Neurophysiologie
erstellt von Frank Borchard (Fragen 1-80)
unter freundlicher Mithilfe der Karteikarten von Cordula Koenen. Erweitert und
vervollständigt durch einen Mitstudenten von F. Borchard unter Verwendung des
“nicht-öffentlichen Fragenkataloges” von Sigrid Kusserow.
Bei der Weiterverarbeitung: Fragen 1-80
dürften korrekt sein, da hatte ich noch Zeit. Danach ist einiges aus dem
Otto-Katalog übernommen, was ich in andern Büchern nicht finden konnte - weil
ich da gar nichts finden konnte. Dies dürften zum Teil Sachverhalte sein, die
Galley so hören will, weil sie zum großen Teil aus der Vorlesung stammen, wo
aber die meisten anderen Physiologen abweichende Meinungen haben (z.B. über die
Verwendung des Begriffs ”Vasalganglien” oder ”wie wirkt Alkohol”). Zum anderen
Teil sind dies aber auch Sachen, die auch für Galley einfach falsch sind!
Deswegen: unbedingt zu Galley in die Sprechstunde gehen und den korrigierten
Katalog kopieren!
Grundsätzlich gilt: im Otto-Katalog sind
viele (teilweise von Galley übernommenen) Unpräzisitäten, Fehler,
Mißverständnissen und mittelgrober Unfug, daß mensch NICHTS UNHINTERFRAGT und
UNÜBERPRÜFT übernehmen sollte.
Vielleicht ist es eine gute Idee, zu
JEDER beantworteten Frage die konsultierten Bücher nebst Nachslagewerken zu
setzen, so daß die Leser evtl. selber nachscheun können, Abbildungen ansehen
etc.
Sobald Dorkas ihre Skripte fertig hat,
wird Galley sich nach eigenen Angaben an die Überarbeitung des Fragenkatalogs
machen, der sich dann auch und vor allem auf die Skripte beziehen soll. Da der
neue Fragekatalog aber seit 1992 angekündigt ist und trotzdem noch nicht da
ist, dürfte sich die Arbeit an diesem noch lohnen -
Viel Spaß Frank
alle Seitenzahlen beziehen sich auf den
Birbaumer Schmidt, sofern nichts anderes angegeben ist. ST = Schmidt-Thews,
außerdem sind noch der Psychrembel und der Dorsch sowie Kahle benutzt worden.
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Neocortex
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Basalganglien
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Telencephalon
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Limbisches System
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(Endhirn)
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Vorderhirn
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Thalamus
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Diencephalon
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Hyptothalamus
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(Zwischenhirn)
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Tectum (”Dach”)
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Mesencephalon
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Hirn
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ZNS
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Tegmentum (”Decke”)
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(Mittelhirn)
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Mittelhirn
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Cerebellum (Kleinhirn)
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Metencephalon
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Pons (Brücke)
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(Hinterhirn)
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Rhombencephalon
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Medulla Oblongata
(verl. Mark)
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Myencephalon (Nachhirn)
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(Rautenhirn)
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Medulla Spinalis (Rückenm.)
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Cortex =
lat. Rinde.
Archicortex =
Althirn, s.Frage 191
Paleocortex: darin
Riechhirn, direkt unter dem Balken, oberhalb des limb. Systems
Großhirn = Cerebrum: die
beiden Halbkugeln des Gehirns = Frontallappen + Temporallappen. Abb. S.245 und
Dorsch.
Formatio Reticularis: liegt
im Mittel und Rautenhirn (je nach Autor)
Stammhirn =
Hirnstamm: Alles am dem Mittelhirn inkl. abwärts.
Katecholamine: Dopamin,
Adrenalin, Noradrenalin
1 (3) Welche Unterschiede gibt es zwischen der Sinnes-Physiologie
und der Sinnes-Psychologie?
- Die Sinnespsychologie will
neuerdings Wahrnehmungen erklährt haben, war früher phänomenologisch
ausgerichtet.
- Sinnesphysiologie
will Funktionen des Sinneskanals erkären und ist Voraussetzung für 1.
Wahrnehmungen
(entnommen aus dem Otto-
Katalog, Fersion vom Februar 1993)
· Sinnespsychologie:
- Wahrnehmen, Wahrnehmungspsychologie
-
befaßt sich mit psych. Erscheinungen im Bereich d. Sinne
· Sinnesphysiologie:
Lehre von den mit den Wahrnehmungsprozessen verknüpften Vorgängen in den
Sinnesorganen und Nervenbahnen
Sie untersucht Lage und
Struktur und Erregungsbedingungen der versch. Rezeptoren sowie die Fortleitung
der Erregung im ZNS.
(entnommen von den Karteikarten
zusammengestellt von Cordula Könen)
· Wahrnehmungspsychologie/Sinnes-Psychologie:
phänomenale Gesetzmäßigkeiten, z.B. Entdeckung
von Gestaltgesetzen oder Weber-Gesetz, Reizschwellen etc.; dazu muß nicht
unbedingt die Struktur des involvierten Nervensystems bekannt sein.
· Sinnes-Physiologie:
Erforschung des neurophysiologischen Korrelats,
welches zur Wahrnehmung führt. Dazu gehört z.B. Rezeptoreigenschaften (Lage,
Struktur, Erregungsbedingungen), Verschaltung im ZNS (Divergenz, Konvergenz,
selektive Weiterleitung).
Mit fortschreitender Sinnesphysiologie
können mehr Befunde der Wahrnehmungspsychologie auf neurophysiologische
Grundlagen zurückgeführt werden.
vgl. S.308 die Unterscheidung objektive Sinnesphysiologie (Umweltreiz -
Sinnesreiz - Erregungsweiterleitung - Integration im sensorischen ZNS) vs.
subjektive Sinnesphysiologie (Sinneseindrücke/Empfindungen (wenig komplexe
Rezeptorsignale) - Wahrnehmung (komplexere Detektionen include. involvierter
Konzepte).
· Die
Sinnesphysiologie ist die Lehre von den mit den Wahrnehmungsprozessen
verknüpften physiologischen Vorgängen in den Sinnesorganen (Sinne, Rezeptor)
und den Nervenbahnen. Sie untersucht Lage, Struktur und
Erregungsbedingungen sowie die Fortleitung und fortschreitende Integration der
Erregungen im ZNS. Auch die sbjektiven Empfindungen, die der Gegenstand der
Sinnespsychologie sind, werden oftmals in der Sinnesphysiologie behandelt.
(entnommen aus Dorsch “Wörterbuch der Psychologie”, S. 621).
· Die
Psychologie hat mehrere Definitionen: “Psychologie ist die
Wissenschaft, welche die bewußten Vorgänge und Zustände sowie deren Umstände
und Wirkungen untersucht.”(Rohracher) oder eine weitere Definition von
Paulis: “Die Psychologie ist die Wissenschaft von den subjektiven
Lebensvorgängen, die gesetzmäßig mit den objektiven verknüpft sind.”
(entnommen aus: Dorsch “Wörterbuch der
Psychologie”, S. 521).
2 (4) Welche Gründe gibt es, Wahrnehmung
als einen umfassenderen Prozeß anzusehen als die Weiterleitung von
Sinnesmeldungen?
- Gedächtnis, Erfahrung, Vorwissen,
wirkt sich auf das Verhalten aus.
- Wahrnehmung endet in Kategorien, was
sehr schnell abläuft.
- Die Fähigkeit zur schnellen,
differenzierten Wahrnehmung wird bereits in den ersten Lebensjahren getriggert.
(gesteuert)
Das heißt Erfahrungen werden nicht
als einzelne Qualitäten erlebt, sondern im Zusammenhang
· Beispiel:
Ein Vokal zwischen A oder O wird je nach Kontext
als A oder O gehört.
(entnommen aus dem Otto- Katalog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
Reize und Sinneseindrücke entsprechen
sich keinesfalls 1:1. (Kippfiguren, Konstanzphänomene etc.). Einflüsse von
Vorwissen (Gedächtnis/Konzepte). So hat Sprachwahrnehmung auf den ersten Blick
nichts mit den physikalischen Eigenschaften des akustischen Signals zu tun!
Im Laufe der Leben-/Lerngeschichte werden
Wahrnehmungskategorien ausgebildet, in die ein Großteil des Inputs abgebildet
wird, diese sind größtenteils multimodal - somit muß ein wahrnehmender
Organismus z.B. wissen, wann ein Geräusch zu einem Bild gehört und wann nicht.
Dies ist nicht im Reiz, sondern in der Erfahrung mit ähnlichen Reizen in der
Vergangenheit enthalten.
· Wahrnehmung
ist Vorgang und Ergebnis der Reizverarbeitung.
Das Ergebnis ist ein Abbild objektiv- realer Umwelt und der eigenen
Personeninnenwelt. Wahrnehmung ist der aktuelle und anschaulische Teil des
Erkenntnisprozesses und der Erkenntnis und schließt darin Vorstellungen,
Vergegenwärtigtes und Nachbilder mit ein. Prozesse und Ergebnisse sowie Modelle
und Theorien sind Gegenstände der Wahrnehmungspsychologie.
(entnommen aus: Dorsch “Wörterbuch der
Psychologie”, S. 743).
Unsere Sinnesorgane übermitteln uns nur
einen winzigen Ausschnitt aller, in unserer Umwelt ablaufenden Vorgänge. Auch
bei dieser vom Menschen automatisch getätigten Vorauswahl handelt es sich um
eine entwicklungsgeschichtliche Anpassung an unseren Lebensraum. Wir haben auch
nur für solche Sinneseindrücke Organe entwickelt, die für unser Überleben
besonders wichtig sind. Andere Tiere, wie z. B. Fische, haben andere
Anpassungsmöglichkeiten entwickelt, um mit der Umwelt fertig zu werden. Beim
Menschen sind die Sinnesorgane, die Informationen weiterleiten, das Auge, das
Riechorgan der Nase, der Mund und dessen Geschmacksorgan, die Ohren, das Tast-
u. Temperaturorgan der Haut und das Schmerzorgan.
· Wahrnehmungspsychologie:
Die W. ist ein Teilbereich der Allgemeinen
Psychologie. Hier werden die Ergebnisse der Reizverarbeitung im Organismus
erforscht. Thematischer Schwerpunkt der W. sind Wahrnehmungstäuschungen
(neuerdings nicht nur beim Sehen und Hören: auch beim Figur,- Farb,-
Bewegungs,- Zeitwahrnehmen.
(entnommen aus Dorsch “Wörterbuch der
Psychologie, S. 743).
3 (3) Welche Betrachtungsweisen einer psychischen
Funktion regte die Biologie an?
- Biologie versucht das Verhalten häufig
über das Gehirn zu erklären
- Die Biologie denkt immer darvinistisch,
d.h. das Verhalten unterliegt Urgesetzen (Evolution)
- Psychische Funktionen sind überhaupt
nur noch da, weil sie einen Anpasssungswert in der
Evolution hatten, wobei es eine Rahmenbedingung auf genetischer Basis
gibt.
- ontogenetischer Aspekt (Individualentwicklung
von der Zygote bis zum Tod des Individuums), d.h. Gehirn als Substrat; z. B.
Balzverhalten erst ab Pubertät (best. Verhalten braucht bestimmte Reife und
die entspr. biolog. Voraussetzungen)
- Lorenz: Verhalten ist ebenso
artspezifisch wie die Organe z.B. Balzverhalten der Tauben
(entnommen aus dem Otto- Katalog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
1) Den Mensch als biologischen Organismus
zu sehen, dessen Verhaltenskorrelat sich zumindest in allgemeiner Weise aus
seinem neurophysiologischen Substrat herleiten muß, welches sich
wiederum im Laufe der Ontogenese in Wechselwirkung von genetischen Anlagen und
Umwelt formiert.
D.h. z.B.sinnesphysiologische Untersuchungen von Wahrnehmungsphänomena; oder:
Untersuchung auf welchem Chromosom das Gen für Farbenblindheit liegt.
2) Darwinistische Betrachtung: Da der
Mensch wie alle Lebewesen hier auf der Erde einem Selektionsprozeß unterworfen
war und ist, ist davon auszugehen, daß sich auf Dauer nur die psychischen
Funktionen (z.B. Eigenschaften der Rezeptoren, aber auch komplexere
Verhaltensweisen) festigen, die einen evolutionären Vorteil mit sich bringen
(kleines Extra: nicht uneingeschränkt, da auch die Struktur der DNA noch eine
Rolle spielt, in Grenzen kann der Mutationsdruck dem Selektionsdruck
entgegenwirken).
Aus 1 und 2 ergeben sich Analogien und
Abgrenzungen zur tierischen Entwicklung: Analogie: bestimmtes Verhalten braucht
körperliche Reife (flügge werden; Balzverhalten;) Abgrenzung: Lorenz:
Verhalten ist in höchster Weise artspezifisch.
· Die
Biologie versucht das Verhalten häufig nur mit Hilfe des Gehirns zu erklären,
das heißt, die psychischen Funktionen unterliegen den Urgrenzen (bei der
Biologie ist das die Evolution).
· Innerhalb
der Biologie sind die psychischen Funktionen nur da, weil sie einen
Anpassungswert hatten, wobei es keine Rahmenbedingungen auf genetischer Basis
gibt.
· Der
ontogenetische Aspekt, d.h. Gehirn als Substrat :Lorenz “Verhalten ist ebenso
artspezifisch, wie die Organe, z.B. Balzverhalten der Tauben. (vergl. Otto-
Katalog).
4 (3) Welche Beziehung gibt es zwischen Wahrnehmung und Motorik?
- keine Motorik, ohne sensorische
Rückkopplung = Rückkopplungsschleife zwischen Wahrnehmung und Motorik
- Wahrnehmung überwacht die Ausführung
der Motorik und triggert (steuert) ihren
Beginn
- Intention was wir wollen und
anschließende Organisation das “Wie” (Am Anfang war
die Tat)
- z.B. wird die Augenbewegung fortlaufend
auf das ausgerichtet, was wir sehen wollen
- Seherfahrung; fast alle Bilder sind
Doppelbilder, bis auf jenes Bild, was wir gerade gezielt anvisieren
- hoch automatisierte Bewegungen laufen
auch automatisch ab (z.B. Schreiben)
(entnommen aus dem Otto- Katalog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
1) im Regelfall keine Bewegung ohne
(propiozeptive=aus Gelenken; aber auch von sonstigen Sinnen) Rückmeldungen, die
ggf. zur Anpassung der Bewegung führt (Regelkreis). Das gilt sowohl für
Willkürbewegungen der Skelettmuskeln, als auch für in der Regel nicht bewußt
werdende Bewegungen wie Sakkaden, die von eine Korrektursakkade gefolgt werden.
2) Ohne gezielte Anwendung der Motorik
(vom sich Aufrichten bis zum Augenfokussieren) ist eine geordnete Wahrnehmung
oft nicht möglich (”Am Anfang war die Tat”)
· Wahrnehmung
ist Vorgang und Ergebnis der Reizverarbeitung.
Das Ergebnis ist ein Abbild objektiv- realer Umwelt und der eigenen
Personeninnenwelt. Wahrnehmung ist der aktuelle und anschaulische Teil des
Erkenntnisprozesses und der Erkennnis und schließt darin Vorstellungen,
Vergegenwärtigtes und Nachbilder mit ein. Prozesse und Ergebnisse sowie Modelle
und Theorien sind Gegenstände der Wahrnehmungspsychologie.
(aus: Dorsch S. 743).
· Wahrnehmungspsychologie:
Die W. ist ein Teilbereich der Allgemeinen
Psychologie. Hier werden die Ergebnisse der Reizverarbeitung im Organismus
erforscht. Thematischer Schwerpunkt der W. sind Wahrnehmungstäuschungen
(neuerdings nicht nur beim Sehen und Hören: auch beim Figur,- Farb,-
Bewegungs,- Zeitwahrnehmung.
(entnommen aus Dorsch “Wörterbuch der Psychologie”, S. 743).
· Motorik:
Jede Bewegung aller Organismen wäre ungezielt
und ungerichtet und damit unzweckmäßig, wenn sie kein Ziel hätte. Diese Ordnung
und Organisation erlaubt die sog. Psychomotorik.
(entnommen aus Dorsch “Wörterbuch der
Psychologie”, S. 530).
· Beziehung
zwischen Wahrnehmung und Motorik: es gibt keine
Motorik, die ohne Rückmeldung aus der Wahrnehmung und oder dessen Bereich
ablaufen kann. Wahrnehmung überwacht die Ausführung der psychomotorischen
Leistung und setzt ihren Beginn fest. Erst stellen wir fest, was wir wollen
(Wahrnehmung) und dann folgt das “in die tatumsetzen”, mit Hilfe der psychomotorischen
Leistung.
Hochautomatisierte Geschehnisse laufen
auch ohne Rückkoppelung zum Wahrnehmungsapparat ab. (z.B. Schreien; Weglaufen;
e.t.c.).
5 (3) Was ist der Transduktionsprozeß?
- Umwandlung von externer Energie in
neuronale Energie
- primäre Umwandlung des Reizes in ein
Sensorpotential in den Sinneszellen über Depolarisation
(Tasten Schmerz) bzw. Hyperpolarisation (Sehen, Hören bzw. Beides).
Also Anderung der Ionenleitfähgkeit
- Dabei kommt es zu einer
Konfigurationsänderung der Eiweißmoleküle in der Membran, wodurch Ionenkanäle
freigegeben werden.
(entnommen aus dem Otto- Katalog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
Die Umwandlung eines externen Reizes
(=Energie) in neuronale Erregung (=Energie), abhängig von Rezeptoreigenschaften
(Adäquater Reiz, Adaption etc.). Dies geschieht über die Depolarisation (in der
Retina: Hyperpolarisation) der Rezeptorzelle. Durch Reizung des Rezeptors wird
also ein Sensorpotential in dessem Soma erzeugt. Mechanismen, die zur Depolarisation
führen, sind oft mit einer Erhöhung der Membranleitfähigkeit (-> Öffnen von
Ionenkanälen = Eiweißmolekülen) für Na+ verbunden. Im Auge führt folgender Mechanismus
zur Hyperpolarisation: Bei Belichtung zerfällt das Rhodopsin (Sehpurpur) über
Zwischenstufen in Opsin und Vitamin A, über eine intrazelluläre
Transmitterkette werden dadurch wahrscheinlich die Na+ Kanäle geschlossen.
· Mit
dem Transduktionsprozeß ist somit eine energetische Verstärkung eines
bestimmten Realitätsausschnitts verbunden, so gerade bei empfindlichen
Sinnesorganen das Sensorpotential mehr Energie als die auftreffenden Reize (ein
Lichtquant reicht u. U. beim Auge, um eine Reizung hervorzurufen). Das
Sensorpotential ist analog, d.h. starker Reiz -> starkes Sensorpotential,
allerdings ist die Beziehung in der Regel logarithmisch und nicht linear (dies
liegt unter anderem daran, daß sich nur begrenzt viele Ionenkanäle öffnen
können, so daß ein weiterer Reizzuwachs je weniger neue Ionenkanäle öffnen
kann, je mehr schon offen sind). Das S. ist ein lokales potential, welches sich
elektrotonisch = passiv in Form von (Ausgleichsströmchen) über die Membran
fortpflanzt. Es kann zeitliche und räumliche Summation stattfinden.
· Primäre
Sinneszelle: (Riechzellen, Pacini-Körperchen) überschreitet
das Sensorpotential die Schwelle, so wird meist am Axonhügel ein AP generiert (Transformation),
welches über das Axon zur weiteren Verarbeitung ins NS gesendet wird.
· Sekundäre
Sinneszelle: (Zunge, Seh- und Hörzellen): das
Sensorpotential breitet sich über eine Synapse zu den sie versorgenden
(afferenten Nerven) aus, erst in diesen Zellen werden die APs generiert.
6 (3) Bei gleichbleibendem Reiz nehmen die
objektiven und subjektiven Sinnesmeldungen ab. Welche Prozesse bewirken das?
