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Industrialisierung




Industrialisierung

Die Industrialisierung beschreibt vorwiegend die Umwandlung einer Agrargesellschaft in eine Industriegesellschaft. Es ist eine tiefgreifende soziale und politische Veränderung. Lebens- und Arbeitsverhältnisse werden grundlegend geändert. Sie ist gekennzeichnet durch schnelle Veränderungen in der Produktionstechnik, Wirtschaft und Gesellschaft. Es können jetzt Massen produziert werden in Fabriken mit Hilfe von Maschinen. Natürliche Rohstoffe, wie zum Beispiel Eisen oder Kohle werden erstmalig in großen Mengen benutzt. Das entstandene Fabriksystem, führt zu einer hohen Produktivität. Die Industrialisierung Europas, beginnend in Großbritannien, wurde durch die systematische Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse im Bereich der Güterproduktion möglich. Mit dem Zuzug von Arbeitskräften begann eine Welle von Städtegründungen, die man bis dahin nicht gekannt hatte. Die Industrialisierung führte zur Auflösung der überkommenen Gesellschaftsordnung, es entstand eine Klassengesellschaft, die vom Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit beherrscht wurde.



Geschehen in Sachsen

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Sachsen zum modernsten und innovativsten Wirtschaftsraum Deutschlands. Ein Umstand, der bis heute z.B.: im wirtschaftlichen Stellenwert der industriellen Produktion und im Erscheinungsbild sächsischer Städte und Dörfer erkennbar geblieben ist. Am Ende des 18. Jahrhunderts, zum Bespiel, führte die Ausweitung der Textilproduktion zu einer Hochkonjunktur, diese erste Wirtschaftswelle, könnte man schon als Anfänge der Industrialisierung ansehen. 1806 begünstigte Napoleon durch die Kontinentalsperre und der Ausgrenzung Englands am Handel die sächsische Textilproduktion noch weiter. Zwischen 1800 - 1830 lassen sich zahlreiche Unternehmungsgründungen verfolgen. Sie zogen sich vom Erzgebirge über das Vogtland.

Durch den Wiener Kongress und dessen Konsequenzen, hat Sachsen über 3/5 seines Territoriums verloren und durch den Verlust der Hälfte der Bevölkerung, auch extrem viele Arbeitskräfte und Industriegebiete abgeben müssen. Faktoren die die Industrialisierung begünstigten waren zum Beispiel der Übergang zum Verfassungsstaat, die Urbanisierung, das Volksschulgesetz und neue soziale Ordnungen.

Manufakturen, Fabrik- und Verlagssystem

a) Funktionsweise des Verlagssystems


Handwerk                                         Verlag                                                           Industrie


Manuelle Produktion                                                                  maschinelle Produktion


               Spezialisierung im Branchenbereich                                                       Hoher Grad der Arbeitsteilung


Komplexe Fertigungs-                                                 Aufsplittung der Arbeitsschritte

gänge vom Roh- zum

Fertigprodukt

eigener Einkauf der                                      

Rohprodukte                                                   Einkauf von Rohprodukten durch den Auftraggeber


Eigene Vermarktung                       Bindung des Arbeitenden an                        Kein Bezug des Arbeiters zum

                                                           Den Abnehmer des Fertig-                           Fertigprodukt

                                                           produkts


               Einheit von Produktions- und Wohnstätte                                             Trennung von Produktions-

                                                                                                                                     Und Wohnstätte


Vielfalt der individuellen Produktionsstätten                                       Konzentration der Arbeits-

                                                                                                                                     plätze in Fabriken


umfangreiche und

hochspezialisierte                                          Erledigung von Arbeitsschritten durch angelernte Arbeiter

