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Stadtokologie


Stadtökologie

In den Industrieländern nimmt die Landbevölkerung ab und die Stadtbevölkerung nimmt 1-2% pro Jahr zu. In den Entwicklungsländern nimmt zugleich die städtische Bevölkerung zwischen 4 und 6% zu. Daraus resultieren gewaltige Probleme in der Bewältigung infrastruktureller, sozialer sowie ökologischer Belange.

Die Stadt ist ein vollständig durch den Menschen geschaffenes Ökosystem, das nur durch hohe Stoff- und Energiezufuhr vital gehalten werden kann. Fast alle Umweltfaktoren sind künstlich verändert und schaffen im schlechtesten Fall ein gänzlich fauna- und floraphobes Umfeld. Im Jahr 2000 sollen nach einem Bericht der UNO mehr als die Hälfte aller Menschen in Städten leben:

·       Mexico City:           26,3 Mio. (´97: 15,6 Mio.)

·       Sao Paulo:                24,0 Mio. (´97: 16,4 Mio.)

·       Tokio/Yokohama:   17,1 Mio. (´97: 11,8 Mio.)

Während früher sozioökonomische Aspekte im Vordergrund standen, sind heute humanökologische Aspekte dominierend.

1.  Die innere Differenzierung der Städte

Ab einer Mindesteinwohnerzahl von 500 - 1000 Personen tritt eine Differenzierung in der Struktur der städtischen Einrichtungen auf. An den Rändern bilden sich Industrieanlagen, im Zentrum öffentliche Einrichtungen und Geschäfte. Je größer die Stadt, desto strukturierter wird sie.

Auch die Bewohnungsdichte ist ein wichtiger Faktor. Eine Einwohnerzahl von 400 Einwohnern pro ha sollte bei heutiger Stadtplanung nicht überschritten werden.

2.  Stadtklima und Wasserhaushalt

Durch die Steinmassen der städtischen Baukörper und die Straßenflächen sind die Städte zu künstlichen, wasserabweisenden Felslandschaften geworden. Die Steinmassen speichern Sonnenenergie. Durch dessen Backofeneffekt wird der Stadtkern um 4-11°C überhitzt und die abendliche Abkühlung im Sommer verhindert. Aufsteigende Warmluftströme bringen frische und feuchte Luft aus dem Umland, dem Grüngürtel. Auf dem Weg zum Stadtkern beladen sie sich mit Schmutzpartikelchen, die hochgetragen und als Staubglocke verteilt werden. Je unwirtlicher die Innenstädte sind, desto mehr fliehen die Bewohner zum Stadtrand.

Die Staub- und Dunstglocken absorbieren einen großen Teil der UV-Sonnenstrahlung. Die Bildung von Vitamin D wird herabgesetzt. Die eingeatmeten Schadstoffe treten ins Blut und schädigen Enzyme.

Da Flechten auf Luftverschmutzung empfindlich reagieren, kann man genaue Maßzahlen für die Luftqualität erhalten.

Das Niederschlagswasser kann durch die starke Verbauung nicht versickern, wird abgeleitet, hinzu kommt noch der erhöhte Wasserverbrauch. Dies bewirkt eine spürbare Grundwasserabsenkung. Außerdem belasten Abwässer und warme Abflüsse aus Kraftwerken die umliegenden Fließgewässer.

3.  Stadtflora und -fauna

Pflanzen erfüllen in der Stadt wichtige Funktionen:

·       Sie reduzieren die Luftverschmutzung (Staubbelastung) um 60 - 80%

·       Sie senken in nur 50m breiten Pflanzungen die Lufttemperatur im Sommer um etwa 3 - 4°C und erhöhen die relative Luftfeuchtigkeit

·       Sie bedingen thermisch bedingte Kreisläufe und dienen der Luftregeneration

Bäume sind mikroklimatische Regulatoren; sie sorgen für ausreichende Luftfeuchtigkeit und erzeugen Sauerstoff. Der O2 - Bedarf kann durch die Stadtflora nicht gedeckt werden (Die Photosyntheseleistung kann durch die Staubablage bis zu 50% gesenkt werden). Außerdem leiden Bäume noch an Wasser- und Nahrungsmangel (Humus).

Giftstoffe können nicht restlos abgebaut werden und lagern sich im städtischen Bereich an. Stadtbäume "vergreisen" besonders rasch. Sie erreichen nur 1/5 bis 1/10 ihrer normalen Lebenserwartung. Das von der Straßenverkehrsordnung vorgeschriebene Lichtprofil muß eingehalten werden, entsprechend müssen Alleebäume beschnitten werden: dadurch kommt es zu potentiellen Fäulnisherden an den Wundstellen.