1. Adaptation:
Definition: Erhöhung der Reizschwelle eines Sinnesorgans bei
kontinuierlicher Reizung (z.B. beim Sehen). Ist man an normales Tageslicht
adaptiert und wird dann in ein schwach beleuchtetes Zimmer versetzt, in dem
einem das Umfeld “schwarz” erscheint, kann man nach einigen Minuten z.B. die
Zimmereinrichtung erkennen, d.h. die Reizschwelle zum Erkennen hat sich
gesenkt.
2. Thalamische Aufmerksamkeitsregulierung
= Habituation: Definition: Verringerung der
Intensität bei dauernd identischer Darbietung eines Reizes. Daraus folgt Gewöhnung;
Absinken einer Reaktionsbereitschaft.
3. efferente Innervation der Sinnorgane
(Schutzmechanismus) d.h. absteigende Hemmng der Sinneskanäle, zentrale
Gegenreaktion (Innervation: Versorgung der Organe)
(entnommen aus dem Otto- Katalog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
1) Adaptation: Erhöhung der Reizschwelle
eines Sinnesorgans bei kontinuierlicher Reizung. So wird
z.B. beim Stäbchen im Auge der Sehfarbstoff Rhodopsin ”ausgebleicht”. Immer
dann, wenn ein Lichtquant auftrifft, zerfällt Rhodopsin in seine Vorstufen und
muß neu syntetisiert werden, was aber bei großen Lichtmengen nicht in gleicher
Geschwindigkeit gelingt. Weniger Rhodopsin bedeutet, daß weniger Lichtquanten
im Auge absorbiert werden -> damit wird die Erregungsschwelle erhöht
(chemische Adaptation). Nach längeren Dunkelperioden ist der Rhodopsinvorrat
wieder aufgefüllt. Diese Mechanismen erklären auch, warum die Dunkeladaptation
länger dauert als die Helligkeitsadaptation.
Bei primären Sinneszellen kann außerdem noch die Umwandlung von
Generator/Sensorpotential zu Aktionspotentialen adaptieren. Eine einzige
langandauernde Depolarisation einer Vater-Pacini-Zellen Afferenz löst z.B. nur
1-2 APs bei deren Beginn aus (und Ende) was es sensitiv nur für sich
verändernde Bewegung = Beschleunigung macht (bzw. für Vibrationsreize, die
schnell abwechselnd in 2 Richtungen beschleunigen). S. 337.
2) efferente Innervation der Sinnesorgane
(Schutzmechanismen): z.B. Beim Gehör wird
durch die Spannungsregulation des Knöchelapparates (M. tensor tympani - Hammer;
M. stapedius - Steigbügel) die Verstärkung variabel eingestellt (Anspannung
-> Versteifung Knöchelapparat -> weniger Verstärkung); hier ist das ZNS
beteiligt.
· Generell:
absteigende Hemmung: dient Kontrolle und
Modulation des afferenten Zustroms; im Nervensystem laufen auch efferente
Bahnen zu Rezeptoren, die der Kontrolle des afferenten Zuflusses dienen; Schutz
vor Reizüberflutung. Hemmung kann ”unterwegs” (durch Verrechnung der Erregung
mit der zentralen Hemmung) erreicht werden, viele Rezeptorzellen können
allerdings direkt bezüglich ihrer Empfänglichkeit für die adäquaten Reize
zentral beeinflußt werden, u.a. wahrscheinlich auch die Hörzellen selber; S.
398.
3) thalamische Aufmerksamkeitsregulierung
(Filter) -> Habituation: Verringerung der
Intensität einer Orientierungsreaktion nach wiederholter identischer Darbietung
eines Reizes - er wird zwar noch analysiert, aber nicht mehr ”ins Bewußtsein
durchgestellt”, sondern im Thalamus gehemmt. Das, was mensch umgangssprachlich
mit Gewöhnung bezeichnet.
7 (5) Was bewirkt die efferente Innervation
der Sinnesbahnstationen? Geben Sie Beispiele.
- efferente Innervation wirkt
ausnahmslos hemmend, Schutz vor Reizüberflutung
- Hemmung dient dem Überlastungsschutz
- Arkustik: Haarzellen des Mittelohres
werden efferent innerviert, um klirren zu unterbinden
(bis 20 dB.)
- Netzhaut: efferent innervier,
wozu ist ncht bekannt
(entnommen aus dem Otto- Katalog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
s. Frage 6. Ausnahmslos hemmend, dienen
dazu, den Reizinput auf dem für den Organismus am besten zu handhabenden
Mittelmaß zu halten (Emfpindlichkeitsverstellung); im Extremfall Schutz vor
Überlastung. Im Ohr führen o.g. Mechanismen zu einer Dämpfung von bis zu 20dB
(hilft allerdings nur bei Geräuschen, die langsam lauter werden; ein Knall
triffer das Ohr unvorbereitet).
Auch die Netzhaut ist efferent innerviert, aber die dortigen Mechanismen sind
noch nicht erforscht.
8) (6) Wie kommt die Spezifität der Wahrnehmung
(Gesetz der spezifischen Sinnesenergien) zustande? Nennen Sie Beispiele!
- bestimmte Rezeptoren sind für bestimmte
Reize zuständig
- es gibt verchiedene Rezeptorentypen,
deren Informationen zentral (in bestimmten Arealen) verarbeitet werden
Beispiele: Mechanorezeptoren
= Druck (in Haut)
Thermorezeptoren =Wärme, Kälte
Photorezeptoren = Licht (Augen)
Chemorezeptoren = Gerüche, Geschmack
Schmerzrezeptoren = Schmerz
(Nocirezeptoren)
(entnommen aus dem Otto- Katalog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
Gesetz im 19 Jh von Johannes Müller
aufgestellt: Die Art einer Empfindung wird nicht durch den Reiz, sondern durch
das gereizte Sinnesorgan bestimmt. Dies betrifft die zentrale Ebene
(Reizinterpretation): Signale, die von einem Sinnesorgan eintreffen, werden
auf die entsprechenden Areale abgebildet. D.h. es ist egal, ob ich ein paar
auf´s Auge gehauen bekomme oder in einer experimentellen Anordnung Lichtpunkte
sehe - was immer an Erregung vom Sehnerv im Cortex ankommt, wird als visuelle
Wahrnehmung gedeutet; auch, wenn es durch einen nichtadäquaten Reiz ausgelöst
wurde. Dito: Kaltrezeptoren im Mund reagieren auf Mentol -> Kaltempfindung,
wo´s warm ist. Oder: Ellenbogenknochen stoßen - Kribbeln auch in Hand. etc etc
etc.
Allerdings müssen nichtadäquate Reize um
ein vielfaches stärker sein als adäquate, um zu einem Rezeptorpotential zu
führen. Reizspezifität ist bereits auf Rezeptorebene (Reizaufnahme) angelegt:
Rezeptoren sind aufgrund ihres Bauplanes nur für bestimmte Reize
empfänglich. So hat jeder der vier Typen von Fotorezeptoren im menschlichen
Auge nur eine bestimmte Wellenlänge von elektromagnetischer Strahlung, auf die
er optimal reagiert (Absorbtionsmaximum), was vom eingelagerten Farbstoff
abhängig ist. (Zapfen: 419 nm = blau; 530 nm = grün; 560 nm = gelb; Stäbchen
erfassen breiteres Spektrum, trennen aber nicht nach versch. Wellenlängen, was
neben anderem dazu führt, daß bei Dunkelheit alles ”grau” ist).
Spezielle Rezeptoren auch für: Druck (Mechanorezeptoren
in Haut); Temperatur (hier unterscheidliche Warm- und Kaltrezeptoren;
letztere entladen bei schneller Erwärmung auf Temperaturen von 45o
spontan -> paradoxe Kaltempfindung); chemische Verbindungen (Geruch;
Geschmack) und allgemein extreme Reize (Schmerz - Nocizeptoren =
besonders hohe Schwelle).
9 (2) Was ist der Unterschied zwischen
primären und sekundären Sinneszellen?
·
· -
Sinneszellen sind Rezeptoren, die zu einer
bewußten Wahrnehmung führen.
Rezeptoren sind
alle Umwandler von externer Energie in neuronale Energie
· -
primäre Sinneszellen: haben ein Axon, Vater-
Pacini- Lammellenkörperchen, Schmerzrezeptoren.
· -
sekundäre Sinneszellen: haben kein Axon, Hörzellen, Sehzellen
(entnommen aus dem Otto- Katalog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
· Primäre
Sinneszelle: z.B. Vater-Pacini-Körperchen,
Geruchszellen; Muskelspindel. Überschreitet das Sensorpotential die Schwelle,
so wird meist am Axonhals bzw. vor dem ersten Schnürring ein AP generiert (Transformation),
welches über das Axon zur weiteren Verarbeitung ins NS gesendet wird.
· Sekundäre
Sinneszelle: (z.B. Geschmack, Hör- und Sehzellen): das
Sensorpotential breitet sich über eine Synapse zu den sie versorgenden
(afferenten Nerven) aus, erst in diesen Zellen werden die APs generiert.
Sehzellen sind eigentlich sogar ”tertiär”, weil sich das langsame Potential
über 3 Neurone ausbreitet, bevor ein AP genriert wird)
10 (4) Nennen Sie Beispiele für Sensorzellen
ohne Sinnesempfindungen!
Beispiele:
Osmorezeptoren: zuständig
für Wasser, Saz, Haushalt
Chemorezeptoren: messen
den O2 bzw. CO2 Gehalt des Blutes
Glucostaten (Zuckermesser)
im Hypotalamus und auch Hungerzentrum
Blutdruck in
der Karotisgabel (Halsschlagader) gelegen
(entnommen aus dem Otto- Katalog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
Empfindung = bewußt! Viele Sensorzellen
werden zur Aufrechterhaltung homöostatischer Prozesse benutzt, von denen das
Bewußtsein keine Kenntnis zu haben braucht, solange sie funktionieren.
· Baroceptoren:
messen Blutdruck, sitzen vor allem in den Wänden
der Aorta und der Gabelung der Halsschlagader (welche Carotissinus heißt). Sinkt
Blutdruck, so wird aktivität der Vagusnerven gedrosselt, der sympathischen
Nerven gesteigert. Es steigen u.a. Herzfrequenz und Kontraktion der peripheren
Gefäße und damit der Blutdruck. Vice versa.
· Chemorezeptoren:
messen Sauerstoff und Kohlendioxidgehalt des Blutes.
· Osmosensoren:
sitzen vor allem im Hypothalamus. Ansteigen des
osmotischen Druckes (d.h. ”Verdickung”) des Blutes (mit Na+ Ionen)
führt zur Bildung von ADH (antidiuretisches Hormon), welches in den Nieren die
Wasserausscheidung reduziert und gleichzeitig den Blutdruck erhöht, weswegen es
auch Vasopressin heißt. Konstant gehalten wird hiermit die Konzentration des
gelösten Kochsalzes (Na+ und Cl-) im Blut.
· Chemosensoren:
z.B. Atmungsregulation durch zentrale
Chemosensoren im Hirnstamm, die bei zuviel CO2 im Blut aktiv werden
(sprechen auf H+ Ionen an, da Kohlendioxid im Blut in Form von
Kohlensäure transportiert wird und die Säure durch diese Ionen erst sauer
wird).
Tiefe und Regelmäßigkeit der Atmung wird
mit Hilfe dieser Sensoren geregelt. Lediglich bei Erstickungszuständen
erscheint im Bewußtsein der Gedanke, daß genau jetzt der Zeitpunkt wäre, die
Sauerstoffzufuhr zu erhöhen.
· Glucostaten:
befinden sich im Zwischenhirn, Leber, Mangen,
Dünndarm und führen bei zu geringem Blutzuckergehalt zu Hunger und
Leerkontraktionen des Magens. Auch diese Sensoren arbeiten die ganze Zeit,
melden sich aber nur, wenn´s dringend wird. S. 432.
11 (2) Was hat der Thalamus für Funktionen
im Sinnessystem?
Aufmerksamkeitsfunktion: Steuert
Durchlaß und Filterung der Informationen wird vom Thalamus aus gesteuert
Gedächtnisfunktion: viele
automatische Erkennungen (Gedächtnis und Emotion) brauchen nur bis zum Thalamus
- Thalamuskerne bilden das Tor zum Cortex
- fast alle Sinnesdaten werden im
Thalams umgeschaltet
- ist Endigungsstätte der sensiblen,
sensorischen Bahn
- ist durch afferente und efferente
Faserverbindungen mit der Großhirnrinde verbunden
- hat zentrale Fkt.
- ist in die meisten Systeme direkt od.
indirekt eingeschaltet
- manigfaltig gegliederter Komplex mit
verschiedensten Kernen
(entnommen aus dem Otto- Katalog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
Aufmerksamkeitsfunktion: Durchlaß
und Filterung der Informationen wird vom Thalamus aus gesteuert
Gedächtnisfunktion: viele
automatische Erkennungen (Gedächtnis und Emotion) brauchen nur bis zum Thalamus
(entnommen aus dem Otto- Katalog, die von
Dr. med. Gallay modifizierte Version Januar 1996 - Aber wo ist hier bitte
die Modifikation zur Version von Feb. 1993?).
Thalamus + Hypothalamus = Zwischenhirn
(Diencephalon).
Unspezifische Kerne -> generelle
Aktivierung; spezifische Kerne -> spezifische Aktivierung (Aufmerksamkeit),
darüberhinaus (rudimentäre) Gedächtnisfunktionen. Exterozeptive
Empfindungen sind spezifischen Kernen somatotopisch gegliedert (Schmerz,
Berührung, Temperatur); propriozeptive Empfindungen (Eingeweide; Gleichgewicht)
werden in unspezifischen Kernen verknüpft und können so affektbetont
erscheinen.
Alle der Großhirnrinde zufließenden
sensorischen Afferenzen werden im Thalamus vor ihrer Weiterleitung umgeschaltet
(”Tor zum Cortex”), außerdem erhält Thalamus rückläufige Efferenzen aus der
untersten Cortexschicht. Vor allem der Nc. reticularis thalamus spielt eine
Rolle dabei, welche Information tatsächlich bewußt wird (Aufmerksamkeit),
dieser wird seinerseits vor allem vom präfrontalen Cortex versorgt. S. 498; S.
253.
Thalamus und Cortex bilden eine
funktionelle Einheit.
Da im Thalamus fast alle afferenten Informationen
zusammenlaufen, ist es kein Wunder, daß ein Tier, welches von den zentralen
Strukturen als höchste den Thalamus hat (d.h. nur Althirn vorhanden), bereits
habituiert. Auch Emotionen sind bei diesem Tier bereits feststellbar (s.o.).
(Skript Galley) Aufmerksamkeit und Gedächtnis sind schwer zu trennen, da
unerwartete Reize zu erhöhter Aufmerksamkeit führen.
12 (4) Welche anderen Funktionen außer
”sehen” (d.h. bewußt optisch zu reagieren) werden vom Auge aus
mitbeeinflußt?
1. extrastriatrisches Sehsystem,
d.h. Auslösung von Augenbewegungen, wenn sie über den Colliulus sup. läuft.
2. circadianer Rhythmus (Tag-
Nacht) über Nucleus supraopticus
3. circanularer Rhythmus
(hormonelle Steuerung), z.B. über die Menge des Lichtes (Jahreszeiten)
4. Auswirkungen auf Stimmung und
Aktivität
5. Auslösung der optischen
Folgebewegung (Starre- Nystagmus) über Hirnstamhormone
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
1. extrastriatrisches Sehsystem, d.h.
Auslösung von Augenbewegungen, wenn sie über den Colliulus sup. läuft.
2. circadianer Rhythmus (Tag- Nacht) über
die Zirboldrüse
3. circanularer Rhythmus (hormonelle
Steuerung), z.B. über die Menge des Lichtes (Jahreszeitenrhythmus)
4. Auswirkungen auf Stimmung und
Aktivität
(entnommen aus dem Otto- Katalog, die von
Dr. med. Gallay modifizierte Version Januar 1996)
1) die Steuerung der Augenmotorik:
Nach der Kreuzung der Sehbahn geben die Axone der Sehbahn Kollaterale zu den
augenmotorischen Zentren (Colliculi superiores = vordere 4 Hügel; Kerngebiet im
Hirnstamm) ab (extrastriatisches Sehsystem). Die Neurone dort reagieren auf
bewegte visuelle Reizmuster und lösen z.B. Augefolgebewegungen aus.
2) Einfluß auf die Biorhythmen des
Menschen, und zwar
- der circdiane Rhythmus (24
stündiger Licht- und Temperaturrhythmus, der fast alle physiologischen und
psychologischen Funktionen beeinflußt) ist eine Konsequenz des natürlichen
Hell-Dunkel-Rhythmus. Steuerung wahrscheinlich über nucleus supraopticus.
- circanularer Rhythmus: hormonelle
Steurerung über Menge und Dauer des Lichts (Jahreszeiten), so ist das Licht im
Winter nicht nur kürzer, sondern auch dunkler.
- generell versorget auch das Auge die
unspezifischen Thalamuskerne (und den Hypothalamus) und 1und trägt damit sein
Scherflein zur generellen Aktivierung (Th) und Stimmung (Hth).
13 (3) Was ist der adäquate Reiz für Stäbchen und
Zapfen?
Stäbchen und Zäpfchen liegen
in der Schicht der Photorezeptoren, in der Netzhaut, im Neuropithel
- Zäpfchen: haben bei einer
bestimmten Frequenz ihr Absorbtionsmaximum
- :
wird Farbempfindlichkeit zugeschrieben (Sehen am hellen Tag)
- :
Dabei gibt es drei verschiedene Typen: Blau, Rot und Grün
- :
haben unterschiedliche Sehfarbstoffe und Absorbtionsmaxima
- Stäbchen : Hell- Dunkel-
Empfindlichkeit in der Dämmerung
: Sehfarbstoff ist Rhodopsin
: haben ein
breites Absorbtionsspektrum
: absorbieren das Licht aller Wellenverläufe
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
für beide elektromagnetische
Strahlung
· Stäbchen:
niedrige Schwelle, breites Spektrum.
· Zapfen:
3 verschiedene Typen, höhere Schwelle. Absorbtionsmaxima je nach eingelagertem
Farbstoff bei 419 nm = blau; 530 nm = grün; 560 nm = gelb).
14 (3) Es gibt funktionell blinde Areale
auf der Netzhaut. Welche sind es?
blinder Fleck: - Austritt des N. opticus
und der Gefäße = keine Gefäße
Fovea centralis: - kein Nachtsehen,
da nur Zäpgchen = farbiges, heles Sehen
Peripherie der Netzhaut: - kein Farbsehen,
da nur Stäbchen = schwarz- weiß, Sehen in der Dämmerung, hell- dunkel- Kontrast
- die Retina enthält 120 Mio. Stäbchen u.
6 Mio. Zäpfchen
- ihre Verteilung ist regional
verschieden
- in der Fovea Centralis befinden
sich nur Zäpfchen
- Zentralgrube in
der Macula (gelber Fleck) = Stelle des schärfsten Sehens
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
· -
Völlig blind: blinder Fleck. Daer Sehnerv verläßt durch
die bindegewebige Lamina cribosa den Augapfel, an dieser Stelle gibt es keine
Netzhaut.
· -
Nachtblind: Fovea Zentralis. An der Stelle des
schärfsten Sehens gibt es nur die lichtunempfindlicheren Zapfen. (Nachts einen
schwach leuchtenden Stern fixieren, der dann subjektiv verschwindet, bis Mensch
wieder woanders hinsieht).
· -
Farbenblind: in der Peripherie dagegen gibt es keine
Zapfen, damit können dort nur Helligkeitsunterschiede, nicht aber Farbunterschiede
festgestellt werden.
15 (3)
Wie kommt die kontralaterale Gesichtshälftenrepräsentation im visuellen
Cortex zustande?
- Die Sehbahn kreuzt nur zum Teil im
Chiasma.
- Ein Teil zieht ungekreuzt vm Auge zum
Cortex der nasale Teil der Sehbahn kreuzt zur gegenüberliegenden Hemisphäre.
- der tempooarale Anteil bleibt
ipsilateral (Gleichseitig)
- Dem entspricht die Kontrole und
Repräsentation der linken Gesichtshälfte durch den rechten Cortex und
umgekehrt.
