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Radioaktivitat




Inhaltsverzeichnis





Radioaktivität





Das Atomwaffenzeitalter beginnt


Kernwaffen & Atomtests

KERNWAFFEN - die 8. Todsünde der zivilisierten Menschheit

Mururoa - ein Atoll wird zerstört

Hiroshima

Die Auswirkungen einer Atombombe

Strahlenschäden

Umfassender Atomstoppvertrag


"Atomunfall" Tschernobyl & seine Folgen

Der Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl


Belastung österreichischer Böden durch Cäsium-137


Atommüll

Atommülltransport

Atomare Wiederaufbereitungsanlagen (WAA)




Radioaktivität


Marie Curie (1867-1934) und ihr Mann Pierre Curie (1854-1906) entdeckten zusammen 1898 das Radium und seine Radioaktivität.

Bereits 1924 schöpfte der Zahnarzt Theodore Blum Verdacht auf radioaktive Belastung bei Arbeiterinnen, die alle im selben Konzern arbeiteten und an Kieferkrebs erkrankten. Dadurch wurden alle auf die Auswirkungen der radioaktiven Strahlung auf die Menschen aufmerksam. Diese machte sich durch unerklärliche Müdigkeit, Gliederschmerzen, einen schlechten Gesundheitszustand und durch mysteriöse Todesfälle bemerkbar.

Je nach Instabilität von Atomkernen hat man es mit verschiedenen Umwandlungsprozessen zu tun, die zur Aussendung unterschiedlicher Strahlenarten führen:

Alpha - Strahlen

Beta - Strahlen

Gamma - Strahlen



Das Atomwaffenzeitalter beginnt



Am 16. Juli 1945 begann das Atomwaffenzeitalter. An diesem Tag zündete Amerika ihre erste Atombombe. Am 29. August 1949 ließ die Sowjetunion ihre erste Atombombe überirdisch explodieren.

Großbritannien folgte mit dem ersten Test am 3. Oktober 1952, Frankreich am 13. Februar 1960, China am 16. Oktober 1964 und Indien am 18. Mai 1974.


Das "thermonukleare Zeitalter" brach mit der Zündung der ersten Wasserstoffbombe durch die USA am 1. November 1952 an.

Dieser Sprengkörper war 500 mal stärker als die Testbombe. Ihre erste thermo-nukleare Bombe testete die Sowjetunion am 8. November 1957, China am 17. Juni 1967 und Frankreich am 24. August 1968.


Wie oft wurden Atomwaffentests durchgeführt?


Vereinigte Staaten insgesamt          1.030 Atomwaffentests (den Letzten am 23.9.99)

Sowjetunion     715 (den Letzten am 25.9.90)

Frankreich       210 (den Letzten am 27.1.96)

Großbritannien                                  45 (den Letzten am 26.11.91)

China               43

Rußland hat bis jetzt noch keine Atombombe gezündet





Alle neun Tage ein Atomtest


Seit dem 16. Juli 1945 kam es bis heute weltweit zu 2.044 Tests. Es fand also durchschnittlich in den vergangenen 50 Jahren alle 9 Tage irgendwo auf der Welt ein Atomwaffentest statt.

Die vereinigten Staaten haben zum Beispiel durchschnittlich alle 17 Tage eine Atombombe gezündet.

Indien hat bisher erst einen Test durchgeführt.

Die Umgebungsbedingungen der Atomwaffenversuche waren unterschiedlich: oberirdisch, unterirdisch und unter Wasser. Man zündete die Sprengkörper unmittelbar am, Erdboden, auf Türmen, auf Schiffen, an Fesselballons schwebend, unter Wasser, in Tiefen von bis zu 700 Metern, unterirdisch in Tiefen von bis zu knapp 3000 Metern. Testbomben wurden auch vom Flugzeug aus abgeworfen, oder mit Raketen hoch in die Atmosphäre geschossen.


Von den weltweit bisher 2044 Atomwaffenversuchen fanden 711 in der Atmosphäre bzw.:. Unter Wasser statt: 215 US - amerikanische, 207 sowjetische, 45 französische, 23 chinesische und 21 britische Tests. Am 16. Juli 1945 fand der erste in der Atmosphäre durchgeführte Atombombentest und am 1. Oktober 1980 der letzte statt.

Man schätzt, dass alle in der Atmosphäre durchgeführten Atomwaffentests zusammen eine Sprengkraft von 438 Megatonnen TNT erreichten - soviel wie 29200 Bomben des Hiroshima Typs.

Von allen unterirdischen Atomwaffentests blieben insgesamt ungefähr 3830 kg Plutonium im Boden zurück. Durch die oberirdischen Tests wurden etwa 4200 kg Plutonium in die Atmosphäre geschleudert.


"Friedliche" Atomexplosionen


Im Laufe der Zeit wurden aber auch friedliche Explosionen durchgeführt. Das umfangreichste Programm verfolgte dabei die Sowjetunion mit ca. 116 Atomexplosionen zwischen 1965 und 1988. Die atomaren Sprengsätze wurden zu unterschiedlichen Zwecken gezündet: für seismische Tiefenmessungen, zur Schaffung unterirdischer Lagerstätten und Reservoirs, zur leichten Gewinnung von Gas und Öl, zum Löschen von brennenden Gas- und Ölquellen und in einem Fall zum Bau eines Kanals.

Die Vereinigten Staaten zündeten im Rahmen der "friedlichen Nutzung" 27 Atomsprengsätze.

In Frankreich, Großbritannien und China wurden bisher keine derartigen Atomexplosionen durchgeführt. China zeigt sich aber an einer zukünftigen "friedlichen Nutzung2 interessiert. Indien hat erklärt, dass sein bisher einziger atomarer Test ausschließlich friedlichen Zwecken gedient habe.


