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Referat Osterreich zur Romerzeit



Österreich zur Römerzeit

Das Gebiet des heutigen Österreich war seit dem 3. Jahrhundert von Kelten und Illyrern besiedelt. Das Königreich der Kelten (Hauptstadt Noreia) war für Rom von wirtschaftlichem und politischem Interesse. Durch die Errichtung des Stützpunktes Aquileia (182 v. Chr.) verstärkten sich die Handelsbeziehungen. Wirtschaftliches Zentrum war die Siedlung am Magdalensberg. Am Magdalensberg wurden Steuern abgeliefert, es versammelten sich die Vertreter der Stämme Norikums und er war der Umschlagplatz für Eisen und Metall. Erst unter Claudius wurde die Siedlung zugunsten von Virunum, das eine günstigere Verkehrlage hatte, aufgegeben.

Der erste staatsähnliche Verband auf dem Gebiet des heutigen Österreichs was das keltische Königreich Noricum. Seine reichen Bodenschätze, vor allem Gold und eisen, machten das Land für Rom interessant.

I.) Die Eroberung der Donauländer

Nachdem die innenpolitischen Auseinandersetzungen Roms durch den Sieg Oktavians beendet waren, gewannen die außenpolitischen Ziele wieder an Bedeutung. Das Streben nach Weltherrschaft und die Furcht vor einem Einbruch germanisch-keltischer Stämme an der Nordgrenze des Reiches führten zur Eroberung der Donauländer. Die Donau, ein mächtiger Strom, der durch Kastelle und Wälle noch gesichert werden konnte, erschien den Römern als gute natürliche Grenze und wurde zur Reichs- und Kulturgrenze. Hier endete die städtische Zivilisation und die römische Organisationsform.

Um 15 v. Chr. Marschierten Roms Legionäre kampflos bis zur Donau vor. Das wirtschaftlich schon längst abhängige Noricum verlor seine staatliche Selbständigkeit. Nicht so leicht verlief der Einmarsch in den Alpenländern Tirols und Voradelbergs. Dort leisteten Raeter und Videliker den römischen Soldaten, die von den Stiefsöhnen des Augustus, Tiberius und Drusus, geführt wurden , erbitterten, jedoch vergeblichen Widerstand. Die Römer behielten zwar die Oberhoheit vor, ließen aber der keltischen Stammesaristokratie geringfügige Autonomie (Selbstverwaltung).

Um 50 n. Chr. Richteten die Römer auf heute österreichischem Boden 3 kaiserliche Provinzen ein: 1.) Rätien (Nordtirol und Voradelberg)

2.) die durch die Abtrennung von Illyricum neu geschaffene Provinz Pannonien (Wiener Becken, Burgenland und große Teile Ungarns)

3.) dass unter Claudius zur Provinz ernannte Noricum (restliches Österreich südlich der Donau)

Sitz des kaiserlichen Statthalters war in Rätien Augusta Vindelicorum (heutiges Auxburg), in Noricum Virunum (heute ein Zollfeld bei Klagenfeld, später Ovilava (heutiges Wels) und in Pannonien Savaria. In Pannonien an der Bernsteinstraße wurde 15 n. Chr. Das Garnisonslager Carnuntum errichtet.

II.) Zu Carnuntum

Carnuntum, die bedeutendste römische Siedlung in Österreich liegt im Bereich der heutigen Gemeinden Petronell-Carnuntum und Bad Deutsch-Altenburg. Der Name Carnuntum wurde von einer vorrömischen Siedlung übernommen. Carnuntum wird bei Velleius Paterculus, Plinius dem Alteren, beim Astronomen Ptolemaios, in den 'Selbstbetrachtungen' des Kaisers  Mark Aurel (deren 3. Buch er hier geschrieben hat), in der Vita des Septimius Severus, bei Ammianus Marcellinus und in vielen anderen spätantiken Texten, in der Tabula Peutingeriana, im Itinerarium Antonini und in der Notitia Dignitatum erwähnt.

Die ältesten archäologischen Zeugnisse aus dem Bereich des Legionslagers stammen aus der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. Die Zivilstadt Carnuntum wurde unter Kaiser Trajan (98-117 n. Chr.) zur Provinzhauptstadt Pannoniens und zum Sitz des Statthalters. Von Kaiser Hadrian (117-138 n. Chr.) wurde Carnuntum zur selbständigen Stadt, zur Municipium Aelium gemacht. Schließlich wurde Carnuntum von Kaiser Septimius Severus (193-211 n. Chr.) in den Rang einer Colonia erhoben. Carnuntum war zu dieser Zeit eine der reichsten Städte nördlich der Alpen. Als die kaiserliche Residenz jedoch nach Sirmium(Belgrad) verlegt wurde, setzte der Verfall der Stadt und des Lagers ein.

Außer Carnuntum entstanden entlang des Limes zahlreiche Grenzbefestigungen, darunter auch Lauracium und Vindobona (das heutige Wien).

