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Sieben Jahre in Tibet - Heinrich Harrer



Sieben Jahre in Tibet

"Sieben Jahre in Tibet" ist die Geschichte eines großen Abenteuers und einzigartiger Bericht eines Lebens, wie es kein anderer Europäer je erfahren hat.

Der Autor dieses Buches, Heinrich Harrer, erzählt wie er 1940 nach Beendigung einer Nanga-Parbat-Expedition die Heimreise antritt. Dabei wird er vom Ausbruch des 2. Weltkriegs überrascht, von den Alliierten aufgegriffen und in einem indischen Internierungslager festgehalten. Nach einigen misslungenen Fluchtversuchen glückt ihm 1944 die Flucht, und gemeinsam mit seinem Freund Peter Aufschnaiter gelangt Harrer nach Tibet, dem geheimnisumwitterten Land auf dem Dach der Welt. Diese spannende Flucht möchte ich euch anhand dieser Karte zeigen.

Ende August 1939 wurde Harrer mit vielen anderen Gefangenen in ein sogenanntes "Transit-Camp" gebracht, vierzehn Tage später wurden sie in das große Internierungslager "Ahmednagar" in der Nähe von Bombay eingeliefert. In den Zellen bereitete sich Harrer auf einen erneuten Fluchtversuch vor. Als erstes lernte er ein wenig Tibetisch und Japanisch, um sich mit den Einheimischen verständigen zu können.

Als nächstes sammelte er sämtliche in der Lagerbibliothek vorhandene Reisebücher über Asien.




Außerdem widmete er täglich viele Stunden dem Sport, um seinen Körper in denkbar bester Kondition zu erhalten. Gleichgültig ob das Wetter gut oder schlecht war - er absolvierte sein Pensum, das er sich selbst vorgeschrieben hatte.

Er lernte einen weiteren Gefangenennamens Marchese kennen, der ebenfalls einen Fluchtversuch plante. Da, es ein Italiener war, konnten sie sich nur mit der Hilfe von Gestiegen einigen, einen gemeinsamen Fluchtversuch zu planen.

Nach 3/2 Jahren hatten sie im Mai 1943 alle Vorbereitungen beendet: Geld, Kraftnahrung, Kompaß, Uhren, Schuhe und ein kleines Bergsteigerzelt waren beschaffen.

Eines Nachts beschlossen sie den Versuch zu wagen. Es war nahe an Mitternacht, in zehn Minuten mussten die Wachen wechseln. Als beide Wachtposten den größtmögliche Entfernung erreicht hatten, stellten sie die Leiter an den Stacheldraht. Harrer kletterte sofort auf die Leiter, und durchschnitt die oben noch zusätzlich angebrachten Drähte, die das Überklettern des Strohdachs verhindern sollten, und schlüpfte auf das Dach. Es war ausgemacht, dass der Italiener sofort nachkommen sollte, währen Harrer die Drähte mit den Händen für ihn offenhielt. Da die Wachposten heran eilten, glaubte Marchese, dass es für ihn schon zu spät sei. Erst in letzter Sekunde kletterte er auf die Leiter, durch den Drahtzaun auf das Dach. Sie krochen über das Dach und ließen sich dann mit einem schweren Fall in die Freiheit plumpsen. All das war nun nicht gerade sehr leise vor sich gegangen, und die Soldaten waren alarmiert. Aber während ihre ersten Schüsse durch die Nacht peitschten, waren Marchese und Harrer schon im dichten Dschungel verschwunden.

Sie marschierten die ganze Nacht durch, um sich vom Lager so weit wie möglich zu entfernen, und beschlossen die Nächte zum wandern zu nützen, und sich am Tag zu verstecken.

Um nicht so leicht aufzufallen färbte sich Harrer seinen hellen Kopf - und Barthaare schwarz. Auch seinen Händen und seinem Gesicht gab er mit einer Mischung aus Kaliumpermanganat, brauner Farbe und Fett eine dunkle Tönung. Dadurch bekam er immerhin einige Ahnlichkeidt mit einem Inder, und das war wichtig, denn sie wollten im falle einer Entdeckung als Pilger ausgeben. Marchese war von Natur aus dunkel genug, um zumindest in einiger Entfernung nicht aufzufallen. Natürlich durften sie sich beide nicht untersuchen lassen.

Nach einigen harten Tagen stießen sie auf Fischer, jedoch die Verkleidung schien recht gut zu sein, denn die Männer verkauften ihnen mehrere Forellen.

Später trafen sie auf Bauern, die Butter in die Stadt trugen. Ohne Mißtrauen verkauften sie ihnen die Butter.