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
Die Sehbahn kreuzt nur zum Teil im
Chiasma opticum (Sehbahnkreuzung) nur der nasale Teil kreuzt, der temporale
bleibt ipsilateral. Somit werden beide Gesichtsfeldhälften im Cortex
kontralateral repräsentiert.
16 (6) Welche Zellen gibt es in der
Netzhaut?
- Photo- Rezeptorzellen: Zäpfchen,
Stäbchen
- Horizontalzellen: Assoziationszelle
schafft Querverbindung
- bipolare Nervenzellen: on-
off- Zentrum
- Ganglienzellen: große
Zelle mit On- Off- Zentrum
- Amakrine Zellen: schafft
Querverbindungen, Assoziationszelle
- Stützzellen und Pigmentepithel
(Ganglienzellen)
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
Von innen nach außen, entgegengesetzt der
Richtung des Lichteinfalls: Pigmentepithel (nicht an Infoverarbeitung
beteiligt), die Fotorezeptorzellen (Stäbchen und/oder Zapfen) dann die Bipolarzellen
(haben schon On-/bzw. Off-Zentren), welche das (noch analoge) Signal
weiterleiten zu den Ganglienzellen, erst dort wird das AP generiert.
Ganglienzellen sind oft schon so spezialisiert, daß sie rezeptive Felder mit
On-/bzw. Off-Zentrum Charakter haben. Die Horizontalzellen (Input aus
mehreren Fotorezeptoren) und die Amakrinzellen (Input aus mehreren
Bipolarzellen) sorgen für horizontale Verbindungen. Auch daraus, das jedes Auge
125 Mio Fotosensoren, aber nur eine Millionen Ganglien hat, ist herzuleiten,
daß bereits in der Netzhaut eine Signalverarbeitung stattfindet.
17 (6) Wie wird Farbe im visuellen System der
Primaten codiert?
- periphere Codierung über
Rezeptoren für Blau, Rot, Grün
- der Rest ist normale Codierung
- Ausgangszellen der Retina haben Gegenfarbensystem
sichtbar über Nachbilder (intensive Rotheit führt zu grünem Nachbild);
Gegenfarben rot- grün, blau- gelb, schwarz- weiß verhalten sich antargonistisch
(Sukzessivkontrast)
- blaues Bild im Nachbild gelb
- 4 Grundfarben und Schwarz/weiß
- im Thalamus schon Farbkanal,
der die Farbe meldet;
- im visuellen Cortex existiert ebenfalls
ein Farbkanal, also existiert ein spezifisches System für
Farbmeldungen
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
Die rezeptiven Felder der farbempfindlichen
Ganglienzellen sind auch in kreisförmig antagonistischer Form organisiert.
Es gibt Rot-Grün und Gelb-Blau-Antagonismus. (-> Gegenfarbentheorie Hering;
vgl. Sukzessivkontrast/Nachbilder). Damit dies möglich ist, müssen natürlich
die Zapfen in der Lage sein, auf die entsprechenden Frequenzen unterschiedlich
zu reagieren, was durch die unterschiedlichen Zapfentypen gewährleistet
ist. (-> 3 Farbentheorie von Young/Helmholtz; vgl. additive Farbmischung:
reines Licht und ”Mischlicht” werden gleich gesehen). Durch entsprechende
Verschaltung des Farb- und Hell-Dunkel-Systems sind also bereits in der
Netzhaut die Signale für die spätere Farbverarbeitung vorbereitet. In dieser
Form (Vierfarbensystem) sind sie auch noch im Thalamus (Corpus geniculatum
laterale) nachweisbar.
18 (4) Welche Antworttypen corticaler, visueller
Neurone aus Area 17 gibt es?
- die meisten Neurone sind bewegungs-
richtungs- und orientierungsspezifisch. Die Antworten aus Area 17 sind komplex
(z.B. auf Linien), hyperkomplex (z.B. auf Kanten) oder konzentrisch (4%).
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993)
1. - Area 17 = primäre Sehrinde; Endigungsgebiet
der Sehstrahlung.
2. -
die meisten Neurone reagieren auf Bewegung, Richtung, Konturen, Orientierung
und Strukturen.
3. Antworten: 4% konzentrisch
komplex: z.B. Hell- Dunkel- Konturen oder
Linien
hyperkonzentrische : aneinanderstoßende
Konturen z.B. Kanten (alle drei Antworttypen reagieren eher auf bewegte
Reize)
hyperkonzentrische
Antworten sind rezeptive Felder, wo nur bestimmte Reizwerte zu Antwortänderungen
führen
(entnommen von den Karteikarten)
Örtliche Aufteilung der
Signalverarbeitung nach verschiedenen Qualitäten des Sehens. Wie derr restliche
Cortex besteht sie aus 6 Zellschichten, die Sehstrahlung endet in IV.
Topologische Organisation, d.h. was auf der Netzhaut benachbart ist, ist auch
in Area 17 benachbart; ”Verzerrung:” Sehgrube ist genauso groß wie die
restliche Retina abgebildet.
Area 17 besteht aus ”Streifen”, welche
abwechselnd dem linken und rechten Auge zugeordnet dadurch weiter in Säulen unterteilt
sind , daß jeder Streifen aus 6 verschiedenen, hintereinanderliegenden Säulen
besteht, von denen jede auf eine Linie in verschiedener Lage (Schritte: 180o/6
= 30o) reagiert.
Darüberhinaus gibt es Neurone mit konzentrischen
rezeptiven Feldern (einfache RF; größtenteils in der Schicht IV); welche
die nur auf Konturunterbrechungen reagieren (komplexe RF) und sogar nur für das
Aneinanderstoßen von Konturen sensible (hyperkomplexe RF). Letztere beide
reagieren stärker auf bewegte Reize.
19 (8) Welche corticalen Areale sind in welcher
Form an der Verarbeitung visueller Information beteiligt?
Area 7: -
hochintegratives Areal, vestibulärer und arkustischer Input (Gleichgewichtsorgan
im Zusammenhang mit dem Sehsystem), Raumwahrnehmung
Area 8: -
frontales Augenfeld, visuelle Erinnerungen
Area 17: -
Konturwahrnehmung, Richtungserkennung, Bewegungserkennung,
optischer Ortssinn, optischer Ortssinn und vieles mehr
Area 18/19: - sekundäre visuelle Verarbeitung = Erkennen,
Farben und Dinge erkennen, Assoziationsareale
Area 20/21: - spezielle
Gestaltwahrnehmung, Handschablonen
Area 39/40: - Augenfolgebewegungen (beim
Affen mit MT)
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
· Area
7: - hochintegratives
Areal, vestibulärer und arkustischer Input, Raumwahrnehmung
· Area
8: - frontales
Augenfeld, visuelle Erinnerungen
· Area
17: - Konturwahrnehmung
und vieles mehr
· Area
18/19: - sekundäre visuelle Verarbeitung
· Area
20/21: - spezielle Gestaltwahrnehmung
· Area
39/40: - Augenfolgebewegungen
(entnommen aus dem Otto- Katalog, die von
Dr. med. Gallay modifizierte Version Januar 1996 - Aber wo ist hier bitte
die Modifikation zur Version von Feb. 1993?).
· Area
7: Zusammenschaltung von vestibulärem und
akustischem Input mit Sehsystem (hochintegraitves Areal). Dient der
Raumwahrnehmung und der Wahrnehmung der eigenen Lage im selben.
· Area
8: frontales Augenfeld, visuelle Erinnerungen
· Area
17: primärer visueller Cortex, siehe Frage 18,
Erkennen von Richtung und Bewegung
· Area
18: sekundäre visuelle Verarbeitung,
Assoziationsareal. Blickbewegung, opt. Aufmerksamkeit, Ortssinn
· Area
19: sekundäre visuelle Verarbeitung,
Assoziationsareal. Farbe, Dinge erkennen.
· Area
20/21: spezielle Gestaltwahrnehmung (Handschablonen)
· Area
39/40: Augenfolgebewegungen
20 (2) Wie stellt man sich vor, daß die orientierungsspezifischen
Felder in Area 17 aus den konzentrischen hervorgegangen sein
könnten?
Auf der Netzhaut sind die Rezeptorzellen
konzentrisch angeortnet
Orientierungsspezifikation durch Konvergenzschaltung
z.B. auf einer Linie liegender Netzhautfelder.
Erst bei Reizung der
zusammmengeschalteten Zellen kommt es zur Auslösung eines ESP`s und
dessen Weiterleitung.
Konvergenz: Übereinstimmung,
Zusammenhang (richtig, aber hier nicht relevant) = Stellung der Augen
bei der sich die Blicklinien unmittelbar vor den Augen schneiden = Seachsen
treffen sich immer im fixierten Punkt, liegt dieser im Unendlichen, so stehen
die optischen Achsen parallel.
- Konvergenz als Entfernungsmesser
- der
Winkel der Sehachsen aks Maß der Entfernung eines Fixpunktes
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
Konvergenz von in einer Linie liegenden
Neuronen mit gleichem Zentrum ergibt bei linienförmigen Reiz die stärkste
Reaktion.
21 (9) Nennen Sie einige Unterschiede
zwischen cortikaler Bewegungs-, Raum- und Figurwahrnehmung!
Bewegungswahrnehmung: - Area 17 für richtungspezifische
Antworten (Bewertungsspezifität)
-
Area 39/40 für die Augenfolgebewegung
Raumwahrnehmung: - Area 17 oder 18 (Schicht 4) für
Stereoskopie (Zusammenbringen
der Information aus dem linken und rechten
Auge = 3D- Sehen) , dort Punkt zu Punkt Verschaltung
; primitivste Form der Figurentstehung
Figurwahrnehmung: - Area 17 Sehorgan,
Konturen
-
Area 7 höchstes hochspezifisches Raumzentrum, wenn dort
Läsionen auftreten, dann Raum- Sinnes- Störungen
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
Unterschiedliche Verarbeitungszentren:
· Bewegungswahrnehmung:
Area 17 für richtungsspezifische Antworten, und
Konturen, Area 39/40 für die Augenfolgebewegung
· Raumwahrnehmung:
Area 17 oder 18 Schicht 4 für Stereoskopie, dort Punkt-für-Punkt-Verschaltung,
was die primitivste Form der Raumwahrnehmung ist. Integration verschiedener
Modalitäten in Area 7, Läsionen dort führen zur Störungen in der
Raumwahrnehmung.
· Figurwahrnehmung:
Area 20/21: Spezielle Gestaltwahrnehmung mittels
z.T.(?) angeborener Schablonen.
22 (4) Was für Unterschiede gibt es zwischen corticaler
und subcorticaler Bewegungswahrnehmung?
subcortikal: - wird benötigt für die Orientierung z.B.
Ganzfedverschiebung
(Eisenbahnblick oder Sakkaden),
subcortikale Antwort
wäre der Nystagmus in Form des Starrens.
cortical: wird
benötigt für die Augenfolgebewgungen, kleineren Reizen wird auch entgegen anderslaufenden Ganzfeldverschiebungen
gefolgt (z.B. Wespe am Eisenbahnfester, die sich entgegen der Fahrtrichtung des
Zuges bewegt)
Eisenbahnblick: Blick
nach draußen, langsame Augenfolgebewegung ausgerichtet an einem Fixpunkt, sobald er entschwindet sucht
sich das Auge mit Hilfe von Sakkaden in Fahrtrichtung einen neuen
Fixpunkt.
Nystagmus: siehe
unten.
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
· Nystagmus
= periodischer Wechsel zwischen Sakkaden und
langsamen Augenbewegungen:
· optokinetischer
Nystagmus: das Bild bewegt sich, ich nicht, vestibulärer
N.: ich bewege mich, der Weltauschnitt den ich sehen kann, ändert sich.
· subcortical:
(größtenteils im Hirnstamm): unbewußt, dient der
direkten Steuerung der Augenmotorik, z.B. dem Ganzfeld folgender Nystagmus.
Auslösung von Hin-Blick-Sakkaden.
cortical: wird
benötigt für Augenfolgebewegungen - kleinen bewegten Reizen wird auch entgegen
einer Ganzfeldverschiebung gefolgt (Wespe auf Eisenbahnfenster).
Generell: corticale Bewegungswahrnehmung kann spezifischer sein.
23 (8) Nennen Sie einige Beispiele paralleler
und serieller Verarbeitung im striatalen Sehsystem von Primaten.
Seriell:
mehrere Neurone der Hardware sind hintereinander
verschaltet, ein Merkmal nach dem anderen wird abgearbeitet, z.B.
Augenfolgebewegungen, Raum- und Figurwahrnehmung.
Parallel:
mehrere Ereignisse werden gleichzeitig
abgearbeitet, z.B. Bewegungs-, Farb-, Konturwahrnehmung, das
Erfassen einer Szene, Figur/ Grund.
Julesche Textontheorie- Wahrnehmungen
von Abweichungen werden parallel verarbeitet und auch erkannt.
Das visuelle Feld wird nach Gestaltmerkmalen abgesucht z.B. Halbkreis unter
lauter T`s im Raum, ein L ist dabei nicht sofort zu erkennen, erst dann, wenn
das visuelle Feld seriell, also Zeichen für Zeichen, abgeblickt wird.
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
· Striatum:
oberste Integrationsstelle des
zentralpyramidalmotorischen Systems. Hier laufen Sinneseindrücke zusammen, um
ggf. in Einfluß auf die Motorik (im Sinne von ”Motivation”) zu gewinnen.
· Seriell:
Neurone sind hintereinander verschaltet,
Merkmale werden nacheinander abgearbeitet, z.B. Augenfolgebewegung; Scannen
einer Reihe von o´s um ein c zu finden.
· Parallel:
Information wird synchron verarbeitet, z.B.
Bewegungs, Farb- und Konturenwahrnehmung; Erfassen einer Szene etc.
Von der Architektur ist das
visuelle System massiv parallel, da 120 Millionen Rezeptoren auf 1 Mio
Nervenzellen konvergieren; gleichzeitig hat es aber funktionell auch
serielle Aspekte, so werden z.B. Linien vor komplexeren Konturen wahrgenommen
(verschiedene Wahrnehmungsschritte).
Julessche Textontheorie: Wahrnehmung von
Abweichungen wird parallel verarbeitet (d.h. wenn t unter lauter o´s steht,
wirds sofort gesehen. Das c muß dagegen durch ”scannen” des Blattes foveal
angeblickt werden, um es zu finden.
24 (3) Welche Arten von Augenbewegungen
unterscheidet man?
Sakkaden: Augenbewegungen
in schneller Form
langsame Augenbewegungen: Nystagmus
Konvergenz und Divergenz: Entfernungsfixation
(zur Fixation eines Fixpunktes)
1. Sakaden: schnelle
Augenbewegungen
2. langsame Agenbewegungen:
a: Augenfolgebewegungen
b: optischer
Nystgmus
c: vestibulärer
Nystagmus
a: Konvergenz: zur
Fixation in der Nähe, mit Hilfe beider Sehachsen.
b: Divergenz: bei
Blick in die Ferne, Sehachsen wieder parallel.
c: konjugierte Augenbewegung: beide
Augen wandern gleichzitig in die gleiche Richtung.
d: Drif: Weggleiten, Auflösen
des Fixpunktes durch z. B. Müdigkeit.
e: Augentremor: Zittern
der Augen bei längerer Fixation, dieses zittern ist unbedingt notwedig, wenn
eine große Fläche lange betrachtet wird.
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
· 1)
Sakkaden: schnelles Anspringen eines Fixationspunktes
· 2)
langsame Augenbewegungen: Augenfolgebewegung (->
Nystagmus)
· Konvergenz
und Divergenz zur Fixation der richtigen Entfernung,
was allerdings die Konjunktion der Augenbewegungen nicht beeinträchtigt.
· 3)
Drift: langsame Verscheibung des
Fixationspunktes bei langer Fixationsdauer (Müdigkeit)
· 4)
Augentremor: Amplitude 1-3 Winkelminuten, Frequenz
20-150 Hz: Damit das Bild erhalten bleibt
25 (4) Nennen Sie Eigenschaften sakkadischer
Augenbewegungen.
Sakkaden: ruckartige
Augenbewegungen (die Augen springen ruckartig von einem Fixpunkt zum nächsten).
1) hohe Geschwindigkeit
2) willkürliche und reizunabhängiege
Ausführung möglich
3) während der Sakkaden unter
Normalbedingungen keine Wahrnehmung
4) Sakkaden haben ein seperates
neuronales System
26 (4) Welche Arten von langsamen
Augenfolgebewegungen unterscheidet man?
· Nystagmen:
- optokinetischer Nystagmus: Eisenbahnblick,
ausgelöst durch Bewegung des optischen Reizes.
- vestibulärer Nystagmus: beim
Drehen, versucht den fixierten Punkt im Auge zu behalten, dann Sakkaden in
Richtung des neuen Fixpunktes.
- Nachnystagmus oder Nacherregung, hat
neuronale Erklärung
- postrotatorischer Nystagmus hat
physikalische Erklärung (Trägheit der Lymphe).
Wird lange Drehung plötzlich gestoppt, so kommt es zu postmtorischem Nystagmus
in der Gegenrichtung des anfänglichen Drehnystagmus.
- Drift: Weggleiten,
Aufhören des Fixierens durch z.B. Müdigkeit.
Konvergenz und Divergenz: Fixation
der richtigen Entfernung durch Stellen der Augen nach innen bzw. außen.
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
- optokinetischer N., vestibulärer N.
- postrotatorischer N.: wenn mensch sich
länger gedreht hat und anhält, so meldet das Vestibulärorgan aufgrund der
Trägheit der lymphe eine Drehung in Gegenrichtung, der die Augen prompt zu
folgen versuchen.
Drift: Weggleiten,
nicht-Aufrechterhaltung des Fixierpunktes.
Konvergenz und Divergenz: Fixieren
der richtigen Entfernung durch Augen nach innen/nach außen stellen.
27 (4) Man hat bei Primaten einige Neurone
entdeckt, die auf hochkomplexe visuelle Stimuli selektiv
entladen. Wo liegeniese und welche Stimuli sind das?
Area 20/21: projiziert Gesichts und
Handschemata
Area 39/40
(MT): dort Antwort auf Augenfolgebewegung im engeren Sinn
(Area 19: Erkennen von Gegenständen).
28 (3) Wie kommt es, daß unser Ohr höhere
Schallfrequenzen hören kann als einzelne Nervenzellen als Entladungsfrequenz
übertragen können?
- auf der Basilarmembran kommt es zu
einer Frequenzzerlegung d.h. nach dem Ortsprinzip eine tektonische Zuordnung
innerhalb der Schnecke, ähnlich dem Ortsprinzip der Haut und deren Projektion
im Cortex.
- Auf der Basilarmembran ist ein Bereich
des Corti- Organs zuständig für eine jeweilige Frequenz, z.B. Neurone des
Bereichs 20 khz feuern nicht mit dieser Frequenz weiter, sondern nur mit 50-
500 Herz, je nach Lautstärke.
- Tonfrequenz gibt
Tonhöhe an
- wird in Hz. (Hertz) angegeben
(Schwingen pro Sekunde)
- phon: Lautstärkenpegel
- auf der Basiliarmembran kommt es
zu einer Frequenzzerlegung d.h. nach dem Ortsprinzip erfolgt eine
Zuordnung innerhalb der Schnecke.
Ahnlich dem Ortsprinzip der Haut und
deren Projektion im Cortex.
d.h. bestimmte Frequenz = bestimmter Ort
in der Schnecke.
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
Nur bis max. 1kH könnte direkt
frequenzcodiert werden. Bis 5kHz treten die neuronalen Erregungen im Hörnerv
bevorzugt zu bestimmten Zeitpunkten innerhalb des Schwingungszyklus (so z.B.
wenn sich mehrere Sinuskurven überlagern und es deswegen nur alle n Perioden zu
einem absoulten Maximum kommt) auf, so daß das ZNS über eine
Periodizitätsanalyse die Frequenzinformation erhalten kann. Die Haupterklärung
ist jedoch, daß die Schnecke ist so geformt ist, daß in einer bestimmten
Entfernung vom Eingang bestimmte Frequenzen ihr Amplitudenmaximum haben (hohe
Töne am Anfang). Somit wird das Corti-Organ lokal frequenzspezifisch erregt (Ortstheorie
der auditiven Wahrnehmung).
