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LANDWIRTSCHAFT




                                                                       LANDWIRTSCHAFT

 

Der ländliche Raum hat in Österreich einen überdurchschnittlich großen Stellenwert. Im Unterschied zu anderen europäischen Staaten lebt rund 80 % der Bevölkerung Österreichs in ländlichen Regionen. Dem ländlichen Raum kommt daher bei der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung Österreichs eine wichtige Rolle zu. Fragen der Besiedelung, eines ausreichenden Arbeitsplatzangebotes, einer funktionsfähigen Infrastruktur und Lebensqualität sind für die Menschen im ländlichen Raum von zentraler Bedeutung. In Österreich sind rund 7% aller Beschäftigten in Land- und Forstwirtschaft tätig. Sie erwirtschaften 2,3% des BIP. Rund 0,4 Mio. der 8 Mio. Wohnbevölkerung sind zur bäuerlichen Bevölkerung zu rechnen.

Der Strukturwandel der Landwirtschaft begann mit Ende des vorigen Jahrhunderts und setzte sich besonders rasch nach dem Ende des 2. Weltkrieges weiter fort. Die Anzahl der Arbeitskräfte sank, die Motorisierung, Mechanisierung und Spezialisierung der Landwirtschaftsbetriebe stieg. Durch bessere Anbaumethoden, Züchtungserfolgen bei Pflanzen und Tieren, künstliche Düngung und Schädlingsbekämpfung stiegen die Ernteerträge und der Selbstversorgungsgrad bei Nahrungsmitteln stieg.




Der Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse, insbesondere von Nahrungsmitteln, stieg nicht im gleich Ausmaß wie die Produktion. Es wurde von immer weniger Bauern immer mehr produziert. Der Export dieser Agrarüberschüsse wurde zunehmend schwieriger, weil fast alle Industriestaaten dieselben Probleme hatten. Dazu kam, dass die Erzeugerpreise in Österreich meist über den Weltmarktpreisen lagen. Nur mit Hilfe staatlicher Subvention konnten die Agrarprodukte ins Ausland verkauft werden. Mit dem Beitritt Österreichs zur EU wurde der geschützte Markt für Agrarprodukte aufgegeben. In einer mehrjährigen Übergangsphase soll die österreichische Landwirtschaft mit ihren Produkten in Europa kunkurrenzfähig sein. Für diese Übergangszeit wurden im Beitrittsvertrag zahlreiche Übergangsregelungen und Ausgleichszahlungen für die Landwirtschaft ausgehandelt. Diese sind zeitlich begrenzt und die Ausgleichszahlungen werden jährlich weniger. Der finanzielle Aufwand für die Agrarsubventionen stieg und so wurden Maßnahmen ergriffen um die Überproduktion einzudämmen. (Preissenkungen bei Erzeugnissen, Flächenstilllegungen)

45% der Fläche Österreichs werden landwirtschaftlich genutzt (47% Wald, 1% Wasser). Das Gebirgsland hat die Aufgabe, diese Lebensgrundlagen zu erhalten. Die Fläche hat auch eine hohe Bedeutung für die Nachhaltigkeit des wirtschaftens.