Nach langem Wandern erreichten die Beiden gegen Mitternacht die Tempelstadt Uttar Kaschi. Harrer wusste, dass sie nun eine "innere Grenzlinie" überschreiten mussten. Da sie keinen Pass besaßen, mussten sie nun besonders scharf darauf achten, der Polizeistelle und ihren Streifen auszuweichen. Sie suchten sich einen geeigneten Platz um sich auszuruhen. Bald jedoch wurden sie von einigen Indern gefunden, die nach den Pässen verlangten. Harrer versuchte es mit der Ausrede ein Pilger zu sein, aber die Inder ließen sich nicht täuschen. Sofort alarmierten sie die Wachen, und am nächsten Tag wurde Harrer, gemeinsam mit Marchese wieder ins Lager zurückgebracht. Nach den vielen Strapazen, konnten sie ihre Kameraden nur schwer wiedererkennen.

Harrer bereitete sich auf einen erneuten Ausbruch vor. Diesmal wollten sie zu siebt ausbrechen, danach konnte jeder seine eigenen Wege gehen.

Nach ½ Jahr Haft wollten sie am 29. April 1944 nach dem Mittagessen als Stacheldraht - Reparaturgruppe verkleidet, die Freiheit gewinnen. Da weiße Ameisen ständig an den Pfosten und an der Umzäunung nagten, waren solche Arbeitsgruppen ein gewöhnlicher Anblick.

Zu einem besprochenen Zeitpunkt trafen sie sich in einer kleinen Hütte in der Nähe eines meist unbewachten Stacheldrahtkorridors. Dort verkleideten sie sich, und Schminkexperten aus dem Lager verwandelten sie im Nu in dunkelhäutige Inder. Danach marschierten sie den Korridor hinauf, und fielen in keiner Weise auf. Als sie die Umzäunung erreicht hatten, schlüpften alle Sieben hintereinander durch ein Loch, das sie vorher schon gemacht hatten, durch, und zogen die Verkleidung in einem sicheren Gebüsch aus. Ohne viele Worte verabschiedeten sie sich, und gingen getrennte Wege. Harrer und Aufschnaiter vereinbarten sich später wieder zu treffen. Harrer wählte die selbe Route wie beim letzten mal, diesmal wollte er jedoch nichts riskieren.



Da er die Streck schon kannte, kam er schnell voran, und erreichte schon nach wenigen Tagen den Pass, an dem letztes mal die Flucht endete. Diesmal schlich Harrer vorsichtiger durch die Tempelstadt, wurde aber wieder entdeckt. Zwei Männer wollten ihm den Weg versperren, konnten ihn aber nicht stoppen. Harrer lief aus Angst wieder gefasst zu werden, in den nahen Wald, und konnte sich dort verstecken.

Nach zehn weiteren Tagen erreichte er das unbewohnte Dorf Nelang, und stieß dort auf vier seiner Lagerkameraden.

Nach vier weiteren anstrengenden Tagen erreichten sie eine Höhe von 5300 Metern, und überquerten somit den Übergangspass zwischen Indien und Tibet.

Bald erreichten sie das erste tibetische Dorf, Kasapuling. Dort rasteten sie sich einige Zeit lang aus, kauften einen Ziegenbock, den sie mit Genuss verzehrten, und betrachteten die primitiven Häuser und Tempel.

Nach elf weiteren Tagen erreichten sie das nächste Dorf, Schipki. Sie bewegten sie nun schon mehr als drei Wochen ohne größeren Problemen in Tibet.

Der Aufstieg zum nächsten Pass war sehr beschwerlich und kostete viel Kraft, da der schon auf über 5700 Metern lag. In den Nächten war es sehr kalt, und sie kamen nur langsam voran. Auf diesen Höhen gab es keine Dörfer, nur vereinzelte Nomadenzelte. Zeitweise schlossen sie sich an Jak - Karawanen an, die getrocknete Aprikosen aus Indien nach Lhasa brachten. Kurz vor dem nächsten Dorf Gartok wurden sie von freundlichen Tibetern in ihr Zelt eingeladen, und bekamen eine warme Mahlzeit. Außerdem konnten sie denen einen Esel abkaufen, der das Gebäck tragen sollte. In Gartok wurden sie von den Einwohnern sehr freundlich empfangen, und bekamen reichlich an Nahrung. Sie erfuhren, dass in diesem Dorf der Sitz des Vizekönigs war, und eines Tages wurden sie von ihm eingeladen. Sie erzähltem ihm die ganze Geschichte, und der Vizekönig hörte aufmerksam zu. Nach einem langem Gespräch ließ er ihnen Reisepässe herstellen, und übergab ihnen einen stärkeren Esel. Jedoch verbot er ihnen das Landesinnere zu betreten!

