COMICS
„ zu räumlichen Sequenzen angeordnete,
bildliche oder andere Zeichen, die Informationen vermitteln und/ oder eine
ästhetische Wirkung beim Betrachter hervorrufen sollen“
Vorwort:
Comics, das Medium der bunten Bilder faszinierte mich
schon seit früher Kindheit.
Wie auch anders möglich waren es die Mickey Maus Hefte
in jeglicher Form die den ersten Bezug zu diesem Medium darstellten.Bald begann
ich diese zu kopieren und später meine eigenen Figuren und Geschichten zu
entwickeln.Auf der Suche nach neuen Inspirationsquellen stiess ich bald auf
eine ganze Welt ,wenn in diesem Land auch oft gut verborgen, von Heften,
Büchern, Alben mit unterschiedlichste Inhalten, Stilen und Formen von
Comics.Ich begann zu begreifen dass Comics weit mehr waren als, Mickey Mouse
& Co, Superman, Asterix oder Garfield.
Bald verbrachte ich einen grossen Teil meiner
Freizeit, immer neue Comics zu entdecken und mir neue Alben anzueignen, vorallem auch Sekundärliteratur
über die Hintergründe und die Produktion dieses geliebten Mediums zu beschaffen
und nebenbei immer wieder selbst Versuche zu starten Comics zu produzieren.
Eine Art Sucht schien mich befallen zu haben , die Faszination an den bunten
Bildern liess mich nicht so schnell wieder los.
Ich realisiert dabei auch schnell wie wenig ausgeprägt
die Comicszene in unserem Land ist, wie wenig das Verständnis dieses als
Kunstform und nicht als Schundmittel ausgeprägt war, und wie gering die
Berufschancen in unserer Gegend in
diesem Bereich zu arbeiten.
Bald demotiviert und erdrückt von der Last der Leistung und neuen Erfahrungen,
beschränkten sich meine Versuche neue Comicserien zu produzieren, auch wenn ich
noch immer hoffe meine Leidenschaft im späteren Leben auch beruflich einsetzen
zu können.
Auf jeden Fall wird die 9. Kunst in meinem Leben immer
einen besonderen Platz haben und ich hoffe das das Verständnis , die
Annerkennung als ein wichtiges Ausdrucksmittel und Spiegel unserer
Mediengesellschft dem Comic auch in unseren Breiten nicht mehr lange versagt
bleiben wird.
Einleitung:
Comics gibt es überall.
Überall auf der Welt und in jedem nur erdenklichen
Bereich unseres täglichen Lebens.
Comicfiguren sind so sehr ein Teil unserer
Alltagskultur geworden, dass wir sie auf all den
T-Shirts und Ansichtskarten, in Kinofilmen,
Fernsehserien und in der Werbung gar nicht mehr als solche wahrnehmen.
Es existiert eine wahre Flut von billigen
Comic-Heften, anspruchsvollen Comic-Alben, edel gemachten Comic-Büchern,
antiquarischen Sammelstücken, Werbe- und Sachcomics und vieles andere mehr.
1. Geschichte der Comics
Ursprung und Entwicklung:
Der Ursprung der Comics liegt eigentlich schon in der
Urzeit.
Höhlenmalereien, Fresken, Bildsäulen und Bildteppiche
waren eine Urform der Comics. Es wurde mit Symbolen gearbeitet und anhand
mehrerer Bilder eine Geschichte erzählt.
Sogar die Multiplizierung von Beinen, etwa um Bewegung
anzudeuten, taucht bereits in einigen altsteinzeitlichen Höhlenmalereien
Altamiras auf.
Als Urvater der modernen Comics wird Wilhelm Busch
gerechnet (1832-1908).
Seine zahlreichen Bildgeschichten, zu denen unter
anderem auch die berühmten Streiche von Max und Moritz zählen, gelten
heute als die Wegbereiter der Comics.
