Thema: Bau von Hi Fi Lautsprecherboxen
|
Praktische Arbeit:-
|
- Löten und Nachrechnen der Frequenzweiche.
- Entwurf und Bau der Boxen.
|
|
Theoretische Arbeit:
|
- Erlernen von grundlegenden
Gesetzen der Elektronik.
Insbesondere von Schwing- kreisen.
- Protokoll von Bau und
Berechnungen.
- Zeichnen der Baupläne.
|
Einleitung
Zu Anfang war ich
nicht sehr begeistert von der Jahresarbeit. Ich hörte von 12 Klässlern, die die
Jahresarbeit gerade hinter sich hatten, dass sie dieselbe gegen Ende als sehr
lästig empfanden, da sie zu diesem Zeitpunkt viel lieber für die Prüfung Zeit
investiert hätten. Viele störte auch der Druck, unbedingt eine Jahresarbeit
machen zu müssen und dabei man nicht jedes beliebige Thema wählen zu dürfen.
Auch wurde kritisiert, dass man nicht absolut frei ein Thema wählen kann.
Hatten die Lehrer beispielsweise bei einem Thema große Bedenken, konnte der
Schüler dies nicht machen und musste sich ein anderes Thema suchen, das ihm
nicht so sehr zusagte.
Ich hatte Anfang der
12. Klasse starke Bedenken, dass ich es nicht schaffen würde den
Prüfungsstress, die Jahresarbeit und das Klassenspiel in einem Jahr mit guten
Ergebnissen zu bewältigen.
Negativ stimmte mich
auch, dass man nicht zur Prüfung zugelassen wird wenn man keine anständige
Arbeit leistet. Ich finde, dass die Jahresarbeit wenig mit der Prüfung zu tun
hat. Und das Argument der Lehrer, dass die Jahresarbeit zum Lehrplan der
Waldorfschule gehört und somit auch ein Teil der Prüfung ist, finde ich nicht
für eine Begründung ausreichend, da man ja schließlich eine staatlich Prüfung
und keine Waldorfprüfung macht. Außerdem verliert man gleich die nötige
Motivation, wenn von Anfang an so ein starker Druck und ein Zwang auf einen
ausgeübt wird.
Ein
„Motivationshemmer“ den man gleich zu Anfang gesagt bekommt ist auch, dass die
Jahresarbeit dazu dient, dass man eine Sache oder ein Thema völlig
selbstständig erlernt und bearbeitet. Doch wie soll man dies, wenn immer diese
starke Kontrolle da ist.
Mich stört ganz
besonders, dass man nach jeden Ferien einen Zettel ausfüllen muss, auf den man
den aktuellen Stand und das was man noch vor sich hat schreiben muss. Dieser
Zettel ist eine starke Kontrolle und hindert einen an einer selbständigen
Arbeit. Man lernt erst richtig selbständig zu arbeiten, wenn man nicht ständig
gesagt bekommt, dass man mehr tun soll.
Aber trotz allem sehe ich die
Jahresarbeit als eine sehr positive Erfahrung und bin deshalb generell für die
Jahresarbeit. Es macht Spaß etwas zu bauen wovon man am Schluss auch wirklich
was hat. Ich hätte wahrscheinlich ohne eine Jahresarbeit keine so
zeitaufwendigen und qualitativen Musikboxen gebaut. Außerdem lernt man trotz
aller Kontrolle und Verantwortungsabnahme wie man sich ein Thema selbst
erarbeitet. Es fängt schon damit an, dass man sich selbst darum kümmern muss,
wie man an die Informationen herankommt. Man muss sich auch selber darum
kümmern wie man an die Materialien, die man für den Bau einer Sache braucht,
herankommt, also ganz anders als im regulären Unterricht.
Ich finde, dass man
durch die Jahresarbeit wichtige Erfahrungen sammeln kann, die man im normalen
Schulleben nicht mitbekommt. Es ist auch schön, dass man sich mit einem Thema
sehr ausgiebig beschäftigen kann, man ist also nicht auf die anderen Schüler in
der Klasse angewiesen. Man braucht im Bezug auf das Tempo keine Rücksicht auf
andere Schüler zu nehmen.
Wie ich zu meinem
Thema kam:
Ich habe mich schon
immer für die Technik allgemein und vor allem für Elektrik und Elektronik
interessiert. Ich bastelte in meiner Kindheit mit Elektrobaukästen und hatte
eine gewisse Grundkenntnis.
Was mich dann
speziell zu den Boxen führte, hatte folgende Gründe: In der 9. Klasse lernten wir
in der Schule in groben Zügen wie ein Lautsprecher funktioniert. Das
faszinierte mich und ich fragte mich, warum man solche Lautsprecher in einen
Körper steckt und warum man oft drei Stück ihres Gleichen einsetzt. Dann sah
ich ein paar mal selbst gebaute Boxen bei Freunden und Bekannten. Mein
ausschlaggebendes Erlebnis war bei einem Freund, der in eine alte, schäbige Box
(Holzkasten) neue Lautsprecher einsetzen wollte. Dazu ging er in einen
Elektronikshop und kaufte sich ohne sich richtig auszukennen ein paar Boxen und
schraubte diese in das alte Gehäuse. Sie funktionierten dann auch, klangen aber
nicht sonderlich gut. Dies war vor ca. eineinhalb Jahren. Mittlerweile sind
beide Tieftonlautsprecher kaputt, da sie überlastet wurden.
Ich dachte mir, dass
man das viel professioneller machen sollte und daß man vor allem genauer
arbeiten sollte um ein gutes Ergebnis zu erlangen.
Als wir uns in der
Klasse dann für ein Thema entscheiden sollten, wählte ich dieses, da ich Lust
hatte ein paar wirklich gute Boxen zu bauen, bei denen auch alles stimmt und
die einen schönen vollen Klang von sich geben. Außerdem fand ich es gut, dass
ich nach diesem Jahr ein Ergebnis haben würde, das mir danach auch noch sehr
gute Dienste erweist.
Elektronisches
Grundwissen:
Der Gleichstrom:
Man findet ihn in
allen Batterien - Stromkreisläufen. Es baut sich in ihnen eine Spannung in
einer Richtung auf. Er fließt immer vom Pluspol durch das Verbraucherbauelement
in den Minuspol der Batterie.
Er wird meist für
Schaltungen im Niederpannungsbereich eingesetzt.
Schaltzeichen
(Erkennungszeichen) ist: —.
Der Wechselstrom:
Er wird für die
Versorgung des Haushalts- und Industrieenergiebedarfs verwendet.