Ausbildung


b) Von der Manufaktur zur Fabrik: Baumwolle

Die sächsische Baumwollmanufaktur, ihre rückständigen handwerklichen Grundlagen und ihr noch zunftmäßig organisiertes Verlagssystem befand sich über Jahrzehnte in einer schweren Strukturkrise mit außerordentlich schwerwiegenden sozialen Konsequenzen für den inzwischen stark angewachsenen Arbeiterstand. Doch das Bestreben und der Eifer der Sachsen, die englischen Fortschritte in ihr Land zu holen, eröffnete Chancen, Produktionsniedergang und Massenarbeitslosigkeit an der Wende zum Industriezeitalter zu überwinden. Dazu bedurfte es der Errichtung wettbewerbsfähiger Maschinenspinnereien zur Herstellung feinerer Garne und - trotzt der zeitweiligen Blüte des eigenen Kattundrucks - der Einführung des modernen Walzendrucks von John Bell.

Während der Kontinentalsperre erlebte die Mulespinnerei in Sachsen ihre frühe Aufschwungphase und drängte andere Spinnmaschinentypen in den Hintergrund.

Infolge der begrenzten Stärke der Wasserkräfte, für viele Betriebe ungenügend, waren der Entfaltung der sächsischen Baumwollspinnerei in ihrer Betriebsgrößenentwicklung

von vornherein Schranken gesetzt. Sie zu überspringen bedurfte es mehr Kapital und Wagemut, als offenbar die entmutigende "niederdrückende Conncurrenz der Engländer" in Sachsen zuließ. Dennoch schob sich die sächsische Baumwollspinnerei mit ihrer ungenügenden Kapitaldecke nach der Zahl ihrer Spindeln, ihrer Produktions- und Beschäftigungskapazität an die Spitze der deutschen Baumwollindustrie, entwickelten sich die protoindustriellen Standorte der sächsischen Baumwollmanufaktur zur wichtigsten deutschen Kattunregion.

Moderne Fabriken erwuchsen in der Regel aus neuer Wurzel. Der Industrialisierungsprozess während des 19.Jahrhunderts offenbarte sich im Bereich der Baumwollindustrie Sachsens in erster Linie in der Abfolge der Neugründungen von Fabriken und deren sukzessive, wenn auch zögernde technische Modernisierung, während sie die Kontinuität zwischen Manufaktur und Fabrik als nur sehr schmaler Pfad erwies.



Über den Aufschwung der Baumwollindustrie, entwickelte sich Sachsen zum ersten deutschen indutriestaat.

Eisenbahn in Sachsen

Sowohl die sächsische, als auch die Gesamteuropäische Wirtschaft, verdankt ihren Aufschwung der Erfindung der Eisenbahn. Speziell für Sachsen bedeutet sie auch, durch die führende Rolle Chemnitz' in der Eisenbahnherstellung, einen bedeutenden Wirtschaftszweig.

Die Stadt Leipzig ist ein zentraler Eisenbahn - Knotenpunkt Deutschlands. Zahlreiche Eisenbahnstrecken führen von hier in andere Städte der Region, Deutschlands und Europa. Bereits in der Konzeption von Friedrich List für ein deutsches Eisenbahnnetz, war Leipzig die Rolle des zentralen Knotens zugedacht. Von hier aus sollten sternförmig Eisenbahnstrecken in alle Himmelsrichtungen führen und sämtliche Regionen Deutschlands miteinander verbinden.

Die Idee einer Eisenbahn, die Leipzig mit Strehla verbinden sollte, wurde schon vor 1830 von dem Leipziger Kramermeister C.G.Tenner geäußert. Im Jahr 1835 wurde die "Leipzig - Dresdner Eisenbahn - Compagnie" unter Vorsitz des Bankiers G. Harkort gegründet, der bereits 1836 mit dem Bau der ersten Fern - Eisenbahn Deutschlands, der (Leipzig-) Dresdner Eisenbahn, begann. Sie wurde schließlich 1839 eröffnet. Die 120 km lange Strecke führt von Leipzig aus über Oschatz und Riesa nach Dresden. Als Anfangspunkt in Leipzig, diente der Dresdner Bahnhof, der 1910/1915 durch den Hauptbahnhof ersetzt wurde.

