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Joseph Roth - Roman Radetzkymarsch




Joseph Roth

Radetzkymarsch

Roman, Deutscher Taschenbuchverlag 1981

Der Autor:

Joseph Roth, eigentlich Moses Joseph Roth wird 1894 als Sohn eines jüdischen Holz- und Getreidehändlers im galizianischen Brody bei Lemberg geboren. Er studiert Philosophie und Germanistik in Lemberg (1913) und Wien (1914), bis der 1. Weltkrieg ausbricht. Er nimmt zunächst als Feldwebel, später als Mitarbeiter des Pressedienstes an den Kämpfen der Ostfront teil. In dieser Zeit muss er alle jene militärischen Erfahrungen gesammelt haben, die im Laufe seines Schriftstellerlebens immer wieder in seinen Büchern aufscheinen und die die altösterreichische Patina treffen, wie wir sie nur selten in den Werken anderer finden. 1918 kehrt er nach Wien zurück und wurde ein Jahr später Beiträger der linksliberalen Tageszeitung "Neuer Tag". Nach seiner Übersiedlung nach Berlin 1920 heiratet er 1922 im Alter von 28 Jahren Friedericke Reichler. 1923 kehrt er nach Wien zurück. 1928, dem Jahr des Beginns einer intensiven Freundschaft mit Stefan Zweig, wurde Roths Frau wegen fortschreitender Schizophrenie in eine Pflegeanstalt eingewiesen, wo man sie 1940 im Rahmen Euthanasieprogramms der Nationalsozialisten ermordete. Seit 1931 ist er freier Schriftsteller (12 Romane, Essays und etwa 1000 Zeitungsartikel). 1933 emigriert er nach Paris, wo er am 27. Mai 1939 45-jährig im Armenhospital stirbt.



Werke:

1.     Der Leviathan

2.     Die Flucht ohne Ende, Roman, 1927.

3.     Hotel Savoy, Roman.

4.     Hiob Roman, 1930.

5.     Rebellion, Roman.

6.     Radetzkymarsch, Roman, 1932.

1993 verfilmt in Steinhof (hist. Hintergrund), Regisseur Conti ('An Roth sollte man sich nur auf Zehenspitzen heran wagen'), mit Max v. Sydeny

7.     Die Kapuzinergruft 1938: Die Fortsetzung des Romans "Radetzkymarsch" schildert das Leben eines Trotta-Nachfahren zur Zeit der Ersten Republik.

8.     Die Beichte eines Mörders, Roman, 1936.

9.     Die Geschichte von der 1002. Nacht, Roman, 1939

Das Werk:

In seinem Hauptwerk "Radetzkymarsch" beschreibt Joseph Roth den Untergang der österreichischen Monarchie. Die Hauptperson ist Leutnant Carl Joseph von Trotta, der Enkel des Helden von Solferino, der das Leben nicht meistert und schließlich im 1. Weltkrieg an der Ostfront stirbt.

·       Ort: Altösterreich (Stadt W. im Inneren Österreichs, Mähren, an der Grenze zu Russland)

·       Erzählte Zeit: 3 Generationen der Trottas oder Lebensdauer des Kaisers Franz Joseph

·       Gattung: Generationsroman in 3 Teilen

·       Sprachform: variiert je nach Situation, Person, Stimmung
Joseph Roth bedient sich einer eher einfachen Sprache

Inhaltsangabe:




In der Schlacht von Solferino rettet der Leutnant Trotta dem Kaiser das Leben. Trotta wird zum Hauptmann befördert, mit dem Maria-Theresien Orden ausgezeichnet und geadelt. Als er ein Lesebuch seines Sohnes in die Hand bekommt, muss er mit Entsetzen feststellen, dass seine Heldentat falsch unterrichtet wird. Er beschwert sich beim Kaiser und schlussendlich wird der Name Trotta aus dem Lesebuch gestrichen. Nach dem Tod von Joseph Trotta wird sein Sohn Baron Franz von Trotta und Sipolje Bezirkshauptmann in Schlesien. Sein Sohn, Carl Joseph von Trotta, kam in die Kavalleriekadettenschule von Mährisch-Weißkirchen. Als die Frau des Wachtmeisters Slama, die ihn als fünfzehnjährigen Kadettenschüler verführte, an einer Geburt stirbt, schreibt er sich die Schuld an ihrem Tod zu. Diese Schuldgefühle verstärken sich, als sein einziger Freund, der jüdische Regimentsarzt Dr. Demant, bei einem Duell ums Leben kommt. Trotta hatte die leichtlebige Frau seines Freundes lediglich nach dem Theater nach Hause begleitet, worauf Demant von einem Regimentskameraden ausgelacht worden war und Genugtuung verlangen 'musste".  Carl Joseph wird zum Jägerbatallion an der nordöstlichen Grenze zwischen Österreich und Russland versetzt. Unfähig, sich von seinen Schuldgefühlen und Todesahnungen zu befreien, wird Carl Joseph vom Alkohol abhängig und verstrickt sich in Schulden. Die Nachricht von der Ermordung des Thronfolgerpaares trifft bei Trottas Regiment ein, als ein Sommerfest im Gange ist. Carl Joseph verlässt die Armee und wird Landaufseher beim polnischen Grafen Chojnicki. Bei Kriegsausbruch zur Armee zurückgekehrt, kommt er im Geschosshagel ums Leben, als er für die Soldaten seines Zuges Wasser holen will.

