REFERAT-MenüDeutschGeographieGeschichteChemieBiographienElektronik
  EnglischEpochenFranzösischBiologieInformatikItalienisch
  KunstLateinLiteraturMathematikMusikPhilosophie
 PhysikPolitikPsychologieRechtSonstigeSpanisch
 SportTechnikWirtschaftWirtschaftskunde  

Die Schachnovelle - Stefan Zweig




"Die Schachnovelle"

       

        von Stefan Zweig

Hinweise zum Projekt


1.   Inhalte



 

1.1        Darstellung der Thematik

 

Bei der Betrachtung der Thematik, in Stefan Zweigs "Schachnovelle", ist ein deutliches ge­genüberstehen zweier Themen zu erkennen. Zum einen ist es die "Menschlichkeit" oder, laut Zweig, die "Geistigkeit" und zum anderen ist es die "Unmenschlichkeit" oder auch "Ungei­stigkeit".

Das erste vordergründige Thema der Novelle ist der Kampf zweier Monomanen miteinander, genauer: eines von Natur aus völlig einseitig begabten Menschen mit einem, den aüßere Umstände zeitweilig in eine Manie verfallen ließen. Beide verkörpern eine Daseinsform: die "Geistigkeit" und die "Ungeistigkeit".

Die "Ungeistigkeit" wird von der Person Czentovic verkörpert, der, wie schon erwähnt, ein völlig einseitig begabter Mensch ist. Dies hängt mit seiner frühen Kindheit zusammen, in der er, nach dem Tode seines Vaters, von einem Pfarrer aufgezogen wurde. Dies ist ja noch nicht schlecht, jedoch vermochte der Pfarrer nicht, trotz allen Bemühens, den oft total abwe­send erscheinenden Jungen, durch häusliche Nachhilfe, in der Schule weiter zu bringen. Das ist auch der Grund, warum Czentovic eigentlich nichts kann, außer Schachspielen.

Die "Geistigkeit" wird durch einen gewissen Dr.B. dargestellt. Der gelangte, nach der Inhaf­tierung durch die Gestapo und einer wochenlangen totalen Isolierung, an ein Buch, das die Meisterpartien des Schachs enthielt. In seiner totalen Isolierung, beginnt er diese Partien gegen sich selbst nach zu spielen. Er erreicht so eine Spaltung seines Geistes, wodurch er allerdings in eine Manie verfällt.    

``Im Zusammenspiel aller Kräfte unter Führung des Geistes liegt für Zweig der Ausdruck des rein menschlichen. Darum ist letzten Endes die einseitige Ausrichtung Dr.B.'s zur imaginie­renden Abstraktion - während seiner Gefangenschaft - ein Mangel, der notwendig zur Kata­strophe führen mußte und dem Träger wieder zum Verhängnis wird, sobald er der Manie wieder verfällt.`` [1]

1.2        Skizze des Inhalts

Beim besteigen eines Passagierdampfers, der von New York nach Buenos Aires fahren soll, wird der Erzähler von einem Freund darauf aufmerksam gemacht, daß mit demselben Schiff der Schachweltmeister Czentovic fährt, ein gefeierter aber sehr unzugänglicher Mann. Das psychologische Interesse des Erzählers ist geweckt, und er versucht, da der direkte Weg ausgeschlossen ist, durch öffentliches Schachspielen die Bekanntschaft des Meisters zu machen. Sein bald gefundener Partner vermittelt, sobald er von der Person des berühmten Mitpassagiers erfährt, eine Simultanpartie mit der in Czentovic's Vertrag festgesetzten Be­zahlung.

Mehrere Laien spielen gemeinsam gegen den hochmütig auftretenden Schachmeister und verlieren die erste Partie. Bei der Revanche werden sie unerwartet von einem Fremden be­raten, der ihnen zum Erstaunen nicht nur des Meisters zu einem Remis verhilft. Gebeten, alleine eine Partie mit Czentovic auszutragen, lehnt der Unbekannte bescheiden ab und zieht sich zurück. Der Erzähler übernimmt es, den Fremden aufzusuchen und zu einer weite­ren Partie zu bewegen. Dabei erfährt er die Leidensgeschichte des Dr.B.. Nach wochenlan­ger politischer Haft, in der er, außer in Verhören, weder sprechen noch lesen noch schreiben durfte, fiel ihm ein Schachbuch mit Meisterpartien in die Hände. Obwohl nur mittelmäßiger Schachspieler, spielte er die Partien im Geiste nach, wobei er sich selbst zum Gegner hatte. Als er das Schachbuch bereits auswendig konnte, dachte er sich selbst neue Partien aus und rief so, in gesteigertem Maße gegen sich selbst fechtend, eine allmähliche Spaltung sei­nes Ich's hervor. Nach weiteren Wochen der Abgeschiedenheit führte der quälerische Kampf zu einer schweren Nervenkrise. Dr.B. wurde zwar von seiner künstlich erzeugten Schizo­phrenie geheilt und aus der Haft entlassen, doch rieten ihm die Arzte, nicht mehr Schach zu spielen. Dennoch läßt er sich dazu bewegen, zur Probe eine einzige Partie gegen den Schachweltmeister zu spielen.