Er fließt nicht wie
der Gleichstrom immer nur in eine Richtung, sondern immer von einer Seite der
Quelle zur anderen und dies in einem Wechsel von 50 Hz. Zumindest bei dem
normalen Haushaltsstrom von 220 V~/ 50 Hz.
Allgemeines
Schaltzeichen: ~.
Die Frequenz:
Sie gibt die Anzahl
der Schwingungen pro Zeit-Einheit an. Ihr Formelzeichen ist „f“ Sie hat die
Maßeinheit Hertz (Hz). Herz bedeutet Schwingung pro Sekunde. Die Frequenz ist
um so größer, um so kleiner die Periodendauer ist.
Das menschliche Ohr
kann einen Frequenzbereich von ca. 50 Hz - 18 kHz wahrnehmen. Fledermäuse
können bis zu 100 kHz hören. Diese für Menschen hörbaren Frequenzbereich nennt
man Niederfrequenz (NF). Für die Funk- und Fernsehtechnik werden Hochfrequenzen
eingesetzt (HF), die im Bereich von 570 und 1600 kHz liegen.
Formelzeichen: f
[Hz]
Bauelemente:
Der Widerstand:
Er hemmt den Strom-
bzw. verteilt die Spannung in einer Schaltung. Er wird in Schaltungen sehr
häufig verwendet. Z. B. um weniger belastbare Bauelemente zu schützen, als
Spannungsteiler usw.
Widerstand wird mit R
abgekürzt. Die Maßeinheit ist Ohm (Formelzeichen = O). Das Schaltzeichen des Bauelements eines Festwiderstands ist:
Abb. 1
Das Ohmsche
Gesetz:
Der Strom nimmt im
gleichen Verhältnis zur Spannung zu.
Bei doppeltem
Widerstand fließt nur der halbe Strom.
Daraus ergibt sich
die Formel: Stromstärke ist gleich Spannung geteilt durch Widerstand.
I [A] = U [V] · R [O] oder U = R · I
oder
A = V · O
Möchte man jedoch
verschiedene Widerstände kombinieren, so benutzt man folgende Gesetzgegebenheit
bei der Parallelschaltung:
Rges =
R1 + R2 : R1 · R2
Die Spule:
Schaltzeichen: Abb. 2
Sie hat unter Anderem
eine ähnliche Eigenschaft wie der Widerstand. Sie besteht nur aus einem
aufgewickeltem Draht. Die Windungszahl des Drahtes steht im Zusammenhang mit
dem durchfließenden Strom in Ampere. Daraus ergibt sich die Formel:
A · W [Ampere ·
Windungen].
Eine Spule baut ein
Magnetfeld auf, wenn man sie unter Strom stellt. Dieses Magnetfeld hat wie bei
einem Dauermagneten auf der einen Seite einen Nord- und auf der anderen Seite
einen Südpol. Bei der Batterie hängt die Seite von der Polung der Drähte der
Batterie ab.
Bei einem
Dauermagneten wie auch bei der Spule, die man als Elektromagneten benutzen
kann, herrscht das gleiche Gesetz: Gleichnamige Pole stoßen sich ab und zwei
verschiedene Pole ziehen sich an. Die Spule bzw. der Elektromagnet wird in der
Elektronik hauptsächlich als Messwerkzeug, als Relais oder in der
Lautsprechertechnik als „elektromagnetischer Wandler“ verwendet.
Eine Spule kürzt man
in der Formelsprache mit dem Buchstaben L ab. Das allgemeine Formelzeichen
ist: L, Maßeinheit: H
Die Induktion
einer Spule:
Verändert man den
Stromzufluss bei einer Spule, verändert sich auch das Magnetfeld in ihr. Dies
funktioniert auch umgekehrt: führt man einen Dauermagneten in den Kern einer
Spule, so entsteht mit der Bewegung des Magneten eine Spannung. Man verändert
den magnetischen Fluss in der Spule. Das Zeichen für die Flussänderung ist: Z 1.
Gleichzeitig gilt
auch das Gesetz: Je heftiger man den Magneten in der Spule bewegt um so höher
wird die Spannung. Die Spannung verdoppelt bzw. verringert sich also im
gleichen Verhältniss wie die Zeitkonstante Z 2 .
Diesen Vorgang nennt man Induktion.
Aus den drei
Einheiten Spannung U, magnetischer Fluss Z 1 und der Zeitkonstante Z 2 ergibt sich dann das Verhältnis:
z3=
Die Induktion muss aber nicht
mechanisch geschehen. Man kann beispielsweise zwei Spulen nebeneienander auf
einen Metallkern stecken. Wenn man nur auf die eine Spule Spannung übt, wird man diese Spannung mit
umgekehrter Polarität an den beiden Polen der anderen Spule ablesen können.
Dies nennt man einen Transformator (Spannungsumwandler).
Die
Selbstinduktion:
Sie entsteht in nur
einer Spule, welche mit Strom durchflossen wird. In ihr wird das Magnetfeld,
welches durch den Stromdurchfluss entsteht, gleichzeitig induziert und wird so
wieder zu Spannung bzw. Strom.
Die
Selbstinduktionsspannung ist stets der Ursache, durch die sie hervorgerufen
worden ist, entgegengerichtet. D.h., dass die Induktionsspannung zur
Eingangsspannung gegenpolig ist. Nimmt der Strom zu, so hemmt die Induktion in
der Spule die Zunahme des Stroms. Nimmt der Strom ab, so hemmt die Induktivität
die Abnahme. Dies läßt sich gut mit einem Waggon auf den Schienen vergleichen:
Schiebt man einen Waggon an, so wirkt seine Trägheit der Antriebskraft
entgegen. D. h., dass die Trägheit die Beschleunigung hemmt. Ist der Waggon
erstmal in Schwung, so benötigt man ebenfalls Kraft um ihn anzuhalten. Die
Masse, welche jetzt in Schwung ist, hemmt die Bremskraft.
Das Formelzeichen für
die Induktivität in der Spule ist L. Je größer die Induktivität der Spule ist,
desto größer ist die in ihr induzierte Spannung bei einer bestimmten
Stromänderung. Spulen haben verschiedene Induktivitäten. Die Induktivität ist
der wichtigste Kennwert einer Spule. Seine Maßeinheit ist Henry (H).
Eine Spule hat dann einen
Wert von einem H, wenn eine Stromänderung von einem Ampere im Verlauf von einer
Sekunde eine Spannung von einem Volt induziert. Der Wert von einem Henry wäre
jedoch für eine Spule sehr hoch. Die Spulen haben meistens einen Wert, die im Milli-
(m), Micro- (µ), oder Nanobereich (n) liegen.
