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Charakteristik der Rolle Abigail Williams






Charakteristik der Rolle Abigail Williams :


Arthur Miller stellt seine weibliche Hauptrolle, Abigail Williams, als ein junges, äußerst hübsches Mädchen dar, welches bei den Zuschauern den Eindruck von Unschuld vermitteln und die Gefühle der Sympathie erwecken soll. Doch Arthur Miller gibt dem eigentlichen Wesenszug  Abigails eine ganz andere Richtung. Sie ist ein berechnendes, junges Mädchen, welches immer auf ihren persönlichen Vorteil bedacht ist.




Die Tatsache, das sie schon in ihrer frühen Kindheit ihre Eltern durch einen brutalen Indianerüberfall verlor, bei welchem sie Augenzeuge war, hat ihren Charakter sicherlich stark geprägt.

Nach dem Tod ihrer Eltern wächst sie bei ihrem Onkel, dem Pastor der puritanische Gemeinde von Salem, auf. Anfangs fügt sie sich in die strengen Regeln und Sitten dieser Gemeinde, doch fällt es ihr schwer vierundzwanzig Stunden am Tag ernst zu bleiben, da dies ihrer Natur widerspricht. Sie kann nicht daran glauben, daß das Leben nur aus Anstand und Förmlichkeiten besteht. In ihr ist eine permanente Unruhe, welche nur darauf wartet mit einem mächtigen Schlag aus ihr heraus zu platzen.

Als dieser Schlag kommt, verändert dieser ihr Leben und das von jedem Einzelnen in dem Örtchen Salem.

Ausgelöst wird dieser Einschnitt in ihr Leben, welcher gleichermaßen auch ihren Charakter formt, von John Proctor, welcher sich auf ein Verhältnis mit ihr einläßt. In dem Moment, in welchem der erwachsene, angesehene und scheinbar makellos anständige John Proctor sich mit Abigail einläßt, bekommt die geformte Fassade der puritanischen, prüden Gemeinschaft große Risse und gewährt Abigail Einblicke in die inoffizielle Realität, in welcher sowohl Liebe, Sexualität und Freude sowie Haß, Mißgunst und Neid durchaus existieren.









Diese Erkenntnis stärkt ihr Selbstwertgefühl den anderen Mädchen gegenüber, welche sie von nun an als naive, unerfahrene "Gänse" betrachtet. Abigail wird hochmütig und verachtet die Menschen in ihrer Umgebeung. Einzig und allein John Proctor, welcher ihr mit seiner nüchternen, direkten Art imponiert, genießt ihre Hochachtung. Mit dem nächtlichen Ausbruch aus den strengen Regeln der Gemeinde provoziert sie demonstrativ die Bewohner Salems und verdeutlicht ihre Opposition gegenüber deren Einstellung, indem sie etwas Verbotenes einleitet und andere Mädchen anstiftet sich ihr anzuschließen, obwohl es auf der Hand liegt, daß diese nächtliche Zusammenkunft über kurz oder lang ans Tageslicht gelangen wird. Sie senkt dadurch ihre Hemmschwelle sich weiterhin den Ansichten und Regeln der Gemeinde zu beugen und entwickelt immer stärker den Willen, sich frei zu äußern und Selbständigkeit zu erlangen. Sie fühlt sich als eine Gefangene in einer streng religiösen, gesitteten Gemeinschaft, da sie mit der Religion nicht sonderlich viel verbindet. Ihre neue Situation ist von einer überwiegenden Ironie geprägt, da sie als tendenziell Ungläubige als "Heilige" auftritt und als solche endlich Ansehen erntet und von den anderen Gemeindemitgliedern verehrt wird.

Sie ist für die damaligen Verhältnisse äußerst früh entwickelt und hat ein starkes Selbstbewußtsein, da sie schon wesentlich mehr Erfahrungen hat, als das zu ihrer Zeit üblich war.

Sie ist durchaus bereit kaltblütig andere Menschen in den Tod zu schicken, wenn dies ihren eigenen Hals aus der Schlinge zieht.

Sie ist ein einflußreiches Mädchen und übt mit Hilfe von psychischem Druck und Einschüchterung Macht über andere aus, was ihr des öfteren das Leben rettet. So flößt sie z. B. Mary Warren, ebenfalls ein Mädchen aus Salem, solchen Respekt und Furcht ein, daß es Abigail gelingt sie so sehr zu beeinflussen, als diese bei Gericht aussagen will, daß sie ihre vorher bereits gestandene Aussage gegen Abigail widerruft und somit derenUntergang verhindert.




Doch sie hat nicht nur sprunghafte Mädchen wie Mary Warren im Griff sondern zieht auch erfahrene und gestandene Männer wie den Richter, welcher über ihr Schicksal entscheiden soll, in ihren Bann, als diesem leichte Zweifel an ihrer Unschuld aufkommen.

Sie ist äußerst intelligent und weiß sich immer im richtigen Augenblick gekonnt in Szene zu setzten und die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, wenn es gilt für sie bedrohliche Momente abzuwenden.

Sie plant ihre Vorgehensweise bereits im Voraus und mißbraucht auf intrigante Art und Weise Dritte für ihr Vorhaben.









So nutzt sie die Gelegenheit, in eine Puppe, welche Mary Warren während der Gerichtsverhandlung macht, eine Nadel hineinzustecken. Da Mary Warren ihre Nachfolgerin im Hause Proctor ist, weiß abigail, daß diese Puppe unter Garantie in die Hände von Frau Proctor gelangt.

Diese Puppe soll den Verdacht gegen Elizabeth Proctor, welche Abigail vernichten will, um endgültig an John Proctors Seite zu treten, verstärken und sie an den Galgen bringen. Sie ist skrupellos und verschlagen, wenn es darum geht ihren eigenen Willen und ihre Wünsche durchzusetzen. Dabei geht sie extrem egozentrisch vor und zeigt sich gleichgültig gegenüber dem Leben, welches sie mit ihrem Verhalten zerstört.


Sogar ihre Flucht gegen Ende des Stückes ist eigennützig und im Voraus geplant. Als sie von Gerüchten über Aufstände in Andover hört, bei denen die Bürger das Hexengericht gestürzt hätten, wird ihr sofort klar, daß dies in Salem ebenfalls  zu befürchten sei und ergreift rechtzeitig die Flucht, um abermals ihren eigenen Kopf zu retten.

Es scheint als hätte sie alles verloren; sie muß fliehen und den einzigen Menschen, den sie in Salem geliebt hatte und mit welchem sie ihre Zukunft aufbauen wollte, hat sie in den Tod gestürzt. Doch sie ist zu stolz, um sich ihren Fehlern zu stellen und die Möglichkeit zu ergreifen, die noch nicht verurteilten Menschen vor dem tragischen Tod zu bewahren.

Ihr Leben ist ihr mehr wert, auch wenn sie dieses womöglich ewig als Fliehende verbringen wird und ihre Zukunft mehr als nur ungewiß ist.










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