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Romantik Semesterarbeit - LK Deutsch




Romantik Semesterarbeit - LK Deutsch



1. Überblick über die Grundzüge der Epoche der Romantik

Die Epoche der Romantik ist eine vielschichtige geistige und künstlerische, insbesondere literarische Strömung in Europa zwischen 1790 und 1830. Sie symbolisierte den geistigen Umbruch in Europa um 1800 und fungierte als Gegenbewegung zum Rationalismus der Aufklärung. Die Romantik versuchte die Kräfte des Gefühls, der Phantasie und des Unbewußten zu wecken. Der Begriff 'romantisch' stammt aus dem altfranzösischen (romanz in der Volkssprache) und ist seit 1650 als englisch 'romantic' nachgewiesen. Es bedeutete ursprünglich 'übertrieben zügellos, phantastisch', im Sprachgebrauch der Romantik selbst jedoch 'nicht klassisch, romanhaft, modern, interessant'. Die Romantik versuchte alle geistig-literarischen Strömungen aufzunehmen, die im 18. Jahrhundert in Widerspruch zum absolutistischen Staat und zum Rationalismus der Aufklärung gestanden haben.

Grundlegende Bedeutung hatten für die Romantik die Bestrebungen, die dem Bewußtsein noch nicht zugänglichen Bereiche der menschlichen Seele, der Geschichte und der Natur zu erfassen, um so eine Einheit von Bewußtem und Unterbewußtem, von Geist und Natur, Religion und Kunst zu erreichen. Novalis faßte dieses Programm in die Formel: 'Die Welt muß romantisiert werden. So findet man den ursprünglichen Sinn wieder Indem ich dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, romantisiere ich es '. Der Zentrale Begriff mit dem sich das romantische Denken unaufhörlich beschäftigte, war das Unendliche, die Entgrenzung des Irdisch-Bedingtem in Raum und Zeit. Zugrunde lag die Vorstellung, dass das Ich an der Unendlichkeit einer geistbestimmten Welt teilhat und dabei an der Bindung an das Endliche leidet. Immer wieder versuchte der Romantiker in die Bereiche des 'Unendlichen' vorzudringen oder Begrenzungen zu überwinden. Bevorzugte Themen waren daher der Blick in die Rätsel und unauslotbaren Abgründe der menschlichen Psyche, die Nachtseiten des Lebens, in das Unergründliche-Geheimnisvolle der Natur (symbolisiert in Novalis' 'blauer Blume') sowie der Ausbruch aus der bürgerlichen Gesellschaft, welcher häufig an der Problematik der künstlerischen Existenz dargestellt wurde. Aus allem resultierte eine Grundverfassung des Romantikers: die Sehnsucht in die Ferne (Italien, Orient, das Erdinnere) und Zeit (Verklärung des Mittelalters).

Die um die Wende des 18. zum 19. Jahrhunderts entstandene literarische und künstlerische Bewegung, war eine Reaktion auf die Ergebnisse der Französische Revolution sowie auf die Kapitalisierung und ihre sozialen Folgen. Die Epoche der Romantik bestimmte im wesentlichen das geistige Leben der ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts. In einigen Ländern, besonders in Deutschland, bestand ein Zusammenhang mit umfassenderen ideologischen und weltanschaulichen Tendenzen. Die Romantik wurde durch die Überwindung der feudalen und dem Sieg der kapitalistischen Gesellschaftsformation ausgelöst. Sie spiegelte den Zerfall der alten und die Herausbildung der neuen Verhältnisse wieder. Die Epoche sollte in gewisser Weise die Zurückweisung von Entfaltungsbestrebungen und die Vertiefung des Widerspruchs von Individuen und Gesellschaft sein. Die konkrete Gestalt der Epoche hing davon ab, in welchem Grade die jeweiligen Länder und Nationen vom Prozess der Kapitalisierung ergriffen waren oder von den Krisen überlebter, aber noch wirksamer Feudalverhältnisse erschüttert wurden.