Die Spule im
Wechselstromkreis:
Wie wir bereits
wissen, bringt eine Spule immer dann eine Induktionsspannung hervor, wenn sich
ihr Magnetfeld ändert oder ein anderes sich ihr nährt, z. B. von einem
Dauermagneten, in ihren Bereich kommt und sich bewegt. Um so heftiger sich das
fremde Magnetfeld in der Nähe der Spule bewegt, um so höher ist die Spannung
und um so niedriger ist der Strom. Die Induktionsspannung steigt auch mit einer
heftigen Bewegung. Eine Spule ruft aber nicht nur bei einem fremden Magnetfeld
eine Induktionsspannung hervor, sondern auch wenn sich die Spannung bzw. der
Strom den sie bekommt verändert, also stärker oder schwächer wird. Legt man nun
eine Spule an eine Wechselspannung, so ist sie einem ständigen stärker und
schwächer werdenden Strom ausgesetzt, dass heißt ihre Induktionsspannung ist
besonders hoch. Wir wissen auch, dass die Induktionsspannung der
Ausgangsspannung immer entgegen wirkt. Das heißt: Eine Spule im
Wechselstromkreis hat einen besonders hohen Blindwiderstand (LC), er
wird auch als Wechselstromwiderstand bezeichnet.
|
Dies beweist auch
folgender Versuch:
Man legt eine Spule
N = 1200 Wg. an einen Gleichstromkreis mit U = 20 V und misst den Strom.
Danach nimmt man die gleiche Spule und legt sie an einen Wechselstromkreis
mit gleicher Spannung und misst hier auch den Strom.
Ergebnis:
Wechselstromkreis: U
= 20 V I = 1,5 A
Gleichstromkreis: U
= 20 V I = 0,017 A
|
Es ist also offensichtlich, dass die Spule im
Wechselstromkreis einen deutlich höheren Blindwiderstand hat, da nur sehr wenig
Strom fließt. Dies liegt daran, dass eine Spule eine Induktionsspannung
entwickelt, die bekanntlich dem Stromfluss entgegenwirkt. Die Induktionsspannung
verhält sich wie ein Widerstand. Je größer der Widerstand, desto kleiner der
Strom. (Ohmsches Gesetz)
Der Kondensator:
Ein Kondensator
besteht im Prinzip aus zwei Metallplatten, die einander isoliert
gegenüberstehen. Ist der Kondensator nirgends angeschlossen und auch nicht
geladen, so ist er im Ruhezustand d. h. die Platten sind elektrisch neutral.
Schließt man ihn an Gleichspannung an, wird er geladen, d. h. die Ladungen
welche auf den beiden Platten sitzen ziehen einander an, können aber nicht
einander erreichen, da die Platten voneinander isoliert sind. Im
Einschaltmoment des Aufladeprozesses fließt ein unendlich großer Strom, das
heißt der Kondensator wirkt wie ein Kurzschluss. Im weiteren Aufladeprozess
nimmt der Strom immer mehr ab und wenn der Kondensator vollständig aufgeladen
ist, fließt kein Strom mehr.
Nimmt man nun die
Spannungsquelle weg, kann man am Kondensator die selbe Spannung wie sie aus der
Spannungsquelle kommt messen. Der Kondensator behält also abgesehen von schlechter
Isolierung oder anderen geringen Widerständen im Kondensator immer dieselbe
Spannung, die man ihm gegeben hat.
Beim Entladen, wenn
man beispielsweise einen Widerstand an einen geladenen Kondensator anschließt,
verhält sich der Stromverlauf gleich wie beim Aufladen. Die Spannung jedoch
verhält sich entgegengesetzt wie beim Aufladen, sie nimmt ab.
Die Kapazität C
[F]:
Der wichtigste
Kennwert beim Kondensator ist die Kapazität. Das Formelzeichen dafür ist C
und wird in Farad (F) gemessen. Ein F ist eine
Amperesekunde pro Volt (1As/V).
Fó 1 As/Volt.
Das heißt: Ein
Kondensator hat eine Kapazität von einem Farad, wenn ein Ladestrom von einem
Ampere fließt, und es eine Sekunde dauert bis der Kondensator eine Spannung von
einem Volt erreicht hat.
In der Praxis gibt es
normalerweise keine Kondensatoren mit einer so hohen Kapazität. Die gängigen
Formen liegen im Milli- (m), Micro- (µ), Nano- (n) und Picobereich (p).
Möchte man
verschiedene Kondensatoren zusammenschalten, gelten folgende
Gesetzesgegebenheiten: Bei der Reihenschaltung gilt die Formel:
C1 + C2 = Cges.
Bei der
Gleichschaltung gilt:
Cges =
C1 · C2 : C1 + C2.
Man muss
Kondensatoren miteinander kombinieren, da man oft Werte benötigt, die im Handel nur schwer erhältlich sind.
|
Beispiel:
Man braucht für
eine spezielle Schaltung einen Kondensator von 1, 5 µF. Dieser Wert ist
jedoch nicht oder nur sehr schwer im Handel zu erhalten. Nimmt man einen Kondensator
von 2, 2 µF und einen mit 4, 7 µ F, kommt man fast auf den erwünschten Wert:
Cges = 2,2 · 4,7 : 2,2 + 4,7
Cges = 1,49855.. = ~ 1,5 µF
|
Der Kondensator im
Stromkreis:
Abb. 3
Schließt man einen
Kondensator an eine Stromquelle an, lädt er sich auf. Dabei fließt im
Einschaltmoment am meisten Strom; ähnlich wie bei einem Kurzschluß. Die
Spannungsdifferenz zwischen dem Kondensator und der Stromquelle ist dann am
größten. Mit kleiner werdender Spannungsdifferenz nimmt der Strom ab.
Eine Spannungsgleichheit
ist nur theoretisch nach unendlicher Zeit zu erreichen. In der Praxis kann sich
die Spannung des Kondensators der Spannung der Spannungsquellen nur annähern.
Die Zeitkonstante t im Gleichstromkreis:
Die Zeit tau (t) spielt bei dem Aufladen und Entladen auch
eine große Rolle: Weiß man beispielsweise nicht was für eine Kapazität ein
Kondensator hat, kann man mit Hilfe eines Widerstandes und einer Stoppuhr
rausbekommen, wie groß die Kapazität des Kondensators ist. Dazu nimmt man die
Formel:
t = R · C
Als erstes formt man
die Formel um: R :t = C
Um Tau zu ermitteln
nimmt man die Spannung, an der man die Schaltung anschließt, mal 63% und stoppt
dann die Zeit von dem Einschaltmoment bis zu dem Moment, wo der Voltmeter, der
an dem Kondensator angeschlossen ist, 63% der Spannung der Quelle anzeigt.