Er gewinnt die erste Partie. Zur zweiten aufgefordert, ist er, vom Spielfieber ergriffen, sofort bereit. Dabei gerät er geistig in eine andere Partie und spielt statt der realen die ihm vor­schwebende irreale. Aus seinem aufbrausenden Zorn über den vermeintlichen Irrtum seines Gegners, weckt ihn ein mahnendes Wort des Erzählers. Sofort begreift er die wirkliche Lage, entschuldigt sich und zieht sich zurück.

2.   Stilistik

 

2.1 Die Charakteristik der sprachlichen Gestaltung des Werks

``Die Novelle ist eine Ich- Erzählung, in der die erzählenden Personen jedoch eine unterge­ordnete, beobachtende Stellung einnimmt, so daß über weite Abschnitte hinweg der Ein­druck einer Er- Erzählung entsteht. Unterbrochen wird die auf dem Schiff spielende Hand­lung durch zwei eingeschobene Erzählungen, von denen die eine in der Erform, die andere in der Ichform vorgetragen wird. Durch diese Abwechslung in der Darbietungsweise erfährt die ``Schachnovelle`` eine besondere Auflockerung.

Die Novelle ist deutlich in zwei Teile geteilt. Den ersten bestimmt die Gestalt des Schachmeisters, den zweiten die des Dr.B.. Beide Teile zeigen einen ähnlichen, beinahe parallelen Aufbau. Nachdem das Interesse an der jeweiligen Hauptperson geweckt ist, wird seine Lebensgeschichte, wiedergegeben. Beide Teile unterscheiden sich durch den unter­schiedlichen Gebrauch der Erzählform, der Personen, der Zeiten, des Ortes und der Ent­wicklung. Der Hauptunterschied ist aber, daß der zweite Teil, durch das Gewicht des Inhalts und der Persönlichkeit des Dr.B. eine wesentliche Vertiefung und das Schachspiel durch die vorausgegangene Erhellung beider Gestalten eine fühlbare Verschärfung erfährt.``[2]

``Thema und Stil sind in einander in der ``Schachnovelle`` vollkommen angepaßt. Dem vor­dergründigen, z.T. vorgetäuschten psychologischen Interesse entspricht er durchaus, daß die Sprache bewußt sachlich und unpathetisch gehalten ist und sich weitgehend an die All­tagssprache anlehnt, dabei allerdings auch häufig versnobt wirkt. Verschiedentlich wurde auf die Kontraste vermeidende, nur leicht hervorhebende Technik der Betonung aufmerksam gemacht, die in der Gesamtcharakteristik der Personen wie auch in Einzelzügen angewandt wird. Ihr Merkmal ist die Zweiteilung der Aussage: eine sachliche Feststellung wird durch einen bildhaften Vergleich in ihre  Wirklichkeit verstärkt. Weit hergeholte Vergleiche und auffallend viele Fremdwörter, die sich nur z.T. als der Fachsprache zugehörig rechtfertigen lassen, sind nicht selten.``[3]



2.2 Die sprachliche Analyse einer typischen Passage

``Daß nun ein Weltmeister ein halbes Dutzend mittlerer oder unmittlerer Spieler mit der lin­ken Hand niederfegt, war an sich wenig erstaunlich; verdrießlich wirkte eigentlich auf uns alle nur die präpotente Art, mit der Czentovic es uns allzu deutlich fühlen ließ, daß er uns mit der linken Hand erledigte. Er warf jedesmal nur einen scheinbar flüchtigen Blick auf das Brett, sah an uns  so lässig vorbei, als ob wir selbst tote Holzfiguren wären, und diese impertinente Geste erinnerte unwillkürlich an die, mit der man einem räudigen Hund abgewendeten Blicks einen Brokken zuwirft.`` (Schachnovelle Seite 33/34)

``Der Ausschnitt ist im Prinzip so aufgebaut wie die Mehrzahl der Satzgefüge dieser Novelle.