Die Schienen und Eisenbahnen jedoch, importierten sie zuerst aus England, da in Sachsen beziehungsweise Deutschland die Metallverarbeitung, aufgrund des Rohstoffmangels, stagnierte. 1870 hatte Sachsen das dichteste Eisenbahnnetz Deutschlands. Die Bedeutung erkennt man an der Vervielfachung der transportierten Güter.

Sächsisches Bankwesen

In Sachsen wurden während der Industrialisierung immer mehr Fabriksparkassen gegründet: Arbeitern wurde ein Teil des Wochenlohns abgezogen, der auf ein Sparbuch eingetragen wurde. Zehn Prozent wurden für eine "Krankenkasse" verwendet. Die restlichen 90 Prozent des abgezogenen Geldes, erhielt der Arbeiter erst, wenn er mindestens fünf Jahre der Fabrik angehört hatte. Verließ der Arbeiter die Fabrik früher, ging ihm auch das Geld verloren.

1821 wurde in einer Ständeschrift die Einführung von Sparkassen in Sachsen verlangt, 1822 forderte die Regierung die sächsischen Städte zur Gründung von Sparanstalten auf. 1825 wurde in Leipzig die erste Sparkasse gegründet. Gab es 1845 insgesamt 31 Sparkassen, so waren es 1879 174 und 1900 283. Von Anfang an war es das Ziel, den ärmeren Teil der Bevölkerung Gelegenheit zum Sparen zu geben und das Geld sicher und mit Zinsen (Im Durchschnitt 2,6%) anzulegen. Die meisten Benutzer von Leipziger Sparkassen waren Dienstboten, Arbeiter, Handwerksgesellen, Lehrlinge und Kinder. 1914 besaßen 70 Prozent der sächsischen Bevölkerung ein Sparkonto.

Besondere Formen dieser Art, sind die Leipziger Bank und die Dresdner Bank.

Die Leipziger Bank wurde am 05.09.1838 als Privatbank (erste private Notenbank Sachsens) mit der Rechtsform einer Aktiengesellschaft gegründet. Zu ihren Gründern gehörten die Leipziger Kaufleute und Bankiers J.M.A. Doufour - Féronce, G. Harkort und W. Seyfferth. Bis zum Jahr 1876 war die Leipziger Bank ausschließlich eine Notenbank. Ein riskantes Geschäft mit einer Kasseler Industriefirma sowie Aktienspekulationen führten Ende Juni 1901 ("Schwarzer Dienstag") zu einem Fehlbetrag von 40 Millionen Goldmark und zum Zusammenbruch der Leipziger Bank. Am 26.06.1901 wurde der Konkurs eröffnet.

Die Dresdner Bank wurde am 12. 11.1872 in Dresden gegründet. Unter den 17 Gründern befinden sich Carl Freiherr von Kaskel, Felix Freiherr von Kaskel und Eugen Gutmann. Aufgrund der Konkurrenz und des Zuwachs an Fabriken legten sie den Standort auf Dresden fest.

Die Wirtschaftskrise, die in Verbindung mit dem Gründerkrach stand, war durch das ungeheuere Ausmaß an Spekulationen nach der Reichsgründung entstanden. Viele Unternehmen und Banken meldeten Konkurs an. Aber die Direktoren der Dresdner Bank führten sie sogar noch mit Zugewinn an Immobilien durch dieses Ereignis. In dieser Zeit haben sie auch ihre erste außersächsische Bank aufgekauft. Damit konnte die Geschäftsbasis deutlich vergrößert und das Geschäftsvolumen aufgehoben werden. Das anfänglich private Unternehmen hat sich zu einer der größten Banken, Deutschlands entwickelt. Um 1900 hatte die Dresdner Bank unter den deutschen Banken das größte Filialnetz.

