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Bertold Brecht - Die heilige Johanna der Schlachthofe




Bertold Brecht

"Die heilige Johanna der Schlachthöfe"

(Uraufführung am 30.April 1959 in Hamburg)



Autor:


Am 10.Februar 1898 als Sohn eines Angestellten in Augsburg geboren

Studium der Naturwissenschaften, Medizin und der Literatur




1918 Dienst als Sanitätssoldat in einem Lazarett

Hinwendung zum Marxismus und Kommunismus

1933 Flucht mit Frau Helene Weigel aus Deutschland

Aufenthalte in der Schweiz, Dänemark und Frankreich

1941 Ansiedelung in Amerika

Nach dem Krieg Rückkehr nach Ost-Berlin

1949 Gründung des "Berliner Ensembles" mit seiner Frau

1956 in Berlin gestorben



Wichtigste Werke:


Frühwerke:  1918/19 "Baal"

1929 " Die Dreigroschenoper "

Lehrstücke:  1931 "Die Maßnahme"

1932 "Die heilige Johanna der Schlachthöfe"

Meisterdramen (im Exil entstanden):

"Leben des Galilei"

"Mutter Courage und ihre Kinder"

"Der gute Mensch von Sezuan"

"Der kaukasische Kreidekreis"



Inhalt:        


Szenerie: Ausbeutung des Proletariats durch Kapitalisten zur Zeit der Weltwirtschaftskrise


Johanna Dark, Leutnant der Missionsbewegung die Schwarzen Strohhüte, stösst auf die trostlose Lage der Arbeiter in den Schlachthöfen. Diese ist durch die Aktivitäten des Fleischkönigs Mauler bedingt, der seine Konkurrenten ausschaltet und somit die Marktlage verschlechtert, was sich in steigender Arbeitslosigkeit niederschlägt.

Daher bittet Johanna Mauler um Hilfe für die Armen. Mauler möchte ihr beweisen, dass die Arbeiter "schlecht" sind und deshalb ihre hoffnungsvolle Lage selbst verschuldet haben. Doch Johanna erkennt auf dem Schlachthof Maulers den wahren Grund für die sogenannte "Schlechtigkeit": die Armut. Er verspricht ihr zu helfen, eignet sich aber in Wirklichkeit die Monopolstellung über den ganzen Fleischmarkt an und treibt so die Viehpreise in die Höhe, so dass die Fleischfabriken keine Arbeiter beschäftigen können und die Armut unter den Arbeitern noch vergrössert wird.

Johanna solidarisiert sich mit den Armen, lehnt aber den gewaltsamen Klassenkampf ab und verhindert durch die absichtliche Unterschlagung eines Briefes, da sie falsche Informationen bekommen hat, das Gelingen des Generalstreiks. Sie ist somit für das Misslingen des Streiks verantwortlich und bricht unter dem Bewusstsein dieser Schuld zusammen. Als Johanna die Wahrheit über den Kampf am Fleischmarkt erfährt, beschliessen die Fleischhändler sie als Märtyrerin der Mildtätigkeit heilig zu sprechen, um somit zu verhindern, dass sie ihre Erkenntnisse verbreitet, denn ihre Ausrufe gehen in einem Meer von Lobesreden und Gesang unter.







Interpretation:


Prozess der Identifikation der Johanna mit den Armen ist gekennzeichnet durch drei "Gänge in die Tiefe"(siehe Folie)

Darstellung des Klassenkampfes vor marxistischem Hintergrund

Gesellschafts- und Systemkritik am Kapitalismus (Brecht ist Marxist!)

Am Ende Erkenntnis und Hinwendung der Hauptfigur zum Marxismus:

"Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht und es helfen nur Menschen, wo Menschen sind."




Vergleich von Schiller und Brecht:


Erfüllung des "Auftrages" ( gewaltsam bzw. gewaltlos)

Motiv: transzendente Sendung ------ selbstloses Interesse

Religiöse Aspekte ------- politische Motive

Stimmen repräsentieren bei Schiller den übernatürlichen, göttlichen Bereich, wohingegen bei Brecht die Stimmen der Arbeiter ein Zeichen der Verfremdung und des Versagens sind.

Schuldigkeit: Jeanne d`Arc verstösst gegen ihre Sendung, Schuld in ihrem Charakter begründet und unausweichlich.                                                       Johannas mildtätiges Verhalten ist contraproduktiv, da sie dadurch die Revolution schwächt und zur Festigung der schlechten bestehenden Verhältnisse beiträgt.

Furchtlosigkeit, Unerschrockenheit und Zielsicherheit sind beiden gemeinsam

Sie sind Einzelkämpferinnen und stehen für ein ungewöhnliches Frauenbild

Beide lassen sich von Warnungen nicht abschrecken( Schwarzer Ritter, schwarze Strohhüte)

Schiller sieht Bühne als "moralische Anstalt" zur Identifikation, Brecht im Gegensatz dazu, als Vertreter des epischen Theaters, will einen Verfremdungseffekt und eine kritische Stellungnahme des Zuschauers erzielen.










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