Verseuchte Umwelt


Unabhängig von den genannten Zwecken haben sämtliche atomaren Explosionen zu Umweltproblemen geführt. Auch bei unterirdische Tests wurde Radioaktivität freigesetzt. Als Folge der oberirdischen und unterirdischen Tests sind ganze Landstriche unbewohnbar.



Risiken im Vergleich


Art des Risikos (tödlicher Unfall durch )


Risiko (Mittelwert je 1Million Personen und Jahr)

Berufstätigkeit

Berufstätigkeit im Bergbau


Haushalt und Freizeit


Teilnehmer am Straßenverkehr (75Min./Tag)


Flug mit Linienmaschinen/Sonstigen

(1 Std./ Woche)


Tod durch akute Strahlenschäden (Frühschäden)


Tod durch Krebs/Leukämie (Spätschäden)




Kernwaffen & Atomtests


KERNWAFFEN - die 8. Todsünde der zivilisierten Menschheit


In seinem Buch "Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit", spricht Konrad Lorenz nicht nur vom Problem der Übervölkerung, Verwüstung des Lebensraums, genetischem Verfall und dem Abreißen der Tradition, sondern er behandelt auch das Thema Kernwaffen. Für dieses Buch erhielt er 1973 den Nobelpreis.



Unter Anderem steht dort geschrieben:


"Wenn man die Bedrohung der Menschheit durch die Kernwaffen mit den Auswirkungen vergleicht, die von den anderen sieben Todsünden auf sie ausgeübt werden, kann man sich der Erkenntnis nicht  verschließen, dass sie unter den acht die am leichtesten zu vermeidende ist.


Es ist völlig klar, was man gegen "die Bombe" zu machen hat: Man braucht sie nur nicht herzustellen oder nicht abzuwerfen. Bei der unglaubichen kollektiven Dummheit der Menschen ist dies schwer genug zu erreichen.


Der größte Schaden, den die Bedrohung durch Kernwaffen der Menschheit heute schon und auch im günstigsten Falle zufügt, besteht darin, dass die eine allgemeine "Weltuntergangsstimmung" erzeugt."


Doch betrachtet man alle Erzeuger und Verwender von Atomwaffen bemerkt man dass diese wohl alle anderer Meinung sind. Kernwaffen werden benötigt um im Falle eines Krieges möglichst gut abzuschneiden - das würde wahrscheinlich auch funktionieren, wenn man darauf achtet, dass die Auswirkung der Bomben nicht so stark wird, dass das eigene Land davon betroffen ist.

Ein Atomkrieg würde die "Weltuntergangsstimmung" wahrscheinlich realisieren.

Trotzdem herrscht ein regelrechtes Wetteifern Bau und Testen von Kernwaffen unter den Ländern, die Atombomben herstellen. Doch dies geschieht leider auf Kosten des Rests der Menschheit. Durch Atomtests wurden und werden weiterhin viele Lebensräume verseucht und dadurch zerstört, Menschen werden von ihren Heimatorten vertrieben, und sie und Tiere sterben auf Grund der radioaktiven Strahlung.

Ein ende atomarer Versuche ist bis jetzt aber noch nicht zu sehen.


Beispiel:

Mururoa - ein Atoll wird zerstört


Mururoa ist eine Koralleninsel die mit einigen kleinen Nachbarinseln im Süd-Pazifik nordöstlich von Neu Seeland liegt. Mururoa heißt auf Polynesisch 'Großes Geheimnis'.

das auch wirklich auf diese Insel zutrifft. Dreißig Jahre lang, also von 1966 an, hat Frankreich seine 175 Atomtests ungestört auf Mururoa durchführen können, weil wenige davon wußten. Aber die Atomtests, die Frankreich zündeten, wurden nicht nur auf Mururoa, sondern auch auf der 40 Kilometer entfernten Nachbarinsel Fangataufa wurden 41 Tests durchgeführt.


Frankreich testet erst seit 1966 auf Mururoa, nachdem es von 1960 bis 1963 in der Sahara 13 unterirdische und zuvor vier oberirdische Explosionen durchgeführt hatte.

Da es zu vielen Protesten der afrikanischen Anrainer und der algerischen Unabhängigkeit kam siedelte Frankreich mit den Atomtests in den Südpazifik.

Die USA und Großbritannien hatten auf diesen Inseln schon einige oberirdische Tests durchgeführt, aber nach dem Inkrafttreten des Teil-Teststopp-Vertrages 1963 (Verbot von atmosphärischen Tests; Frankreich hat diesen Vertrag bis heute nicht unterzeichnet) verließen sie den Pazifik, da sie meinten die Atolle wären für unterirdische Tests nicht geeignet.

Von 1966 bis 1976 führte Frankreich 41 oberirdische Tests in der Gegend um Mururoa durch. Diese verseuchten die Umgebung samt aller bewohnter Inseln und deren Radioaktivität konnte in Chile, Peru und Ecuador nachgewiesen werden.

In dem Sockel des Atolls (es ist auf einem Vulkansockel aufgewachsen) wurden nach 1974 ca. 100 der mittlerweile ungefähr 120 unterirdischen Tests gezündet.

Trotz der Bohrtiefe von 1.000 Metern sind die Tests eine starke  mechanische Belastung für das ca. 30 km lange, schmale Atoll.

Befürchtungen von Geologen:

a.)   Es könnte zur Entstehung von Rissen kommen, die sich auch durch die Höhlen der Explosionen ziehen könnten, wodurch radioaktive Produkte der Explosionen austreten würden.

b.)   Durch die Druckwelle einer weiteren Explosion in Verbindung mit vorhandenen Rissen könnte der unterirdische Vulkan ausbrechen und würde so große Mengen an Radioaktivität freisetzen.