Vindobona war vorerst nur ein Vorposten Carnuntums, bekam aber unter Trajan ein Legionslager und unter Hadrian wurde Vindobona Municipium. Nach der ersten Zerstörung durch die Germanen wurden Vindobona von der 10. Legion, die dort beherbergt war wieder aufgebaut. In der Völkerwanderungszeit und durch die sich häufenden Angriffe der Germanen ging Vindobona kurz nach 400 zugrunde.

III.) Bevölkerungs- und Gesellschaftsstruktur

Zu den einheimischen Kelten, meist Bauern, kamen nun Bevölkerungsgruppen aus allen Teilen des Römerreichs, hauptsächlich aus Oberitalien, hinzu. Sie waren Soldaten, Veteranen, Verwaltungsbeamte, Händler und Handwerker. In den entstehenden Städten bildete sich eine Mischbevölkerung von Kelten, Römern, Griechen und Orientalen heraus, die römische Kultur und Lebensweise pflegten. Umgangssprache war ein Vulgärlatein.

Hauptkennzeichen dieser Provinzgesellschaft waren ein starkes wirtschaftliches und kulturelles Gefälle zwischen Stadt und Land, der großer Einfluss der im Land ansässig gewordenen Veteranen, die zumeist die Politik in der Provinz bestimmten, und eine verhältnismäßig schwach entwickelte Sklavenwirtschaft.

IV.) Wirtschaft und Handel

Die Donauprovinzen und Rätien zählten zu den Verwaltungsgebieten, die für Rom zwar strategisch wichtig, wirtschaftlich jedoch ziemlich unbedeutend waren. Es gab im österreichischen Raum keinen stark in Erscheinung tretenden Handwerkerstand. Die erhaltenen Inschriften führen Berufsbezeichnungen an, die mit der militärischen und der zivilen Verwaltung im Zusammenhang standen.

Die stationierten Truppen hatten ihre eigenen Schmiedewerkstätten, Töpfereien und Ziegeleien; ihre übrige Versorgung bot aber gewiss einem größeren Personenkreis Verdienstmöglichkeiten. Ein norisches Handelszentrum lag auf dem Magdalensberg in Kärnten. Die wirtschaftlichen Zentren Rätiens (Augsburg und Regensburg) befanden sich außerhalb der heutigen Staatsgrenzen Österreichs.
In Pannonien war Carnuntum als Kreuzungspunkt des Limes (=Grenzwall) und der Bernsteinstraße ein wichtiger Handelsplatz.



V.) Städtekultur und Romanisierung

Die Anwesenheit römischer Truppen und vor allem die wirtschaftliche Erschließung des Landes förderten die Städtebildung und damit die Romanisierung der Provinzen. Insgesamt erhielten elf Städte auf dem Boden des heutigen Österreichs das römische Stadtrecht. Sie waren nicht nur hinsichtlich ihrer autonomen Verwaltung verkleinerte Abbilder der Tibermetropole Rom, sondern auch in ihrer Gestaltung und in ihren technischen Anlagen. Ausgrabungen bezeugen das hohe Niveau des städtischen Lebens: breite, gut gepflasterte Straßen; Märkte und Plätze mit Tempeln.
Das Forum, ein rechteckiger Marktplatz, bildete das Zentrum, in dem die Verwaltungsgebäude lagen. In Richtung Stadtrand befanden sich ein oder mehrere Amphitheater, die vor allem für Tierhetzen und Gladiatorenspiele dienten. Großer Beliebtheit erfreuten sich in allen römischen Städten die ausgedehnte Thermenanlagen (Bäder). Die heißen Quellen in Bad Deutsch-Altenburg und Baden (NÖ) sowie in Badgastein (S) wurden von den Römern entdeckt. Ein hervorragendes Kanal- und Wasserleitungssystem, wie es zum Beispiel die Ausgrabungen in Carnuntum zeigen, gehörte überall zu den kommunalen Einrichtungen. Auch die Innengestaltung der Häuser entsprach dem römischen Vorbild. Fußbodenheizung, Bäder, Speise-, Wohn- und Schlafgemächer waren selbstverständlich, Mosaiken, Fresken, Stuck und Plastiken durchaus üblich.

 

VI.) Religiöses Leben

 

Die Götter und die Heroen aus Hellas und Rom wurden übernommen und vielfach den einheimischen Gottheiten oder Dämonen gleichgesetzt. Es gab nun einen Mars-Latobius, eine Isis-Noreia. Man opferte Jupiter und dem Kaiser ebenso wie den vielen guten und bösen Geistern der Heimat.

Seit dem ersten Jahrhundert n. Chr. drangen immer stärker orientalische Religionen in die Alpen- und Donauprovinzen ein, meist vermittelt durch Soldaten und Kaufleute. So zeugen viele Andachtsstätten in Österreich vom Kult des persischen Lichtgottes Mithras (z.B. in Carnuntum und in Virunum). Doch das Christentum verdrängte langsam sowohl die Verehrung der keltisch-illyrischen Gottheiten als auch den Mithraskult. Ein Zeugnis der weiten Verbreitung der christlichen Heilslehre ist die Lebensgeschichte des heiligen Severin, der im fünften Jahrhundert zahlreiche Gemeinden betreute.

