REFERAT-MenüDeutschGeographieGeschichteChemieBiographienElektronik
  EnglischEpochenFranzösischBiologieInformatikItalienisch
  KunstLateinLiteraturMathematikMusikPhilosophie
 PhysikPolitikPsychologieRechtSonstigeSpanisch
 SportTechnikWirtschaftWirtschaftskunde  

Der Hitler-Stalin-Pakt und die Entwicklung bis zum 1 September 1939




Der Hitler-Stalin-Pakt und die Entwicklung bis zum 1. September 1939

Bruch des Münchner Abkommens und Reaktionen

Am 15.März 1939 dringen Deutschlands Truppen in die Tschechei ein. Dies bedeutet den Bruch des Münchner Abkommens vom 28.September 1938. Dieser Bruch ist für die europäischen Mächte ein Prüfstein zu ihrer Haltung bezüglich Krieg und Frieden.



Die Sowjetunion erkennt am 18.März die Einverleibung der Tschechei durch Deutschland nicht an, beschuldigt aber die Westmächte aufgrund ihrer 'nichtagressiven' Haltung, den Eingriff begünstigt zu haben.

England und Frankreich reagieren erst, nachdem am 23.März das Memelgebiet gezwungenermaßen an Deutschland abgetreten wird und Hitler seine Forderungen gegenüber Polen verschärft. Das Sicherheitsversprechen, das die Existenz Polens garantieren soll, wird am 31.März unterzeichnet und am 13.April auf Rumänien und Griechenland ausgedehnt.

Geheime deutsch-britische Verhandlungen

Die Briten wollen die Tendenz von München beibehalten und planen Deutschland wirtschaftlich zu unterstützen. Dieses Sanierungsprogramm soll die beginnenden deutsch-sowjetischen Wirtschaftsverhandlungen 'überflüßig' machen. Außerdem verspricht sich England davon, den militärischen Eroberungsdrang Hitlers einzudämmen, um so Zeit für die Aufholung des deutschen Rüstungsvorsprungs zu gewinnen.

Hitler sieht in den Gesprächen die Möglichkeit Druck auf die Wirtschaftsverhandlungen mit den Russen auszuüben.

Erste Treffen finden Mitte April statt. Bei weiteren Gesprächen geben die Briten zu verstehen, daß sie bereit sind Deutschland im Osten sowohl wirtschaftlich, als auch politisch freie Hand zu lassen. Selbst in der Endphase der erfolgversprechenden britisch-französisch-sowjetischen Verhandlungen ergeht am 3.August ein Angebot eines Nichtangriffsvertrages an Deutschland. Noch am 7.August folgt ein Vorschlag einer Viermächtekonferenz nach Münchner Vorbild.

Aus Angst vor der Empörung der britischen Öffentlichkeit werden diese Verhandlungen im geheimen durchgeführt.

Britisch-französisch-sowjetische Verhandlungen

Rußland befindet sich Mitte Mai, aufgrund eines Beistandsvertrags mit der Mongolei, in einem Krieg gegen Japan. Der drohende Zweifrontenkrieg, und die eingeschränkte Kriegsbereitschaft durch wirtschaftliche, soziale Probleme und die Dezimierung der Armeeführung durch Massenverfolgungen beeinflußen die sowjetische Haltung bei den Verhandlungen, die im Mai beginnen, stark.

Da die Westmächte bei diesen Verhandlungen klare Vorsellungen über die militärischen Verpflichtungen der UdSSR im Falle eines Angiffs Deutschlands haben, aber eigene Verpflichtungen nur vage umschreiben, entwickeln sich langwierige Verhandlungen unter dem ständigen Mißtrauen Stalins.

Erst nach dem Stahlpakt Hitlers mit Italien wächst die Bereitschaft der Briten und Franzosen zu konkreten Vereinbarungen. Da man sich aber bei stritigen Fragen weiterhin kaum näherkommt, beschuldigt die russische Regierung in der Parteizeitung 'Prawda' die Westmächte der UdSSR alle Verpflichtungen zu überlassen und an einem gleiberechtigten Vertrag nicht interessiert zu sein.

Daraufhin wollen die Westmächte nur noch einen begrenzten Vertrag mit Rußland eingehen, der hauptsächlich die deutsch-sowjetischen Annäherungen behindern soll.