Ad a.) Für diese Befürchtung gibt es schon ein paar Beweise:

1979 blieb eine Sprengladung auf halber Höhe des Sprengschachtes stecken, die bei der Zündung ein 1 Million Kubikmeter großes Loch in die Wand des Atolls riß. Es entstand auch eine 2.500 km weit entfernt zu beobachtende Flutwelle. Dieses sind auf jeden Fall Zeichen die zeigen, dass das Atoll doch nicht so stabil, wie behauptet, ist.

Ein Dokument des französischen Militärs zeigt Risse von zum Teil 4 km Länge und 3 m Breite, die sich gebildet hatten und nun zubetoniert worden seien.

Die französische Regierung sagte, daß der Großteil der Reaktionsprodukte und damit der Radioaktivität in dem um die Explosionshöhlen geschmolzenen Gestein gebunden sei und so erst nach 1.000 bis 10.000 Jahren austreten könnte. Diese Aussage wird aber zum einen durch Messungen von Greenpeace widerlegt, die außerhalb der 12-Meilen-Zone Plutonium in Plankton nachgewiesen haben, und zum anderen durch die Untersuchung des Amerikaners Norman Buske , der erhöhte Cs 134 und Cs 137 Werte in Wasserproben nachwies, die Jacques Cousteau mit Genehmigung der Franzosen in der Lagune von Mururoa entnahm. Durch spezielle Untersuchungen konnte er auch herausfinden, dass manches Cäsium nur 6 Jahre brauchte um aus dem Gestein zu dringen.


Außer der Untersuchung von Cousteau hat Frankreich fast allen Wissenschaftlern das Messen an den Testorten verboten. Auch das Erstellen einer Krebsstatistik für französisch Polynesien wurde kurz vor dem ersten Test 1966 eingestellt und erst 1983 unvollständig und verfälscht, so heißt es, wieder aufgenommen. So ist auch von medizinischer Seite leider kein Nachweis über die Ungefährlichkeit der Tests möglich.


























Hiroshima

Die Auswirkungen einer Atombombe


Wenige Tage nach der Atomexplosion von Hiroshima am 6. August 1945, erfolgte der erste Atomanschlag gegen Menschen - der Abwurf auf die japanische Stadt Nagasaki.

Die erste internationale Konferenz zur Achtung der Atom - und Wasserstoffbomben fand am 6. August 1955, also genau 10 Jahre nach der Tragödie von Hiroshima, statt.




Bild 9,5 * 4,5 schräg liegend












Das ist "Little Boy", die für Hiroshima vorgesehene Atombombe.

Sie war 3,20 Meter lang, hatte einen Durchmesser von etwa 70 cm und wog 4500 kg.

Der zylindrische Mantel umfaßte einen ballgroßen, 60 kg schweren Urankern.

Im Vergleich zu den heute einsatzbereiten Nuklearsprenkörpern eine kleine Atomwaffe, die aber stark genug war, eine ganze Stadt zu vernichten.

Drei Atombomben waren im Sommer 1945 einsatzbereit, zwei davon wurden gegen Japan eingesetzt.


Eine Chicagoer Wissenschaftsgruppe hatte noch einen letzten Versuch unternommen, den Einsatz von Atombomben gegen Japan zu verhindern oder zumindest zu vergrößern.

In einem Brief an Präsident Truman schrieben die 18 Wissenschaftler:

" mit allem Respekt bitten wir, den Einsatz von Atombomben, besonders gegen Städte, in Ihrer Instanz als Staatsoberhaupt nur unter folgenden Bedingungen zuzulassen:

Den Japanern muß zuerst Gelegenheit gegeben werden, unter Bedingungen zu kapitulieren, die ihnen die Möglichkeit eines friedlichen Fortlebens in ihrem Mutterland gewährleisten.

Zuvor muß eine überzeugende Warnung ausgesprochen werden, dass einer Ablehnung der Kapitulation die Anwendung der neuen Waffe folgen wird.

Unsere Verbündeten müssen die Verantwortung für die Anwendung von Atombomben mittragen.

Die letzte Chance, auf die Anwendung der Atombombe zu verzichten wurde wohl durch die Faszination, eine Waffe, von noch nie dagewesener Zerstörungskraft in den Händen zu halten.

Ein violetter Blitz, die Explosion entwickelte in Bruchteilen von Sekunden einen Feuerball von mehr als 500 m Durchmesser, die Temperatur im Inneren erreichte 55 Millionen Grad Celsius.

Noch in einer Entfernung von 14 km entzündet die Wärmestrahlung des Feuerballs ein Blatt Papier.

Etwa 50% der Opfer von Hiroshima sind auf thermische Energie zurück zu führen. Die freigesetzte Hitze vernichtete Menschen und Gebäude durch direkte Strahlung und nachfolgenden Feuerstürmen.

30% wurden durch Nuklearstrahlung getötet und 20% verloren ihr Leben durch die entstandene Druckwelle.









16cm gehen hinunter!!










Auswirkungen der Explosion von Hiroshima


Nach der Explosion "regnete" es vom Himmel kleine dunkle Kügelchen, die sich durch Wasserverdampfung im Explosionszentrum und anschließende Kondensation gebildet hatten. Die Menschen sprachen vom "schwarzen Regen", der auf sie herunterfiel. Dieser Niederschlag enthielt auch radioaktive Stoffe.

Der Regen war klebrig und die Bewohner Hiroshimas glaubten damals, dass Öl abgeworfen worden sei. Man sagte, dass der Fluß so schwarz war, als ob man chinesische Tinte hinein geschüttet hätte.

Viele Menschen froren mitten im Sommer, da die Temperaturen während des großen Regenfalls stark sanken.

Tote Fische wurden im Fluß überall dort gefunden, wo der Regen niederging.

Das Vieh, das von dem schlammigen Regen verseuchtes Gras fraß, bekam Durchfall.

Auch viele Einwohner, die 3 bis vier Kilometer westlich des Epizentrums lebten, klagten über Durchfall.