80% der Fläche Österreichs ist benachteiligtes Gebiet im Sinne der EU. (Berggebiete dr. Steilheit der Hänge, rauhes Klima, kürzere Vegetationsperiode). Die Berggebiete sind gegenüber anderen Regionen benachteiligt, deshalb erhalten sie eine Ausgleichszulage der EU. Die in Österreich traditionelle Bergbauernförderung ist wichtig, um die Bewirtschaftung in diesen Regionen zu erhalten. Ihr Ausbau ist ein besonderes Anliegen Österreichs. Österreich verfügt im Verhältnis zu seiner Größe über das ausgedehnteste Berggebiet Europas - es erstreckt sich über drei Viertel der Staatsfläche. Nahezu die Hälfte aller landwirtschaftlichen Betriebe, ca. 129.000, liegen im Berggebiet. Weitere 35.000 Betriebe befinden sich im sogenannten sonstigen benachteiligten Gebiet. Die Erhaltung der Lebensqualität im ländlichen Raum und die damit verbundene Sicherung der Funktionsfähigkeit der Berggebiete ist deshalb ein wichtiges Anliegen. Mit dem EU-Beitritt Österreichs wurde die Bergbauernförderung umgestaltet. Dabei wurde die Abgrenzung der Gebiete neu - und zwar gemeindeweise - vorgenommen, der Empfängerkreis auf rund 126.000 Betriebe ausgeweitet. Der zu vergebende Gesamtbetrag wurde im Jahr des EU-Beitritts auf 2,9 Milliarden Schilling aufgestockt. Eine spezielle 'Wahrungsregelung' sorgt dafür, daß es bei keinem Bergbauern zu einer finanziellen Schlechterstellung gegenüber den vorausgegangenen Jahren kommt.Den unterschiedlichen Bedingungen wird durch eine Zuordnung des Betriebes zu einer von vier Erschwerniszonen Rechnung getragen. So erhalten etwa Bergbauern der Zone 4, deren Betriebe den höchsten Anteil an Steilflächen aufweisen, die dadurch entstehenden Bewirtschaftungserschwernisse auch durch höhere Ausgleichszahlungen abgegolten.Die Abgeltung von Benachteiligungen und Erschwernissen, die den Verbleib auf den oftmals entlegenen Höfen erst möglich macht, kann durch die Neuregelungen im Rahmen der 'Agenda 2000' verbessert werden. Österreich setzte bereits 1996 in seinem Bergbauernmemorandum an die EU Impulse, die zu einer größeren Flexibilität führten. Auf dieser Basis kann mit betrieblichen Sockelbeträgen den Benachteiligungen individueller entgegengewirkt werden.

Eine Besonderheit ist der hohe Anteil an Nebenerwerbsbauern (ca. 166 000). Nebenerwerbsbauer bedeutet, dass sie mehr als die Hälfte ihres Einkommens außerhalb der Landwirtschaft verdienen. 2/3 aller Betriebe sind Nebenerwerbsbauern, das ist wesentlich mehr als in anderen EU- Staaten. Ihre Aufgabe ist die Erhaltung der flächendeckenden Bewirtschaftung, besonders in Gebirgsregionen. Ihre Leistungen sind für die Erhaltung der Mindestbesiedelungsdichte und für die Gestaltung der Kulturlandschaft unverzichtbar.Haupterwerbsbetriebe gibt es in Ö ca. 78 000, die restlichen 8.000 Betriebe werden als juristische Betriebe geführt, beispielsweise als Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Ein Anliegen der österreichischen Landwirtschaftspolitik ist, Haupt- und Nebenerwerbsbauern gleich zu behandeln.

Die Endproduktion entspricht 49 Milliarden S, wobei 67% tierische Erzeugnisse, und 33% pflanzliche Erzeugnisse sind (Produktionsvoraussetzungen: Gebirge, Grünland).Viehzucht und Milchproduktion ist in vielen Regionen die einzig mögliche Form der Landwirtschaft. Deshalb legt Ö soviel wert auf die Aufrechterhaltung der Milchquoten, ansonsten würde die Milchproduktion abwandern und in benachteiligten Berggebieten würden Produktionsmöglichkeiten fehlen.

 

Pflanzliche Produktion:

Die überwiegende Zahl der österreichischen Bauern hat erkannt, daß ein Arbeiten im Einklang mit der Natur eine hervorragende Basis für den eigenen Betrieb, für die Region und die gesamte Bevölkerung ist. Aus diesem Grunde ist es nicht verwunderlich, daß es in Österreich nahezu die meisten Betriebe mit biologischer Wirtschaftsweise innerhalb der EU gibt.

Getreideanbau:

Schwerpunkt der heimischen Pflanzenproduktion ist der Getreidebau. Er beansprucht mit rund 810.000 Hektar annähernd 60 % der Ackerfläche. Zentrum der Qualitätsproduktion von Getreide ist das Marchfeld, die im Osten gelegene Kornkammer Österreichs. Die inländische Getreideproduktion betrug zuletzt rund 4,8 Millionen Tonnen.