In Frankreich nahm die Romantik von reaktionären Anhängern überholter Verhältnisse ihren Ausgang. Bei den Dichtern äußerten sich starke Tendenzen der Resignation und Innerlichkeit und es entwickelten sich im Geiste der Aufklärung Gedanken zum Verhältnis von Dichtung und Gesellschaft. In der Entwicklung des Dichters V. Hugos wurde der Durchbruch zu einer revolutionären Romantik vollzogen. Hugo sprach die Notwendigkeit eines revolutionären Sturzes der Klassengesellschaft als Voraussetzung für das Glück der Menschheit poetisch aus. In den süd- und osteuropäischen Ländern bildeten sich romantische Bewegungen im Zusammenhang mit den  Erschütterungen der alten feudalen Herrschaftsverhältnisse und den nationalen absolutistischen Befreiungsbewegungen aus. Die deutsche Romantik ist im starken Maße durch Komplexität und Widersprüchlichkeit gekennzeichnet. Nach 1800 entwickelten sich romantische Strömungen in sehr verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. So zum Beispiel in der bildenden Kunst, in der Musik, in Philosophie, Asthetik sowie Naturwissenschaften und Recht. Die Entwicklung der literarischen Romantik ist mit der Wirksamkeit mehrerer Schriftstellergruppen verbunden, die zu verschiedenen Zeiten auftraten und infolgedessen auf unterschiedliche geschichtliche Situationen reagierten.

Um 1797/98 bildeten sich verschiedene Literaturkreise  heraus, die die Frühromantik um 1799 begründeten. Anfangs gehörten die Frühromatiker zu jenem Teil der bürgerlichen Intelligenz, der die feudalständischen Verhältnisse ablehnte und für eine grundlegende Veränderung der Gesellschaft eintrat. Als sich jedoch ihre Hoffnungen auf eine Humanitäre Gesellschaft als illusionär erwiesen, distanzieren sie sich weitgehend von der gesellschaftlichen Gegenwart und richteten ihre Kritik gegen Kunstfeindlichkeit und Egoismus der bürgerlichen Schichten. Die von der historischen Entwicklung wieder erzwungene Hinwendung zur Wirklichkeit veranlaßte schließlich einige der führenden Frühromantiker, sich politisch den Kräften des Feudalismus und weltanschaulich der katholischen Religion und Kirche zuzuwenden. Damit wurde der Bruch mit grundlegenden Entwicklungslinien des bürgerlichen Humanismus und Realismus vollendet. Die kritischen Arbeiten der Frühromantiker, die in der Entwicklung der spätbürgerlichen Literatur wirksam wurden, waren jedoch bedeutender als die Dichtungen, die insbesondere J.L.Tiek und Novalis vertraten. Einen wesentlichen Beitrag zur deutschen Literaturentwicklung stellen die großen Übersetzungswerke durch A.W.Schlegel ('W.Shakespeares Dramen') und J.L.Tiek ('Don Quichote') dar.

Die Hochromantik stand weitgehend im Zeichen der nationalen Regenerationsbestre-bungen in der Periode von 1806 bis 1815. Sie ist Charakterisiert durch die Tendenz zur Überwindung von Subjektivismus und Individualismus und zur Herausbildung positiver Gemeinschaftsbeziehungen. Es bildeten sich verschiedene Literaturkreise zumeist romantischer Dichter und Ideologen. Die Dichterischen Schöpfungen litten stärker unter den tiefen weltanschaulichen Widersprüchen. Die Konfrontation von Kunst und Wirklichkeit offenbarte die unlösbare Problematik des romantischen Künstlers in der sich kapitalisierenden Gesellschaft. Aus dem Umfangreichen Schaffen ragen die Lyrik von C. Brentano und J. von Eichendorff sowie die Erzählprosa Eichendorffs und E.T.A. Hoffmanns hervor.