Auswirkungen am Beispiel eines 25 jährigen Mannes:


Am 14. Tag nach der Detonation trat Haarausfall auf.

Am 21 Tag fühlte er sich fiebrig und einen Tag später zeigten sich Petechien

(= punktförmige Hautblutungen).

Am 25. Tag Übelkeit, Kopfschmerzen und Zahnfleischschwellungen.

Diese Schwellungen nahmen noch zu und waren am 29. Tag sehr schmerzhaft für den Patienten. Eine Woche später blutete das Zahnfleisch, aber die Schleimhäute begannen bald darauf wieder zu heilen.

Vom 26. Tag an, litt der Mann an zunehmenden Halsschmerzen, die am 32. Tag so stark waren, dass er keine Nahrung mehr zu sich nehmen konnte.

Am nächsten Tag stellte sich eine krampfhafte Kieferklemme ein und an den Mundwinkeln erschienen flache Geschwüre.

Am 27. Tag stieg die Temperatur stark an und erreichte einen Tag später 40, 3 Grad.

Erst am 41. Tag stellten sich wieder normale Werte ein.

Der Patient konnte am 59. Tag entlassen werden.




Die  für die Medizin neuen und ungewöhnlichen Krankheitsbilder wurde durch Neutronen - und Gammastrahlung, die bei der Atomexplosion freigesetzt wurden, verursacht.

Auch heute noch nicht erforscht sind die möglichen Folgen der Bestrahlung für die menschliche Erbmasse.

Wenn die Chromosomen durch Bestrahlung beschädigt wurden, kann es noch in der zweiten und dritten Generation zu Mißbildungen kommen.

In dem Buch "Atomkrieg - Atomfrieden" heißt es zu den möglichen Veränderungen der Erbmasse:

" Die Gammastrahlen verändern die Gene in der Keimzelle, so dass sie falsche Informationen speichern und in den nachfolgenden Generationen ernsthafte Erbschäden auftreten werden. "


Zu den Spätfolgen, die sich erst dreieinhalb Jahrzehnte nach dem Abwurf der Atombombe zeigten, gehörten alle Arten von Krankheiten, vor allem Krebs.

Es blieb zum Beispiel der Zusammenhang zwischen radioaktiver Strahlung und den in Hiroshima verstärkt auftretenden Fällen von Mikrozaphalie, mehr als 2 Jahrzehnte lang unentdeckt. Mikrozaphalie bedeutet kleiner Kopf, wobei auch das Gehirn, und nicht nur der Schädel stark verkleinert ist.



Erzählung vom 6. August 1945:


Taeko Matsumoto

Schüler der 6. Klasse, damals fünf Jahre alt


Der 6. August 1945. Das ist für mich ein schrecklicher und kummervoller Tag, den ich nie vergessen werde. Ich war fünf und noch zu klein für die Schule. MEIN Bruder ging in die zweite Klasse der Grundschule von Danbara, in der Nähe des Hauptbahnhofs von Hiroshima. "Wenn er heute noch lebte", sagt meine Großmutter oft," wäre er jetzt im zweiten Mittelschuljahr."

Mein Bruder war ohne seine Schreibpinsel zur Schule gegangen und kam gerade zurück, um sie zu holen, als die Atombombe fiel. Er kam noch bis nach Hause, aber er hatte Verbrennungen am ganzen Körper. Die Explosion hatte unser Haus zum Einsturz gebracht. Meine kleine Schwester Ah-chan war unter der Veranda gewesen, konnte aber unversehrt heraus kriechen, weil sie so klein war. Ich spielte im Nachbarhaus, und meine Großmutter war im Badezimer beim Wäschewaschen. Als das Haus einstürzte, ergriff uns alle Furcht und Schrecken, und wir riefen einander. Schließlich fanden wir alle zusammen. Großmutter war froh, uns alle am Leben und in Sicherheit zu sehen. Die Nachbarin sagte, vielleicht würde noch eine Bombe abgeworfen, darum liefen wir alle zu unserem Onkel, der in Aosaki, etwa zehn Kilometer südöstlich von Hiroshima, wohnte. Auf dem Weg dorthin, sagte mein Bruder, sein Kopf sei so heiß, und er goß sich vile Male Wasser darüber.

Nach vielen Rastpausen kamen wir schließlich gegen drei Uhr nachmittags zum Haus unseres Onkels in Aosaki. Mein Onkel hatte sich große Sorgen um uns gemacht und war so froh, uns alle am Leben zu sehen, dass er weinte. Meinem Bruderging es zusehend schlechter, und er bat immer wieder um Wasser.

Aber irgend jemand sagte, dass Wasser bei Verbrennungen nicht gut sei. Deshalb sagte Großmutter zu meinem Bruder, er solle kein Wasser mehr trinken, weil es nur noch schlimmer würde. Sie befeuchteten die Innenseite seines Mundes mit einem nassen Lappen.

Mein Onkel und meine Tante sorgten gut für meinen Bruder, aber es ging ihm von Tag zu Tag schlechter. Ein Arzt aus Aosaki gab ihm viele Spritzen, aber sie halfen nicht. Seine Hände und Beine und sein Hinterkopf wurden weich und klebrig. Wenn man mit den Fingern an diese weichen Stellen kam, quoll Eiter heraus. Es war furchtbar traurig. Er konnte nichts essen und bat nur um Wasser. Er konnte nicht aufstehen. Einmal sagte er:" Ich möchte nur einmal aufstehen. Bitte, helft mir hoch. Bitte!" Er legte die Hände zusammen, als bete er. Wir versuchten, ihm hoch zu helfen, aber er konnte nicht einmal sitzen. Schließlich gab er auf und lag nur noch da.

Oft sagte er:" Ihr Amerikaner, seht, was ihr mir angetan habt. Wartet nur. Ich werde noch abrechnen mit euch."