Dieser Wert in Sekunden ist dann die Taukomponente (t). Man braucht dann nur noch R, also den
Ohmwert des Widerstandes durch Tau zu teilen und bekommt dann C [F] heraus.
|
Beispiel:
Man hat einen
Kondensator, weiß aber nicht wie hoch seine Kapazität ist. Man braucht dazu
eine Spannungsquelle, einen Widerstand und eine Stoppuhr. In diesem Fall ist
R = 6, 5 kO und U = 12 V —. Zunächst muss man Tau ausrechnen.
Dazu nimmt man 63% von der Ausgangsspannung = 7, 56 V. Jetzt schließt man
alles folgendermaßen an die Spannungsquelle an:
Abb. 7
Bevor man den
Schalter einschaltet, legt man einen Voltmeter an den Kondensator. Wenn man
den Schalter dann eingeschaltet hat, wird man beobachten können, dass der
Kondensator langsam immer mehr Spannung annimmt. Vom Einschaltmoment bis zu
dem Moment wo der Kondensator eine Spannung von 7, 65 V beträgt, muss man die
Zeit nehmen. Diese Zeit ist die Zeitkonstante Tau (t), die man dann in die Formel einsetzt um C
heraus zu bekommen:
C = 6500 O : 29, 5 sec
C = 4, 54 mF
|
Der Kondensator im
Wechselstromkreis:
Im Gleichstromkreis
verhält sich der Kondensator so, dass er durch seine Isolierung, abgesehen von
den minimalen Leckströmen, keinen kontinuierlichen Stromfluss ermöglicht.
Schließt man einen Kondensator an eine Wechselspannung, lädt er sich permanent
auf und entlädt sich sofort wieder. Nimmt man beispielsweise eine
Wechselspannung von 50 Hz, lädt er sich 50 mal pro Sekunde auf und entlädt sich
ebenfalls 50 mal. Wie wir ja schon wissen, fließt bei jedem Auf- und
Entladeprozess ein Strom. Man kann also sagen, dass ein permanenter Strom
fließt wenn ein Kondensator an einer Wechselspannung angeschlossen ist.
Es kommt jedoch auf
die Frequenz des Wechselstroms an, wie gut der Kondensator den Strom passieren
lässt. Ist die Frequenz hoch, so lässt der Kondensator den Strom fast
widerstandslos fließen. Ist die Frequenz jedoch niedrig, so wirkt der
Kondensator wie ein Widerstand. Warum dies von der Frequenz so stark abhängt,
ist leicht zu verstehen: Im Gleichstrom ist der Kondensator sofern er
aufgeladen ist mit einem unendlich hohen Widerstand zu vergleichen. Das liegt
an der Tatsache, dass seine beiden Platten von einander isoliert sind. Nimmt
man eine Frequenz von beispielsweise 5 Hz, hat man nur sehr langsame Auf- und Entladevorgänge,
da der Strom nur an den Auf- und Entlademomenten fließen kann. Er wird stark am
Fluss gehindert, deshalb ist der Strom sehr gering.
Bei einer Frequenz
von 20 kHz sind die Auf- und Entladevorgänge so schnell hintereinander, dass
der Strom nicht gehindert wird zu passieren.
Der kapazitieve
Blindwiderstand beim Kondensator:
Im Wechselstromkreis mit einem Kondensator fließt
durch ständiges Auf- und Entladen ein Strom. Der Strom steigt im gleichen
Verhältnis zur Spannung, das heiß, man kann das Ohmsche Gesetz anwenden um den
Blindwiderstand raus zu bekommen. Man hat z. B. ein Kondensator im
Wechselstromkreis bei 10 V. Nun misst man den Strom und bekommt I = 13 mA
heraus. Mit diesen zwei Werten und mit der Hilfe des ohmschen Gesetzes kann man
den Blindwiderstand herausbekommen:
|
R = U : I
|
Beispiel:
R = 10 : 0,013
|
|
|
R = 769 O
|
Daraus folgt, dass die Formel für den Blindwiderstand
beim Kondensator XC = UC
: IC heißt.
Man nennt den Blindwiderstand auch kapazitieven
Blindwiderstand, da er im Zusammenhang mit der Frequenz und der Kapazität hängt.
Der kapazitieve Blindwiderstand ist um so geringer, je größer die Kapazität des
Kondensators ist und je größer die Frequenz des Wechselstroms ist. Er ist nicht
das gleiche wie der Ohmsche Widerstand, da er nicht wie der Ohmsche Widerstand
eine Arbeit vollbringt. Außerdem hängt er immer mit einem Kondensator und einer
Frequenz, also einem Wechselstrom zusammen, und wird nach folgender Formel
berechnet:
XC = 1 : 2 · p · f · C [O, 3,141, Hz, F]
Man vereinfacht diese
Formel, indem man das 2 · p · f in einem Buchstabe ausdrückt: w. Vereinfacht sieht die Formel dann so aus.
|
XC =
1 : w · C.
|
Beispiel: Wir haben
einen Kondensator von 10 µF und eine Frequenz von 100 Hz:
XC =
1 : 2 · p · 100 · 0, 000001 F
XC =
1591, 55 = 1, 59 k O
|
Der Schwingkreis:
Er ist eine
Schaltung, die nur aus zwei Elementen besteht: Eine Spule mit relativ starker
Induktivität und einem Kondensator, die beide in Reihe- oder Parallelgeschaltet
sind.
Parallelschwingkreis:
Abb. 4
Wir gehen davon aus,
dass der Kondensator geladen ist. Sobald er nun an die Spule angeschlossen ist,
entlädt er sich über die Spule, die ein Magnetfeld aufbaut. Dieses Magnetfeld
hat seinen Höhepunkt erreicht, wenn der Kondensator vollständig entladen ist.
Es kann jedoch auch nicht gehalten werden, da kein weiterer Strom hinzukommt
und bricht deshalb gleich wieder zusammen und wird durch Selbstinduktion in der
Spule zu Strom umgewandelt und gelangt so mit umgekehrter Polarität umgewandelt
als E-Feld in den Kondensator, wo es für einen kurzen Augenblick bleibt.