In der Spätromantik nach 1815 ließ abgesehen von Eichendorff und Hoffmann die Produktivität stark nach. Im Bereich der Unterhaltungs- und Trivialliteratur herrschte die Romantik noch eine Reihe von Jahren nahezu unumschränkt. Die kulturhistorische Bedeutung der Romantik besteht vor allem darin, dass sie den Verlust der Ideale und Illusionen der bürgerlichen Aufstiegsepoche und die mit der Entwicklung bürgerliche-kapitalistischer Verhältnisse sich zuspitzenden Widersprüche reflektiere und bewußt machte. Ihre positiven Leistungen bestehen insbesondere im scharfsichtigen Signalisieren neuer gesellschaftlicher Widersprüche. Die Epoche der Romantik schärfte den Blick für die historische Bedingtheit der gesellschaftlichen Erscheinungen und lenkte das Interesse auf die Erforschung der Außerungen des Volkslebens. Im Großen und Ganzen war die deutsche Romantik sehr einflußreich und bis in unsere Jahre wirksam. Sie blieb jedoch eine problematische Bewegung, die weltliterarisch, abgesehen von den theoretischen Anregungen und Erzählwerken E.T.A. Hoffmanns, keinen nennenswerten Erfolg hatte. In den anderen europäischen Ländern übten die nationalen Romantiker zum überwiegenden Teil eine positive Funktion aus und brachten Leistungen hervor, die in die Weltliteratur eingingen.

2. Biographie von  E.T.A. Hoffmann



1776                Am 24.01. wurde Ernst Theodor Amadeus Hoffmann in Königsberg bei Kaliningrad geboren und auf diesen Namen am 02.02. getauft. Seine Heimatstadt war das Zentrum des nicht zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen gehörende Ostpreußen, des autonomen Gebiets der Hohenzollern. Königsberg war ein Sammelbecken verschiedener Nationalitäten. Auch in der Hoffmannschen Familie gab es polnische und ungarische Vorfahren.

Die Berufstradition der Familie Hoffmann wies die männlichen Familienmitglieder vorrangig als Advokaten, Justiz- und Kriminalräte aus.

1778                Hoffmanns Vater Christoph Ludwig fungierte als Anwalt am preußischen Hofgericht in Königsberg. Er hatte seine Cousine Luvisa Albertina Doerffer geheiratet, eine kränkliche, kontaktscheue und zur Hysterie neigende Frau. Nach zwölf Jahren unglücklich verlaufener Ehe reichten die Eltern des gerade 2 Jahre alten Ernst Hoffmann die Ehescheidung ein. Daraufhin siedelte er mit seiner Mutter ins Haus der Großeltern über, wo er in einer Atmosphäre familiärer Geborgenheit aufwachsen konnte.

1782/92          Der Vater ging später als Kriminalrat nach Insterburg und nahm den älteren der beiden noch lebenden Söhne mit. Ernst Hoffmann besuchte in dieser Zeit die reformierte Burgschule in Königsberg. Er wuchs in einer von Frömmigkeit geprägten Atmosphäre des Hauses mit überkommenen Moralgrundsätzen auf, die bedrückend für ihn gewesen sein muss. Die oft durchgeführten Hauskonzerte durchbrachen aber die augenscheinliche Ereignislosigkeit im Leben des jungen Ernst Hoffmann. Er begeisterte sich für das Reich der Musik und erwarb seine Sachkenntnis bald durch Musikunterricht.

1786                Trotz des sich in ihm bildenden Zwiespalt des sehnsüchtigen Schwärmens und des entlarvenden Sarkasmus gewann er einen Freund, dem er sich Rückhaltlos anvertrauen konnte und dem er seine ganze Neigung zuwandte: Theodor Gottlieb von Hippel, einen mutterlosen Pfarrerssohn. Neben Theodor Gottlieb hatte er nur wenig andere Freunde, und dies waren zumeist Kunstinteressierte.

1790                Auf Anraten des Rektors der Burgschule erhielt Hoffmann Mal- und Zeichenunterricht sowie Klavier-, Orgel- und Geigenunterricht bzw. Lektionen in Musiktheorie. Allmählich rückte eine Berufsperspektive in den Mittelpunkt des Interesses, jedoch nicht nur bei Hoffmann.