VII.) Das Ende der Römerherrschaft

Naturkatastrophen, Hungersnöte und wachsender Bevölkerungsdruck brachten die Ostgoten um 150 n. Chr. in Bewegung und die von heimkehrenden Legionären aus dem Vorderen Orient eingeschleppte Pest dezimierte Zivilbevölkerung und Militär. Die Stämme nördlich der Donau (Markomannen und Quaden) sahen ihre Chance und drangen um 171 n. Chr. gegen die Donau vor. Sie überrannten Vindobona und Carnuntum und gelangten bis Aquileia. In mehreren Feldzügen gelang es Kaiser Marc Aurel die Germanen zurückzuschlagen. Die Quaden schlossen Frieden, die Markomannen jedoch sollten gezüchtigt werden. Diese jedoch schlossen die römischen Truppen ihrerseits im Weinviertel ein. Die sommerliche Hitze drohte sie zu töten, der Wettergott war aber gnädig und ein plötzlicher Wolkenbruch bewahrte die Legionen vor dem Untergang.

Marc Aurel plante die Errichtung markomanischer und sarmatischer Provinzen, doch seine Pläne wurden durch seinen Tod in Vindobonam vereitelt. Sein Sohn Commodus, Raufbold und Lebermann, begnügte sich mit einem 15 Kilometer breitem entvölkertem Streifen nördlich der Donau .

Im folgenden Jahrhundert gab es 38 Cäsaren in 92 Jahren!

Diokletian änderte das Herrschaftskonzept, aber der Niedergang war nicht aufzuhalten. Im Kaisertreff zu Carnuntum um 308 sollte die Nachfolge gesichert und die Macht stabilisiert werden, aber 395 kam es zur Teilung : Ostrom und Westrom gingen getrennte Wege.

Während im Osten die griechische Kultur im „Byzantinischen Jahrtausend“ neu aufblühte, ging im Donauraum dir römische Herrschaft langsam zu Ende. Es siedelten sich große germanische Verbände auf römischem Territorium an. Die Markommanen und Quaden überrennen die Reichsgrenze und Rom musste Siedlungsland an Teile der Markomannen abtreten. Die Donauländer wurden zum Durchzugsgebiet für viele Völker und Rom verlor seinen Einfluss. So zogen die Goten plündernd und raubend durch die ohnmächtigen Provinzen; Die Alemannen nahmen das Land vor dem Arlberg in Besitz; im Wiener Becken und im heutigen Niederösterreich traten die Rugier als neue Herren auf.

Odoaker, der 476 den letzten römischen Kaiser, Romulus Augustulus vertrieben hatte, befahl 488 Den Romanen Noricums den Abzug nach Italien. Die Herrschaft der Römer, die dem Gebiet des heutigen Österreichs den Anschluss an die Welt des Altertums gegeben hatte, war damit zu Ende.

Zusatzlektüre

Pannonien

Pannonien (lat. Pannonia), röm. Provinz. Der Name wurde von dem dort ansässigen Volk der Pannonier abgeleitet. Die röm. Eroberung erfolgte 12-9 v. Chr., erst nach dem pannon. Aufstand 6-9 n. Chr. wurde eine eig. Provinz P. eingerichtet. Sie umfaßte den Bereich zw. Ostalpen, Donau und Save, vom heutigen ö. Staatsgebiet NÖ. östl. des Wienerwalds mit Vindobona und Carnuntum (von Noricum abgetrennt), einen kleinen Teil der O-Stmk. und das Bgld. Die Verteidigung der Donaugrenze erfolgte durch Hilfstruppeneinheiten und insges. 4 Legionen, deren Standorte Vindobona, Carnuntum, Brigetio (Szöny) und Aquincum (Budapest) waren. Nach 103 n. Chr. wurde die Provinz in Ober-P. (Pannonia Superior) mit der Hauptstadt Carnuntum und Unter-P. (Pannonia Inferior) mit Verwaltungssitz Aquincum geteilt. Schwere Schäden erlitt die Provinz durch die Markomannen-Kriege. Am 9. 4. 193 wurde in Carnuntum Septimius Severus, der Statthalter von P. Superior, zum Kaiser ausgerufen. Eine Blütezeit erlebte die Provinz in der 1. Hälfte des 3. Jh. (Ausbau der Städte). Als Händler und Unternehmer lebten zahlr. Orientalen hier. Die ersten Christen sind als Märtyrer um 250 im S der Provinz bezeugt. Auch vom Krieg Ks. Valentinians I. (364-375) gegen Sarmaten und Quaden war die Provinz betroffen. Ab 380 wurden german. und hunnische Verbündete (foederati) in P. angesiedelt. Mit der Abtretung an die Hunnen 433 endeten die Verbindungen zum italischen Kernland des Röm. Reichs.

