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Literarur der Gefuhle - Sturm und Drang



Sturm und Drang


- Literarur der Gefühle -

( Geniezeitalter )


Einer der bedeutendsten Kulturphilosophen dieser Zeit ist Johann Gottfried Herder. Er hinterlässt folgende Gedanken, die die Phase des Sturm und Drangs gut charakterisieren:

Der Mensch ist mehr sinnliches als rationales Wesen, was im Gegensatz zur Aufklärung steht




Dichtung soll wie zB bei Homer wieder Ausdruck eigener Empfindungenwerden, es soll also eine Rüchbesinnung auf die eigene Vergangenheit stattfinden

Normierende Poetik a la Opitz oder Gottsched werden abgelehnt

Keine fremdem Kulturen werden nachgeahmt

Das Charakteristische, auch wenn es fehlerhaft ist, ist wichtiger als Ideale, das Genie genießt alle Freiheiten

Rückbesinnung auf die deutsche Muttersprache

Für die Autoren sind frühere Epochen nicht minderwertig, sondern auch wichtig


Sehr einflussreich für diese Epoche ist der Schweizer Jean Jaques Rousseau. Er gibt in seinser Zivilisationskritik der Gesellschaft die Schuld für die Verkümmerung des Einzelnen. Nur durch die Rückkehr zur Natur, die man durch mehr persönliches Fühlen erreichen kann, kommt man zur Rettung des Individuums. Seine Schriften sind sehr wirksam auf die deutschen Künstler, Rousseau zählt auch zu den Wegbereitern der französischen Revolution.


Sturm und Drang - Erläuterung:

Der Höhepunkt des Sturm und Drang  fand zwischen 1770 und 1785, also kurz vor der französischen Revolution, statt. Der Name der Epoche stammt aus dem Titel eines Schauspiels von Maximilian Klinger, schon die Zeitgenossen des Sturm und Drang verwenden  diesen Begriff für ihre Epoche. Die meist Jungen Schriftsteller (20 - 30 Jahre alt) schreiben ihre Werk zum Höhepunkt der Aufklärung.


Die Dichter schliessen sich zu Gruppen zusammen, von denen 3 grosse Bedeutung erlangten:

Rheinische Stürmer und Dränger: ihr Zentrum ist Frankfurt

Autoren: Goethe, Klinger, Lenz, Wagner, Herder

Sie verfassen Hauptsächlich Dramen

Göttinger Hainbund: ihr Zentrum ist Göttingen, ein Sammelpunkt von jungen

revolutionären Dichtern.

Autoren: Voss, August Bürger, Grafen Stolberg (Brüder)

Sie verfassten hauptsächlich Lyrik

Schwäbische Gruppe:

Autoren: Friedrich Schiller, Daniel Schubart (Die Forelle)

Sie verfassten hauptsächlich Dramen und Lyrik


Die Autoren: Die meisten Autoren stammen aus kleinbürgerlichen Familien, sie lernen auch das soziale Elend kennen. Die Themen nehmen die Dichter meist aus der Alltagswelt der armen Bevölkerung - sie wollen auch den Kleinbürger in den Emanzipationskampf der der Bürger miteinbeziehen.

Die meisten Dichter stehen durch Briefwechsel miteinander in Kontak, veranstalten private Lesungen und tragen öffentliche Debatte über Literatur und Gesellschaft aus. Die literarische Bewegung hat einen eigene Zeitscrift, die "Frankfurter Gelehrten Anzeige".

Ein Gegener der Autoren und der Literatur des Sturm und Drang ist der Aufklärer Lessing ("Der Zerbrochene Krug")


Vorbilder: Die grossen Vorbilder der Stürmer und Dränger sind William Shakespeare (1564 - 1616) und Jean Jaques Rousseau, nicht mehr die französischen Klassiker Racine oder Voltaire.


Das freie Genie: Das Genie ist das wichtigste Stichwort des Sturm und Drang, es lässt sich durch keine politischen, moralischen oder ästhetischen Normen einschränken. Die Zentralbegriffe für diese Zeit sind: Freiheit, Kraft, Empfindung, Gefühlt, Liebe, Herz, Fantasie, Schaffensdran, Natürlichkeit, Lebensechtheit, Orginalität, Spontanität und Individualität.



Der Sturm und Drang will aber nicht den Verstand komplett durch das Gefühl ersetzten, er fordert eine Ergänzung der Rationalität durch den Gefühle und die Verwirklichung und Entfaltung aller menschlichen Fähigkeiten und Kräfte.

Deshalb muss man den Sturm und Drang auch als Fortführung der Aufklärung sehen, nicht nur als Gegenbewegung.


Epik:

Obwohl das Drama die bevorzugte Form des Sturm und Drang ist, bringt ein Roman den Durchbruch für die Epoche, und zwar Goethes "Die Leiden Des Jungen Werthers", mit den auch Goethe den Durchbruch in Europa schafft. Dieser Briefroman zählt zu den Grundliegenden Werken des Empfindsamkeit.