1792                Der gestrenge Familienrat entschied die Familientradition fortzusetzen und das Hoffmann Jurist werden müsse. Hoffmann selbst nahm ohne Widerstreben am 27. März 1792 ein Studium der Rechte an der Königsberger Universität auf. In seinem Studium zeigte er sich fleißig, doch sein eigentliches Interesse blieb der Kunst vorbehalten.

1794                Neben seinem Studium gab Hoffmann Musikunterricht, und damals erfaßte ihn die erste wirkliche Liebe seines Lebens. Er verliebte sich in eine seiner Gesangsschülerinnen, die 28jährige Dora Hatt, welche in unglücklicher Ehe mit einem alten Weinhändler zusammenlebte.

1795                In dieser Zeit entstanden die zwei als verschollen geltenden Romane 'Cornaro, Memoiren des Grafen Julius von S.' und 'Der Geheimnisvolle'. Hoffmann erlebte die Aufführung von Mozarts 'Don Giovanni' und laß viel Lektüre von Shakespeare, Jean Paul, Sterne, Smollet und Rouseau. Im Juli 1795 beendete er sein Studium und legte erfolgreich das Regierungsauskultator-Examen ab. Danach war er als Beisitzer am Königsberger Obergericht angestellt, was die der Kunst vorbehaltene Zeit noch mehr einschränkte.

1796                Im März des Jahres 1796 starb seine Mutter plötzlich an Schlagfluß. Anfang Juni reiste Hoffmann auf Anraten seiner Familie in das oberschlesische Glogau zu seinem Onkel Johann Ludwig Doerffer, welcher als Rat am Obergericht tätig war. Dort lernte er den Maler Aloys Molinary kennen.

1797                Auch den Finanz- und Zollbeamten Johann Samuel Hampe, der ebenfalls die Musik liebte, lernte er in Glogau kennen. Eine Freundschaft die dauerhaft und wichtig werden sollte. Am 24.04. starb sein Vater in Insterburg. Das Verhältnis zwischen Hoffmann und Dora war nach einem Besuch in Königsberg unversehens zu Ende.

1798                Im Januar des darauffolgenden Jahres verlobte er sich mit der Tochter des Onkels, seiner Cousine Minna Doerffer. Am 20.06. hatte er mittlerweile sein zweites juristisches Examen erfolgreich bestanden. Im August wurde er an das Berliner Kammergericht versetzt.

1800                Dort angelangt in Berlin entstanden das Singspiel 'Die Maske' und er traf seinen alten Schulfreund Hippel wieder. Am 27.03. bestand er sein drittes juristisches Examen mit Auszeichnung und wurde im Mai zum Assessor am Obergericht in Posen ernannt, wo er im Frühsommer ankam. Seit Sommer war er dort oft zu Gast im Hause des Regierungsrats Johann Ludwig Schwarz, einem Literaturenthusiasten mit einer gleichfalls literarisch gebildeten Frau.

1801                Fast ein Jahr nach der Ankunft vollzog er dort die Komposition und Aufführung des Singspiels 'Scherz, List und Rache'.

1802                Im Februar des Jahres 1802 zeichnete und verteilte Hoffmann Karikaturen  von Posener Militärs und Beamten, was seine Strafversetzung nach Plock zur Folge hatte. Mit der Lösung des Verlöbnisses zu der Berliner Cousine und der Heirat der 22jährigen Michaelina Rorer Trzcinksa am 26. Juli beschwor Hoffmann selbstredend wieder die Entrüstung der Verwandtschaft herauf. Er gab jene Karriere, die ihn dank der Protektion des Onkels wohl erwartet hätte, preis. Im Sommer machte sich Hoffmann begleitet von Michaelina auf den Weg zu seinem Verbannungsort. 

1803                Während des Wiederausbruchs des Krieges mit England verfasste er eine Abfassung des 'Schreibens eines Klostergeistlichen an seinem Freund in der Hauptstadt'. Mehr denn je versuchte er jetzt in der Einöde der Verbannung im Alkohol Vergessen.

