Jahresarbeit im
1. Ausbildungsjahr
Erklärung : Die Jahresarbeit wurde von mir
selbstständig verfasst.
.
Situationsanalyse
Angaben zur
Bewohnerin
Ich werde über Frau K. berichten, sie ist
stolze 70 Jahre alt und man meint sie wäre erst 60 Jahre alt. Sie kam am 24.
Februar ins Christliche Senioren Heim, eine Pflegeinstufung hat sie nicht.
Krankheitsdiagnose
- Diabetes Mellitus Typ 2
- Gelenkarthrose
- Hypotonie
- Depressionen
Therapie
Medikamente :
|
|
morgens
|
mittags
|
abends
|
nachts
|
|
Melperon 25
|
-
|
-
|
1
|
-
|
|
Stilnox
|
-
|
-
|
-
|
1/2
|
|
Kotoimforte
|
1
|
-
|
1
|
-
|
|
Oxybutynin 5mg
|
-
|
-
|
1
|
-
|
Tropfen :
|
|
morgens
|
mittags
|
abends
|
nachts
|
|
Refobactin AT
|
Je 3 Tropfen in jedes Auge
|
-
|
-
|
-
|
|
Laxoberal
|
10
|
-
|
10
|
-
|
|
MCP
|
20
|
20
|
20
|
-
|
Spritze : Dosierung
:
nur morgens >
250 mg % 46 I.E.
Actraphane 30/70 < 180
mg % 40 I.E.
<
130 mg % 36 I.E.
Bei Bedarf :
- Buscopan plus (bei
Bauchschmerzen)
- Nifidipin (bei
RR über 190)
- Laxoberal 10Tr. (bei
Ostipation)
Biographie
Frau K. wurde 1932 in Blankenburg im Harz
geboren. Blankenburg liegt in der Nähe von Magdeburg, das heute zu dem
Bundesland Sachsen – Anhalt gehört. Als kleines Kind ist sie dann nach
Hallendorf bei Braunschweig gezogen und dort bis 1943 in die Grundschule
gegangen.
Danach besuchte sie in Wolfenbüttel die
Hauptschule (damals Mittelschule genannt) bis zur 8. Klasse. An ihre Schulzeit
erinnert sich Frau K. gerne zurück, sie hatte einen festen Freundeskreis und es
machte ihr Spaß.
Ihr Vater arbeitete als Bergwerkarbeiter in
einer Reichswerkfabrik in Salzgitter, entschloss sich aber 1943 freiwillig nach
Russland zu ziehen. Er wollte, wie sie mir berichtete, als Kriegsheld wieder
heimkehren, kam aber nie zurück. Die Mutter war nun mit drei Kindern allein auf
sich gestellt.
Ihr Bruder, ihre Schwester und Frau K.s Alter
liegt jeweils sieben Jahre auseinander, Frau K. ist somit die Alteste.
Glücklicherweise bekam die Mutter, da sie nun
Witwe war vom Staat Unterstützung. Frau K. beschloss sofort nach dem
Schulabschluss arbeiten zu gehen, um der Familie finanziell zu helfen. Sie zog
in ein Haus am Teegern See, das in der Nähe von Blankenburg liegt, um als
Haushaltshilfe zu arbeiten. Sie bekam aber kein Geld, weil sie dort leben
durfte und essen. Es wurde ihr auch versprochen, dass man ihr das Haus vererben
würde, aber sie wollte lieber Lohn erhalten, um es ihrer Familie zu schicken.
So entschieden alle 1951 gemeinsam nach
Mulfingen bei Künzelsau zu ziehen, dort wurde so eine Arbeitsstelle angeboten.
Außerdem bekam die Familie ein Zimmer mit Küche und Bad.