Neurone mit 20kHz feuern nicht mit dieser
Frequenz, sondern je nach Lautstärke mit 50-100Hz.
29 (2) Was ist der adäquate Reiz für die
Haarzellen im Cortischen Organ?
Haarzellen sind
die Sinneszellen des cortischen Organs.
Der adäquate Reiz für die Haarzellen:
___ die mechanische, seitliche Abscherung
der Sinneshaare auf den Sinneszellen in eine Richtung = Depolarisation.
-in die Gegenrichtung =
Hyperpolarisation.
- Cortsches Organ liegt im Innenohr, hier
liegen Gleichgewichts- u. Hörorgan. Das Hörorgan ist die Schnecke od. Cochlea.
Sie besteht aus drei Etagen od. Skalen: Skala vestibui, - media und
-tympain. In der mittleren Skala, auf dem Boden liegt die
Basilarmembran. Dort sitzt der eigentliche sensorische Apparat: das
cortische Organ. Es enthällt eingebettet in Stützzellen die Hörsensorzellen
= Haarzellen.
- uber cortischem Organ liegt
galertartige Masse = Tectorialmembran, berührt die Haarzellen, haben
selektiv festen Kontakt.
- In der Cochlea bilden sich bestimmte Schallsequenzen
zu Schwingungsmaxima u. -minima aus. Diese verursachen Bewegungen
zwischen Tectorial- u. Basilarmembran, wodurch die daran festsitzenden
Haarzellen verbogen u. abgeschert werden. = Diese Abscherung stellt für
Haarzellen den adäquaten Reiz dar u. führt zu deren Erregung.
(siehe Skizze).
Der adäquate Reiz für die Haarzellen im
cortischen Organ ist die mechanische, seitliche Abscheerung der Sinneshaare in
eine Richtung = Depolarisation in die Gegenrichtung = Hyperpolarisation
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
Durch Schwingungen der (positiv
geladenen) Endolymphflüssigkeit kommt es zur mechanischen Verschiebung zwischen
Basilarmembran und Tectorialmembran, wodurch die dazwischen gelegenen
Haarzellen (Cilien) abgeschert werden. Dadurch wird wahrscheinlich deren
Membranpermeabilität für kleine Ionen vergrößert und es bildet sich ein
Rezeptorpotential aus. Nerven haben Spontanaktivität. Die Schwingungen müssen
im Bereich zwischen 16-20.000 Hz liegen, damit sie adäquater Reiz sind.
Schallverlauf: Ovales Fenster -
Helicotrema - rundes Fenster.
Anatomie: Scala vestibuli - Scala media include Corti-Organ - Scala tympani.
30) (5) Was verändert sich im Entladungsverhalten
akustischer Neurone beim Aufsteigen in der Hörbahn?
- In der Hirarchie weit unten (bei
Haarzellen) liegt durch Spontanentladungen ein total verrauschtes System
vor.
Hören ist also eine Rauschmodulaion
- ab Colliculus inferior (2. von 4
Hügelplatten), (zuständig für die Verschaltung der Arkustik und das
Richtungshören) ist das System rauschfrei.
- die on/ off Antwort ist eine
spezifische Antwort höherer Ordnung.
- Amplitudenmodulation findet
höher angesiedelt statt (Verrechnung der Schwingungen: Lautstärke).
- Mustererkennung wird höher immer
komplexer
- Richtungswahrnehmung, d.h. beide
Ohren werden erst höher zusammengeführt.
- Je höher das Aufsteigen in der Hörbahn,
desto differenzierter wird die Erkennung.
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
1) Weniger Rauschen. Im Corti-Organ:
Rezeptoren haben hohe Spontanaktivität, d.h. Signal ist recht verrauscht,
Schallwellen führen zunächst zur Rauschmodulation (s. Frage 29). Ab dem
Colliculus Inferior (Station der Hörbahn; 2. von 4 Hügelplatte) ist das Signal
praktisch rauschfrei.
2) komplexere Muster sind kodiert. Genau
wie im visuellen System sind die Neurone an höheren Stellen der Hörbahn nicht
mehr durch einfache Reize (Sinusschwingungen), sondern sie reagieren nur noch
auf spezielle Muster (Amplituden oder Frequenzmodulierte Töne, Schallbeginn,
Schallende). Vielfach findet sich auch Hemmung, z.B. bestimmte Frequenzbereiche
bestimmte Neurone hemmen.
3) ab dem Olivenkomplex werden Signale
beider Ohren an z.T. gleicher Stelle verarbeitet, was zur Richtungswahrnehmung
unbedingt erforderlich ist.
31 (6) Nennen Sie Beispiele für akustisch
ausgelöstes Verhalten beim Empfänger!
1. Richtungswahrnehmung startet Orientierungsverhalten
2. Schreckreflexe: Zusammenzucken
beim Knall
3. Weinen: löst Empfindungen
aus
4. Intonation: läßt Rückschlüsse auf Einstellungen
o.ä. zu
5. Schimpfen löst Fluchtstimmung
oder wenigstens Erregung aus
6. Anheben der Stimme löst Aufmerksamkeit
aus
7. Stimme der Mutter vermittelt Sicherheit
- Taubstumme sind ängstlicher, Hören
beruhigt, Stimme der Mutter Signalisiert Sicherheit
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
1) Richtungswahrnehmung: startet
Orientierungsverhalten
2) Schreckreflex: Zusammenzucken bei
Knall
3) Weinen etc. -> emotionale
Empfindung
4a) Prosodie: Rückschlüsse auf
Einstellungen des Sprechers
4b) Anheben der Stimme löst
Aufmerksamkeit aus
5) verbale Aggression: Flucht oder
Erregung
6) Taubstumme sind ängstlicher, Hören
beruhigt; Hörfeld beträgt 360o, im Gegensatz zum visuellen Feld,
welches tote Winkel hat, die verletzlich machen. Stimme der Mutter signalisiert
Sicherheit.
7) Diese Antwort (akustischer Reiz) führt
beim Prüfer hoffentlich zur ”Ich gebe Ihnen alle Punkte”-Reaktion!
32 (4) Wie kann Tonhöhe im neuronalen
akustischen System kodiert sein?
Die Kodierung erfolgt nach 2
Prinzipien:
1. Ortsprinzip: Frequenzzerlegung
auf der Basilarmembran, jede Frequenz wird einem bestimmten Ort des cortischen
Organs zugeortnet, d.h. bestimmte Tonhöhen haben bestimmte Orte im Innenohr.
2. Zeit- bzw. Phasenprinzip: Feste
Phasenbeziehung zwischen zwischen dem Reiz und der neuronalen Entladung, Reize
haben best. zeitliche Frequenzabfolge u. dementsprechende neuronale Entladung,
z.B. Hupen ist wichtig für das Erkennen. (Schreien, Klingeln)
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
1) Phasenprinzip: schwingt die Membran mit
20Hz, so kommt es zu 20 APs in der Sekunde. Problem: Funktioniert bis
allermaximalst 1000Hz.
2) Ortsprinzip: siehe auch Frage 28. Nur
bis max. 1kH könnte direkt frequenzcodiert werden. Bis 5kHz treten die
neuronalen Erregungen im Hörnerv bevorzugt zu bestimmten Zeitpunkten innerhalb
des Schwingungszyklus (so z.B. wenn sich mehrere Sinuskurven überlagern und es
deswegen nur alle n Perioden zu einem absoulten Maximum kommt) auf, so daß das
ZNS über eine Periodizitätsanalyse die Frequenzinformation erhalten kann. Die
Haupterklärung ist jedoch, daß die Schnecke ist so geformt ist, daß in einer
bestimmten Entfernung vom Eingang bestimmte Frequenzen ihr Amplitudenmaximum
haben (hohe Töne am Anfang). Somit wird das Corti-Organ lokal
frequenzspezifisch erregt (Ortstheorie der auditiven Wahrnehmung).
Neurone mit 20kHz feuern nicht mit dieser
Frequenz, sondern je nach Lautstärke mit 50-100Hz.
33 (3) Welche Funktion hat das Mittelohr?
- Anpassung der Schallwiderstände
zwischen Luft und Lymphe.
- großflächiges Trommelfell überrägt
auf kleinflächiges, ovales Fenster, d.h. Verstärkung auch über
Hebelarm, Hammer, Amboß.
Mittelohr: Paukenhöhle,
Gehörknöchelschenkette (Hammer, Amboß, Steigbügel)
Tuba eustachii- Röhre dient als
Verbindung zwischen Pauken- und Mundhohle, Rachenverbindung
- die vom äußeren Gehörgang eintretenden
Scallwellen treffen auf das Trommelfell, von dort aus wird der Schall auf die
Gehörknöchelchenkette übertragen. Das erste Knöchelchen, der Hammer ist
am Trommelfell angewachsen und schwingt mit diesem mit. Über den zweiten
Knöchel,dem Amboß, werden Schwingungen an das dritte K. weitergegeben,
dem Steigbügel. Dieser bildet mit seiner Fußplatte die Grenze zum
flüssigkeitsgefüllten Innenohr.
- Übertragung auf das ovale Fenster
des Innenohres.
Funktion:
1. der Druck auf die große Fläche des
Trommelfells, wird auf der kleinen Fläche des Steigbügelfußplattos gebündelt.
2. Übertragung der Schallwellen auf
flüssiges System (Lymphe des Innenohres).
3. Die Hebelarme der Kette
bewirken eine Druckerhöhung bzw. Druckverstärkung.
- bei Übertragung auf das ovale Fenster
auch Druckerhöhung, System arbeitet als Transformator: setzt schnelle, aber
kraftlose Schallwellen in langsaere, aber kraftvollere Druckwellen um.
- Das Wichtigste:
zu 1: Bündelung der Schallwellen von
großer Fläche des Trommelfells auf Steigbügelplatte. (siehe
auch Skizze)
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
In der Paukenhöhle des Mittelohrs
befindes sich die am Trommelfell ansetzende Gehörknöchelchenkette mit Hammer,
Amboß und Steigbügel. Letzterer überträgt den Schall vom großen Trommelfell auf
das kleine Ovale Fenster, zusätzlich wird noch über die Hebel der
Gehörknöchelchen verstärkt: Insgesamt um den Faktor 22. Dies dient dem
Ausgleich der unterschiedlichen Widerstände von Luft und Lypmphe.
Gleichzeitig kann über Muskeln die
Verstärkung variabel geregelt werden (s.o.), sodaß das Mittelohr in gewissen
Grenzen zur Adaptation an bestehende akustische Verhältnisse beitägt.
Die eustachische Röhre dient zum
Druckausgleich über den Rachenraum.
34 (2) Was versteht man unter einem absoluten
Gehör?
- Tonhöhern werden exakt erkannt und
codiert (z.B. das Stimmen von Instrumenten).
- Langzeitcodierung der Töne im
Gedächtnis ist nur bei 5% der Bevölkerung möglich (nur 5% sind dazu in der
Lage.
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
Tonhöhen werden ohne Referenz exakt
erkannt und codiert, d.h. können auch so erinnert werden: ”Das war doch das
Konzert, wo das ganze Orchester das A auf 436 Hz gestimmt hatte”. Stimmen
von Instrumenten ohne Stimmgabel möglich. Nur 5% der Bevölkerung befinden sich
in der (glücklichen?) Lage, dies theoretisch zu können.
35 (4) Welche Geschmacksqualitäten unterscheidet
man?
Süß (Glucose), Sauer(Säure),
Bitter(Chinin), Salzig(Kochsalz).
Meines Wissens hat Herr Dr. med. PD. N. Galley
diese Frage aus dem neuen Fragenkatalog gestrichen.
36 (8) Wie sind die geschmacksqualitäten auf der
Zunge topografisch verarbeitet?
Süß: vordere Spitze
Salzig: auch da und an den Rändern
weiterr nach hinten gezogen
Sauer: linker und rechter Rand, nicht
aber Spitze
Bitter: hinterer Zungenabschnitt
Weitere Differenzierung des Geschmacks
erfolgt durch Geruchseindruck.
(siehe auch Skizze auf der Karteikarte)
37 (8) Skizzieren Sie die neuronale
Weiterverarbeitung des Geschmacks.
- Hirnstamm, Cortex und Thalamus wirken
zusammen
- corticale Projektion zur Insula und zum
Gyrus postcetralis, wobei es sich um eine gelernte Unterscheidung handelt
- vom Hirnstamm direkte reflektorische
Steuerung z.B. der Sekretion
- spontane Beuteilung und Verarbeitung
des Geschmacks ist vorverdrahtet z.B. lehnen Babys manchmal Spninat
ab..bittere Medizin!
- Wichtig ist, den Geschmack nicht mit
dem Geruch zu verwechseln!
1. Geschmackssinneszellen =
sekundäre Sinneszellen, sie entsenden keine ableitenden Nervenfortsätze,
sondern werden durch afferente Nervenfasern innerviert (Input zum ZNS).
- siend auf der Zungenoberfläche
lokalisiert.
- in der Schleimhaut der Zungenoberfläche
liegen viele Papillen (Erhebungen).
- in den Geschmackspapillen liegen die Geschmacksknospen.
- Geschmacksnospen = Geschmackssinneszellen,
sind in Gruppen zu ca. 50 Zellen gebündelt = Geschmacksknospe (Sinnesorgan).
2. Jede Geschmackssinneszelle wird durch afferente
Nervenfasern innerviert: vordere 2/3 der Zunge = vom Ast des Nervus..,
(7. Hirnnerv).
Zungengrund = vom Nervus
glossopharyngeus, 4. Hirnnerv
3. Hirnstamm (enden im Nudens
solitarius).
4. Thalamus (enden am eigetlichen
nur dem Geschmack vorbehaltenen Kern).
5. Großhirnrinde:
- corticale Projektion zum
Gyrus postcentrslis = Windungen des Parietallappens, somatosensorische
Rinde.
- corticale Projektion zur Insula
(in der Großhirnrinde)
--- Hirnstamm, Thalamus u. Cortex wirken
zusammen.
--- bei corticaler Projektion hndelt
es sich um gelernte Unterscheidung
--- spontane Beurteilung und Verarbeitung
des Geschmacks ist vorverdrahtet, z.B. Babys lehnen Spinat einfach ab, bittere
Medizin.
Wichtig: Den
Geschmackssinn (Nahsinn) nicht mit Geruchssinn (Fernsinn) verwechseln. Aber:
Geschmack eines Gerichtes hängt von der Zusammenarbeit beider Sinnesmodalitäten
zusammen.
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
Geschmack = Nahsinn, Geruch = Fernsinn
1) Geschmackssensoren (sekundäre
Sinneszellen): Chemosensoren, die den Papillen befindlich und zu in +-50er
Gruppen zu Geschmacksknospen = Geschmackssinneszellen gebündelt sind. Jede
dieser Sinneszellen wird von einer afferenten Faser innerviert.
2) Die vorderen 2/3 der Zunge von einem
Ast des trigeminus (V Hirnnerv) und der Zungengrund vom Nervus glossopharyngeus
(IX Hirnnerv).
3) Diese enden im nc solitarius im
Hirnstamm, von dort aus
4) in einen spezifischen Thalamuskern
5) danach geht´s ab in den Cortex in
spezifische Projektionsareale: Gyrus postcentralis und Insula (in
Rinde)
Die corticale Projektion scheint gelernt
zu sein, jedoch ist einiges ”vorverdrahtet”, sichtbar wenn z.B. Babies Spinat
ablehnen.
38 (5) Nennen Sie ein paar Beispiele aus dem
täglichen Leben, die die Bedeutung des Geruchs bei der Beurteilung einer Speise
beleuchten!
- “es stinkt” ist nie eine neutrale
Außerung, sondern ein affektiver Vorgang (z.B. um zu warnen)
- unmittelbare Auslösung einer Wertung
gut/schlecht oder positiv/negativ
- “es riecht gut” schatet die Motivation
ein
- Das Riechvermögen für
Schwefelwasserstoff läßt im Alter nach, deswegen steigt hier auch die Gefahr
von Vergiftungen
Durch Geruchssinn ausgelöst:
1. Aversion
(Ablehnung) und Appetenz (Anzehung) ist über Geruchsseite gesteuert.
Aversion:
bitter, faulig, stinkend
Appetenz: blumig,
süß
2. Geruch zu erkennen ist primär
ungelerntes Verhalten
3. Beispiele:
· Käse
holt man längere Zeit vor dem Essen aus dem Kühlschrank, damit durch die Wärme
mehr Geschmacksstoffe abgegeben werden = Geruch trägt zum besseren Geschmack
bei b.h. eigentlich schmeckt etwas nicht besser, sondern es riecht besser.
· Bei
Hunger geht von Essen Wohlgeruch aus, wenn man satt ist, kann der gleiche
Geruch allerdings auch abstoßen, d.h. das Verhalten bezüglich des Geruchs ist
vom Kontext abhängig.
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
1) An unbekannten Speisen wird
zunächst gerochen, bevor sie probiert werden.
2) Wenn nicht sicher ist, ob eine
bekannte Speise verdorben ist (Hackfleisch, Eier, Milch), so wird mensch
gut daran tun, vor dem Probieren eine Nase zu riskieren.
3) Ist mensch erkältet, so funktioniert
zwar der Geschmackssinn noch, trotzdem schmeckt es schlechter, weil die Interaktion
mit dem Geruchssinn in der verstopften Nase ausfällt.
4) An Stätten mit unangenehmen Gerüchen
läßt sich Essen kaum genießen.
5) schon mal versucht, Torte zu essen,
wenn das Gegenüber Brathering verspeist?
6) etc etc etc.
39 (8) Nennen Sie Beispiele für geruchlich und geschmacklich
ausgelöstes Verhalten beim Empfänger!
Durch Geruch ausgelöst:
· Aversion
(bitter, faulig, stechend) und Appetenz (kampfer,
blumig, ätherisch, süß)
In Klammern die Primärgerüche. Außerdem
dürften hier auch alle hormonellen Regelungen der chemischen Interindividuellen
Anziehung fallen, wie es sie besonders bei den Schmetterlingen, in Grenzen aber
auch noch beim Homo Sapiens gibt. Diese Bewertungen sind primär ungelerntes
Verhalten (können aber überformt werden, wer würde sonst Tonic trinken?)
· Beispiele:
- Käse längere Zeit vor dem Essen aus dem
Kühlschrank holen, zwecks Geruchsentfaltung, was wiederum zum besseren
Geschmack beiträgt.
- Bei Hunger ist Essen Wohlgeruch, wenn
mensch satt ist, kann die gleiche Mahlzeit abstoßend riechen. -> Verhalten
bez. Geruch ist kontextabhängig.
- Von gut schmeckenden Sachen wird mehr
gegessen.
- (?) Versuch, wo mit Sexualhormon
eingesprühte Gegenstände (Tassen?) aus einem Pool völlig gleicher Tassen
bevorzugt ausgewählt wurden.
- Schmeckt es unerwartet schlecht, so
wird ausgespuckt
40 (6)
Wie heißen die wichtigsten Mechanosensoren der behaarten und unbehaarten
Haut?
Name (adäquater Reiz,
Adaptationsverhalten)
unbehaare Haut:
Merkel-Zellen
(Druck/Intensität, langsam)
Ruffini-Körperchen
(antworten nicht nur auf Druck, sondern z.T. auch richtungsempfindlich auf
Dehnung der Haut, langsam)
Meißner-Tastkörperchen
(Geschwindigkeit eines mechanischen Reizes, mittelschnell)
Pacini-Körperchen
(Beschleunigung/Vibration, sehr schnell)
behaarte Haut:
Tastscheiben (aus
Merkel-Zellen) (Druck, langsam)
Ruffini-Körperchen
(antworten nicht nur auf Druck,
sondern z.T. auch richtungsempfindlich auf Dehnung der Haut, langsam)
Haarfollikel-Sensoren
(Geschwindigkeit der Haarbewegung
aufgrund eines mechanischen Reizes, mittelschnell)
Pacini-Körperchen
(Beschleunigung/Vibration, sehr schnell)
S. 335
41 (6)
Ordnen Sie den Mechanorezeptoren der Haut unterschiedliche Empfindlichkeit
auf Anderung der Reizeinwirkung zu!
