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Die Sozialdemokratische Partei Osterreichs - 1874-2000



Die Sozialdemokratische Partei Österreichs



Die SPÖ entstand 1874 aus dem ursprünglichen "Erste Allgemeine Wiener Arbeiterverein", als es darum ging ob die Arbeiter sich einer liberalen Partei anschließen sollten, oder ob sie eine eigene Partei gründen sollten. Der Verein spaltete sich aufgrund unterschiedlicher Auffassungen, ob die Partei nun eher einen kommunistischen weg gehen sollte, oder ob sie das Land grundlegend reformieren sollte. Eine Einigung wurde erst 1888/89 unter der Führung von Viktor Adler erreicht. Man einigte sich auf den Sozialismus als Handlungsbasis und setzte sich für ein demokratisches Wahlrecht ein.

Da Arbeiter damals noch kein Wahlrecht hatten wurde am ersten Tag der Arbeit (1890) für den Achtstundentag und das allgemeine Wahlrecht demonstriert. Weiters wurden um 1890 die ersten Urformen von Gewerkschaften gegründet.

Im "Brünner Programm" 1899 forderten die Sozialdemokraten die Umbildung der Monarchie in einen demokratischen Bundesstaat autonomer Völker.





Nachdem dem Druck für das allgemeine Wahlrecht (allerdings nur für Männer) stattgegeben wurde, wurden die Sozialdemokraten 1907 zweitstärkste Fraktion.

1914 bricht der Erste Weltkrieg aus. Nach dessen Ende 1918 nimmt die  "Provisorische Nationalversammlung" die vom Sozialdemokraten Karl Renner ausgearbeitete "Provisorische Verfassung" an und setzt einen Staatsrat unter Staatskanzler Renner ein. Am 12. November 1918 wird auf Antrag von Karl Renner von der Provisorische Nationalversammlung die Republik "Deutsch - Österreich" ausgerufen.


Bei der Wahl  zur Konstituierenden Nationalversammlung 1919 sind erstmals auch Frauen wahlberechtigt. Die Sozialdemokratie wird stärkste Partei und bildet eine Koalition mit den Christlich-Sozialen. Im selben Jahr wird auch der Achtstundentag als Gesetz verabschiedet, und der erste Wiener Gemeindebau errichtet.

Im Mai 1924 wird der "Republikanischer Schutzbund" der SPÖ gegründet. 1927 kommt es bei Schattendorf im Burgenland zum Aufstand zwischen Frontkämpfer und Schutzbündler, wobei mehrere Schutzbündler getötet werden.

Nach dem Freispruch der Frontkämpferattentäter kommt es zur Revolte, wobei der Justizpalast in Brand gesteckt wird und 85 Arbeiter in kämpfen mit der Polizei getötet werden.

1934 dringen Polizeibeamte in das Linzer Parteiheim ein. Daraufhin kommt es in Wien zu Aufständen zwischen den Sozialdemokraten und der Polizei; die Lage eskaliert. Der Karl-Marx-Hof wird vom Bundesheer beschossen. Aufgrund dieser Revolte, die auch das "Februar-Blutbad" genannt wird, wird die SPÖ verboten, und dessen Führung großteils verhaftet. 1938 marschiert Hitler in Österreich ein und verkündet dessen Anschluss ans Nazi-Deutschland. Ein Jahr später beginnt der 2. Weltkrieg.

Nach Ende des Kriegs 1945 wird die SPÖ neu gegründet und Karl Renner wird einstimmig zum Bundespräsidenten gewählt.

Nach lange sträuben der Industrie wird 1946 das Arbeitsurlaubsgesetz durchgesetzt.

Im Oktober 1950 kommt es zum kommunistischen Putschversuch in Wien. Dieser wurde jedoch erfolgreich vereitelt.

Am 31. Dezember 1950 stirbt Karl Renner und schon 5 Monate später wird Theodor Körner zum Bundespräsidenten. Zur selben Zeit wird in Frankfurt die Sozialistische Internationale neu gegründet.