1804                Vom 24.01 bis zum 15.02. verweilte Hoffmann ein letztes Mal in Königsberg und erfuhr vom Tod seiner ehemals Verlobten Dora Hatt. Im Februar/März wurde er als Regierungsrat nach Warschau versetzt. Dort machte er Bekanntschaft mit den Schriften romantischer Schriftsteller. Hoffmann schloss in jener Zeit neue, wichtige Bekanntschaften. Ein besonders vertrauter Freund wurde ihm der jüdische Amtskollege Julius Eduard Itzig. Für ihn bestand das Reich der Romantik in der Musik, speziell in der Haydns, Mozarts und Beethovens. Im Dezember veröffentlichte er das Singspiel 'Die lustigen Musikanten'.

1805                Ein halbes Jahr später nahm er das Amt als zweiter Vorsteher und Zensor bei der 'Musikalischen Gesellschaft' ein. Im Juli folgte die Geburt seiner Tochter Cäcilia, die sein einziges Kind sein sollte. Weiterhin entstanden in diesem Jahr eine Sinfonie Es-Dur, eine Messe in d-Moll und Hoffmann begann mit einer Oper. Die Erfolge des Musikschaffenden waren jedoch mehr als bescheiden.




1806                Hoffmann beteiligte sich an der Ausgestaltung des Musikalischen Palais und dirigierte zur Einweihung dessen das Orchester, welches er seitdem leitete. Mit dem Einmarsch der französischen Armee in Warschau und der Niederlage Preußens bei Jena folgte die Auflösung der preußische Behörden, so dass Hoffmann seine Stellung als Regierungsrat verlor. 

1807                Hoffmann mußte sich ab nun um seine Existenz sorgen. Er versuchte bei Musikverlagen, im Theater, als Komponist und als Porträtmaler sein Auskommen zu finden. Im August erfuhrt er, dass seine kleine Tochter in Posen gestorben ist und seine Frau todkrank sei. Hoffmann rutschte in die Armut ab und lebt nur noch von der Hilfe seiner Freunde.

1808                Mitte April des Jahres erfolgte seine Berufung als Musikdirektor an das Bamberger Theater, wo er am 01.09. eintraf. Während dieser Zeit, zu Beginn der Befreiungskriege der europäischen Völker, wirkte er am Bamberger Theater, legte jedoch am 26.10. sein Amt als Orchesterleiter nieder.

1810                Im Jahr davor erschien seine Novelle 'Ritter Gluck' in der 'Allgemeinen Musikalische Zeitung', deren Mitarbeiter Hoffmann kurzzeitig wurde. Er bekam die Chance sich künstlerisch frei zu betätigen und war wieder rege am Theatergeschehen beteiligt. Nebenbei gab er Musikunterricht und verliebte sich in seine Gesangsschülerin Julie Mark. Im Julie erschien seine Rezension über die 5. Sinfonie Beethovens in der AMZ. (Entstehung von 'Johannes Kreisler, des Kapellmeisters musikalische Leiden')

1811                Nach seiner Reise nach Bayreuth zu Besuch des Schriftstellers Jean Pauls im März, erschien im August des darauffolgenden Jahres der Aufsatz 'Über die Aufführung der Schauspiele des Caldéron de la Barca auf dem Theater in Bamberg'. Vom 19.09. - 24.09 erfolgte die Niederschrift des 'Don Juan'.

1813/17          In der Zeit der Befreiungskriege entstanden viele seiner Werke. Hoffmann wurde Zeuge der Schlacht bei Dresden und reiste nach Leipzig. Er stellte den Antrag auf Rückkehr in den Staatsdienst und fing so wieder an am Kammergericht in Berlin zu arbeiten. Viele seiner Niederschriften wurden veröffentlicht und es folgten Aufführungen von seien Opern. Im Jahr 1816 wurde er zum Kammergerichts-rat ernannt und wurde Mitglied des Kriminalsenats.