Dann entlädt sich der Kondensator wieder durch die Spule, der gesamte Vorgang
wiederholt sich. Die Energie pendelt (schwingt) zwischen Kondensator (als
elektrisches Feld) und Spule (als magnetisches Feld) hin und her. Daher ist die
Kombination von einem Kondensator und einer Spule ein Schwingkreis. Eine
Periodendauer der Schwingung ist, wenn die Energie vom Kondensator einmal in
die Spule und wieder zurück „fährt“. Die Häufigkeit der Periodendauer
pro Sekunde ist die Frequenz [Hz]. Jeder Schwingkreis hat seine Eigenfrequenz,
welche von der Induktivität der Spule und der Kapazität des Kondensators
abhängt. Ist die Kapazität des Kondensators hoch und die Induktivität der Spule
groß, so ist die Frequenz niedrig, da ein Kondensator mit einer hohen Kapazität
mehr Zeit für das Auf- und Entladen als ein Kondensator mit einer niedrigen
Kapazität benötigt. Ebenso benötigt eine Spule mit einer hohen Induktivität
mehr Zeit für das Auf- bzw. Umladen als eine mit einer niedrigen Induktivität.
Hoch und Tiefpass
I. Ordnung:
Ein Hoch- bzw.
Tiefpass besteht nur aus einem Kondensator oder einer Spule, die / der in Reihe
geschaltet sind. Dabei gibt es einen Eingang und einen Ausgang:
Tiefpass: Hochpass
Abb. 7 Abb.
8
Der Tiefpass I.
Ordnung soll bezwecken, dass er den hohen Frequenzen einen starken Widerstand
entgegenbringt, sodass sie nur sehr schwach fließen können und die tiefen
Frequenzen passieren lässt. Bei der Schaltung in Abb. 7 wird eine
Eingangsfrequenz an der linken Seite angelegt und kommt verändert auf der
anderen Seite raus. Dies geschieht nur durch eine einzige Spule. Eine Spule
verhält sich im Wechselstrom so, dass sie durch das ständige Wechseln von Plus
und Minus einen Induktionsstrom produziert, welcher der eigentlichen Spannung
entgegenwirkt. Er ist wie ein Widerstand, jedoch nicht wie ein aktiver
Wirkwiderstand, sondern ein von der Frequenz abhängiger Blindwiderstand XL.
Um so niedriger die Frequenz ist, um so niedriger ist der Widerstand. Genuso
auch umgekehrt: Um so höher die Frequenz, um so höher ist auch der Widerstand.
Doch nicht nur die Frequenz ist ausschlaggebend für die Höhe des Widerstands,
auch die Induktionshöhe der Spule ist entscheident. Ist die Induktion [Henry]
hoch, so entsteht auch eine hohe Induktionsspannung, die der Eingangsspannung
entgegen wirkt. Daher wird in so einem Fall auch der Durchfluss stark
reduziert.
Beim Hochpass wird
anstelle der Spule ein Kondensator verwendet. Er hat im Wechselstrom genau den
umgekehrten Effekt: Ist die Frequenz hoch, so lässt er sie fast widerstandslos
passieren, ist sie jedoch niedrig, bringt er ihr einen hohen Widerstand
entgegen.
Die Grenzfrequenz
Der Übergang vom
Durchlassbereich zum Sperrbereich ist nicht sprunghaft, sondern stetig. Die
Grenzfrequenz fg taucht bei Hoch- und Tiefpässen auf und ist dann
erreicht, wenn der Blindwiderstand des Hoch- bzw. Tiefpasses identisch mit dem
Wirkwiderstand ist.
R = X
Dies ist immer der
Fall wenn der Strom von seinem 100% auf 70% gelindert wird.
Abb. 10
Man berechnet die
Grenzfrequenz bzw. den Wert für einen Kondensator oder einer Spule mit
folgenden Formeln:
Z4 Z5
Hoch- und Tiefpass
II. Ordnung:
Der Tief- bzw.
Hochpass erster Ordnung trennt mit einer Flankensteilheit von 6 dB pro Oktave.
Mit Flankensteilheit ist die Stärke der Veränderung vom Widerstandswert bei
einer bestimmten Frequenzveränderung gemeint. Verdoppelt man die Frequenz, so
ändert sich der Widerstand am Lautsprecher um den Faktor 2.
Beim Hoch- bzw.
Tiefpass zweiter Ordnung wird die Flankensteilheit auf 12 dB pro Oktave erhöht.
Dies hat den Vorteil, dass nur noch sehr geringe Ströme nach der gewünschten
Trennung fließen können.
Warum die
Flankensteilheit verdoppelt und der Widerstand bei einer Verdopplung der
Frequenz sich auf den Faktor 4 erhöht hat, möchte ich an einem Beispiel
deutlich machen: Wir haben einen Wechselstromkreis mit einem Lautsprecher und
einer induktieven Spule, die parallel zu einander geschaltet sind. Dies sieht
so aus:
Abb. 5
Die Spule des
Lautsprechers hat einen Wechselstromwiderstand von Z = 8 O und die induktieve Spule hat einen
induktieven Blindwiderstand RL.
Die Spule hat eine
wichtige Eigenschaft, die der Lautsprecher nicht hat: Die Induktion L. In
diesem Fall hat die Spule L = 0, 33 mH. Das heißt, dass sie eine relativ hohe
Induktion besitzt und somit nur die tiefen und auch eine etwas höhere Frequenz
bis ca. 3.800 Hz passieren lässt. Das heißt, dass sie den Frequenzen oberhalb
von 3,8 kHz einen sehr großen Widerstand entgegenbringt. Sie lässt keine Ströme
passieren. Der Lautsprecher reagiert bei hohen Frequenzen jedoch anders. Er hat
keine Induktion und setzt den Frequenzen deshalb keinen Widerstand entgegen. Es
fließen nun fast alle Frequenzen durch ihn hindurch.
Schaut man sich einen Hochpass II.
Ordnung an, so fällt einem auf, dass ein Teil der Schaltung gleich wie bei der
Abbildung zuvor ist:
Abb.6
Wir wissen bereits,
dass zwei Widerstände parallel geschaltet immer zusammen einen relativ geringen
Widerstand ausmachen. Dies ist hier bei der Spule und dem Lautsprecher, die
beide aktive Wirkwiderstände sind und parallel zueinander stehen, der Fall. Hinzu
kommt nun die Eigenschaft der Spule. Sie hat eine Induktion von 0, 33 mH. D. H.
bei geringen Frequenzen lässt sie den Strom problemlos passieren, sie hat also
einen geringen Widerstand. Ist ein geringer Widerstand an der Spule, so kann
der Strom gut fließen, so dass nur noch wenig Strom durch den Lautsprecher
geleitet wird.
