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Die Wewelsburg




Die Wewelsburg

Einleitung:

Nicht nur wegen ihrer besonderen Architektur ist die Wewelsburg interessant, sondern wegen ihrer Bedeutung als Kult- und Terrorstätte der SS zwischen 1933 - 1945.

Hauptteil:

I.                Geschichte der Wewelsburg bis 1933

Auf einem Hügel im Almetal lag schon in vorgeschichtlicher Zeit eine Wallanlage. Um 1120 haben Bauern die inzwischen bestehende Burganlage zerstört (Graf v. Arnsberg).

Gegen 1300 gelangte die Burg an das Stift Paderborn.

Zwischen 1603 - 1609 erhielt die Wewelsburg durch die Paderborner Bischöfe ihre seltene Dreiecksform im Stile der Weserrenaissance.



Im 30-jährigen Krieg wurde die Wewelsburg von den Schweden niedergebrannt und ab 1650 wieder aufgebaut. 1802 wurde die Wewelsburg im Zug der Säkularisation verstaatlicht und gelangte in preußischen Staatsbesitz. 1925 kam sie an den Kreis Büren.

Bis 1933 war die Wewelsburg eine Jugendherberge und Heimatmuseum.

II.             Geschichte der Wewelsburg von 1933 - 1945

Ab 1933 interessierte sich die SS für die Wewelsburg und pachtete sie schließlich 1934 vom Landkreis Büren. Himmler suchte damals eine Burg, in der er eine SS-Führerschule errichten wollte. Seine Wahl fiel auf die Wewelsburg, die nach einer Prophezeiung alleine einem Ansturm aus dem Osten standhalten könne. Laut SS-Berechnungen liegt die Wewelsburg im Zentrum Europas.

Die Schule, die in der Wewelsburg untergebracht war, hatte die Aufgabe, die SS-Führerschaft zu einer Art neuem Orden innerhalb der NSDAP hinzu führen. Besonders die junge Generation sollte zum Rassenhass und Bolschewistenhass erzogen werden. Zugleich versuchten sie, die alte Kultur und Religion der Germanen wieder einzuführen und unterdrückte dabei den christlichen Gedanken und die Wertvorstellungen.

Die SS (Schutzstaffel) war ein paramilitärischer Kampfverband der NSDAP. Ihr Führer war H. Himmler. Ursprünglich war die SS nur die Leibgarde von A. Hitler. 1934 erlangte sie durch die Beteiligung am Röhmputsch gegen die SA-Führer eine besondere Bedeutung. Die SS hob sich von den übrigen Parteigenossen ab, indem sie sich den Charakter eines Ordens zulegte. Sie vertrat eine starke Rassenideologie (Judenhass, Herrenrasse, Germanenkult und Ablehnung des Christentums).

Die SS verwaltete später die KZs im In- und nach Kriegsbeginn im Ausland. Später wurden dann die Juden von ihnen systematisch verfolgt und vernichtet. Die Waffen-SS wurde an der Front eingesetzt und führte Massenexekutionen an der feindlichen Bevölkerung und Juden durch.

Der Ausbau der Wewelsburg zur Reichsführerschule SS begann Anfang des Jahres 1934. Im August wurde die Wewelsburg durch eine SS-Burgmannschaft vom Kreis Büren übernommen. Und am 22.09.1934 erfolgte die Übergabe an Himmler.

Die Um- und Ausbauarbeiten wurden zunächst vom Reichsarbeitsdienst verrichtet (Westwall). Ab Frühjahr 1939 kamen Häftlinge aus dem KZ Sachsenhausen zur Wewelsburg.

1940 wurde der Nordturm abgerissen und völlig neu errichtet. Im Keller des Turmes wurde die sogenannte Gruft errichtet. Sie sollte der Totenehrung dienen. Es ist ein runder Raum mit einem Gewölbe, in dessen Mitte sich ein Hakenkreuz befindet. Durch wenige Fenster dringt kaum Tageslicht ein, leise Geräusche werden durch die Konstruktion des Gewölbes verstärkt, es ist sehr unbehaglich.

Darüber wurde im Erdgeschoss die Säulenhalle erbaut. Diese wurde sehr luxuriöus ausgestattet, der Fußboden besteht aus Marmor. In der Mitte des Bodens befindet sich ein rundes Ornament mit Zeichen die SS-Runen ähneln. Beide Hallen wurden in der SS-Zeit nie benutzt. Himmler wollte ursprünglich in der Gruft begraben werden.




Außerdem plante Himmler 1939/40 im Bereich der Wewelsburg eine neue SS-Siedlung bauen zu lassen, die an den Vatikanstaat erinnern sollte. Wozu es nicht mehr gekommen.

Nachdem der Arbeitsdienst an den Westwall verlegt worden war, brauchte die SS neue Arbeitskräfte für den Aus- und Umbau der Wewelsburg. Hierzu wurden aus dem KZ Sachsenhausen Häftlinge nach Wewelsburg verlegt. Zunächst wurde das KZ aufgebaut, es entstanden Baracken und Wachtürme. Nach mehreren Fluchtversuchen von einigen Häftlingen wurden diese nach Sachsenhausen zurückverlegt. Im Februar 1940 kamen erstmals 70 Bibelforscher als Häftlinge zur Wewelsburg.

Im August ließ die SS durch die Insassen ein 2. Lager im Ortsteil Niederhagen errichten. 100 weitere Bibelforscher kamen aus Buchenwald dazu. (Insgesamt kamen 3300 Gefangene (Russen, Polen etc.))

Nachdem Ende Januar 1943 die Schlacht um Stalingrad verloren war, wurden alle nicht kriegswichtigen Bauvorhaben im Deutschen Reich eingestellt, so auch an der Wewelsburg.

Somit wurde das KZ aufgelöst, die Häftlinge verlegt, bis auf ein Restkommando von ca. 40 Häftlingen und einigen SS-Bewachern.

Die Häftlinge lebten im KZ unter menschenunwürdigsten Verhältnissen. Die Gefangenen mussten Schwerstarbeit leisten (10-12h/Tag) unter mangelnden Sicherheitsvorkehrungen, und sie bekamen nicht ausreichend zu essen. Viele starben an Unterernährung und an der harten Arbeit. Oft wurden diese noch sehr stark misshandelt, auch bei kleinen Vergehen. Eine genaue Rekonstruktion der Verhältnisse und der Todesrate ist nicht möglich, da die Akten vernichtet wurde.

Man schätzt, dass gut mehr als ein Drittel der Insassen gestorben sind. Nur bei den Zeugen Jehovas liegt die Todesrate erheblich niedriger (von 306 nur 19), da diese sehr stark zusammengehalten und sich geholfen haben.

Zu Kriegsende erteilte H. Himmler den Auftrag, die Wewelsburg zu sprengen, was am 31.03.1945 erfolgte, jedoch wurde ein kleiner Teil nicht vernichtet. Am 2.04. zogen amerikanische Truppen im Dorf Wewelsburg ein und befreiten das Restkommando.

III.           Geschichte der Wewelsburg 1945 - heute

Ab 1948 wurde die Wewelsburg wieder aufgebaut. Ein Teil aus der SS-Zeit wurde als Erinnerung bei behalten und der Rest wurde nach alten Plänen und Fotos wieder aufgebaut.

1950 wurden die Jugendherberge und das Heimatmuseum wieder eingerichtet.

Die Wewelsburg wurde 1975 Eigentum des Kreises Paderborn (wegen der kommunalen Gebietsreform).

Ein historisches Museum des Hochstifts Paderborn wurde 1996 eröffnet.










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