REFERAT-MenüDeutschGeographieGeschichteChemieBiographienElektronik
 EnglischEpochenFranzösischBiologieInformatikItalienisch
 KunstLateinLiteraturMathematikMusikPhilosophie
 PhysikPolitikPsychologieRechtSonstigeSpanisch
 SportTechnikWirtschaftWirtschaftskunde  

MYTHOS


MYTHOS



Das Wort "Mythos" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Erzählung". Laut Sallust, einem römischen Geschichtsschreiber, ist ein Mythos ein Bericht von dem, was nie geschehen und was jederzeit geschieht. Es ist eine Weltauslegung und Lebensdeutung in erzählerischer Berichtsform und behandelt in Bildern und Metaphern, was "über den Begriff geht". "So tritt der Mythos z. B. bei Platon auf als Aussageform, die das Unsagbare anzudeuten und zu umschreiben versucht." (Bertelsmann Discovery 1998) Die Götter- und Heroengeschichten der Frühkulturen handeln von außerordentlichen Ereignissen und Umständen in unbestimmter Zeit, sie sind unabhängig von Naturgesetzen und von menschlicher Erfahrung. Der Mythos ist eine Geschichte unbekannten Ursprunges, die über angeblich tatsächliche Ereignisse berichtet, um z. B. Brauchtum, Institutionen, Naturereignisse in besonderer Verbindung mit religiösem Glauben und Riten zu erklären. "A myth has its authority not by proving but by presenting itself." (Encyclopaedia Britannica 1994-98)




Mythen sind von symbolischem Verhalten (Kult, Ritual) und von symbolischen Objekten (z.B. Tempeln) zu unterscheiden. Merkmale von Mythen finden sich auch in anderen  Literaturgattungen wie z.B. Märchen, Sagen und Epen. Märchen handeln ebenfalls von außergewöhnlichen Wesen, entbehren aber einer Autorität. Sagen und Epen beanspruchen Autorität und Wahrheit, reflektieren aber besondere geschichtliche Schauplätze.

Während es leicht ist, Mythen der Vergangenheit und anderer Kulturen festzustellen und zu beschreiben, fällt uns dies bei Mythen der Gegenwart und der eigenen Gesellschaft schwer. Das liegt daran, dass Mythen zwar existieren, aber nicht zu beweisen sind.



Erweitert man nun den Begriff "Mythos" um Phänomene ohne religiösen Zusammenhang, die die Massen beeinflussen und meist undefiniert gelassen werden, also um mythisierte Begriffe, dann ist die persönliche Freiheit, die über eine persönliche Unabhängigkeit weit hinausgeht, dafür charakteristisch.

Dem Mythos "Freiheit" dient z.B. das Motorrad. Eine Ausfahrt wird in einer Fachzeitschrift als sinnliches Ritual dargestellt und die Schönheit der Maschine mit  dem Körper eines weiblichen Filmstars verglichen, womit das Motorrad selbst zum Mythos wird. Der Mensch möchte aber nicht nur in seiner Fortbewegung frei sein, sondern in allen Bereichen seiner privaten Lebensführung. In finanziellen Angelegenheiten unterscheidet z.B. Geffroy zwischen finanzieller Unabhängigkeit, die ihm alle seine Wünsche befriedigen lässt, und finanzieller Freiheit, die ihm dies ohne Schmälerung seines Vermögens gestattet.

Der Mythos der Freiheit wird in einem Cartoon von Jutta Bauer kritisch behandelt. Sie stellt ein Paar dar, das sich über seine gewonnene Freiheit freut und illustriert diese an humoristischen Beispielen politischer, sexueller, unternehmerischer und konsumorientierter Freiheit. Dabei zeigt sie, wie die Freiheit zu unmoralischem Verhalten und die unübersehbare Anzahl von Alternativen zu ständigen Fehlentscheidungen führt. Die Freude zwischen hunderten Waschmitteln, Shampoos und "Klamotten" zu wählen ist nicht logisch zu begründen und nur mit einem Mythos zu erklären.



Wie zu allen Zeiten, stellt sich auch der Mensch in unserer heutigen Überflussgesellschaft  Fragen nach seiner Herkunft, dem Sinn seiner Existenz und nach seiner Bestimmung, die ihn mit Angst erfüllen. Die Wissenschaft kann ihm keine befriedigenden Antworten darauf geben und er vermutet, dass sich hinter den sichtbaren Dingen eine unsichtbare, aber ebenso wirksame Welt verbirgt. Um seiner Angst zu begegnen, sucht er nach Halt und im Weg über Mythen Zugang zu dieser Welt ("Mythische Mythen", Bild der Wissenschaft 11/99).

Es ist die Neugier, die die Menschen dazu treibt, Mythen nach ihrer Wahrheit zu erforschen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Mythos "Atlantis". Es wird immer ein Rätsel bleiben, egal ob es jemals existierte, und doch geben die Menschen nicht auf, eine Lösung oder zumindest eine weitere Theorie zu finden.

Ein begehrtes Thema für Mythen ist auch die Entstehung des Universums und der Menschheit. Als Kontrast dazu finden wir die Wissenschaft mitsamt ihren Erklärungen.

Meiner Meinung nach sind Mythen auch heute aus dem Alltag nicht wegzudenken. Sie beherrschen Werbung und Medien und bestimmen das Verhalten der Menschen. Weiß die Wissenschaft keine Antwort auf Fragen, flüchten wir in den Mythos, der versucht Unmögliches anzudeuten. Dies lässt ihn uns so interessant  erscheinen.

Die "Freiheit" im o. a. Sinn, stellt für mich persönlich aber keinen Mythos dar. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die emotional und rational erfassbaren Freuden meines Alters keiner zusätzlichen Dimension bedürfen.












Haupt | Fügen Sie Referat | Kontakt | Impressum | Datenschutz







Neu artikel