Adaptation bei bonstantem Druckreiz:
|
|
Langsam
|
Mittelschnell
|
Schnell
|
|
|
Merkel- Zelle
Ruffini- Körperchen
|
Meissner- Körperchen
|
Pacini- Körperchen
|
|
|
Tastscheibe
Ruffini- Körperchen
|
Haarfolikel- Sensor
|
|
|
|
Intensitäts- Detektor
|
Geschwindigkeits- Detektor
|
Beschleunigungs- detektor
|
(aus Birbaumer- Schmidt Seite 338).
Siehe Frage 40; Unterteilung in:
Druck/Intensitäts; Geschwindigkeits und
Beschleunigungs/Vibrationssensoren
42 (4) Ausdrucksmotorik, Mimik und Gestik
produziert teilweise artübergreifende Signale. Schildern sie einige
Beispiele bei Primaten!
Bei Schimpansen können gleichartige,
homogene Verhaltensweisen beobachtet werden, da der Schimpanse dem Menschen
evolutionsbedingt nahesteht:
Beispiele:
1) mit der ausgestreckten Hand um Nahrung
betteln
2) Bei
Gefahr gibt ein in der Reihe vorne gehendes Tier ein Stoppsignal mit der erhobenen Hand,
ähnlich dem Verkehrspolizisten.
3) grüßend an die Stirn geführte Hand, um
Ranghöheren um Passier-Erlaubnis zu bitten
4) mit dem Finger dem
Artgenossen auf Schulter klopfen, um Aufmerksamkeit zu erregen
43 (6) Nennen Sie die wichtigsten Komponenten
des elementaren Kontraktionsmechanismus des Muskels!
1. Muskel(Skelett) besteht aus Faserbündeln,
die an den Enden in Sehnen übergehen.
2. Eine Muskelfaser besteht aus Myofibrillen,
die sich bei Erregung der Muskelfaser zusammenziehen und kontrahieren =
Minimotoren der Skelettmuskulatur.
3. Myofibrillen sind lange, dünne
Schläuche, die durch Trennwände (Z- Scheiben) in Sarkomere unterteilt
werden. (Sarkomere sind die funktionell kleinsten Betriebseinheiten eines
Muskels).
4. In der Mitte jedes Sarkomers liegen Myosin-
und Actinfilamente.
- Myosinfilamente bestehen aus dem
sich kontrahierenden Eiweißkörper Myosinfilamente sind dicker.
- Actinfilamente sind dünner.
- In die Myosine ragen von den Z-
Scheiben ausgehend dünne Filamente aus dem kontraktilen Eiweißkörper Actin.
(Actinfiamente sind in der Mitte der Z- Scheiben fixiert, sie ragen in die
Sarkomere und sie bestehen aus dem kontraktilen Eiweißkörper Actin).
- bei Kontraktion gleiten die
Actinfilamente in die Myosinfilamente.
Myosin- Actinfilament--- Myofibrille---
Saromer m. Z- Scheibe--- Muskelfaser--- Faserbündel-- Muskel.
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
Muskel besteht aus Faserbündeln, die von
Bindegewebe umgeben sind. Die einzelnen Fasern sind Zellen von oft einigen
Zentimetern Länge mit einem Durchmesser von 10-100m.
In diesen Zellen liegen die Myofibrillen,
die durch Z-Scheiben begrenzt ist. Im Skeletmuskel ist diese Trennung über die
Fasern hinweg einheitlich, weswegen er quergestreift erscheint. Die durch die
Z-Scheiben abgetrennten Kammern heißen Sarkomere. Von beiden Z-Scheiben ragen
Actin-”Borsten” in jedes Sarkomer, die in der Mitte durch das zwischen ihnen
liegende Myosin verbunden sind.
Rund um jede Muskelfaser liegt die
Zellmembran, die sich als transversaler Tubulus bis tief in die Muskelfaser und
hat Kontakt zum sarkoplasmatischen Reticulum, welches als longitudinaler
Tubuluslängs den Filamtenten liegt. An diesen Kontaktstellen sitzen die
Terminalzisternen, bis zum Bersten gefüllt mit Ca2+ Ionen. Diese Struktur
ermöglicht, kürzeste Zeit nach Einlaufen des APs überall entlang der Filamente
große Ionenmengen bereitzustellen. So erfolgt in diesem Fall eine sprungförmige
Erhöhung um das 1000fache (10-8 -> 10-5 mol). Der
Rücktransport erfolgt aktiv mit Pumpmolekülen.
44 (12) Wie stellt man sich den elementaren
Kontraktionsmechanismus des Muskels zur Zeit vor?
Gleitfilamenttheorie:
- im
ruhenden Muskel überlappen überlappen sich die Enden der dicken Myosinfilamente
und der dünnen Actinfilamente wenig.
- bei der Kontraktion gleiten die
Actinfilamente zwischen die Myosinfilamente, ohne das sich die Filamente selbst
dabei verkürzen.
- die Verknüpfung der Filamente
untereinander geschieht über Querfortsätze, die an den Enden der
Myosinfilamente als kleine Verdickungen herausragen, d.h. jeder Myosinkopf
verbindet sich mit einem Actinfilament.
- bei der Kontraktion “rudern” die Köpfe
durch eine Kippbewegung in Richung der Sarkomermitte (bei einmaliger Kippung
erfolgt eine Verkürzung nur um 1%, für maximale Verkürzung muß 50 mal
kontrahiert werden).
- “Rudern ist ein aktiver Prozeß, bei dem
ATP verbraucht wird, pro Ruderschlag etwa ein Molekül ATP.
- das ATP ist nicht für die
Verbindung der Myosinköpfe nötig, sondern für die Lösung.
(“Weichmacherfunktion” des ATP).
molekularer Ablauf:
- wird
ein Muskel an den motorischen Endplatten durch Aktionspotentiale erregt, dann
wird aus Terminalcisternen des endoplasmaischen Reticulms C++ .
- die wie Perlenketten aufgereiten
Actinmnomere sind mit Troponinmolekülen besetzt
- in den Längsrinnen zwischen den Ketten
verlaufen Fäden aus Tropomyosin, die in Ruhe so gelagrt sind, daß sie das
Anheften von Myosinquerbrücken verhindern.
- taucht jetzt C++ auf, dann rutschen die
Topomyosinfäden tiefer in die Längsrinnen hinein und geben so Haftstellen für
Myosinquerbrücken frei.
- Myosinbrücken heften sich nun an das
Actinfilament, und entwickeln die Muskelkraft (Ruderschlag), Spaltung von ATP.
- mit dem Ende der Aktionspotentiale hört
auch die Freisetzung der C++ Ionen auf.
- die Actin- Myosin- Interaktion kann
nicht mehr stattfinden, die Erschlaffung des Muskels setzt ein.
- das Calcium wird wieder herausgepumpt.
(entnommen aus dem Otto- Katalog, Version
Februar 1993)
Anatomie siehe Frage 43.
ein Motoaxon versorgt mehrere Muskelfasern
(je nach Auflösung, im Oberschenkel mehr als in den Fingern). Einlaufendes AP
setzt postsyn. Ca2+ frei, dieses dockt an Troponin an, wodurch letzteres seinen
Platz auf dem Actinfilament räumt und so dem Myosin die Chance zum Andocken
gibt, da das Myosin dabei ”gespannt” ist, werden beide Actinstrukturen
dadadurch zusammengezogen. Zur Loslösung des Myosins und zur Neuspannung wird
ein Molekül ATP gebraucht (Spaltung in ATP + P). Ist keins mehr da, bleibt der
Muskel steif (Leichenstarre - Rigor mortis). Pro ”Ruderschlag” verkürzt sich
der Muskel um 1%, da aber nicht alle Myosinfilamente gleichzeitig loslassen,
kann sich der Muskel bis auf ungefähr die Hälfte verkürzen.
45 (3) Wodurch wird aus der Alles- oder-
Nichts- Form der elementaren Myomer-Kontraktion die fein abstufbare
Kontraktion des Muskels?
- die Muskelfaser erhält
Aktionspotentiale durch sogenannte “Motoneurone”, die über das Motoaxon durch
die Endplatte eintreffen.
- ein Motoneuron versorgt mehrere bis
hin zu vielen Muskelfasern, d.h. ein Aktionspotential löst eine Zuckung
aller versorgten Muskelfasern aus.
- Motoneurone und die von ihm
versorgten Mukelfasern bilden eine “motorische Einheit”. Je kleiner eine
motorische Einheit ist, um so wenger Muskelfasern werden von einem Motoneuron
versorgt und je abstufbarer ist die Kontraktion!
Beispiele: Augenmuskulatur- ca. 6 Fasern
je Einheit
Rückenmuskeln 500- 1700 Fasern je
Einheit, d.h. ein Motoneuron versorgt hier 500- 1700 Fasern.
Das Optimum an Abstufbarkeit wäre also
erreicht, wenn jede Muskelfaser ihr eigenes Motoneuron hätte.
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
Periphere Ebene: nicht alle
Myosinfilamente docken gleichzeitig an und lassen gleichzeitig los, es finden
”laufende Wechsel” statt, wie beim Tauziehen, wenn die Mitglieder einer
Mannschaft zu unterschiedlichen Zeiten nachfassen. Dies ist ein Vorgang, der solange
anhält, wie die Ca2+ Konzentration hoch genug ist, genügend ATP vorhanden ist
und der Muskel noch nicht maximal kontrahiert ist.
Zentral reguliert werden kann dies auch
dadurch, daß je nach Muskelaufgabe
unterschiedlich viele Fasern von einem Motoaxon versorgt werden: beim
Augenmuskel sind´s nur 6, im Rücken um die 1000. Wenn die Versorgung
entsprechend fein ist, wie beim Auge, so können auch entsprechend schwache
Bewegungen von zentral gesteuert werden.
46 (8) Schildern Sie das nervöse Zusammenspiel
zwischen Muskelspindel und übrigem Skelettmuskel in Ruhe, bei einer Dehnung des
Muskels, einer Bewegung der extrafusalen Fasern und Erhöhung der
Gammaaktivität!
- Muskelspindeln reguieren die
Muskellänge.
- Muskelspindeln und Sehnenenorgane sind
bei adäquatem Reiz Dehnungssensoren.
- Muskelspindeln liegen parallel
- Sehnenorgane liegen in Reihe zur
extrafusalen (Kontraktion außerhalb der Muskelspindel) Muskulatur.
- Muskelspindeln messen eher die Länge
enes Muskels, Sehnenorgane messen eher die Spannung eines Muskels.
- wird ein Muskel aus seiner Ruhelage
heraus gedehnt, dann sind die meisten Muskelspindelendigungen aktiviert (durch
la- Fasern versorgt), die Sehnenorgane sind dagegen nicht aktiviert
(durch lb- Fasern versorgt).
- wird der Muskel weiter gedehnt, so
nimmt die Entladungsfrequenz der la- Fasern weiter zu, aber auch die lb- Fasern
der Sehnenorgane beginnen sich zu entladen.
- Das heißt: bei einer Dehnung des
Muskels hat Länge und Spannung zugenommen.
- werden
die extrafusalen Fasern (Kontraktion außerhalb der Muskelspindel)
bewegt, dann kommt es zu einer “isotonischen Kontraktion, d.h. die
Muskelspindeln sind entlastet und die Rezeptorentladungen hören auf. Das
Sehnenorgan bleibt aber gedehnt, die Entladungsfrequenz kann sogar zunehmen.
Der Muskel hat somit keine Längenänderung, sondern nur eine Spannnungsänderung
vollzogen.
- erhöhte Gamma- Aktivität geht
mit einer intrafusalen Kontraktion (Kontraktion innerhalb der
Muskelspindelkapsel) einher, die den Sollwert des Längenanteils der intrafusalen
Fasernerregbar macht und damit die primären sensiblen Endigungen. Dies führt
esrt sekundär über ausgelöste Kontraktion der extrafusalen Fasern auch zu
Aktionspotentialen in den la- Fasern.
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
Eine bestimmte Anzahl von Muskelfasern
ist mit einer bindegewebigen Kapsel umhüllt (intrafusale Fasern). Ihr
Durchmesser leigt bei nur 15-30mm,
die Länge bei 4-7mm. Die Muskelspindeln setzen an beiden Enden über
Bindegewebszüge an den bindegewebigen Hüllen der extrafusalen Faserbündel an.
Eine afferente Nervenfaser Ia windet sich in der Muskelspindel mehrfach um das
Zentrum der Intrafusalen Faser (daher der Name Spindel), was die primär
sensible Endigung genannt wird. S. 285. Die intrafusalen Muskelfasern werden
durch g-Motoaxone efferent versorgt. In Muskeln,
die für Feinabstimmung benötigt werden, sind anteilsmäßig mehr Spindeln
enthalten (bis zu 130 Spindeln/g in Hand vs. 1 Spindel/g im rumpfnahen
Muskeln). Zusätzlich gibt es noch die Sehnenorgane, die in Serie mit den
normalen Muskelfasern liegen bestehen aus Kollagenfasern, welche von einer Ib
Faser versorgt werden. Reagieren auf Längung der Sehne, d.h. auf
Muskelspannung. Reflexbogen der Sehnenorgane: u.a. über Interneuron hemmend auf
homonymen Effektor = autogene Hemmung - und umgekehrt: Abnahme des Muskeltonus
wird über Disinhibition zur Anregung des homonymen Motoneurons führen. Es wird
der Muskeltonus reguliert. Spindeln liegen (s.o.) parallel zu den
extrafusalen Fasern und sind Dehnungssensoren, ihre Entladung ist
proportional zur Dehnung.
Entladungsmuster:
Die Muskelspindeln messen die Länge des
Muskels. Die Sehnenorgane dagegen die Spannung, was aber hier nicht
weiter interessiert.
In Ruhe entladen
die Spindeln gleichmäßig, die Sehnenorgane nicht.
Bei Dehnung entladen die Spindeln
mehr. Sehnenorgane reagieren etwas.
Bei extrafusaler isotoner Kontraktion (extrafusale
Fasern verkürzen sich, dadurch sind intrafusale weniger gedehnt) tritt
Entladungsstop auf. Sehnenorgane reagieren etwas.
Eine g-Aktivierung
führt zur Kontraktion der intrafusalen
Muskelfaser, wodurch die Muskelspindel paradoxerweise auf mit vermehrten Potentialen
reagiert. Dadurch kann also die Schwelle und der Empfindlichkeitsbereich des
Sehnenorgans verstellt werden. Die Sehnenorgane merken davon nix.
Zusammenspiel:
Ia Fasern wirken aktivierend auf die
homonymen Motoneurone:
In Ruhe passiert nicht viel, da
die von den Muskelspindeln ausgehenden Signale nicht ausreichen, um
irgendwelche Reflexe zu aktivieren. Es wird lediglich der geringe Tonus
registriert.
Wird ein Muskel passiv gedeht, so
zieht er sich zusammen (Monosynaptischer Dehnungsreflex). Beispiel:
Patellasehnenreflex. Dient auch zur Aufrechterhaltung eines bestimmten
Muskeltonus z.B. beim Gehen, wenn mensch den Fuß schief aufsetzt etc.
Bei einer Kontraktion der extrafusalen
Fasern teilt die Muskelspindel mit, daß diese erfolgt ist, sie hört auf zu
feuern, da die intrafusale Faser entlastet ist.
Durch eine Aktivierung der g-Motoneurone
wird genau dasselbe afferente Signal erzeugt wie
durch Dehnung der extrafusalen Fasern. Folglich wird auch mit Kontraktion
reagiert. Nachteil ist, daß diese g-Schleife
länger dauert, Vorteil ist, daß der im Regelkreis die Sollgröße verändert wird
(Folge-Servomechanismus), nicht die Ist-Größe, was den Regelkreis zunächst
stört. Tatsächlich werden a
und g-Motoneurone meist zusammen aktiviert, so
daß der Vorteil einer schnelleren Bewegung nicht mit dem völligen Verzicht auf
die ”Servo-Steuerung” erkauft werden muß.
47 (4) Was mißt man mit dem Elektromyogramm?
- Das EMG leiteet die extracellulären
Potentiale vom Muskes ab.
1. - EMG mißt den Muskeltonus, d.h. die
elektrischen Spannungsaktivitäten während einer Kontraktion aber auch in
“Ruhe”.
2. -
Gamma- Aktivität ist für die Erhöhung des Muskeltonus nötig.
- Im Traumschlaf tiefe Atonie, Gamma
Aktivität am niedrigsten (minimaer Muskeltonus
in der REM- Phase).
- pathologische Auffälligkeiten sind
verifizierbar.
3. -
Wenn man verschiedener Muskelaktivitäten mitenander vergleicht, dann
heben sich antagonistische Gesichtsmuskeln z.B. Weinen und Lachen gegenseitig
auf, wenn sie gleichzeitig aktiviert werden.
Anwendung des EMG: Bei
Muskelerkrankungen, Psychophysiologie (Messung des Bereitschaftszustandes),
Messung der Aktivierung des Muskels und seiner einzelen molaren Einheiten-
Muskeltonus.
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
EMG = extrazelluläre Potentialableitung
vom Muskel. Es wird der zeitliche Verlauf von elektrischer Aktivität gemessen.
Diese ist während einer Kontraktion aufgrund des Ionenflusses
(Endplattenpotential) größer. Dabei reicht oft schon die ”Vorspannung”: die
Vorstellung einer Kletterpartie läßt sich im EMG darstellen. Weitere
Anwendungen z.B. zur Registrierung psychischer Anspannungen
(Bereitschaftszustand), Nachweis, daß im REM-Schlaf der Muskeltonus am
geringsten ist, zur Verifizierung pathologischer Auffälligkeiten, zum Nachweis
von außen nicht nachweisbarer Anspannungen von Antagonisten, die sich
gegenseitig aufheben (z.B. die Gesichtsmuskeln beim Weinen und Lachen, so dies
denn völlig antagonistisch sein sollte).
48 (4) Was bedeutet ein hoher und was ein
niedriger Muskeltonus
- Tonus: unwillkürlich ausgelöster
Spannungszustand der Skelettmuskulatur, der reflektorisch über die Gamma-
Motoneurone aufrecht erhalten wird. Der Tonus stellt die Summation von vielen
Einzelzuckungen motorischer Einheten dar, die der Grundspannung des Muskels
entsprechen.
- -vorhandener Tonus ist bei passiven
Bewegungen der Extremitäten verspürbar.
- erhöhter Tonus: liegt z.B. vor
bei geistiger Anspannung, Aufregung oder pathologisch bedingten
Veränderungen (z.B. Parkinson).
- erniedrigter Tonus: liegt z:B.
vor im Traumschlaf, Denervierung (pathologisch) aber auch bedingt durch Narkolepsie
(Zwanghafte Schlafanfälle am Tag).
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
Tonus = reflektorisch über g-Motoneurone
geregelter Spannungszustand; Grundspannung des Muskels. Wird erreicht durch die
Summation vieler Einzelzuckungen von motorischen Einheiten (von je einem
Motoneuron innervierten Muskelfasern).
Erhöhter Tonus ist ein Indikator für
geistige Anspannung, Aufregung oder pathologische Veränderungen (Parkinson)
Erniedrigter Tonus ist ein Indikator für
Traumschlaf, häufig pathologisch: bei Narkolepsie (zwanghafte Schlafanfälle am
Tag), Denervierung etc.
49 (8) Wie funktioniert der sogenannte
Patellarsehnenreflex?
Partellasehnenreflex =
Schag auf Sehne der Kniehscheibe
- ist kein eigentlicher Schmerzreflex,
sondern ein Muskelreflex
- monosynoptischer Dehnungsreflex,
bei dem Sensoren (Muskelspindeln) und Effektoren im gleichen Organ liegen
(Muskel)
- durch einen Schlag auf den Muskel
wird die Sehne kurzfristig gedehnt.