Für die junge Frau war es eine Erleichterung
jeden Morgen nach Stuttgart zu fahren, um ihrer Arbeit nachzugehen. So konnte
sie der engen Wohnung entfliehen, weil sie für vier Leute definitiv zu klein
war. Sie wurde in diesem Haushalt ausgebildet, aber weil dieser Beruf damals
nicht anerkannt war bekamen sie keine Versicherung. Wieder fühlte sie sich
nicht wohl und sie dachte immer daran, dass sie versagt hatte, weil nie genug
Geld vorhanden war.
1955 lernte sie dann ihren späteren Mann Herr
A.K. in Mulfingen kennen. Nach sehr kurzer Zeit verlobten sich die beiden und
heirateten 1956. Sie zogen beide sogleich nach Mosbach (bei Künzelsau) in eine
kleine Einzimmer Wohnung.
Ihre Geschwister kamen nun zurecht, weil die
Mutter in einer Waschküche eine Stelle annahm, um den Kindern den weiteren
Schulbesuch zu ermöglichen.
Frau K. war nun glücklich, 1957 wurde sie
schwanger, ein Junge, beide
Elternteile freuten sich auf ihr Kind. Ein
schweres Tief ereignete sich in ihrem Leben als das Kind mit 14 Monaten an
Lungenentzündung erkrankte. Frau K. konnte es kaum fassen als sie aus dem
Krankenhaus anriefen, um ihr zu sagen, dass der Kleine verstorben war. Er war
erstickt, was Frau K. bis heute nicht begreifen kann.
Ein kleiner Trost war es für Frau K. als sie
1963 mit ihrer Tochter S. schwanger wird. Danach zogen sie nach Mulfingen in
eine etwas größere Wohnung, weil der Mann dann als Bauarbeiter eine Stelle
bekommen hatte uns sie es sich leisten konnten. Ein Jahr später kommt ihr
zweitältestes Kind, ein Sohn, auf die Welt und noch einmal zwei Jahre später
ein weiterer Sohn.
Sie war glücklich, sie konnte sich um ihre
Kinder kümmern und ihr Mann kam für den Unterhalt auf.
Die Familie entschied sich dann nach Heilbronn
zu ziehen, weil diese Wohnung auch langsam zu klein wurde. Inzwischen war ihre
Mutter auch nach Heilbronn gezogen, weil die Geschwister ausgezogen waren. Sie
lebte nur zwei Häuser weiter, so konnte Frau K. auch ab und an ihre Kinder in
die Obhut der Großmutter geben.
Als die Kinder begannen zur Schule zu gehen,
entschied sie sich zum Haushalt beizutragen. Sie bekam dadurch, dass sie nie
eine Ausbildung erlernt hatte, nur eine Stelle als Reinigungshilfe. Als der
Mann abends heimkam, ging Frau K. zu ihrer Arbeitsstelle.
Es wurde eine anstrengende Zeit für Frau K.,
erst zogen sie immer wieder um, dann stand wieder kaum Geld zur Verfügung. Sie
und ihr Mann stritten sich oft um dieses Thema, aber beide waren machtlos
dagegen. Als Frau K. einmal in der Innenstadt einkaufen war, sie weiß nicht
mehr wann es war, irgendwann in der Mitte der 70er, sprachen sie Amerikaner an.
Es waren Missionare, ihre Aufgabe bestand darin Leute zu bekehren, um zu ihrem
Glauben überzutreten. Frau K. wurde von ihnen eingeladen und nahm freudig an.
Sie dachte sich nur: endlich etwas Abwechslung
in ihrem Leben. Sie nahm ihren Mann und die Kinder mit zu diesem Fest. Sie ließ
sich dazu überreden sich und ihre Kinder mormonisch zu taufen. Ihr Mann ließ es
nicht zu, für ihn war dies reiner Humbug. Sie bezahlten aber den zehnten Teil
ihres Lohnes an die Missionare, um an Festen und Wanderungen teilzunehmen. Es
war eine schöne Zeit für Frau K., wenn sie und ihre Familie am Wochenende dem
Alltag entfliehen konnten. Es war für Frau K. wie eine große Familie, weil alle
so nett und freundlich zu ihr waren. Ihr Mann wendete sich langsam davon ab,
aber sie
und ihre Kinder besuchten regelmäßig die
Messen und die Feste.