In den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts kämpften
die amerikanischen Zeitungen verstärkt um die Lesergunst. Eine Hauptwaffe dabei
waren farbige Witzbilder als Wochenendbeilagen,
sogenannte „ Comic Supplements“ die später nur mehr
Comics genannt wurden.
Als es 1896 erstmals gelang die Problemfarbe Gelb in
Zeitungen zu drucken, wurde der Amerikaner Richard Felton Outcalt beauftragt
eine Figur zu erfinden die hauptsächlich gelb sein sollte. So entstand eine
ursprüngliche Form des Comicstrips: „ Yellow Kid“.
Doch der erste Comicstrip, so wie wir ihn heute aus
vielen Zeitungen kennen, entstand erst ein Jahr später. Die „Katzenjammerkids“
gezeichnet von Rudolph Dirks beinhalten alle Kriterien die einen echten
Comicstrip ausmachen:
1. Die Handlung wird in mehreren
Bildern erzählt.
2. Wiederkehrende Charaktere
3. Der Text ist im Bild
integriert.
Trotzdem verschweigt niemand, dass die
„Katzenjammerkids“ bedeutende Vorbilder hatten nämlich Wilhelm Buschs Max und
Moritz. So gesehen liegen die Wurzeln des Comics in Europa, wenngleich der Name
dieser Kombination aus Literatur und Darstellungsform aus dem Amerikanischen
kommen.
Die Katzenjammerkids erscheinen auch heute noch in
vielen amerikanischen Tageszeitungen.
Die ganze Welt ist Funny
Anfangs waren die Comic-Strips (dt.: lustige Streifen)
ein rein auf den komischen Effekt ausgerichtetes Medium.
Die wichtigsten frühen Funnies sind „ Krazy Kat“
von George Herriman, diese Serie wird heute zu den besten Strips der Welt
gezählt, „ Felix the Cat“ von Otto Messner: Der etwas surrealistische,
schlaue und einfallsreiche Kater war in den 20ern ebenso bekannt wie Charlie
Chaplin.
und „Happy Hooligan“.
Frederic Burr Opper, der Schöpfer von „Happy
Hooligan“, gehörte zu den ersten, die Tiere im Comicstrip reden ließen und
ihnen allgemein ein menschliches Verhalten verliehen. Berühmt wurde Opper auch
durch seinen unbekümmerten, lockeren Stil.
Bekannte Funny Klassiker sind „Blondie“ (von
Chic Young, kleine Probleme des täglichen Ehelebens, USA), „Popeye, der
Seemann“ von Segar und „Little Nemo“:
Die von Winsor McCay gezeichneten Geschichten, eines
kleinen Jungen in seinem Traumland, bestechen besonders durch die
atemberaubende Sorgfalt der Zeichnungen und die unerschöpflichen Phantasie des
Autors.
( Little Nemo
zählt auch heute noch zu den absoluten Klassikern.)
Kids in Strips ( Kinderstrips)
Strips in denen Kinder die Hauptrolle spielen
versuchten durchaus schon gesellschaftspolitische Themen wie Kinderarbeit oder
die Prügelstrafe aufs satirisch verfremdete Korn zu nehmen.
Zu den bekanntesten Kinderstrips zählen die
„Katzenjammerkids“, „ Little Orphan Annie“ (die Abenteuer des kleinen
Waisenmädchens Annie wurden dreimal verfilmt und einmal sogar als musikalische
Komödie am Broadway aufgeführt.) oder Dennis.
Comics als politische
Ausdrucksmittel?
Erich Ohser, der Schöpfer der weltberühmten Serie „
Vater und Sohn“, der unter dem Pseudonym
e. o. plauen arbeitete, war ein vielversprechender Karikaturist und
Illustrator.
Während des 2. Weltkrieges fertigte der deutsche
Zeichner viele regimekritische Karikaturen an und wurde schließlich kurz vor
Kriegsende zum Tode verurteilt.