Amerika und Japan führten damals Krieg miteinander, darum hasste mein Bruder Amerika. Aber am Ende sagte er: " Ich möchte jetzt meinen toten Vater und meine tote Mutter sehen", und starb um drei Uhr morgens am 14. August.

Jedesmal, wenn ich daran denke, wie mein Bruder leiden mußte, bevor er starb, fühle ich einen tiefen Schmerz in der Brust und muß weinen. Gleichzeitig sage ich mir, dass wir nie wieder Krieg haben dürfen, und bete darum, dass alle Länder der Erde Freunde werden in einer hellen und friedlichen Welt.


Strahlenschäden


Radioaktive Verseuchung von Himmel und Erde

Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts haben die atmosphärischen Atomwaffentests weltweit etwa 430.000 tödliche Krebserkrankungen verursacht. Wird der Berechnungszeitraum auf die gesamte Zukunft der Menschheit ausgedehnt, könnten etwa 2,4 Millionen Menschen durch bisher durchgeführte Atomwaffentests sterben.


Säuglingssterben nach Atombombentests

In der Fachzeitschrift 'The British Medical Journal' vom 9. Februar 1992 erschien eine Studie von R. K. Whyte, Professor an der McMaster University in Hamilton, Ontario/Kanada, die einen Zusammenhang zwischen atmosphärischen Atombombentests der fünfziger und sechziger Jahre und einem Babysterben befürchten läßt. Solche Zusammenhänge wurden bisher weltweit von allen Strahlenschutzgremien und Gesundheitsbehörden erforscht.


Umfassender Atomstoppvertrag


Die 50er Jahre: Der Anfang

Die internationale Staatengemeinschaft ist seit den 50er Jahren bemüht, Atomwaffenversuche abzuschaffen. Mitte der 50er Jahre führte der radioaktive Fallout von Atombomben, die in der Atmosphäre gezündet worden waren, dazu, dass man sich in vielen Ländern Sorgen um die gesundheitlichen Folgen der Atomtests machte.

Ein erster Vorschlag über das Atomtestverbot wurde 1954 von Indien unterbreitet. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen und andere internationale Foren wie die Abrüstungskonferenz in Genf arbeiten seither an der Verwirklichung eines allgemeinen Teststoppabkommens.


Atommoratorium

Von den Vereinigten Staaten, der Sowjetunion und Großbritannien wurde am 31. Oktober 1958 in Genf eine Atomteststopp - Konferenz eröffnet. Die USA und die UdSSR einigten sich außerdem auf eine vorübergehende Einstellung ihrer Atomtests ("Moratorium").

Bis zum Ende der Konferenz hatten sich die beteiligten Staaten fast auf ein Verbot aller Tests in der Atmosphäre, unter Wasser, im All und unter der Erde ab einer bestimmten Sprengkraft geeinigt und befürworteten für Atomexplosionen unterhalb dieses Grenzwertes ein Moratorium.

Bei einem am 16. Mai 1960 beginnenden Gipfeltreffen in Paris sollten die noch nicht geklärten Probleme gelöst werden.

Am 2. Mai schossen jedoch sowjetische Einheiten ein U-2-Spionageflugzeug der USA über Rußland ab.

Daraufhin wurden die Verhandlungen ausgesetzt und das Gipfeltreffen abgesagt.

Im Laufe des Jahres 1961 beendeten sowohl die Vereinigten Staaten als auch die Sowjetunion ihr Moratorium und begannen erneut mit Atomwaffenversuchen.

Dadurch wurde wieder das öffentliche und politische Interesse an einem Teststoppabkommen geweckt. Zur Wiederaufnahme der Verhandlungen richtete man 1961 eine spezielle Arbeitsgruppe für Teststoppabkommen ein.


1963 - Teilteststoppabkommen

Der nächste Versuch zu einer Beschränkung von Atomwaffentests führte am 25. Juli 1963 zwischen den USA und der UdSSR zu einem Abkommen über ein teilweises Testverbot, das alle Atomwaffenversuche in der Atmosphäre, unter Wasser und im All ausschloß. Der Vertrag trat am 10. Oktober 1963 in Kraft und brachte für die Vereinigten Staaten, die Sowjetunion und für Großbritannien das Ende aller Tests in der Atmosphäre. Frankreich und China, die den Vertrag nicht mit unterschrieben hatten, setzten ihre Versuchsprogramme in der Atmosphäre fort.

Inzwischen sind rund 120 Staaten dem Abkommen beigetreten.

Dieses zumindest teilweise Testverbot weckt Hoffnung auf ein zukünftiges allgemeines Teststoppabkommen: In dem Vertrag erklären die Vereinigten Staaten, die Sowjetunion und Großbritannien, sie seien "bemüht, für immer die Einstellung aller Testexplosionen von Atomwaffen zu erreichen", und seien "entschlossen, die Verhandlungen zu diesem Zweck fortzuführen".


Phase der Entspannung

Erst als es ein Jahrzehnt später zwischen den USA und der UdSSR zu einer Phase der Entspannung kam, wurden weitere Fortschritte erzielt.

Bei einer Konferenz im Mai 1974 besprachen Vertreter der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion über eine Beschränkung der atomarer Tests.

Am 3. Juli unterschrieben die beiden Länder ein Abkommen, das unterirdische Atomwaffenversuche mit einer Sprengkraft von über 150 Kilotonnen TNT am 31. März 1976 verbot.

Es folgte ein Vertrag am 28. Mai 1976 zwischen den USA und der UdSSR über Atomexplosionen zu friedlichen Zwecken.

Beide Abkommen traten am 11. Dezember 1990 in Kraft.

Als eine seiner ersten Abrüstungsinitiativen nach Übernahme der Regierungsgewalt im Jahre 1985 verkündete Michail Gorbatschow, die Sowjetunion werde am 6. August (Hiroshima-Tag) alle Atomwaffentests einstellen, und er lud die anderen Atommächte dazu ein, diesem Moratorium beizutreten.

