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Spezialgebiet fur Geschichte - Die Pest



Spezialgebiet für Geschichte
Die Pest

Def.: Die Pest ist eine bakterielle Infektionskrankheit von Nagetieren, die meist durch Flohstiche z.B. von der Ratte auf den Menschen übertragen wird. Bei der Lungenpest erfolgt die Ansteckung durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch.
Bei der (Beulen-)Pest kommt es zwei bis sieben Tage nach dem Flohbiss zu hohem Fieber mit Schüttelfrost. Es bilden sich sog. Bubonen (große, weiche Lymphknoten, meist in der Leiste). Dazu kommen Kopf- und Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfälle, Hautblutungen und Absterben von Hautgewebe. Unbehandelt kommt es in der Hälfte der Fälle innerhalb von 2 bis 10 Tagen zu allgemeiner Sepsis und Tod. Wegen der dunkel schwarzblauen Hautverfärbung sprach man früher auch vom 'Schwarzen Tod'.
Die Lungenpest ist eine stürmisch verlaufende Lungenentzündung mit Fieber, Atemnot und Husten im Verlauf der Beulenpest oder nach der Tröpfcheninfektion. Unbehandelt ist diese Krankheit immer tödlich.


Geschichte der Pest:

Die Pest trat seit mindestens 3 000 Jahren immer wieder epidemienartig auf; Ausgangspunkt der Krankheit waren meist die zentralasiatischen Hochsteppen. In historischen Zeiten ist die Pest wiederholt aus diesem Dauerherd in schweren Seuchenzügen ausgebrochen und durch Wander- und Hausratten über Eurasien (Bezeichnung für die Landmasse, die aus Europa und Asien besteht) getragen worden. Bereits um 224 v. Chr. wurde in China von Pestepidemien berichtet, und auch im antiken Griechenland war bereits eine pestartige Krankheit bekannt. Vom 6. bis zum 8. Jahrhundert wurde Europa von den ersten Pandemien (Epidemien großen Ausmaßes) überrollt. Bis zu den Pandemien des 20. Jahrhunderts blieben dabei Mittel- und Südafrika, Australien und Amerika verschont. Berichte über das seuchenartige Auftreten der Pest reichen bis in die Antike zurück, lassen jedoch nicht immer eine eindeutige Identifizierung der beschriebenen Krankheit zu.

Die erste bekannte Pestepidemie ist die Pest der Philister, die sich zwischen 1100 und 100 vor Christus ereignete und im 1. Buch Samuels, Kapitel 5-6 in der Bibel beschrieben ist. Im siegreichen Kampf hatten die Philister die Bundeslade der Israeliten erobern können, doch dann entstand in ihren Reihen eine Seuche, bei denen die Erkrankten unter Beulen zu leiden hatten. Offenbar war die Seuche im Heer ausgebrochen und mit der Bundeslade weitergeschleppt worden. Sie wurde bis in die Städte Asod und von dort nach Gath weitergetragen. 'Da sie aber die Bundeslade nach Gath gebracht hatten, entstand durch die Hand des Herrn ein großer Schrecken in der Stadt. Er schlug die Leute, beide klein und groß, also daß an ihnen Beulen ausbrachen. Da sandten sie die Lade des Herrn gen Ektron. Da aber die Lade gen Ektron kam, schrieen die von Ektron: Sie haben die Lade Gottes hergetragen zu uns, daß sie uns und unser Volk töte. Denn die Hand Gottes machte einen sehr großen Schrecken mit Würgen in der ganzen Stadt. Welche Leute nicht starben, die wurden geschlagen mit Beulen, daß das Geschrei der Stadt auf gen Himmel ging' (1. Buch Samuels, 5. Kapitel, Verse 9-12, Übersetzung Luthers). Die Philister riefen eine Versammlung zusammen und man beschloß nach sieben Monaten, die Bundeslade mit einem Schuldopfer zurückzugeben. Das Schuldopfer bestand aus 'fünf goldenen Beulen und fünf goldenen Mäusen nach der Zahl der fünf Fürsten der Philister; denn es ist einerlei Plage gewesen über euch alle und eure Fürsten. So müsset ihr nun machen Bilder eurer Beulen und eurer Mäuse, die euer Land verderbet haben, daß ihr dem Gott Israels die Ehre gebet'. Nach dem Zurücksenden der Bundeslade ließ die Krankheit nach. Zweifellos handelte es sich bei der beschriebenen Krankheit um die Beulenpest. Bemerkenswert ist jedoch auch, daß man sich über die Funktion der Mäuse als Verbreiter der Pest im Klaren war. Die Antike verfügte also durchaus über seuchenhygienische Erkenntisse. Daneben finden sich weitere schriftliche Zeugnisse über das Auftreten der Krankheit, wie in Homers Ilias oder in den Pestschilderungen des Lukrez.

