REFERAT-MenüDeutschGeographieGeschichteChemieBiographienElektronik
 EnglischEpochenFranzösischBiologieInformatikItalienisch
 KunstLateinLiteraturMathematikMusikPhilosophie
 PhysikPolitikPsychologieRechtSonstigeSpanisch
 SportTechnikWirtschaftWirtschaftskunde  

Der Richter und sein Henker1




Der Richter und sein Henker

Autor:

 

Friedrich Dürrenmatt wurde am 5. 1.1921 in Konolfingen (Bern) geboren. Sein Vater arbeitete dort als protestantischer Pfarrer. Der spätere Schriftsteller studierte ein Semester in Zürich und später in Bern Philosophie, Literatur und Naturwissenschaften. In dieser Zeit schrieb er auch ein Theaterstück, das aber nie aufgeführt wurde. Er versuchte sich 1946 - 48 als freier Schriftsteller in Basel. Dort schrieb er auch sein erstes Theaterstück, das aufgeführt wurde. Im Jahre 1947 heiratete er Lotti Geißler. Mit seiner Frau und seinen 3 Kindern lebte er in Neuenburg. 1959 erhielt Dürrenmatt den Schillerpreis der Stadt Mannheim. Der Schriftsteller schrieb etliche Theaterstücke (z.B.: 'Der Blinde', ,,Die Physiker', ,,Ein Engel kommt nach Babylon'). Seine Romane sind ,,Der Richter und sein Henker', 'Der Verdacht', 'Das Versprechen' und 'Der Sturz'.

Inhaltsangabe:

Eines Tages wird in der Nähe des Ortes Twann der erschossene Polizist Ulrich Schmied gefunden. Kommissar Bärlach ermittelt in diesem Fall. Er ist todkrank und zieht deshalb seinen Kollegen Tschanz hinzu. Bärlach fährt zu der Wohnung von Schmied, wo er eine Mappe mitnimmt. In dieser befinden sich Beweismittel gegen Gastmann, einen alten Bekannten von Bärlach. Dieser hat ein Gesellschaftstreffen, bei dem Schmied zu Gast war, veranstaltet. Als sie um Gastmanns Haus schleichen, wird der Kommissar von einem riesigen Hund angefallen. Sein Kollege muß schließlich zur Waffe greifen und den Köter erschießen. Tschanz fährt anschließend zum Polizisten von Twann. Bärlach hingegen will noch ein Gasthaus aufsuchen, da er sich nicht wohl fühlt. Als Tschanz in abholen will, ist er jedoch nicht dort. Er trifft ihn am Tatort. Zuhause angekommen zieht Bärlach einen Revolver aus der Manteltasche und entfernt einen dicken Schutz von seiner linken Hand. Dieser wirkt wie ein Schutz, den ein Hundeabrichter verwendet, wenn er einen Hund zum Zupacken abrichten will. Der Vorgesetzte von Bärlach wird am nächsten Tag von Gastmanns Anwalt dazu gebracht, die Ermittlungen gegen Gastmann einzustellen. Bei einem Gespräch zwischen Bärlach und Tschanz zeigt sich deutlich, dass Tschanz Schmied beneidet hat. Tschanz will deutlich machen, dass Gastmann der Mörder ist. Als am nächsten Abend Bärlach sein Haus betritt, sitzt Gastmann in der Bibliothek. Es wird offensichtlich, dass sich die beiden kennen. Sie sprechen von einer Wette, die sie einst geschlossen haben. Gastmann hat behauptet, dass Bärlach nie in der Lage sein wird ihm ein Verbrechen nachzuweisen. Zur Verdeutlichung hat Gastmann gleich darauf vor den Augen Bärlachs einen Kaufmann getötet. Der Eindringling nimmt nach dieser Unterredung die Mappe mit den Beweisen mit. Tschanz hat Schmieds Auto gekauft. Die beiden Polizisten suchen noch einen Schriftsteller auf, der auch auf der Versammlung war. Es ergeben sich jedoch keine neuen Beweise. Der Schriftsteller beschreibt Gastmann auf eine ziemlich kritische Art. Tschanz gibt sich bei der Fahrt neuerlich eifersüchtig auf Schmied. Als Bärlach seinen Arzt aufsucht erfährt er, dass er in drei Tagen operiert werden muß und dass seine Akte bei einem Einbruch besichtigt worden war. In dieser Nacht wird Bärlach bei sich zu Hause überfallen. Er entkommt der tödlichen Gefahr nur knapp. Am nächsten Morgen bricht Bärlach zu einem Erholungsaufenthalt auf und läßt Tschanz die Ermittlungen führen. In dem Taxi, mit dem Bärlach zum Bahnhof fahren will, sitzt Gastmann. Sie führen ein aufschlußreiches Gespräch. Noch am selben Tag kommt Tschanz zu Gastmann und erschießt ihn. Er drückt die Waffe, mit der er auch Schmied getötet hat, in die Hand eines toten Dieners. Tschanz wird als der große Held gefeiert. Bärlach lädt ihn am Abend vor seiner Operation zu sich ein. Der Todkranke ißt eine enorme Portion. Anschließend weist er Tschanz den Mord an Schmied nach.




