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Obdachlosigkeit




Obdachlosigkeit

Eine genaue Zahl wieviel Obdachlose es in Stuttgart es gibt existiert nicht, da die Obdachlosen ja keinen festen Wohnsitz besitzen und häufig ihren Aufenthaltsort wechseln. Die Zahl der Obdachlosen wird auf ca. 5000 geschätzt.

Die Tagesstädte der Caritas in der Olgastraße 45:

Im Sommer werden hier bis zu 150, im Winter oft über 230 Obdachlose betreut. Betreut bedeutet, die Obdachlosen können sich etwas zum Essen und Trinken kaufen und können in einem Schlafraum sich zur Ruhe legen. Außerdem gibt es auch eine Krankenzimmer, wo Wunden Verletzungen und Krankheiten behandelt werden können.

In der Tagesstätte gibt es 2 Mahlzeiten einmal Frühstück gegen 8.00 Uhr und Mittagessen um 12.00 Uhr. Gerade jetzt im Winter ist die Tagesstätte oft überfüllt und die Obdachlosen müssen oft auch zwischen 1-1 ½ Stunden warten bis sie in die warme Stube kommen.

In der Tagesstätte arbeiten sowohl 2 Zivis, als auch mehrere Ehrenamtliche Mitarbeiter, aber natürlich sind auch bezahlte Arbeitskräfte vorhanden.

Das Essen in der Tagesstätte gibt es nicht um sonst, da dies für viele Obdachlose als Abwertung wirken würde. Dadurch, daß sie das Essen zahlen müssen kommen sie sich "normaler" vor. Außerdem werden die Obdachlosen gezwungen zu lernen mit ihrem Geld zu handhaben und nicht alles in Drogen (Alkohol und Zigaretten vor allem) zu investieren.



Die Besucher der Tagesstätte stammen aus den verschiedensten Gruppen, es sind sowohl die Alkohol abhängigen, als auch Junkies und auch weder Alkohol noch Drogen abhängigen.

Das Alter der Besucher hat eine große Bandbreite, zwischen 20jährigen  und bis zu 60 oder 70jährigen Obdachlosen sind eigentlich alle Altersklassen vertreten.

Jugendliche und jüngere halten sich bei anderen Organisationen getrennt von den älteren auf. Eine der bekannteren Organisationen ist hier vor allem der Schlupfwinkel wo Obdachlosen und Drogenabhängigen Jugendlichen Unterschlupf geboten wird.

Wie den Obdachlosen noch geholfen wird:

Außer diese Mahlzeit bemühen sich die Caritas Mitarbeiter auch den Obdachlosen, die zu meist 90% auch Arbeitslos sind wieder Arbeit und eine feste Unterkunft zu verschaffen, es werden Wohnungen zur Verfügung gestellt, bei denen die Caritas die Miete mit finanziert und die einst Obdachlosen unterstützt zu lernen sich wieder in die Gemeinschaft einzugliedern. Die Caritas hilft den Obdachlosen auch bei der Arbeitsuche und unterstützt die einst Obdach und Arbeitslosen auch noch nach ihrem Leben auf der Straße.

Unser Besuch bei der Caritasttagesstätte für einen Besuch:

Als wir um 11.00 Uhr wie bestellt vor der Türe standen durften wir erst einmal ca. 1 ½ Stunden in der Kälte stehen und mit bis zu 70 anderen Obdachlosen warten, in die warme Stube gelassen zu werden. Gegen 12.30 Uhr war es dann so weit, wir waren schon ziemlich verfroren, trotz unserer guten Winterjacken. Als wir nun hereingelassen wurden, hofften wir entweder zum helfen eingeteilt zu werden bei der Essensausgabe oder doch wenigstens einen warmen Sitzplatz zu bekommen. Doch dieser Traum von einem warmen Sitzplatz und etwas zum Essen sollte sich noch nicht so schnell erfüllen. Wir waren nun zwar in die Tagesstätte gelangt, doch diese war wie immer im Winter, bei eisiger Kälte mal wieder überfüllt, also mußten wir mit einem Stehplatz im kühlen Treppenhaus Vorliebe nehmen, doch immer noch besser als wie viele andere noch einmal eine Stunde warten draußen in der Kälte. Vom Rande aus beobachteten wir nun das ganze geschehen für nochmals ca. 2 Stunden. Es war reger betrieb in der Tagesstätte, viele kamen einfach nur her um schnell etwas zu Essen und dann gleich weiter zu ziehen, andere begaben sich ziemlich rasch nach oben in den Schlafraum und wieder andere unterhielten sich oder spielten Skat. Von einigen der Obdachlosen wurden wir gefragt wie alt wir den seien und sie bedauerten uns, da wir ja noch so jung wären und schon Obdachlos, jeder von ihnen erzählte uns dann, was er im munteren Alter von 15 noch gemacht habe und war stolz darauf. Andere stellten sich einfach zu uns und erzählten uns was für Vorteile ein Mofa hat und das wir doch den Führerschein machen sollten. Gegen 14.30 Uhr war es dann endlich soweit, es wurden 2 Plätze frei und wir konnten uns setzen und etwas zum Essen kaufen. Nun sasen wir also am Tisch mit 4 anderen Obdachlosen und wir waren gespannt was jetzt wohl passieren würde. Doch es kam mal wieder ganz anders wie wir es uns gedacht hatten. Von den Vieren interessierte sich nur eine für uns, doch die war stock besoffen und sie erzählte uns einfach sie redete einfach los. Im laufe des Gesprächs, besser gesagt ihrer Erzählung stellte sich heraus, daß sie seit 5 Jahren Obdach und Arbeitslos war, gelernte Dachdeckerin und das gestern einer ihrer Freunde gestorben war, der 20. Tote in 5 Jahren Obdachlosigkeit. Nun war es inzwischen 16.00 Uhr und der Tag nahm sein Ende, wir waren teilweise enttäuscht aber auch ziemlich fertig und froh eine warme Wohnung zu haben und sich jetzt nicht auf die Suche nach einem sicheren und warmen Schlafplatz machen zu müssen.