Es reagierte aber keine der anderen Atommächte auf Gorbatschows Appell, und nach einem 19- monatigen Moratorium nahm die Sowjetunion ihre Atomwaffenversuche im Februar 1987 wieder auf.

Zwischen 1985 und 1990 wuchs innerhalb der Vereinigten Staaten der Druck zur Einberufung einer Anschlußkonferenz, auf der das bestehende Teilteststoppabkommen zu einem allgemeinen Teststoppvertrag erweitert werden sollte.

Bei der Konferenz wurden keine Übereinstimmung darüber erzielt, das Teilteststoppabkommen zu einem allgemeinen Teststoppvertrag zu erweitern, und es gab auch keinen klaren politischen Rückhalt für den Vorschlag, daran auf der Abrüstungskonferenz in Genf weiter zuarbeiten.




1991 - neue Hoffnung

Ende September 1991 kündigte US- Präsident Bush eine ganze Reihe einseitiger Atomwaffenkontroll - und Abrüstungsinitiativen an.

Der ehemalige Präsident der Sowjetunion Gorbatschow zog am 5. Oktober nach und verkündete darüber hinaus ein einjähriges Moratorium für Atomwaffentests. Dem Moratorium stimmte am 26. Oktober 1991 auch die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich und setzten Tests ebenfalls aus.

Die Arbeit für das Abkommen über ein Atomtestverbot lief Anfang 1994 an.


Enttäuschte Hoffnungen

Es gelang im Laufe des Jahres jedoch nicht, sich über den Umfang des geplanten Abkommens zu einigen.

Frankreich und Großbritannien wollten "Sicherheitstests" auch weiterhin durchführen, China mochte sich "friedliche Atomexplosionen" nicht nehmen lasse, Rußland plädierte dafür, Laboratorien als Testorte vom Verbot auszunehmen, und die Vereinigten Staaten, Rußland Großbritannien und Frankreich bestanden gemeinsam auf einem Grenzwert, unter dem sie nach wie vor kleinere Atomexplosionen durchführen wollten.

Die Arbeit am Vertragstext wurde 1995 fortgesetzt, aber die Verhandlungen kamen erst voran, nachdem sich eine Konferenz mit den Erweiterungen des Vertrags über die Nichtweiterverbreitung nuklearer Waffen ("Atomwaffensperrvertrag") befaßte, China seine Atomwaffenversuche wiederaufgenommen und Frankreich die Wiederaufnahme von Tests angekündigt hatte.

Im August 1995 verpflichteten sich Frankreich, die Vereinigten Staaten und Großbritannien auf eine allgemeine Teststoppvereinbarung durch die alle Arten von atomaren Versuchsexplosionen, unabhängig von ihrem Zweck und der Größe ihrer Sprengkraft verboten sein sollten.


1996 - letzte Hoffnung

Im Sitzungsjahr 1996 endete der erste Teil der Verhandlungen der Genfer Abrüstungskonferenz am 29. März. Der zweite Teil begann am 13. Mai und dauerte bis zum 28. Juni.


Der Zeitpunkt für die Errichtung eines Testverbots ist gekommen.

Ein Abkommen über ein allgemeines Atomtestverbot wird als entscheidender erster Schritt auf dem Weg zur atomaren Abrüstung benötigt.













"Atomunfall" Tschernobyl

&

seine Folgen


Der Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl




Katastrophen. Vereisungen, Vulkanausbrüche, Meteoriteneinschläge, Überschwemmungen, Erdbeben - Geschehnisse, die Menschen und die Tierwelt zerstören bezeichnen wir als Katastrophen.

Auch die Folgen der Explosion im Reaktorblock 4 des Atomkraftwerk Tschernobyl zählt man dazu.

Am 26. April 1986 ereignete sich der absolut unerwartete "Unfall".Durch einige Fehler der Besatzung die an diesem Tag im Kraftwerk arbeitete: Alles geschah als Techniker des Atomkraftwerkes Tschernobyl begannen während einer routinemäßige Abschaltung von Block 4 einen Test an den Sicherheitsystemen druchzuführen, alles geriet außer Kontrolle -  eine gewaltige Explosion riss das Dach über dem 4. Reaktorblock auf, durch das entstandene Loch wurden Beton- und Graphitstücke, sowie Teile anderer Stoffe in die Luft geschleudert.

Gleich am ersten Tag blies der Wind die radioaktiven Gase, Staub und Rauch in Richtung Westen. Der Luftstrom machte eine Kehrschleife über Europa.

Auch Österreich blieb nicht verschont,  die Radioaktivität zog sogar in so grossen Mengen übers Land, dass den Einwohnern geraten wurde für 3 Tage im Haus zu bleiben und alle Fenster und Türen zu schleißen.

Der Reaktorkern stand natürlich offen solange es brannte und alles radioaktive Material schoß in die Atmoshäre.Bald darauf wurden Fachleute zur Hilfe geholt. Wirkliche Fachleute gab es aber für so einen Fall gar nicht. Sie beschlodden zunächst einmal den Reaktor durch wärmeabsorbierende sowie Feuer und Schutt filternde Materialien zu verschließen.



