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Das WEF - World Economic Forum




Einige einleitende Worte

Dieser Text ist der Versuch, die Zusammenhänge rund um das WEF im Allgemeinen zu ergründen, im Speziellen die Geschichte und nebenbei auch die Struktur dieser Institution zu beschreiben. Ihre politische Strategie auf verschiedenen gesellschaftliche Felder zu hinterfragen, sowie all die Pro- und Contra-Argumente aufzuzählen soll nicht Thema dieser Arbeit sein, sondern wir haben uns auf reine Darstellung der Fakten beschränkt.

Der geschlossene Klubcharakter dieser Gipfeltreffen macht es nicht leicht, Informationen darüber zu erhalten, der vorliegende Text ist also (wie bereits erwähnt) bloss eine allgemeine Zusammenfassung der historischen Entwicklung des WEF und nicht eine vollständige bis ins Detail gehende Auseinandersetzung mit all den Problemen, welche solche Institutionen von globaler Bedeutung mit sich führen. Ausgangspunkt unserer Nachforschungen stellt die offizielle WEF-Homepage (www.weforum.org) dar.




Zu den Fakten

Anfangs geben wir einen kurzen Überblick über die Geschichte des WEF, sowie der Entstehung der mit ihm verbundenen Einrichtungen (Gruppen), der Entwicklung seiner Ambitionen und seiner Wichtigkeit für die welt-weite Entscheidungsebene. Dann soll das Geschehen in Davos fokussiert werden, sowie die Umsetzung der dort getroffenen Entscheidungen. Zum Schluss folgt noch eine Darlegung einiger für das WEF-Verständnis relevanter Zahlen.

Ein geschichtlicher Abriss

1971 gründete der Betriebswirtschaftsprofessor Klaus Schwab das "European Management Symposium", welches eine Plattform für europäische Topmanager bieten sollte. Nach dem ersten Erdölschock und der Flexibilisierung des Wechselkurssystems 1973 wurde der Gipfel in Davos neu ausgerichtet. Neben Managementfragen werden nun auch politische, wirtschaftliche, wissenschaftliche und soziale "Probleme" diskutiert. Mit der Zeit kamen zum jährlichen Treffen in Davos immer mehr regionale Konferenzen (z.B. in Lateinamerika, Indien und Ostasien), welche der Organisation rasch den Charakter eines globalen Netzwerkes gaben.

1982 fand im Rahmen des jährlichen Treffens in Davos die erste informelle Zusammenkunft von ParlamentarierInnen verschiedener Länder und Köpfen internationaler Organisationen wie der Weltbank, dem IWF und dem GATT statt. Dieses dient seither als Modell für weitere ähnliche Treffen.

1987 wurde das "European Management Symposium" in "World Economic Forum" umbenannt.

Politik und Geschäft

Oberstes Ziel dieses Fonds ist es, eine "globale Gemeinschaft zu bilden, eine weltweite Vernetzung zwischen den Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien". Deshalb werden neben dem jährlichen Treffen immer mehr regionale Konferenzen organisiert, um konkret auf "die Problemstellungen der Region eingehen zu können - und nebenbei die "internationale Geschäftswelt" mit den "politischen Führer" einiger Länder in Kontakt zu bringen. Seit einigen Jahren sind die Mitglieder des Weltwirtschaftsforums

auch durch ein Videokonferenzsystem (WELCOM) verbunden. Mit diesem "Privatinternet"

haben es die "global leaders" nicht mehr nötig, sich an ermüdenden Konferenzen herumzuschlagen, um sich zu treffen, Entscheide zu fällen, neue strategische Allianzen oder joint ventures zu gründen. Ein kurzes "Klick" und die Verbindung mit dem potentiellen Geschäftspartner ist hergestellt, oder man kann sich von "Fachleuten" oder Organisationen wie der WTO oder der OECD beraten lassen. Im World Competitiveness Report, welcher vom WEF und vom Lausanner Managementinstitut IMD herausgegeben wird, werden die verschiedenen Länder, seit 1994 OECD- und Entwicklungsländer gemeinsam, aufgrund ihrer

Wettbewerbsfähigkeit eingestuft. Wettbewerbsfähigkeit wird dabei definiert als "institutioneller und politischer Rahmen zur Förderung eines anhaltend raschen Wirtschaftswachstums, und zwar vorausblickend über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren", was zum Beispiel bedeutet, dass ein ausgebauter Sozialstaat als Bremsklotz, tiefe Steuersätze als eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine wettbewerbsfähige Volkswirtschaft darstellen.