Der Anbau von Öl- und Eiweißpflanzen - insbesondere von Raps, Sonnenblumen, Sojabohnen sowie Körnererbsen und Ackerbohnen - erlebte ab Mitte der achtziger Jahre einen deutlichen Aufschwung, was eine Erhöhung des Selbstversorgungsgrades bei pflanzlichen Ölen und eine Verbesserung der inländischen Futtermittelbasis brachte.Die Gesamtfläche an Ölsaaten betrug zuletzt rund 124.800 Hektar. Der Anbau von sonstigen Feldfrüchten und Spezialkulturen wie Mohn, Ölkürbis, Hopfen, Tabak sowie Heil- und Gewürzpflanzen auf derzeit mehr als 24.000 Hektar ist in Österreich auf lange regionale Traditionen zurückzuführen. Nach alten Rezepten produzierte bäuerliche Spezialitäten sind ein wichtiges Element der Rückbesinnung auf die regionale Identität.

 

Hackfruchtbau:

Die heimische Kartoffelfläche umfaßte zuletzt rund 24.300 Hektar bei einem Ertrag von 712.000 Tonnen. Die Kartoffelerzeugung deckt den heimischen Bedarf an Speise-, Industrie- und Futterkartoffeln zur Gänze. Die Zuckerrübenanbaufläche erbrachte 1999 mit rund 47.600 Hektar einen Ernteertrag von 3,2 Millionen Tonnen.

Obst&Gemüse:

Der Gemüse-, Obst- und Gartenbau wird vor allem in den klimatisch begünstigten östlichen und südlichen Bundesländern betrieben, wobei der Anteil biologisch wirtschaftender Betriebe ständig zunimmt. Frisches, hochwertiges Gemüse aus ökologischem Anbau - produziert werden Erbsen, Karotten, Paradeiser, Kraut, Chinakohl, Gurken, Zwiebel, Rote Rüben, Sellerie, Salat etc. - ist insbesondere auch eine Basis für Haltbarprodukte und Tiefkühlkost, deren Bedeutung europaweit ständig zunimmt.Der produktionsstarke Feldgemüsebau - die Anbaufläche beträgt rund 13.000 Hektar - wird durch die Produktion der rund 2.250 meist in der Nähe von Ballungsgebieten, insbesondere der Bundeshauptstadt Wien, angesiedelten Gartenbaubetriebe mit einer Produktionsfläche von 2.900 Hektar ergänzt.Rund 20 % der Gesamtgemüsefläche werden bereits nach strengen ökologischen Grundsätzen bewirtschaftet. Apfel, Pfirsiche, Marillen, Zwetschken, Birnen und Ananaserdbeeren haben größere Bedeutung.



Weinbau:

Der Weinbau hat in Niederösterreich, dem Burgenland, der Steiermark und Wien uralte Tradition, die bis in die Römerzeit zurückgeht. Die jährlichen Erntemengen - die Gesamtfläche der einzelnen Anbaugebiete umfaßt etwa 48.000 Hektar - liegen bei starken Schwankungen im langjährigen Durchschnitt bei 2,6 Millionen Hektolitern. Zahlreiche internationale Auszeichnungen zeugen von der hohen Qualität der von rund 53.000 Produzenten. Wichtige Voraussetzungen dafür sind neben der langen Erfahrung im Weinbau auch die strengen Qualitätskriterien des österreichischen Weingesetzes. Bei den Weißweinen, auf die etwa 77 % der Produktion entfallen, hat die Sorte Grüner Veltliner mit etwa 48 % der Gesamtproduktion die größte Bedeutung (dann:Welschriesling). Bei den Rotweinen, die etwa 23 % der Produktion ausmachen, hat die Sorte Zweigelt (dann:Blaufränkisch und Blauer Portugieser) größte Bedeutung. Österreich ist prädestiniert für die Erzeugung von guten Weinen mit internationaler Spitzengarantie.

