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Karl Marx


Karl Marx

Es ist schwer über Karl Marx zu sprechen, denn wie kein anderer ließ er seine Philosophie nicht nur als graue Theorie zurück. Seine Philosophie hat es geschafft, daß in ihrem Namen Revolution gemacht, Kriege geführt und Gesellschaftssysteme errichtet wurden. In vielen Staaten wurde sie zu so etwas wie einer offiziellen Ideologie und in den 60er und 70er Jahren unseres Jahrhunderts herrschte sie in Gestalt kommunistischer Parteien über ein Drittel der Weltbevölkerung.

Karl Marx wurde am 5.Mai 1818 in Trier geboren. Er entstammte einer  von Rabbinern abstammenden jüdischen Familie, sein Vater war aus politischen und sozialen Gründen 1824 zum Protestantismus übergetreten. Er studierte zuerst kurz Rechtswissenschaften in Bonn und ging danach nach Berlin, das damals das intellektuelle Zentrum Deutschlands war und beschäftigte sich dort intensiv mit Philosophie und Geschichte.

Großen Einfluß auf sein Denken übte zu dieser Zeit die Philosophie Hegels aus. Nachdem Marx eingesehen hat, daß eine akademische Karriere aussichtslos war, stieg er, wie viele Philosophen nach ihm, auf den Journalismus um. 1842 nahm er eine Stelle bei der oppositionellen Rheinischen Zeitung (liberales Blatt) in Köln an und bald darauf wurde er Chefredakteur.

Dort beschäftigte und äußerte er sich zum ersten Mal politisch.

In Marx fand eine Spaltung, auf der einen Seite empfand er sich als Theoretiker, also als philosophischer Kritiker, und auf der Anderen nicht nur als Journalist, sondern auch als Politiker. Seine politische Karriere war jedoch sehr kurz und unter dem zunehmendem Druck der preußischen Regierung mußte er seinen Posten als Herausgeber der Rheinischen Zeitung räumen. Zusammen mit seiner Frau Jenny v. Westphalen ging er 1843 nach Paris ins Exil.

Dorf fand Mitte der 40er Jahre der erste Kontakt zu den Kommunisten- und Sozialistenbünden und der Beginn einer lebenslangen Freundschaft und Zusammenarbeit mit dem Industriellen Friedrich Engels.

1845 wird Marx aus Frankreich ausgewiesen, er geht nach Brüssel und kehrt im Revolutionsjahr 1848 nach Deutschland zurück. Er versucht als Chefredakteur der neugegründeten Neuen Rheinischen Zeitung die bürgerlich-nationale Erhebung in eine proletarisch-revolutionäre umzuwandeln, doch seine Versuche werden gar nicht zur Kenntnis genommen.

Im gleichem Jahr erscheint das Kommunistische Manifest, daß eine Auftragsarbeit des in London ansässigen Bundes der Kommunisten anlässlich der Gründung der Kommunistischer Liga war. Ihnen haben sich auch Marx und Engels angeschlossen.

Das Manifest ist eine radikale Kritik der bürgerlichen Ökonomie und Gesellschaft und wendet sich dem Aufruf zum Klassenkampf an das internationale Proletariat.

Dieses Manifest hinterläßt jedoch keine große Wirkung und der Kommunistenbund in Deutschland wird aufgelöst.

1849 wird er erneut ausgewiesen und geht nach London ins Exil, wo er bis zu seinen Lebensende bleibt. Er leidet unter finanzieller Not, aus der ihn Engels immer wieder heraushilft.

Er schreibt zahlreiche Arbeiten und Artikel mit umfassenden Analysen der politischen und ökonomischen Lage verschiedener europäischer Länder.

In Berlin erscheint 1859 die Kritik der politischen Ökonomie, in der er die Produktionsverhältnisse einer Gesellschaft in ihren Wirkungen auf die allgemeinen gesellschaftlichen Verhältnisse genauer zu analysieren versucht.