Noch heute haben Karikaturen und Comics in
unterdrückten Ländern die wichtige Aufgabe gegen das Regime zu sprechen ohne,
dass man es ihnen eindeutig nachweisen kann.
„ Maus“ von Art Spiegelmann war der erste Comic, der
sich mit dem Grauen der Nazi-Diktatur beschäftigte.
Die ganze Welt ist
Disney-World : Das Disney-Imperium
Das, was den meisten Menschen zu Comics wahrscheinlich
als erstes einfällt ist
Mickey
Mouse, Donald Duck& Co.
Der heute weltberühmte, um die Jahrhundertwende
geborene, Walt Disney, begann seine Karriere, wie viele amerikanische
Erfinder, in einer Garage.
Hier schuf er mit seinen Mitarbeitern
Zeichentrickfilme, wie „Oswald the lucky Rabbit“ oder „ Alice in
Cartoonland“.
Doch der Durchbruch gelang ihm erst 1928, als er
während einer Zugfahrt die legendäre „Mickey Mouse“ erfand.
Viele weitere Trickfilme ließen Disneys Studio zu
beachtlicher Größe heranwachsen.
Mit der Verfilmung des Märchens „ Schneewittchen
und die 7 Zwerge“ schufen seine Mitarbeiter und er den ersten
abendfüllenden Zeichentrickfilm der Welt.
Nach dem 2. Weltkrieg verwirklichte Walt Disney seinen
letzten großen Traum:
Disneyland wurde geboren.
Auch nach Walts Tod expandierte sein Imperium weiter,
so dass sich heute tausende Produkte mit Mickey und Co. in allen nur denkbaren
Lebensbereichen finden.
Für die meisten
Menschen, vor allem in Europa, ist Walt Disney der Vater und das Synonym für
Comics und Trickfilme. Beides ist allerdings falsch.
Zeichentrickfilme gab es schon vor Disneys Geburt, und
bis auf Mickey und Minnie hat er keine einzige Figur, die heute seinen Namen
trägt, erfunden. Noch hat er je einen einzigen Comic selbst gezeichnet.
Disney
war einfach ein Universalgenie, das sich auf die Vermarktung seines Produkts
perfekt verstand. Die meisten „ Disney“-Figuren, die heute Entenhausen
bevölkern, wie etwa Goofy oder die gesamte Duck-Sippe, wurden von Disneys
Mitarbeiter Carl Barks erfunden.
bild
Realismus im Comic?
Am 7. 1. 1929 wurde plötzlich alles ganz anders in der
bisher von Funny-Strips beherrschten Comic-Welt.
An diesem Tag debütierte nämlich der erste realistisch
gezeichnete Abenteuercomic der Welt: „ Tarzan“ von Hal Foster.
Derselbe Zeichner erfand rund 10 Jahre später „
Prince Valiant“ (dt.: Prinz Eisenherz), der heute zu den berühmtesten,
realistischen Klassikern zählt.
In beiden Strips ist eine dermaßen unübersehbare,
künstlerische Gestaltungskraft eingebracht worden, daß sie selbst von
Comic-Gegnern kaum geleugnet werden kann.
Der Anfang war getan, und jetzt ging es Schlag um
Schlag:
1931 startete Chester Clouds Krimiserie „ Dick
Tracy“. Nur wenige Jahre später erfand Alex Raymond gleich 3 Serien: „
Secret Agent X“, „Jungle Jim“ und „Flash Gordon“.
Legion der Superheroes
Nun dauerte es auch nicht mehr lange und eine
vollkommen neue Gattung des Mediums wurde geboren: Die Superhelden-Comics
Der Pionier dieser neuen Richtung war zweifellos „
Superman“.
Als er 1938 sein Debüt gab schlug er ein wie eine
Bombe.
Eigentlich war dieser Held schon 4 Jahre früher von
den erst 16-jährigen Jerry Siegel und Joe Shuster erfunden worden, die ihn aber
nach Jahren der Ablehnung für 130 Dollar verkauft haben.