Das Davoser Forum

Das Davoser Forum ist das jährliche Treffen der Organisation, der "Gipfel der Gipfel". Hier treffen sich an die tausend Unternehmensführer, rund 250 Staatsvertreter, etwa 300 Wissenschaftler, hochrangige Kulturträger, sowie ein Tross von Medienleuten. Das Davoser Forum definiert die "Lösungen" zu wirtschaftlichen, politischen und sozialen Problemen - immer mit Blick auf die Praxis. So brüstet sich das Forum damit, eine Schlüsselrolle bei der Festsetzung neuer wirtschaftlicher, politischer, kultureller und sozialer Tendenzen und Stossrichtungen zu spielen und bei der Umsetzung von (neuen) Strategien der multinationalen

Konzerne (und Staaten) "Resultate vorantreiben und ihre Potentiale maximieren zu können".

Zusammenfassend ist der Zweck des Forums, eine "globale Gemeinschaft, eine weltweite Vernetzung zwischen den Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien zu schaffen", damit diese Elite besser die Verantwortung, "den Zustand der Welt zu verbessern" übernehmen kann. In der Realität heisst dies, dass die "global leaders" eine tragende Rolle bei der Bestimmung der Weltpolitik haben sollen:

 "Unsere Philosophie ist es, dass die grossen Herausforderungen, mit welchen die Menschheit im 21. Jahrhundert konfrontiert sein wird nicht durch gemeinsame Bemühungen der Regierungen und der Geschäftswelt wieder behebt werden können" (K. Schwab). Laut Schwab müssten diese Bemühungen den "Unternehmergeist" als gemeinsamen Nenner haben: "Wir wissen, dass der Unternehmergeist die Grundlage jeglichen wirtschaftlichen und folglich auch sozialen Fortschrittes ist. Aber dieser Unternehmergeist muss seine soziale Verantwortung wahrnehmen und danach handeln." Zur Erinnerung für diejenigen, welchen diese Aussage nicht ganz klar ist, die Devise des Forums: "Unternehmergeist im öffentlichen, globalen Interesse".



Man sieht also, dass sich das WEF weder damit begnügt, all diese Entscheidungsträger, Fachleute und "global leaders" zusammenzubringen, noch ihnen Teegebäck zu servieren, sondern auch aktiv an der Gestaltung der Diskussionen teilnimmt.

Die Themen des Davoser Forum

An jedem Gipfel gibt das WEF - mit Hilfe seiner "institutionellen Partner" (Konzerne, die das WEF finanziell unterstützen) - ein "Arbeitsprogramm" heraus, welches "neue Tendenzen", "Probleme" und andere "Veränderungen" der "globalen Agenda" enthält. Unter anderem werden zum Beispiel folgende Themen behandelt: EU Erweiterung und das Verhältnis zu Nichtmitgliedstaaten - Regulierung und Konkurrenz - Immigration und Sozialvertrag - Innovation und europäische Konkurrenzfähigkeit - Arbeitsmarkt und Pensionsreform - geistiges Eigentum - Lebensfähigkeit europäischer Silicon Valleys - Biotechnologie - Ethik.

Im Jahr 1996 waren "Chancen und Risiken der Globalisierung", 1997 die Informationstechnologie Schwerpunktthemen. Im Jahr 2001 lautete das Programm: "Die globale Verantwortung: mit der Globalisierung umgehen."

...und deren Umsetzung

Neben der Definition und der Verbreitung ideologischer Konzepte, kann das WEF auch einige konkrete Erfolge verbuchen - und zwar nicht unwesentliche: das WEF weist stolz darauf hin, im Globalisierungsprozess eine führende Rolle gespielt zu haben. Neben zahlreichen "business opportunities", verdanken wir hauptsächlich dem WEF, dass die Verhandlungen der "Uruguay-Runde" anfangs der achtziger Jahre wieder aufgenommen wurden. Ein weiterer "Erfolg" sind die Verhandlungen über die Liberalisierung von Finanztransaktionen.