Vindobona

Vindobona, bei Ptolemaios (ca. 90-168 n. Chr.), in der Peutingerschen Tafel, im Itinerarium Antonini, in der Notitia Dignitatum und bei Jordanes (um 550) erwähnte röm. Siedlung, das heutige Wien. Im 16. Jh. erste röm. Funde, v. a. Grabsteine, Erforschung des Legionslagers ab 1870, die Forschungssituation ist durch ma. und neuzeitl. Überbauung schlecht, flächige Grabungen sind unmöglich, meist nur Einzelbeobachtungen bei Bauarbeiten. Der Name V. kommt aus dem Keltischen, kelt. Vorgängersiedlungen sind auf Bisamberg und Leopoldsberg nachgewiesen. Das Kastell wurde um 100 n. Chr. im Bereich des 1. Bezirks an einem Nebenarm der Donau in Steinbauweise mit einem unregelmäßigen, dem Gelände angepaßten Grundriß und einer Fläche von ca. 18,5 ha errichtet und war Standort der 10. Legion. Sichtbare röm. Überreste sind ein Stück des Hauptkanals an der Lagermauer in der Feuerwehrzentrale Am Hof, Teile von Offiziershäusern am Hohen Markt und Gebäudereste am Michaelerplatz. Im 3. Bezirk lagen die Zivilsiedlung und möglicherweise ein Hilfstruppenkastell. In der Spätantike war V. Sitz des Legionskommandanten der 10. Legion und eines Flottenkommandanten der von Carnuntum nach V. verlegten Einheiten. Funde im Hist. Museum der Stadt Wien und in den Bezirksmuseen.

Carnuntum
Militärischer Bereich: Zw. Petronell und Bad Deutsch-Altenburg befindet sich das Legionslager, ein unregelmäßiges Vieleck mit einer Länge von 490 m und einer Breite zw. 334 und 391 m, die Front zur Donau ist vom Fluß weggerissen worden. Westlich davon liegt ein kleineres Hilfstruppenlager. Die Lagervorstadt (canabae legionis) hatte ein eig. Forum, eine Thermenanlage und ein Amphitheater für 8000 Personen; auch ein Tempelbezirk für oriental. Gottheiten wurde ausgegraben.

Ziviler Bereich: Die sog. Palastruine ist eine große Thermenanlage. Um 300 wurde sie als Repräsentationsbau adaptiert. Das Amphitheater in der Nähe des Heidentors faßte etwa 13.000 Personen. Ob die Einbauten im Südtor eine frühchristl. Kirche mit Baptisterium sind, erscheint zweifelhaft. 2 gemauerte, begehbare röm. Wasserleitungen führen noch heute Wasser. Auf der Kuppe des Pfaffenbergs befanden sich ein Tempelbezirk für den röm. Staatskult, Denkmäler für den Kaiserkult (Hadrian und Mark Aurel) und ein Kulttheater sowie zahlr. Altäre und Weiheinschriften. Funde im neugestalteten Museum Carnuntinum, Archäologischer Park; Festival Art C.




Amphitheater der Zivilstadt

 

Orpheus-Mosaik im Freilichtmuseum.

 


Mark Aurel

Mark Aurel. Porträt auf der Mark-Aurel-Säule in Rom.

Mark Aurel, * 26. 4. 121, † 17. 3. 180 bei Sirmium (Sremska Mitrovica, YU), röm. Kaiser 161-180 n. Chr. Hochgebildet und von der stoischen Philosophie geprägt, wird er als Philosoph auf dem Kaiserthron bezeichnet. Das einzige erhaltene Reiterstandbild der Antike in Rom stellt ihn dar. Er leitete persönlich die Abwehr der eingefallenen  Markomannen und anderer Germanen im ö. Raum; Szenen aus diesen Kriegen zeigt die Mark-Aurel-Säule in Rom. In  Carnuntum schrieb er Teile seiner in griech. Sprache verfaßten 'Selbstbetrachtungen' über die Pflichten des Herrschers.

 


Heidentor

Heidentor, bei Petronell-Carnuntum, das bekannteste röm. Denkmal Ö. Rest eines 2geschossigen Vierpfeilerbaus, der wohl im 4. Jh. n. Chr. errichtet wurde. Die ursprüngl. Verwendung ist unbekannt, meist wird das H. als Grabanlage gedeutet, doch könnte es sich auch um einen Triumphbogen gehandelt haben.