Tierische Produktion:

Da von der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Alpenrepublik fast 60 % Grünland sind, stellen Rinderhaltung und Milchproduktion den wichtigsten Produktionszweig der Landwirtschaft dar. Insgesamt werden von 104.000 Betrieben rund 2,2 Millionen Rinder, davon über 883.000 Kühe, gehalten. Vor allem für die Bergbauern ist die Milch- und Viehproduktion die Haupteinnahmequelle. Die Rindfleischproduktion deckt 140 % des inländischen Bedarfs. Die kleinstrukturierte Viehhaltung - im Schnitt werden pro Betrieb nur 22 Rinder gehalten - sowie der hohe Grünlandanteil und die Almhaltung garantieren eine qualitativ hochstehende und weltweit anerkannte Rinderproduktion. Rigorose Bestimmungen zum Schutz der Tiere sind ein weiteres Merkmal der Tierproduktion in Österreich. Sie verpflichten zur artgerechten und den jeweiligen Bedürfnissen des Tieres angepaßten Haltung. Ein wichtiges Qualitätskriterium heißt 'Klasse statt Masse': Die natürlichen Produktionsbedingungen und die bäuerliche Besitzstruktur sind dafür ausschlaggebend, daß in Österreich die tierische Veredelungswirtschaft, die extensiv betrieben wird, eine sehr bedeutende Rolle spielt. Die Produktionsstrukturen sind überschaubar, die meisten Bauern kennen ihre Kühe noch beim Namen.

Rinder:

In Österreich werden vorwiegend Rinder mit kombinierter Nutzungsrichtung - Milch und Fleisch - gezüchtet. Dem Fleckvieh kommt eine dominierende Stellung zu, fast 86 % der Rinderhalter halten Fleckvieh mit einem Bestand von rund 1,9 Millionen Stück. Die Rinderzucht ist in strengen Tierzuchtgesetzen geregelt und wird von den Zuchtverbänden organisiert. Neben der Verbesserung der Milch- und Fleischleistung sowie der Fleischqualität wird im Rahmen der Zuchtprogramme auch auf Merkmale wie Fruchtbarkeit und Langlebigkeit geachtet.Die natürlichen Produktionsbedingungen - Österreich hat mit seiner vorbildlichen Regelung für die Tierproduktion Pionierarbeit in der biologischen Landwirtschaft innerhalb der EU geleistet - gewährleisten ein hohes Image der heimischen Milch- und Fleischproduktion.

 

Milch:

Die gesamte Milchproduktionsmenge liegt in Österreich bei etwa 3,4 Millionen Tonnen. 2,5 Millionen Tonnen davon werden von rund 71.000 Milchlieferanten an Molkereien und Käsereien angeliefert. Die Zahl der Milchkühe betrug 1999 698.000 Stück. Im EU-Beitrittsvertrag wurde Österreich eine nationale Gesamtquote zugestanden, sie betrug im Milchwirtschaftsjahr 1999/2000 2.910.200 Tonnen. Im Rahmen der Vereinbarungen zur Agenda 2000 wurde eine Verlängerung der Milchquotenregelung bis zum 31. 3. 2008 beschlossen. Darüber hinaus erhielt Österreich die Möglichkeit der Umwandlung von 150.000 Tonnen Direktverkaufsquote ('D-Quote') in die gleiche Menge an 'A-Quote'. Weiters gibt es für die Kuhhalter auch zusätzliche Maßnahmen wie insbesondere die erhebliche Ausweitung der Direktzahlungen im Berg- bzw. in den benachteiligten Gebieten, Förderungen im Bereich des Umweltprogramms und eine Mutterkuhförderung.

 

Schweine:

Im Flach- und Hügelland Ostösterreichs steht die Schweinehaltung auf Basis von Maisfütterung im Vordergrund. 86.200 Betriebe halten insgesamt rund 3,4 Millionen Tiere und erfüllen damit die Selbstversorgung Österreichs. Die heimische Schweinezucht deckt den Großteil des Bedürfnisses an Zuchttieren. Im Mittelpunkt der züchterischen Maßnahmen stehen Fleischmenge, Fleischqualität und Widerstandskraft der Tiere. Auch bei Schweinefleisch rückt geprüfte heimische Qualität immer weiter in den Vordergrund.

 

Geflügel:

Die Geflügelwirtschaft ist ein Betriebszweig, der eine hohe Spezialisierung aufweist. Auf rund 90.000 Betrieben werden etwa 13,8 Millionen Tiere gehalten. Jährlich werden an die 100.000 Tonnen Geflügelfleisch und nahezu zwei Milliarden Eier mit steigendem Trend zur Boden- und Freilandhaltung produziert. Ebenfalls nicht unbeträchtlich ist die Zahl der in Österreich produzierten Truthühner, Gänse, Enten und Perlhühner im Ausmaß von 700.600 Stück von rund 16.300 Haltern. Huhn und Pute aus Österreich sind bei den Konsumenten äußerst beliebt.