Der sachlichen Feststellung folgt als Beispiel ein ins Bild gehobener Vergleich. Auffällig an diesem Zitat ist aber die Häufigkeit von Pronomen und Adverbien, die dem Ganzen, trotz einiger hervorstehender, schlagkräftiger Adjektive und bedeutungsgeladener Substantive das Flüssige, aber auch das Farblose der Alltagssprache geben. Dies ist ein Zug, der durch die ganze Novelle geht, selten aber so offensichtlich wie hier. Hervorgehoben werden muß neben der charakteristischen Neubildung ``unmittlerer`` das Adjektiv ``präporiert``, das hervorstechend das Überhebliche und zugleich Ungeistige Czentovics bezeichnet. Ebenso charakteristisch für die geringschätzige Art des Weltmeisters ist die Wendung ``mit der linken Hand``. Während der Vergleich mit dem räudigen Hund doch etwas zu weit gegriffen ist.``[4]

3.   Biographische Bezüge

 

3.1        Die Biographie des Autors

1881:         - Stefan Zweig wird am 28.11. als Sohn des Textilfabrikanten Moritz Zweig und

                    dessen Frau Ida, in Wien geboren

1887-1892:- Besuch der Volksschule   

1892-1900:- Schulbesuch des Maximiliangymnasiums in Wien

ab 1897:    - erste Veröffentlichungen von Gedichten

1900:         - nach dem Abitur, erste Reise nach Frankreich

1900-1904:- Studium an der Universität Wien in den Studienrichtungen Philosophie, Germa-

                    nistik und Romanistik

1901:         - erste Buchveröffentlichung unter dem Titel "Silberne Saiten", Gedichte

1902:         - Zweig verbringt das Sommersemester an der Universität Berlin

                  - erster Kontakt zum Schriftstellerkreis "Die Kommenden"

                  - Zweigs Übersetzungen der Gedichte Budelaires werden veröffentlicht

1904:         - Abschluß des Studiums mit einer Dissertation über Hippolyte Taine

                  - der erste Band mit Erzählungen erscheint: "Die Liebe der Erika Ewald"

                  - Begegnung mit Rilke und Rodin in Paris

1905:         - Monographie über Paul Verlaine wird veröffentlicht

1906:        - der zweite Gedichtsband erscheint: "Die frühen Kränze"

1907:        - Zweig zieht in die erste eigene Wohnung

                 - das Theaterstück "Tersites" wird veröffentlicht

1911:        - Reise in die USA, nach Kanada, Kuba und Puertorico

                 - der Erzählband "Erstes Erlebnis. Vier Novellen aus Kinderland" erscheint

1914:        - Zweig meldet sich bei Kriegsausbruch freiwillig zum Militär

                 - Mitarbeit an diversen Propagandaschriften des Krieges

1918:        - Premiere des Theaterstücks "Jeremias" am neuen Stadttheater in Zürich

 - Uraufführung des Theaterstücks "Legende eines Lebens" in Hamburg

 - Zweig übersetzt Romain Rollands Roman "Clerambault" und sein Theaterstück




   "Die Zeit wird kommen"

1920:        - Eheschließung mit Friderike von Winternitz

1924:        - Zweigs "Die gesammelten Gedichte" erscheinen

1926:        - Zweigs Vater stirbt

                 - das Theaterstück "Volpone", Zweigs erfolgreichstes Stück, erscheint als Buch

1927:        - der Novellenband "Verwirrung der Gefühle" erscheint, ebenso die "Sternstunden

                   der Menschheit"

1932:        - "Marie Antoinette. Bildnis eines mittleren Charakters" erscheint

1933:        - Bücherverbrennung der Nationalsozialisten, bei denen auch Zweigs Bücher

                   verbrannt werden

                 - in Deutschland dürfen seine Veröffentlichungen nicht mehr vertrieben werden

1934:        - Zweig siedelt nach einer polizeilichen Hausdurchsuchung, in seinem Salzburger

                   Haus nach London über

1936:        - in Wien erscheinen in zwei Bänden die gesammelten Erzählungen Zweigs