Superman folgten bald Horden von Superhelden:
angefangen von „ Batman“ über „Spiderman“
bis „Captain America“ , der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt.
Das was die Superhelden von anderen Real-Comics
unterscheidet sind die übermenschlichen Kräfte, ein auffälliges Kostüm und eine
Geheimidentität.
Es gibt heute so unglaublich viele realistisch
gezeichneten Adventure-, Fantasy-, Sience- Fiction-, Krimi- oder Soap
Opera-Comics, dass man sie kaum mehr zählen kann.
Erotik im Comic
Erotische und Pornographische Comics gibt es beinahe
schon solange, wie das Medium selbst.
Die ersten Sex-Comics waren die sogenannten „
Eight-Pager“, die bereits in den 30ern bekannte Comic-figuren, wie etwa Mickey
Maus, Popeye oder Blondie bei ihrem erotischen Tun zeigten.
Doch erst die 60er Jahre machten Comics mit sexuellem
Inhalt, wie „Barbarella“ oder „Little Annie Fanny“ bekannt
und salonfähig.
Weniger direkt, dafür aber offiziell agierte eines der
wenigen Sex-Symbole der Comics:
„Betty Boop“(Zwar zeigte sie nie mehr als Bein, aber im Film war
alles an ihrer Bewegung und ihrem Blick eine erotische Aufforderung.)
Heldinnen von Comicheften wie „ Sheena“ zogen
durch ihre leichte Bekleidung auch ältere Leser an, bis ihnen der Comic Code,
die große Zensur bei den Comics von „ Jugendschützern“
ausgehend, den Todesstoß gab.
Die besten erotischen Comics stammen nach wie vor aus
Italien.
Sex in Actioncomics, Sex-Parodien, Pornocomics - heute
ist das erotische Angebot „erregend“ groß geworden.
Moderne Funnies
Trotz dieser unglaublich großen Zahl an realistischen
Comics gehören über 50% aller Comics
und Comic-Strips zum Genre der „Funnies“. Funny-Comics
müssen heutzutage nicht unbedingt einen lustigen Inhalt haben, sie müssen nur
„funny“ gezeichnet sein.
Die Unterschiede zu Real-Comics sind vielfältig.
Vereinfacht kann man aber sagen: Funnies sind die mit den großen Nasen.
Es gibt auch sogenannte „ Semi-Funnies“. Bei diesen
ist der Hintergrund zwar realistisch gezeichnet, die Figuren aber „funny“.
Das ist zum Beispiel bei „ Tim und Struppi“ vom
belgischen Zeichner Herge’ der Fall.
Ebenso wie bei dem lustigen Abenteuer-Comic „
Spirou und Fantasio“ , der sich unter seinem berühmten französischen
Zeichner Andre Franquin zu einem der beliebtesten, modernen Comicgeschichten der Welt entwickelt hat.
Derselbe Comickünstler ist auch der Schöpfer des Fabelwesens „ Marsupilami“ und
des tollpatschigen „Gaston“.
Ein weiterer,
wichtiger, europäischer Comic-Klassiker ist zweifellos „Asterix“, ein
historischer Funny, der in Teamwork der Franzosen Albert Uderzo und Rene
Goscinny entstand.( Die 12 Ausgaben in lateinischer Sprache werden heute in
zahlreichen Schulen als Lehrmittel eingesetzt.
Zu ebenfalls unglaublicher Popularität gelangte der einsame
Cowboy „ Lucky Luke“, eine Western-Parodie, die der französische
Illustrator Morris ins Leben gerufen hatte.
Intellektuelle Strips
Zu den intellektuellen Strips werden die „ Peanuts“
gerechnet. Die von dem als niveauvoll geltenden Autor Charles M. Schulz
1950 geschaffene Serie ist eine der beliebtesten und am weitesten verbreitete der ganzen Welt.
