die Tatsache, dass sie zur Einsamkeit erzogen wurde, ist die Klavierlehrerin zum Virtuosentum bestimmt. Da sich Erika nicht wehrt, wird sie einsam, isoliert und lebt mit ihrer Mutter in einer Mietwohnung, welche eine Art Festung für die beiden Frauen darstellt. So wird die Frau zur Voyeurin, da die mütterliche Züchtigung doch nicht ganz perfekt funktioniert. Das Triebleben Erikas sucht sich Nebenwege und sie entwickelt so etwas wie eine Gier nach Äußerlichkeiten. Zeitweise macht Erika Ausflüge, außerhalb des mütterlichen Aufsichtsbereiches, in Pornokinos oder in den Prater, wo sie lustvoll das Treiben der Prostituierten bewundert.

Doch dann taucht der junge sportliche, um 10 Jahre jüngere Walter Klemmer auf, der bei Erika Klavierstunden nimmt und kurzfristig Liebe für sie empfindet, was in den Augen der Mutter nichts anderes als eine gravierende Ordnungswidrigkeit darstellt. Erika, für die Zärtlichkeit nur denkbar ist als Verlangen nach Unterwerfung, straft Walters Begehren zunächst mit Mißachtung, später mit demütigender Verachtung. Die ist die einzige Möglichkeit für sie, die sich von Klemmer Erlösung und Vernichtung erhofft, ihre Überlegene Unberührbarkeit zu bewahren. Der Höhepunkt dieses Verhaltens findet statt als Erika Kohut ihrem Verehrer einen Brief zukommen lässt, der ihre sexuellen Wünsche und Begierden beschreibt und Walter Klemmer zu sadistischen Handlungen auffordert. Der Schüler regiert jedoch auf diesen Brief nicht so, wie es sich die Klavierlehrerin erhofft hatte, da sein sexuelles Begehren augenblicklich verschwindet.

Gepeinigt von seiner Zurückweisung und seinem körperlichen Versagen, erfüllt er seiner Angebeteten schließlich all ihre Wünsche, was für ihn auch so was wie sadistische Lust bedeutet. In dieser Beziehung entwickelt sich Klemmer immer mehr vom Beherrschten zum Herrscher, während im Gegensatz dazu Erika zum Opfer und bloßen Gegenstand herabgewürdigt wird. Er kann sie befreit verlassen, jedoch stürzt sie in die alten Fesseln und Bindungen an die Mutter zurück und richtet schließlich das Messer gegen sich selbst. Bachmann, Ingeborg (1926-1973) Mit ihrer subjektiv geprägten Lyrik, die nicht zuletzt die existentielle Bedrohung des Subjekts durch die Allmacht der Geschichte thematisiert, gab sie der deutschsprachigen Literatur der Nachkriegszeit entscheidende Impulse.

Am 25. Juni 1926 wurde Ingeborg Bachmann in Klagenfurt/Österreich als älteste Tochter eines Schuldirektors geboren. Der Einmarsch von Hitlers Truppen in ihrer Geburtsstadt führte zum „Aufkommen meiner ersten Todesangst". Als Tochter eines Lehrers und einer Mutter, die nicht hatte studieren dürfen, bekam Bachmann die Unterstützung und Ermunterung beider Eltern und studierte nach dem Krieg in Innsbruck, Graz und Wien Philosophie, Germanistik und Psychologie(1945-1950). Von 1951 bis 1953 war Bachmann Redakteurin und Lektorin am Wiener Sender Rot- Weiß- Rot, außerdem verfasste sie ihr erstes Hörspiel "Ein Geschäft mit Träumen" (1952). 1952 gelingt ihr der literarische Durchbruch mit ihrer Lyrik bei einer Lesung der "Gruppe 47".

1953 wurde Ingeborg Bachmann mit dem Literaturpreis der "Gruppe 47" für ihren Gedichtband "Die gestundete Zeit" ausgezeichnet. Im Anschluss lebte sie als freie Schriftstellerin in Italien, wo sie anfangs auch unter dem Pseudonym Ruth Keller als politische Korrespondentin der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" schrieb.