1938:        - Tod von Zweigs Mutter

                 - Scheidung von Friderike

                 - Antrag Zweigs auf britische Staatsbürgerschaft

1939:        - Heirat mit Lotte Altmann

                 - Übersiedlung von London nach Bath

1940:        - Zweig und seine Frau werden britische Staatsbürger

1941:        - in einem kleinen, gemieteten Haus in Petropolis, bei Rio de Janeiro, entsteht die

                   Schachnovelle

1942:        - die Nachricht über die Ausweitung des Weltkriegs führt zu einer schlimmer

                   werdenden Depression

 - am 22.Februar Freitod von Lotte und Stefan Zweig

3.2        Die Stellung des Werkes in der Vita des Autors

Die genaue Stellung des Werkes in Zweigs Vita, ist nicht definierbar, jedoch kann man an­nehmen, daß das Werk, da es Zweigs letztes vor seinem Tode war, noch einmal etwas be­sonderes sein sollte. Dafür spricht, daß die ``Schachnovelle" einige Aspekte enthält, die in Zweigs vorangegangenen Novellen anders dargestellt wurden.

Einer dieser Aspekte ist, daß Zweig in dieser Novelle, weit weniger Wert auf Einzelheiten des Stils legte als auf den ungehemmten Fluß des Ganzen, ohne daß der Stil ungepflegt wäre. Auch die in früheren Werken Zweigs, kaum gebrauchten Fremdwörter, sind in der ``Schachnovelle`` nicht mehr so störend. Ebenfalls die Wendung von einem mehr lyrischen zu einem möglichst sachlichen Stil ist erkennbar.

4.   Bewertung

 

4.1        Die Bedeutung der Inhalte für das Leserpuplikum

4.1.1

In der ``Schachnovelle``, von Stefan Zweig, geht es, wie schon zu Beginn erwähnt, um zwei Themen. Zum einen die "Geistigkeit" und zum anderen die "Ungeistigkeit". Wenn man die beiden Themen einzeln und jedes für sich betrachtet, dann fällt einem wohl kaum ein anderes Werk ein, indem das Thema "Geistigkeit" oder das Thema "Ungeistigkeit" behandelt wird. Allerdings bilden die beiden Themen in dieser Novelle so etwas wie eine Einheit, denn sie laufen in- und nebeneinander her. Betrachtet man die Themen also zusammen, so wird in dieser Novelle auch das angesprochene, und zur Zeit der Entstehung der ``Schachnovelle`` aktuelle, Kriegsgeschehen thematisiert. Dargestellt wird dieses Geschehen durch die Person Dr.B's, denn der hat in der ``Schachnovelle`` am eigenen Leib erfahren müssen, wie rauh die Sitten, in Form der Gestapo, während des Krieges waren.

Dies ist dann wiederum ein Thema, daß mit Sicherheit keinen Einzelfall darstellt, da während des Krieges mehr als genug Menschen davon betroffen waren und auch in der heutigen Zeit gibt es noch Länder, in denen dieses Problem des Krieges und dessen Auswirkungen auf die Menschen aktuell ist.

4.1.2

Ich finde, daß über den sehr kompakt geschriebenen Inhalt der ``Schachnovelle``, ein guter Kontakt zum Leser gelingt. Dies hat zur Folge, daß eine Spannung entwickelt wird, die den Leser fesselt. Bei mir war es so ,daß ich, obwohl ich keine Ahnung vom Schach habe, schon nach den ersten gelesenen Seiten gespannt war, was denn wohl als nächstes kommen wird. Meiner Meinung nach ist es Zweig, durch die Trennung der Novelle in zwei miteinander verbundene Themen, sehr gut gelungen, auch den Schach unerfahrenen Leser zum unbedingten weiterlesen zu bewegen, da das Schachspiel zwar eine Zentrale Stellung einnimmt, aber bei weitem nicht alles ist, was die Novelle zu bieten hat. Mit dem ersten Auftritt Dr.B.'s, bekommt die Novelle nachmal einen besonderen Kick, denn man ist doch sehr gespannt, warum dieser Mann nicht alleine gegen Czentovic Schachspielen will. Ab dem Erzählen der Lebensgeschichte Dr.B.'s, bewirkt Zweig, daß sich der Leser mit den Umständen der Kriegsgefangenen auseinandersetzen muß, wodurch erneut Spannung erzeugt wird.