Chemnitz als "sächsisches Manchester"

Das Im Mittelpunkt Sachsens liegende Chemnitz bildete das Zentrum der sächsischen Industrie und war das Musterbeispiel einer durch die Industrielle Revolution geprägten Fabrikstadt, deren Antlitz vor allem Werkanlagen bestimmten und deren Lebensrhythmus die Dampfpfeifen der Fabriken regelten. In den Jahren zwischen der bürgerlich - demokratischen Revolution 1848/49 und der Reichsgründung 1871 erhielt Chemnitz den Beinamen "sächsisches Manchester".

In den fünfziger und sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts entwickelte sich vor allem der Maschinenbau, der Chemnitz nationale und internationale Bedeutung verlieh. Der Chemnitzer Maschinenbau, welcher den wachsenden Bedarf an Dampf-, Spinn-, web- und Wirkmaschinen befriedigte, beschäftigte 1861 bereits über 3000 Arbeiter.

Nachdem viele weitere Unternehmen gegründet wurden und weiter Entwicklungen den technischen Fortschritt förderten, hatte Chemnitz die führende Stelle im Bau von Arbeitsmaschinen für die Textilindustrie inne. Diese Maschinen hatten in Sachsen, mit zahlreichen Textilbetrieben, ein besonders günstiges Absatzgebiet gefunden.

Als die durch den nordamerikanischen Bürgerkrieg ausgelöste Baumwollkrise in den sechziger Jahren zahlreiche Spinnereinen vernichtete, verlor der Spinnereinmaschinenbau seine Bedeutung innerhalb des Maschinenbaus. Um so größeres Gewicht gewann der Bau von Arbeitsmaschinen für die Werkzeugherstellung. 1848 hatte Johann Zimmermann in einem kleinen Unternehmen mit dem Bau solcher Erzeugnisse begonnen. Damit war Chemnitz die Geburtsstätte des deutschen Werkzeugmaschinenbaus geworden. Die Erfolge die Zimmermann im Bau von Bohrmaschinen und Drehbänken nach englischen Vorbildern errang, gaben Anlass zur Gründung zahlreicher weiterer Fabriken Für Werkzeugmaschinenbau.

Mit der Londoner Weltausstellung 1862 wurde der Ruf des Chemnitzer Maschinenbaus entgültig begründet. Die dort ausgestellten Maschinen von Johann Zimmermann standen den bisher führenden englischen Modellen in keiner Weise nach und zeichneten sich überdies durch niedrigere Preise aus. Die Werkzeigmaschinen Englands wurden nunmehr zunehmend vom deutschen Markt verdrängt und die Chemnitzer Erzeugnisse gehörten zu den begehrtesten in aller Welt. Der Auf- und Ausbau nationaler Eisenbahnnetze und steigender Bedarf für Rüstungsproduktion wirkten auf die Entwicklung des Werkzeugmaschinenbaues besonders stimulierend.

Jahr                           Arbeiterzahl                         produzierte Maschinen im Zentrum


1858                           150                                         4700

1860                           200                                         6800

1862                           300                                         12800

1864                           480                                         20000

1866                           600                                         24000

1869                           900                                         50900

1870                           950                                         60000

Aus diesen Zahlen wird nicht nur das rasche Wachstum des Unternehmens deutlich, sondern auch deutlich, welch große Menge an eisen der Maschinenbau benötigte. Zur Befriedigung des Bedarfs an Gussteilen, entstanden deshalb zahlreiche Geißbetriebe.

Eine Reihe von Werken stellte Dampfmaschinen und -kessel her. Die Hartmannsche Fabrik besaß eine beachtliche Abteilung für den bau von Lokomotiven, aus der 1858 bereits die 100. Lok hervorging.

Als in den sechziger Jahren der Bau von Spinnereimaschinen an Gewicht verlor und eine Welle von Brauereigründungen einsetze, wurde auch der Brauereimaschinenbau ein wichtiger neuer Produktionszweig des Chemnitzer Maschinenbaus.




