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HAARE





HAARE


Sammlung für dünne, fadenförmige Bildung der Epidermis (Oberhaut). Beim Menschen ist nahezu die gesamte Hautoberfläche mit Haaren besetzt, ausgenommen der Lippen sowie der Hand- und Fußinnenflächen.

Der Mensch hat zwischen 80 000 und 120 000 Haare auf dem Kopf.

Die Dicke beträgt zwischen 40 und 110 µm.





Das Haar ist in den über die Haut ragenden Haarschaft und

die tief in der Haut verankerte Haarwurzel gegliedert. Die Haarwurzel steckt in dem Haarfolikel, wo auch der Haaraufrichtemuskel (Haar-balgmuskel), der beim Zusammenziehen das Haar aufrichten kann. In den oberen Teil des Folikels münden die Talgdrüsen.


Ein Haar besteht im Wesentlichen aus Keratin, einem wasserunlösichen Faserprotein (Skleroprotein) mit 18 Aminosäuren. Es enthält weder Blutgefäße noch Nerven. Außer bei Albinos ist das Haar pigmentiert und kann kleinste Lufteinschlüsse enthalten.

Die Aminosäuren sind durch Peptid-Bindungen zu langen Polypeptid-Ketten verknüpft. Diese Ketten können in gefalteter (Faltblattstruktur) oder meist in spiraliger (Helixstruktur) Anordnung vorliegen. Die Helixstruktur wird innerhalb der Längsrichtung durch Wasserstoff-Brückenbindungen stabilisiert.

Jeweils drei Alpha-Helices sind zu einer Protofibrille umeinander gewinnen und neun Protofibrillen bilden eine Mikrofibrille.

Die einzelnen Helices sind mit Disulfidbrücken vernetzt.


Disulfid-Brücke:


R S S R



Dies ist auch der Grund für die hohe Dehnbarkeit der Haare bei Zugbeanspruchung. Im feuchten Zustand ist eine Streckung bis auf fast die doppelte Länge möglich, weil die Wasserstoff-Brückenbindungen unter der Entspiralisierung gebrochen werden und die Streckung zur Faltblattstruktur erfolgen, bleiben aber über Disulfidbrücken verbunden.


Bei kosmetischer Formveränderung der Haare löst man die Brückenverbindungen und stellt die Querverbindungen, nachdem die Haare in die gewünschte Form gebracht werden, wieder her.


Die Wachstumsgeschwindigkeit unterliegt tageszeitlichen Schwankungen, und zwar wachsen sie vormittags und gegen Abend schneller als während der übrigen Tageszeit. Das Kopfhaar wächst täglich zwischen 0,1 und 0,5 mm und kann etwa 70 cm lang werden. Alle Haare werden nach einer gewissen Zeit, Kopfhaare nach 4-6 Jahren, Barthaare nach 1 Jahr, Wimpern nach 6 Monaten, mitsamt der vorher abgestorbenen, verhornten Haarzwiebel abgestoßen. Der tägliche Haarverlust beträgt zwischen 30 und 100 Haaren.



Widerstandsfähigkeit des Haares:


Säuren oder Alkalien können das Haar schädigen. Als haut- und haarfreundlich gelten Produkte deren pH- Wert zwischen 5 und 7 liegt. Der natürliche Säureschutzmantel der Haut zeigt durchschnittliche pH-Wert von 4,9 bei Frauen, bzw. von 5,6 bei Männern.

Bei geringeren pH-Werten, also im stärker sauren Bereich, zieht sich das Haar zusammen, und schließlich können Haut- und Haaroberfläche Schaden nehmen.

Bei höheren pH-Werten, besonders im stärker alkalischen Bereich ab etwa pH 8 (beim Waschen mit Kernseife, unsachgemäßer Anwendung von Färbung, Bleichung,..), quillt das Haar schnell und stark und wird nach Spreizung der Cuticula-Schuppenschicht (äußerste Schicht; besteht beim Menschen aus 6 bis 10 Lagen) langsam ausgelaugt und schließlich aufgelöst. Das ausgelaugte Haar bekommt eine rauhe Oberfläche, läßt sich schwer kämmen, ist stumpf und zeigt Strukturschwäche.


Das Haar kann allerdings nicht nur von chemischen Substanzen, sondern auch durch starke Hitze- und Lichteinwirkung beschädigt werden.


Peptid-Bindung:


H         H O H H O H H O H H O

// // //

N C C               + N C C N C  C N C C



/ / /

H         R OH H R OH H R R OH



+ H2O





Haarfärbemittel:


Je nach der Haltbarkeit der Färbung unterscheidet man drei Farbveränderungen:

Temporär:

Färbungen, die sich leicht durch Wasser wieder entfernen lassen. Die Farbteilchen haften nur locker außen an der Schuppenschicht des Haars. Wasserlösliche, synthetische, organische Farbstoffe oder Pigmente sorgen für diese Art der Färbung.

Semipermanente Farbstoffe:

Färbungen, die von Haarwäsche zu Haarwäsche stufenweise mehr oder weniger rasch abgeschwächt werden. Die Farbstoffteilchen haften fester an der Haaroberfläche und dringen auch etwas in die Schuppenschicht ein.

Die Farbstoffe können direktfärbende aus der Wollfärberei, andere synthetische Farbstoffe, die weniger verwendeten Metallsalz-Farbstoffe oder pflanzliche Farbstoffe sein. Einige Metallsalz-Haarfarben (das sind wässrige Lösungen bestimmter Schwermetallsalze) sind wegen Gesundheitsgefährdung verboten. Die heute verwendeten Mittel enthalten meist Silbersalz (Silbernitrat) und dienen zum Färben von Wimpern und Augenbrauen.


