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Fruhe Jahre und Aufstieg zur Konigin




Frühe Jahre und Aufstieg zur Königin

Elisabeth, die letzte englische Herrscherin aus dem Hause Tudor, wurde am 7. September 1533 in London als Tochter König Heinrichs VIII. von England und seiner zweiten Gemahlin Anne Boleyn geboren. 1536 hatte ihr Vater Heinrich durch einen Parlamentsbeschluss seine Ehe mit Anne Boleyn für ungültig erklären lassen, um seine dritte Frau, Jane Seymour, ehelichen zu können. Mit Zustimmung des Parlaments setzte er seinen Sohn aus der Ehe mit Jane Seymour, den späteren Eduard VI., an die erste und seine Tochter aus seiner Ehe mit Katharina von Aragonien, die spätere Maria I. Tudor, an die zweite Stelle der Thronfolge. Elisabeth ließ er für illegitim erklären. Ein Parlamentsbeschluss von 1544 reihte Elisabeth jedoch wieder in die Thronfolge ein, und zwar an dritter Stelle.

Eduard VI. wurde am 12. Oktober 1537 als einziger Sohn Heinrichs VIII. und dessen dritter Ehefrau, Jane Seymour, geboren. Nach dem Tode Heinrichs VIII. 1547 folgte ihm Eduard, sein einziger Sohn, auf dem Thron. Eduards Onkel mütterlicherseits, Edward Seymour, Earl von Hertford und später Herzog von Somerset, wurde Lordprotektor (Reichsregent) für den noch unmündigen Eduard. Sowohl Eduard als auch sein Onkel waren überzeugte Anhänger der Reformation und unternahmen große Anstrengungen, um in England den Protestantismus einzuführen. Im Alter von 15 Jahren erkrankte Eduard VI. schwer an Tuberkulose. Kurz vor seinem Tod am 6. Juli 1553 in Greenwich enthob Eduard auf Betreiben des Haushofmeisters John Dudley seine beiden Halbschwestern, die später als Maria I. und Elisabeth I. England regierten, ihres Anspruchs auf den Thron. Die Königskrone fiel daraufhin an Lady Jane Grey, die mit Dudleys Sohn verheiratet war; aber nur neun Tage nach ihrer Krönung wurde sie von Maria gestürzt und Dudley, Lady Jane sowie ihr Mann wurden hingerichtet.



Als Maria I. 1553 Königin von England wurde, setzte wieder die römisch-katholische Kirche ein und heiratete ihren Cousin Philip II. von Spanien. Durch diese Heirat war sie beim Volk sehr unbeliebt, da England dadurch in einen Krieg mit Frankreich verwickelt wurde, bei dem es Calais verlor. Diese Unbeliebtheit steigerte sie noch dadurch, dass sie während ihrer Herrschaft 300 Menschen, die der Ketzerei beschuldigt wurden, zum Tod verurteilen ließ. Maria, eine gläubige Katholikin, fühlte sich vom Protestantismus und der potentiellen Anwartschaft Elisabeths auf den Thron jedoch bedroht und ließ Elisabeth deshalb 1554 unter der falschen Anschuldigung, sich an einer Verschwörung beteiligt zu haben, ins Gefängnis stecken. Als sich Elisabeth dann offen zum Katholizismus bekannte, fand sie wieder Gnade bei ihrer Schwester Maria und wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

Nach dem Tod Marias, die den Beinamen "die Blutige" erhielt,  im Jahre 1558 wurde Elisabeth Königin von England. Bei ihrer Thronbesteigung war England von konfessionellen Machtkämpfen zerrissen, die Wirtschaft des Landes war schwer angeschlagen - nicht zuletzt wegen des Krieges mit Frankreich. All diese Schwierigkeiten konnte Elisabeth überwinden, nicht zuletzt da ihre Pflichten als Monarchin stets im Mittelpunkt ihres Lebens standen. Elisabeths politisches Talent zeigte sich zum großen Teil auch in der Wahl ihrer Berater, fähiger und intelligenter Männer wie etwa Sir Francis Walsingham und William Cecil Burghley.