Soziale Frage

Wie überall in Deutschland kam es durch die Industrialisierung auch in Sachsen zu einer starken Veränderung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse. Am Beispiel Leipzigs kann man es versuchen zu betrachten.

Um 1890 betrug die Arbeitszeit in den Plagwitzer und Lindenauer Fabriken noch zwischen 10 und 12 Stunden pro Tag. Dazu kam ein Arbeitsweg, der zwischen ein bis zwei Stunden betragen konnte. Über die Hälfte des Tages verbrachte der Arbeiter in der Fabrik und auf dem Arbeitsweg. Die Beschäftigten des polygraphischen Gewerbes kamen bereits um 1900 in den Genuss einer neunstündigen täglichen Arbeitszeit. Die Maschinenbaufabriken und andere Industriezweige folgten bald nach.

Die Löhne wuchsen in Leipzig seit etwa 1870 beständig an: Ein Schlosser verdiente 1877 15,60 Mark 1885 19,20 Mark in der Woche. Frauen verdienten bei gleicher Arbeit weniger als Männer:

            Textilindustrie:                                7,20 Mark pro Woche (Männer 14,50 M.)

            Maschinenindustrie:                       7,10 Mark pro Woche (Männer 16,30 M.)

            Polygraphisches Gewerbe: 7,80 Mark pro Woche (Männer 17,50 M.)

Arbeiter in Leipziger Buchbinderei erhielten 1889 bei 13 Arbeitsstunden pro tag Wochnlöhne von bis zu 55 Mark. Das war für diese Zeit absoluter Spitzenverdienst. Die Zahl der Arbeiter, die einen Wochenlohn über 15 Mark hatten, nahm auf fast das doppelte zu (1889: 30628, 1896: 57923 Arbeiter).

Neben Hamburg, Berlin und München wies Leipzig die höchsten Arbeiterlöhne auf. Es gab neben der Schicht recht gut verdienender Arbeiter aber eine Arbeiterschicht, die am Existenzminimum lebte. Die Leipziger Chemie - Industrie zum Beispiel zahlte fast die niedrigsten Löhne im Deutschen Reich.

Die Unternehmer begannen damit, Fabrikkrankenkassen einzurichten: Die Arbeiter mussten, wenn sie neu in eine Fabrik kamen, Mitglied in der Betriebskrankenkasse werden. Ein teil des Arbeitslohnes wurde einbehalten. Im Krankheitsfall wurde von diesem Geld der Arzt und die Medikamente bezahlt. Auch wurde ein Krankengeld gezahlt. Versichert war außerdem die Familie des Arbeiters. Neben den betrieblichen Krankenkassen schufen die Leipziger Unternehmer auch Arbeiterunterstützungskassen, Sterbekassen, Invalidenkassen oder Pensionskassen.

Johann Andreas Schubert

                                   Johann Andreas Schubert wurde am 19. März 1808 als Sohn

                                   einer armen Bauernfamilie im vogtländischen Wernesgrün

                                   geboren. Später kam er zu einer Leipziger Pflegefamilie, welche

                                   ihm eine gute Ausbildung ermöglichte. Während des Studiums

                                   an der Bauschule der Dresdner Kunstakademie trat Schumanns

                                   außergewöhnliche Begabung zu Tage.

                                   Der Mathematiker Professor Fischer nahm J.A. Schubert als

                                   Famulus an die 1828 gegründete technische Bildungsanstalt

                                   Dresden mit, wo dieser seine Chancen nutze und den Unterricht im Fach Maschinenbau praktisch und zunehmend theoretisch entwickelte.