Wer kennt nicht den liebenswerten Verlierer Charlie
Brown, dessen verträumter Hund Snoopy oder die Nervensäge Lucy
?
Sogar das Mutterschiff und der Satellit der Appollo10
wurden „ Charlie Brown“ und „Snoopy“ getauft.
Einer ähnlichen Popularität darf sich auch Jim Davis’
Kater „ Garfield“ erfreuen oder der freche, phantasievolle und
philosophische 6-jährige „ Calvin“, der niemals das Haus ohne seinen
Tiger „Hobbes“ verlässt.
Zahlreiche Strips wurden erst durch ihre Verfilmung
bekannt, wie etwa die „Schlümpfe“ von Peyo oder die „ Feuersteins“, die
ebenso wie die weniger bekannten „Jetsons“ oder „Yogi-Bear“ aus
den Hanna& Barbera -Studios entspringen.
Comicwelt
Die USA sind heute einer der innovativsten Nährböden
der Comics.
Doch die Hochburg des anspruchsvollen Albencomics ist
der französische Sprachraum, also in erster Linie Frankreich und Belgien. In
diesen Ländern ist das Medium der bunten Bilder voll etabliert und wird als
„9. Kunst“ bezeichnet und auch so behandelt.
Im deutschsprachigen Raum wurde, nach ersten zarten
Versuchen in der Zwischenkriegszeit, die Entwicklung der Comics, zuerst durch
die Nazis, später durch die übereifrigen Pädagogen abgewürgt und erholt sich
erst langsam davon.
Ruf der Comics
Der Ruf der Comics, ein reines Medium für Kinder zu
sein, rührt von der Erfindung der Comic-Hefte her, die meist billiggedruckte
Massenware waren.
Während die Zeitungsstrips vorwiegend von
Zeitungslesern, also gebildeten Erwachsenen, konsumiert wurden, waren die
Leser der bunten Heftchen in erster
Linie Kinder und Jugendliche. Darauf stellten sich die Produzenten ein und
begannen ein immer „kindgerechteres“ Material herzustellen.
Comics
lesen
Comics lesen ist eine eigene Kulturtechnik, die
genauso erlernt werden muss, wie rechnen und schreiben. Bei Kindern passiert
das unbewusst, aber Erwachsene, die als Kinder nie Comics gelesen, haben oft
große Schwierigkeiten.
Neben Form und Anordnung der Bilder und der Sprech-,
bzw. Denkblasen, hat auch die Gestalt des geschriebenen Textes für den
vermittelten Inhalt eine große Bedeutung. Mindestens ebenso wichtig sind die
sogenannten „ Soundworte“( Onomatopöien) oder alle Arten von Speedlines um
Bewegung anzudeuten
2. Stilmittel der Comics
Das Comicheft präsentiert sich als eine Verquickung
von Wort und Bild. Dem Leser werden daher die Fähigkeiten der Text- ebenso wie
der Bildinterpretation abverlangt. Die Regeln der visuellen Kunst (
Perspektive, Symmetrie, Pinselführung) und die der Literatur( Grammatik,
Erzählaufbau, Wortwahl) werden übereinander gelagert. Das Lesen eines Comics
ist ein Akt ästhetischer Wahrnehmung wie auch intellektuellen Verständnisses.
Der Comic benützt eine Folge sich wiederholender
Bildelemente und wiederkehrende Symbole. Es entwickelt sich daraus eine Art
eigene Sprache, eine eigene Art der Literatur.
Text als Bild:
Lettering, wird
im Dienste der Geschichte oft graphisch behandelt und wirkt dann als
Erweiterung des Bildrepertoires.