1956 kommt es zur Veröffentlichung des Gedichtbandes "Anrufung des Großen Bären". Ingeborg Bachmanns Lyrik, von der Literaturkritik lange nur nach ästhetischen Maßstäben bewertet, ist für sie Medium der Kritik an den restaurativen Kräften der Nachkriegszeit.

1958 ist der Beginn ihrer bis 1963 währenden Beziehung mit dem Schweizer Schriftsteller Max Frisch mit wechselnden Wohnsitzen in Zürich und Rom. Die Ehe lehnte sie ab als "eine unmögliche Institution. Sie ist unmöglich für eine Frau, die arbeitet und die denkt und selber etwas will."

1957 erhielt Bachmann den Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen, 1959 den Hörspielpreis der Kriegsblinden und 1964 schließlich den Georg-Büchner-Preis zugesprochen. 1968 wurde ihr der Österreichische Staatspreis für Literatur verliehen. Nach Bachmann ist ein Preis benannt, den die Stadt Klagenfurt und der österreichische Rundfunk (ORF) jährlich nach einer Lesung für das beste noch unveröffentlichte Manuskript vergeben. 1971 veröffentlicht sie ihren ersten Roman "Malina", der wie nachfolgende Romane und Erzählungen frauenspezifische Themen behandelt. In diesem Fall beschreibt sie eine Frau, deren Selbstverwirklichung an einem egozentrischen Partner scheitert.

17. Oktober 1973: Ingeborg Bachmann stirbt in Rom an den Folgen schwerer Brandverletzungen.


Die Lyrik Bachmanns zeichnet sich besonders durch die Verbindung von intellektuellen, teils sehr abstrakten Gedankenwelten mit symbolhaften, eigenwilligen Bilderwelten aus. Darüber hinaus vereinigt sie meisterhaft sprachliche Präzision, Wortgewalt und natürlich- harmonische Sprachmelodie. Ihr Werk lebt aus der Verbindung von Intellekt und Poesie; seine Kennzeichen sind freie Rhythmen, Musikalität und sprach- und bildschöpferische Intensität.

Einige der wichtigsten Werke von Ingeborg Bachmann:

  • "Ein Geschäft mit Träumen" (Hörspiel) 1952

  • "Die gestundete Zeit" (Gedichte) 1953 / 1957

  • "Die Zikaden" (Hörspiel) 1955

  • "Anrufung des Großen Bären" (Gedichte) 1956

  • "Der gute Gott von Manhattan" (Hörspiel) 1958

  • "Das dreißigste Jahr" (Erzählungen) 1961

  • "Malina" (Roman) 1971

  • "Simultan" (Erzählungen) 1972.

 

Ingeborg Bachmann über sich selbst: (Entstanden zwischen Mai und September 1952)

»Ich habe meine Jugend in Kärnten verbracht, im Süden, an der Grenze, in einem Tal, das zwei Namen hat - einen deutschen und einen slowenischen. Und das Haus, in dem seit Generationen meine Vorfahren wohnten - Österreicher und Windische -, trägt noch heute einen fremdklingenden Namen. So ist nahe der Grenze noch einmal die Grenze: die Grenze der Sprache - und ich war hüben und drüben zu Hause, mit den Geschichten von guten und bösen Geistern zweier und dreier Länder; denn über den Bergen, eine Wegstunde weit, liegt schon Italien. Ich glaube, daß die Enge dieses Tals und das Bewußtsein der Grenze mir das Fernweh eingetragen haben. [...] Und wenn ich später auch nach Paris und London, nach Deutschland und Italien gekommen bin, so besagt das wenig, denn in meiner Erinnerung wird der Weg aus dem Tal nach Wien immer der längste bleiben. [...] Es bleibt noch die Frage nach Einflüssen und Vorbildern, nach dem literarischen Klima, dem man sich zugehörig fühlt. - Ich habe einige Jahre hindurch viel gelesen, von den neueren Dichtern vielleicht am liebsten Gide, Valéry, Eluard und Yeats, und es mag sein, daß ich von ihnen manches gelernt habe. Im