5.   Skizze eines produktorientierten Interpretationsansatzes

 

Mit dem schreiben der ``Schachnovelle`` hat sich Stefan Zweig gegen die Rechte, die die Menschen zu der Zeit, 1942, hatten aufgelehnt. Es war die Zeit, in der die Nationalsozialisten unter der Führung Hitlers, die Geschehnisse und die Rechte bestimmten. Zweig jedoch scheinen die gegebenen Rechte und die Geschehnisse, zu der Zeit, nicht gepaßt zu haben, denn die ``Schachnovelle`` ziehlt mit dem Geschehen um Dr.B., darauf ab, das was die Nationalsozialisten als normal bezeichneten, zu verurteilen. Dafür spricht auch, daß bereits Jahre vor dem erscheinen der ``Schachnovelle`` Werke Zweigs von den Nationalsozialisten verbrannt wurden. Zweig muß also auch schon in anderen Werken Kritik an den Machenschaften der Nationalsozialisten geübt haben, denn ansonsten wären seine Werke nicht verbrannt und von den Nationalsozialisten in Deutschland, 1933, verboten worden. Das Zweig ein Jahr nach dem Verbot seiner Werke in Deutschland, nach London übersiedelte, spricht dafür, daß er sich vielleicht in Salzburg nicht mehr so sicher fühlte, wie im Alliierten England. Die Situation, in der Dr.B. in der ``Schachnovelle`` steckte, nämlich in der Gefangenschaft der Gestapo, könnte auf ein mögliches Geschehen um Zweig abzielen, in das er geraten wäre, wenn er nicht nach London gezogen wäre.

``: die Geistigkeit wird nur äußerlich von der Ungeistigkeit besiegt. Mit diesem Problem behandelt Zweig eine der großen Fragen der Zeit. Zu allen Zeiten war es für einen geistigen Menschen, eine Idee schwer, sich gegen die Masse durchzusetzen; in einer Epoche gedrängter - vorwiegend politischer - Erschwernisse dennoch den geheimen Sieg zu zeigen, ist Zweigs Anliegen.``[5]

6.   Zusammenfassendes Urteil

 

Wie schon einmal unter 4.1.2 angedeutet, gefiel mir die ``Schachnovelle`` ausgesprochen gut. Dazu trug im besonderen Maße die schlichte und gut zu verstehende Sprache, in der die Novelle geschrieben ist, bei. Einmal angefangen das Werk zu lesen, war ich sofort so davon gefesselt, daß ich es bis zum allerletzten Buchstaben nicht mehr aus der Hand legte. Ein Aspekt, der auch sehr wichtig ist, ist die kompakte Schreibweise des Werkes. Man kommt beim lesen eigentlich nie aus dem Takt, da alles sehr flüssig und in fließenden Übergängen geschrieben ist. Zweig hat die ``Schachnovelle`` bis ins kleinste Detail genau ausgeklügelt, denn man hat nie das Gefühl etwas nicht verstanden zu haben oder etwas wichtiges überlesen zu haben. Es hängt einfach alles unzertrennlich zusammen.

Auch die bereits erwähnte Spannung, die, wie ich fand, von Anfang an die Novelle kennzeichnet, trägt zu einer sehr positiven Bewertung meinerseits bei. Man hat hier einfach nie das Gefühl, daß die Handlung künstlich in die Länge gezogen wird, es ist vielmehr alles recht knapp, dennoch sehr präzise geschrieben.

Auch die Handlung an sich ist mal etwas neues, denn wann geht es schon mal vordergründig ums Schachspielen?

Besonders das Geschehen um Dr.B., während seiner Haft, ist sehr Interessant und Spannend zugleich, denn nicht oft bekommt man so genau beschrieben wie die Nationalsozialisten versuchten ihren Gefangenen wichtige Informationen, auf eine solch psychologische Weise, zu entlocken.

Abschließend kann ich nur jedem Empfehlen die ``Schachnovelle`` mal zu lesen, denn sie ist, meiner Meinung nach, wirklich gut zu lesen und sie ist vorallem nicht zu lang und nicht zu kompliziert.



[1] Ingrid Lent: Seite 110

[2] Ingrid Lent: Seite 82f.

[3] Ingrid Lent: Seite 114

[4] Ingrid Lent: Seite 99

[5] Ingrid Lent: Seite 110

  Ingrid Lent: Das Novellenwerk Stefan Zweig. Eine Stil- und Typenuntersuchung.

  Inaugural-Dissertation zur Erlassung des Doktorgrades der Philosophischen Fakultät der Ludwig-Maximilians.Uni. München,1945










Haupt | Fügen Sie Referat | Kontakt | Impressum | Datenschutz







Neu artikel