Sprechblasen( Balloons):
die gerahmte Sprache; Die Sprechblase ist ein
Notbehelf, die verwendet wird um an sich ätherische und unsichtbare Laute
einzufangen. Die unterschiedliche Form der Einrahmung begann bald die Aussage
oder Atmosphäre des Textes zu unterstützen. So ist es beispielsweise möglich
visuell darzustellen ob das Gesagte, geflüstert geschrieen oder eventuell nur
gedacht wird und in welcher Gemütsverfassung sich die sprechende Person
befindet. Sprechblasen werden wie jeder Text gelesen( in den westlichen Ländern
also von links nach rechts; von oben
nach unten)
Innerhalb der Blase gibt das Lettering die Art und den
Gefühlsinhalt der Sprache wieder sowie den Stil und die Persönlichkeit des
Künstlers.
Soundworte( Onomatopöien):
Worte um Laute und Geräusche außerhalb der
Sprechblasen anzudeuten; auch hier wird die Form und Größe der Buchstaben, als
notwendiges Mittel um die Lautstärke und Art des Geräusches auszudrücken
verwendet
Speedlines:
Bewegungslinien und die Multiplizierung von
Gliedmassen werden als Mittel zur Verdeutlichung der Bewegung eingesetzt
Timing:
Im Comic ist die Verwendung von Zeit ( und Raum) ein
notwendiges Strukturelement. Für das „ Timing“ die Manipulation der
Zeitelemente, um eine bestimmte Botschaft oder ein Gefühl zu vermitteln, bedarf
es Panels als Hilfsmittel.
Panels:
Timing und Rhythmus sind im Comic voneinander
abhängig.
Um die Geschehnisse eines Handlungsflusses im Comic
einzufangen, müssen sie in aufeinanderfolgende Teile zerlegt werden, diese
Teile werden als Panels oder Rahmen bezeichnet
Das Einrahmen der Handlung legt nicht nur ihre
räumlichen Grenzenfest, sondern setzt dem Leser einer bestimmten Position
gegenüber dem Geschehen und gibt Hinweis auf die Dauer des Vorganges. Im
modernen Comic ist das Panel das wichtigste Hilfsmittel zur Verdeutlichung des
Zeitverlaufs.
Nicht nur die Anordnung sondern auch die Form des
Panels ist von Bedeutung; Wo die Handlung gelassen dahinfließt sind die Kästen
als gleichmassige Rechtecke geformt. Es können aber auch viele scmale panels
hintereinander verwendet werden um einen detaillierten Ablauf eines Geschehens
in einer kurzen Zeitperiode darzustellen ( z. B: das Tropfen eines
Wasserhahnes)oder ein einziges langes
Panel über die ganze Zeile hinweg. Auch die tatsächliche Form des Panels (
gewellt zackig, wolkenförmig , gerade) hat einen Einfluss auf die Bedeutung der Handlung und
ist ein wichtiges Mittel der Erzählung
und der Asthetik. Auch das Weglassen oder übereinander oder ineinander
fließen der Rahmungen ist möglich. Die
kreative Anwendung hat oft beträchtliche Auswirkungen auf den Stil des
Künstlers.
Das Panel verlangt
vom Leser die Fähigkeit zum visuellen und kognitiven Lesen von Bildern.
Im Panel kann so wie bei der Kameraführung beim Film,
die Perspektive und Einstellung bestimmt werden.( z. B: Totale, Halbnah,
Nahaufnahme).
Perspektive:
Die wichtigste Funktion der eingesetzten Perspektive
sollte es sein, die Orientierung des
Lesers zu manipulieren, um ein bestimmtes erzählerisches Ziel zu erreichen.
Eine weitere Anwendung ist es beim Leser bestimmte Gefühle hervorzurufen,
aufrechtzuerhalten oder zu verändern.( z.B. Kleinheit, Furcht, Überblick oder
das Gefühl mitten im Geschehen zu stehen)
Ausdruck der Anatomie:
Anders als die Panelumrahmungen ist das Vokabular der
menschlichen Körpersprache kein Comicspezifisches Erzählmittel, aber sie ist
eines der wichtigsten Hilfsmittel der Comickunst. Dem Text kann durch die
Gestik der Figur eine völlig unterschiedliche Bedeutung zukommen. Mindestens
ebenso wichtig wie die Gestik des
Körpers ist die Gesichtsmimik.