Bald verließen sie die Stadt, und marschierten mit ihren treuen Esel den sie Armin nannten weiter.

Sie wanderten wochenlang ohne ein Dorf zu erreichen. Dafür war die Landschaft um so schöner.

Links und rechts waren sie von über 7000 Meter hohen Gebirgsketten umgeben, und im Sonnenlicht wirkten die Gletscher wie ein Paradies. Trotzdem kamen sie nur mühsam weiter, und mussten viele kalte Flüsse durchwaten. Von Zeit zu Zeit konnten sie den Himalaja erblicken, dessen Gipfel ihnen wie ein Naturwunder erschien. Nach etlichen Wochen erreichten sie das nächste Dorf, Tradün. Dort konnten sie seit langem wieder in festen Häusern schlafen, bekamen von den freundlichen Einwohnern neue Kleidung und warme Speisen. In diesem Dorf blieben sei mehrere Wochen lang, und konnten sich von den Strapazen erholen. Da alle vier gute Bergsteiger waren, konnten sie der Versuchung Ausflüge auf die nächstliegenden Berge zu machen nicht widerstehen. Nach vier Monaten Aufenthalt zogen Harrer und Aufschnaiter, ausgerüstet mit zwei Esel, auf denen sie ritten, und zwei Jaks, die ihr Gebäck trugen, weiter. Außerdem hatten sie zwei Diener, die die Jaks führten. Die anderen zwei Bergsteiger wollten noch länger in Tradün bleiben. Da Winter war, schneite es ständig in dicken Flocken, und sie kamen nur langsam voran. Genau Weihnachten erreichten sie das nächste Dorf, Dzongka, wo sie ein gutes Quartier bekamen. Dort blieben sie jedoch nur wenige Tage, ehe sie gemeinsam mit einer Jak - Karawane weiterzogen. Unter härtesten Bedingungen, teilweise hatte es minus 12 Grad, erreichten sie nach einer Woche das Dorf Kyirong. Dieses Dorf liegt 2800 Meter hoch, und sie konnten der Versuchung aus Holz Schier zu bauen, und damit zu fahren, nicht widerstehen. Auch in diesem Dorf wurden sie herzlich empfangen, und bekamen ein warmes Zimmer zugewiesen. Sie blieben beinahe ein ganzes Jahr in Kyirong, ehe sie abermals in einem Winter, mit einem neuen Armin, weiterzogen. Die Reise war sehr schwer, da es ständig Minusgrade hatte. Doch eines Tages stand der höchste Berg der Welt vor ihnen, der Mount Everst. Stundenlang standen sie vor dem Berg, ehe sie aus Kälte weiterziehen mussten. Nach einigen Tagen erreichten sie eine Höhe von 5600 Metern, und somit den nächsten Pass, Köra. Dort wurden sie von einigen Männern aufgehalten, und Harrer erzählte wieder das alte Märchen der Pilgerfahrt. Diesmal wurde die Geschichte geglaubt, und sie konnten ohne Probleme weiterziehen. Nach einigen Tagen mussten sie sich zwischen zwei Wege entscheiden: Entweder den kürzeren, der jedoch ins Landesinnere geht, und sie somit ein Risiko eingehen, oder den nördlicheren, wo es keine Dörfer gibt, und sie in der eisigen Kälte auf sich gestellt sind. Schlussentlich einigten sie sich auf die zweite Variante. Schon bald kamen sie in ein heftiges Schneetreiben, und die Reise wurde zu einer Qual. Sie bekamen an den Zehen Erfrierungen, und wollten umkehren. Doch plötzlich fanden sie einige Nomadenzelte, wo sie eine Unterkunft bekamen. Von den Nomaden erfuhren sie, dass sich in dieser Gegend räuberische Khampas befinden, und sie sehr sorgsam sein müssten. Sobald sich der Sturm legte, wanderten sie weiter. Nach einigen Tagen zeigte das Thermometer minus 30 Grad Celsius, und die Erfrierungen wurden stärker. Außerdem hatten sie nur noch wenig zu essen. Erst nach Tagen erreichten sie das nächste Nomadenzelt, und wurden freundlich aufgenommen. Sie bekamen eine warme Suppe, und konnten sich ein wenig ausrasten. Die nächsten Tage verbrachten sie auf 6000 Meter Höhe, und die dünne Luft war unerträglich. Als sie den Guring-Pass überquerten hatten sie das Schlimmste überwunden, und befanden sich kurz vor der heiligen Stadt Lhasa, die auf 3700 Metern liegt.