1818/19          Noch immer entstanden fünf bis sechs Niederschriften und Werke pro Jahr, doch im Frühjahr dieses Jahres folgte eine schwere Erkrankung Hoffmanns. Im Sommer des Jahres 1919 unternahm Hoffmann eine Erhohlungsreise ins Riesengebirge. Am 01.10. wurde er Mitglied der 'Immediat-Untersuchungs-Kommission'.

1822                Die im Jahre 1821 entstandenen Manuskripte des 'Meiste Floh', welche an den Verleger Wilmans in Frankfurt gerichtet waren, wurden beschlagnahmt. Hoffmann erkrankte am 18.01. letztmalig schwer und wurde am 22.02. vernommen. Er diktierte seine Verteidigungsschrift und den Schluss von 'Meister Floh'. Am 26.03 machte er sein Testament, worauf bald seine völlige Lähmung eintrat. Am 25.06 1822 starb E.T.A. Hoffmann in Berlin.

3. Gedichtsinterpretation

   Entschluß

Sie kommt in diese stillen Gründe,
Ich wag' es heut mit kühnem Mut.
Was soll ich beben vor dem Kinde,
das niemand was zu Leide tut?

Es grüßen alle sie so gerne,
Ich geh vorbei und wag es nicht;
Und zu dem allerschönsten Sterne
Erheb' ich nie mein Angesicht.

Die Blumen,die nach ihr sich beugen,
Die Vögel mit dem Lustgesang,
Sie dürfen Liebe ihr bezeugen:
Warum ist mir allein so bang?

Dem Himmel hab' ich oft geklaget
In langen Nächten bitterlich;
Und habe nie vor ihr gewaget
Das eine Wort: Ich liebe dich!

Ich will mich lagern unterm Baume,
Da wandelt täglich sie vorbei;
Dann will ich reden als im Traume,
Wie sie mein süßes Leben sei.



Ich will- owehe! welches Schrecken!

Sie kommt heran, sie wird mich sehn;

Ich will mich in den Busch verstecken,

Da seh' ich sie vorübergehn.

        E.T.A. Hoffmann 1815

Bei diesem zu interpretierendem Werk, handelt es sich um ein Werk des Romantikers und Schriftstellers E.T.A. Hoffmann. Es ist eines seiner wenigen jemals verfaßten Gedichte und stammt aus seiner Schaffenszeit, dem Jahre 1815. Das Gedicht 'Entschluß' stammt aus der Epoche der Romantik und soll wie viele Gedichte und Literaturwerke dieser Zeit die Gedankengänge der menschlichen Seele und das Unterbewußtsein darlegen. Das Gedicht versucht Einblick zu geben, in die unauslot-baren Abgründe und Rätsel der menschlichen Psyche. Diese Art der Themenwahl, hinsichtlich dieses Gedichts, ist typisch für das Zeitalter der Romantik, wo doch Themen wie die menschliche Psyche und die Nachtseiten des Lebens beliebte Literaturstoffe waren. Der Mensch, seine Assoziationen und seine Gefühle stehen im Vordergrund der Poesien und Gedichte Hoffmanns.

Mein erster Eindruck von diesem Gedicht war durchweg positiv. Die unkomplizierte Verständlichkeit und die sofortige Erkennung der Themenstruktur, haben mich unter anderem dazu bewegt dieses Werk auszuwählen. Außerdem wird in diesem Gedicht eine Problematik beschrieben, mit der sich wahrscheinliche jeder identifizieren kann. Das Gedicht 'Entschluß' behandelt die Unschlüssigkeit, den fehlenden Mut und das unzureichende Selbstvertrauen eines Menschen in Bezug auf die Liebe und schildert die inneren Gedankengänge einer verliebten Person. Es handelt sich meiner Ansicht nach um einen verliebten jungen Mann, welcher eine junge Frau oder ein Mädchen schon seit längerem kennt aber noch nie angesprochen hat. Aus dem Gedicht ist zu entnehmen, dass er sie verehrt und heimlich liebt. Alle Menschen in seiner Umgebung sprechen sie an und unterhalten sich mit ihr, nur er getraut sich nicht sie anzusprechen oder ihr gar in die Augen zu blicken. Das Gedicht macht deutlich wie sich 'die ganze Welt' nach ihr umdreht und sie praktisch bewundert. Doch der Jüngling ist im Gegensatz zum Rest der Welt unfähig ihr seine Liebe zu bezeugen, denn er ist richtig verliebt. Der Schmerz der Liebe wird für ihn immer deutlicher und er erkennt, dass er unfähig ist sie anzusprechen. Aus diesem Grund zieht er es vor ihr heimlicher Verehrer zu bleiben und träumt von ihrer Liebe. Ich denke jeder hat schon einmal heimlich jemanden verehrt, ihn aber erst sehr viel später oder gar nicht darauf angesprochen. Mir persönlich ging es mitunter schon einmal genauso, und ich gehe davon aus, dass niemand davor gefeilt ist dem Liebeskummer unterlegen zu sein.