3.Bedeutung der Comics
Psychologische
Wirkung
Der Comic lebt von Symbolen, also Abstrahierungen, von
Ideen, Gefühlen, Geräuschen und Menschen.
Es gibt verschiedene Arten von Symbolen in unserer
Kommunikationsgesellschaft:
1.Zeichen die als Sinnbilder für Begriffe, Systeme und
Ideologien benutzt werden( (Peacezeichen,
Hakenkreuz, Geschlechtszeichen, Flaggen usw.)
2.Buchstaben Zahlen oder Noten
3.Und die Symbole die man Bilder nennt: Zeichen die
dem Gegenstand, den sie darstellen ähnlich sehen sollen
Bei den nichtbildlichen Symbolen( die ersten beiden
Gruppen) ist die Bedeutung unveränderlich und Eindeutig. Sie sind abstrakt und
daher hat ihre Form keinen Einfluss auf ihre Bedeutung.
Bei Bildern allerdings variiert die Bedeutung in
Abhängigkeit der Form und dem Grad der Abstrahierung. Bei einem menschlichen
Gesicht etwa. Ein Photo ist die realistischste Form eines Bildes, 2 Punkte und
ein Strich die einfachste. Eine Photographie trifft nur auf einen Menschen zu,
hingegen die vereinfachte Form auf fast jeden. Der Mensch hat einen natürlichen
Hang dazu fast alles was er in seiner
Umwelt findet als menschliches Gesicht zu interpretieren( z.B macht es uns kaum
Probleme die Vorderseite eines Autos, vermenschlicht zu sehen, die Scheinwerfer
als Augen usw.)
Die Cartoons nehmen sich diese Vereinfachungen als
Hilfsmittel, es ist einfach für fast jeden sich mit einem Cartoongesicht
identifizieren zu können, ob dieses nun die Form einer Maus, Ente oder eines
Superhelden annimmt. Die Welt des Cartoons ist also eine Welt der Abstrahierung
und Vereinfachung; bei vielen vor allem japanische Comics, wird der Hintergrund
sehr realistisch gestaltet im Gegensatz zu den stark vereinfachten
Hauptcharakteren, da es ja nur wichtig ist uns mit diesen nicht aber mit einem
Baum im Hintergrund zu identifizieren. Oft werden auch die Gefühle und die
Persönlichkeit von Cartooncharakteren stark vereinfacht und übertrieben, was es
uns leicht macht mit der Figur zu fühlen und schnell unsere Sympathien auf sie
zu lenken( Z.B das ewige Pech und die Tollpatschigkeit von Charlie Brown oder
Donald Duck; die Faulheit und der Egoismus von Garfield oder die Überlegenheit
und das Streben zum Guten und der Menschlichkeit von Superman)Die Comichelden
machen es uns möglich unsere Wünsche und Träume in diese hinein zu projizieren
oder über unsere eigene Dummheit und Tollpatschigkeit zu lachen, was vor allem
die Beliebtheit der sog Funnies ausmacht. Die Superheldencomics entstanden und
entwickelten sich vor allem während der Zwischenkriegszeit und zur Zeit des 2.
Weltkrieges, als die Bevölkerung die Sehnsucht nach einem starken Mann, einem
Weltretter, einem Erlöser hegte. Als der Krieg vorbei war verloren, diverse
Superhelden rasch and Bedeutung und wurden erst in diesem Jahrzehnt
wiederentdeckt und erhielten von Marvelcomics eine neue Bedeutung und
Image-Erneuerung.
