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Berthold Brecht - Der kaukasische Kreidekreis


Der kaukasische Kreidekreis

Berthold Brecht

Autor:

 

Bethold Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren. Er lebte seit 1924 in Berlin und betätigte sich dort zunächst als Dramaturg bei Max Reinhardt, dann als freier Schriftsteller und Regisseur. 1933 emigrierte er aus Deutschland und lebte u. a. in der Schweiz, in Dänemark, Schweden, Finnland und in den USA. 1949 zog er wieder nach Ostberlin, wo er am 14. August 1956 starb. Berthold Brecht gehört zu den einflußreichsten Autoren des 20. Jhdt.

Einige Werke:

Die Dreigroschenoper (1928),

Mann ist Mann (1924-26),

Die Maßnahme (1929-30),

Herr Puntila und sein Knecht Matti (1940),

Der gute Mensch von Sezuan (1938-41)

Zum Werk:

 

Dieses Drama entstand 1944-45 in Santa Monica (USA), wurde 1948 in Amerika uraufgeführt und 1954 in einem Theater in Berlin zum ersten Mal in deutscher Sprache wiedergegeben.

Inhalt:

 

Rahmenhandlung:

In einem zerstörten kaukasischen Dorf findet ein Streitgespräch um ein Tal zwischen zwei Parteien statt. Der Kolchos "Galinsk" besaß es schon seit langer Zeit und hat das Gesetz auf seiner Seite. Er mußte jedoch in einem Krieg das Land aus Sicherheitsgründen verlassen. Der Kolchos "Rosa Luxemburg", kümmerte sich während des Krieges darum und verteidigte es. Er konnte es auch besser verwerten. Schließlich gibt der Kolchos "Galinsk" in einer freundschaftlichen Einigung nach und tritt das Tal ab. Danach erscheint ein Sänger und führt mit einigen Leuten ein Theaterstück auf: "Der Kreidekreis".

Binnenhandlung:

Der Sänger erzählt von der Stadt Nukha in Grusinien (dem heutigen Georgien). Dort erfährt man gerade, daß der Krieg in Persien hoffnungslos verloren ist und das schon ein Angriff auf Nukha erfolgt. Auch die Palastwache meutert. Die Gouverneursfrau, Natella Abaschwili, bereitet mit ihren Dienern eine Flucht vor - der Gouverneur selbst wurde bereits getötet. Sie kümmert sich dabei jedoch nur um ihre Kleider und Juwelen und vergißt in der Eile des Aufbruchs ihren Sohn Michael. Grusche Vachnadze, eine Dienstbotin, findet den Säugling und nimmt sich seiner an, obwohl dieser durch den Tod des Vaters nun rechtmäßiger Erbe des Reiches ist und deshalb von den Feinden gesucht wird. Bevor sie mit ihm aus der Stadt flieht, verlobt sie sich mir dem Soldaten Simon Chachava, der nun auch in den Krieg hineingezogen wird und kämpfen muß.

Auf ihrer Flucht nimmt sie viele Mühen und Strapazen auf sich, sodaß es Michael an nichts fehlt: Sie kauft Milch, kümmert sich um eine Bleibe in der Nacht und versteckt ihn vor feindlichen Soldaten. Nach einiger Zeit erreicht sie, schon krank und schwach, des Hof ihres Bruders Lavrenti Vachnadze, wo sie sich langsam erholt und längere Zeit bleibt. Um dem Kind eine Tarnung zu verschaffen, heiratet sie einen sterbenden Bauer, der jedoch wider Erwarten rasch gesund wird. Er verhält sich tyrannisch, doch Grusche muß, gebunden durch die Ehe, bei ihm bleiben. Eines Tages trifft sie Simon, ihren Verlobten, doch als dieser von Ehemann und Kind erfährt, verschwindet er wieder, ohne daß Grusche Zeit findet, ihm alles zu erklären. Gleichzeitig bringen Soldaten Michael weg, die um seine wahre Identität Bescheid wissen. Grusche wird zu einem Gericht gebracht, wo sie erfährt, dass der Angriff der Perser doch noch abgewehrt wurde und sie von Natella Abaschwili, der Gouverneursfrau, der Entführung Michaels, angeklagt wurde. Während des Prozesses gelingt es dem Richter Azdak nicht, Klarheit über die wahre Mutter Michaels zu erlangen. Er beschließt, die berühmte Probe mit dem Kreidekreis durchzuführen: Die Kontrahenten stellen sich in den Kreis und ergreifen je eine Hand des Kindes. Die richtige Mutter soll dabei die Kraft haben, das Kind herauszuziehen. Natella Abaschwili geht als Siegerin hervor, da Grusche Michael nicht verletzen will und ihn losläßt. Daraufhin wird er ihr zugesprochen, da Azdak nur ihr mütterliche Liebe zuerkennt.