(modifiziert mit Hilfe der Karteikarten)
Monosynaptischer Dehnungsreflex: Sehne
dehnt Muskel, Ia-Faser meldet Dehnung, im Rückenmark wird auf a-Motoneuron
umgeschaltet -> kompensatorische Kontraktion - und das Schienbein tritt aus.
Gleichzeitig wird über ein Interneuron der antagonist (der Beuger in diesem
Fall) gehemmt (reziproke antagonistische Hemmung), sodaß kein Tremor auftritt,
bei dem das Schienbein immer vor und zurückschwingt. Zur Anatomie s. Frage 46.
50 (2) Welche Funktion haben die
sogenannten Sehnenreflexe?
Sehnenreflex = dehnungsreflex
-Antischwerkraftmuskulatur
- Einknicken in den Knien wird durch die
Reflexbewegung aufgehoben
- “Antieinknickmuskulatur” auf
Rückenmarksniveau
Sehnenreflexe gewährleisten Korrektur bei
Abweichungen der aufrechten Haltung in Kipphaltung. Schon geringstes Einknicken
im Knie führt zur Dehnung der Rezeptoren der Oberschenkelsehnen.
- schon beim geringsten Einknicken in die
Knie kommt es zur Reflexbewegung des Muskels.
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
Sehnenreflexe sind auch unter dem Namen
T-Reflexe oder Dehnungsreflexe bekannt. Der Arzt testet die Dehnung des Muskels
zwar durch den Schlag auf eine Sehne, in der wirklichen Welt hingegen wird der
Muskel gedehnt. Sie leisten, das ablaufende motorische Programm an die Realität
in Form von holprigen Wegen oder der immerwährenden Schwerkraft anzupassen:
Knickt ein Knie ein,
so wird sofort (monosynaptisch!) der Muskel angespannt, der dies korrigiert.
Zieht die Schwerkraft uns runter, wird die Muskelspannung reflektorisch
erhöht.
51 (3) Welche reflektorische Antwort der
Muskulatur kann man aus Schmerzrezeptorreizung der Extremität
erhalten?
1. Beugereflex, ist
polysynaptischer Reflex, durch Hautschmerz wird Muskelantwort ausgelöst
2. Wischreflex, schmerzhafter Reiz der
Haut führt zu gezielter Aktion an diesem Ort, diese Reaktion ist
hochorganisiert, da bereits die Lokalisation auf der Haut eine hohe
Organisationsstufe bedingt.
- allgmeine Tonuserhöhung
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
Alles polysynaptische Reflexe, d.h.
es findet Summation statt, bevor der Reflex erfolgt ist oft etwas spürbar
(Kratzen beim Husten im Hals). Bei zunehmender Reizintensität findet zeitliche
(ggf. auch räumliche) Bahnung statt, die Reflexzeit wird kürzer. Ist der Reiz
extrem stark, so kann er auch auf unbeteiligte Muskelgruppen übergreifen
(Irradiation). Weitere Kennzeichen: Lokalzeichen - Reizort spielt eine Rolle;
Habituation: Reflex ermüdet bei nicht schmerzhaftem Reiz; Dishabituation: tritt
nach längerem reizfreien Intervall auf. Sensitivierung: bei schmerzhaften
Reizen wird Schwelle gesenkt.
S. 291.
Flexor/Beugereflex: wird
beim spinalisierten Tier eine Hinterpfote schmerzhaft gereizt, so kommt es zum
Wegziehen der gereizten Extremität im Sprung, Knie und Hüftgelenk, die
gegenüberliegende Extremität wird gestreckt (kontralateraler Streckreflex).
Wischreflex: schmerzhafte
Reizung der Haut führt zur gezielter Aktion an dieser Hautstelle (sogar schon
beim Rückenmarksfrosch). -> Hochorganisiert, da Ortung stattfindet.
allgemeine Tonuserhöhung
52 (10) Welche höheren Zentren beeinflussen
die Motorik?
1. Der Cortex ist
das Organ für die Motorik um subcorticale und auch corticale Programme zu hemmen,
z.B. Brust- Such- Mechanismus; Gedächtnisfunktion; erinnerungsgeleitete
Motorik. Bei Reizung kommt es zur Kontration einzelner Muskeln und Gelenke,
aber nie zu zielgerichteten Bewegungskomplexen. Es kommt zu einer Umsetzung der
Bewegungen in Bewegungsprograme.Der Cortex steuert die Abfolge komplexer
Bewegungsprogramme, Zielmotorik. Viele komplexe Bewegungsprogramme sind
subcortical organisiert
2. Kleinhirn: Anpassung
der Zielmotorik
3. Basalganglien: Zielmotorik;
Weich und Flüssigmacher der Bewegungen
4. Mittelhirn: Zielmotorik,
Orientierungsverhalten, Schreit- Geh- Laufmotorik z.B. Tötungsbiß der Katze
5. Kerngebiete im Hirnstamm: Schlucken,
Erbrechen, Atmen, Körperhaltung und Körperstellung
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
1) Cortex: bei
Reizung des mot. Cortex (Gyrus praecentralis) Kontraktionen einzelner Muskeln
und Gelenke, allerdings kommen so keine komplexen Bewegungsabläufe zustande.
Somatotopische Organisation -> Homunkulus. Umsetzung der Bewegungsentwürfe
in Bewegungsprogramme, Hemmung von subcortikalen und auch anderen cortikalen
Bewegungsprogrammen; z.B. von Brust-Such-Mechanismus, wenn Brust gefunden ist;
Gedächtnisfunktion für bisherige Bewegungsabläufe -> erinnerungsgeleiteter
Mensch. Abfolge komplexer Bewegungsprogramme, Zielmotorik; Viele komplexe
Bewegungsabläufe finden allerdings auch subcortikal statt: Säure-Wisch-Reflex
beim Rückenmarksfrosch.
2) Kleinhirn: Koordination
von anderen motorischen Zentren; Korrektur der Zielmotorik bei langsamen und
Durchführung der gezielten Motorik bei schnellen Bewegungen. Bewegungen,
Steuerung und Korrektur der Stützmotorik,
3) Basalganglien: (Nervenzellanhäufung in
Teilen des Thalamus und Striatum zwischen End- und Zwischenhirn; wirken hemmend
und machen so die Bewegungen flüssig). Zielmotorik,
weich- und fließend machen/glätten der Bewegung; Amplitudenanpassung-
Festlegung von Richtung, Kraft, Geschwindigkeit einer Bewegung; Mitwirkung bei
der Umsetzung von Bewegungsplanung in Bewegungsprogramm, Festlegung der
Bewegungsparameter: Amplitude, Richtung, Geschwindigkeit und Kraft einer
Bewegung.
Läsionen in den Basalganglien führen zu Parkinson-.Syndrom: Mimischer Starre,
fehlender Ausdrucksfunktion, vgl. Chorea Huntington
4) Mittelhirn: Zielmotorik;
automatisiertes instinktorientiertes Verhalten (z.B. Tötungsbiß der Katze),
Schreit-, Geh, Laufmotorik; Stellreflexe
5) Kerngebiete im Hirnstamm: Stützmotorik,
Schlucken, Erbrechen, Atmen, Körperhaltung und Stellung (Decerebrationsstarre
bei Schnitt oberhalb der Brücke) etc.
6) Rückenmark: einfache
Reflexe, die auch korrigierend-modulierend in Willkürbewegung eingreifen.
53 (4) Wodurch unterscheidet sich ein
motorisches Programm von einem Reflex?
Motorische Programme sind
gelernte Systeme von motorischen Abfolgen, die nur bedingt einer sensorischen
Rückkopplung bedürfen - z.B. weil sie zu schnell sind, wie Maschineschreiben
etc. Sie werden willkürlich gesteuert und können komplexer sein als Reflexe.
Reflexe
sind nicht gelernt und reizgebunden, d.h. je nach Reizintensität quantitativ
abgestuft bzw. ausgelöst. Sie sind unwillkürlich.
54 (10) Welche motorischen Störungsbilder entstehen
durch
a) Abtrennung von Cortex und Basalganglien;
b) Störungen in den Basalganglien und
c) Läsionen im Kleinhirn?
a) Abtrennung von Cortex und Basalganglien:
- Lähmung einer Körperseite
- partische Hemiplegie: d.h. Spastik
derjenigen Muskeln die gegen die Schwerkraft arbeiten
b) Störungen in den Basalganglien:
- in erster Linie Bewegungsstörungen (z.B.
Chorea Huntington; Parkinson)
c) Läsionen im Kleinhirn
- Störungen der Muskelkoordinationen bei
Bewegungen (Finger zur Nase führen)
- Störungen des Muskeltonus
z.B. Hypertonus- niedriger Muskeltonus
Tremor- Muskelzittern
Nystagmus- unwillkürliches Zittern des
Augapfels
Sprachstörungen
Generell gilt bei höheren Tieren: auch
wenn Stammhirnleistungen bei niederen Spezies oft beachtlich ist, so ist
einiges an Funktionen und Koordination von Großhirnzentren übernommen worden,
die niedrigeren Strukturen befinden sich in harmonischer Unterordnung.
a1) Cortex: ST S.104: Gut erhaltenes
Bewegungsverhalten bei Nagern und Carnivoren, allerdings automatenhaft. Tier
rennt z.B. gegen Wände an.
a2) Thalamustier: Auslösung von
rhythmischen Schreitbewegungen, welche aber mechanisch und nicht angepaßt
wirken.
Laut Otto - was ich in der Literatur aber
nicht gefunden habe: schlaffe Lähmungen/hypotone Muskulatur; und Überwiegen der
Spastik in den der Schwerkraft entgegengesetzten Muskeln.
b) Störungen in basalganglien: Störung in
Bewegungsregelung, wie bei Parkinson oder Chorea Huntington: ruckartige
Bewegungen.
c) Störungen bei der Koordination von
Bewegung und Haltung, was sich in Bewegungsstörungen (Ataxie) äußert. z.B.
Finger nicht mehr präzise an die Nase führen können. Laterale Läsionen:
Zielmotorik und Sprache, mittelständige Läsionen: Störungen der Halte- und
Stützmotorik. Weitere Symptome: Störungen des Gleichgewichts include Übelkeit
mit Erbrechen, der Oculomotorik mit ständigen Pendelnystagmen, Gang wie bei
Betrunkenen include der Notwendigkeit, sich mit Händen abstützen zu müssen. ST,
S. 109-113
55 (4) Was sind die Unterschiede zwischen Ia
und Ib Muskelreflexen?
Ia: halten Muskellänge konstant, von
Ia Fasern versorgter Rezeptor ist Muskelspindel. Ia Muskelfasern sind sowohl an
monosynaptischen (Dehnungs-)Reflexen wie an disynaptischen (reziproke
antagonistische Hemmung) beteiligt.
Ib: halten Muskeltonus konstant, von
Ib Fasern versorger Rezeptor ist Golgi-Sehnenorgan. Ist nicht an
monosynaptischen Reflexen beteiligt.
56 (3) Welche Unterschiede gibt es zwischen dem vestibulären
und dem optokinetischen Ganzfeld-Nystagmus?
Nystagmus: Permanenter
Wechsel zwiachen langsamen Augenbewegungen und Sakkaden
|
|
vestibulär
|
optokinetisch
|
|
Eingangsinformation
|
Gleichgewicht
|
visuell
|
|
Frequenz des Arbeitsbereiches
|
mehr für langsame Reize, Verschiebung
der Umwelt
|
mehr für schnelle Reize
|
|
|
|
über extrastriates System,
braucht längere Zeit und führt zu Eigenbewegungsempfindungen, wird also
letzlich auf das vestibulätre System aufgeschaltet
|
(entnommen aus dem Otto- Kataog; Version
Februar 1993, modifiziert mit Hilfe der Karteikarten).
Vestibulärer N:
Mensch bewegt sich, Umwelt bleibt still (Drehstuhl, Kopf drehen)
beteiligte Sinne: Gleichgewichtsinn und
visueller Sinn. Nach Stoppen der Bewegung: z.T. postrotatorischer Nystagmus
eher für schnelle Reize (die
Reizgeschwindigkeiten stehen im Otto-Katalog falsch. Was sie überhaupt bei
dieser Frage zu suchen haben, ist mir nicht klar)
Reflexweg: über vestibuläre Kerne im
Hirnstamm läuft Information zur optokinetischen Reaktion. Was ja auch richtig
ist, da der Mensch sich bewegt.
Optokinetischer N: Gesichtsfeld/Umwelt
bewegt sich, Mensch nicht (jedenfalls nicht aktiv): (aus Eisenbahnfenster
gucken)
beteiligter Sinn: nur visueller
eher für langsame Reize,
Ganzfeldverschiebungen, niedrigere Verarbeitungsebene
Reflexweg: über extrastriatales System
(Retina - Mittelhirn - Vestibulariskerne, Vestibulucortex) Schwierigkeiten, zu
unterscheiden, ob man selbst oder das Bild sich bewegt, da das visuelle Info
wie ein vestibuläres im Cortex ankommt.
57 (6) Welche Faktoren bestimmen die Dauer
einer Blickfixation?
Minimale Orientierungszeit: 100ms;
normale Auswertung dauert 150-600ms, je nach Inhalt und Kontrast. Diese Zeiten
ergeben sich aus den physiologischen Bedingungen des visuellen Systems, wobei
Intelligente kürzere Fixierungszeiten haben, evtl. weil sie die Information
schneller verarbeiten können. Interesse verlängert, Angst verkürzt die
Fixation.
Ist die Winkelgeschwindigkeit von
Objekten größer als 80o/sec, so kann mit einer gleitenden Augefolgebewegung das
Objekt nicht auf der Fovea Centralis gehalten werden, dazu sind
Korrektursakkaden und Kopfbewegungen nötig (vgl. Zusachauer bei einem
Tennisspiel).
Also: Inhalt, Kontrast, Helligkeit, Intelligenz,
Interesse, Angst und Objektgeschwindigkeit bei bewegten Objekten.
58 (2) Welche (z.B. evolutionären)
Voraussetzungen müssen für das Auftreten von Willkürsakkaden gegeben
sein?
Vorhandensein einer Fovea Centralis
(o.ä.), denn wenn das Auge überall gleich gut sieht, macht Anblicken keinen
Sinn.
Es muß eine zentrale Instanz vorhanden
sein, die die Blickmotorick steuert; beim Menschen Area 6 (Ausfall führt zur
Blicklähmung) bzw. die colliculi superiores im Hirnstamm.
Diese Instanz muß zusätzlich in der Lage
sein, ihr Interesse auf verschiedene Punkte des Gesichtsfeldes zu verlagern -
was aber beim Vorhandensein einer Blickmotorik evolutionär längst passiert sein
dürfte.
59 (7) Was versteht man unter dem Phänomen der
Sakkadierung einer Folgebewegung, wann beobachtet man es und was hat es zu
bedeuten?
Einem bewegten Reiz wird nicht
kontinuierlich, sondern in Sakkaden gefolgt. Dies geschieht unter Bedingungen
verringerter Aufmerksamkeit: entweder bei Konzentrationsmangel oder bei
Gewöhnung an den Reiz. Die Augen eilen dem Reiz voraus oder springen ihm
hinterher, eine kontinuierliche Anbindung ist nicht mehr gegeben. Der
Reizverlauf wird kontrolliert, aber nicht mehr genau verfolgt.
Ursache ist möglicherweise der Wegfall
der aktive Hemmung (Frontalhirnprozeß) der Orientierungsreaktion der Sakkade
bei fehlender Aufmerksamkeit, sodaß diese Orientierungsreaktion die
Folgebewegung überlagern kann.
60 (5) Wie
verändert sich die mittlere Fixationsdauer und die mittlere Blickamplitude
im Verlaufe der Ontogenese?
Mit zunehmenden Alter (in der Jugend):
- nimmt die mittlere Fixationsdauer
bei definierten Aufgaben ab, da die kognitiven Prozesse schneller ablaufen.
Gleichzeitig steigt die Menge der ”definierten Aufgaben” beträchtlich.
- nimmt die Blickamplitude ab
(Anfangsamplitude ist angeboren und wird nach unten korigiert), wohingegen die
Detailbewertung zunimmt. Die optimale Orientierungsamplitude liegt bei etwa 8o
im Raum. Das Orientierungsverhalten wird weniger wichtig.
- die Differenzierung nimmt zu.
Kleine Kinder haben Einheitsblick, später werden die instinktiven Programm
überlagert durch Interesse u.ä. (siehe Frage 57).
61 (10) Wodurch ist die sogenannte Orientierungsreaktion
gekennzeichnet?
4 Kriterien zur
Klassifizierung einer Reaktion als Orientierungsreaktion:
1) die Reaktion muß auf neue Reize
sensitiv sein, die als ”wichtig, neu und relevant” eingestuft werden
2) sie muß habituieren
3) das Auftreten eines neuen Reizes muß
eine vergleichbare Wirkung haben wie das Ausbleiben eines erwarteten
4) wenig intensive Reize müssen
eine OR hervorrufen, wohingegen Reize mit hoher Intensität eine DR
(Defensivreaktion) hervorrufen müssen. Starke Reize mit extrem steilem Anstieg
schließlich lösen die Schreckreaktion aus.
Ablauf: die
Orientierungsreaktion gliedert sich in den ”Stop of ongoing behavior”, eine
vegetative Komponente (antizipatorische Verlangsamung des Herzschlages”
und eine motorische Komponente, die den Kopf/Blick auf den Reiz
auszurichten versucht.
Anatomie: für
diesen Reflex verantwortlich sind: Cortex, limbisches System (Hippocampus),
Formation reticularis (Arousal) und das Mittelhirn (eigentliches
Orientierrungsverhalten)
Anwendung: z.B.
zur Feststellung der Informationsaufnahme und -verarbeitung (Habituation) bei
Säuglingen, ja sogar schon bei Ungeborenen.
62 (8) Wodurch ist die sogenannte startle
response (Schreckreaktion) gekennzeichnet?
Plötzlicher Reizbeginn
Wird von großer Reizintensität bei
steilem Anstieg ausgelöst. Auch abhängig von
Erwartung: wenn
kein Reiz erwartet wird, ist Schreck besonders hoch. Löst psychische (Furcht,
Schreck), motorische (Zusammenzucken, Augenblinken) und vegetative
Reaktion aus. Auszulösen meist schön über lauten Knall (>90 dB). Die SR
ist ein Hirnstammreflex und durch Furchtkonditionierung vestärkbar.
63 (6) Wie kann man sich die zentrale
Beeinflussung von Reflexen (z.B. Kniesehnenreflex oder
Schreckreflex) erklären?
1) Schreckreflex ist beeinflußbar über
Furcht/Angst; Konditionierung
2) Willkürliche Konzentration verringert
die Reflexbereitschaft, indem der fragliche Körperteil angespannt wird.
Dadurch ist
a) eine Dehnung des Muskel nicht mehr
ohne weiteres möglich und
b) kann u.U. nicht mehr mit der gleichen
Zunahme an Kontraktion beantwortet werden. Der Kniesehnenreflex läßt sich z.B.
durch den Jendrassekschen Handgriff (Ziehen der verschränkten Finger vor dem
Oberkörper gegeneinander) verstärken, da dadurch nur die Oberkörpermuskulatur
aktiviert wird und das motorische Zentrum praktisch ”vom Knie abgelenkt” ist,
welches dadurch entspannter ist.
3) bei höheren Tieren wirkt das ZNS
praktisch auf alle Stationen der Signalverarbeitung ein: so zeigt sich beim
spinalen Schock, daß nach Abtrennung des Rückenmarks zunächst die
Rückenmarkseigenen Reflexe auch nicht mehr funktionieren. Diese Areflexie
dauert beim Frosch nur Minuten, beim Menschen hingegen Monate.
64 (4) Welche Systeme sind an der Stützmotorik
beteiligt?