In Dresden gründete er 1836 in Übigau eine Maschinenbau-Aktiengesellschaft. Das Unternehmen produzierte vor allem leistungsfähige Dampfkessel und spielte eine wesentliche Rolle für die Entwicklung der sächsischen Industrie. Hier entstand auch der Kessel für Schuberts Dampflokomotive SAXONIA, die 1839 als erste deutsche Dampflokomotive anläßlich der Einweihung der Eisenbahnstrecke Dresden-Leipzig in Dienst gestellt wurde.
Die technische Vielseitigkeit Schuberts, der auch den ersten sächsischen Elbdampfer 'Königin Maria' baute, nutzte der Technischen Bildungsanstalt Dresden außerordentlich. Schubert übernahm neben der Mechanik auch die Fächer Baukunde, Straßen- und Wasserbau und wurde zum ersten Vertreter des Bauingenieurwesens an der Vorgängereinrichtung der heutigen Technischen Universität Dresden.

Die erste deutsche Dampflokomotive 'Saxonia' mit Schlepptender, entwickelt und gebaut im Jahre 1838 unter Leitung von Prof. Johann Andreas Schubert in der Maschinenfabrik Übigau bei Dresden

Richard Hartmann

                                   Am 08. November 1809 wird Richard Hartmann als Sohn eines

                                   Weißgerbers im Elsass geboren. Nachdem er eine Lehre zum

                                   Zugschmied gemacht hatte und 1832 seine Wanderschaft

                                   startete, gelangte er nach Chemnitz. Dort arbeitete er in

                                   verschiedenen Unternehmen, unter anderem auch in einer

                                   Maschinenbaustätte von Haubold, wobei er sein technisches

                                   Talent mehrfach unter beweis stellen konnte. Er hatte keinerlei

                                   Vorbildung und fertigte trotzdem Werkzeuge und Kleinmaschinen

                                   an. Nach einer Lokomotivenausbildung in England gründete er

                                   1837 eine Werkstatt zu Reparatur von Spinnereimaschinen. Ab

1842 war er dann Alleinunternehmer und bereitete den Lokomotivbau vor. Nach anfänglich finanziellen Problemen konnte er, dank seiner einflussreichen Beziehungen, ein Darlehen von 30000 Talern beziehen. Jetzt war er in der Lage die benötigten Maschinen aus England importieren zu lassen und produzierte ab 1848 Lokomotiven.

Gustav Harkort

                                   Gustav Harkort wurde am 03.03.1795 in Harkorten geboren. Er

war Bankier und Eisenbahn-Pionier in Leipzig.

Er kam im Jahr 1820 nach Leipzig. Gemeinsam mit seinem Bruder gründete er eine Firma, die Spedition und Kommission betrieb und mit englischen Garnen handelte.

Ende 1829 leitete er die Vorbereitungen für den Bau der Leipzig-Magdeburger Eisenbahn.

Am 03.04.1834 gehörte G. Harkort zu den Gründern des Eisenbahn-Comittées, das



die Konzeption des Konsuls F. List (1789-1846) zur Schaffung eines deutschen Eisenbahn-Netzes aufnahm und mit dem Bau einer ersten Strecke zwischen Leipzig und Dresden (Dresdner Eisenbahn) zu verwirklichen begann.

Im Dezember 1836 gehörte G. Harkort zu den Gründern der Leipziger Kammgarn­spinnerei AG, der ersten Leipziger Aktien­gesellschaft.

Im Jahr 1838 gehörte G. Harkort zu den Gründern der Leipziger Bank.

Am 29.08.1865 starb G. Harkort im Alter von 70 Jahren in Leipzig.

