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Demian




Demian

Zusammenfassung

Schon früh wird dem 10jährigen Lateinschüler Emil Sinclair bewusst, dass neben der reinen, heilen Welt des Elternhauses auch die raue, wilde Aussenwelt besteht. Sinclair sucht den Kontakt mit der fremden Welt immer öfter und gerät durch eine harmlose Lügengeschichte in Abhängigkeit von Franz Kromer. Kromer  erpresst ihn skrupellos. Gedrängt zu kleinen Diebstählen und Lügen, bricht Sinclairs tugendhafte Kinderwelt zusammen. Sinclair begegnet in der Lateinschule einem neuen, älteren, erwachsenwirkenden und frei denkenden Schüler, dem Max Demian. Sinclair und Demian diskutieren über die Bibelgeschichte von Kain und Abel,  in der Kain seinen Bruder Abel tötet. Demian zeigt  Sinclair, dass man die Geschichte von anderen Standpunkten ansehen kann als nur von der religiösen, erlaubten Seite. Dieses Gespräch prägt Sinclair sehr, weil er sie mit seinen zwei Welten vergleicht. Sinclair befreundet sich mit Demian und vertraut ihm sein Geheimnis von Kromer an. Demian befreit Sinclair einige Tage danach von Kromer. Von dieser Abhängigkeit gelöst, flüchtet Sinclair in seine Kinderwelt zurück und geht somit Demian aus dem Weg. Einige Jahre später, als Sinclair in den Konfirmationsunterricht geht, kam er wieder in Kontakt mit Demian. Die Freundschaft nimmt wieder Gestalt an. Jedoch wechselt Sinclair wenige Monate danach ans Gymnasium. In der neuen Schule ist er ein Sonderling, gilt als Zyniker und ist innerlich voll Trauer. Auf einem nächtlichen Spaziergang, trifft er den Klassenältesten Alfons Beck. Zusammen gehen sie auf Kneipentour, welche zur Gewohnheit werden. Sinclair wird immer schlechter in der Schule und es droht ihm der Rausschmiss. Durch eine nächtliche Begegnung mit seinem Idealbild von Frau, der er den Namen Beatrice gibt, findet er zu sich zurück. Er versucht ihr Gesicht zu malen, doch in ihrem Bild erkennt er schlussendlich Demian. Als Sinclair in einer Nacht einen seltsamen Traum hat, beschliesst er diesen zu malen. Schließlich schickt er Demian diese Zeichnung, die einen Sperber, der sich aus einer Weltkugel kämpft, darstellt. Als Antwort erhält er eines Tages einen Zettel auf dem die Kunde des Abraxas, jener seltsamen Gottheit, die das Göttliche und das Teuflische in sich vereinigt, geschrieben steht. In seiner Unwissenheit über Abraxas sucht er Hilfe, die er bei einem Orgelspieler, namens Pistorius, findet. Durch Träume deuten, über Abraxas diskutieren und stundenlang ins Feuer sehen, findet er mit Pistorius weiter zu sich selbst.  Als er ausgelernt hat, beendet er die Freundschaft zu Pistorius. Gleichzeitig ist auch seine Schulzeit am Gymnasium vorüber. Auf der Universität treffen sich Demian und Sinclair wieder. Demian lädt ihn auf Wunsch seiner Mutter zu sich nach Hause ein. In Demians Mutter, Frau Eva, findet er das Abbild seiner Traumfrau, die eigentlich die Verkörperung der Urmutter ist. Sie wird zu seiner geistlichen Führerin. Sinclairs liebe wächst von Tag zu Tag aber als er sie Frau Eva preisgeben will, bricht der erste Weltkrieg aus. Sowohl Demian als auch Sinclair rücken an die Front. Sie treffen sich erst wieder als sie beide schwer verletzt in einem Lazarett liegen. Demian gibt Sinclair einen Kuss, den er als Vermächtnis von Frau Eva erhalten soll, und stirbt an seinen Verletzungen. Mit diesem Kuss wird Sinclair von der Urmutter freigegeben um fortan seine Persönlichkeitsentwicklung selbstständig voranzutreiben.



Verhältnis Eltern - Sinclair:

In Sinclairs Leben, verkörpern die Eltern die heile, gute Welt und die Aussenwelt die raue, böse Welt. Jede Wandlung umfasste ein Wechseln von der  guten zur schlechten Welt. Lebte er in der guten Welt, war sein Verhältnis zu den Eltern gut. Lebte er jedoch in der schlechten, hatten Sinclair und die Eltern Probleme. Sinclair machte in seinem Leben viele Wandlungen durch. Am Anfang des Buches lebt er in der heilen Welt der Eltern. Durch die Erfahrung mit Kromer gerät er in die schlechte Welt. Durch Demian wird er wieder in die gute Welt zurückgeholt. Im Gymnasium beginnt die schlechte Welt wieder, als er zu trinken begann und der Vater drohte, Sinclair von der Schule zu werfen. Durch seine plutonische Verehrung zu Beatrice rettete er sich in die heile Welt zurück. Sein ganzes Leben bestand aus Hochs und Tiefs. Erst als er begann sich mit der Lehre von Abraxas zu beschäftigen, kommt er einer Lösung seines Problems näher: Vereinigung von Gut und Böse in einer Welt. Als er dies schafft, wird sein Verhältnis zu den Eltern stabil. Auch mit dem bösen Einfluss kann er jetzt umgehen.