Von ihrem Mann lebte sich Frau K. auch
auseinander, dadurch weil sie keine gemeinsamen Interessen hatten. Er kümmerte
sich auch nicht mehr um die Kinder. Frau K. hat lange seine Alkoholsucht nicht
bemerkt. Er kam immer öfters spät nach Hause und legte sich sofort ins Bett und
ging morgens wieder zur Arbeit. Es war sehr schwer für Frau K. über diesen
Abschnitt ihres Lebens zu berichten. Als ich sie fragte, wann sie sich von
ihrem Mann scheiden ließ, konnte und kann sie sich nicht mehr daran erinnern,
sie weiß nur dass er eines Tages auszog.
Sie zog mit ihren schon fast erwachsenen
Kindern in eine kleinere Wohnung, wegen des Geldes. Irgendwann habe sie durch
die Zeitung, sie glaubte es war Mitte der 80er, erfahren, dass er im
alkoholisierten Zustand im Neckar ertrank.
Dann zog ihre Tochter mit ihrem Mann nach
Amerika, ihr Sohn ging nach Heidelberg, um zu studieren. Ihr jüngster Sohn
blieb ihr noch kurze Zeit erhalten.
Zu ihrer Tochter hat sie fast keinen Kontakt
mehr, sie sollte vor ihrem Unfall zu ihr ziehen, um dort zu Leben, aber nun
ginge dies nicht mehr. Ihr ältester Sohn wollte seit dem er auszog keinen
Kontakt zu ihr, heute weiß sie von Bekannten, dass er in Weinsberg lebt.
Nur ihr jüngster Sohn kümmert sich um sie und
besucht sie regelmäßig. Die Zeit bevor sie ins Altersheim kam, war auch sehr
schwer für Frau K. Es fing damit an, dass ihre Augen immer trüber wurden, sie
konnte kaum laufen. Immer wieder fiel sie um, ohne vorherige Warnungen.
Plötzlich fand sie ihr Sohn bewusstlos in ihrer Wohnung und erst dann stellte
man die Diagnose Diabetes mellitus fest.
Sie verlor ihre Arbeit und ihr Sehvermögen und
war auf sich gestellt. Also bekam sie soziale Unterstützung vom Staat. Ein paar
Monate ging es gut, sie bekam jeden Tag Besuch vom Ambulanten Pflegedienst.
Frau K. kam aber den Rest des Tages nicht alleine zurecht. Sie ließ andauernd
Dinge fallen, war nicht in der Lage ihre Nahrung selbst zuzubereiten und andere
kleine alltägliche Dinge fielen ihr sehr schwer. Als dann eine
Diakonieangestellte feststellte, dass es so nicht weitergehen kann, wurde sie
in ein Heim verwiesen.
Seit dem 24. Februar lebt nun Fr. K hier, und
sie fühlt sich wohl. Sie sagte noch, dass sie sozusagen gerettet wurde und sehr
dankbar ist, hier leben zu dürfen.
Sie dachte sich nur: endlich etwas Abwechslung
in ihrem Leben. Sie nahm ihren Mann und die Kinder mit zu diesem Fest. Sie ließ
sich dazu überreden sich und ihre Kinder mormonisch zu taufen. Ihr Mann ließ es
nicht zu, für ihn war dies reiner Humbug. Sie bezahlten aber den zehnten Teil
ihres Lohnes an die Missionare, um an Festen und Wanderungen teilzunehmen. Es
war eine schöne Zeit für Frau K., wenn sie und ihre Familie am Wochenende dem
Alltag entfliehen konnten. Es war für Frau K. wie eine große Familie, weil alle
so nett und freundlich zu ihr waren. Ihr Mann wendete sich langsam davon ab,
aber sie und ihre Kinder besuchten regelmäßig die Messen und die Feste.