Das WEF spielte auch eine Hauptrolle bei der Entspannung zwischen Griechenland und der Türkei 1988; bei der Ausarbeitung des GAP-Projektes in der Türkei; bei der Annäherung West- und Ostdeutschlands 1990; bei der Lancierung des Umweltgipfels in Rio 1990; bei der Unterzeichnung des "Gaza-Jericho-Abkommens" zwischen der PLO und Israel. Diese "Erfolge" lässt sie sagen: "Wir glauben, dass der Fortschritt nur möglich ist, wenn die Regierungen und die Wirtschaft frei und konstruktiv die Probleme diskutieren und zusammen die besten Lösungen erarbeiten können."

Die Zitate sind der homepage des WEF (www.weforum.org) entnommen.

Einige Zahlen

Das WEF ist ein Klub, in dem jedes Mitglied einen jährlichen Beitrag von $ 12'500 (für Banken $ 15'000) zahlt. Um Teil des Klubs zu sein, muss ein Unternehmen beweisen, jährlich mindestens 1 Milliarde Dollar zu handeln. Die Banken müssen mindestens 1 Milliarde Dollar an Kapital kontrollieren. Tatsächlich gibt es verschiedene Kategorien der Teilnahme am WEF. Die 'Global Growth Companies' umfassen beispielsweise alle Unternehmen, die besonders schnell im Wachstum sind, die Kategorie 'Regional Membership' erlaubt die Integration jener Unternehmen, die ein strategisches Interesse an speziellen Regionen repräsentieren, die 'knowledge partners', hauptsächlich Finanzberater oder die 'institutional partners' wie Sun Microsystem Inc. Die Letzteren zahlen jährlich $ 250'000 mehr als der normale Mitgliedsbeitrag. Die Unternehmen, die einen Administrator zum jährlichen Gipfel entsenden, zahlen zusätzlich zum Mitgliedsbeitrag 9'000 Franken für ein Eintrittsticket, Hotel und Nächtigung nicht einbegriffen. Die Politiker und die Journalisten sind ihrerseits dankenswerterweise eingeladen. Auf der von 5 Ko-Präsidenten konstituierten jährlichen Präsidentschaft des Gipfels, haben 4 - BP, DuPont, Deutsche Bank, Sara Lee - das WEF in der Höhe von $ 78'000 und $ 250'000 gesponsert. Diese jährliche Präsidentschaft des Gipfels versicherte den Ko-Präsidenten per Mikrophon vielschichtige Interventionen und Privilegien.

Einige könnten überrascht sein, unter den größten multinationalen Unternehmen, die den WEF konstituieren, eine politische Einheit zu finden. Aber die Wirtschaft lässt sich von keinen Grenzen aufhalten: Republik und Kanton sind heutzutage überholte Termini; Eine Republik ist für sie nichts anderes als ein Unternehmen!

Das Einkommen der Fondation betrug 1999 32 Millionen Dollar, das sind 57% mehr als im Jahr 1995. Das Forum in Davos bringt alleine 10 Millionen Dollar ein, der Rest kommt von den weltweit organisierten Konferenzen. Der Gewinn kommt der Gründung Schwab zu, der Organisation 'ohne lukrative Ziele'. Diese wurde 1998 gegründet, um Interessenskonflikte zu vermeiden. Schwab deklarierte, nicht von seiner Situation als Organisator zu profitieren, da er nicht mehr als ein Jahresgehalt von $ 225'000 bezieht.



Bibliographie

-        Little Seattle im Alpendorf, http://www.jungewelt.de/frameit.php?/2000/01-31/003.shtml

-        'Global Village' Davos, http://www.xcult.ch/texte/spinelli/hirschhorn.html

-        Ein kritisches Auge aufs WEF, http://www.davos2001.ch/de/weltwirtschaftsforum.htm

-        World Economic Forum, http://www.weforum.org

-        Geschichte des WEF, http://www.weforum.org/site/homepublic.nsf/Content/Our+History

-        Interportal: World Economic Forum (WEF), http://zope.interportal.ch/interportal/interportal/dos_dossier_dtml?artikelID=34&sprachID=1

-        Worldlink: The magazine of the World Economic Forum, http://www.worldlink.co.uk/

-        Who are the world economic forum, http://www.s11.org/s11-dynamic.html?http://www.s11.org/wef.html

-        Richard Tilly: Globalisierung aus historischer Sicht und das Lernen aus der Geschichte, Köln 1999.











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