In der ersten Strophe begegnet man dem jungen Mann mit neuem Tatendrang. Er faßt den Entschluß und sagt sich 'Ich wag' es heut mit kühnem Mut', und meint damit ein ersehntes Treffen mit der Frau, die er verehrt. Dieser spielt seine Angst vor einer möglichen Begegnung mit ihr herunter und versucht ruhig zu bleiben. Er stellt sich rhetorisch die Frage, warum er Angst haben solle vor einem Wesen wie ihr, dass niemanden etwas zuleide tut und versucht den Kampf gegen seine eigene Unsicherheit und sein fehlendes Selbstvertrauen zu gewinnen. Die 'stillen Gründe', in der er sie zu treffen erhofft, stehen, wenn sie überhaupt eine Interpretatorische Bedeutung haben, für die Ruhe und Ausgeglichenheit die er sich einredet. Der Jüngling erkennt selber den Gegenstand seiner Unfähigkeit, ihr ohne Angst zu begegnen. Doch es scheint selbst für ihn paradox, dass er einfach nicht in der Lage ist, sich mit ihr zu unterhalten, obwohl alle sie so gerne grüßen. Er hat Angst davor, ihr direkt in die Augen zu schauen und meint metaphorisch '[]zu dem allerschönsten Sterne Erheb' ich nie mein Angesicht[]'. In der dritten Strophe des Gedichtes wird vermehrt deutlich, von welcher unglaublichen Schönheit diese Frau sein muss. Sogar das Tierreich und die Pflanzenwelt rufen ihr hinterher und verbeugen sich vor ihr. Die Blumen und die Vögel stehen symbolhaft für die ganze Welt und zeigen, dass die Schönheit dieses jungen Mädchens alle Auffassungen der Asthetik in sich vereint. In den Augen des Verehrers sind alle mit Ausnahme von ihm dazu befähigt, ihr ihre Liebe zu bezeugen. Wieder stellt er sich eine rhetorische Frage, warum ihm alleine so bang sei. In der vierten Strophe erreicht seine Wehmut und Klagetrauer meiner Ansicht nach ihren Höhepunkt. Rückblickend auf all die Abende die er klagend und von Liebeskummer zerstört verbracht hat, fällt ihm schlagartig auf, dass er es ja nie gewagt die drei entscheidenden Worte 'Ich liebe dich' in ihrer Gegenwart auszusprechen. Diese Erkenntnis beflügelt ihn unter dem Motto: 'Ein Versuch kann ja nicht schaden.' und so faßt er den Entschluß auf sie zu warten. Er knüpft in der fünften Strophe mit dem Gesagtem aus der ersten an, so dass die drei Strophen dazwischen einen gedanklichen Faden bilden. Dieses Mal beschließt er, auch in der Realität und nicht nur im Traum, zu ihr zu sprechen. Doch als er sie, nach wahrscheinlich langem Warten, endlich von seinem Lagerplatz aus erblickt, schwindet all seine Tatkraft und Mut. Als würde ihm der Leibhaftige begegnen, fährt ihm ein Schrecken in die Glieder. Anstatt sich der Konfrontation zu stellen, weicht er nach gewohntem Verhaltensmuster aus und versteckt sich. Mittlerweile ist er an einem Punkt angelangt, wo er sich in seiner Traumwelt besser zurechtfindet als in der Wirklichkeit. Er versteckt sich hinter irgend einem Busch und erfreut sich, als diese anmutige Gestalt an ihm vorübergeht. Nun hat er sich wieder nicht getraut sie anzusprechen und es wird von für ihn, meiner Ansicht nach von einem mal zum anderen immer schwieriger, die Angst vor einem Versagen zu überwinden.