Grunde aber beherrscht mich noch immer die mythenreiche Vorstellungswelt meiner Heimat, die ein Stück wenig realisiertes Österreich ist, eine Welt, in der viele Sprachen gesprochen werden und viele Grenzen verlaufen. Gedichte zu schreiben scheint mir das Schwerste zu sein, weil hier die Probleme des Formalen, des Themas und des Vokabulars in einem gelöst werden müssen, weil sie dem Rhythmus der Zeit gehorchen und dennoch die Fülle der alten und neuen Dinge auf unser Herz hinordnen sollen, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beschlossen sind.«

 

Ingeborg Bachmann - Malina

Malina, geschrieben von Ingeborg Bachmann, ist der einzige, noch zu Lebzeiten der Autorin, veröffentlichte Roman (1971). Dieses Werk sollte ursprünglich ein Teil einer Trilogie namens „Todesarten“ sein, jedoch sind die beiden anderen Teile, „Der Fall Franza“ und „ Requiem für Fanny Goldmann“ nur fragmentarisch erhalten. Nach dem Erscheinen des Romans konnten die Kritiker praktisch nichts mit diesem Werk anfangen, da es in den Augen Vieler einem „preziösen Seelen- Exhibitionismus“ ähnelte. Dies war der Grund warum das Werk anfangs eher weniger Erfolg hatte, da es in der politischen Atmosphäre der Studentenbewegungen äußerst anachronistisch wirkte. Nur sehr langsam erkannte man in Malina ein Psychogramm der Schriftstellerin, die hinsichtlich ihrer Zukunftserwartungen in existenzgefährdender Weise desillusioniert ist. Erst in den späten 70er Jahren erkannte man den weiblichen Konflikt, da im ganzen Zyklus Todesarten, die Frauen auf verschiedenste Weisen in den Tod getrieben werden, und den Prozeß der Selbstzerstörung selbst sozusagen veranlassen.

Der Roman schildert ein typisches Dreiecksverhältnis zwischen der Ich-Person, wessen Charakter eventuell autobiographisch beeinflusst ist, dem Ungarn Ivan und Malina, einem Militärhistoriker, der mit der Erzählerin in einer Wohnung lebt. Malina ist wohl die denkbar ungewöhnlichste Dreiecksgeschichte: weil zwei der Beteiligten in Wahrheit eine Person sind. Das Geschehen spielt sich an einem einzigen Ort ab, der Ungargasse in Wien, die Heimat der Erzählerin.

Ivan wurde zirka 1935 in Ungarn geboren, lebt jedoch seit geraumer Zeit, gemeinsam mit seinen zwei Kindern, in Wien, in der Ungargasse. Für Ivan empfindet die Ich-Person erstmals so etwas wie Liebe, jedoch erwidert er ihre Gefühle nicht beziehungsweise kann sie nicht erwidern, da er verheiratet ist. Für die Ich-Person ist Ivan die große Liebe, sie denkt es zumindest, obwohl er ihr keinen Halt bietet und nicht wirklich interessiert in eine Beziehung ist. Trotz allem glaubt die Erzählerin an dieses Verhältnis und ist nicht im Stande es zu beenden. Das totale Konträr zu Ivan ist Malina, der die Werte und Normen der Außenwelt verkörpert und ein Repräsentant der Vernunft ist. Kurz gesagt, die erträumte Welt mit Ivan steht der Realität mit Malina gegenüber. Fraglich ist nur ob es Malina wirklich als physische Person gibt, oder ob es sich nur um die Stimme der Vernunft handelt, die immer stärker wird, weil die Liebe zu Ivan dafür verantwortlich ist, dass die Erzählerin vollkommen zu zerstören droht. Man könnte sagen, dass Malina die männliche Seite ihres Bewusstseins ist, die sogar die Überhand gewonnen hat, was dazu führt, dass ihre „weibliche Welt“ der Wünsche, Phantasien, Sehnsucht und Leidenschaft, keine Chance hat. Dieser Konflikt spielt sich hauptsächlich im Inneren der Frau ab und ist schließlich auch ein wichtiger Grund für ihr Schicksal.