1) Weitgehende Leistung des Hirnstammes
(Mittelhirn,Pons, Medulla oblongata):
Nc ruber (Mittelhirn) schaltet zur
motorischen Hirnrinde
2) Gleichgewichtssystem und
Tiefensensibilität vor allem aus Halsregion melden die Lage des Kopfes im
Raum und zum Körper: über Vestibulariskern (im Pons: Zuflüsse aus
Gleichgewichtsorgan, Kleinhirn) und Teile der Formation reticularis (Zuflüsse
aus Propriozeptoren des Halses). Auch afferente Zuflüsse aus visuellem System
spielen Rolle.
3) Kleinhirn (Cerebellum):
wesentl. Stuerzentrum der Motorik, koordiniert Bewegung und Haltung;
Bewegungsprogrammierung und Blickmotorik.
4) außerdem das Rückenmark:
Feinabstimmung des Muskeltonus und der Länge über Ia und Ib Reflexe.
65 (3) Welche Bewegungen werden hauptsächlich vom primären
motorischen Cortex (Area 4) initiert?
Somatotopische Gliederung
Zuständig für
einzelne Bewegungen/Muskelgruppen, z.B. Feinmotorik der Finger, Hände, Mund und
Kehlkopf (Sprache!)
Nicht zuständig für
körpernahe (proximale) Bewegungen wie Mimik, Gestik und die Aneinanderreihung
von einfachen Bewegungen zu komplexeren Bewegungsabläufen. Komplexere Abläufe
(wie z.B. Rumpfdrehung) werden von Area 6 aus koordiniert (sek. mot.
Areal).
66 (3) Welche Bewegungen werden vom sogenannten
frontalen Augenfeld (in der Area 8) initiert?
Blickbewegungen auf gelernte,
antizipierende, d.h. nicht reizgesteuerte Augenbewegungen wie Lesen.
Die Zusammenarbeit mit den Händen im
Greifraum. Es erfolgt Hemmung von reflektorischen Augenbewegungen, wie
spontanen Sakkaden, welche das Lesen auch recht anstrengend machen würden.
Kontralaterale Organisation, vertikale
Bewegungen verlangen die Mitarbeit sowohl des linken wie auch rechten Systems.
67 (5) Was sind die Unterschiede zwischen Stimmgebung
und Sprechen?
Die Atemluft, die zum Sprechen verwendet
wird, geht aus dem Windraum (Bronchen, Trachea = Luftröhre) durch die
Stimmlippen = Stimmbänder, welche in der Stimmritz liegen, in den Mundraum,
wobei die Stimmritze beim Atmen so weit gestellt ist, daß die Stimmbänder nicht
angeregt werden.
Stimmgebung:
tonale Anregung der Stimmritze (Glottis), wie sie u.a. bei stimmhaften
Konsonanten (b,g etc) und Vokalen erfolgt. Glottisverschluß erfolgt im
Deutschen z.B. am Ende von ”viele”. Die Stimmgebung ist zum Sprechen
erforderlich, obwohl nicht alle Sprachlaute stimmhaft sind, da Teile des
Artikulationskanals (nicht unbedingt die Glottis selber) verschlossen sind
(z.B. t,k: Verschluß mit Zunge, Stimmgebung kann nicht nach außen dringen). Die
Stellung der Stimmritze und damit der Spannung der Stimmbänder (verursacht vom
Kehlkopf) modifiziert den Grundton der Stimme. Die Stimmgebung, die
aufgrund der verschieden hohen Stimmlage auch Rückschlüsse auf die Emotionen
des Sprechers zuläßt, kann eher rechts geortet werden kann.
Sprechen hingegen
besteht nicht nur in der Modulation der Glottis, sondern auch der anderen
Artikulatororgane wie der Zunge und dem Gaumensegel (Velum; welches bei
Nasalen gesenkt ist) und den Lippen. Sprechen ohne Stimmgebung = Flüstern. Das Rauschen
der Stimmritze ist nötig für Sprechen und Flüstern, ganz ohne geht es
nicht. Die Stimmgebung beim selben Sprachlaut kann also moduliert werden. Sprache
ist überwiegend in der linken Hemisphäre lokalisiert.
68 (11) Welche Knorpel, Muskeln und Nerven sind an
der Stimmgebung beteiligt?
das soll jemand beantworten, der
Phonetik studiert. Keine Zeit jetzt.
69 (3) Welche Grundstellungen der Stimmritze
kennt man?
- Atemstellung: Erweiterung der
Stimmritze beim Atmen
- Phonationsstellung: Stimmritze verengt,
sodaß Stimmbänder angeregt werden, eventuell (beim glottalen Stop) sogar
geschlossen
- Flüstersprache und Kopfstimme: Öffnung
der Stimmritze, wenn auch nicht so weit wie beim Atmen.
bei tiefen Tönen ist die Stimmritze
länger verengt als bei hohen.
70 (6) Auf welche Art kann die Stimmlage verändert
werden?
Durch die Anderung der
Schwingungsfrequenz an der Stimmlippen. Diese hängt ab von Länge(tiefer),
Dicke(tiefer) und Spannung(höher) der Stimmlippen. Die Amplitude = Lautstärker
hängt von der Hefitkeit des Luftstroms ab.
Der M. cricothyroideus (Öffner und
Schließer der Stimmritze) und all am Processus muscularis (Muskelfortsatz)
ansetzenden Muskeln sorgen für die Grobeinstellung.
Der M. vocalis (Stimmbandmuskel)
dient der Feineinstellug der Stimmlippe.
71 (6) Welche Beziehung hat das sog. Vokaldreieck
zu den Artikulationsorganen?
Das Vokaldreieck ist eigentlich ein
Vokaltrapez:
i/y -- .. -- ./u
e/Ø. ---
g/o
a/oe --- a/
Es gibt im wesentlichen die
Zungenstellung an: vorne/hinten und oben/unten. Außerdem wird noch zwischen
gerundeten und ungerundeten Vokalen (I + runde Lippen =ü) unterschieden.
Da eine hohe Zungenstellung den
Artikulationsraum im Mund verengt, somit dei Resonanzfrequenz steigt, haben
klingen ”hohe” Vokale auch heller. Dies betrifft allerdings nur die Formanten,
d.h. die Frequenzen, die der im wesentlichen gleichbleibenden Grundfrequenz der
Glottis überlagert sind. Davon gibt es bei Vokalen i.d.R. 2 von Bedeutung, je
einem aus jedem Teil des mit der Zunge unterteilten Mundraumes.
72 (7) Schildern Sie einige Veränderungen der
Artikulationsorgane bei der Produktion einiger Konsonanten.
Sorry, Leute, ohne Grundkurs Phonetik
braucht ihr wohl ein gutes Skript. Kleinbuchstaben hier gemäß des
IPA-Alphabets, bis auf das ”th”
p - st-, bilabialer Plosiv
b - st+, bilapialer Plosiv
d, t: st+/-: alveolaer Plosiv.
th: dentaler Frikativ
z,s: st+/-: alveolarer
Frikativ
?: glottal stop
73 (6) Welche Hirngebiete sind in die
Sprachproduktion involviert?
Broca: Area
44,45: motorische Sprachzentren.
Wernicke: Area
22: sensorisches Sprachzentrum (+Basalganglien, Thalamus, für habituelle
Sprache)
Rechte Hemisphäre: zuständig
für Prosodie (Intonation, Geschwindigkeit etc)
Links frontal: Verben,
Handlungsbezogenen Worte
Links temporal: Nomina
re.+li. Hemisphäre: welche
Bedeutung ist mit welchem Wort verbunden (lexikalische Komponente), assoziativ.
74 (8) Nennen Sie einige Beispiele für rezeptive
Felder!
Rezeptives Feld: Gesamtheit aller Punkte
der Körperperipherie, von denen aus ein Neuron erregt werden kann. Aus
somatotopischer Organisation folgt, daß benachbarte Rezeptorzellen Teile der
rezeptiven Felder ebenfalls benachbarter Neurone sein sollten.
Hautareale: Unterschiedlich
große rezeptive Felder abhängig von:
Ort: an
Fingerkuppen klein, an Armen, Beinen und Rumpf groß.
Lage: simultane
Raumschwellein Körperlängsrichtung an Armen und Beinen deutlich größer als in
Querrichtung.
Sensortyp: Pacini-Körperchen:
ganze Handinnenfläche vs. Merkel-Zellen 3-50mm2.
Retina: z.B:
rezeptive Felder der Ganglienzellen mit On-/vs. Off-Zentrum Neuronen. Bei
Dunkeladaptation wird dabei das Zentrum vergrößert, die Peripherie verkleinert
(durch Horizontal- und Amakrinzellen).
Geschmack: einzelne
geschmacksfasern innervieren verschiedene Geschmacksknospen, wodurch sie
abgestuft spezifisch antworten. Rezeptives Feld wären also Geschmacksknospen
einer größeren Zungengegend.
Ohr: jede
Nervenfaser versorgt nur Haarzellen einer bestimmten Frequenzempfindlichkeit,
somit sind diese ihr rezeptives Feld. Durch dies ist aber gleichzeitig schon
die charakteristische Frequenz vorgegeben, da eine mechanische Signalzerlegung
schon stattgefunden hat.
Bonus/Bogus: Head-Zonen: afferente
Hinterstrangneurone des Rückenmarks haben als ”rezeptives Feld” sowohl die
entsprechenden Hautzonen als auch innere Organe.
75 (3) Was ist der Reiz für die
Bogengangsrezeptoren, was für die Macularezeptoren?
Maculla: senkrechte und waagerechte
Beschleunigung; Otholitehnmembran hat aufgrund Kristalleinlagerungen
doppelte Dichte wie Endolymphe, bei Beschleunigung reagiert sie so wie ein
Teller, der auf Wackelpudding liegt. Abscherung in die eine Richtung bedeutet
De-, Abscherung in die andere Richtung Hyperpolarisation.
Maculla sacculi: waagerechte Beschleunigung
Maculla utriculi: liegt bei aufrechtem
Kopf senkrecht - senkrechte Beschleunigung und Gravitation. Durch die
Gravitation sind die Cilien deswegen dauernd etwas abgeschert. Im Weltall
nicht.
Vestibulärorgan: Drehbeschleunigung
um alle 3 räumlichen Achsen, auch hier verursacht durch im Vergleich zu
Endolymphen trägere aufliegende gallertartige Masse.
76 (8) Was für Verhaltensreaktionen produziert
eine längere gleichförmige Drehung anfangs und später?
Anfang: mit
längerer Reaktionszeit, da System aufgrund der Lymphflüssigkeit träge ist. Das
ist auch gut, damit nicht gleich bei jeder schnellen Kopfbewegung eine
Drehempfindung auftritt. Beschleunigungsempfindung durch Verbiegung der Cupula
(in Bogengangsorganen). Reaktion ist der vestibuläre Nystagmus, Haltungs und
Sturzreflexe und die Drehempfindung.
Mitte: Wenn
Bewegung länger dauert, so wird sie nicht mehr empfunden (wenn keine sonstigen,
z.B. visuellen Anhaltspunkte auftreten).
Ende: Nach
dem Anhalten aber reagieren die Bogengangsorgane (ebenfalls mit Verzögerung) so
wie bei einer Beschleunigung in Gegenrichtung: postrotatorischer Nystagmus,
alle Anzeichen wie beim Anfang: Drehempfndung, Reflexe.
77 (4) Wie kann man sich die Täuschung, daß man
selbst losgefahren sei, im Abfahren eines gegenüberstehenden Zuges erklären?
Subjektive Bewegungsempfindung = Vektion
Das visuelle System ist auf das
vestibuläre aufgeschaltet. Die visuelle Information fließt somit über das
extrastratiale System (Retina, Mittelhirn, Vestibulariskerne, Vestibulocortex),
als sei es eine vestibuläre Information.
Interpretation: Wenn sich der Körper
nicht bewegt, aber das Gesichtsfeld verschiebt, ist es nützlich, davon
auszugehen, daß man bewegt wird.
78 (8) Was sollte man tun, um auf einem Schiff
nicht seekrank zu werden und warum?
Es existiert Widerspruch zwischen
vestibulärer(alles schaukelt) und visueller Information (Die Kabine
scheint ruhig zu stehen). Dies sind die Symptome von bestimmten Vergiftungen,
auf die der Körper mit Übelkeit, Erbrechen etc reagiert.
Methoden, diesen Widerspruch zu
beseitigen sind: entweder die Augen schließen oder an Deck gehen und anhand der
See bzw. des Horizonts zu sehen, daß das Schiff tatsächlich schaukelt wie blöde
oder ins Wasser zu springen, womit das Schaukeln aufhört, sich aber andere
Probleme stellen.
Zusätzliches Ablaufen motorischer
Programme (Ankleiden) erhöht die Seekrankheit, Coping (Ablenkung) verringert
sie, so ist der Kapitän meist nicht seekrank, weil er nicht seekrank werden
darf.
79 (6) Wie kommt das Richtungshören zustande?
Unterschiede in
- Schallaufzeit (bei
links-recht-Verschiebung)
- Intensitätsunterschiede (bei
links-recht-Verschiebung)
- Frequenzbild, da
Ohrmuscheln filtern (vorne-hinten-Verschiebung); Signale von hinten haben
weniger hochfrequente Anteile.
Intensität: Unterschiede
von 1 dB werden wahrgenommen.
Laufzeit: Unterschiede
bis 0,03ms werden wahrgenommen, was einem Winkel von 3o entspricht.
Wie das genau geht, ist noch unbekannt. Vermutung: Es gibt Richtungsregister im
Colliculus inferior, in welchem sich die Signale von beiden Ohren auslöschen.
Dort wo die Auslöschung am höchsten ist, wird der Ort festgelegt.
Im Experiment lassen sich Laufzeit- und
Intensitätunterschiede ausgleichen, d.h. ein früherer leiserer Ton links und
ein später lauter rechts werden als genau frontal geortet.
Da Schall in Wasser schneller ist als in
Luft, können dort Laufzeitunterschiede nicht mehr wahrgenommen werden.
Duplextheorie: Hohe
Frequenzen werden vor allem durch Amplitudendifferenzen geortet, tiefere durch
die Laufzeitunterschiede. Unterhalb von 200Hz ist i.d.R. keine Ortung mehr
möglich (Subwoofer-Prinzip). Am besten geortet werden können Geräusche mit
hohen und tiefen Frequenzanteilen, für Sinusschwingungen ist dies schwieriger.
80 (6) Was kann man mit dem Verfahren des dichotischen
Hörens feststellen und wie funktioniert es?
Dichotisches Hören: unterschiedliche
Beschallung beider Ohren. Interessant ist hier Wegfilterung der Information aus
einer Seite (Aufmerksamkeit -> Thalamus) und deren unwillkürliche
Beeinflussung, z.B. durch den Cocktail-Party-Effekt.
es werden verschiedene Reize angeboten.
Bevorzugte Verarbeitung von Sprache allg.
und Konsonanten aus dem rechten Ohr. Auf dem linken Ohr wird zwar ein
Sprachwechsel nicht unbedingt wahrgenommen, wohl aber z.B. der Wechsel zwischen
einer Männer- und einer Frauenstimme (Broadbent)
Für Vokale sind beide Hemisphären
zuständig.
81 (4)
Was ändert sich im Entladungsverhalten akustischer Neurone, wenn die Lautstärke zunimmt?
Wenn die Lautstärke zunimmt ändert sich
am Entladungsverhalten akustischer Neurone primär die Entladungsrate. Die
Entladungsrate also die Entladungsreaktion pro Zeiteinheit nimmt, je nach
Lautstärkensteigerung, zu. Weiterhin wird die Latenzzeit, der sich entladenden
akustischen Neurone zu. Die Tonhöhe ändert sich leicht, da mehr Fasern
rekrutiert (in Aktion gesetzt) werden. (entnommen aus dem Otto- Katalog vom
Februar 1993).
Der adäquate Reiz ist Schall. Mechanische
Schwingungen im Bereich von 16 Hz-20 kHz. Dieser Schall kommt meistens in Form
von Luftschall an unser Ohr. Das Schallereignis muß, um hörbar zu sein,
überschallig sein, also außerhalb der Absolutschallgrenze unseres Hörens
liegen, die auch als Hörschwelle bezeichnet wird. Die Hörschwelle hat ihr
Empfindlichkeitsminimum bei 2-4 KHz, im Bereich der wichtigsten Sprachlaute,
der Konsonanten. Alle tieferen und höheren Frequenzen werden bei gleichem
Schalldruck leiser wahrgenommen, d.h. bei gleichem Schalldruck empfindet unser
Gehör eine Frequenz von 32 Hz als erheblich leiseren Ton als einen von 320 Hz.
Der Schalldruck muß um ca. 40 dB erhöht werden, um einen tiefen Ton genauso
laut zu empfinden, wie den gleichen hohen Ton. Die dB Skala ist eine
logarithmische Verhältnisskala, wobei 20 dB gleichbedeutend sind mit einer
Verzehnfachung des Schalldrucks. Unser gerade noch merklicher
Lautstärkenzuwachs beträgt ca. 1 dB. Die Hörschwelle hat man heute auf 4 dB
festgelegt. Der Schall erreicht durch den Gehörgang das Trommelfell. Beim
Übergang von dem großen Trommelfell auf die kleine Steigbübelplatte am ovalen
Fenster wird der Schalldruck um das 22 fache verstärkt. Im Innenohr findet man
die Basilarmembran in der Schnecke. Diese nimmt die Wechsel- Druckwellen auf
und leitet sie in Form von Wanderwellen weiter. Die Wanderwellen laufen die
Basilarmembran verschieden weit entlang, tiefe Frequenzen laufen weit, hohe nur
ein kurzes Stück. Damit kommt es zu einer Frequenzzerlegung. Auf der
Basilarmembran liegt das Cortische Organ mit den Hörsinneszellen, den
Haarzellen, die bei Auf- und Abbewegungen der Basilarmembran seitlich
abgeschert werden. Dies führt zu einem Rezeptorpotential, das man als
Mikrophonpotential, in der nähe des ovalen Fensters mit einer Elektrode
ableiten kann, wenn man die Aufsummierungstechnik benutzt. Das Frequenzgemisch
ist eine Überlagerung aus vielen verschiedenen, frequenzzerlegten
Frequenzantworten. Das Rezeptorpotential folgt jeder einzelnen Schwingung mit
Depolarisation und Hyperpolarisation, wobei nur die Depolarisation zu
Transmitterausstoß führt. Die Haarzelle ist auch efferent innerviert, hier ist
Acetylcholin der Transmitter. Den afferenten Transmitter kennt man noch nicht.
Ob ihre natürliche Funktion z.B. Überlastungsschutz, Frequenzdiskrimination
oder ‘Aufmerksamkeit’ ist, kann man noch nicht sagen. Jede Hörnervfaser hat,
entsprechend ihrer Herkunft auf der Basilarmembran eine charakteristische
Frequenz, bei der sie mit minimalem Schalldruck enerviert werden kann. Die
beiden Hörnerven treten dann als VIII. Hirnnerv in den Hirnstamm ein. Im
weiteren Verlauf werden die Hörfasern dann mehrfach umgeschaltet, befor sie das
Mittelhirn erreichen. Von hier aus ziehen sie zum Talamuskern und erreichen
dann erst mit dem 5. oder 6. Neuron den arkustischen Cortex in der
Brodmann-Area 41 im oberen Temporallappen. Jedes Ohr projeziert zu beiden
Hemisphären, obwohl die gegenseitige Projektion überwiegt. Neurophysiologisch ist
das arkustische System noch nicht so gut untersucht wie das visuelle: so sind
im Hörnerv alle Neurone mit Sinustönen einer charakteristischen Frequenz
entsprechend ihrer Herkunft von einem bestimmten Ort der Basilarmembran
erregbar, im Cortex ist es nur noch ein kleiner Teil. Hier reagieren manche
Neurone auf Frequenzmodulationen (Sirene), andere auf Amplitudenmodulationen.
Damit sind auch hier Eigenschaften abstrahierende Neurone gefunden, die
parallel arbeiten. Das sind Mosaiksteine, die wir uns in seiner Gesamtheit noch
nicht vorstellen können. (entnommen aus dem Skript der FU Hagen; herausgegeben
1986; erstellt von Herrn PD. Dr. med. N. Galley; sehr ausführlich, kann nur als
Eräuterung dienen).