Von ihrem Mann lebte sich Frau K. auch
auseinander, dadurch weil sie keine gemeinsamen Interessen hatten. Er kümmerte
sich auch nicht mehr um die Kinder. Frau K. hat lange seine Alkoholsucht nicht
bemerkt. Er kam immer öfters spät nach Hause und legte sich sofort ins Bett und
ging morgens wieder zur Arbeit. Es war sehr schwer für Frau K. über diesen
Abschnitt ihres Lebens zu berichten. Als ich sie fragte, wann sie sich von
ihrem Mann scheiden ließ, konnte und kann sie sich nicht mehr daran erinnern,
sie weiß nur dass er eines Tages auszog.
Sie zog mit ihren schon fast erwachsenen
Kindern in eine kleinere Wohnung, wegen des Geldes. Irgendwann habe sie durch
die Zeitung, sie glaubte es war Mitte der 80er, erfahren, dass er im
alkoholisierten Zustand im Neckar ertrank.
Dann zog ihre Tochter mit ihrem Mann nach
Amerika, ihr Sohn ging nach Heidelberg, um zu studieren. Ihr jüngster Sohn
blieb ihr noch kurze Zeit erhalten.
Zu ihrer Tochter hat sie fast keinen Kontakt
mehr, sie sollte vor ihrem Unfall zu ihr ziehen, um dort zu Leben, aber nun
ginge dies nicht mehr. Ihr ältester Sohn wollte seit dem er auszog keinen Kontakt
zu ihr, heute weiß sie von Bekannten, dass er in Weinsberg lebt.
Nur ihr jüngster Sohn kümmert sich um sie und
besucht sie regelmäßig. Die Zeit bevor sie ins Altersheim kam, war auch sehr
schwer für Frau K. Es fing damit an, dass ihre Augen immer trüber wurden, sie
konnte kaum laufen. Immer wieder fiel sie um, ohne vorherige Warnungen.
Plötzlich fand sie ihr Sohn bewusstlos in ihrer Wohnung und erst dann stellte
man die Diagnose Diabetes mellitus fest.
Sie verlor ihre Arbeit und ihr Sehvermögen und
war auf sich gestellt. Also bekam sie soziale Unterstützung vom Staat. Ein paar
Monate ging es gut, sie bekam jeden Tag Besuch vom Ambulanten Pflegedienst.
Frau K. kam aber den Rest des Tages nicht alleine zurecht. Sie ließ andauernd
Dinge fallen, war nicht in der Lage ihre Nahrung selbst zuzubereiten und andere
kleine alltägliche Dinge fielen ihr sehr schwer. Als dann eine
Diakonieangestellte feststellte, dass es so nicht weitergehen kann, wurde sie
in ein Heim verwiesen.
Seit dem 24. Februar lebt nun Fr. K hier, und
sie fühlt sich wohl. Sie sagte noch, dass sie sozusagen gerettet wurde und sehr
dankbar ist, hier leben zu dürfen.
Reflexion
Über die Zeit vor und während des
Jahresberichtes kann ich nicht viel sagen.
Der Jahresbericht war dank der 13
vorgedruckten AEDL nicht sehr schwierig. Trotzdem haben wir erfasst und
verstanden was ihr eigentlicher Inhalt ist.
Das Schuljahr war interessant und wir haben
viel gelernt und lernen weiterhin Neues. Auch wenn wir nicht alles wissen und
nur einen kleinen Einblick in die Altenpflege bekommen haben, kann ich sagen,
dass ich jetzt einige wenige Schritte verstehe. Ich verstehe warum wir dies
machen und welchen Zweck es erfüllt. Es ist gut vorher zu überlegen und zu
wissen, warum man z.B. die Pflegebedürftigen umlagern muss, usw. Es gibt noch
viel zu lernen und ich bin gespannt darauf, vor allem auf die Außeneinsätze.
Das Jahr war interessant und ging sehr schnell
vorüber und ich freue mich schon jetzt auf das 2. Ausbildungsjahr.