Zeitgeschichtlicher Hintergrund:

Es gibt kein genaues Datum für das Ende der Donaumonarchie. Viele Gründe führten zum Ersten Weltkrieg, aber einer der wichtigsten ist wohl der Nationalismus.

Anlass für den 1. Weltkrieg ist die Ermordung des Thronfolgerpaares Franz Ferdinand und seiner Gemahlin durch serbisch-bosnische Studenten in Sarajewo. Diese Ermordung war ein Aufschrei nach Freiheit des bosnischen Volkes, das in der österreichisch-ungarischen Monarchie eine nicht beachtete Minderheit darstellte.

Nach diesem Attentat stellte Österreich den Serben ein Ultimatum und am 28 Juli 1914 erfolgte die Kriegserklärung. Das war der Anfang vom Ende der Donaumonarchie.

Die Hauptursache für den 1. Weltkrieg in Österreich war der Nationalismus am Balkan. So wie auch die Ungarn Rechte zugestanden bekommen hatten, wollten die anderen Völker in der Monarchie auch mehr Rechte und Autonomie.

Erzähltechnik und Deutung:

Der Erzähler ist eine allwissende Drittperson, die vor allem die Familie Trotta beschreibt: beginnend mit dem Helden von Solferino, seinem Sohn Franz von Trotta und letztendlich dessen Sohn Carl Joseph, dem der Großteil des Romans gewidmet ist. Aber auch Kaiser Franz Joseph scheint teilweise als die vordergründige Person des Romans auf. Außerdem wird indirekt auch das Denken der Menschen zu dieser Zeit geschildert. Erster Widerstand gegen die Monarchie seitens einiger Volksgruppen und der Sozialdemokraten wird sichtbar.

Weiters weist der Erzähler auf Parallelen einzelner Situationen und Personen durch ähnliche Beschreibungen, z.B.: Stimmungsbeschreibungen, hin. So besteht eine starke Ahnlichkeit zwischen dem Bezirkshauptmann Trotta und dem Kaiser, sowohl im Aussehen als auch in der Denkweise. Gemeinsamkeiten sind auch bei verschiedenen Misserfolgen Carl Josephs zu bemerken. Immer wenn ihm eine neue Gefahr droht, befindet er sich in einem gewissen Zustand, der ihn den nächsten Schicksalsschlag schon vermuten lässt.

Die Erzähltechnik wandelt sich je nach Situation von objektiver Beobachtung bis zur Schilderung vom subjektiven Empfinden der Hauptpersonen.

Ein wichtiges Element dieses Romans ist- wie schon der Titel sagt- der Radetzkymarsch. Immer wieder kommen Carl Joseph dessen Klänge in den Sinn, nicht zuletzt kurz vor seinem Tod. Sie rufen in ihm die Sehnsucht an die gute alte Zeit hervor und symbolisieren den Höhepunkt der Monarchie. Ein Marsch, der voll von Optimismus und Siegessicherheit bei jedem Platzkonzert gespielt wurde. Er dürfte sich in der schwierigen Lage wahrscheinlich an den verlorengegangenen Stolz auf sein Vaterland erinnern. Carl Joseph selbst sieht im Radetzkymarsch einen Marsch, für den es sich zu sterben lohnt. (S.32)

Aber auch die Personen selbst haben Symbolcharakter. Unserer Meinung nach steht der Bezirkshauptmann für die Monarchie, Carl Joseph für die neue Denkweise, die an dessen Untergang mitschuld ist. Wie die Monarchie wandelt sich der Bezirkshauptmann im Laufe der Zeit: zuerst streng, genau und agil, dann aber im Bewusstsein des Untergangs weicht er von seinen Normen ab, wird alt und schwach.

Carl Joseph befindet sich im Konflikt: einerseits ist er dem Helden von Solferino ähnlich und will ihm würdig sein, andererseits hasst er aber das Militär und geht daran zugrunde. Außerdem wird seine Machtlosigkeit gegen das Schicksal anzukämpfen demonstriert. Obwohl Carl Joseph als Protektionskind des Kaisers besondere Behandlung geniest, erntet er Misserfolg um Misserfolg.

Das Scheitern der Familie Trotta fällt mit dem Scheitern der Monarchie zusammen.

Dieser Roman lässt uns in diese Zeit einblicken und gibt uns gleichzeitig die Antwort auf Ursachen des Untergangs der Monarchie.

Was uns besonders beeindruckt hat, ist das Verhältnis Vater-Sohn zu dieser Zeit. Ein Beispiel zu dieser Beziehung wollen wir nun in Form einer Leseprobe geben: S.29/30










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