Bärlach hat die Revolverkugel, die er bei Schmieds Leiche fand, verglichen, mit der die er dem

erschossenen Hund heimlich entnommen hat. Tschanz flüchtet und kommt unter einen Zug.

Bärlach läßt sich operieren und hat höchstens noch ein Jahr zu Leben.

 

 

Interpretation:

 

Dürrenmatt schrieb keinen üblichen Kriminalroman, denn der Kommissar richtet den Verbrecher auf eine ungesetzliche Weise. Die Gesetze sind in diesem Fall zu starr, dadurch ist es dem Verbrecher ein leichtes, seine Interessen durchzusetzen. Zum Beispiel als, er mit Hilfe eines Bekannten von Lutz bewirkt, dass die Polizei nichts mehr gegen ihn unternehmen darf. Bei ,,Der Richter und sein Henker' geht es um den amoralischen Menschen großen Formats, der weder gut noch böse ist, da er diese Wertekategorie nicht anerkennt. Der Detektiv ist nicht mehr der Alleskönner, mit dem sich jeder identifizieren will, es handelt sieh vielmehr um einen Anti-Helden.

 

Bärlach; Bärlach ist ein bekannter Kommisar, der auch im Ausland arbeitete. Bei seinen

Ermittlungen vertraut er nicht nur seinen rationalen Überlegungen, sondern auch dem

Zufall. Nur so ist die Geschichte glaubwürdig. Bärlach spielt Tschanz, den Mörder von

Schmied, gegen seinen langjährigen Gegner Gastmann aus. Damit entlarvt er Tschanz als Mörder und gleichzeitig hilft ihm Tschanz, Gastmann zu überwinden. Man könnte

Bärlach mit einem verwegenen Verbrecher beinahe gleichsetzen.





Tschanz: Er ist der Mörder, der sich von allen vernachlässigt fühlt und nur aus Neid einen

Mord begeht. Schmied steht ihm im Weg und deshalb mußte er sterben. Tschanz will

unbedingt Gastmann den Mord in die Schuhe schieben, da jede andere Spur vielleicht

zu ihm geführt hätte. Er ist sehr kaltblütig und zeigt keinerlei Gefühle.


Gastmann: Er begeht die Verbrechen nicht um seine Macht zu vergrößern, sondern um der Freude an etwas Bösen wegen. Gastmann stellt nicht ein Individuum dar, sondern eine Lebensart. Am besten läßt sich Gastmann mit den Worten des Dichters beschreiben:

,,Er wird nie das Böse tun, um etwas zu erreichen, wie andere ein Verbrechen begehen, um Geld zu besitzen, eine Frau zu erobern oder Macht zu gewinnen, er wird es tun, wenn es sinnlos ist, vielleicht, denn bei ihm sind immer zwei Dinge möglich, das Schlechte und das Gute, und der Zufall entscheidet.'



Erzählhaltung:

Das Werk ist in der allwissenden Erzählhaltung geschrieben. Es kommen auch etliche Dialoge vor.

 











Haupt | Fügen Sie Referat | Kontakt | Impressum | Datenschutz







Neu artikel