Unterirdische Leitungseinbauten dürfen nicht in Längsrichtung von Bäumen überdeckt werden, damit man leichter unterirdische Versorgungsleitungen erreichen kann. Das kann dazu führen, daß Baumscheiben oft erheblich kleiner als geplant werden. Es gibt besonders anfällige Baumarten, wie z.B. die Roßkastanie, die mit über 20% die häufigste Baumart in der Stadt ist (ebenfalls häufig sind Linde und Ahorn). Stadtgärten bieten genügend Platz und Nahrung für ein reichhaltiges Artenspektrum.

Von Haustieren abgesehen, hat die Stadt auch ihre besondere, an Arten verarmte Tierwelt, die sich an die Lebensbedingungen der Stadt anpassen konnte. Dazu zählen Kulturfolger (Ratten, Eichhörnchen, Steinmarder). Unter den Vögeln findet man Haustaube, Haussperling, Turmfalke und Dohle. Neubauviertel weisen zwar mehr Rasenflächen und offene Plätze auf, bieten aber durch einheitliche Baustruktur wenig Lebensräume. Wohnblocks mit Hochhauskomplexen sind mit ihren bis ins Letzte aufgeteilten Nutzflächen (Parkplatz, Spielplätze) extrem vogelarm. Stadtrand, Cottageviertel und Vororte bieten mit individuell gestalteten Gärten genügend Nistplätze.

4.  Stadtverkehr

Das Leben in einer Stadt erzwingt ab einer bestimmten Größe die Einrichtung eines leistungsfähigen Verkehrsnetzes. Die Städte sind in den Jahrzehnten eher unorganisiert gewachsen und das innerstädtische Verkehrsproblem ist in vielen Städten noch immer ungelöst. Entflechtung des Verkehrs und Verlegung der Verkehrsmittel auf verschiede Ebenen, Schaffung von Stadtautobahnen und Schnellstraßen einerseits, Radfahrwegen und verkehrsberuhigten Zonen andererseits.

5.  Der Mensch im städtischen Lebensraum

Stadtentwicklung in Mitteleuropa:

Städte entstanden aus wirtschaftlichen Knotenpunkten, da fahrende Händler und Reisende ihre Fahrten unterbrechen mußten. Befestigungsanlagen gaben den Halt der urbanen Siedlung. In ihrem Inneren spielte sich das gesamte städtische Leben ab. Nachdem der Platzbedarf zu groß geworden war und Stadtmauern ihren Sinn verloren hatten, wurde diese abgerissen und teils durch Prachtstraßen, teils durch sonstige Verkehrsverbindungen ersetzt. Heutzutage ist dem Städtebau nach außen meist kein Limit gesetzt.

Der Stadtmensch gestaltet durch zahllose Eingriffe seine Umwelt, das fordert von ihm große Anpassungsleistung. Lange nahm man an, daß sich Menschen an jede geschaffenen Umweltbedingungen mehr oder minder anpassen können. Erst in den letzten 2 Jahrzehnten hat man erkannt, daß der Mensch gewissermaßen durch seine Vorgeschichte programmiert ist und bestimmte Bedingungen benötigt.

Mit 4 Geschossen ist es möglich, die gleiche Bebauungsdichte zu erreichen, wie mit 8-geschoßigen Bauten. Höhere Bauten ermöglichen größere Freiflächen für Spiel- und Erholungsplätze. Terrassierte Wohnanlagen bzw. gestapelte Einfamilienhäuser wären eine Lösung des Problems. Durch Dachgärten, sowie unterirdischen Garagen wird den Menschen ermöglicht, ihren in verschiedenen Lebensabschnitten differenzierten Bedürfnissen nachzukommen.

Freiraum, Grünanlagen und Wohnungsbau können durch einen "kulturellen Überbau" kontrolliert und gesteuert werden.

Soziale Anonymität in Großstädten, sowie Verlust der Kommunikation, den auch der Mangel an Kontakten auf Gehsteigen etc. hervorruft, machen Städte oft zu Massenansammlungen einander nicht kennenden Menschen. Der Städtebau kann hier Abhilfen schaffen und öffentliche Plätze vermehrt fördern, breite Gehsteiganlagen errichten und Alleen anlegen (hierbei ist das Verkehrsproblem nicht außer Acht zu lassen). Einzelbedürfnisse, wie z.B. freistehende Eigenheime, Natur, Geselligkeit, usw. sind aus räumlichen bzw. wirtschaftlichen Gründen nicht realisierbar und daher kann zu Ersatzhandlungen und resignativen Verhaltensformen (Alkoholmißbrauch, Suchtgift) kommen. Sinnvoller Städtebau kann hierbei viele Hindernisse zur Schaffung einer lebenswerten Stadt aus dem Weg schaffen.











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