Entwicklung von Sinclair:

Am Anfang des Buches ist Sinclair ein junger, naiver, unerfahrener Knabe der in einer heilen Welt lebt. In seiner Entwicklung erleidet er einen ganz grossen Rückschlag als er in die Abhängigkeit von Kromer gerät. Als er mit Demian die Kain und Abel Geschichte bespricht, ist dies ein grosser Schritt in seiner Persönlichkeits-entwicklung. Demian wird zu seinem Lehrer. Sinclair ist sein wissensdurstiger Schüler. Sinclair entwickelt sich und lernt das Leben von verschiedenen Blickwinkeln aus zu sehen. Als Sinclair die Schule wechselt, verlässt er die heile Welt und beginnt zu trinken. Seine Entwicklung steht am Abgrund, doch er braucht diese Grenzerfahrung um Gut und Böse zu vereinen. Das Bild von Beatrice zeigt ihm dann wie seine ideale Welt aussehen soll. Er denkt und träumt den ganzen Tag hindurch, jedoch kann er seine vielen Gedanken nicht weiterverarbeiten. Deshalb lässt er Pistorius in sein Leben eintreten. Dieser hilft ihm die vielen wichtigen Gedanken-gänge und Träume zu deuten. Oft sehen die beiden stundenlang ins Feuer, um so zu meditieren. In der Zeit mit Pistorius findet Sinclair sein eigenes Ich. Als Pistorius ihm nichts mehr lernen kann, begibt er sich auf die Suche nach Demian. Er ist bereits sehr reif und stellt sich noch der letzten Persönlichkeitsprüfung. Demian und seine Mutter geben ihm den idealen Rahmen um in sich Selbst zu gehen und hochstehende Diskussionen zu führen. Als Demian und Sinclair einrücken und sie sich verletzt im Lazarett wiedertreffen, befreit ihn Demian durch den symbolischen Kuss. Sinclair ist damit am Ende seiner Reifezeit und ist von der Notwendigkeit, sich in seiner Entwicklung von anderen helfen zu lassen, befreit. Von jetzt an ist er selbstständig.



Autobiographie:

Ausschnitt aus der Biographie Hermann Hesses: "Ab 1919 veröffentlichte Hermann Hesse seine Werke unter seinem neuen Pseudonym Emil Sinclair, da ihm nahegelegt wurde, seine zeitkritischen Publikationen zu unterlassen. Unter anderem erschienen ,Demian'"




Der Roman entstand in der depressiven Zeit Hesses. Er war in einer psychotherapeutischen  Klinik und besass eine Fülle von symbolischen Bildern. Diese veröffentlichte er in seinem Werk, unter dem Pseudonym Emil Sinclair. Es war eine Autobiographie des dimorphen Schriftstellers. Die autobiographischen Parallelen werden im Buch sehr oft deutlich gemacht. Z.B. im Vorwort will er darauf aufmerksam machen, dass dies seine eigene Geschichte ist.(S. 7) Durch die Ich-Form im Text wird dies noch bestärkt.

Thematische Schwerpunkte:

Ein wichtiger thematischer Schwerpunkt ist das Selbstvertrauen. Schon ganz am Anfang vom Buch kann man erkennen, dass Sinclair wenig Selbstvertrauen hat. Als er Kromer die Lügengeschichte erzählt, zeigt er viel Schwäche. Weiter zeigt sich dies während der Zeit, als er von Kromer abhängig ist. Sinclair fehlt das nötige Selbstbewusstsein um sich von ihm zu lösen. Er braucht immer einen Führer, der ihm die Moral gibt. Diese Führungsperson wechselt im Buch zwischen vielen Personen, wobei Demian die wichtigste Rolle spielt. Obwohl sich seine Persönlichkeit im ganzen Buch weiterentwickelt, bleibt das Selbstvertrauen schwach. Er fängt an zu trinken, weil dann das Selbstbewusstsein genug gross ist, um sich vor den anderen zu behaupten. Nach der Trinksucht blüht sein Selbstvertrauen auf. Sein Selbstvertrauen wird so gross, dass jemand mit wenig Selbstbewusstsein seinen Rat sucht. Zur Zeit als er bei Demian wohnt, ist sein Selbstvertrauen bereits recht gross. Ansonsten hätte ihn Frau Eva, der er seine liebe zeigt, nicht akzeptiert.

Kernaussage:

Ein wichtiges Thema im Buch sind die Differenzen von Gut und Böse zu definieren und zu finden. Bereits am Anfang des Buches, schildert Sinclair klar, dass er die Welt von zwei Seiten sieht. Dieser Gedanke wird im Laufe seines Lebens weiterentwickelt. Als er Demian trifft, diskutieren sie über Kain und Abel, die in der Bibel Gut und Böse darstellen. Aus der Diskussion wird klar ersichtlich, dass man diese Geschichte auch von einem anderen Standpunkt aus ansehen kann, obwohl sie von der Bibel klar gedeutet wird. Diese Diskussion gibt Sinclair einen klaren Denkanstoss. In Sinclairs Leben beginnt alles eine Dualität zu entwickeln. Jeder Gegenstand, jeder Mensch und sogar er selbst kann von zwei Seiten beschrieben werden. Obwohl sich Sinclair sich sehr stark mit diesem Thema beschäftigt, kommt er einer Lösung nicht näher. Erst als er anfängt, sich mit Abraxas zu beschäftigen, kann er seine Welten, seine Traumbilder und seine religiösen Anschauungen vereinen. Dies ist die Kernaussage, weil dieses Thema Zeitlos ist. Es bleibt immer gleich. Bereits vor 2000 beschäftigte sich das Christentum mit dem Vergleich von Gott und Teufel, Abel und Kain, Gut und Böse. Der Hinduismus hatte schon damals den Abraxas in Form der Gottheit Shiva. Auch heute ist es noch ein wichtiger theologischer Gedanke, der aber bei uns selten thematisiert wird.










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