 


Petronell-Carnuntum

Schloß Petronell

Petronell-Carnuntum, NÖ., BL, Markt, 175 m, 1202 Ew., 25,36 km2, am S-Ufer der Donau, zw. Fischamend und Hainburg a. d. Donau. - Baureste des röm.  Carnuntum ( Heidentor, Amphitheater), 'Archäolog. Park P.-C.' (umfaßt auch Bad Deutsch-Altenburg) mit Freilicht- und Grabungsmus., Nationalpark-Inst. Donau-Auen; Holzbaubetrieb, Weinbau. - Pfarrkirche (urk. 1125; roman. Bau um 1200, got. Teile Ende 14. Jh.); roman. Rundkapelle (12. Jh.), einer der bedeutendsten roman. Rundbauten von Ö., urspr. wehrhaft ausgestattet, jetzt Gruft; Schloß (ehem. ma. Wasserburg; im 17. Jh. von D. Carlone umgestaltet); Dreifaltigkeitssäule (1700). Reste von Türkenschanzen. Festival Art Carnuntum.

 


Noricum

Noricum, röm. Provinz. Der Name ist von dem um 200 v. Chr. gebildeten keltischen  Regnum Noricum abgeleitet, dem ersten nachweisbaren staatl. Gebilde auf dem Gebiet des heutigen Ö. Es dürfte weitgehend auf friedlichem Weg von den Römern um 15 v. Chr. besetzt worden sein. Erst unter Ks. Claudius (41-54 n. Chr.) wurde die röm. Provinz N. eingerichtet: Sie umfaßte den Bereich zw. Donau, Wienerwald, stmk. Ostgrenze, Save, Eisack und Inn; das heutige Vbg., Ti., Bgld. und das östl. NÖ. lagen außerhalb N. Hauptstadt der Provinz und Sitz der Verwaltung war Virunum auf dem Zollfeld. Zur Verteidigung der Donaugrenze ( Limes) stellte N. Hilfstruppen. Ab den Kriegen gegen die  Markomannen war an der Ennsmündung die 2. Italische Legion stationiert, deren Kommandant auch Provinzstatthalter mit Sitz in  Lauriacum oder Ovilava war. Unter Ks. Diokletian (284-305 n. Chr.) wurde N. entlang des Alpenkamms in Noricum ripense (Ufernoricum) und Noricum mediterraneum (Binnennoricum) geteilt. Neu aufgestellt wurde die 1. Norische Legion (legio I Noricorum). Die Zustände in N. ab der Mitte des 5. Jh. schildert die  Vita Severini. Mit dem von Odoaker angeordneten Abzug der Romanen 488 n. Chr. enden die Verbindungen des Gebiets an der Donau zu Italien, südl. der Alpen hingegen erst mit dem Vordringen der Slawen und Awaren um 600 n. Chr.

Virunum

Virunum, Kä., ehem. Hauptstadt der röm. Provinz  Noricum, um 50 n. Chr. im Zentrum des Zollfelds als 'municipium Claudium V.' von den Römern gegr., erstreckte sich auf dem W-Hang des Töltschacherbergs und auf der ersten östl. Uferterrasse des Glanflusses (konnte erst im 19. Jh. lokalisiert werden). Nach der Gründung von V. erlebte das Land für 200 Jahre Frieden. Nach der Teilung der Provinz Noricum unter Diokletian (284-305) war V. die Hauptstadt von Noricum mediterraneum. Im 5. Jh. setzte der Verfall ein, Ende des 6. Jh. wurde V. von den Awaren und Slawen endgültig zerstört. D.  Prunner von Sonnenfeld führte erstmals im 17. Jh. Ausgrabungen auf dem rd. 1 km2 großen Gebiet durch; von ihm wurde auch das sog. Prunner-Kreuz gefunden, das heute als Wahrzeichen inmitten des ehem. Stadtgebiets von V. emporragt. Ende des 19. Jh. begannen wiss. Grabungen. Es wurden freigelegt: das Forum mit dem Kapitol, ein Wohnbezirk (1911), Tempelanlage, das einzige Bühnentheater Ö. (1927), Skulpturen des 'Meisters von V.' (um 140 n. Chr.), rd. 400 Inschriftsteine. Kirchenreste auf dem Grazerkogel und 2 Pilasterkapitelle (im Prunner-Kreuz) zeugen von der frühchristl. Bischofsstadt V. Die Fundstücke befinden sich v. a. im Kä. Landesmuseum. Wiederaufnahme der Ausgrabungen 1992.

Limes

Limes, urspr. Bezeichnung eines Grenzwegs zw. 2 Grundstücken, dann die durch verschiedene Wehranlagen gesicherte Grenze des Röm. Reichs. Erst für die 2. Hälfte des 1. Jh. n. Chr. läßt sich an der ö. Donau eine Reihe von Kastellen für Kavallerie- und Infanterieeinheiten von 500 oder 1000 Mann nachweisen. Legionslager mit jeweils 6000 Mann Fußtruppen gab es in  Carnuntum,  Vindobona (Wien) und  Lauriacum (Enns), vorher  Albing. Um 300 n. Chr. wurde die Grenzverteidigung reorganisiert (Verringerung der Truppenstärke, Modernisierungen der Lager, Neuaufstellung der 1. Norischen Legion, legio I Noricorum), die letzten Arbeiten am Limes erfolgten im späten 4. Jh. (Notitia Dignitatum). Danach begann ein langsamer Zerfall der Limesorganisation, da Nachschub und Truppen fehlten. Zur Zeit des hl. Severin wohnte die Zivilbevölkerung in den Kastellen, Soldaten werden zwar erwähnt, doch bestand keine echte Grenzverteidigung mehr.