Bei der berühmtesteten und besten Seuchenschilderung des Altertums durch Thukydides, der "Pest von Athen" zur Zeit des Peleponnesischen Krieges um 430 bis 429 vor Christus ist es umstritten, ob es sich tatsächlich um eine Pestepidemie handelte, da charakteristische Symptome der Pest nicht erwähnt werden. Verschiedene Anzeichen weisen auf eine Art Fleckfieber hin. Ungeachtet dessen wird eindrucksvoll beschrieben, wie sich die grassierenden Seuchen auf das Leben in der Stadt auswirkten.

Die erste geschichtlich genauer bekannte Pestepidemie war die sogenannte Justinianische Pest, 542 nach Christus. Der Ursprung dieser Pestwelle ist vermutlich in Agypten zu suchen, von wo sie sich rasch auf ganz Europa ausdehnte. Die Folgen der Seuche waren gravierend; der Untergang des byzantinischen Reiches wird ihr zugeschrieben, da ihr mehr als die Hälfte seiner Bevölkerung zum Opfer fielen.

Nach dem Ausbruch der Seuche im 6. Jahrhundert wurde Europa in den folgenden 2 Jahrhunderten immer wieder von Pandemien überrollt. Die verheerendste, größte Pandemie suchte von 1347 bis 1352 ganz Europa heim, und sollte direkt die Weltgeschichte beeinflussen. Dieser Pestzug fand seinen Ursprung in China oder Indien (denn zwischen 1325 und 1351 gab es eine sehr lange andauernde Epidemie in Indien). Die Pest verbreitete sich über die Seidenstraße und andere Handelswege, sodaß 1347 in Konstantinopel die ersten Pestopfer dokumentiert wurden. Im gleichen Jahr brachten 3(!) Handelsschiffe die Pest nach Sizilien. 530.000 Menschen starben. Die Hafenstadt Catania wurde vollständig entvölkert, über Bologna (30.000 Tote), Siena (80.000 Tote), und Venedig (40.000 Tote) erreichte die Pest 1348/49 Mitteleuropa, wo sie sich im Lauf der folgenden drei Jahre über ganz Europa bis nach Island ausgebreitete. Der 'Schwarze Tod', wie man diese Epidemie im nachhinein bezeichnete, forderte schätzungsweise 25 Millionen Todesopfer, d. h. etwa ein Drittel der Bevölkerung, entvölkerte ganze Ortschaften und Landstriche und hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die Weltanschauung und das Wirtschaftsleben der mittelalterlichen Menschen (Hungersnöte, Endzeitstimmung).

1333           Ausbruch der Pest in China

1333-1347  durch Händler, Pilger und Reisende gelangt die Pest nach Westen

um 1348     Mailand und einige andere Regionen bleiben weitgehend von der Pest verschont



um 1349     Liège und einige andere Regionen bleiben weitgehend von der Pest verschont

um 1350     über die Seewege breitet sich die Pest bis nach Island und Grönland aus

Ausbreitung der Pest im 14. Jahrhundert:

