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Mittelhochdeutsche Ritterdichtung




Mittelhochdeutsche Ritterdichtung


Um 1180 vollzog sich ein entscheidender Wandel in der deutschen Dichtung, als an die Stelle des Geistlichen der Ritter als Träger der geistigen Kultur trat. Nicht mehr das Kloster war nun Mittelpunkt der Kultur, sondern die Ritterburg. Die mittelhochdeutsche Dichtung gliedert man in


1. Ritterlich höfisches Epos

2. Volksepos

3. Minnegesang


1. Das ritterlich höfische Epos behandelt

a. antike Stoffe ( Alexander der Große, der Trojanerkrieg, )




b. den französisch, bretonischen Stoffkreis, wie die Arthussage oder die Gralsage

c. Der dritte Stoffkreis umfaßt französische Heldenepen, besoders solche aus dem Sagenkreis um Karl den Großen


Das ritterlich höfische Epos zeichnet sich dadurch aus, daß es

a. eine Standesdichtung von Rittern für Ritter

b. zum Vorlesen und nicht zum Vortrag durch Spielleute

c. die Sprache eine Art gehobene Dichtersprache darstellt.

Es wird auf Reinheit und Rhythmus der Verse großer Wert gelegt. Ein Idealbild, nach dem sich das ritterliche Leben ausrichten sollte, wird geschaffen. Als eigentlicher Begründer des deutschen Ritterepos gilt Heinrich von Veldecke ( etwa 1140 - 1206) mit seinem Hauptwerk Eneide, das zwischen 1174 und 1190 verfaßt wurde.

Was Heinrich von Veldecke begonnen hatte führte Hartmann von Aue ( etwa 1170 - 1215), mit seinen Werken Erec, Gregorius ûf dem Steine, Der arme Heinrich und Iwein, weiter.

Weitere Dichter dieser Epoche waren Wolfram von Eschenbach ( etwa 1170 - 1220), der das Epos Parzival verfaßte, und Gottfried von Straßburg  ( gestorben um 1200), der mit seiner Bearbeitung von Tristan und Isolde berühmt wurde.


2. Als zweite Dichtungsform des Mittelalters gilt das Volksepos, das heimisches, dem Volk bekanntes Sagengut behandelt. Trotz seines Namens handelt es sich beim Volksepos nicht um eine Dichtung aus dem Volk für das Volk, sondern wiederum um von Rittern für Ritter gedichtete Werke. Die berühmtesten Volksepen sind

a. das Nibelungenlied

b. das Gudrunlied

c. die Dietrichepen




d. die Ortnit- und Wolfdietrichepen


3. Als dritte Gattungsform der mittelhochdeutschen Dichtung gilt der Minnegesang, der sich der Beziehung zwischen Mann und Frau widmet. Der Inhalt befaßt sich mit Liebesbotschaften, dem Gespräch zwischen Dame und Ritter, schmerzlicher Trennung der Liebenden, dem Tod eines Fürsten oder einer Frau und politischen Tagesfragen. Nach der äußeren Form unterscheidet man das Lied, das ein Gedicht mit gleich gebauten Strophen und musikalisch bedingt ist, den Leich, der ein langes, kunstvoll aufgebautes Lied mit ungleich gebauten Versgruppen und für den Tanz gedacht ist, und den Spruch, ein einstrophiges Gedicht mit einfachem Aufbau.

Jeder Minnesänger verfaßt selbst den Text und die Melodie, wobei das geistige Eigentum streng beachtet wird. Das Lied wird mit der Geige , der Fidel, vom Sänger selbst oder aber einem zweiten Vortragenden begleitet. Die Minnelieder erfreuen sich allgemein großer Beliebtheit. Ursprünglich werden sie von Mund zu Mund verbreitet, später auf Pergamentstreifen aufgeschrieben und zu Gedichtsbüchlein zusammengeheftet. Im älteren Minnegesang ( vor 1175)  tritt gewöhnlich die Dame als Werbende auf. Als Verfasser solcher Lieder sind von Kürenberg und Dietmar von Aist bekannt. Ab 1175 spricht man vom jüngeren Minnegesang in dem der Ritter die Dame umwirbt.

Zwei Vertreter dieser Gattung sind Friedrich von Hausen und Heinrich von Morungen.

Als größter Minnesänger des Mittelalters jedoch gilt Walther von der Vogelweide, dessen berühmteste Werke in der Blütezeit des Minnegesangs entstanden. Dieser ist der vollendetste und vielseitigste Lyriker des Mittelalters. Walther von der Vogelweide schreibt sowohl Mädchenlieder, in denen er echte Weiblichkeit und Anmut preist, als auch Spruchdichtung über innen- und außenpolitische Angelegenheiten des Reiches ebenso wie Kreuzlieder, in denen er sich dem Gottesdienst widmet. In allen diesen erweist er sich als großer Künstler der alle Liedgattungen seiner Zeit beherrscht.













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