Schafe:

 Die Schafhaltung gewann in Österreich in den letzten Jahren durch extensive Bewirtschaftung von Grünland zunehmend an Bedeutung. Der Bestand nahm seit Mitte der Siebzigerjahre nahezu kontinuierlich zu und umfaßt derzeit rund 352.000 Tiere, die 60 % des Inlandskonsums decken. Die überwiegend im Nebenerwerb betriebene Schafhaltung ist vor allem für kleinere Grünlandbetriebe eine wichtige Einkommensquelle. In Westösterreich, dem traditionellen Bergschafzuchtgebiet, ist die dominierende Haltungsform die alpine Schafhaltung.



Pferde:

Das zunehmende Interesse am Pferdesport hat den Rückgang der Pferdehaltung in Österreich in den letzten Jahren gestoppt und die Bestände - zuletzt wurden rund 75.000 Pferde gezählt - wieder ansteigen lassen. Seit kurzem werden Zugpferde wieder für die Holzbringung in steilem Gelände speziell geschult, diese sanfte Betriebstechnik schont den Waldboden. Der boomende 'Pferdetourismus' eröffnet neue Einkommenschancen für den ländlichen Raum.

Almen:

Rund ein Viertel der landwirtschaftlichen Nutzfläche entfällt auf Almen und Bergmähder, denen vor allem in den westlichen Bundesländern (Tirol, Salzburg, Vorarlberg und Kärnten) eine große Bedeutung zukommt. Mit 70.000 Almbauern liegt Österreich EU-weit an der Spitze. Mehr als 12.000 bewirtschaftete Almen gewährleisten nicht nur die Pflege der malerischen alpinen Kulturlandschaft, sondern auch die Stabilität des Ökosystems und stellen eine wichtige Vorleistung für den Tourismus dar. Jährlich werden eine halbe Million Kühe, Schafe und Ziegen auf Weiden und Almen aufgetrieben und garantieren eine artgerechte sowie gesunde Tierhaltung.

Einkommen:

Einkommenskombinationen mit inner- und außerlandwirtschaftlichen Tätigkeiten sind heute eine Realität der bäuerlich orientierten europäischen Landwirtschaft. In Österreich spielen sie eine große Rolle bei der Weiterentwicklung neuer Möglichkeiten: So erhöht etwa die Kooperation der Landwirtschaft mit Tourismuswirtschaft und Gastronomie die Attraktivität des Urlaubslandes Österreich. Die Produktion regionaler Spezialitäten und die Direktvermarktung stoßen bei den Gästen auf hohe Akzeptanz. Innovative und marktfähige Produkte können nur in intensiver Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Nahrungs- und Genußmittelindustrie sowie Lebensmittelhandel hergestellt und vermarktet werden. Vermarktungszusammenschlüsse und Erzeugergemeinschaften steigern die Schlagkraft des bäuerlichen Angebotes und sind Voraussetzung für den langfristigen Erfolg alternativer Vermarktungsformen.Bis Ende 1999 gab es 36 Erzeugergemeinschaften, im Bereich Verarbeitung und Vermarktung wurden über 420 einschlägige Projekte mit einem Volumen von 1,8 Milliarden Schilling gefördert.

 

Tourismus:

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Österreichs. In kaum einer anderen Region der Erde baut der Fremdenverkehr derart stark auf den Leistungen der traditionellen Landwirtschaft auf wie im Alpenraum. Die Urlaubsgäste schätzen die von bäuerlicher Hand gepflegte Kulturlandschaft. Der Ausbau der Kooperation zwischen Landwirtschaft und Tourismus ist wichtig, damit sich Österreich bei steigender internationaler Konkurrenz behaupten kann.Die Landwirtschaft bietet allerdings mehr als nur die gepflegte Kulturlandschaft: Bäuerliche Spezialitäten als Basis der regionalen Küche, spezielle Urlaubsangebote

