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Mini-Facharbeit - Eiserner Vorhang in Europa



1.                    Vorwort

 

 

 

In dieser Mini-Facharbeit stelle ich das Zustandekommen des Eisernen Vorhangs da, sowie die mit ihm verbundenen Bündnisse, politischen und sozialen Auswirkungen.

Dabei habe ich  nicht nur die geschichtlichen Fakten aufgeführt,  sondern mir auch Gedanken über die Gefühle der Bevölkerung auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs gemacht und diesen abschließend nach eigener Meinung bewertet.

2.                   Eiserner Vorhang in Europa

2.1.                   Entstehung des Eisernen Vorhangs

'Ein eiserner Vorhang ist vor ihrer Front niedergegangen. Was dahinter vorgeht, wissen wir nicht. Es ist kaum zu bezweifeln, dass der gesamte Raum östlich der Linie Lübeck-Triest-Korfu schon binnen kurzem völlig in ihrer Hand sein wird." [1]

Dieses Zitat, vom britischen Premierminister Winston Churchill stammend, beschreibt bereits vier Tage nach Kriegsende, am 12. Mai 1945, die politische Lage Europas sehr pessimistisch, und sollte noch lange prägend sein. Prägend für einen Einschnitt in die Politik und Wirtschaft Europas und der Welt.

Im Februar 1945 kam es zu einem Treffen von Roosevelt, Churchill und Stalin zwecks Neuordnung Deutschlands und Europa bei der Konferenz von Jalta.

Bereits hierbei gab es erste Meinungsverschiedenheiten zwischen den Westmächten und der UdSSR. Ziel dieses Treffens war es, die  Besatzungszonen festzulegen, wobei Frankreich als Siegermacht  ebenfalls eine Besatzungszone zugeteilt wurde. Im Potsdamer Abkommen wurde das weitere Vorgehen im Fall Deutschland von Truman, Stalin und Churchill beschlossen, hierbei kam es erneut zu Differenzen.

Das Misstrauen wuchs ständig. Die USA betrachteten die Ausbreitung des Kommunismus und den Druck, den die UdSSR auf die Länder CSR, Polen , Bulgarien , Rumänien und Ungarn ausübte, mit großer Sorge. Die UdSSR sah die wirtschaftliche, politische und militärische Unterstützung westlicher Demokratien durch die USA als Weltherrschaftspläne des US-Imperialismus an. Um ihren Machtbereich zu schützen, errichtete die Sowjetunion eine mit Stacheldraht und Geschützstellungen gesicherte Barriere, die sich mitten durch Europa entlang zog, und auch Deutschland teilte, den Eisernen Vorhang.

2.2.                   Bündnisse in Ost- und Westeuropa

2.2.1.                                    Militärbündnisse

Mit der Errichtung dieses Schutzstreifens grenzte sich die Sowjetunion sich selbst und die sich unter ihrem Einfluss befindlichen Osteuropäischen Länder vom Rest von Europa ab, und die Spannungen zwischen der UdSSR und dem Westen stiegen.

Diese Differenzen erhielten einen ersten Höhepunkt in der Truman-Doktrin von 1947: "Ihren Höhepunkt erreichte die sich in den USA durchsetzende Politik der Stärke gegenüber der Sowjetunion mit der Rede des Präsidenten Truman am 12. März 1947 vor dem amerikanischen Kongress. Die 'Truman-Doktrin' zeichnete ein Bild von zwei Welten. Amerika hatte als wichtigster Repräsentant der 'freien Welt' gegen die UdSSR und ihre 'totalitäre Welt' anzutreten."[2]

Im Hinblick auf diese Spannungen gründet die USA 1949 in Washington den NATO-Pakt auf 20 Jahre. Angeregt durch die Koreakrise gründet der NATO-Rat ebenfalls 1949 die Europäische Verteidigungsgemeinschaft  (EVG), und 1954 dann in den Pariser Verträgen die Westeuropäische Union ( WEU ), mit der eine übernationale westeuropäische Armee gegründet wird. Diese Armee steht unter dem Oberbefehl der NATO.

