NIEDRIGENERGIE-
UND PASSIVHAUSER
Mit den Begriffen werden keine Bauweisen,
sondern klar definierte Energieniveaus beschrieben. Sämtliche Bauweisen, ob
Massiv- oder Holzbauweise, sind bei hohem Komfortgewinn und mit normaler
Architektur als Niedrigenergie Häuser und Passivhäuser möglich. Es wird das
Ziel und nicht der Weg festgelegt.
Grundregeln für das
Niedrigenergiehaus
Beim NEH werden die Energieverluste durch eine:
kompakte Bauweise
sehr gute Wärmedämmung – Werte von 0,15 bis maximal 0,20 W/m²K
aktive Nutzung der Sonnenenergie durch Sonnenkollektoren zur
Warmwasserbereitung
passive Nutzung der Sonnenergie durch einen Wintergarten oder durch
große Glasfläche im Süden
kontrollierte Wohnraumlüftung
so
weit reduziert, dass bei einer durchschnittlichen Wohnfläche von 130 m² eine
maximale Heizleistung von nur 4,0 kW erforderlich ist.
Grundregeln für das
Passivhaus
Beim Passivhaus werden alle Anforderungen,
die an das Niedrigenergiehaus gestellt werden, noch wesentlich strenger
ausgelegt, sodass ein Passivhaus ohne konventionelle Heizung auskommt. die
fehlende Restwärme von weniger als 1,3 kW Heizleistung bei 130 m²
Wohnnutzfläche wird durch die kontrollierte Wohnraumlüftung zugeführt.
Erforderliches für ein Passivhaus:
ein mittlerer k-Wert für Fenster (Glas inklusive Rahmen) unter 0,8
W/m²K
50 bis 60% der nach Süden orientierten
Fassadenflächen sollen verglast werden
Mindestens 50% der gesamten Fensterfläche des Hauses sollen nach Süden
orientiert sein
Integration einer Solaranlage in vorgefertigte Fassaden- oder
Dachelemente zur aktiven Nutzung der Sonnenenergie
Nutzung der im Erdreich gespeicherten Sonnenenergie durch eine
Vorwärmung der Frischluft im Erdwärmetauscher
Wärmerückgewinnung aus der Abluft in einem effizienten Wärmetauscher
mit einem Wirkungsgrad, der besser als 75% ist
Aufbringung der fehlenden Wärme durch eine Luft/Luft Wärmepumpe in der
kontrollierten Wohnraumlüftung bei Lieferung des hygienischen Luftbedarfs von
ca. 30 m²/h und Person
Hohe Luftdichtheit der Gebäudehülle –
Wärmedämmung von etwa 15 cm
Einsatz von energiesparenden elektrischen Geräten, die zu einer 50%igen
Stromeinsparung führen, sodass der spezifische End-Energiewert unter 42 kWh/m²
per a. liegt
Verwendung von Baustoffen mit möglichst geringem Primärenergieeinsatz
und einer leichten Möglichkeit zum Recycling. Die spezifische
Gesamt-Primärenergiezahl sollte unter 120 kWh/m² per a. liegen