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Proömium und Seesturm




Proömium und Seesturm von Manuela Schmid 7.B.

Ich besinge die Waffentaten und den Mann, der zunächst von Trojas Küsten als Flüchtling aufgrund des Fatums nach Italien kam und zum Gestade Laviniums; jener, der zu Lande und zu Wasser durch die Gewalt der Götter viel umhergeworfen wurde, wegen des unversöhnlichen Zorns der wilden Iuno und der auch viel im Krieg erlitt, bis er eine Stadt gründen konnte und seine Götter (Penaten) nach Latium bringen konnte, von da stammte das Geschlecht der Latiner und die Väter von Alba und die Mauer des hochragenden Roms. Muse, sage mir die Gründe, durch welche Verletzung des göttlichen Willens und worüber die Königin der Götter verbittert war, einen durch sein Pflichtbewußtsein ausgezeichneten Mann (er)zwang, so viele Schicksalsschläge (immer wieder) zu erdulden und so viele Mühen auf sich zu nehmen. Hegen die Himmlischen in ihrem Sinn so großen Zorn? Es war einmal eine alte Stadt, von tyrischen Siedlern bewohnt, Karthago, Italien gegenüber und weit gegenüber der Tiebermündung, reich an Schätzen und sehr grausam durch die Kriegslust; diese (Stadt) allein soll Iuno mehr geliebt haben als alle Länder, unter Zurücksetzung von Samus. Hier waren ihre Waffen, hier war ihr Streitwagen; daß diese Stadt die Herrschaft über die Völker habe, wenn es das Schicksal irgendwie zulassen würde, war schon damals Sinnen und Trachten der Göttin. Sie hatte aber gehört, daß ein Geschlecht aus trojanischem Blut herleite, das dereinst die tyrische Burgen zerstören wird; von hier werde ein Volk kommen, mit einem weiten Reich und stolz im Krieg, zu Libyens Untergang; so hätten es die Parcen bestimmt. Dies fürchtete die Tochter Saturns (Iuno) und gedachte des alten Krieges, den sie allen voran bei Troja für das teure Argos geführt hatte - und noch immer nicht waren die Gründe ihres Zorns und die argen Schmerzen aus ihrem Gedächtnis gewichen: tief im Herzen bleibt das Urteil des Paris, das Unrecht ihrer verschmähten Schönheit, das verhaßte Geschlecht und die Ehren des geraubten Ganymed: darüber erzürnt, hielt sie die über das ganze Meer verschlagenen Troer, die den Danaern und dem grausamen Achilles entkommen waren, fernab von Latium und sie irrten viele Jahre (lang) über alle Meere vom Fatum getrieben. So große Mühe kostete es das römische Geschlecht zu gründen. Kaum segelten sie, Sizilien aus den Augen verlierend, froh aufs hohe Meer (hinaus) und wühlten mit ehernen Bug den Gischt der Salzflut auf, da sprach Iuno die ewig offene Wunde tief in der Brust bewahrend folgendes bei sich: "Soll ich, geschlagen, von meinem Vorhaben ablassen und den König der Teukrer nicht von Italien fernhalten können? Freilich, das Fatum verbietet es mir. Pallas Athene konnte die Flotte der Argiver einäschern und sie selbst im Meer versenken, wegen der Schuld und der Raserei eines einziges, des Ajas, des Sohnes des Olieus? Sie selbst schleuderte das reißende Feuer Juppiters aus den Wolken, zerstörte die Schiffe und wühlte das Meer mit Winden auf, jenen, der aus durchbohrter Brust Flammen aushauchte, raffte sie mit einem Wirbelsturm weg und spießte ihn auf einer spitzen Klippe auf; aber ich, die ich als Königin der Götter einherschreite und als Schwester und Gattin Juppiters, ich führe mit einem einzigen Volk viele Jahre (lang) Krieg. Und wird irgend jemand in Hinkunft das göttlichen Walten der Iuno anbeten, oder wird demütig eine Ehrengabe auf ihre Altäre legen?" Solches überlegte die Göttin bei sich mit entflammten Herzen und kam in die Heimat der Regenwolken, in ein Gebiet, voll von wütenden (Süd)Winden, nach