Bei einer hohen
Frequenz sperrt die Spule den Durchfluss, ihr Widerstand ist groß. Da nur wenig
Strom durch die Spule fließen kann, sucht sich der Strom einen anderen Weg und
kommt so durch den Lautsprecher.
Beim Tiefpass ist es
umgekehrt:
Abb. 11
Hier ist anstelle der
Spule ein Kondensator parallel zur Spule geschaltet. Kommt nun eine niedrige
Frequenz, hemmt der Kondensator den Stromfluss sehr stark, da er nur hohe
Frequenzen widerstandslos passieren lässt. Erfährt der Strom auf der Seite des
Kondensators einen starken Widerstand, muss er sich einen anderen Weg suchen,
der in diesem Fall nur durch den Lautsprecher erfolgen kann.
Der jeweilige
Kondensator bzw. die jeweilige Spule, die davor in Reihe geschaltet ist, wirken
alleine wie ein Hoch- bzw. Tiefpass I. Ordnung. Mit dem Kondensator bzw. der
Spule parallel zum Lautsprecher zusammen sind sie ein Pass II. Ordnung, da sie
doppelt so stark trennen wie ein Pass I. Ordnung.
Bandpass II. Ordnung
Der Bandpass besteht
aus einem Hoch- und einem Tiefpass. Er gewährt der Frequenz den Durchlass nur
in einem bestimmten Frequenzabschnitt.
Dies sieht so aus:
Abb.12
Das rot Gezeichnete
ist der Hochpass und das blau Gezeichnete der Tiefpass. Zusammen ergeben sie
einen Hoch- und Tiefpass. Will man die Grenzfrequenzen rausbekommen, muss man
die Schaltung in Hoch- und Tiefpass aufspalten.
Verzeichnis der
gängigsten Buchstaben in der Formelsprache:
|
Formel-buchstabe
|
Maß-einheit
|
Buchstabenerklährung
|
Maßeinheitserklährung
|
|
w
|
|
Omega
|
[2 · p · f]
|
|
A
|
[As / m2]
|
|
[Ampéresekunden pro
m2]
|
|
B
|
|
Magnetische
Flussdichte
|
|
|
C
|
[F]
|
Kapazität
|
[Farad]
|
|
D
|
[ / A]
|
|
|
|
E
|
[V / m]
|
Elektrische
Feldstärke
|
[Volt pro Meter]
|
|
I
|
[A]
|
Strom
|
[Ampére]
|
|
K
|
|
Konstante
|
|
|
L
|
[H]
|
Induktion
|
[Henry]
|
|
N
|
[Wg]
|
|
[Windungen]
|
|
P
|
[W]
|
Leistung
|
[Watt]
|
|
Q
|
[As]
|
Ladung
|
[Amperesekunden]
|
|
R
|
[O]
|
Widerstand
|
[Ohm]
|
|
U
|
[V]
|
Spannung
|
[Volt]
|
|
X
|
[O]
|
Blindwiderstand
|
[Ohm]
|
|
Z
|
[O]
|
Scheinwiderstand
|
[Ohm]
|
Meine praktischen
Bauteile:
Der Lautsprecher:
Er ist dazu da, die
Musik, die aus dem Verstärker als Frequenzen kommt, in Schallwellen umzusetzen,
damit man sie mit dem menschlichen Ohr hören kann.
Er besteht aus einer
Spule, in deren Kern sich ein Metallstift befindet, der mit einem Pappstück
(Membran) befestigt ist. Das Pappstück ist meist schwarz angemalt und erzeugt
schlußendlich die Schallwellen in der Luft.
Kommt eine Frequenz
in die Spule, so entwickelt sich ein elektromagnetisches Feld, welches den
Metallstifft abstößt oder anzieht. Da die Membran fest mit dem Metallstift
verbunden ist, wird sie nun heftig nach vorne und hinten bewegt und erzeugt so
einen Ton. Damit die Membran immer wieder zurückfedert und nicht nach einem Ton
in ihrer Stellung bleibt, wird er von einem Dauermagneten am hinteren Ende der
Spule zurückgezogen.
Die
Frequenzweiche:
Baut man ein
Boxengehäuse, reicht es nicht aus, die gekauften Lautsprecher einfach hinein zu
schrauben und dann den Verstärker anzuschließen. Man benötigt eine
Frequenzweiche, die das breite Frequenzband auf die verschiedenen Lautsprecher
„aufteilt“.
Schließt man einen
Tief-, Mittel-, oder Hochtöner direkt an den Boxenoutput des Verstärkers, wird
man sehr merkwürdige Töne bekommen. Das liegt daran, dass der Verstärker den
ganzen Frequenzbereich herauslässt. Und z. B. eine Tieftonlautsprecher ist
nicht in der Lage hohen Frequenzen in Schallwellen umsetzen. Genauso wie ein
Hochtöner nichts mit tiefen Frequenzen anfangen kann. Er ist so gebaut, dass er
nur sehr feine und schnelle Vibrationen ausführen kann. Das liegt daran, dass
seine Spulen so fein gewickelt ist, sie hat einen sehr dünnen Draht und die
Spule hat auch nur sehr wenig Platz für ihre hin und her Schwingung.
Genau andersherum ist
es beim Tieftöner. Er hat einen sehr dicken Draht und die Spule hat sehr viel
Platz hin und her zu schwingen. Bekommt er eine hohe Frequenz, so schafft er es
nicht in einer kurzen Zeit und einer so langen Strecke so oft hin und her zu
schwingen.
Desshalb schaltet man
vor alle drei Lautsprecher eine Frequenzweiche, die das breite Frequenzband aus
dem Verstärker in die verschiedenen Teile aufteilt bzw. bestimmte
Frequenzabschnitte vor einem Lautsprecher „rauslöscht“. Die Frquenzweiche
besteht im allgemeinen aus LC- Gliedern. L steht für Induktion [Henry] als
Bauteil eine Spule und C steht für Kapazität [Farad], als Bauteil ein
Kondensator. Ein solches LC- Glied hat die Eigenschaft, dass es besimmten
Frequenzen einen Widerstand entgegenbringt und andere passieren lässt.
Vorbereitung und
Planung für den Bau der Boxen
Das Auswählen der
Lautsprecher:
Bevor ich anfangen
konnte das Boxengehäuse zu berechnen und zu bauen, musste ich erst einmal die
eigentlichen Lautsprecher besorgen, da die Größe und das Volumen der Box stark
von den Lautsprechern abhängig ist. Die Lautsprecher selber konnte ich nicht
bauen, da dies nur mit Spezialwerkzeug und hoch kompliziertem Verfahren möglich
ist.
