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Wellensittiche in der Natur



Wellensittiche in der Natur

Ich halte heute ein Referat über Wellensittiche in der Natur.

Dieses Thema habe ich gewählt, weil ich selber Wellensittiche zu Hause habe. Außerdem denke ich, dass viele Leute, die Wellensittiche haben, überhaupt nicht wissen, wie die in der Natur leben und es deswegen oft zu Haltungsfehlern kommt.

Ich habe hier noch ein paar Bilder von Wellensittichen in der Natur und von Gezüchteten.

[Folie

Der lateinische Name für den Wellensittich ist melopsittacus undulatus, das heißt auf deutsch "Gewellter Singpapagei". Der Wellensittich gehört also zu den Papageienvögeln, was man auch gut an seinem gebogenen Schnabel erkennen kann.

Die Stammform der Wellensittiche, also so, wie sie in der Natur vorkommen, ist deutlich kleiner als die Gezüchteten und hat ein gelb-grünes Gefieder mit blauen Schwanzfedern.
Es gibt in der Natur zwar auch einige blaue, aber deren Überlebenschancen sind nicht sehr groß, weil die Farbe zu auffällig ist.




Die Heimat der Wellensittiche sind die Trockensteppen im Inneren Australiens, wo es nur niedrige Sträucher und harte Gräser gibt. Die Samen dieser Gräser bilden die Hauptnahrungsquelle der Wellensittiche.
Es gibt dort auch keine festen Regenzeiten, das heißt es kann passieren, dass es ein ganzes Jahr lang nicht regnet und die Population der Wellensittiche sinkt dann rapid.

Wellensittiche leben in Kolonien von 20 bis 60 Vögeln und stehen dort ständig unter Stimmkontakt, was auch zum Schutz vor Feinden dient.

Sie lassen sich in der Nähe von Wasserstellen auf einem Baum nieder, der dann gemeinsamer Schlafplatz ist.

Morgens und Abends geht der ganze Schwarm auf Futtersuche und an heißen Tagen müssen sie etwa alle 3 Stunden die Wasserstelle aufsuchen, um zu trinken.

Wenn es lange Zeit nicht geregnet hat und Nahrung und Futter knapp wird, verlassen sie ihr Wohngebiet und schließen sich mit anderen Scharen zu Schwärmen von bis zu 20.000 Sittichen zusammen. Sie fliegen oft mehrere hundert Kilometer auf der Suche nach Gebieten, in denen es regnet oder gerade geregnet hat.

Jetzt komme ich zum Brutverhalten der Wellensittiche.

Haben die Vögel nun ein Regengebiet gefunden, verlassen sie in kleinen Scharen den Schwarm und lassen sich in einem geeigneten Wohn- und Brutgebiet nieder.

Die Männchen klettern sofort in den Bäumen umher und zeigen ihrem Weibchen eine mögliche Bruthöhle, also zum Beispiel eine Aushöhlung im Baumstamm.
Wichtig dabei ist noch, dass sich ein Wellensittichpärchen lebenslang die Treue hält.

Das Weibchen stattet dann die Bruthöhle aus, indem es die Wände glättet und das Einschlupfloch vergrößert.

Danach kommt es zur Balz: Das Männchen krault und füttert das Weibchen und trippelt auf dem Ast hin- und her, bis das Weibchen bereit zur Hochzeit ist.
Das Männchen steigt dem Weibchen auf den Rücken und sie paaren sich.

Bald liegt das erste Ei in der Bruthöhle und im Abstand von 2 Tagen werden so viele gelegt, bis es 4 bis 6 sind.

Für die Brut ist allein das Weibchen zuständig. Es brütet vom ersten Ei an und das Männchen füttert es durch das Einschlupfloch.

Das erste Küken schlüpft nach 18 Tagen und die anderen folgen wieder im Abstand von 2 Tagen. Die Küken haben noch keine Federn und sind blind. Die ersten 4 bis 5 Tage werden die Jungen mit einem Sekret aus dem Vormagen gefüttert und danach kriegen sie halbreife Samen zu fressen.

Wenn das jüngste Küken dann 16 Tage alt ist, fliegt die Mutter zusammen mit dem Männchen auf Nahrungssuche.

Mit etwa vier Wochen wagt sich das Küken aus der Höhle und landet irgendwo im Nistbaum, wird aber noch vom Vater gefüttert, bis es selbstständig ist. Von ihm lernt es dann auch durch Nachahmen die Futtersuche.

Wenn alle Jungen ausgeflogen sind, beginnt das Weibchen schon mit der nächsten Brut.

Die Jungvögel der Kolonie bilden einen eigenen Trupp und gehen dort auf Partnersuche. Die Hochzeit wird aber noch aufgeschoben, bis sie 3 bis 6 Monate alt sind.

Es kann ja passieren, dass ein Vogel in seiner Geburtskolonie keinen Partner findet, aber beim nächsten Wanderflug hat er dann die Möglichkeit dazu.

Jetzt haben wir hier zwar die Wellensittiche in Australien, aber wie sind sie zu uns nach Europa gekommen?

Dem englischen Naturforscher John Gould gelang es 1840, das erste Wellensittichpaar nach England zu bringen und es stellte sich auch schon bald der erste Bruterfolg ein.

Für die Sittiche wurden hohe Preise gezahlt, also fingen Seeleute in Australien riesige Mengen und brachen sie nach Europa.

Die meisten von den Vögeln starben aber auf der Schiffsreise oder später in der Obhut der Menschen, weil keiner so richtig wusste, wie man sie halten muss.

Das veranlasste die australische Regierung dazu, die Ausfuhr zu verbieten und deswegen wurden die Wellensittiche in Europa besser betreut.

1872 tauchten dann in Belgien die ersten gelben Sittiche auf und 1878 die ersten reinblauen.

Bis heute hat man dann zahllose weitere Farbschläge gezüchtet und der Wellensittich ist inzwischen der bekannteste und beliebteste Heimvogel.


Wellensittich-Steckbrief

Heimat



Zentralaustralien

Lebensraum

Halbwüsten, Gras- und Trockensteppen mit Wasserstellen

Aussehen

Stammform: kleiner als Gezüchtete, grün mit blauen Schwanzfedern.
Inzwischen viele Zuchtformen mit anderen Farben

Größe

18 bis 24 cm (von Kopf bis Schwanzspitze)

Gewicht

30 bis 40 Gramm

Lebenserwartung

12 bis 14 Jahre

Geschlechtsreife

Im Alter von 3 bis 6 Monaten

Brut

In der Natur nach ergiebigen Regenfällen 2 bis 3 Bruten

Mauser

Gegen Ende der Brutperiode

Eier pro Gelege

4 bis 6 (manchmal bis zu 9)

Eiablage

Im Abstand von 2 Tagen

Brutbeginn

Nach den ersten Ei, manchmal auch erst nach dem zweiten

Brutdauer

18 Tage

Nestlingszeit

28 bis 32 Tage











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