Markomannen

Markomannen, ein suebischer Germanenstamm, urspr. im Maingebiet siedelnd. Von den Römern 9 v. Chr. besiegt, zogen sie unter Kg.  Marbod nach Böhmen. Der Druck anderer Germanenstämme, soz. und wirt. Veränderungen und die Schwäche der röm. Reichsverteidigung führten zu den M.-Kriegen, die mit Unterbrechungen von 166 bis 180 n. Chr. dauerten: Die Germanen drangen dabei bis Oberitalien vor und konnten von den Römern nur mühsam unter persönl. Leitung von Ks.  Mark Aurel abgewehrt werden. Das weitere offensive Vorgehen der Römer jenseits der Donau zeigen Bilderszenen der Mark-Aurel-Säule in Rom (Regenwunder). Als Folge der Kämpfe erhielt Noricum ein Legionslager zunächst in Albing und dann in  Lauriacum (Enns). Weitere Einfälle der M. erfolgten im 3. und 4. Jh. Um 396 wurden Teile der M. im ost-ö.-westungar. Raum als Verbündete der Römer angesiedelt (Fritigil).



Rätien

Rätien (lat. Raetia), röm. Provinz. 15 v. Chr. wurde von den Römern in schweren Kämpfen das Gebiet der  Räter und  Vindeliker erobert. Die nach diesen beiden Stämmen benannte Provinz 'Raetia et Vindelicia' mit der Hauptstadt Augusta Vindelicorum (Augsburg) umfaßte das Gebiet vom Alpenvorland zw. Bodensee und Inn bis zu den westl. oberital. Seen und etwa vom St. Gotthard im W bis zum Brenner. Vom heutigen ö. Staatsgebiet gehörten Vbg. und Ti. westl. des Ziller- und Inntals zu R. Die Verteidigung der über die Donau vorgeschobenen und befestigten Grenze erfolgte durch Hilfstruppeneinheiten, ab den Kriegen gegen die  Markomannen war in Regensburg die 3. Italische Legion stationiert, deren Kommandant auch Provinzstatthalter war. Das Gebiet nördl. der Donau ging im 3. Jh. an die Alemannen verloren. Unter Ks. Diokletian (284-305 n. Chr.) wurde R. in 'Raetia prima' und 'Raetia secunda' geteilt. 377/78 erfolgte ein großer Alemanneneinfall, ab der Mitte des 5. Jh. besetzten die Alemannen die westl. Teile R., roman. Bevölkerungsgruppen blieben aber in den Gebirgslandschaften erhalten.

Römerstraßen

Römerstraßen: Für die Römer war ein gutausgebautes Straßensystem für den Gütertransport, die rasche Verlegung von Truppen und die Verbindung nach und zw. den Provinzen von Wichtigkeit. Die Straßen wurden mit öffentl. Mitteln auf öffentl. Grund gebaut, für die Erhaltung mußten die Provinzialen sorgen. Im Abstand von einer Meile (ca. 1500 m) an den Hauptverkehrsstraßen aufgestellte Steinsäulen (Meilensteine) trugen den Namen des Kaisers, der die Straße hatte errichten lassen, und gaben die Entfernung zur nächsten Stadt an. Reisehandbücher (Itinerarien, Itinerarium Antonini) und Landkarten (Peutingersche Tafel) überliefern Namen der Ortschaften oder Straßenstationen (z. B. Tamsweg) und die dazwischenliegende Entfernung. Viele R. folgten dem Verlauf urgeschichtl. Wege. Die wichtigsten R. in Ö. sind: die von Carnuntum über Wien, St. Pölten, Pöchlarn, Lorch (Lauriacum) nach Passau angelegte Straße entlang der Donaugrenze; sie hatte v. a. strategische Bedeutung. Bei Lorch zweigte eine Straße über Wels und Salzburg nach S-Deutschland ab. Die Alpen überquerten Straßen über Reschenscheideck und Fernpaß sowie über den Brenner. R. verliefen von Salzburg über den Radstädter Tauern und die Laußnitzhöhe nach Teurnia sowie von Wels über Pyhrnpaß und Neumarkter Sattel nach Virunum. Zwei röm. Fahrstraßen, die wahrscheinlich während der Kriege gegen die (Markomannen) gebaut wurden, überquerten die Hohen Tauern am Korntauern und am Mallnitzer Tauern; obwohl techn. Meisterleistungen, standen sie nur kurz in Verwendung. Durch NÖ. und Bgld. führte die auf eine urgeschichtl. Handelsroute zurückgehende Bernsteinstraße.