Caritas: Obdachlosigkeit in Stuttgart

"Klassische Nichtseßhafte"?

"Klassische Nichtseßhafte" gibt es nicht, es gibt immer spezifischere Gruppen:

- Junge Menschen unter 25 Jahren

            - Ausländer

            - Drogensüchtige/ AIDS-Infizierte

            - Frauen

            - Flüchtlinge (insbesondere kroatische und serbische Kriegsflüchtlinge)

            - Psychisch Kranke

            - Aus- und Übersiedler

Für Drogensüchtige findet im Ruheraum der Tagesstätte ein offenes Treffen mit ehrenamtlichen Mitarbeitern statt.

Unterkünfte:

Dauerhafte Unterkünfte, für Obdachlose, werden immer seltener, so daß Obdachlose immer häufiger von Notunterkunft zu Notunterkunft geschoben werden müssen. Die meisten der Notunterkünfte werden von kaum noch weitervermittelbaren Personen, wie z.B. Drogenabhängigen, bewohnt.




Freizeitprogramme:

Die Caritas (Tagesstätte) bietet ein umfangreiches Freizeitangebot für Obdachlose an:  - Wochenendfreizeiten

            - Malgruppen

            - Kegeln

            - Tagesausflüge im Sommer

            - religiöse Gesprächskreise

Probleme unter Obdachlosen:

Die Ausländerfeindlichkeit, unter den Obdachlosen, nimmt durch den ständigen Konkurrenzkampf bei der Arbeits- und Wohnungssuche zu.

Unterstützung für die Caritas:

Ohne Unterstützung durch ehrenamtliche Mitarbeiter und Spenden durch Kirchengemeinden oder Firmen (wie z.B. Südmilch) wäre eine solche Arbeit nicht möglich.

Zusammenarbeit mit anderen Diensten:

Ohne die enge Kooperation mit anderen Diensten wäre diese Arbeit nicht möglich.

Die Caritas arbeitet mit folgenden Einrichtungen zusammen:

            - Wärmestube der EVA

            - Bereitschaftspolizei

            - Bahnhofsmission

            - Liegenschaftsamt

            - Beziksämter

            - allgemeine soziale Dienste

            - sozialpsychiatrische Dienste

Die Tagesstätte Olgastr. 46:

Die Tagesstätte ist täglich, sowohl im Winter als auch im Sommer, zum Frühstück und Mittagessen geöffnet. Da ein Tagesaufenthalt, in der Tagesstätte, nicht möglich ist (Finanzproblem), versucht man die Öffnungszeiten mit anderen Diensten wie der Wärmestube der EVA abzustimmen.

Die Tagesstätte wird besucht von Junkies, osteuropäischen Flüchtlingen und psychisch auffälligen Personen. Diese nutzen die Tagesstätte nicht nur als Versorgungsangebot sondern auch als Club, den auch ehemalige Obdach - und Arbeitslose als sozialen Treffpunkt nutzen.

Schwierigkeiten bereitet der Futterneid der Besuchergruppen "Alkis gegen Junkies", dabei geht es um Bevorzugung oder Besserversorgung.

Weitere Dienstleistungen der Caritas Tagesstätte:

1.   Ambulanz

    Im Kranken Zimmer der Caritas Tagesstätte werden Werktags 6-10 Personen

    ambulant verpflegt. Hier werden auch sterile Nadeln und Spritzen verteilt. Diese

    Ambulanz wird durch Spenden und andere Gelder der Caritas finanziert. Die Stadt

    erwartet, daß die Stadt die Finanzierung dieser Ambulanz übernimmt

2.   Betreutes Wohnen

    Betreutes Wohnen ist: a) Nachbetreuung in Individualwohnraum

b) Projektwohnen im befristetem Wohnraum

    c) Winterquartiere, z.B.: Bruderrain

zu a:    - weitere psychische Betreuung der Klienten

            - Beratung bei Altagsproblemen

            - Suchtberatung

            - Hilfe beim Erhalt der Arbeitsstelle/ Bewerbungen

            - Sicherstellung medizinischer Hilfe

Ohne die Hilfe anderer wäre es für Obdachlose schwer den Neueinstieg in die Berufswelt zu schaffen. Es ist jeder Person selbst überlassen, ob er diese Hilfe annimmt oder nicht.

Zu b:   Bei befristetem Wohnraum handelt es sich um Wohnungen, die vom Eigentümer befristet vermietet werden. In der Regel sind dies Wohnungen, für die Abriß oder Generalsanierung geplant sind. 1994 waren dies 4 Wohnungen mit insgesamt 15 Plätzen.

Bei der Anmietung befristeter Wohnungen handelt es sich nicht nur um Wohraumbeschaffung sondern auch um Wohnraumschaffung, da die genutzten Wohnungen ansonsten leer stünden.

Zu c:   Notunterkunft Bruderrain 1993-1994:

Insgesamt wurden 23 Männer im Alter 25-65 Jahren untergebracht. Diese Notunterkunft ist nur von November bis März. Natürlich kommt es oft zu Reibereien, was zum Alltag gehört und als Betriebsrisiko inkauf genommen werden muß.










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