Eines der größten Probleme, das sich der neuen Königin nach ihrer Thronbesteigung stellte, war die konfessionelle Spaltung des Landes. Gleich nach dem Tode ihrer Schwester Maria konvertierte Elisabeth wieder zum Protestantismus. 1559 waren in ihrem ersten Parlament die Protestanten in der Mehrheit. Zwischen 1559 und 1563 verabschiedete dieses Parlament eine Reihe von Gesetzen, die zur doktrinären Grundlage der anglikanischen Kirche (Church of England) wurden. Mit dem Elisabethanischen Kompromiss wurde die Church of England 1559 wieder zur Staatskirche, Elisabeth wurde zum Oberhaupt der von Rom unabhängigen anglikanischen Kirche. Im Interesse einer innenpolitischen Konsolidierung suchte Elisabeth zunächst den Ausgleich mit den Katholiken; die Spannungen zwischen anglikanischer und katholischer Kirche in England verschärften sich erst nach der Flucht Maria Stuarts nach England 1568 und der Exkommunizierung Elisabeths durch den Papst 1570 wieder.

Elisabeth, Königin von England

Elisabeths dominierende Rolle in einem Zeitalter, das sogar mit ihrem Namen belegt wurde, gründet teilweise auf dem allumfassenden Nationalgeist, den sie zu verbreiten verstand und der während der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ganz England erfasste. Elisabeth gelang es, das Vertrauen des Volkes in die Monarchie und eine starke Krongewalt wieder herzustellen. Nach der Überwindung der konfessionellen Spaltung im Land und der Beendigung des Krieges mit Frankreich im Frieden von Cateau-Cambrésis[1] war der Weg für Englands wirtschaftlichen Aufschwung geebnet. Unter Elisabeths Führung begann die Regierung, Handel und Gewerbe auf nationaler Ebene in geordnete Bahnen zu leiten und zu fördern. England wuchs zu einer bedeutenden Seemacht heran, die legendäre Seehelden wie Sir Francis Drake und Sir Martin Frobisher hervorbrachte. 1560 wurde ein neues Münzsystem eingeführt, das die alten Silbermünzen aus den drei vorangegangenen Regierungsperioden ablöste. Die völlig überhöhten Preise fielen wieder auf ein Normalmaß, und das Vertrauen in die englische Währung war wieder hergestellt. Gleichzeitig erließ sie Gesetze zur Kontrolle der Löhne und zur Ausblidung der Handwerker. Der von der Regierung geförderte Außenhandel entwickelte sich zu einem bedeutenden Geschäft. 1566 wurde die Börse in London (Royal Exchange of London) eröffnet, und 1599 die Handelsgesellschaft, die später als Ostindische Kompanie (East India Company) bekannt wurde, gegründet. Und über all dem Aufschwung und Wohlstand stand die Königin; in den Augen ihrer Untertanen war Elisabeth die Verkörperung Englands.

Heiratsprojekte

Seit Beginn ihrer Regierungszeit war Elisabeths Ehelosigkeit ein politisches Problem - es gab keinen Thronfolger. Das Parlament versuchte vergebens, die Königin zu einer Heirat zu bewegen - Elisabeth lehnte ab mit der Begründung, sie habe vor, als Jungfrau zu leben und auch so zu sterben. Trotz ihres abschlägigen Bescheids an das Parlament spielte sie doch ständig mit dem Gedanken, sich mit einem der vielen Bewerber, die sich um sie scharten, zu vermählen. Ihre Favoriten, darunter vor allem Robert Dudley, Earl of Leicester, Sir Walter Raleigh, und Robert Devereux, Earl of Essex, wählte sie je nach der politischen Lage.

Die Seegeltung Englands

Unter Elisabeths Führung wuchs England zu einer bedeutenden Seemacht heran, die legendäre Seehelden wie Sir Francis Drake und Sir John Hawkins hervorbrachte.

Drake und Hawkins begründeten in den 1560er mit 3 Expeditionen, mit denen sie in den Handel mit Sklaven aus Afrika in Mittelamerika einzusteigen versuchten, den großen Ringhandel zwischen Europa, Afrika und Amerika mit. Über zehn Millionen umgekommene Schwarze gehen zu Lasten britischer Sklavenhändler.