Mit seinen zahlreichen Veröffentlichungen wurde Marx zusammen mit Engels der Führer der neuen Bewegung des Sozialismus. Er war maßgeblich an der Gründung der Internationalen Arbeiterassoziation 1864 in London beteiligt.  Der erste Band seines groß angelegten Werkes Das Kapital wurde 1867 publiziert, die Aufzeichnungen für die Bände 2 und 3 erschienen in der Bearbeitung von Engels 1885 und 1894 nach seinem Tod.

Die zahlreichen später aufgefundenen Fragmente, die vermutlich für einen vierten Band vorgesehen waren, gab Karl Kautsky zwischen 1905 und 1910 unter dem Titel Theorien des Mehrwerts heraus. Karl Marx starb am 14.März 1883 in London. 

Begonnen hat Marx wie viele vor und nach ihm, als Dichter. Er war nicht sonderlich talentiert, aber es finden sich in seinen Gedichten Ansätze, die später für ihn wichtig waren.

So stand für ihn die Tat im Vordergrund. Die Philosophie selbst muß zur "praktischen Kritik", zur revolutionären werden. Beschränkt sie sich nur auf das Denken, bleibt sie machtlos und letztlich falsch. Bald sah er die Philosophie nur mehr in der Gestalt einer fundamentalen, umfassenden Kritik, die letztlich nur mehr von der theoretischen in die praktische Kritik folgen muß.

Damit die Kritik in Praxis umschlagen kann, bedarf sie eines Komplizen und den glaubte er im Proletariat (Arbeit) gefunden zu haben.

Seine richtige Theorie dazu lautete: "Wie die Philosophie im Proletariat ihre materiellen, so findet das Proletariat in der Philosophie seine geistigen Waffen [] und sobald der Blitz des Gedankens gründlich in diesen naiven Volksboden eingeschlagen ist, wird sich die Emanzipation der Deutschen zu Menschen vollziehen []. Der Kopf dieser Emanzipation ist die Philosophie, ihr Herz das Proletariat. [] Die Philosophie kann sich nicht verwirklichen ohne die Aufhebung des Proletariats, das Proletariat kann sich nicht aufheben ohne die Verwirklichung der Philosophie."

Damit wollte Marx auch eine unauflösliche Klammer zwischen der Philosophie und dem Proletariat schaffen. Die beiden waren von nun an aneinander gekettet: Keine Revolution ohne Verwirklichung der Philosophie und keine Verwirklichung der Philosophie ohne proletarische Revolution.

Marx stellte sich auch die Frage: Was ist der Mensch? doch konnte er sie nicht abstrakt und allgemein, sonder nur als Analyse beantworten.

Marx beschreibt den Menschen in den 1932 publizierten Ökonomisch-philosophischen Manuskripten als animal laborans, also als arbeitendes Wesen. Er meint wieters, daß diese Arbeit zu einer entfremdeten Arbeit wird: "Der Arbeiter legt sein Leben in den Gegenstand; aber nun gehört es nicht mehr ihm, sondern dem Gegenstand. Je größer also die Tätigkeit, um so gegenstandsloser ist der Arbeiter. Was das Produkt seiner Arbeit ist, ist er nicht. Je größer also dieses Produkt, je weniger ist er selbst."

Das geht so weiter bis Marx schließlich meint, daß der Mensch dem Gegenstand, also seiner Arbeit feindlich und fremd gegenübertritt.

Man könnte auch den Begriff Entfremdung mit dem Begriff Vergegenständlichung zusammenfallen lassen: Für ihn ist es ein Spezifikum, also ein Merkmal, des Menschen, daß er nicht bei sich bleiben kann, denn dann wäre er ein reines Naturwesen. Davon leitete er ab, daß die Entfremdung konstitutiv (das Wesen ausmachend, grundlegend) für die Idee menschlicher Arbeit ist. Weiters sah Marx die Entfremdung darin, daß sich die Menschen die Produkte der Arbeit aneignen können. Für ihn war die Entwicklung des Privateigentums die Voraussetzung für die entfremdete Arbeit.