Ich ging also in
einen Elekronikshop und besorgte mir einen Katalog für Lautsprecher von der
Firma Visaton, die für ihre gute Qualität bekannt ist. Ich entschied mich dabei
schnell für ein gewöhnliches 3-Wege-System, da dies im Gegensatz zu einem 4-
oder 5-Wege-System viel preiswerter und trotzdem kaum eine geringere Qualität
besitzt. Ein 3-Wege-System besteht aus einem Tieftöner (woofer), einem
Mitteltöner (midrage) und einem Hochtöner (tweeter).
Ich stellte schnell
fest, dass die Lautsprecher sehr teuer sind, konnte mir aber ein relativ teures
und leistungsstarkes System anschaffen, da ich maximal eine finanzielle
Unterstützung von 500.- DM von meinem Vater bekam. Ich kaufte also einen
Tieftöner von 100 bis 150 Watt Sinusleistung und suchte mir dazu einen
passenden Mittel- und Hochtöner. Ich ging dabei nach folgenden Kriterien vor:
Frequenzbereich (fg), Schalldruck (dB) und Leistung (W).
Sinusleistung
bedeutet, dass die Box eine ständige Leistung eines bestimmten Wertes
vollstreckt. Maximalleistungen werden oft angegeben um bei dem Käufer mehr
Eindruck zu erwecken, sind aber meist irreal.
Der
Frequenzbereich und die Leistung:
Tiere haben oft ein
viel besseres und feineres Gehör als Menschen. Deshalb hören sie auch viel
höhere bzw. tiefere Töne als wir Menschen. Eine Fledermaus beispielsweise ist
blind und kann mittels ihres Gehörs durch die Luft fliegen und Beute jagen.
Das menschliche Ohr
hört ein Frequenzband von durchschnittlich 50 Hz bis 16 kHz. Ich wollte ein
Frequenzband von 20 bis mind. 20 kHz erzielen. Mein Tieftöner schafft die
Frequenzen von 31 - 4500 Hz. Mein Mitteltöner schafft den Bereich von ca. 500
bis 11 kHz. Meine Hochtonkalotte schafft
die Töne von 2000 bis 20 000 Hz.
Es ist auch wichtig,
dass alle Lautsprecher den gleichen oder zumindest fast den gleichen Luftdruck
(dB) von sich geben. In diesem Fall ist die Kombination ideal, da alle drei
einen Luftdruck von 90 dB abstrahlen. Die Leistung (W) ist bei allen drei auch
fast gleich: Beim Tieftöner beträgt die Leistung 100 - max. 150 Watt, beim
Mitteltöner 80 - max. 100 und beim Hochtöner 100 - 140 Watt. Das ist für eine
Zimmer- Box schon zu laut, für eine Party- Box fast zu leise. Wenn sie fertig
ist, wird man sehen, ob sie zu laut oder zu leise ist.
Material des
Boxengehäuses:
Jetzt, wo ich das
3-Wege-Lautsprechersystem gekauft hatte, konnte ich mir Gedanken über das
Boxengehäuse machen. Zuerst einmal ein paar grundlegende Sachen vorweg:
Das Material einer
Box spielt eine große Rolle, es muss möglichst massiv und schwer sein. Es muss
den Schwingungen in der Box standhalten können und darf beispielsweise nicht
mitschwingen oder gar scheppern wie es ein Hohlkörper aus dünnen Holzplatten
macht, wenn man auf ihn mit der Hand anschlägt. Schließlich soll ja nicht die
Boxenwand, sondern der Lautsprecher Töne von sich geben. Massivholz z. B. darf
man nicht nehmen, es hat zu viel Spannung, es schwingt mit. Sehr dünnes Metall
oder Blech wäre wohl das schlechteste was man sich suchen könnte. Würde man
hingegen sehr dicken Stahl als Wände benutzen, hätte man ziemlich ideale
Verhältnisse. Ich hab mal davon gehört, dass Keramik, das aus einem Stück
gegossen ist, das aller beste sein soll. Nur ist diese Methode irrsinnig teuer.
Sehr gut ist auch m.d.F. (mitteldichte Faserplatte), für die ich mich dann
entschied. Es ist zwar auch nicht billig (22 mm. Stark auf ein m2
kostet mehr als 50.-) aber dafür schafft es sehr gute Verhältnisse. Ich wollte
zuerst normale Spanplatte die oft für Boxen benutzt wird, kaufen, doch das war
mir nicht genügend qualitativ. Ich entschied mich also für 30 mm starke
mitteldichte Faserplatten. Im Baumarkt hatten sie diese Stärke zu meinem Glück
nicht da, also suchte ich mir eine Schreinerei und fand auch eine, die mir die
Teile für einen Preis von 40DM pro m2 zuschnitt.
Erstellung des
Bauplans:
Zuerst erstellte ich
einen Plan von den Boxen. Ich musste dabei folgende Kriterien beachten. Ich
brachte ein Innenvolumen von genau 100 Litern. Das schreibt der Tieftöner vor.
Warum, das so ist lässt sich leicht erklären:
Ist ein
Tieftonlautsprecher in eine Box gefaßt, und man gibt nun Frequenzen auf seine
Membran, wandelt er diese in Schallwellen um und schickt diese durch die Luft
nach außen. Doch das macht er nicht nur nach Außen zum Zuhörer, sondern auch
nach innen in die Box hinein. Dadurch entsteht ein Druck in der Box, welcher
der Pappmembran einen rückläufigen Schall-Widerstand entgegen bringt. Dieser
Druck darf nicht die gewollte Schwingung überlagern und stören. Ab einem
bestimmtem Volumen im rückwärtigen Hohlraum kann die abgestrahlte rückseitige
Schwingung ausklingen und gedämpft werden und es baut sich doch ein für die
Grundspannung der Membran förderliche Drucksituation auf.
Damit nun keine
Schallwellen in der Box entstehen, füllt man sie mit Dämpfungsmaterial (glasphaserartiges
Material), welches jegliche Schallwellen schluckt, es ihnen also nicht möglich
macht, zu überleben. Würde man keine Maßnahmen gegen die Schallwellen
unternehmen, würden sie an den Boxenwänden abprallen, zurückkommen und die
Membran stark beeinflussen, was dann zu sehr komischen Untertönen und Pfeifen
führen würde.