Biobauern: Die Produktion hochwertiger, gesunder Lebensmittel zählt seit jeher zu den Hauptanliegen der österreichischen Landwirtschaft, die verbunden damit auch wichtige ökologische und landschaftspflegerische Leistungen erbringt. Größtes Aushängeschild ist dabei die biologische Landwirtschaft. Ganzheitlich vernetztes Denken und ein möglichst geschlossener Betriebskreislauf mit einer vielfältigen Struktur sind die geistigen Wurzeln der biologischen Landwirtschaft. Kontrollierte Qualität garantiert das Biokontrollzeichen, das einem Betrieb erst nach eingehender Prüfung durch die Lebensmittelbehörden zuerkannt wird. Zur Zeit gibt es in Österreich rund 20.000 Biobauern. Das bedeutet, daß fast jeder zehnte Landwirt Biobauer ist. Rund 10 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche werden nach biologischen Kriterien bewirtschaftet. Damit dieser erfolgreiche Weg auch in Zukunft abgesichert ist, bedarf es einiger Voraussetzungen: Bioprodukte verursachen in der Herstellung höhere Kosten. Es ist daher sehr wichtig, die Leistungsabgeltungen zumindest auf dem derzeitigen Niveau zu halten. Genauso müssen aber auch Handel und Verarbeitung die teurere Herstellung etwa über einen Biozuschlag zum Erzeugerpreis an die Bauern honorieren.

Einkommen: Trotz der schwierigen EU-Anpassungsprozesse und verschiedener agrarischer Marktprobleme, wie sie in den letzten Jahren etwa als Folge der BSE-Krise bei Rindern oder zuletzt auf dem Schweinemarkt zu registrieren waren, sinkt die Abwanderung in der Land- und Forstwirtschaft seit 1996 laufend und erreichte 1998 mit geschätzten 2,4 Prozent den geringsten jährlichen Rückgang seit Mitte der achtziger Jahre. Die Einkommen konnten trotz der nach dem EU-Beitritt sinkenden Marktpreise durch eine massive Erhöhung der Direktzahlungen aus öffentlichen Haushalten - sie betrugen 1995 27,7 Milliarden Schilling und nahmen in der Folge auf  21,1 Milliarden Schilling (1998) ab - im wesentlichen abgesichert werden. Nachdem im Jahr 1995 ein Einkommensplus von 22 Prozent verzeichnet werden konnte, sanken die Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft je Arbeitskraft 1996 um 4 % und 1997 und 1998 um jeweils rund drei Prozent. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung waren die planmäßig abnehmenden degressiven Ausgleichszahlungen, aber auch negative Marktentwicklungen, wie der Zusammenbruch des Schweinemarktes. Dem standen positive Trends auf einzelnen Teilmärkten, etwa dem Weinmarkt, und niedrigere Ausgaben für Betriebsmittel gegenüber.

Österreichs Landwirtschaft in der EU:

Seit dem EU- Beitritt spielen die EU-Mittel für Ö eine große Rolle, denn ca. 50% der Leistungsabgeltungen und Prämien aus dem Bundesbuget an Bauern kommen aus Brüssel. Die Marktordnungsprämien und andere Beihilfen werden ausschließlich von der EU finanziert. 1999 war die größte Förderung 7,9 Milliarden für die Landwirtschaft. Ab 2001 hat Ö ein neues Programm für die ländliche Entwicklung und entspricht einem noch größeren Finanzierungsbrocken. Die EU stellt Ö aber 10% der reservierten Gelder zur Verfügung - mehr als im Vertrag steht.                                                                       

Die Positon von Ö in der EU: Die österreichische Landwirtschaft ist vielfach kleinstrukturierter als in anderen Partnerländern im gemeinsamen europäischen Markt. Österreichs Betriebe haben durchschnittlich 16,3 Ha landwirtschaftliche Nutzfläche zu bewirtschaften, was deutlich weniger ist als bei anderen Partnerländern. (GB:69,3 Ha) Hinter Ö liegen nur noch Portugal, Italien und Griechenland. Mit der Übernahme der gemeinsamen Agrarpolitik hat eine neue Ara begonnen. Ein neues Fördersystem, der Ausbau des Agrarhandels, eine neue Strukturpolitik - sind sichtbare Zeichen der Veränderung.