In den Jahren 1570/71 unternahm Drake zwei Handelsreisen zu den Westindischen Inseln. 1572 fasste er den Entschluss, in Konkurrenz mit den bedeutenden Seefahrern Portugals und Spaniens zu treten und stach mit Zustimmung der britischen Krone in Plymouth in See. Während dieser Reise eroberte er den Hafen Nombre de Díos am Isthmus von Panamá und zerstörte die nahe gelegene Stadt Portobelo. Mehrere kriegerische Auseinandersetzungen im Golf von Mexiko beendete er siegreich. Mit einer Schiffsladung spanischen Silbers kehrte er nach England zurück und begründete damit seinen Ruf als Freibeuter.

1577 erhielt er von der englischen Königin Elisabeth I. den geheimen Auftrag, gegen die spanischen Kolonien an der Pazifikküste der Neuen Welt vorzugehen. Mit fünf Schiffen und 166 Mann Besatzung segelte er von Plymouth ab. Nachdem er zwei seiner Schiffe im Mündungstrichter des Río de la Plata in Südamerika hatte aufgeben müssen, verließen die drei verbleibenden Schiffe 1578 den Atlantischen Ozean, durchfuhren die Magellanstraße an der Südspitze des südamerikanischen Kontinents und erreichten 16 Tage später den Pazifischen Ozean. Ein Schiff wurde während 50 Tage andauernder heftiger Stürme zerstört, ein weiteres kehrte zurück nach England. Nur Drake, der weit nach Süden abgetrieben worden war, segelte weiter in nördlicher Richtung entlang der südamerikanischen Pazifikküste. Er plünderte diverse spanische Häfen (darunter Valparaíso). Auf der Suche nach einer Ostpassage zurück zum Atlantischen Ozean segelte er weiter nach Norden und erreichte dabei wahrscheinlich den 48. nördlichen Breitengrad nahe der heutigen Grenze zwischen den USA und Kanada. Sein angeschlagenes Schiff, die Golden Hind, wurde in einer schmalen Bucht (heute Drake's Bay) nördlich des heutigen San Francisco repariert.

Am 23. Juli 1579 brach Drake erneut in westlicher Richtung durch den Pazifischen Ozean auf. Im November erreichte er die Molukken, eine Inselgruppe im westlichen Pazifik. Er unterbrach die Reise auf den indonesischen Inseln Celébes (Sulawesi) und Java, umsegelte das Kap der Guten Hoffnung und landete, nach einem kurzen Aufenthalt in Sierra Leone, im September 1580 in England. Somit hatte Drake - vermutlich ungeplant - die erste britische, und nach Magalhaes die zweite Weltumsegelung überhaupt vollbracht.

Außerdem brachte er reiche Beute von den spanischen Handelsschiffen mit, was seinen eher heimlichen Förderern und Geldgebern, unter ihnen Königin Elisabeth I:, einen 4.000-prozentigen Gewinn auf ihre Auslagen einbrachte.

Für seine Verdienste wurde er von Elisabeth I. zum Ritter geschlagen und durfte sich fortan Sir Francis Drake nennen.

1585 segelte Drake noch einmal mit einer großen Flotte in Richtung Westindische Inseln. Er überfiel mehrere spanische Siedlungen (darunter Saint Augustine im heutigen Florida) und besuchte die erste englische Kolonie in der Neuen Welt, die Insel Roanoke vor der Küste North Carolinas, von wo aus er der Überlieferung zufolge den Tabak in England einführte.

1587 wurde er von der Königin ausgesandt, um die spanische Flotte im Hafen von Cádiz zu besiegen. Dabei zerstörte er 33 spanische Schiffe. Als Folge davon musste Spanien die geplante Invasion Englands verschieben. Im folgenden Jahr diente Sir Francis Drake als Vizeadmiral der englischen Flotte, die die spanische Armada besiegte. 1595 sandte die Königin Drake und Hawkins erneut auf eine Expedition zu den Westindischen Inseln, auf der beide in der Karibik an der Ruhr starben.

Hintergrund des Konfliktes mit Maria Stuart

Ein sehr delikates politisches Problem war für Elisabeth ihre katholische Cousine Maria Stuart, Königin von Schottland, die nach ihrer Niederlage gegen ihren Halbbruder James Stuart, Earl von Moray, 1568 in England Zuflucht suchte.