Gründerjahre

Die Vielfach auf den "Milliardensegen" seit 1871 fließender französischer Kriegskontributionen zurückgeführten "Gründerjahre" setzten schon 1866 ein. Nach dem preußisch-österreichischen Krieg war der Norddeutsche Bund entstanden, dem auch Sachsen angehörte. Von daher gingen kräftige Impulse für einen Wirtschaftsaufschwung aus. Zwischen 1867 und 1873 wurden in Deutschland 8060 km Eisenbahnstrecke neu gebaut. Die Roheisenproduktion wuchs von 1,39 auf 2,22 Mill. T (um 62 %), der Stahlausstoß von 1,04 auf 1,58 Mill. t (um mehr als 50 %) und die Steinkohlenförderung von 26,4 auf 36,4 Mill. t (um 38 %). Hinter diesen Steigerungsraten verbergen sich riesige Investitionsströme und Güterbewegungen. Kräftig stiegen auch die Aktienkurse an. Zwischen 1971 und 1873 schütteten die Banken bis zu 25 % Dividende aus. Aber auch die Großhandelspreise kletterten um 30,4 %, die Lebenshaltungskosten erhöhten sich um 25 %, schmerzhaft für die Konsumenten.

Wenn Sachsens Anteil an den genannten Führungssektoren der Industrieentwicklung auch relativ bescheiden war, so nahm es doch indirekt an ihrem Aufschwung teil. Vor allem erhielt sein Maschinenbau dadurch einen kräftigen Anstoß.

Nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 mündete die Konjunktur in ein geradezu rasantes "Gründungsfieber", eine Wirtschaftseuphorie, die auf die Reichsgründung folgte.

Gründerkrach

Der 1873 hereingebrochene "Gründerkrach", die deutsche Version der 2. großen Weltwirtschaftskrise, mündete in eine bis 1895 anhaltende Depression.

Sie war begleitet vom Zusammenbruch des europäischen Agrarmarktes 1875/76, der zur Dauerkrise der deutschen/westeuropäischen Landwirtschaft bis in unsere Zeit führte (und auch durch die Schutzzölle auf Getreide ab 1880 nur abgemildert, nicht aber überwunden werden konnte) und von der "Großen Deflation", einem Preisverfall, der vor allem die Führungssektoren traf. Sie reagierten mit Rationalisierungsmaßnahmen, setzten gleichfalls Schutzzölle durch und fingen die Schwäche des Binnenmarktes mit gesteigertem Export ab.

Vom Ausmaß des "Gründerkrachs" zeugen:

Die Panik auf dem Kapitalmarkt: Betrug der Kurswert von 444 Aktiengesellschaften Ende 1872 noch 4,53 Mrd. M, so verfiel er bis Ende 1874 auf 2,44 Mrd. M. Über 2 Mrd. Hatten sich in wenigen Monaten in Schall und Rauch aufgelöst. Von 139 Kreditbanken wurden in wenigen Monaten 73 liquidiert!

Ein rapider Preisverfall von Industriewerten setzte ein:

 

1873

1874

Kohle

18 M/t

4,6 M/t

Koks

54 M/t

9 M/t

Stahlschienen

408 M/t

252 M/t

 

Manchmal rutschten die Preise unter die Produktionskosten. Der Zinsfuß sank auf den tiefsten Stand des 19.Jh. Der über die Marktbedürfnisse hinausgeschossene Produktionsausstoß führte zu enormem Druck auf das Preisgefüge. Die deflationäre Preisentwicklung führte aber zu anhaltendem Produktivitätsgewinn.

Das Wachstum hielt im ganzen weiter an. Stagnation und absoluten Produktionsrückgang gab es nur für relativ kurze Zeit und in einigen wenigen Branchen.

Quellen

Bücher

·       Siegfried Gerlach "Sachsen - eine politische Landeskunde"

·       Wendelin Szalai "Geschichte Sachsens"

·       Hans Münch "Industrielle Revolution in Sachsen"

·       Landeszentrale für politische Bildung Baden - Württemberg "Sachsen II"

Internetseiten

  • http://www.leipzig-lexikon.de/l2.htm?http://www.leipzig-lexikon.de/STRASSEN/02166.HTM
  • http://www.dresdner-bank.de/content/03_unternehmen/01_zahlen_fakten/02_historie/02_zeitleiste/1872_bis_1913.html
  • http://www.fundus.org
  • http://www.hausarbeiten.de/rd/faecher/download/gea/23495.html

·       http://www.geschichte-pirna.de/bis_1885.htm










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