Der versuch ihre weibliche Identität mit Hilfe ihrer Vergangenheit zu finden, führt zu einigen Traumsequenzen, in denen ihr ein dritter Mann begegnet. Diesen dritten Mann könnte man als den leiblichen Vater interpretieren, aber in Wahrheit handelt es sich um den Vater des Leids: der Kriege, der Nationen, der Geschlechter, der Menschen. Die Alpträume der Ich-Erzählerin sind Kriegserinnerungen, in denen sie blamiert, geschlagen, in den Tod gehetzt und ermordet wird. Der Vater verbrennt ihre Bücher, er vergast sie in einer dunklen Halle, reißt ihr die Gedärme aus dem Leib, hetzt sie an den elektrisch geladenen Stacheldraht eines Lagers. Der Vater vergewaltigt die Töchter, demütigt seine Frau mit einer anderen und prügelt die ganze Familie. In allen Träumen ist die Träumerin ein hilfloses Kind. An der Person des dritten Mann, also dem „Vater“ beziehungsweise dem „Mörder“, personifiziert sich die Gewalttätigkeit einer Außenwelt, die gleichermaßen mit den Exzessen der nationalsozialistischen Vergangenheit wie mit den autoritären Ritualen der bürgerlichen Familie verbunden ist. Für Frauen ist es nicht möglich sich mit dieser Welt der männlichen „Herrschaft“ zu kommunizieren, weder für die wage aufschreiende „Mutter“ noch für die Ich-Person.

 

Aufgrund dieser Alpträume reduziert die Erzählerin immer mehr den Kontakt zur Außenwelt, was auch zur Folge hat, dass die Beziehung zu Ivan zerbricht, womit alle ihre Hoffnungen zerstört sind, ihre Identität beziehungsweise einen Gegenentwurf zu der ausschließlich von Männer bestimmten Welt zu finden. Die Ich-Person baut sich eine Utopie des Glücks und der Liebe auf, von der sie aber nur träumen kann. Aufgrund der Doppelexistenz, einer weiblichen und einer männlichen Komponente, in ihrem Bewusstsein, welche von ihr selbst und Malina verkörpert werden, kommt es nach der Trennung von Ivan langsam zum Konflikt. Die weiblichen Vorstellungen, wie Emotionalität und Spontanität, können nicht überleben, was zum Tod der Ich-Person führt, es war Mord. Der männliche Teil, der für die Ordnungsmuster einer männlich beherrschten Welt steht, hat wieder einmal gesiegt.

Das gesamte Werk handelt von Liebe, von der leidenschaftlichen Liebe zu Ivan und von der verständnisvollen zu Malina. Doch die Liebenden sind der Verzweiflung und dem Schmerz ausgeliefert, die Liebende aber der Selbstzerstörung.

Das Thema Liebe entfaltet sich auf gesellschaftskritischen Hintergrund: der Unvereinbarkeit von heutiger Gesellschaft und der harmonischen Entfaltung der Persönlichkeit, darum scheitert jeder Versuch der Verwirklichung des Ichs. So wird Ivan zum Repräsentanten der Entfremdung in der Gesellschaft, weil er zwar das Objekt des Gefühls ist, dieses aber nicht erwidert.