Bernsteinstraße

Bernsteinstraße: Der röm. Gelehrte Plinius d. A. (23/24-79 n. Chr.) berichtet, daß auf diesem Handelsweg Bernstein von der Ostseeküste nach Aquileia gebracht worden sei. Die bereits in urgeschichtl. Zeit bedeutsame B. folgt in Ö. der March, überquert bei Carnuntum die Donau und führt über Ödenburg und Laibach an die Adria. Südl. der Donau wurde sie als wichtige Verkehrsroute schon im frühen 1. Jh. n. Chr. von den Römern ausgebaut.

Römerzeit

Römerzeit: Meilenstein des Kaiser Macrinus in Zwischenwässern, Kä.

Römerzeit: Die Bevölkerung aus dem Gebiet des heutigen Ö. kam erwiesenermaßen 186 v. Chr. mit den Römern in Kontakt, als Kelten aus dem Alpenraum in N-Italien eine Stadt gründen wollten und von den Römern zur Rückkehr gezwungen wurden. Die als Folge 181 v. Chr. errichtete röm. Kolonie Aquileia war für die wirt. und kulturelle Durchdringung des ö. Raums während der ganzen R. wichtig. Seit 170 v. Chr. bestand zw. Rom und dem Regnum Noricum ein 'hospitium publicum' (staatl. Gastfreundschaft), der diplomat. Verkehr und der Handel wurden sichergestellt, der Einfluß der Großmacht wuchs kontinuierlich (Noreia). 15 v. Chr. wurden die Gebiete des heutigen Ti. und Vbg. in schweren Kämpfen erobert (Rätien), während das Regnum Noricum bis zur Donau weitgehend friedlich besetzt wurde. Ein von Carnuntum aus gegen die Markomannen unternommener Feldzug mußte 6 n. Chr. wegen eines Aufstands in Pannonien abgebrochen werden. Das Wr. Becken, das urspr. zu Noricum gehörte, wurde bald aus strategischen Gründen Pannonien angegliedert. Erst unter Ks. Claudius (41-54 n. Chr.) erhielten Rätien und Noricum den Rang einer Provinz. Der Bereich nördl. der Donau blieb zunächst

 