Maria wurde am 8. Dezember 1542 in Linlithgow geboren und bereits wenige Tage später als Nachfolgerin ihres Vaters zur Königin erhoben. Sie wuchs in Frankreich auf und wurde 1558 mit dem französischen Thronfolger verheiratet, während ihre Mutter Maria von Guise in Schottland blieb um ihre Rechte zu wahren. In demselben Jahr starb Königin Maria I.von England, und Maria Stuart hatte jetzt vor Elisabeth I. Anspruch auf den englischen Thron, da sie eine Urenkelin Heinrich VII. war . Elisabeth I., die den englischen Thron übernahm, war zwar eine Enkelin Heinrich VII., galt jedoch als Bastard, ihre Mutter war die Ursache aller Unruhen und Neuerungen im Reich gewesen, und wurde von Frankreich nicht anerkannt, da sie ein Kind aus der zweiten Ehe Heinrich VIII. ist, die von der katholischen Kirche nie anerkannt wurde.

1559 starb Heinrich II. von Frankreich, und Maria Stuart wurde an der Seite ihres Mannes Franz II. Königin von Frankreich. Der Widerstand gegen die Regentschaft der Maria von Guise wuchs durch die Eheschließung ihrer Tochter mit dem Dauphin von Frankreich im April 1558. Im Jahr 1559 kam es unter der Führung von Knox zur offenen Rebellion. Elisabeth I. von England unterstützte die Aufständischen. 1960 schafften die Anführer der schottischen Protestanten die römisch-katholische Kirche in Schottland ab und übernahmen das calvinistische Glaubensbekenntnis. Als im selben Jahr Franz II. von Frankreich stirbt und Maria Stuart nach französischem Recht den französischen Thron verliert, kehrt sie, nachdem inzwischen auch ihre Mutter verstorben war, nach Schottland zurück, wo mittlerweile ihr Halbbruder Lord James Stuart regierte. Als loyale Katholikin und Thronerbin wurde Maria zur zentralen Figur der Gegenreformation in Schottland und später auch in England.




1565 heiratete Maria ihren Cousin, den katholischen schottischen Adligen Lord Darnley. Neben der allmählich immer stärker katholisch geprägten Politik der Königin stieß diese Heirat bei den Protestanten auf Missfallen; sie war das Signal für einen Aufstand des Earl of Moray, der hoffte, die gesamte protestantische Partei würde sich ihm gegen die Königin anschließen. Moray wurde in seiner Hoffnung jedoch enttäuscht, und Maria schlug den Aufstand innerhalb kurzer Zeit nieder. Wenig später überwarf sich Maria mit Darnley; Maria hatte ihm den Königstitel verliehen, doch nun forderte er die Krone auf Lebenszeit und, falls die Königin ohne Nachkommen sterben sollte, den Übergang der Krone auf seine Erben.

Marias Sekretär und Berater war der Florentiner David Rizzio, ein Katholik und Günstling bei Hofe. Dem König wurde hinterbracht, dass angeblich Rizzio seinem Streben nach der Krone im Wege gestanden sei; deshalb verbündete er sich mit Moray, Lord Patrick Ruthven, James Douglas, dem 4. Earl of Morton, und anderen führenden schottischen Protestanten. Ergebnis dieser Verschwörung war 1566 die Ermordung Rizzios. Anfang 1567 ließ James Hepburn, der 4. Earl of Bothwell, der seit Morays Aufstand und noch mehr seit der Ermordung Rizzios hoch in der Gunst der Königin stand, Darnley ermorden. Eine Mitwisser- oder gar Mittäterschaft Marias bei Darnleys Ermordung konnte nie bewiesen werden. Bothwell kam vor ein Scheingericht und wurde freigesprochen. Wenig später ließ er sich von seiner Frau scheiden und heiratete Maria - in einer protestantischen Zeremonie.

Diese neuerliche Heirat provozierte Darnleys Partei, die sich sogleich gegen Maria erhob. Marias Armee war den Truppen der Aufständischen deutlich unterlegen, und am 15. Juni 1567 wurde ihre Armee bei Carberry Hill besiegt; Maria musste sich dem aufständischen Adel ergeben. Am 24. Juli 1567 dankte sie zugunsten ihres Sohnes Jakob VI. ab. Am 2. Mai 1568 konnte Maria aus der Gefangenschaft entfliehen und innerhalb weniger Tage ein 6 000 Mann starkes Heer aufstellen. Am 12. Mai besiegte Moray bei Langside in der Nähe von Glasgow Marias Truppen. Allen Warnungen ihrer engsten Freunde zum Trotz suchte Maria vier Tage später in England bei ihrer Cousine, Königin Elisabeth I., Zuflucht, wohl in der Hoffnung, Elisabeth würde sie aus monarchischer Solidarität unterstützen. Elisabeth ließ Maria sofort in Haft nehmen, wohlwissend, dass die katholischen Herrscher Europas und ihre eigenen katholischen Untertanen nicht sie - Elisabeth-, sondern ihre Cousine Maria als rechtmäßige Königin Englands ansahen. Maria wurde jahrelang gefangen gehalten, und englische Katholiken strengten zahlreiche Verschwörungen an, um Maria zu befreien und auf den englischen Thron zu bringen.