Schließlich wird Grusche noch von ihrem Ehemann geschieden und sie versöhnt sich wieder mit Simon, der inzwischen die ganze Wahrheit erfahren hat.

Bezug Rahmenhandlung-Binnenhandlung:

 

In der Rahmenhandlung geht es in einem Streit um ein Land, in der Binnenhandlung um ein Kind. Der Kolchos "Galinsk", dem das Land dem Gesetz nach zusteht, ließ es in einer Notsituation zurück - wie Natella Abaschwili ihren Sohn. "Rosa Luxemburg" hingegen verteidigte das Tal und kann auch daraus mehr machen - entspricht Grusche in der Binnenhandlung. Schließlich "siegt" die Partei, bei der das Streitobjekt (Tal bzw. Kind) besser aufgehoben wäre ("Rosa Luxemburg" bzw. "Grusche").

Charaktere:

 

Grusche:

Sie ist mutig und uneigennützig, da sie sich trotz hoher Gefahr Michaels annimmt und ihn beschützt, wo immer sie kann. Obwohl sie auf ihrer Flucht immer schwächer wird und das Kind aufgrund von Teuerung kaum noch ernähren kann, hält sie durch. Sie ist fromm und ehrlich, was sie jedoch nicht daran hindert, aus Angst um Michael einen Soldaten niederzuschlagen.

Natella Abaschwili:

Sie ist die eigentliche Mutter Michaels. Zu Beginn fehlt es diesem an nichts. Er wird von allen beschützt und zwei Arzte sorgen ununterbrochen für seine Gesundheit. Als Nukha jedoch angegriffen wird und für Natella unmittelbare Gefahr besteht, sind ihr Kleider und Schmuck viel wichtiger.

Simon:

Anfangs wirkt er anständig und freundlich, was sich jedoch sprungartig ändert, als er davon erfährt, dass Grusche einen Bauern geheiratet hat. Ohne auf Erklärungen zu hören, läßt er seine Verlobte im Stich. Erst zum Schluß, nachdem Grusche schon geschieden ist, versöhnte er sich mit ihr.

Azdak:

Er war einst Dorfschreiber und wurde von betrunkenen Soldaten zum Richter in Nukha gemacht. Daher verfügt er auch über keine geeignete Ausbildung. Er ist ein Freund der Armen und bricht oft sogar Gesetze, um die Reichen zu schröpfen.

Stil:

 

Das Stück besteht aus sechs Kapiteln, wobei der erste Teil des Rahmens ein eigenes umfasst. Der Sänger erklärt zwischendurch und zu Beginn jedes Kapitels die Lage oder kommentiert das Geschehen in Form eines Gesanges. Sogar handelnde Personen tragen mitunter Lieder vor. Manchmal reden die Personen in einem Dialog mit ihrem Gesprächspartner in der dritten Person (z.B.: Ich verstehe den Herrn Soldaten nicht!). An einigen Stellen fällt auf, daß sich diese in Umgangssprache ausdrücken.

Zur "Probe mit dem Kreidekreis":

 

Diese sehr alte Sage stammt aus dem Chinesischen und liegt hier in veränderter Form vor. Im Original ist es die falsche und böse Mutter, die mit aller Gewalt versucht, das Kind zu sich zu ziehen, während es die echte, sorgende nicht übers Herz bringt, dem Kind Schmerzen zuzufügen. Bei Berthold Brechts Kreidekreis ist es genau umgekehrt. Dem angeborenen Recht der eigenen Verwandtschaft wird das durch Arbeit und Fürsorge erworbene Recht entgegengestellt.











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