Ein sehr wichtiges Datum für Österreich ist auch der 15. Mai 1955, denn an diesem Tag erhält Österreich, mit der Unterzeichnung des Staatsvertrages, seine volle Souveränität zurück.

Am 8. Mai 1957 übernimmt Bruno Pittermann den Parteivorsitz der SPÖ und ein Jahr später, am Parteitag, legt die SPÖ ihr neues Programm vor.

Anfang 1960 unterzeichnet, der damals noch Außenminister Bruno Kreisky, den EFTA vertrag und wird 7 Jahre später, am Parteitag, zum Parteivorsitzenden gewählt.

Zuvor jedoch scheidet die SPÖ nach 21 jähriger Zusammenarbeit mit der ÖVP, 1966, aus der Regierung aus.




1970 wird zur Geburtsstunde des modernen Österreich. Durch einen Wahlsieg der SPÖ, bei der sie die relative Mehrheit erreicht, bildet Kreisky eine Minderheitsregierung. 1971, bei den Neuwahlen, erreicht die SPÖ zum ersten mal die  absolute Mehrheit. 1974 wird der SPÖ-Kandidat Rudolf Kirchschläger zum Bundespräsidenten gewählt und in 13 Jahren Alleinregierung und in den Koalitionen danach kann die SPÖ ihre Konzepte und Ideen weitgehend verwirklichen.

Bruno Kreisky wird in der Aufbruchsphase der siebziger Jahre für eine ganze Generation zum Symbol der Modernisierung und Weltoffenheit.

Die SPÖ öffnet sich, 1978 mit dem neuen Parteiprogramm, für breite Bevölkerungsschichten, und baut 1979 die absolute Mehrheit auf 51% aus.

Am 24. April 1983 erreicht die SPÖ nur noch die relative Mehrheit, bleibt allerdings mit Abstand die stärkste Partei und geht, unter Bundeskanzler Sinowatz, mit der FPÖ eine Koalitionsregierung ein. Am 29. Oktober wird Sinowatz zum Parteivorsitzenden der SPÖ gewählt.


Die Veränderung der politischen Rahmenbedingungen verlangt nach einer breiten Zusammenarbeit. Eine international schlechtere wirtschaftliche Lage führt auch in Österreich zu Modernisierungen und wirtschaftlichen Reformen, die unter Franz Vranitzky, der am 16. Januar 1986 zum Bundeskanzler gewählt wird, forciert werden. Unter Vranitzky tritt Österreich, 1995, in ein gemeinsames Europa ein.

Mit dem Rückzug Vranitzkys, 1997, aus seinen Regierungs- und Parteifunktionen bricht für die Sozialdemokratie eine neue Ara an.





Der neue Vorsitzende Viktor Klima kündigt den Aufbruch ins neue Jahrtausend an.

Am 30 Oktober 1998 kündigt die SPÖ ein neues Parteiprogramm an, das vor allem für die Modernität und den Veränderungswillen der SPÖ stehen soll.

Am 3. Oktober 1999, bei den Nationalratswahlen muss die SPÖ zwar Stimmenverluste hinnehmen, bleibt jedoch stimmenstärkste Partei Österreichs und erhält von Bundespräsident Thomas Klestil, im Dezember, den Auftrag zur Regierungsbildung. Die SPÖ geht danach Verhandlungen mit der ÖVP, die von der FPÖ auf den 3. Platz verdrängt wurde, ein. Die ÖVP lässt die Verhandlungen mit der SPÖ jedoch platzen und bildet im Februar 2000, unter heftigem nationalen und internationalen Protest, mit der FPÖ eine Koalition. Nach 30 Jahren befindet sich die SPÖ erstmals wieder in Opposition.



Am 29. April 2000 legt Viktor Klima seinen Parteivorsitz nieder und Alfred Gusenbauer, der erst wenige Wochen davor zum SPÖ Bundesgeschäftsführer bestellt worden war, wird zum neuen Vorsitzenden gewählt und proklamiert in seiner Rede den Neustart der Partei mit dem Ziel die Regierungsverantwortung zurückzuerobern.














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