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Brigitte Schwaiger wurde am 6. April 1949 als Tochter eines Arztes in Freistadt (Oberösterreich) geboren. Nach ihrer Matura studierte sie Psychologie, Germanistik und Romanistik in Wien. Im Jahre 1968 heiratete sie einen spanischen Tierarzt und Offizier und lebte einige Zeit in Mallorca und Madrid. Dort unterrichtete sie Deutsch und Englisch. Nebenbei beschäftigte sie sich mit Malerei und Bildhauerei. Nach ihrer Scheidung fing sie in Linz ein Studium an der Pädagogischen Akademie an und war beruflich als Schauspielerin, Regieassistentin und Sekretärin tätig. Seit 1975 lebt sie als freie Schriftstellerin in Wien und Freistadt. 1977 erschien ihr erster Roman ,,Wie kommt das Salz ins Meer", der innerhalb eines Jahres 15 mal aufgelegt wurde und auch verfilmt wurde. 1978 erschien "Mein spanisches Dorf", ein Sammelband Prosa und Lyrik, in dem sie sich mit ihrer Kindheit und Jugend in der Oberösterreichischen Provinz auseinandersetzt. Ihr zweiter Roman "Lange Abwesenheit" (1980) beschreibt ihre gestörte Vaterbeziehung. Auch diese Werke waren Publikumserfolge, aber ihre Theaterstücke z.B. "Nestwärme", ihre Hörspiele z.B. "Murmeltiere" und ihre Einakter z.B. "Die Klofrau" blieben ziemlich unbekannt. 

Preise und Auszeichnungen:

1974: Staatsstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst für Literatur

1975: Autorenstipendium des Dramatischen Zentrums Wien

1984: Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Literatur

 

Die wichtigsten Werke von Brigitte Schwaiger:

  • Wie kommt das Salz ins Meer 1977

  • Mein spanisches Dorf (Prosa) 1978

  • Lange Abwesenheit 1980

  • Nestwärme 1976

  • Liebesversuche 1979

  • Malstunde 1986

  • Murmeltiere 1975

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Brigitte Schwaiger - Wie kommt das Salz ins Meer?

Allgemein bekannt wurde Brigitte Schwaiger durch ihren ersten Roman „Wie kommt das Salz ins Meer?“, der teilweise autobiographischen Geschichte eines Mädchen aus einer Kleinstadt, das in eine Ehe stolpert, bei den ersten an sie gestellten Aufgaben versagt, sich in die Ehe einsperrt und sich dem immer erziehenden Mann untergeben fühlt. Mit einem Verhältnis zu einem anderen Mann versucht sie aus dieser Situation auszubrechen, jedoch zerstört sie damit nur ihre Ehe mit Rolf.

Charakteristisch für dieses Werk ist die Tatsache, dass sich Brigitte Schwaiger auf ihre eigenen Erfahrungsbereich stützt beziehungsweise beschreibt sie ihre eigenen Sehsüchte, Ängste und Enttäuschungen. In diesem Roman wehrt sie sich gegen die Normen in der bürgerlichen Gesellschaft und gegen das Traditionsbewusstsein. Der Leser wird nicht durch Sprachexperimente und komplizierte Handlungsstränge verwirrt, sondern man hat das Gefühl man lese einen authentischen Erfahrungsbericht, außerdem spricht das Thema viele Leser an, da sie sich damit identifizieren können. Die Ich-Person, eine junge Frau, versucht sich selbst zu finden. Sie schildert „alltägliche“ Situationen ihrer Ehe: die Hochzeitsfeier, den tristen Alltag als Hausfrau, der Geliebte erweist sich als gescheiterter Ausweg, eine Abtreibung löst eine Krise in der Familie aus, die zu Beruhigungstabletten, Selbstmordabsichten und psychiatrischer Behandlung führen. Am Ende steht die Scheidung und die Erzählerin kehrt ins Elternhaus zurück, und findet sich selbst wieder.

Der Zeitablauf von Anfang bis Ende der Ehe wird oft von Geschichten und Erinnerungen aus ihrer Kindheit und Jugend überlappt, was im Endeffekt eine patriarchalisch dominierte Welt ergibt. Die Hauptperson macht kein Geheimnis aus ihrem Konflikt zwischen Emotionen und gesellschaftlicher Anpassung offen aus, was dazu führt, dass sich viele Frauen mit ihr identifizieren können. Möglicherweise machte dies den Erfolg des Buches aus.