Um dies zu
verhindern, kaufte ich mir also Dämpfungsmaterial für 100 Liter.
Nun überlegte ich mir
eine Form, wie die Box aussehen soll, wobei ich auf eine fünfeckiges Gebilde stieß.
Davon machte ich eine Skizze und setzte die Grundfläche, Höhe und alle Seiten
so ins Verhältnis, dass ich zum Schluss ein Innenvolumen von genau 100 Litern
bekam. Nun konnte ich einen Bauplan mit exakten Werten zeichnen.
Bau des
Boxengehäuses:
Die
Materialbeschaffung:
Ich erstellte
zunächst einen Plan von allen Brettern, die ich benötigte (Materialliste) und
gab diese der Schreinerei, welche mir die Bretter zusägte. Mit den zugesägten
Brettern ging ich in die Schule zu Herrn Keil, unserem Werklehrer für Holz. Mit
ihm traf ich mich dann jeden Mittwoch für eineinhalb Stunden.
Bauprotokoll:
Wir sägten Mdf
Platten nochmal exakt nach und schnitten die Winkel. Als erstes Leimte ich den
Boden und den Deckel an eine der beiden Rückwände. In die eine Rückwand sägte
ich noch ein Loch von 5 cm, wo später der Kabeleingang entstehen sollte.
Als nächstes sägten
wir zwei lange Streifen zu, welche im 135°- Winkel zur Frontseite angeleimt
wurden.
Der nächste
Arbeitsschritt war das bearbeiten der Frontseite. In ihr sollten die ganzen
Lautsprecher eingelassen werde. Die Löcher für das Bassreflexrohr, den
Tieftöner, Mitteltöner und den Hochtöner sägte ich mit der Stichsäge aus.
Anschließend ließ ich alle Teile ein. Den Tieftöner musste ich nicht einlassen,
da sein äußerster Rand mit dem Rand des Lochs abschließt. Um ihn anschrauben zu
können, musste ich kleine Klötze an den Innenrand des gesägten Lochs anleimen.
Zuerst nahm ich fünf Klötze aus mdF., doch diese spalteten sich schon beim
Vorbohren der Löcher. Ich entfernte sie also wieder mit einem Stemmeisen und
leimte an deren Stelle Holzklötze ein. Diese blieben beim vorbohren und
anschrauben heile.
Als die Frontseite
fertig bearbeitet war, konnte ich sie und das Boxengehäuse anstreichen. Ich
benutzte dazu als ersten Anstrich eine Grundierfarbe, bevor ich mit dem
eigentlichen Lack beginnen konnte. Als die Grundierung abgeschlossen und
getrocknet war, schliff ich alle Flächen ab und begann dann den Lack
aufzutragen. Es wurden so sehr glatte Flächen.
Jetzt konnte ich
beginnen die einzelnen Lautsprecher und das Bassreflexrohr einzschrauben. Dabei
traten auch Schwierigkeiten auf: Der Tieftöner passte nicht exakt. Wenn ich ihn
trotzdem eingeschraubt hätte, würde er sich biegen müssen und das könnte
möglicherweise die Laufbahn der Spule und der Membran beeinflussen. Ich musste
also nochmal nacharbeiten bis er exakt passte.
Nun konnte ich die
Boxen Grundieren und später auch lackieren. Dies musste unbedingt geschehen,
bevor ich die Lautsprecher rein schrauben und den Deckel drauf leimen würde.
Ich war jetzt endlich
an dem Punkt angelangt, dass ich die Boxen mal ausprobieren konnte. Ich klemmte
alle Käbel provisorisch an den Lautsprechern fest und schloss das 3 - Wege -
System das erste Mal an den Verstärker an. Der Klang war noch nicht so gut, da
die Vorderseite noch nicht festgeleimt war und etwas mit dem Mitteltöner nicht
in Ordnung war. Er klang sehr schrill und war viel zu laut.
Um dieses Problem
lösen zu können, kaufte ich noch einen Widerstand bzw. einen Ptentiometer und
schaltete diesen vor den Mitteltöner. Ich musste nun noch ein Weiteres Loch in
die Rückwand der Boxen Bohren, damit ich den Mitteltöner auch noch nach dem
Draufleimen der Vorderseite einstellen kann. Jetzt konnte ich alles endgültig
mit kabeln verbinden, indem ich die Enden festlötete. Nun füllte ich die Boxen
noch mit Dämpfungsmaterial. Ich tat so viel in eine Box, dass es sich für mein
Empfinden gut anhörte. Es waren jeweils fünf Matten, also für nur 50 Liter pro
Box.
Jetzt leimte ich die
letzte Platte drauf und versiegelte die Box für immer. Man kommt nun nur noch
durch die angeschraubten Lautsprecher in das Innere der Box.
Als letztes schliff
ich die Seiten an denen Geleimt wurde ab und strich sich anschließend mit dem
Lack an.
Schluss
Ich denke dass ich eine
gutes Gesamtergebnis erzielt habe. Ich bin mit den Boxen sehr zufrieden, da sie
zum einen, einen vollen sauberen Klang haben und mir persönlich auch optisch
sehr gut gefallen.
Die Arbeit über das
gesamte Jahr hinweg war bei mir zumindest bis kurz vor Ende relativ regelmäßig.
Gegen Schluss dachte ich zunächst, dass ich es sehr gut schaffen würde bis zum
Abgabetermin fertig zu werden, doch dann merkte ich, dass ich noch sehr viel zu
tun haben würde. Ich musste noch zusätzlich ein Teil einbauen, da mein Mitteltöner
zu laut und zu schrill war, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich lernte daraus,
dass der Bau von Boxen mit viel Risiko verbunden ist. Entweder sie haben am
schluss einen guten Klang, oder irgendetwas ist fehlerhaft und man muss wieder
etwas verändern. Man kann mittels Berechnungen nicht exakt voraussagen, ob das
Ergebnis ein hohes Niveau an Qualität besitzt.
Die letzt Woche war ich jeden Tag in der
Werkstatt und habe bis spät abends gearbeitet. Mit dem Schriftlichen Teil ging
es mir sehr ähnlich: Ich sitze hier nun und es ist 2:26 Uhr am Abgabetag und
ich muss noch zwei Baupläne für den Vortrag zeichnen.
Doch trotz alle dem
hat mir der Praktische sowie der Theoretische Teil sehr viel Spaß gemacht und
ich konnte meine Physikkenntnisse sehr gut erweitern und habe so den etwas
dürftigen Physikunterricht an der Schule zumindest teilweise ausgeglichen.