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Pest



Pest

Ich: Der Begriff pest stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ansteckende Krankheit, Seuche.

Im Mittelalter verstand man darunter eine unterschiedslose Bezeichnung für alle tödlichen, epidemieartig auftretenden Krankheiten. Heute benennt man mit Pest ausschließlich eine schwere, ansteckende Infektionskrankheit bei Nagetieren und Menschen, die von dem Bakterium Yersina pestis hervorgerufen wird.

Der Erreger der Pest ist Yersinia pestis ein unbegeißeltes, stäbchenförmiges Bakterium. Es wurde 1894 von A.E. YERSIN und S. KITASATO entdeckt und nach dem ersteren benannt.


Es gibt 3 verschiedene Formen der Pest:

Du:

Beulenpest: Man bekommt an unterschiedlichen Stellen Beulen & Lymphknoten entzünden sich. Die Übertragung verläuft durch Bisse versch. Insekten die als Parasiten auf Nagetieren leben, und sich einen neuen Wirt suchen, wenn der bisherige stirbt.

Der Rattenfloh ist der wichtigste dieser Insekten und befällt Wanderratten.

Inkubationszeit (Zeit, von der Ansteckung bis zum Ausbruch) beträgt zwischen 2 und 6 Tagen.

Symptome: an Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen,  Kopf- und Gliederschmerzen zu erkennen. Nach weiteren 1-2 Tagen zeigt sich eine Drüsenerkrankung des Lymphsytems in den Leisten, Achseln oder am Hals. Es bilden sich eitrige,blutige, schwarzblaue Beulen oder Flecken. Diese schwellen bis zur Größe eines Hühnereis an

Ich:

Lungenpest: Die Lunge ist der wichtigste Infektionsherd;  hier erfolgt die Ansteckung häufig durch Tröpfcheninfektion von einer bereits infizierten Person oder auch als Folge einer nicht behandelten Beulenpest. Die Inkubationszeit beträgt 1-2 Tage. Von der Lunge aus, kann sich die Infektion auf andere Körperteile ausbreiten, sodass es zur Pestsepsis kommt.

Du:

Pestsepsis: Ist eine Infektion des Blutes; Sie kann aber auch unmittelbar entstehen, wenn verunreinigte Hände Lebensmittel oder Gegenstände mit der Mund.- und Rachenschleimhaut in Berührung kommen.

Die Beulenpest verläuft ohne Behandlung in 30 bis 75Prozent der Fälle tödlich. Für die Lungenpest liegt die Sterblichkeit bei 95Prozent, und wer an der Pestsepsis erkrankt, stirbt fast immer. Erhalten Pestkranke eine angemessene Therapie, sterben nur fünf bis zehn Prozent von ihnen.

Bei allen Pestkranken färbt sich die haut kurz vor dem Tod dunkelrot und ist  Folge des Atemversagens. Sie hat der Pest den bekannten Namen "Schwarzer Tod" eingebracht.

Ich:

Geschichte:

Die Pest trat seit mindestens 3 000 Jahren immer wieder epidemienartig auf; Ausgangspunkt der Krankheit waren meist die zentralasiatischen Hochsteppen. Seit 224 v. Chr. wurde in China von Pestepidemien berichtet, und auch im antiken Griechenland war bereits eine pestartige Krankheit bekannt. Vom 6. bis zum 8. Jahrhundert wurde Europa von den ersten Pandemien (Epidemien großen Ausmaßes) überrollt; die verheerendste, größte Pandemie suchte von 1347 bis 1352 ganz Europa heim.

Die Epidemie hatte 1347 von Nordafrika auf Sizilien übergegriffen und sich im Lauf der folgenden drei Jahre über ganz Europa bis nach Island ausgebreitet. Der "Schwarze Tod forderte schätzungsweise 25 Millionen Todesopfer, d. h. etwa ein Drittel der Bevölkerung. Ganze Landschaften wurden entvölkert und dies hatte tief greifende Auswirkungen auf das Weltbild der mittelalterlichen Menschen und auf das Wirtschaftsleben.