Die bekannteste aller Intrigen zur Befreiung Marias war 1568 die Anthony Babingtons, des Pagen von Maria, der ein Attentat auf Elisabeth plante; doch die Verschwörung wurde entdeckt. Maria wurde im Oktober 1586 der Beteiligung an der Verschwörung Babingtons angeklagt und am 25. Oktober zum Tode verurteilt. Elisabeth unterzeichnete den Hinrichtungsbefehl erst am 1. Februar 1587; eine Woche später, am 8. Februar, wurde er ausgeführt.

Nachfolger Elisabeths wurde 1603 Maria Stuarts Sohn, der katholische Monarch Jacob VI. von Schottland. Seine Thronbesteigung als Jakob I. von England vereinigte die Kronen Englands und Schottlands.

Krieg mit Philipp II. von Spanien

Maria Stuarts Hinrichtung hatte schwerwiegende Folgen. Bereits seit längerem hatte Elisabeth die Übergriffe englischer Freibeuter wie z. B. Francis Drake auf spanische Schiffe und spanischen Kolonialbesitz unterstützt, und sie ließ den Niederlanden in ihrem Freiheitskampf gegen Spanien Hilfe zukommen. Die Hinrichtung der Katholikin Maria lieferte nun dem ebenfalls katholischen spanischen König Philipp II., der sich im Übrigen nach dem Tod seiner zweiten Frau Maria I. Tudor um eine Eheschließung mit Elisabeth bemüht hatte, nur noch einen weiteren Grund, den Krieg gegen England, der schon seit 1585 vor allem in den Niederlanden geführt wurde, fortzusetzen und zu verschärfen. 1588 entsandte er eine gewaltige Flotte zur Invasion Englands.

Der Plan zur Eroberung Englands hatte politische und religiöse Gründe: Philipp, Herrscher über das katholische Spanien, versuchte seit 1566 erfolglos, einen Aufstand seiner protestantischen Untertanen in den Niederlanden niederzuwerfen. Die Aufständischen wurden von England offen unterstützt. 1586 kam Philipp schließlich zu dem Schluss, dass er die Niederlande nur besiegen könne, wenn er England unterwerfe. Gleichzeitig hoffte er, durch die Absetzung Elisabeths und die Rekatholisierung des protestantischen Englands die seit langem bestehenden konfessionellen Zwistigkeiten mit England zu seinen Gunsten zu entscheiden.

Geplant war, dass eine spanische Flotte unter dem Oberbefehl des Herzogs von Medina-Sidonia, Alonso Pérez de Guzmán, zusammen mit einem Heer aus den Niederlanden unter der Führung Alessandro Farneses in England einfallen sollte. Die Flotte bestand aus 130 Schiffen mit fast 30 000 Mann Besatzung. Die Engländer erhielten jedoch Kenntnis von diesem Plan und verzögerten das Auslaufen der Armada durch Angriffe auf Cádiz (1587) für fast ein Jahr.



Im Juli 1588 konnte die Armada schließlich in See stechen. Am 29. Juli wurde sie vor England gesichtet. Eine englische Flotte unter Lord Charles Howard (dem späteren 1. Earl of Nottingham) stellte sich ihr bei Plymouth entgegen und lieferte den Spaniern in der folgenden Woche Schlachten vor Plymouth, Portland Bill und der Insel Wight. Die englische Flotte war der spanischen zahlenmäßig unterlegen, aber ihre Schiffe waren schneller und wendiger, außerdem war ihre Artillerie der spanischen überlegen. Die ersten Schlachten endeten unentschieden.