1955 gründet die UdSSR als Antwort auf die westlichen Mächte den Warschauer Pakt, der alle unter sowjetischer Macht stehenden Länder im gemeinsamen Militärbündnis vereint.

Daraus folgt, dass direkt an der Grenze Eiserner Vorhang zwei weltumspannende Militärsysteme aufeinander treffen, und somit diese Grenze und die an ihr grenzenden Staaten die einzige Pufferzone zwischen den Supermächten sind. Die Abhängigkeit der einzelnen Staaten von ihren übermächtigen Bündnispartnern USA und UdSSR bestimmt den freien politischen Handlungsraum der einzelnen Staaten für die nächsten 40 Jahre.



2.2.2.                Wirtschaftsbündnisse

Im Rahmen der Truman-Doktrin schlug US-Außenminister George C. Marshall 1947 ein Europäisches Wiederaufbauprogramm (ERP) vor, welches auch unter dem Namen Marshallplan bekannt wurde. Mittels einer Luftbrücke wurde im Namen dieses Plans das von der UdSSR belagerte Berlin 1947- 1948 mit Lebensmitteln und Gütern von der USA beliefert.

Die UdSSR lehnt das "Instrument des Dollarimperialismus"[3] ab, auch Polen und die CSR verweigern ihre Teilnahme an der Pariser Marshallplan-Konferenz ( Juli-September 1947).

Mit dieser Weigerung des Ostens an den Aufbaumaßnahmen beginnt die wirtschaftliche Zweispaltung Europas. Auch die Gründung des Europäischen Wirtschaftsrates ( OEEC ) 1948 in Paris, der zur Verteilung der ERP-Mittel bestimmt war und in dem alle europäischen Länder bis zum Eisernen Vorhang vereint waren, erweitert diese Spaltung Europas.

Die Sowjetunion reagiert auf diese wirtschaftliche Separation mit der Gründung einer wirtschaftlichen Union  ihrerseits, dem Rat zur gegenseitigen Wirtschaftshilfe ( COMECON ) im Jahre 1949. In ihm werden alle Staaten östlich der Grenze vereint, auch für die Gründung des Warschauer Paktes (1955) gibt er entscheidende Impulse.

Diese beiden großen Wirtschaftsbündnisse geben die Initialzündungen für die Gründung einer Vielzahl von Zusammenschlüssen in Westeuropa, der Handel von West- nach Osteuropa wird nahezu eingestellt, der Eiserne Vorhang entwickelt sich zu einer Wirtschaftsblockade. Ein eher reiches Westeuropa und ein eher armes Osteuropa sind Folgen der "unwirtschaftlichen Sturheit von West und Ost"[4].

3.                    Auswirkungen des Eisernen Vorhangs

3.1.                          Soziale Auswirkungen in Europa

 

 

"Sichtvermerke und Zwangsumtausch, Gesichts- und Gepäckkontrolle, Beschlagnahmungen von Zeitschriften und peinliche Befragung nach Ziel oder Zweck der Reise vermittelten den Einreisenden aus dem Westen regelmäßig das Gefühl, rechtlose Bittsteller, ertappte Halbkriminelle oder unerwünschte Eindringlinge zu sein."[5]

Dieses Zitat von Prof. Dr. Münz aus dem Jahre 1999 zeigt meiner Meinung nach sehr gut die soziale Abgrenzung von Westeuropäern und Osteuropäern. In Osteuropa wurde der Westen als Feindesbild den Menschen vorgetragen, im Westen ebenfalls. Und am Grenzübergang wurde dieses Gefühl der Menschen nur noch verstärkt; die Menschen kamen sich bei einer derartig gründlichen Durchsuchung nach westeuropäischen, kapitalistischen Gütern und Ideengut durchaus als Feinde des Kommunismus vor.