Zu den semipermanenten Farbstoffen zählen noch pflanzliche Wirkstoffe wie Henna, welches aus grünen Nussschalen, Galläpfeln und anderen Pflanzen gewonnen wird. Färbungen mit Henna sind jedoch nicht ganz reibecht, wenig lichtbeständig und hängen im Farbton stark von der Naturfarbe des Haares ab.


Permanente Farbstoffe:

Sie überstehen nahezu beliebig viele Shampoo-Waschungen. Die Farbteilchen werden nicht nur in der Schuppenschicht, sondern auch im Inneren der Faserschicht eingelagert. Hier werden meist Oxidationshaarfarben verwendet. Dabei dringen Farbmittelvorprodukte durch die Schuppenschicht in das Haarinnere ein und werden dort zu fest im Haar eingelagerten Pigmenten oxidiert.

Inhaltsstoffe:

Farbmittelvorprodukte: meist Aminophenole, Polyphenole und aromatische Alkohole



Nuancierfarbstoffe: Sie werden den Färbecremes zugemischt und verändern den Ton der Grundfarbe.

Alkalisierungsmittel: Sie quellen die Schuppenschicht auf, damit die Farbmittelvorprodukte leichter in das Haarinnere eindringen können. Hierfür wird meist Ammoniak in einer Konzentration von höchstens 1% verwendet.

Stabilisatoren (Antioxidantien): verhindern eine vorzeitige Oxidation bei Herstellung, Lagerung, Anrühren und Auftragen der Färbemittel. Stabilisierungsmittel können Natriumsulfit, Ascorbinsäure, Thioglykolsäure, etc. sein.

Organische Lösemittel: Meist Alkohole, die als Lösungsvermittler dienen.

Tenside: Sie können ebenfalls als Lösungsvermittler dienen und die Anfärbung des Haares beschleunigen.

Verdickungsmittel: Sie führen zu der erwünschten Viskosität von cremigen Emulsionen und Gelees. Verwendet werden hier Cellulose-Derivate, Fettalkohole, usw.

Parfümöl: soll den Ammoniakgeruch mildern


Damit die Farbmittelvorstufen zum endgültigen Farbmittel oxidiert werden, bedarf es eines Farbentwicklers als Oxidationsmittel. Dafür verwendet man wässrige Lösungen von Wasserstoffperoxid oder Wasserstoffperoxid in Form von Tabletten oder Pulver.

Nachbehandlungsmittel: Nach dem Auswaschen des Färbemittels empfiehlt sich unbedingt eine Spülung mit einem sauer reagierenden Nachbehandlungsmittel, um Alkalireste zu neutralisieren.


Haartönungs- und Colorationsmittel:

Während die Haarfärbemittel auf 100% weißes Haar eingestellt sind und nur in diesem Anwendungsgebiet die der Nuance entsprechende Färbung ergeben, bewirken die Haartönungsmittel ausschließlich eine Nuancierung der Naturhaarfarbe, meist ohne Abbau der Naturpigmente. Das Haar erhält einen Farbton, der sich aus Eigenfarbe und Tönungsfarbe additiv ergibt. Die Wahl des Farbtons eines Tönungsmittels hängt sehr von der Naturfarbe ab. Die Deckkraft auf weißem Haar ist gering, nur mit den farbkräftigeren Tönungsmitteln läßt sich auch leicht ergrautes Haar (Weißanteil maximal 20%) gleichmäßiges überdecken.

Die Colorationsmittel erreichen eine farb- und deckkräftigere Nuancierung als die Tönungsmittel und lassen sich bereits als schwache Haarfärbemittel einordnen. Colorationsmittel quellen das Haar weniger stark auf und haben eine geringere Bleichwirkung.


Inhaltsstoffe:

Direktziehende Farbstoffe

Farbmittelvorstufen, die durch Luft zu Farbmitteln oxidiert werden

Vorprodukte von Oxidationshaarfarben, die mit Wasserstoffperoxid entwickelt werden müssen.


Haarbleich- und Blondiermittel:

Ein mildes, leichtes Aufhellungsmittel für blondes Haar bietet sich in dem schon lange bekannten Hausmittel, dem Aufguss von Blüten der Kamille.

Wasserstoffperoxid bildet jedoch den wesentlichen Bestandteil von Bleich- und Blondierungsmitteln. Dieses greift die Haarsubstanz jedoch stark an, unter anderem durch Auslaugung und teilweise Spaltung der Keratinmoleküle, so dass die Elastiizität und Festigkeit zurückgehen und der Glanz des Haars sich nahezu verliert. Sehr starke Bleichungen können zu Atzungen der Haut, zum Strohigwerden und schließlich Abbrechen der Haare führen.

Die Konzentration des Wasserstoffperoxids sollte maximal 9% betragen.


Haarfarben-Entfernungsmittel:

Diese Mittel dienen zum Entfärben von gefärbtem Haar verwendet werden.

Zu den verschiedenen Farbstoffen gibt es verschiedene Entfärber:

Entfernen von pflanzlichen Haarfarben: mittels Wasserstoffperoxidlösungen

Entfernen von Metallsalz-Haarfarben: ist sehr schwierig und aufwendig. Z.B. mittels Silbersalzfärbungen durch Einwirkung von Alkali, dann von Kaliumiodid und schließlich von Natriumthiosulfat. Diese Art von Entfärbung sollte nur vom Fachmann durchgeführt werden.

Entfernen von direktziehenden Farbstoffen: Je nach Farbstoff gelingt die Entfärbung durch Shampoo-Waschungen, manchmal auch durch strähnenweises Behandeln mit Ethanol.











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