Die Agenda 2000 und eine neue Politik für die ländliche Entwicklung setzen neue Impulse und Aufgaben für die Zukunft des ländlichen Raumes. Die kleinstrukturierte Landwirtschaft österreichs hat viel mit den natürlichen Gegebenheiten zu tun. Die schwierigen Bedingungen der Berglandwirtschaft haben kleinräumige Strukturen geprägt. Überdurchschnittlich große Betriebe liegen im Osten Österreichs in den Getreideanbaugebieten.

Was leisten die österreichischen Bauern für die Gesellschaft?

Die grundsätzliche Aufgabe der österreichischen Bauern ist die Sicherung der Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen, im Einklang mit der Natur produzierten Lebensmitteln. Zu dieser Grundaufgabe kommen folgende unentgeltlich erbrachte Zusatzleistungen:

  • Erhaltung der biologischen Artenvielfalt;
  • Bodenschutz;
  • Erhaltung und Bewirtschaftung der Kulturlandschaft;
  • Grundwasserschutz;
  • Schutz vor Naturkatastrophen (Muren, Lawinen, Hochwasser);
  • Verbesserung der CO2-Bilanz;
  • Erholungsfunktion;
  • Schaffung der Basis für die Tourismuswirtschaft;
  • Aufrechterhaltung einer Mindestbesiedelungsdichte in den ländlichen Gebieten;

·        Sicherung von Arbeitsplätzen im vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereich

Zukunft der Landwirtschaft: Österreich hat im Rahmen seiner EU-Präsidentschaft der Umsetzung einer verträglichen europäische Agrarreform den Weg gewiesen: Eine aktive und wirtschaftlich erfolgreiche Landwirtschaft wird auch künftig entscheidend für den gesamten ländlichen Raum sein. Eine positive Landentwicklung ist die Basis dazu. Die europäischen Agrarminister haben einstimmig klargestellt, daß die ländliche Entwicklung die zweite Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik sein wird und ausreichende Mittel zur Verfügung stehen müssen, um den Reformprozeß zu Ende zu führen und das gewünschte europäische Landwirtschaftsmodell verwirklichen zu können. Österreich schrieb mit dem EU-weit umfangreichsten agrarischen Umweltprogramm eine Erfolgsstory und hat damit gezeigt, daß man wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischen Rahmenbedingungen vereinen kann. Strategien, in welche Richtung sich die österreichische und europäische Landwirtschaft weiterentwickeln sollen, wo die größten Chancen liegen, sind Mittelpunkt des Projekts 'Agrar-Zukunft-Österreich', das vom Landwirtschaftsministerium initiiert wurde. Die besten Köpfe haben dabei langfristige Zukunftsperspektiven für die heimische Landwirtschaft skizziert. Die Hauptresultate:

  • Der bäuerliche Familienbetrieb ist und bleibt agrarpolitisches Leitbild.
  • Der Weg der Ökologisierung und der Verbesserung der Tierhaltung ist weiter zu gehen.
  • Die Marktposition der Bauern muß verbessert werden.
  • Die Kennzeichnung qualitativ hochwertiger Produkte muß noch klarer erfolgen.
  • Direktvermarktung, Erzeugergemeinschaften sowie gemeinsame Wege im Export steigern die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft weiter.
  • Zusatzleistungen wie Urlaub am Bauernhof, Direktvermarktung, Dienstleistungen für Gemeinden und andere Formen des Nebenerwerbs werden als Einkommensbestandteile immer wichtiger.
  • Moderne Informationstechnologien sowie PC's mit Internetanschluß gewinnen auf den Bauernhöfen an Bedeutung.
  • Beschäftigungseffekte und Multiplikatorwirkungen, die von den agrarischen Förderungen ausgehen, beleben den ländlichen Raum.

Die Ergebnisse dieses Expertenforums sind Wegweiser für die weitere Arbeit. Deshalb muß der Weg, an tragfähigen Zukunftsperspektiven zu arbeiten, auch in Zukunft mit aller Kraft weitergegangen werden

 

 

 

 

 

 











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