keltisch, ab dem 1. Jh. n. Chr. entstanden german. Siedlungen. Der Ausbau der röm. Grenzverteidigung (  Limes) an der Donau erfolgte erst ab der Mitte des 1. Jh. n. Chr. In Carnuntum und  Vindobona war je eine Legion mit 6000 Mann Fußtruppen stationiert, kleinere Kastelle für 500 oder 1000 Mann Fußtruppen oder Reiterei gab es in Linz, Wallsee, Mauer, Pöchlarn, Mautern, Traismauer, Zwentendorf, Tulln, Zeiselmauer, Klosterneuburg, Wien, Schwechat und Carnuntum. Dazu kamen noch Kleinkastelle und Wachttürme. Ein System von dem Röm. Reich vorgelagerten german. Klientelstaaten sollte ebenfalls die Sicherheit an den Grenzen gewährleisten. Die ersten Kastelle mit Gräben, Erdwällen, Holzbefestigungen und Holzinnenbauten wurden ab 100 n. Chr. durch Anlagen mit Steinmauern ersetzt. Die einheimische Bevölkerung übernahm bereitwillig die röm. Kultur (= Romanisierung), die Siedlungen  Aguntum,  Aelium Cetium (St. Pölten),  Brigantium (Bregenz), Carnuntum,  Flavia Solva,  Iuvavum (Salzburg),  Ovilava (Wels),  Teurnia und Virunum wurden zu autonomen Städten erhoben (  Lauriacum erst unter Caracalla 212). Die lange Friedensperiode als Zeit der wirt. und kulturellen Blüte endete 167 n. Chr.: Markomannen und mit ihnen verbündete Germanen durchbrachen die röm. Grenzverteidigung an der Donau und stießen bis Oberitalien vor, Siedlungen wurden geplündert und zerstört. Ks. Mark Aurel leitete von Carnuntum aus die langwierigen Abwehrkämpfe. Die neu aufgestellte 2. Italische Legion wurde nach Albing an die Ennsmündung verlegt und errichtete dort das vielleicht nie fertiggestellte, größte Legionslager Ö. mit einer Größe von 23 ha. Der Statthalter von Oberpannonien,  Septimius Severus, wurde am 9. 4. 193 in Carnuntum zum Kaiser ausgerufen, er förderte in der Folge die Donauprovinzen ganz besonders. Im 3. Jh. erfolgten wiederholte Einfälle von Germanen, Bregenz wurde von den Alemannen zerstört, Rätien, Noricum und Pannonien wurden verwüstet. Ks. Diokletian (284-305) reorganisierte die Reichsverwaltung, indem er Provinzen in kleinere Einheiten teilte und zivile und militär. Verwaltung voneinander trennte; in militär. Hinsicht erhielt Ufernoricum eine neue Legion, die Sollstärke der Einheiten wurde andererseits verringert, auch das Münzsystem wurde reformiert. In der letzten und größten Christenverfolgung im Röm. Reich wurde am 3. oder 4. Mai 304 Florian, der einzige namentl. bekannte frühchristl. Märtyrer Ö., in die Enns gestürzt. 307/308 fand in Carnuntum eine Vierkaiserkonferenz statt, um Thronstreitigkeiten nach dem Rücktritt Diokletians beizulegen. Die Kastelle an der Donau wurden in der Spätantike immer mehr zu befestigten Siedlungen, da sich die Provinzbevölkerung (Romanen) zum Schutz vor Einfällen in die durch die Truppenverminderung frei werdenden Lagerbereiche zurückzog; in Binnennoricum entstanden befestigte Höhensiedlungen. Unter Ks. Valentinian I. (364-375) erfolgte die letzte umfangreiche Bautätigkeit an den Befestigungen und eine Reorganisation der Grenzverteidigung am Donaulimes; der Feldzug gegen die Quaden war der letzte röm. Vorstoß über die Donau. Um 396 wurden Teile der Markomannen im ost-ö. Raum als Verbündete angesiedelt. Zu Beginn des 5. Jh. zogen immer wieder german. Gruppen plündernd durch Ö., so wurde damals Flavia Solva zerstört. 433 wurden Teile Pannoniens an die Hunnen abgetreten, was eine kurze Ruhephase brachte. Ab der Mitte des 5. Jh. gehörte Rätien zum Machtbereich der Alemannen. In der unsicheren Zeit nach dem Tod  Attilas 453 entfaltete im norischen Raum der hl. Severin seine vielfältige Tätigkeit im relig., soz. und polit. Bereich (Favianis, Vita Severini). Ein lokaler Machtfaktor waren die Rugier mit ihrem Zentrum am nördl. Donauufer bei Krems. Andererseits existierten noch weitreichende Handelsverbindungen. In der letzten militär. Aktion von Italien aus besiegte Odoaker in 2 Feldzügen die Rugier und zwang 488 den Großteil der Romanen Ufernoricums östl. der Enns zum Abzug nach Italien. Damit endet nördl. der Alpen die R. In Binnennoricum blieben die Verbindungen zum italischen Raum länger erhalten, das Gebiet gehörte zunächst zum Ostgotenreich, dann zum langobardischen Einflußbereich. So endet um 600 mit dem Vordringen der  Baiern,  Awaren und  Slawen und der Zerstörung der letzten röm. Strukturen die R. im Süden Ö. Von großer Bedeutung waren die wirt., techn. und kulturellen Auswirkungen der R., dazu zählten Erschließung der Heilquellen, Stein- und Mörtelbau, Ziegel, Fußbodenheizungen, Bäderanlagen, Wasserleitungen, Kanäle und Straßen; die Provinzialbevölkerung konnte zumindest teilw. lesen und schreiben. Vom hohen Lebensstandard zeugen Ausgrabungsfunde (Archäologie). Mit den Kaufleuten, Handwerkern und Soldaten kam auch das Christentum nach Ö.

Frühchristentum

Frühchristentum: Das Christentum dürfte in Ö. vom Balkanraum donauaufwärts und von N-Italien aus verbreitet worden sein. Erste Hinweise auf Christen im Heer von Ks. Mark Aurel im ö. Raum finden sich im Zusammenhang mit dem sog. Blitz- und Regenwunder in den Markomannenkriegen am 11. 6. 172 n. Chr. Im späten 3. Jh. n. Chr. ist die Existenz kleiner christl. Gemeinden anzunehmen. Der einzige namentlich bekannte röm. Märtyrer Ö. ist der hl. Florian. Zur Zeit der Synode von Serdica (Sofia) 343 ist zumindest ein Bischof von Noricum nachweisbar, sein Sitz läßt sich nicht ermitteln; später waren Aguntum, Lauriacum, Teurnia und Virunum Bischofssitze. Voll ausgebildet war die kirchl. Organisation zur Zeit der Abfassung der Vita Severini (511). Frühchristl. Kirchenbauten gibt es u. a. in Aguntum, Duel, am Hemmaberg, in Imst, Lavant, Laubendorf, Lauriacum, Lienz, Nenzing, Pfaffenhofen, Teurnia und Zirl, Grabinschriften in Molzbichl, St. Stefan ob Waiern (Kä.) und Wels. Tonlampen, Silberlöffel, Fingerringe, eine Gürtelschnalle und ein Halsreif mit Christogramm wurden gefunden. Obwohl so die Ausbreitung des Christentums im 4.-6. Jh. auch archäologisch nachweisbar ist, hielt sich das Heidentum z. B. in Cucullis (Kuchl) doch bis in die Zeit des hl. Severin (2. Hälfte 5. Jh.).










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