Es handelt sich bei dem 'Entschluß' um ein sechsstrophiges Gedicht mit jeweils vier Versen pro Strophe. Dieses Werk läßt sich zur Erlebnis- und Stimmungslyrik zählen, welche durch reale oder traumhafte persönliche Erlebnisse, besonders zu den Themen Natur und Liebe gestaltet ist. Die metrische und rhythmische Struktur der Verse läßt sich folgendermaßen einteilen. Es handelt sich bei den einzelnen Strophen um sogenannte Kreuzreime (abab Form). Das gängige Metrum in diesem Gedicht wird meiner Ansicht nach von einem jambischen Versmaß bestimmt, dem sogenannten Alexandriner mit sechsfüßiger Mittelzäsur. Die Pausen und die Klangfarbe der rhythmisch bewegten Verszeilen ist von durchschnittlich gleicher Länge. Das Wortmaterial und die Sprachebene sind umgangssprachlich und emotionsgeladen. Bei den Stilmitteln stechen vor allem die spärlichen Metaphern und Symbole wie '[]zu den allerschönsten Sternen []' und 'Die Blumen [] Die Vögel []' hervor. Der Ausruf 'soll ich beben vor dem Kinde' kommt einer Antithese gleich. Durchweg ist das Gedicht von Hyberbatons gekennzeichnet, denn oft verwendet der Dichter Satzstellungen, wie 'Die Blumen, die nach ihr sich beugen,' die vom normalen Satzbau abweichen.

Die geschilderte Problematik des Gedichtes ist meiner Auffassung nach für jeden nachvollziehbar. Jeder hat schon einmal Hemmungen gehabt fremde Personen auf offener Straße einfach anzusprechen. Es herrscht ein Gefühl der Verunsicherung, weil man oft nicht weiß wie der andere auf einen reagiert. Doch normalerweise überwindet man sich und merkt, dass es gar nicht so schlimm ist fremde Personen anzusprechen. Wenn man verliebt ist, dann wird dieses Gefühl verstärkt. Denn in diesem Moment legt man Wert auf die Meinung des Anderen und erhofft sich etwas von dem Gespräch. Man ist automatisch verunsichert und würde in einigen Situationen sprichwörtlich lieber im Erdboden versinken. Normalerweise hat man diese Ehrfurcht vor Dialogen und Auseinandersetzungen nur im frühen Jugendalter. Denn mit der Zeit kann man auf eine gewisse Menschenkenntnis bauen und gewinnt an Sicherheit im Umgang mit anderen Menschen. Bei einigen Menschen fehlt, wie hier das Gedicht zeigt, selbst im Erwachsenenalter das nötige Vertrauen in sich selbst. Dieser Prozess der Selbstentwicklung vollzieht sich bei jedem auf anderem Wege und niemand ist vor der Liebe gefeilt. Doch meiner Ansicht nach kann man diesem Phänomen durch eine gesunde Portion Selbstvertrauen und Arroganz entgegentreten. 

Wortzahl: 3.850

Literaturverzeichnis:    1. Meyers neues Lexikon, Bibliographisches Institut Leipzig, Heinz Götzel

                                       2. Schülerduden Die Literatur, Meyers Lexikonred. BI-Leipzig

3. E.T.A. Hoffmann, v. Marianne Beese, Bibliographisches Institut Leipzig

                                       4. BI Schriftstellerlexikon: Autoren aus aller Welt, Prof. Dr. Eva Kaufmann

                                       5. Meyers neues Lexikon, Bibliographisches Institut Leipzig, Heinz Götzel

                                       6. www.gutenberg.aol.de (Gedichtsammlungen)










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