Bis ins 18. Jahrhundert flackerte die Pest in Europa immer wieder in unterschiedlicher Ausprägung auf; die letzte große Epidemie ereignete sich 1665/1666 in London und forderte hier zehntausende Todesopfer. 1894 nahm eine erneute Pandemie in China ihren Ausgang. Durch Handelsschiffe wurde die Pest von Hongkong und Bombay aus in praktisch alle großen Häfen der Welt exportiert, kam nach Afrika, zu den pazifischen Inseln, nach Australien und Amerika; 1900 erreichte sie San Francisco. Heute tritt die Pest noch vereinzelt in Asien, Afrika, Südamerika und Australien auf; in Europa und Nordamerika ist sie so gut wie verschwunden. 1950 rief die Weltgesundheitsorganisation ein Programm zur weltweiten Pestbekämpfung ins Leben. 1994 fielen einer neuerlichen Pestepidemie in Westindien insgesamt 58 Menschen zum Opfer; diese Epidemie war offenbar durch eine neue Virusvariante ausgelöst worden.

Du: Bekämpfung:

Da im Mittelalter über die Pest recht wenig bekannt war, wurden zu ihrer Bekämpfung vielfältigste Mittel angewandt: zur 'Desinfektion' wurde von Essig, Rauch, Schwefel und Parfum (später wurde daraus das weltberühmte 'Echt Kölnisch Wasser' entwickelt!) Gebrauch gemacht. Doktoren in dicken Kostümen und mit Schnabelmasken öffneten die Pestbeulen der Kranken und ließen Eiter und Blut abfließen. Furchtlosigkeit wurde als oberstes Mittel gegen die Pest gepriesen.



Mehr als fünfzig verschiedene Pestheilige (darunter besonders der Heilige Sebastian und der Heilige Rochus) wurden angerufen. Isolation und Quarantäne wurden eingesetzt. Dies erwies sich als etwas vom Wenigen, das wirksam war. Jede Stadt führte die Quarantäne, normalerweise vierzig Tage lang, an allen Fremden durch und Kranke wurden isoliert. Ein schlechtes Zeichen waren die Pestkarren, die die Toten gleich karrenweise aus der Stadt zu den Pestlöchern transportierten:

Zeichen dafür, dass an einem Tag oft Tausende von Toten weggebracht werden mußten. In diesen Pestlöchern fanden Massenbeerdigungen auf zum Teil makaberste Art und Weise statt: die Toten wurden lagenweise in die Löcher geworfen, mit Erde bedeckt, um darauf die nächste Lage Tote zu werfen. Wurden die Toten noch einzeln beerdigt, so kamen spezielle Pestsärge zum Einsatz: sie besaßen an der Unterseite zwei Klappen, durch die der Tote ohne großen Aufwand ins Grab befördert werden konnte, und der Sarg war einsatzbereit für den nächsten Toten.

Heute stehen gegen die Pest wirkungsvollere  Methoden zur Verfügung: ist die Krankheit bereits ausgebrochen, kann sie durch verschiedene Antibiotika gestoppt werden. Ist mit einer Ansteckung zu rechnen (Reise in ein befallenes Gebiet), gewährleistet eine Impfung einen fünfmonatigen Schutz. Diese Schutzimpfung sind normalerweise abgetötete Pestbakterien. Ansonsten sind Quarantäne, Isolation und die Bekämpfung der Ratten die wirksamsten Methoden zur Bekämpfung der Pest.

Ich: 

Sozialen Auswirkungen: Die großen Seuchenzüge des Mittelalters hatten auch vielfältige soziale Auswirkungen zur Folge: die Menschen verliesen ihre Familien und Freunde, um sich vor einer Ansteckung zu schützen, und der Egoismus begann, um sich zu greifen. Besonders Adelige konnte sich die Flucht leisten und waren die ersten, die ihre Heimat verliesen. Durch den somit entstandenen Mangel an Arzten und Priestern wurde die Not im Volke nur noch größer: die Leute wurden nicht mehr behandelt und gepflegt, erhielten die Sakramente, besonders die Letzte Ölung, nicht mehr und starben physisch und psychisch total abgewrackt.

Teilweise ereigneten sich richtige Tragödien: Mütter schlugen ihre Kinder zu Tode, damit diese nicht den brutalen Tod erleiden mußten, Männer beerdigten sich selbst bei lebendigem Leibe, um nicht vor dem Sterben von Mäusen, Ratten oder Würmern angefressen zu werden.