Am 17.Juli wird von den Briten ein Vertragsprojekt nahe der sowjetischen Variante vorgelegt, das die Zustimmung der Russen findet. Man will nun Militärverhandlungen in Moskau aufnehmen. Der Vertragstext wird am 24.Juli fertiggestellt und eine Delegation der Westmächte begibt sich nach Moskau. Da der Westen aber hofft mit diplomatischen Verzögerungen den Kriegsausbruch bis Ende September verhindern zu können, um somit ohne Krieg über den Winter zu kommen, erfolgt die Anfahrt nur sehr langsam, so daß die Sitzungen erst am 12.August beginnen können.

Die Haltung der Sowjetunion wird zur wichtigsten Frage zu diesem Zeitpunkt.

Deutsch-sowjetische Verhandlungen

Zwischen April und Juli fand nur eine politische Abtastung beider Länder im Rahmen von Wirtschaftsverhandlungen statt.

Anfang Juni versucht Deutschland aber schon bei Handelsvertragsgesprächen zu einer 'Besserung der Beziehung' zu gelangen. Trotz starkem Mißtrauens gegenüber Deutschland vertiefen sich die deutsch-sowjetischen Wirtschaftsbeziehungen Mitte Juli, da die sowjetischen Verhandlungen mit den Westmächten zu dieser Zeit in eine Sackgasse führen.




Aufgrund der forgeschrittenen Kriegsvorbereitungen gegen Polen Ende Juli, will man auf deutscher Seite einen möglichst schnellen Abschluß der Wirtschaftsverhandlungen. In diesen Zeitraum, also Anfang August, fällt auch die erste Erwägung einer außenpolitischen Interessengemeinschaft beider Staaten. Obwohl die Sowjets zu einer Konkretisierung eines Interessenausgleichs bereit sind, neigen sie aber weiterhin stärker zu einem Vertrag mit den Westmächten.

Hier beginnt die Entscheidunungsphase.

Die am 12.August beginnenden britisch-französisch-sowjetischen Militärverhandlungen geraten, aufgrund ungeklärter Fragen, schnell ins stocken. Da Deutschland bis zum 15.August wichtige Mobilmachungsentscheidungen getroffen haben muß, drängt man darauf den deutschen Außenminister Ribbentrop so schnell wie möglich zu Gesprächen nach Moskau einfliegen zu lassen.

Jetzt tritt eine entgültige Wende der russichen Außenpolitik zugunsten Deutschlands auf. Die stagnierten Verhandlungen mit den Westmächten und der drohende Krieg führen zwischen dem 15. und 17.August in Moskau zu der Entscheidung für einen deutsch-sowjetischen Pakt. Nach erfolgreichem Abschluß des Handels- und Kreditabkommens am 19.August erfolgt nach mehrmaligem Drängen Hitlers die Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrags durch Ribbentrop und den russischen Volkskommisar für Außere Angelegenheiten Molotow am 23.August 1939 in Moskau.

Der Nichtangriffsvertrag und das 'Geheime Zusatzprotokoll'

Der Vertrag brachte zwar beiden Seiten politische, militärische und wirtschaftliche Vorteile, wurde aber hauptsächlich als Zeitgewinnung angesehen. Der Bruch des Vertrages war von Beginn an von den Erzfeinden Stalin und Hitler mit eingeplant.

Deutschland muß jetzt bei dem Einfall in Polen mit keiner zusätzlichen russischen Gegenwehr rechnen und hat bei einem Angriff auf Frankreich im Osten den Rücken frei. Die Sowjetunion kann mit Hilfe des Vertrags den eigenen Kriegseintritt hinauszögern.

Im Geheimen Zusatzprotokoll werden die Balkanstaaten, Polen und Rumänien in sogenannte 'Interessensphären' aufgeteilt. Die Sowjetunion hat sich mit diesem Zusatzvertrag wichtige Teile des Balkans 'sichern' können.

Am 28.September 1939 wird noch ein zweites Vertragswerk, der 'Grenz- und Freundschaftsvertrag', erstellt, bei dessen Zusatzprotkollen die deutsch-sowjetische Grenzlinie korrigiert wird. Große Stücke Polen werden dem deutschen 'Interesse', Litauen dafür dem russischen zugeteilt.

Entwicklung bis Kriegsbeginn am 1.September 1939

Nachdem die Briten am 25.August einen Beistandsvertrag mit Polen schließen und Mussolini Hitler erklärt Italien wäre noch nicht kriegsbereit, verschiebt Hitler den Zeitpunkt für den Kriegsanfang vom 26.August auf den, schon am 3.April dafür vorgesehenen Termin: 1.September 1939.

Quelle: Hass, Gerhard: 23.August 1939. Der Hitler-Stalin-Pakt - Berlin, 1990










Haupt | Fügen Sie Referat | Kontakt | Impressum | Datenschutz







Neu artikel