Die Gelegenheit zum entscheidenden Schlag bot sich den Engländern, als die Armada bei Calais (Frankreich) vor Anker ging, um hier die Truppen aus den Niederlanden an Bord zu nehmen: Howard ließ brennende Schiffe auf die Armada zufahren. Dadurch brach bei den Spaniern eine Panik aus, die zur Auflösung ihres Flottenverbands führte. In der folgenden Schlacht bei Gravelines am 8. August trugen die Engländer den Sieg davon. In der Folge verhinderten starke Stürme die Rückfahrt der spanischen Schiffe durch den Armelkanal; die Armada musste deshalb den Weg um die Nordküste von Schottland und die Westküste von Irland nach Spanien zurück nehmen. Nur 67 der ursprünglich 130 Schiffe kamen in Spanien an, die meisten davon schwer beschädigt.

Die Niederlage der Armada bedeutete jedoch noch kein Ende des Krieges zwischen England und Spanien - der Krieg sollte noch bis 1604 andauern -; die Niederlage stärkte jedoch das englische Nationalgefühl, festigte die Stellung des Protestantismus als Staatsreligion in England, schuf die Grundlage für das Vertrauen der Engländer in ihre Flotte, dem zentralen Instrument zur Verteidigung ihres Landes, und sie wurde von vielen als Beginn des Aufstiegs Englands zur Weltmacht interpretiert. Spanien dagegen trieb die Niederlage beinahe in den Bankrott.

Die Spanische Armada wurde jedoch von der englischen Flotte vernichtend geschlagen, und England begann Spanien als führende See- und Kolonialmacht abzulösen. Gleichzeitig etablierte England mit seinem Sieg über das katholische Spanien den Protestantismus als nicht mehr zu übergehenden Faktor in der internationalen Politik. Der Sieg über die Armada war eine der großen Leistungen Königin Elisabeths I. von England und trug in der Folge zum Zerfall des Spanischen Reiches bei.

Ende einer Ara

Gegen Ende ihrer Regierungszeit schwand Elisabeths Popularität vor allem wegen ihrer unkontrollierten Ausgaben und dem zunehmenden Missbrauch ihrer königlichen Macht. Wirtschaft und Handel gingen infolge der Kriege nieder, und Elisabeths politische Führung zeigte zunehmend Schwächen - waren ihre späteren Berater doch bei weitem nicht so fähig wie ein William Cecil Burghley oder ein Walsingham. Einen bitteren Beigeschmack bekam die Endphase von Elisabeths Regierungszeit auch durch den blutigen und kostspieligen Krieg gegen den Aufstand in Irland, der von Hugh O'Neill angeführt wurde. Als ihr Günstling Robert Devereux erfolglos aus dem Krieg gegen die irischen Rebellen nach England zurückkehrte, führte er eine Revolte gegen die Königin selbst an und wurde 1601 hingerichtet. Der Aufstand in Irland wurde schließlich 1603 niedergeschlagen. Der Verrat ihres Günstlings traf Elisabeth tief. Sie verbrachte die letzten Jahre ihres Lebens unglücklich und allein. Elisabeth hatte ein glorreiches Zeitalter durchlebt und geprägt, ein Zeitalter, in dem die Grundlagen für das moderne England geschaffen wurden. Elisabeth starb am 23. März 1603 in London; mit Elisabeth endete die Tudor-Dynastie in England. Kurz vor ihrem Tod hatte sie den schottischen König Jakob VI., den Sohn Maria Stuarts, zu ihrem Nachfolger bestimmt.

Das Elisabethanische Zeitalter war nicht nur eine Epoche großer politischer Erfolge, sondern auch eine Ara außerordentlicher kultureller Blüte in England. Edmund Spenser, Christopher Marlowe und William Shakespeare sind nur einige der zahlreichen hervorragenden Schriftsteller, die unter Elisabeth wirkten. Elisabeth selbst bot mit ihrer schillernden Persönlichkeit ausreichend Stoff für die Literatur, u. a. noch zu ihren Lebzeiten für Edmund Spenser in seinem Epos The faerie Queene (1590-1596), für William Harrison Ainsworth in seinem historischen Roman The Tower of London (1840).



[1] am 3. April 1559 zwischen Heinrich II. von Frankreich und Philipp II. von Spanien geschlossen (er bedeutete den Schlussstrich unter jahrzehntelange, immer wieder aufflammende Kämpfe um territoriale Ansprüche in Italien. An dem Vertragsschluss war auch England beteiligt, das sich mit Spanien verbündet hatte.)










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