Der Staat begann, Menschenansammlungen, darunter sogar Gottesdienste, zu verbieten, was dazu führte, dass die Vergebung aus der Ferne erteilt wurde und das Abendmahl auf zwei Meter langen Löffeln gereicht wurde. Auch erste Hygienevorschriften wurden in dieser Zeit angeordnet.

Allerdings versuchten die Behörden vielerorts das Auftreten der Seuche zu verheimlichen und wenn nötig zu vertuschen: man wollte die Handelsbeziehungen mit anderen Städten nicht gefährden und die Panik im Volk möglichst verhindern.

Viele Leute lebten nun, im Angesichte eines furchtbaren Todes, viel bewußter, was auch erfreuliche Auswirkungen zur Folge hatte. So stammen die prächtigsten Beispiele von Prozessionen und Umgängen aus der Zeit des Barock und sind eine direkte Reaktion auf die große Zahl von zum Teil Tausenden von Toten täglich. Diese wunderbaren Prozessionen zu Ehren verschiedener Heiliger und der Gottesmutter Maria führten durch sämtliche Straßen der Stadt, wurden von allen einigermaßen gesunden Einwohnern besucht und dauerten meist den ganzen Tag. Während dieser Tagen läuteten die Kirchenglocken ununterbrochen und Tausende von Gebeten wurden zum Himmel geschickt.

Manche Leute blieben den ganzen Tag in der Kirche, andere begannen ihre Sünden zu beichten und sich dafür zu geißeln (Flagellanten); Judenverfolgungen griffen um sich, vielerorts wurden sämtliche Haustiere geschlachtet, Totentänze wurden aufgeführt, Plünderungen waren an der Tagesordnung. Auch mißbrauchten einige Herrscher die Panik in der Bevölkerung für ihre eigenen Interessen. Und in Avignon wurden 1722 einige Krankenschwestern entlassen, da sie die Pest für ihr persönliches Vergnügen mißbraucht hatten: sie spielten mit den Pestleichen Bockspringen!

In dieser Zeit entstanden sehr viele Bilder mit Pestmotiven (von brutal bis makaber), die oftmals, besonders die Altarbilder, bis heute erhalten geblieben sind. Ebenfalls aus dieser Zeit stammen die sehr populären 'Schutzmantel-Madonnen'.


Du: 

Die Pest in Wien

Einer großen, berühmten Epidemie ist hier noch zu gedenken, der Pest von Wien, 1678/79. Wien war zuletzt 1654/55 von der Pest heimgesucht worden, die hölzerne Pestsäule am Graben, welche 1662 errichtet wurde, erinnert noch heute daran.  1678 brach die Pest in Wien erneut aus, und zwar in den Teilen der Leopoldstadt, die häufig von der Donau überflutet waren. Dass es die Pest war, versuchten die Behörden zunächst zu vertuschen, wie man dies gewöhnlich tat.




Im Januar 1678 erließ die Regierung eine neue Infektionsordnung. Als in der warmen Jahreszeit die Pest aufflackerte und der Tod sein Leichentuch über Wien legte, flohen die Bürger scharenweise aus der Stadt, der kaiserliche Hof zunächst nach Mariazell, später sogar bis nach Prag. Die Verordneten der Stände, die für das Sanitätswesen zuständig waren, flüchteten nach Krems und sind trotz Androhung der Suspendierung bis Jänner 1680 verblieben.

Das öffentliche Leben erlosch und die Schulen wurden geschlossen. Nun geschahen all die Dinge, die man inzwischen kennt: Niemand war bereit, den Pestkranken zu helfen. Die Chirurgen, so heißt es, mußten gefesselt zu den Kranken hingeschleppt werden. Keiner wollte die Toten wegschaffen. Der Polizeichef der Stadt, ein Prinz Schwarzenberg, der zugleich von der Regierung zum Vorsitzenden der Pestkommission bestellt wurde, zwang inhaftierte Verbrecher, die Leichen aus den Häusern zu holen und zu beerdigen. Schwarzenberg griff hart durch. Aufsässige, räuberische Pestknechte ließ er aufknüpfen. Er ließ aus seinem Vermögen Pestlazarette errichten. Seine aufopferungsvolle Tätigkeit brachte ihm den Namen Pestkönig ein.