Am 15. Jänner 1946 standen sie vor den goldenen Dächern des Potala, dem Sitz des Dalai Lama und dem Wahrzeichen der Stadt Lhasa! Sie litten unter Hunger, Kälte und Erfrierungen, und sehnten sich nach ein warmes Bett. Vor dem Tor der Stadt knieten einige Bettler, Wachen oder Soldaten gab es aber keine. Sie konnten ohne Probleme den heiligen Ort betreten, und sich unter eine Menge von Leuten mischen. Als nächstes klopften sie an mehreren Häusern und bettelten um Unterkunft, jedoch niemand wollte sie aufnehmen. Erst nach einigen misslungenen Versuchen nahm sie ein Adeliger auf. Sie bekamen ein großes beheiztest Zimmer. Außerdem konnten sie sich seit langem wieder waschen, und bekamen frische Kleidung. Auch ihre langen Bärte wurden rasiert, und ihre Haare geschnitten, damit sie etwas gepflegter aussahen. Am nächsten Tag kam Thangme, dem das Haus gehört, vom Außenamt mit der Nachricht zurück, dass sie vorläufig in Lhasa bleiben durften. Bald gehörten sie ganz zur Familie. Thangmes Frau kochte kerne für zwei Personen mehr, und auch die anderen Einwohner der Stadt interessierten sich für die spannende Geschichte des Ausbruches und der langen Reise. Nach einigen Tagen wurden sie in das Elternhaus des Dalai Lama eingeladen. Die Eltern des Gottkönigs wollten jedes Detail seit dem Ausbruch in Indien erfahren. Natürlich mussten sie sich auch eine Arbeit suchen. Aufschnaiter fand bald eine Stelle als Arbeiter beim Kanalbau am Stadtrand, und Harrer arbeitete im Dienst der Regierung, übersetzte Nachrichten und Zeitungsartikel, und baute hin und wieder kleinere Dämme und Bewässerungsanlagen. Eines Tages beauftragte der Dalai Lama Harrer er solle in seinem Garten einen Brunnen bauen, was ihm auch gelungen war. Mit der Zeit befreundeten sie sich sogar, und Harrer wurde der Lehrer des Jungen. Der erst 14-jährige Dalai Lama bittete Harrer ihm von der Kultur und der wissenschaftlichen Denkweise des Westens zu unterrichten, und es entstand ein rührendes Verhältnis. Sie hatten oft stundenlang Religionsdebatten, aber der Junge erzählte trotzdem alles von seiner Religion, und war völlig davon überzeugt Harrer zum Buddhismus zu bekehren.

Am 07. Oktober 1950 griffen die Chinesen an sechs verschiedenen Stellen die Grenzen Tibets an. Es fanden fiele Kämpfe statt, und in Lhasa hatte man um den Gottkönig große Angst. Millionen von Tibetern sind ums Leben gekommen, und von etwa 6000 Klöstern, Tempel und Schreinen sind 99 Prozent entweder geplündert oder völlig zerstört worden. Bald verließen Harrer und Aufschnaiter die Stadt. Sie fuhren mit einem kleinen Jakhautboot den großen Fluss Tsangpo zu der Stadt Gyantse hinunter. Von dort aus marschierten sie sofort zu der zweit größten Stadt Tibets - Schigatse. Am 19. Dezember verließ der Dalai Lama mit seiner Familie und vielen anderen Einwohnern die heilige Stadt, und flüchteten in einer riesigen Kolonne nach Gyantse, wo Harrer mit seinem Freund Aufschnaiter schon ungeduldig warteten, und zusammen nach Tschumbi reisten. Nach langem Hin und Her war in Peking ein Vertrag zustande gekommen. Er überließ dem Dalai Lama die innere Verwaltung seines Landes und versprach die vollkommene Achtung der Religion und die Freiheit ihrer Ausübung. Dafür verlangte Rotchina die Vertretung Tibets im Ausland und übernahm die Verteidigung des Landes.

Harrer verließ Tibet und kehrte nach Europa zurück. Der Dalai Lama zog mit Aufschnaiter bald wieder nach Lhasa zurück, wo Aufschnaiter aber nicht lange blieb. Er reiste nach Kyirong, wo er früher schon ein Jahr gelebt hatte. Dort gründete er eine Familie und blieb er bis zur letzten Minute, da ihm der Abschied sehr schwer fiel!

1997 wurde dieses Abenteuer mit dem Hauptdarsteller Brad Pitt, der den österreichisch Olympiasieger Heinrich Harrer spielte, mit vielen Landschaftsbildern auch verfilmt.










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