Die Hauptperson, Werther, lebt nur in seinen eigenen Empfindungen, er lebt nur seine Gefühle aus, ohne rationales Denken zu berücksichtigen. Werther schreibt einem fiktivem Freund, dessen Antworten aber nicht vorhanden sind, dadurch entwickelt sich der Roman zu einem inneren Monolog, eine art schriftliches Selbstgespräch.

Die Geschichte des Werthers ist nicht frei erfunden, sie weist autobiographische Elemente Goethes auf. So hat Goethe selbst eine Dreiechsbeziehung zu einer gewissen Charlotte, später auch zu einer verheirateten Fraus namens Sophie. Ein Bekannter Goethes bringt sich genauso wie Werther aus Liebeskummer um.

Im Roman scheitert Werther an der ständisch gegliederten Gesellschaft und an des eigenen Selbsteinschätzung.


Wirkung: Die Wirkung der leiden des jungen Werthers ist so gross, dass viele Werther Leser aus ähnlichen Motiven das Leben nehmen. Die Kirche sieht das Werk als unsittlich, unmoralisch und jugendgefährlich an, worauf es auch in einigen Städten verboten wird (zB in Leipzig)

Im Laufe der zeit git es viele Werther-Nachahmungen und Parodien, auchWertheriaden genannt, zB "Der Fänger im Roggen" von Jerume D. Salinger oder "Die neuen Leiden des jungen Werthers" von Ulrich Plenzdorf.

1775 erschein "Freuden des jungen Werthers" von Friedrich Nicolai, das auch Goethe gerne selbst las.



Drama:

Das Drama war die beliebteste literarische Form des Sturm und Drang, einige Beispiele sind:

Johann Wolfgang von Goethe: Götz von Berlingen mit der Eisernen Hand

Reinhold Lenz: Die Soldaten

Die Hofmeister oder die Vorteile des Privaterziehung

Leopold Wagner: Die Kindermörderin

Friedrich Schiller:   Die Räuber, Kabale und Liebe

Die Verschwörung des Fiesko zu Genua

Inhalte:

Götz von Berlingen mit der Eisernen Hand:            Götz, ein Raubritter, ist ein Selbsthelfer, der kraftvoll, selbstbewusst und trotzig seine Rechte verteidigt, die ihm die Gesellschaft verweigert. Damit ist dieser Mann das Genie, das von sich aus politische und gesellschaftliche Grenzen sprengt, dabei aber untergeht.


Die Räuber:    Ein Hauptthema ist wie bei Götz der Kampf des Einzelnen gegen die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse. Andere Themen sind die Beziehung zweier verfeindeter Brüder und eine gestörte Vater-Sohn Beziehung.


Motive des Dramas im Sturm und Drang:

Tatendrang

Hass auf die Bürokratie

Zorn über die machstrukturen des Absolutismus (Tyrannenhass)

Zorn über die fehlenden Entfaltungsmöglichkeiten ds Genies

Wunsch nach Befreiung von der religiösen und moralischen Einengung


Lyrik:

Erlebnislyrik: Mit dem Sturm und Drang beginnt die Epoche der Erlebnislyrik. Sie verarbeitet persönliche, subjektive Erlebnisse eines Autors und steht dadurch im Gegensatz zur Gesellschafts- und Rollendichtung des Renaissance, des Barocks und des Rokoko (Dichtung, die eine begrenzte Anzahl an Themen (Liebe, Wein, Natur, Freundschaft) immer aufs neue variiert)So schreibt der noch junge Goethe sie "Sesenheimer Lieder" , die diesen Namen tragen, weil Goethes Geliebte von dort kommt. Die bekanntesten dieser Leider sind "Es schlug mein Herz" , "Geschwind zu Pferd"  und das "Mailied".


Hymnen: (=feilerliches Gedicht) zB "Prometheus" und "An Schwager Kronos" (Goethe)

Prometheus  ist die bekannteste Hymne: Prometheus ist eine Gestalt der griechischen Mitologie, er ist der Schöpfer der Menschen und ihr Wohltäter. Als trotziger Widersacher höchster Mächte und Rebell ist Prometheus Symbolfigur für das Orginalgenie des Sturm und Drangs. Er strebt nach Veränderungen in der Gesellschaft und Politik, zerbricht jedoch an dieser Wirklichkeit.


Gesellschaftskritische Lyrik: vor allem 2 Dichter sind hier von Bedeutung, nämlich Gottfried August Bürger und Christian Friedrich Daniel Schubart. Schubarts Gedicht "Fürstengruft" und Bürgers "Der Bauer an seinem durchlauchtigen Tyrannen"  sind scharfe Anklagen gegen absolutistische Willkür, gegen Unterdrückung und Unmoral.


Bürger ist auch einer der bedeutendsten Balladendichter seiner Zeit, mit seiner Ballade "Lenore" ist er der Begründer der Kunstballade.










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