Als Ursache der Pest vermutete man im Mittelalter wie auch bei anderen Krankheiten Veränderungen der Luft, giftige Dünste, Schwärme von unsichtbaren Insekten, deren Eindringen in den Blutkreislauf Veränderungen im Körper zur Folge haben sollte. Daneben wurden auch die Juden als angebliche Brunnenvergifter für die großen Pandemien verantwortlich gemacht, was im Zuge der zweiten großen Pestwelle im 14. Jahrhundert zu Ausschreitungen und Pogromen führte. Behandlungsversuche beschränkten sich auf die Anwendung schweißtreibender Mittel, das Aufschneiden der Pestbeulen, sowie auf das Ausräuchern der Krankenzimmer. Doch bereits im 14. Und 15. Jahrhundert wurden in europäischen Metropolen sinnvolle seuchenhygienische Maßnahmen eingeführt. Eine Vorreiterfunktion nahm dabei Venedig ein, das bereits 1343 eine staatliche Gesundheitskommission und 1348 als erste Stadt den Pestbrief eingeführt hatte, der dem Reisenden bescheinigte, aus einer pestfreien Gegend zu kommen. Ohne diese Bescheinigung war es dem Reisenden verwehrt, venetianisches Gebiet zu betreten. Auch die Quarantäne war eine Erfindung Venedigs. Auf der Insel Santa Maria di Nazareth mußte ein Fremder 40 Tage (Quaranta) in einem Lazaretto zur Beobachtung seines Gesundheitszustandes verbringen. Hieraus entwickelte sich der Begriff Quarantäne. Andere Städte übernahmen später die von Venedig eingeführten Gesetze. Auch die Behörden in Deutschland versuchten durch "Pestordnungen', die Seuchen einzudämmen. So erließ der Augsburger Stadtrat 1607 einen Erlaß, der Vorbeugungsmaßnahmen für eine Reihe von Seuchen, darunter auch die Pest, enthielt: Die Gassenhauptleute wurden aufgefordert, Krankheitsfälle zu melden. Infektionsverdächtige Personen durften 4 Wochen lang das Haus nicht verlassen und wurden durch 'Zuträger' versorgt. Zusammenkünfte wurden beschränkt, der Wirtshausbesuch unterbunden, und Bürger, die Kranke beherbergten, war das Aufsuchen von Kirchen und Rathaus strengstens untersagt. Bettzeug und Kleider der Infizierten mußten 6 Wochen gelüftet werden; Häuser der Kranken durften 6 Monate über nicht bezogen werden.

Ausbreitung der Pest bis ins 18. Jahrhundert:

Bis ins 18. Jahrhundert flackerte die Pest in Europa immer wieder in unterschiedlicher Ausprägung auf; besonders verschärfte sich die Pest durch Kriege, so durch den Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648). Die Erschöpfungen in der zweiten Jahrhunderthälfte des 17.Jahrhunderts konnten wegen der Pest (vor Wien 1679) und der Türkengefahr (Wien 1683) nur sehr langsam überwunden werden, obwohl fähige Herrscher in den wichtigsten Ländern reagierten.

Eine weitere Maßnahme, welche die Pest unterdrücken sollte, war die Einrichtung von Quarantänestationen im 18. Jahrhundert entlang der k.k. Militärgrenze, die sich über 2000 Kilometer erstreckte. Dank strikter Vorschriften, verhinderte man weitgehend das Eindringen der Pest in Europa.

Herrscher des 17. Jahrhunderts:

in Italien

zahlreiche Kleinstaaten

in Spanien

reagierten die letzten Habsburger:

auf Philipp II. folgten Philipp III., Philipp IV. und der behinderte Karl II. (bis 1700)

in Frankreich

regierten an Stelle des Königs mächtige Kardinäle

in Berlin (1640-1688)




der große Kurfürst

in Wien (1658-1705)

Kaiser Leopold I.

Niederlande

galt als Leitbild und Bollwerk der Freiheit

in England

amtierte zwischen Karl I.(1649 enthauptet) und Karl II. :

(1660-1685) der Lordprotektor Oliver Cromwell


Die letzte große Epidemie ereignete sich im Jahre 1665 in London. Bei einer Einwohnerzahl von ca. 460.000 Einwohner , wurden vom Dezember 1664 bis Dezember 1665 in den Bills of Mortality 68.596 Pesttote registriert. 1894 nahm eine erneute Pandemie in China ihren Ausgang, die etwa 50 Jahre dauern und 12 Millionen Opfer fordern sollte. Durch Handelsschiffe wurde die Pest von Hongkong und Bombay aus in praktisch alle großen Häfen der Welt exportiert, kam nach Afrika, zu den pazifischen Inseln, nach Australien und Amerika; 1900 erreichte sie San Francisco. Europa blieb von dieser Pandemie aufgrund der seuchenhygienischen Maßnahmen weitgehend verschont.