Das Haben ist an die Stelle des Seins getreten: "Das Privateigentum hat uns so dumm und einseitig gemacht, daß ein Gegenstand erst dann der unsrige ist, wenn wir ihn haben, er also als Kapital für uns existiert oder von uns unmittelbar besessen, gegessen, getrunken, kurz wenn er von uns gebraucht wird." Und dieses Besitzen wird allerdings zum Grundprinzip der bürgerlichen Gesellschaft. Marx geht davon aus, daß die Behauptung, alles wäre käuflich, die schlichte Realität ist.

Als sinnliche Erscheinungsform des Zustandes, in dem alles auf das Haben reduziert ist, faßt er das Geld - denn das Geld ist das Mittel des Kaufes. Marx hatte ja Zeit seines Lebens mit extremen Geldsorgen zu kämpfen gehabt und nur aus dieser völligen Abwesenheit von Geld in seinem eigenen Leben konnte er vielleicht schließen, was die Anwesenheit von Geld tatsächlich bedeuten kann: "Was durch das Geld für mich ist, was ich zahlen, d.h., was das Geld kaufen kann, das bin ich, der Besitzer des Geldes selbst. So groß die Kraft des Geldes ist, so groß ist meine Kraft. Die Eigenschaften des Geldes sind meine Eigenschaften und Wesenskräfte. Das, was ich bin und vermag, ist also keineswegs durch meine Individualität bestimmt. Ich bin häßlich, aber ich kann mir die schönste Frau kaufen. Also bin ich nicht häßlich, denn die Wirkung der Häßlichkeit, ihre abschreckende Kraft ist durch das Geld vernichtet. Ich bin lahm, aber das Geld verschafft mir 24 Füße; ich bin also nicht lahm; Ich bin ein schlechter, unehrlicher, gewissenloser, geistloser Mensch, aber das Geld ist geehrt, also auch sein Besitzer.

Das Geld ist das höchste Gut, also ist sein Besitzer gut, das Geld überhebt mich über dem der Mühe, unehrlich zu sein; ich werde also als ehrlich präsumiert; ich bin geistlos, aber das Geld ist der wirkliche Geist aller Dinge, wie sollte sein Besitzer geistlos sein?"

Marx schreibt in dieser Passage dem Geld magische Eigenschaften und Kräfte zu und sieht es als das eigentliche Medium der Verwandlung, der Vertauschung und Verkehrung.

Seine zentrale These besagt auch, daß in einer bürgerlichen kapitalistischen Gesellschaft alle Tätigkeiten und alle Beziehungen der Menschen tatsächlich über den Markt, das heißt über den Austausch von Waren geregelt werden.

Das allerdings bedeutet auch, daß die menschlichen Beziehungen zu Tauschbeziehungen geworden sind.

Im späten Alter setzte er sich auch mit der frage auseinander: "Wann und unter welchen Umständen ist Arbeit tatsächlich produktiv, effektiv, nützlich und wertvoll?"

Seine Theorie lautete dazu, daß man produktive Arbeit nur als solche bezeichnen kann, die sich direkt mit dem Geld als Kapital austauscht. Für Marx war also nur solche Arbeit produktiv, die zur Produktion und Vermehrung von Geld, von Kapital etwas beisteuert, nicht solche die zur Vermehrung von Gütern oder Lebensmittel führt. Es war also egal was gebaut oder angepflanzt wird, die wichtige Frage ist, ob dabei Kapital produziert und Gewinn gemacht wird.

Der Marxismus wird definiert als die von Karl Marx, Friedrich Engels und ihren Anhängern und Schülern aufgestellten philosophischen, historischen, politischen und wirtschaftlichen Theorien. Der Marxismus bedient sich Hegels Idee der Dialektik, jedoch sehen Marx und Engels im Gegensatz zu Hegel die bewegenden Kräfte der Geschichte nicht im Bewußtsein, sondern im Sein: Die Wirklichkeit präge das Bewußtsein der Menschen und nicht umgekehrt.

Vom Verlauf der Menschheitsgeschichte entwirft der Marxismus folgendes Bild: In der Frühzeit gab es eine klassenlose Urgesellschaft. Die zunehmende Arbeitsteilung führte zur Trennung von geistiger und körperlicher Tätigkeit. Dadurch entstanden Oberklassen, die von der Arbeit der Unterklassen lebten und auf diese Weise Muße zur Entwicklung von der Kultur und Wissenschaft erhielten.

