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Die Legende um Klaus Stortebeker




Die Legende um Klaus Störtebeker

 


I. Geschichtlicher Hintergrund

Der mecklenburgische Herzog Albrecht, seit 1363 König von Schweden, befindet sich mit der Dänenkönigin Margaretha im Krieg. Die Mecklenburger öffneten 1391 ihre Häfen Wismar und Rostock für "alle, die das Reich Dänemark schä­digen wollten" und führten mit Hilfe der Vitalienbrüder, einem Seeräuberhaufen, einen gnadenlosen Kaperkrieg gegen Dänemark. Nach dem  Friedensschluss zwi­schen Mecklenburg und Dänemark 1395, zogen sich die Vitalienbrüder auf die Insel Gotland zurück, von der sie durch die militärische Intervention des Hoch­meisters des Deutschen Ordens 1398 vertrieben wurden.



II. Störtebekers Herkunft

Man vermutet, dass er 1370 in Ruschwitz (Insel Rügen) geboren wurde. Wie er seine Kindheit und Jugend verbrachte ist nicht bekannt, weiterhin ist unklar wie er zu den Vitalienbrüder fand. Auch sein Name gibt Rätsel auf. Vielleicht ist er vom Plattdeutschen "Stürz den Be­cher" abgeleitet worden und erinnert für immer an ihn als einen standfesten Trinker.

III. Aktivitäten der Seeräuber

Von Gotland aus kaperten sie weiter Hanseschiffe. Die Hanse reagierte ungnädig: Es wurden Friedensschiffe zum Einsatz gebracht, die in ihrer Funktion aber reine Kriegsschiffe waren und den Piraten gefährlich zu Leibe rückten. Viele wurden geköpft, andere wurden eingesperrt und bei Wasser und Brot gehalten, bis sie star­ben. Die Vitalienbrüder mussten sich schleunigst nach anderen Jagdgründen umsehen und witterten in der Nordsee eine neue Chance für ihr einträgliches Ge­werbe. Die buchtenreiche Landschaft mit ihren vielen kleinen Häfen und vor­ge­lagerten Inseln bot geeignete Schlupfwinkel, und zudem gehörten die frie­sischen Städte nicht dem Bund der Hanse an. In einem kleinem Dorf namens Schaar, dem heutigen Wilhelmshaven, fanden sie Anfang 1396 Zuflucht bei einem der hiesigen Häuptlinge. Von Ostfriesland aus störten die Vitalienbrüder den hansischen Han­del, was die Hansestädte, vor allem Hamburg, im Jahr 1400 und 1401 veran­las­ste, mit Flottenverbänden gegen die Vitalienbrüder vorzugehen. In dieser Zeit mach­ten auch die Vitalienbrüderhauptleute Klaus Störtebeker und Goedeke Mi­chels von sich reden. Nach der ersten militärischen Intervention Hamburgs im Früh­jahr 1400 in Ostfriesland, ging Störtebeker nach Holland, Michels nach Nor­wegen. Von Holland aus fuhr Störtebeker  wahrscheinlich im Auftrag des Grafen


Holland nach Helgoland. Helgoland war der Vorposten und die Lauer­position, und bot den über 1500 Seeräubern Schlupfwinkel, Liegeplätze, eine unterirdische Schatzkammer, Proviant, willige Mädchen und eine Ope­­­­­­­ra­tions­­basis für den




Sommer. Von dort aus gefährdeten die Piraten, die sich fortan "Likedeeler" (Gleichteiler) nannten, was beinhaltete, dass die Beute zu gleichen Teilen untereinander aufgeteilt wurde, weiterhin den Englandhandel Hamburgs.

IV. Robin Hood der Ostsee

Bei den Armen war Störtebeker sehr beliebt, da er einen Teil der Beute unter ihnen verteilte. Auch davon handeln zahlreiche Legenden. So soll Störtebeker eines Tages durch ein rügenisches Dorf gegangen sein. Er sah vor einer Haustür eine Frau sitzen, die ein paar Beinkleider flicken wollte. Es fehlte ihr jedoch ein Stück Stoff dazu. Störtebeker warf ihr einen Lappen hin und als sie diesen um­wendete, klebten auf der Rückseite lauter Goldstücke. Das einfache Volk ver­stand diese Gaben als "ausgleichende Gerechtigkeit".

V. Das Ende von Störtebeker

 

Vor Helgoland wurde Störtebeker von den Hamburgern gefasst. Die Legende sagt, dass ein Verräter das Steuerruder seines Schiffes mit geschmolzenem Blei festgegossen haben soll womit es manövrierunfähig wurde. Ob er sich so leicht hat angeln lassen, ist fraglich. Trotzdem besiegte die Hamburger Flotte den zuvor lange Gejagten am 22. April 1401, 40 Piraten fielen im Kampf. Störtebeker wur­de mit 71 seiner Spießgesellen festgenommen. Kurz vor seiner Enthauptung am 20. Oktober 1401 in Hamburg, bat er den Henker um einen letzten Wunsch: Die­jenigen seiner Kumpanen sollten verschont werden, an denen er -kopflos- noch vorbeilaufen könne. Und, fast unglaublich, bei gut 11 Männern soll dies geglückt sein, bis ihm der Henker in Anbetracht geringer Entlohnung ein Bein gestellt ha­ben soll. Nach getaner Arbeit, als der Henker bereits knöcheltief im Blut stand, wurde er gefragt, ob er denn gar nicht müde sei. Keineswegs, soll seine Antwort gelautet haben, er sei so frisch, dass er noch den ganzen Ham­burger Rat enthaup­ten könne. Dieser unbedachte Ausspruch kam ihm teuer zu stehen - er kostete ihn den eigenen Kopf.    










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