In der Sowjetunion wurde der Bevölkerung das kapitalistische, westliche System ständig als Falsch eingepredigt, so versuchte man durch die Errichtung des "antifaschischtischen Schutzwalles" den Kontakt der eigenen Bevölkerung mit Westeuropäern zu verhindern, denn deren Lebensstandard und Lebensart widersprach allen Hinweisen auf Dauerkrise, Entfremdung und Elend in der kapitalistischen Marktwirtschaft. Doch die Selbstschussanlagen dieses Schutzwalles zeigten ins Innere des Landes, bei Fluchtversuchen wurde sofort das Feuer eröffnet, und der Eiserne Vorhang entwickelte sich zum Symbol der unüberwindbaren Grenze für Osteuropäer, statt für Westeuropäer.

Die sozialen Unterschiede der beiden Systeme zeigt auch dieses Zitat von Prof. Dr. Münz : "An die Stelle eigener Erfahrungen und Erkundungen im westlichen Ausland aber traten Fernsehbilder. Die Bewohner des Ostens drehten einfach ihre TV-Antennen Richtung Westen. Nicht ohne Folgen: die Tristesse des östlichen Alltags wurde plötzlich an der Hochglanz-Welt westlicher TV-Werbung gemessen. Zugleich aber öffnete das Westfernsehen die Chance zur kleinen Flucht via Bildschirm über die Grenze. Wer es sich aussuchen konnte, zog daher in den Einzugsbereich westlicher Fernsehsender oder baute sich zumindest ein Wochenendhäuschen in entsprechender Grenzlage."[6]




Hierbei wird die Sehnsucht der osteuropäischen Bevölkerung nach einem westlichen Leben gezeigt, welche auch die Errichtung des Eisernen Vorhangs und die Propaganda der Sowjetunion nicht eindämmen konnte.

Durch seine Errichtung wurde zum Einen den Westeuropäern eine Einreise erschwert oder davor abgeschreckt, zum Anderen wurde die eigene Bevölkerung nicht nur an einer Massenflucht in den Westen gehindert, sondern auch am Reisen. "Im eigenen Land eingesperrt zu sein, deprimierte viele Bewohner, nährte die Unzufriedenheit und kränkte das kollektive Selbstbewusstsein"[7]

 

4.                                Bewertung des Eisernen Vorhangs

 

Meiner Meinung nach ist die Errichtung des Eisernen Vorhangs durch die Sowjetunion ein großer Fehler gewesen. Durch ihn wurde der Traum von einem geeinten, friedlichen Europa nach dem 2. Weltkrieg zerstört; stattdessen wuchs die Furch vor einem neuen Krieg immer weiter, dass Misstrauen untereinander wurde neu gesät und in Osteuropa wurde jeder Verdächtige sofort als Feind des Systems eingestuft.

Statt durch Sturheit und Selbstüberheblichkeit Europa in zwei Hälften zu spalten, hätten sich Politiker auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs eine für beide Seiten vom Vorteil gewesene Lösung überlegen müssen. Somit war besonders die Bevölkerung in Osteuropa leidtragend in diesem Konflikt, Familien wurden getrennt und Freunde wurden durch Propaganda zu Feinden.

Abschließend würde ich sagen, dass man froh sein kann, dass nach mehr als 40 Jahren dieser Wahnsinn endlich beendet wurde, und die ersten Schritte zu einem vereinten Europa endlich getan wurden.



[1] www.chronik-der-wende.de/lexikon/glossar/glossar.htm

[2] www.bayern.de/HDBG/verfas/hbr20.htm

[3] dtv-Atlas Weltgeschichte; 34 Auflage; S. 523, z. 53-54

[4] www.culturprospectiv.ch/regions/berlin.htm

[5] Rede von Prof .Dr. Münz in Bregenz, 1999; www.culturprospectiv.ch/regions/berlin.htm

[6] Rede von Prof. Dr. Münz in Bregenz, 1999; www.culturprospectiv.ch/regions/berlin.htm

[7] Rede von Prof. Dr. Münz in Bregenz, 1999; www.culturprospectiv.ch/regions/berlin.htm










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