Aeolien. Hier hält König Aeolus in einer riesigen Höhle die (miteinander) kämpfenden Winde und die dröhnenden Gewitter durch seine Macht nieder und bändigt sie mit Fesseln und Kerker. Jene brausen empört mit großem Grollen des Berges um die Riegel; Aeolus sitzt auf der hohen Burg das Zepter haltend und besänftigt die Gemüter und mäßigt den Zorn. Täte er das nicht, würden sie freilich Meere, mehrere Länder und den hohen Himmel wild mit sich reißen und durch die Lüfte fegen; aber der allmächtige Vater hält diese in dunklen Höhlen versteckt, weil er das fürchtete, und hat oben darauf noch die Masse hoher Berge gesetzt, und ihnen einen König gegeben, der es verstand nach einer festgesetzten Abmachung auf Befehl die Zügel sowohl anzuziehen als auch locker zu lassen. An ihn richtete damals Iuno demütig bittend ihre folgenden Worte: "Aeolus (denn dir gewährte der Vater der Götter und König der Menschen die Flut zu besänftigen und durch Winde emporzuheben), ein mir feindliches Volk befährt das tyrrhenische Meer und trägt Troja und die besiegten Penaten nach Italien: jage den Winden Kraft ein und versenke die untergetauchten Schiffe, oder treibe sie auseinander und verstreue die Leiber auf dem Meer. Ich habe zweimal sieben Nymphen von hervorragendem Körper(bau): von denen ich die, die die Schönste an Gestalt ist, Deiopea, in dauerhafter Ehe mit dir verbinden werde und dir zueignen werde, damit sie für solche Verdienste mit dir all die Jahre verbringe und dich durch eine schöne Nachkommenschaft zum Vater mache." Aeolus aber antwortete: "Es ist deine Arbeit, o Königin, herauszufinden, was du wünscht; meine Pflicht ist es, Befehle entgegenzunehmen. Du verschaffst mir alles was ich an Macht habe, du verschaffst mir die Herrschaft und die Gunst Juppiters, du gewährst mir an den Mahlzeiten der Götter teilzunehmen und du machst mich zum Herrn über Regenwolken und Unwetter." Sobald er das gesagt hatte, stieß er mit einer umgedrehten Lanze dem hohlen Berg in die Seite und die Winde stürzten als ob sie einen Heerzug gebildet hätten dort hervor, wo ein Ausgang geöffnet wurde und wehten im Wirbel über die Länder. Sie haben sich auf das Meer gelegt und der Eurus und der Notus wühlen das ganze Meer vom tiefsten Grund auf, und der an Unwettern reiche Africus, und wälzen gewaltige Fluten an die Küsten. Es folgt darauf das Geschrei der Männer und das Knarren der Schiffstaue; plötzlich entreißen die Wolken den Himmel und das Tageslicht den Augen der Trojaner; auf dem Meer liegt finstere Nacht; es dröhnen die Pole, und von zahlreichen Feuern/Blitzen leuchtet der Äther und alles droht den Männern den unmittelbar bevorstehenden Tod an. Augenblicklich erschlaffen Aeneas’ Glieder durch die Kälte; er stöhnte und beide Hände gegen die Sterne haltend ruft er folgendes: "O ihr dreimal und viermal Glücklichen, denen es zuteil wurde, vor dem Antlitz ihrer Väter unter den hohen Mauern Trojas den Tod zu erleiden! O Tapferster des Volkes der Danaer, Sohn des Tydeus! Hätte ich nicht auf den ilischen Feldern sterben und durch deine Rechte mein Leben aushauchen können, dort wo der wilde/grimmige Hektor vom Wurfgeschoß des Aeakiden tot daliegt, dort wo der gewaltige Sapredon liegt, dort wo der Simois so viele Schilder und Helme der Männer und so viel Leichen von Helden mit sich wälzt, die er unten in den Wellen mit sich reißt?" Als es solche Worte ausstieß, peitscht ihm ein in Folge des Nordwind brausender Windstoß von vorne gegen die Segel und hebt die Fluten zu den Sternen. Es zerbrechen die Ruder, da erhebt sich der vordere Teil des Schiffes und gibt den Wellen die Breitseite, es folgt mit mächtigem