Vom 27. April bis zum 10. Mai wurden die Piloten der Luftwaffe eingesetzt, diefür ihr eigenes Leben und ihre Gesundheit mehrere hundert Flüge über dem reaktorkern durchführten. Tausende Säcke mit Sand, Lehm, Bor, Dolomit und auch Blei (das gesamtgewicht betrug etwa 2400 Tonnen) wurden von Hubschraubern heruntergeschüttet, um den Reaktor zu kitten.






der zerstörte Reaktorblock 4








Radioaktivitätsverteilung nach dem Super-Gau




In den zehn Tagen nach dem Unfall wurden die radioaktiven Partikel großräumig verteilt. Ca. sechs Tonnen der insgesamt 190 Tonnen der hochradioaktiven Kernbrennstoffmasse entwichen aus dem zerstörten Reaktor. (Cäsium-137 wurde etwa zu einem Drittel freigesetzt)








Die Sperrzone
Die Freisetzung von mehreren Tonnen hochradioaktiven Materials aus dem explodierten Block 4 von Tschernobyl führte zu einer weiträumigen Verseuchung des Bodens, der Pflanzen, Menschen und Tiere sowie der Gewässer. Auch das Grundwasser wurde langfristig mit radioaktiven Stoffen belastet. Eine Zone mit dem Radius von etwa 30 km bleibt für viele Jahrzehnte schwer verstrahltes Gebiet.

Auch außerhalb der 30-Kilometer-Zone gibt es verstreut stark belastete Gebiete. Sie liegen bis zu 180 km vom Unfallort entfernt. In Rußland, Weißrußland und der Ukraine leben heute rund 5,8 Millionen Menschen in radioaktiv belasteten Regionen. Etwa 70 Prozent des nuklearen Fallouts gingen auf dem Gebiet des heutigen Weißrußlands nieder. Insgesamt ist in den drei Staaten Ukraine, Weißrußland und Rußland eine Fläche verseucht, die die dreifache Größe der Schweiz erreicht!

Schätzungen der Vereinten Nationen gehen davon aus, daß rund neun Millionen Menschen mehr oder weniger direkt von den radiologischen Folgen der Tschernobyl-Katastrophe betroffen sind. Über 400.000 Bewohner aus der direkten Umgebung des Atomkraftwerkes mußten umgesiedelt werden und haben ihre Heimat auf Dauer verloren. Sogar heute noch, zehn Jahre nach dem Unfall, müssen Zehntausende Menschen stark belastete Gebiete verlassen.


Belastung österreichischer Böden durch Cäsium-137


Österreich zählt im internationalen Vergleich zu den vom Tschernobyl-Fallout am stärksten betroffenen Ländern. 
Besonders betroffen sind folgende Gebiete:

Ein von Norden bis zu den Hohen Tauern verlaufender Streifen: Teile des Wald-, Mühl-Viertels, die Gegend um Linz, die Welser Heide, die Pyhrngegend, Salzkammergut, westliche Niedere Tauern und Hohe Tauern bis zu den Zillertaler Alpen.

Gebiet im Süden Österreichs: Koralpe, Südkärnten (setzt sich nach Italien fort)


Besonders niedrig belastete Gebiete :

Das ostösterreichische Flachland: Marchfeld, Weinviertel, Tullnerfeld;

Teile Kärntens, der Steiermark, des Burgenlandes;

Teile des westlichen Mühl- und Innviertels;

Der Westen Nordtirols und der Süden Osttirols;

Teile Vorarlbergs: Rheintal, Südteil des Landes.

Wie auf folgender Karte über die Belastung durch Cäsium-137 österreichischer Böden

Zu sehen ist hat der Gehalt im Laufe von 10 Jahren abgenommen.

Gründe dafür:

Physikalischer Zerfall: der radioaktive Zerfall der Radionukleide gemäß ihrer Halbwertszeit (Für 137Cs 30 Jahre)

Austrag und Verlagerung: Durch das Abweiden bzw. Ernten von Wiesen und Feldern werden Radionukleide, die vom Boden durch die Wurzeln in die Pflanzen gelangt sind, ausgetragen. Durch Regen, Schneeschmelze, etc. und durch Erosion und die Aktivitäten der Bodenlebewesen kommt es außerdem zur Verlagerung.




Cäsium-137 (Halbwertszeit 30 Jahre)  stammt teils von Tschernobyl, teils aber noch aus der Zeit der atmosphärischen Atombombenversuche.

Die Belastung mit Cäsium-137 aus dem Bomben-Fallout beträgt  etwa ein Zehntel der Belastung aufgrund des Tschernobyl-Fallout. Da es aber im Gegensatz zum Tschernobyl-Cäsium über viele Jahre hinweg vertragen wurde, ist das Bomben-Cäsium wesentlich gleichmäßiger verteilt.

Zusammenhang Bodenbelastung - Niederschlag

Der Niederschlag radioaktiver Substanzen (Deposition), die sich am aärgsten auswirkt  ist die mit dem nassen Niederschlag (Regen oder Schnee). Die sogenannte trockene Deposition ist weniger wirksam. Deshalb ist in Gebieten, in denen es in den Tagen nach dem Unfall von Tschernobyl kaum geregnet hat (z.B. Wien), die Bodenbelastung gering im Vergleich mit Regionen mit starkem Niederschlag (z.B. Linz), obwohl die darüberziehenden Luftmassen ähnlich hoch belastet waren.





Atommüll

Strahlenlast für Generationen

Wohin mit dem Atommüll ?

50 Jahre nach Beginn des atomzeitalters ist die Endlagerung des atommülls immer noch ungeklärt.

Weltweit laufen über 400 Atomkraftwerke und bis heute hat kein Land ein Lager in Betrieb genommen, dass die vollständige Isolierung der gefährlichen radioaktiven Abfälle von der Biosphäre für Jahrtausende ermöglicht.

"Atomkraft ist zu vergleichen mit einem Flugzeug, das gestartet ist, ohne daß es eine Landebahn gibt; man hat leider vergessen, diese zu bauen und muß nun fieberhaft daran tüfteln, während die Maschine noch in der Luft ist."


Entsorgung des Atommülls

Mit dem Problem Entsorgung hat sich wie es aussieht noch nie wirklich jemand ernsthaft beschäftigt. Ob Haus-, Gift-, oder Atommüll, was wir nicht mehr brauchen verschwindet in die erde, ins Meer, auf die Deponie oder es wird ganz einfach verbrannt, auf jeden Fall gerät es ausser Sichtweite, und wir sind die Sorgen los - so scheint es zumindest.