Historische, politische,soziale Bedeutung
Comics, Cartoon und Karikaturen sind ein Spiegel
unserer Gesellschaft. Die Themen und Inhalte von Comics, sowie die Daily strips in Zeitungen, satirische
Cartoons und Karikaturen verdeutlichen
die Geschehnisse, Trends, Vorstellungen und technische Entwicklung
verschiedener Zeitperioden. Sowohl politische und wirtschaftliche Probleme als
auch sozialkritische Themen oder die ganz einfachen Hindernisse im Alltagsleben
einer Generation werden dabei aufgegriffen und meist satirisch verarbeitet.
Auch Errungenschaften der Technik spiegeln sich bei der Produktion wieder. Der erste Strip
Yellow Kid z.B. entstand als es erstmals gelungen war die Probelmfarbe gelb in
Zeitungen zu drucken, als der 4 Farbendruck entwickelt wurde wurden auch die
Comics bald farbig.
Karikaturen sind besonders in Gegenden wo die
Meinungsfreiheit nicht selbstverständlich ist als wichtige aber eben nicht eindeutige Mittel
des Protests gegen das Regime von großer Bedeutung. Während der Zeit der Weltkriege
entstanden viele Comics über Krieg und Gewalt, aber auch die Superhelden, wie
vorher schon erwähnt , aus Sehnsucht nach einem Beschützer der Gerechtigkeit.
Als sich während der 60er die sexuelle Freizügigkeit mehr und mehr entfaltete,
schlug das auch in den Comics voll durch, zunehmend mehr und mehr freizügig bekleidete Damen (
von Barbarella bis Betty Boop) waren die Heldinnen von Comicabenteuern und
Pornocomics erlebten eine rasante Entwicklung. Einige Comicfiguren durften
sogar dem damals boomenden Drogenkonsum nachgehen( wie z.B. die Freakbrothers
eine Hippiesatire von Gilbert Shelton) allerdings nicht lange denn bald machte
die Zensur den meisten von ihnen den gar aus. Sie klagte den den Comic als
gefährliches und Kinder verderbliches Schundmaterial an, propagierte dies so
lang , dass der Comic unter diesem Ruf bis heute, trotz tausender
Gegenbeweise nicht zu leiden hat. Obwohl
er von den skeptischen Pädagogen eifrig
als Mittel der Bildung und der Vertretung von Moralvorstellungen eingesetzt
wird. Als Sach- und Lehrcomics sowie als Propagandamittel um an die Kinder und
Jugendlichen heranzukommen. Wenn allerdings das Handeln der Superhelden, Mickey
Mouse und deren Kollegen allein auf die Verpönung von Drogen, Sex und Gewalt
beschränkt wird, wird die künstlerische Freiheit fragwürdig. Lucky Luke hatte
sich auch kürzlich eines besseren belehren lassen und musste das Rauchen
aufgeben, weil er damit ein schlechtes Beispiel für die Jugend darstellte.
Obwohl der Comic in unserer moderner Form, erst seit
ungefähr hundert Jahren existiert haben die Charaktere und Gestalten die sich
in der Cartoonwelt tummeln eine erstaunliche Entwicklung, in ihrer Einstellung
ihren Problemen und ihrem Erscheinungsbild( z. B auch Mode) durchgemacht. Dem
Medium Comic sollte daher nicht nur als Kunstform sondern auch
als wichtiger Teil unserer Alltagskultur und der
Geschichtserzählung Bedeutung und
Anerkennung zu kommen, die ihm
jedoch leider immer noch viel zu oft
versagt bleibt.
Literaturnachweis:
Comicwelten:
Das Album, Die
Ausstellung, Harald Havas,Edition Comic Forum, 1992
Kunst der
Comics, Achim
Schnurrer, Riccardo Rinaldi, Carlsen Verlag, 1986
Comics
richtig lesen, Scott
Mc Cloud, Carlsen Studio, 1995
Lexikon
der Comics, Carlsen
Verlag
Comics
& Sequential Art
( mit Bildern erzählen), Will Eisner, Comic Press Verlag, 1995