Schwall ein steiler Berg aus Wasser. Die einen hängen auf hohen Fluten; den anderen zeigt eine sich spaltende Welle den Erdboden zwischen den Fluten, es rast die Brandung im Sand. Drei Schiffe reißt der Notus hinweg und schleudert sie auf verborgene Felsen (die Italer nennen die Felsen, die mitten im Meer sind, Altäre, einen ungeheuren Rücken an der Meeresoberfläche), drei (Schiffe) treibt der Eurus vom hohen Meer in die seichten Gewässer der Sandbänke - ein kläglicher Anblick - und er stößt sie auf Untiefen und umgibt sie mit einem Wall aus Sand. Eines, das die Lykier und den getreuen Orontes trug, trifft vor den Augen (des Aeneas) selbst eine ungeheure Sturzwoge von oben gegen das Heck: herausgeschleudert wird der Steuermann und wälzt sich vorwärts geneigt kopfüber, doch jenes (Schiff) treibt die Flut dreimal auf derselben Stelle rings im Kreis, und ein reißender Strudel verschlingt es im Meer. Es erscheinen vereinzelt Schimmer im weiten, tiefen Meer, Geräte der Männer und Schiffsplanken und der troische Schatz in den Wogen. Jetzt hat das starke Schiff des Ilineus, jetzt des tapferen Achates und mit dem Abas und mit dem der hochbetagte Aletes fuhr, der Sturm überwältigt; infolge der gelockerten Fugen der Seiten nehmen alle das feindliche Meerwasser auf und bekommen durch die Spalten Risse. Inzwischen bemerkte Neptun, daß das Meer unter großem Getöse in Aufruhr gebracht wurde, der Sturm losgelassen war und daß die stehenden Gewässer vom tiefsten Grund zurückströmten, und heftig bewegt auf die hohe See hinausblickend, erhob er sein friedliches Haupt über die Meeresoberfläche. Da sieht er, daß die Flotte des Aeneas auf dem ganzen Meer verstreut war und daß die Trojaner von den Fluten und dem Einsturz des Himmels überwältigt waren; auch waren dem Bruder nicht die Listen und Zornausbrüche der Iuno verborgen geblieben. Er ruft Eurus und Zephyrus zu sich und spricht daraufhin folgendes: "Hat euch ein so großes Vertrauen auf eure Abkunft erfüllt? Schon wagt ihre es, Winde, den Himmel und die Erde ohne meinen Befehl in Aufruhr zu bringen und solche Wassermassen emporzuheben? Die werde ich…doch es ist wichtiger die bewegten Fluten zu beruhigen! Künftig werdet ihr mir nicht eure Vergehen mit so einer Strafe büßen. Eilt schnell weg und sagt dies eurem Herrn: nicht ihm wurden die Herrschaft über das Meer und der schreckliche Dreizack durch Los gegeben, sondern mir. Er besitzt die riesigen Felsen, eure, Eurus, Behausung; in jenem Palast dort soll er sich brüsten und soll herrschen indem er den Kerker der Winde verschlossenen hält." So sprach er, und schneller als gesagt besänftigte er die wallenden Gewässer, verscheucht die zusammengeballten Wolken und bringt die Sonne zurück. Cymothoe und zugleich Triton, die sich anstrengen, stoßen die Schiffe vom spitzen Felsen herunter; er selbst hebt sie mit dem Dreizack, öffnet weite Sandbänke, besänftigt das Meer und gleitet mir leichten Rädern über die Kämme der Wogen. Und wie in einem großen Volk, wenn sich oft Aufruhr erhoben hat und der gemeine Pöbel in seinen Leidenschaften rast und schon Fackeln und Steine fliegen und die Wut die Waffen hergibt; dann, wenn die zufällig einen wegen seines Pflichtbewußtseins und seiner Verdienste angesehenen Mann erblickt haben, schweigen sie und stehen mit gespitzten Ohren da; jener lenkt mit Worten die Gemüter und besänftigt die Herzen: so hat sich das ganze Tosen des Meeres gelegt, als der Vater über die Gewässer schauend am heiteren Himmel einherfährt, die Pferde lenkt und im Flug dem rasch dahineilenden Wagen die Zügel schießen läßt.















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