Atommüll verschwindet aber nicht. Das Volumen lässt sich zwar verkleinern, aber die Radioaktivität bleibt, ob man ihn vergräbt, versenkt oder verbrennt. Es gibt Substanzen die ihre Radioaktivität schon nach wenigen Sekunden verlieren, andere aber strahlen bis zu Millionen von Jahren.


Die Gefährlichkeit für den Menschen hängt davon ab welche Art von Strahlung das Material aussendet, ob es eingeatmet, mit der Nahrung oder der Haut aufgenommen wird und in welchem Organ es sich anreichert.

Experten aus aller Welt haben festgestellt, dass es keine unschädliche Strahlendosis gibt.

Das Leukämierisiko für Kinder ist nahe der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield (England)liegt zum Beispiel bis zum Zehnfachen über dem Landesdurchschnitt.


Lagerung von Atommüll

Nicht nur die Entsorgung des Atommülls, sondern sogar die Lagerung ist ein weltweit noch ungelöstes Problem - ein 200 Milliarden Dollar Problem.

Es ist eigentlich gar nicht so eine Frage des Geldes, als die Frage: Wohin mit dem dich dauernd anhäufenden tödlichen Atommüll?

Über 30 Länder weltweit produzieren jährlich über zehntausend Tonnen radioaktiven Müll, der sich zu gigantischen Bergen anhäuft.

Atommüll fällt nicht nur bei der Förderung und Verarbeitung von Uranerz, der Produktion von Brennelementen und während des Betriebs von Kraftwerken an, sondern auch die Atomanlagen selbst werden nach ihrer Stillegung zu Atommüll. Und die Wiederaufbereitungsanlagen, die denen man ständig von "Recycling" spricht, bereiten in Wirklichkeit noch mehr radioaktiven Abfall.


Endlagerung

In den fünfziger Jahren hielten alle an der Strategie des "Verdünnens und Verteilens" fest.  Das Meer bot sich da natürlich besonders gut an und so kippten westliche Staaten zwischen 1945 u7nd 1982 etwa 140 000 Tonnen radioaktiven Müll in den Atlantik und den Pazifik. Die Sowjetunion ließ ihren Müll im Eismeer verschwinden.

Es existieren einige Vorschläge, den Atommüll zum Beispiel in den Weltraum oder die Antarktis zu verbannen, aber bis jetzt wird vieles tief in den Erdboden vergraben.  Besonders beliebt sind Gegenden die sowieso schon durch Atomkraftwerke, oder militärische Aktivitäten verseucht sind.

Man kann die Sicherheit eines Endlagers für Zehn-, oder Hunderttausende von Jahren kann man nicht voraussagen.

Es werden zwar theoretische Berechnungen durchgeführt, aber Erdbeben, Klimaveränderungen, Kriege oder die Auswirkungen anderer menschlicher Eingriffe lassen sich nicht im Voraus berechnen.


Atommülltransport


Alle Behälter in denen radioaktiver Abfall transportiert wird, sind mit der Bezeichnung "Typ B" gekennzeichnet. Diese Bezeichnung berechtigt den Atommülltransport.

Ein solcher Behälter muß 3 bestimmte Tests überstehen, bevor er verwendbar ist, diese Bestimmungen gelten in allen Atomkraftländern.

Falltest

Der Behälter, mit einem Eigengewicht von 100 t, muß einen Sturz aus 9 Metern Höhe auf einen Untergrund aus Beton und Granit und anschließend den Fall auf einen 15 cm großen Stahldorn  aus 1 Meter Höhe unbeschädigt überstehen.

Feuertest

Der Behälter wird 30 Minuten lang einer Temperatur von 80 °C ausgesetzt.

Tauchtest & Drucktest

Der selbe Behälter der schon die zwei vorher genannten Tests bestanden hat wird nun auch noch 8 stunden lang bei 15 Metern Tiefe unter Wasser gehalten.

Atomare Wiederaufbereitungsanlagen (WAA)


Ziel einer Wiederaufbereitungsanlage ist es, recyceltes Uran und Plutonium in neuen Brennelementen wiederzuverwerten. Die Atomindustrie spiricht hier von einerm "geschlossenem Brennstoffkreislauf", Greenpeace aber ist der Meinung, das dieser nicht existieren kann. Einmal abgetrennte Brennelemente lassen sich nicht erneuern und wiederverwerten.

Auch das Atommüll - Problem ist durch diese WAA nicht zu lösen.

Da zahlreiche Hilfsstoffe, Chemikalien und Werkzeuge eingesetzt werden, vervielfachen sich die Atommüllberge bis um das 20fache.


Die Belastung der Umwelt durch WAA

Durch den Abfall werden Küstenregionen und Meeresgebiete verseucht

Radioaktive Abluft gelangt auf billige Weise durch Kamine in die Atmosphäre

In Europa sind zur Zeit 3 Wiederaufbereitungsanlagen in Betrieb:

Sellafield (Mittelwest-England)

Dounreay (Nord-Schottland)

La Hague (Normandie, Frankreich)

Durch diese 3 WAA wird in 30 Betriebsjahren mindestens soviel Radioaktivität ins Meer abgegeben, wie beim Atomunfall in Tschernobyl freigesetzt wurde.

97% von allem radioaktiven Müll, der ins Meer gelangt, stammen in Nordeuropa aus den drei WAA.

Beispiel:

Aus der WAA Sellafield gelangen täglich neun Millionen Liter radioaktive Abwässer in die irische See. Aber auf Grund der Meeresströmung verteilen sie sich weiträumig: Sie erreichen die Nordsee nach ungefähr 9 Monaten, teilweise gelangen sie auch in die Ostsee und sogar bis in die kanadische Arktis.










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