Erst 1894 wurde durch Alexander Yersin und unabhänig von ihm durch Shibabasuro Kitsato der Erreger der Pest nachgewiesen. Zuvor hatte jedoch bereits der Italiener Agostin Bassi von Lodi (1773-1856) vermutet, dass die Ursache der Pest lebende Organismen seien. Diese Vermutung stützte sich auf einen Versuch, in dem die Krankheit eines Seidenspinners mit einem schmarotzenden Pilz in Verbindung stand. Neben der Entdeckung der Infektionskette (Ratte-Floh-Mensch) wurde so der gezielte Weg zur Bekämpfung der Pest geebnet.

Die Verbreitung der Pest bis heute:

Die heutige Verbreitung der Krankheit wird nur noch aus den pestverseuchten Reservoiren wildlebender Nagetiere gespeist, die vor allem in Zentralasien, Ost- und Zentralafrika, Madagaskar, Südamerika und den westlichen USA (Rocky Mountains) bestehen. Dank internationaler Bemühungen konnte die Pest weitgehend eingedämmt werden. So ist im Vergleich zu früheren Ausmaßen der Pestepidemien die Infektionsrate in heutiger Zeit gering: 1989 erkrankten weltweit 770 Personen, davon 315 in Afrika, mit 55 Todesfällen. Im April 1991 wurden Pestfälle noch aus Madagaskar, Tansania, Zaire, Bolivien, Brasilien, Peru und Vietnam gemeldet. 1994 fielen einer neuerlichen Pestepidemie in Westindien insgesamt 58 Menschen zum Opfer; diese Epidemie war offenbar durch eine neue Virusvariante ausgelöst worden. In Deutschland wie auch in anderen Ländern besteht schon bei Verdacht auf eine Pesterkrankung eine Anzeigepflicht, die mit scharfen Quarantänemaßnahmen verbunden ist.

Die Bekämpfung der Pest in Athen:

Dass die Griechen keineswegs nur Wunden behandelten, zeigt ein "uralter Pestbericht aus Athen". Man suchte damals noch nicht scharfsinnig nach Ursachen, welche man vielleicht hätte beseitigen können. Entscheidend war vielmehr der "große Zauber", welcher in einer "Entsühnung durch Opfer", durch Tieropfer- oder ursprünglich wohl durch Menschenopfer.

"Da gab auch Pythia (eine weissagende Frau) den Athenern, welche damals von der Pest befallen waren, das Orakel, die Stadt zu reinigen." Ein deshalb aus Kreat herbeigeholter Priester "nahm schwarze und weiße Schafe, führte sie zum Areopag (einem Hügel neben der Akropolis) und ließ sie laufen, wohin sie wollten." Dann befahl er seinen Helfern, "an jener Stelle, an die jedes Schaf sich hinwende, das Tier dem betreffenden Gotte zu opfern." Wieder endete der Bericht überstürzt mit den Worten: "und so habe die Seuche aufgehört."



"Andere aber meinten, die Ursache sei ein besonderer Frevel (eine Handlung, bei der man Heiliges od. Göttliches nicht mit dem nötigen Respekt behandelt) gewesen. Deshalb hätten zwei junge Männer sterben müssen, und dann sei erst das Übel verschwunden."

Man sieht, dass die Erinnerung an ältere Menschenopfer hier noch nachzittert. Denn einst war nur das Beste und Teuerste, das ein Mann besaß, nämlich der erstgeborene Sohn und Stammhalter, gut genug, um den göttliche Zorn der wütenden Dämonen durch Beschwörung und Zauberei zu besänftigen.