Die Oberklassen erwerben auch das Eigentum an den Produktionsmitteln der Gesellschaft (Sklaven, Grund und Boden, Maschinen und Fabriken). Dieses Eigentum ist die Grundlage ihrer Herrschaft. Darüber hinaus eignen sie sich auch den Anteil an der Produktion an, der über dem Anteil liegt, der zur Befriedigung der Existenzbedürfnisse der Produzierenden liegt. In Europa lösten in einer Abfolge von Klassenkämpfen Sklavenhaltergesellschaft, Feudalgesellschaft und bürgerlicher Gesellschaft einander ab. Die revolutionäre Umwandlung einer Gesellschaftsform in eine andere vollzieht sich stets dann, wenn der Stand der Produktivkräfte (also der ganze wissenschaftliche und technische Entwicklungsstand) in Widerspruch zu den bestehenden Produktionsverhältnissen (Eigentumsverhältnissen) gerät. In diesem Sinn steht die auf umfassender Zusammenarbeit (Als Folge der Arbeitsteilung) und hochqualifizierter Tätigkeit beruhende neuzeitliche Produktionsweise, die sich beim heutigen Stand der Produktivkräfte nahezu von selbst ergibt, im Widerspruch zu den Produktionsverhältnissen, d.h. zur gegenwärtigen Trennung der Arbeitenden vom Eigentum an den Produktionsmitteln, mit denen sie arbeiten.

Nur der internationale revolutionäre Kampf der unterdrückten Arbeiterklasse, des Proletariats, gegen die Bürgerlichen kann die kapitalistische Klassengesellschaft beseitigen und so den Weg für eine neue techn., wiss. und kulturell hochentwickelte Klassengesellschaft freimachen. Der Marxismus ist eng mit der Bewegung des Sozialismus und dem Kommunismus verbunden, er wurde im Leninismus (Lenin) und im Maoismus variiert.

Viele Annahmen des Marxismus haben sich als unzutreffend erwiesen. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und dem Ende der UdSSR 1991 verlor der Marxismus an Bedeutung.

Zusammenfassend könnte man sagen, daß sein soziales Anliegen  die Aufhebung des Auseinanderklaffens (und -driftens) der Klassen, d.h. von Reich und Arm war. 

Anliegen

Aufhebung des Auseinanderklaffens der Klassen, d.h. von Reich und Arm. Anlaß dafür waren seine Beobachtungen der Mißstände im 19.Jhdt., die besonders stark in England ausgeprägt waren.

 Thesen

-Der Inhalt des gesellschaftlichen Bewußtsein wird durch die ökonomischen Verhältnisse bestimmt

Aus der historischen Abfolge der Gesellschaftssysteme entwickelte Marx die Theorie einer zukünftigen Gesellschaftsform: den Kommunismus

Der Klassengegesatz zwischen Proletariat (Arbeit) und Bourgeoisie (Kapital) entwickelt sich immer stärker. Anzeichen dafür ist die Häufung des Kapitals in den Händen weniger sowie die Verelendung des Proletariats.

Ursache für dieses Elend ist die bourgeoise Produktionsmethode. Ein Arbeiter erzeugt durch seine Arbeit mehr Wert, als er bezahlt bekommt. Von diesem Überschuß profitieren die Bourgeoisie und er ist die Quelle ihres Reichtums

Das Ziel ist die klassenlose Gesellschaft

Maßnahmen

Aufhebung des Privateigentums und Abschaffung des Erbrechts

Staatliche Produktionsstätten

Arbeitszwang für alle

Vereinigung von Landwirtschaft und Industrie, bzw. Land und Stadt

Bewertung

Detaillierte Darstellung der herrschenden Zustände

Erkenntnis der wesentlichen Zusammenhänge (Monopolbildung und Rationalisierung)

Erkannte die Industrialisierung als unvermeidliche Veränderung der Gesellschaft an

Fehler: zu idealistisches Menschenbild, er verkannte den Egoismus











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