Brigitte Schwaiger wählte einen Stil, der einfach, eindringlich, provokant und komisch zugleich ist.

 

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Vergleich der Werke Malina, Wie kommt das Salz ins Meer und die Klavierspielerin unter einigen bestimmten Aspekten:

Die drei Hauptfiguren aus den Werken „Die Klavierspielerin“ von Elfriede Jelinek, „Malina“ von Ingeborg Bachmann und „Wie kommt das Salz ins Meer?“ von Brigitte Schwaiger, handeln alle drei von unterdrückten Frauen. Der einzige Unterschied liegt darin, wie und von wem die Frauen kontrolliert werden. Ein weiterer interessanter Aspekt, den alle drei Werke aufweisen, ist die unterschiedliche Art wie das „schwache Geschlecht“ auf diese Unterdrückung reagiert und versucht, aus dieser Lage zu entkommen.

Zu dem ersten Punkt, der Unterdrückung, ist zu sagen, dass der einzige Zusammenhang zwischen den drei Büchern darin liegt, dass sie kontrolliert werden.

Zuerst möchte ich dies anhand von Erika Kohuts, der Hauptfigur aus dem bekannten Werk von Elfriede Jelinek, „Die Klavierspielerin“, erklären. In diesem Falle wird die Frau von ihrer dominanten und fordernden Mutter unterdrückt. Von Kindestagen an war es das Ziel der Mutter ihr Kind so zu erziehen, dass es sich von der breiten Masse unterscheidet. Im Allgemeinen sollte dies ja das Ziel der Eltern sein, ihre Kinder so zu erzeihen, dass sie etwas besonderes darstelle, aber in diesem Falle hat es die Mutter doch um einiges übertrieben. Aufgrund des permanenten Drilles Mutter immer mehr Klavier zu spielen und immer besser zu werden, hatte Erika damals keine Zeit mehr für andere Beschäftigungen, wie zum Beispiel Freunde, Liebe,... Kurz gesagt, die Mutter war schuld daran, dass Erika immer mehr von der Außenwelt isoliert wurde. Jeder zaghafte Versuch doch aus dieser Welt zu flüchten, zeigen sich darin, dass Erika eine enorme Gier nach Äußerlichkeiten entwickelt. Eine weitere Folge dieser diktatorischen Erziehung der Mutter, dass Erika Kohut ein beunruhigendes Problem mit ihrer eigenen Identität entwickelt. Selbst als Erika um die dreißig Jahre alt ist, versucht die Mutter noch immer mit aller Gewalt jeglichen Kontakt Erikas zu der Außenwelt, insbesondere zu Männern, zu verhindern. Da die Frau keine normale Beziehung führen kann, hat sie praktisch keine andere Wahl, als ihre Sexualität in Perversitäten zu äußern, und entwickelt sich deshalb zu einer Voyeurin, die ihre sexuelle Befriedigung in Pornokinos sucht. In meinen Augen hat Erika keine Chance ihr eigenes Leben zu führen, da sie in der Traumwelt ihrer Mutter gefangen ist, und dies ihre einzige Möglichkeit ist, doch noch irgendwie Abstand zu der Mutter zu gewinnen.

Im Gegensatz dazu steht die Frau in „Wie kommt das Salz ins Meer“ von Brigitte Schwaiger, nicht von der Mutter unterdrückt, sondern von der gesamten Gesellschaft. Als Frau wird von ihr praktisch verlangt einen anständigen Mann zu finden, diesen auch zu heiraten, beinahe alles für ihn zu machen, Kinder zu gebären und die perfekte Hausfrau zu sein. Die Gefühle und Bedürfnisse des „schwachen Geschlechtes“ werden jedoch vollkommen ignoriert, da es ja bereits alles besitzt, was sich eine Frau nur wünschen kann. Im Allgemeinen beschreibt dieses Werk den Konflikt zwischen Emotionen und gesellschaftlicher Anpassung der Protagonistin. Die Ich- Personversucht verzweifelt sich selbst wieder zu finden, da sie sich aufgrund der










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