Die Bekämpfung der Pest im Mittelalter:

Wenn es deutliche Grenzen für die mittelalterlichen Arzte gab, war es nicht der Umstand, dass sie die Krankheiten nicht erkennen konnten, sondern dass sie diese oft nicht zu heilen vermochten. Der Stand der Heilkunst war niedrig, es hatte seit der Antike kaum mehr einen Fortschritt gegeben. Die medizinischen Lehren, die an der abendländischen Universitäten vorgetragen wurden, waren von der Kirche festgelegt. Im wesentlichen waren es Vorlesungen alter Texte, mit einem kurzen Kommentar versehen. Die Symptome wurden exakt erkannt, doch als Ursache nahm man astrologische Einflüsse an und versuchte sogar, auf Grund von Planetenkonjunktionen zukünftige Pestzeiten vorauszusagen. Da im Mittelalter über die Pest recht wenig bekannt war, wurden zu ihrer Bekämpfung vielfältigste Mittel angewandt: zur "Desinfektion' wurde von Essig, Rauch, Schwefel und Parfum (später wurde daraus das weltberühmte "Echt Kölnisch Wasser' entwickelt!) Gebrauch gemacht.

Düfte gegen den Tod

Diese Parfümkugel aus Silber und Gold enthielt Blüten und Kräuter, welche die Luft erfrischen und die Seuche (und den Gestank des Todes) abhalten sollten.

Der Aderlass war im späten Mittelalter das am häufigsten angewandte Mittel. Die älteste bildliche Darstellung des Aderlasses geht auf das 12.Jahrhundert zurück. Der Aderlass wurde bereits seit der griechischen Antike angewandt, doch seine Bedeutung bekam erst durch Galen im 2.Jahrhundert. Galen behauptete, er habe durch Aderlässe in Asien die Pest von sich abgewehrt. Im 14. Jahrhundert und weit darüber hinaus galt der Aderlass bei vielen Krankheiten als das Mittel der Wahl.


Die Pest in Österreich:

Die österreichische Militärgrenze war der erste erfolgreiche Sanitätskordon gegen die Einschleppung der Pest.

Die Militärgrenzen waren ehemalige Sicherheitszonen gegen das Osmanische Reich, deren Anfänge bis 1522 zurückreichen. Am 5. 6. 1535 erlaubte Ferdinand I. 3000 serbischen Flüchtlingen (Uskoken), sich im Grenzraum niederzulassen und überließ ihnen als Gegenleistung für ständigen Militärdienst ein Stück Land als erbliches Lehen. Später wurden vorwiegend griechisch-orthodoxe Flüchtlinge aus türkisch besetzten Gebieten angesiedelt. Bis Ende des 17. Jahrhunderts verlief die Militärgrenze von der Adria bis zur Drau und wurde nach Abschluss der Türkenkriege (1683-99, 1716-17, 1737-39) weiter ausgebaut. Der 1750 km lange Grenzsaum bestand dann aus der kroatischen (ab 1578), der slawonischen (ab 1702), der Banater oder ungarischen (ab 1742) und der siebenbürgischen Militärgrenze (ab 1764). Die gesamte männliche Bevölkerung (Kroaten, Serben, Rumänen) war ab dem 20. Lebensjahr zu Militärdienst in den Grenzerregimentern verpflichtet, ihr Land blieb militärischer Lehensbesitz, war aber weitgehend abgabenfrei, die Gemeinden besaßen Selbstverwaltung. 1807 wurde die Grenze in 4 Generalate geteilt, 1850 wurden die Höfe in das Privateigentum übertragen. In Friedenszeiten war die Bewachung des Kordons (gegen Einschleppen von Seuchen und Schmuggel) Hauptaufgabe.

Die Grenzer zählten zu den besten Soldaten der Monarchie, während der Revolution 1848/49 standen sie aufseiten der kaiserlichen Regierung, bei den Kämpfen in Ungarn fiel ein Drittel der Mannschaften. 1849-66 war die Militärgrenze ein eigenes Kronland (200.000 km2, 1,010.000 Einwohner, 12 Städte, 9 Märkte, 1760 Dörfer), das dem Kriegsministerium unterstellt war, aus den Grenzern wurden 5 Linienregimenter gebildet.

Zur gleichen Zeit begann die Auflösung, 1851 wurde die siebenbürgische Militärgrenze, nach dem ungarischen Ausgleich 1873 die Banater, 1878 die kroatische, bis 1881 auch die slawonische Militärgrenze aufgehoben, die Gebiete wurden Ungarn einverleibt










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