In der letzten Septemberwoche, als die Sterblichkeit ihren Höhepunkt überschritten hatte, wagte sich der Hof zurück. Ein feierliches Hochamt sollte das Ende dieser Epidemie anzeigen, die freilich noch im Oktober 20 bis 3o Tote wöchentlich forderte, zuvor waren es 200 bis 300 gewesen. Es erging das Gelöbnis von Kaiser Leopold I., der Dreifaltigkeit zum Dank eine Marmorsäule (Abb. 11) zu errichten, dies geschah, neben der älteren Pestsäule aus Holz, zwischen 1687 und 1693.

Die Pestsäule am Graben

Im Jahre 1679 als Dank für das Ende der Pest von Kaiser Leopold I. gestiftet. Der Herrscher ist auf der Säule in kniender Haltung dargestellt. Er, der mächtigste Mann in seinem riesigen Reich, beugt sich demütig im Gebet.

Als man Bilanz zog am Ende dieses Jahres, da fand man, dass Wien niemals mehr Menschen innerhalb eines einzigen Jahres verloren hatte. Mehr als 70.000 Tote. Wiens Umgebung blieb nicht verschont von dem Übel, ebensowenig wie andere Städte. In Graz herrschte die Pest 1680, zuvor schon im Waldviertel, wo manche Mariensäule mit den Pestheiligen St. Sebastian und Rochus und der hl. Rosalia an sie erinnert.

Über die Waldregionen am Rande des Böhmischen Kessels griff die Seuche weiter, nach Böhmen und in den Osten Deutschlands. Sie wütete 1680 in Prag nicht weniger heftig als zuvor in Wien.

Ich:

Sage des Lieben Augustin:

Die Sage berichtet, Augustin hätte vor ungefähr 300 Jahren gelebt und ein schauriges Erlebnis zur Pestzeit gehabt.

Damals spielte Augustin mit seinem Dudelsack jeden Abend in den Wirtshäusern auf. Und wie es so üblich war, zahlten ihm die Gäste oft ein Gläschen Wein für seine Kunst. Eines Abends hatte er etwas zu viel Wein getrunken. Am Heimweg rutschte er in der finsteren Nacht aus und schlief einfach auf der Gasse ein.

Doch die Pest hatte schon so viele Menschen hinweggerafft, dass die Pestknechte mit dem Bestatten der vielen Toten nicht mehr nachkamen. Sie liefen durch die Gassen und luden die verstorbenen Menschen auf Karren, die sie zu den riesigen Pestgruben vor die Stadtmauer brachten. Auch der schlafende Augustin wurde in der Schnelligkeit für einen Pesttoten gehalten, zu einer Grube in der Vorstadt St. Ulrich geschleppt und dort hineingeworfen.

Doch wie erschrak der Sackpfeifer Augustin, als er am nächsten Morgen inmitten der Leichen erwachte! Er war über seine Lage entsetzt, denn wie sollte er da je wieder herauskommen? Die Wände der Grube waren zum Klettern viel zu hoch. Doch Augustin verzweifelte nicht. Er war ein fröhlicher Geselle, auch in der größten Not. Sein Musikinstrument hatte er noch bei sich und mit dem spielte er, so laut er konnte. Da hörten ihn die Pestknechte und zogen ihn verwundert wieder heraus. So wurde Augustin durch seine Musik gerettet.

Sein Lieblingslied '0 du lieber Augustin, alles ist hin' sangen und pfiffen die Leute so gerne, dass sie es bis heute noch populär ist.

UND WAS IST WAHR AN DIESER GESCHICHTE?

Zwar gab es im alten Wien einige Musikanten, die mit dem Vornamen Augustin hießen, doch haben die Wiener diese Geschichte erfunden. Es stimmt, dass man zur Pestzeit furchtbare Angst hatte, lebendig begraben zu werden. Das Lied '0 du lieber Augustin ' stammt aber nicht aus der Pestzeit, sondern wurde ungefähr 100 Jahre später als Theaterlied gedichtet. Trotzdem erzählen noch heute einige Leute mit Augenzwinkern, dass der liebe Augustin so gerne im Griechenbeisl (Wien 1, Fleischmarkt 11) aufgespielt hätte.










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