“Die Ausarbeitung für die Lerngruppe” an
dieser Stelle eingeskennt einfügen.
Als Hören bezeichnen wir die Empfindung
auf überschwellige Schallschwingungen im Frequenzbereich zwischen zw. 16 Hz.
(1/sec.) u. 20 Khz (1000/ sec).
82 (8)
Wodurch kann man die Schmerzempfindung verringern oder intensivieren?
Intensivieren: Angstkonditionierung,
Erwartung von z.B. schmerzhafter oder diverser unangenehmer Reize, desweiteren
durch Verabreichung von Pharmazeutika.
Verringern: Durch
Verabreichung von pharmazeutischen Narkotika; durch Pharmazeutika, die eine
‘dämpfende’ Wirkung haben. Gymnastik, Massage, Wärme, Kälte, u.v.m. kann aus
physikalischer Sicht Schmerz verringern.
Psychologisch können Schmerzen z.B. durch
Hypnose, Entspannung, Operante Methoden, Biofeedback und Coping verringert
werden. (entnommen aus dem Otto- Katalog vom Februar 1993).
Intensivieren der Schmerzempfindung u.a.
durch: Zur Schmerzauslösung kommen thermische,
elektronische, mechanische und chemische Reize in Frage. Es ist vorallem auch
wichtig zu erforschen, ob die Schmerzempfindung adaptiert. Subjektive Erfahrung
weist auf fehlende Adaptation hin. Durch den anhaltenden Schmerz werden wir ehe
noch sensibilisiert. Bei oft wiederholenden Reizen ist allerdings eine
Habituation zu beobachten. Desweiteren hat Nervenreizung eine Schmerzauslösung
zur Folge. (entnommen aus Birbaumer- Schmidt “Biologische Psychologie”).
Verringern der Schmerzempfindung u.a.
durch:
1. Pharmakologische Methoden:
1.1. Nichtnarkotische Analgetika
1.2. Narkotische Analgetika
1.3. Psychopharmaka
1.4. Örtliche Betäubung
Unter dem Stichwort Nichtnarkotische
Analgetika (1.1.) werden Stoffe zusammengefaßt, die schmerzhemmend
wirken, deren Einnahme aber nicht zu einer deutlichen Einschränkung des
Bewußtseins führen. Der bekannteste Stoff in dieser Gruppe ist die
Salicylsäure.
Als Narkotische Analgetika (1.2.)
werden Stoffe bezeichnet, die auch in der Lage sind stärkere Schmerzen
wirkungsvoll zu lindern, die aber eine stark beruhigende, schläfrigmachende
Wirkung haben, daß ggf. bei höherer Dosierung eine narkotisierende Wirkung
auftreten kann. Ein Vertreter dieser Stoffe ist das Morphin, das ein
Bestandteil des Opiums ist. Deshalb die Bezeichnung Opiate für alle, mit dem
Morphin vergleichbaren Stoffe.
Als Psychopharmaka (1.3.) werden
solche Medikamente bezeichnet, die eine starke Wirkung auf die Psyche haben.
Hierzu zählt man die Tranquilizer, die zur Lösung und Dämpfung von
Angst, Spannungs- und Erregungszuständen nicht nur bei der Schmerzbekämpfung
eingesetzt werden. Die Antidepressiva werden in erster Linie bei
endogenen Depressionen eingesetzt. Da bei diesen Erkrankungen häufig über
Schmerzen geklagt wird, und da umgekehrt chronische Schmerzen zu einer
depressiven Stimmung führen können, kann der Einsatz von Antidepressiva in
diesen Fällen erfolgsfersprechend sein.
Eine örtliche Betäubung (1.4.) mit
einem Lokalanästeticum kann man mit einem Nervenblock oder durch eine
Infiltrationsanästhesie erziehlen. Die Lokalanästesie kann auf Schleimhäute
aufgepinselt oder aufgesprüht werden. Um eine kleine Stelle für kurze Zeit zu
betäuben, kann man rasch verdampfendes Chloräthyl aufsprühen. Die Haut wird
dann so tief abgekühlt, daß die Sensoren ihre Arbeit einstellen.
2. Physikalische Methoden
2.1. Wärme und Kälte
2.2. Gymnastik und Massage
2.3. Elektrische Reizung
2.4. Neurochirurgie
Hier sind sehr unterschiedliche
Einwirkungen zusammengefaßt, die von Wärme- und Kälteanwendngen (2.1.)
über Massage und Gymnastik (2.2.) bis zur Anwendung elektrischer
Reize (2.3.) und zur Neurochirurgie (2.4.) reichen.
Auch Ruhe und Ruhigstellung sind in der Schmerztherapie schon sehr lange eine
große Hilfe.
3. Psychologische Methoden:
3.1. Biofeedback
3.2. Operante Methoden
3.3. Entspannung und Meditation
3.4. Hypnose
Psychologische Variablen sind ein
zentraler Faktor bei vielen Schmärzen, vor allem bei solchen ohne deutliche
periphere Schmerzursache. Entsprechend wichtig ist der Einsatz psychologischer
Therapieverfahren. Aber auch bei Schmerzen mit Organbefund gibt es viele
Situationen, in denen eine psychologische Behandlung weiter führt als eine
somatische. Wichtige Beispiele einer solchen psychologischen Behandlung sind
unter 3.1.- 3.4. zusammengefaßt.(in Anlehnung entnommen aus Birbaumer- Schmidt
“Biologische Psychologie”).
83. (3)
Welche Eigenschaften besitzt der Schmerzsinn gegenüber den meisten anderen Sinnen?
Der Schmerz zeigt einen steilen Anstieg
in der Empfindungskurfe. Schmerzreiz adaptiert nicht, im gegensatz zu den
meisten anderen Reizen. Der Schmerzreiz löst fast immer nur unangenehme Effekte
oder Emotionen aus, während andere Sinnesempfindungen unter Umständen auch
Lustempfindungen auslösen können. (entnommen aus dem Otto-Katalog vom Februar
1993). Siehe auch Kapitel 18.5 in Birbaumer- Schmidt Seite 349- 361.
Der Schmerzsinn ist eine
Teilqualität der Oberflächensensibilität. Schmerzrezeptoren werden als Nozizeptoren
(insbesondere freie Nervenendigungen) bezeichnet. Nozizeptoren wandeln
Schmerzreize (nozizeptive Reize) in Impulse um, die über Schmerzbahnen zum
Gehirn geleitet werden, wo sie eine unangenehme Empfindung, meist in Verbindung
mit einer starken affektiven Komponente, auslösen. Die Schmerzempfindung wird
gehemmt durch Besetzung von Synapsen oder Leitungsbahnen mit Opiate oder
körpereigene Endorphine. (siehe hierzu auch die Ausführungen in Frage 82; hier
insbesondere die Ausführungen zu “Verringerung der Schmrzempfindung”.
(entnommen aus Hexal “Lexikon der Medizin”).
84. Wie
kann man sich den Phantomschmerz erklähren?
Nach einer Amputation oder ähnlichem
bleiben teilweise funktionsfähige, rezeptorisch aktive Nervenstümpfe erhalten,
die weiterhin auf einen Ort des Cortex projizieren und dort einen für ihn
ursprünglichen Herkunftsort als (immer noch) existent erscheinen lassen,
(obwohl das entsprechende Glied, zu dem der Schmerz oder die Empfindung
geleitet werden soll, nicht mehr existent ist).(bis auf den Text in Klammern
entnommen aus dem Otto-Katalog vom Februar 1993).
Phantomschmerz: Schmerzgefühl
in der subjektiv als vorhanden empfundenen Gliedmaße. Das Phantomglied
ist die Empfindung des Vorhandenseins eines amputierten Gliedmaßenteils.
(entnommen aus Hexal “Lexikon der
Medzin”).
85. (6)
Nennen Sie einige Beispiele für die Head`schen Zonen bei der Reizung von Schmerzfasern aus den
inneren Organen?
Head´sche- Zonen: Hautreale,
auf die sich ein in inneren Organen entstehender Schmerzreiz projiziert.
· Herzinfarkt:
Projektion auf den linken Arm
· Angina
pectoris: Projektion auf den linken Arm
· Wurmfortsatz:
Projektion auf den Oberbauch
· Nieren
und Hoden: Projektion auf den Leistenbereich
· verspannte
Hasmuskulatur: Projektion im Stirnbereich
(entnommen aus dem Otto-Katalog vom
Februar 1993).
Schmerz wird oft nicht am inneren Organ
als Schmerz empfunden, sondern auch an oberflächlicheren, entfernteren Zonen
des Körpers. Für jedes innere Organ des Körpers lassen sich bestimmte typische
Hautareale angebe, in die die Eingeweideschmerzen übertragen werden. Diese
Hautareale werden als Head’sche- Zonen bezeichnet. Die Zuordnung der
Zonen zu den Eingeweideorganen ist dadurch bedingt, daß die Hautafferenzen
jeder Hinterwurzel des Rückenmarks jeweils ein unterschiedliches Hautareal
innervieren.
(aus den Karteikarten entnommen)
Projizierter Schmerz: Nicht
alle nociceptiven (schmerzartigen) Impulse entstehen in den Endigungen der
Schmerzrezeptoren. So kommt es z.B. bei häufiger mechanischer Reizung des N.
ulnaris am Ellebogen zu Mißempfindungen. Offensichtlich wird die im Ellebogen
in den afferenten Fasern ausgelöste Aktivität von unserem Bewußtsein in das
Versorgungsgebiet dieser afferenten Fasern projiziert, da normalerweise
solche sensorischen Impulse aus den Sensoren dieses Versorgungsgebietes
stammen. Die Interpretation der dabei auftretenden Empfindungen (Kribbeln)
fällt schwer, da das durch direkte mechanische Reizung der Nervenfasern
auftretende Impulsmuster normalerweise nicht vorkommt. Projizierte Empfindungen
können im Prinzip inerhalb aller Sinnesempfindungen auftreten, aber nur der projizierte
Schmerz ist klinisch bedetungsvoll. Häufig treten solche Schmerzen im
Rahmen eines akuten Bandschebenvorvlls auf. Die dabei entstehenden
Schmerzempfindungen werden in das Versorgungsgebiet des gereizten Spinalnerven
projiziert.
Übertragener Schmerz: Nociceptive
Reizung der Eingeweide wird oft nicht oder nicht nur am inneren Organ als
Schmerz empfunden, sondern auch an oberflächlicheren, entfernteren Strukturen
des Körpers. Einen sochen Schmerz bezeichnet man als übertragenen Schmerz. Für
jedes innere Organ lassen sich typische Hautreale angeben, in die die
Eingeweidenschmerzen übertragen werden. (z.B. Innenseite des linken Armes bei
Angina pectoris). Diese Hautreale werden als Head- Zonen bezeichnet.
Übertragene Schmerzen sind oft ein wichtiges diagnostisches Hilfsmittel. Die
Zuordnung der Head- Zonen zu den Eingeweiden ist dadurch bedingt, daß die
Hautafferenzen jeder Hinterwurzel des Rückenmarks jeweils ein unterschiedliches
Hautreal innervieren. Dieses Hautreal wird Dermatom genannt. Benachbarte
Dermatome überlappen sich allerdings beträchtlich weil sich die Hinterwurzeln
beim Wachstum in die Peripherie überbündeln. Die Dermatome der
Skelettmuskulatur, bleiben aber trotz aller Umbündelungen aller afferenten
Fasern gut erhalten. Gleiches ist auch für die spinale afferente Innervation
der Baucheingeweide gültig. So kommt es, daß die Head- Zone eines inneren
Organs, z.B. des Herzens oder des Magens, genau von denjenigen Dermatomen
gebildet wird, deren zugehörige Rückenmarkssegmente dieses Organ afferent
versorgen.
(Vergleiche auch Ausführungen in
Birbaumer- Schmidt, besonders Seite 358: Abb. 18-18 “Dermatome und Head- Zonen
des Menschen für den Brust- und Bauchbereich).
Head- Zonen sind überempfindliche
(hyperästhetische) Hautbezirke, bei Erkrankung bestimmter innerer Organe, die
über Nervenäste mit dem diesem Hautteil (Dermatom) zugehörigen
Rückenmarkssegment Verbindung haben.
(entnommen aus Hexal “Lexikon der
Medizin”).
86 Welche
Hauptfunktionen sind den 4 Lappen des menschlichen Großhirns zuzuordnen?
Frontallappen: Handlungen;
Initiative; Motorik; Schreiben; Arbeitsgedächtnis.
Parietallappen: Raumwahrnehmung;
Lesen; Rechnen; Sensorik.
Temporallappen: arkustische
Wahrnehmung; Interpretation; Form- und Farbgedächtnis.
Oczipitallappen: Sehrinde,
reflektorische Augenbewegungen (entnommen aus dem Otto-Katalog vom Februar 1993).
Präzentralregion: Bei
einer elektrischen Reizung einzelner Rindenabschnitte kommt es zu
Muskelkontraktionen in bestimmten Körperregionen. Somit ergibt sich eine
somatotropische Gliederung bei der die Kopfregion im Bereich des Sulcus
lateralis liegt, zuunterst die Vertretung für Schlund, Zunge u.Lippen.
Rückseitig (dorsal) liegt der Bereich für
Hand, Arm, Rumpf u. Bein. Die Areale sind von unterschiedlichster Größe.
Die Körperabschnitte, deren Muskulatur die differenziertesten Bewegungen
ausführen müssen, sind in großen Arealen vertreten (den größten Bereich
nehmen Finger und Hand ein).
Jede Körperhälfte ist in der
entgegengesetzten Hemisphäre vertreten. Die Kau-, Kehlkopf u. Gaumenmuskeln
reagieren allerdings bei Reizung bilateral.
Streng kontralateral reagieren Gesichts-
u. Extremitätsmuskeln.
Supplementäre motorische Felder.
Es gibt noch 2 weitere motorische Felder. Die zweite motorisch- sensorische
Region (Ms II), liegt auf der medialen Fläche des Gyrus cingili, im
Bereich von Area 4 u. 6.
Die zweite sensorisch- motorische Region,
ist überwiegend eine taktil sensorische (Area 40). Die Bedeutung der Sm II ist
noch weitgehend ungeklärt.
Frontales Blickzentrum:
Konjugierte Augenbewegungen lassen sich durch elektronische Reizungen von der
Präzentralregion u. Area 8 auslösen. Es erfolgt eine Blickbewegung zur
Gegenseite ggf. mit Kopfbewegung.
Motorische Sprachregion: (Brocasches
Feld) Bei einer Schädigung der unteren Frontalbindung
(Area 44 u. 45) tritt eine motorische Aphasie auf. Die Patienten sind
nicht mehr in der Lage, Worte zu formulieren und auszusprechen, obwohl die
Sprachmuskulatur (Lippen, Zunge, Kehlkopf) nicht gelähmt ist.
Sprachverständnis ist vorhanden. Man kann
die Sprache nicht in einem Rindenbezirk lokalisieren. (entnommen aus: Werner
Kahle: “Taschenatlas der Anatomie”, Bd.3).
Frontallappen: Man
unterscheidet die Präzentralregion (die eigentliche motorische Rinde),
die prämotorische, die polare und die orbitale (basale)
Rindenregion.
Die Rinde der Präzentralregion (Area 4
und 6) ist gekennzeichnet durch Reduzierung oder Verlust der Körnerschicht und
durch die Verbreiterung der Püramiedenschchten. Charakteristisch sind außerdem
die besondere Breite und der fließende Übergang der Rinde in das Marklager. Die
Merkmale sind besonders in der Area 4 ausgeprägt. Die agranuläre Rinde ist das
Hauptursprungsgebiet der Püramiedenbahn und gilt als Prototyp des motorischen
Cortex. Es enden in ihr auch affarente Fasern und bei Reizung der Haut an
Streck- und Beugeseite der Extrimitäten lassen sich auch in der
Präzentralregion elektrische Potentiale ableiten. Es handelt sich dabei
wahrscheinlich um afferente Systeme zur Kontrolle und feinsten Regulierung der
Motorik. Umgekehrt kann man durch versärkte Reizung an manchen Punkten der
Postzentralregion, des Parietallappens und der prämotorischen frontalen Region
motorische Reaktionen hervorrufen. Die Physiologen sprechen daher von einer
motorisch- sensorischen Region, und von einer sensorisch- motorischen Region.
Diese Befunde ändern jedoch nichts daran, daß der präzentrale Cortex die
motorische Rinde und der postzentrale Cortex die taktilsensible Rinde
repräsentieren.
Eine Schädigung der frontalen
Rinde hat schwere Veränderungen der Persönlichkeit zur Folge. Dabei sind
weniger die formalen intellektuellen Fähigkeiten, als vielmehr Initiative,
Zielstrebigkeit, Konzentration und Kritikfähigkeit betroffen. Die Patienten
zeigen eine läppische, selbstzufriedene Euphorie, intressieren sich nur für
Klenigkeiten und sind nicht fähig in die Zukunft zu planen.
Tiefgreifende Veränderungen treten bei
der Schädigung der orbitalen frontalen Rinde auf. Bei
bisher differnzierten und gebildeten Menschen kommt es zu einem sarken Abbau
von Anstand, Takt und Schamgefühl, was ggf. zu schweren sozialen
Entgleisungen führen kann. (entnommen aus Werner Kahle: “Taschenatlas der
Anatomie”, Bd. 3).
Parietallappen: Die
somatosensorische Rinde empfängt ihre afferenten Fasern vom Nukleus ventralis
posterior thalami in einer somatotopischen Ordnung, sodaß sich eine Repräsentation
der Körperpatien in bestimmten Abschnitten ergibt. Über dem sulkus lateralis
liegt die Region für Schlund u. Mundhöhle. Darüber die Region für Gesicht,
Arm, Rumpf u. Bein. Die Vertretung für Blase, Mastdarm u. Genitalien bilden den
Abschluß. Bereiche mit besonderer Sensibilität wie Hand u. Gesicht sind in
besonders großen Regionen vertreten.
Die Hautsensibilität ist in Area 3
vertreten, die Tiefensensibilität in Area 2.
Area 2 registriert auch Bewegungen der
Extremitäten.
Funktionale Bedeutung der parietalen
Rinde: Sie ist durch psychische Ausfälle bei
Schädigung des Parietallappens bekannt geworden. Es können verschiedene Formen
der Agnosie auftreten. Dabei werden die Sinneseindrücke zwar wahrgenommen, die
Gegenstände in ihrer Bedeutung und Eigenart aber nicht erkannt. Solche
Störungen können sich auf taktile, optische oder arkustische Wahrnehmungen
beziehen. Es kann zu Störungen des symbolischen Denkens kommen, wenn der
Parietallappen der dominanten Hemisphäre betroffen ist: Ein Verlust des
Buchstaben- oder Zahlengedächtnisses macht Lesen und Schreiben, Zählen und
Rechnen unmöglich.
Weiterhin beobachtet man Störungen des
Körperchemas. sie können in dem Unvermögen beobachet werden rechts und links
nicht mehr unterscheiden zu können. Es können auch die eigenen gelähmten oder
nicht gelähmten Gliedmaße als fremde Gegenstände empfunden werden, z.B. der
eigene Arm wird als schwere auf der Brust liegende Eisenstange. Die Störung
kann eine ganze Körperhälfte betreffen, die dann als eine andere Person “mein
Bruder” empfunden wird. (Hemisphärenpersonalisation).
Die parietale Rinde, die zwischen dem
taktilen und dem optischen Cortex liegt und mit beiden durch enge
Faserverbindungen verknüpft ist, soll eine besondere Bedeutung für das
Zustandekommen der dreidimensionalen Raumvorstellung haben. Bei einer
Schädigung kann diese gesört sein.
(entnommen aus Werner Kahle “Taschenatlas
der Anatomie”, Bd. 3).
Temporallappen (Temporalregion):
Hörregion. Diese Region, die den Feldern 41A und 42
entspricht, gilt als Hörregion (Hörrinde).
Durch elektrische Reizung der Area 22
(der Temporalrinde) werden arkustische Sensationen wie Summen, Brummen oder
Klingeln hervorgerufen. Der arkustische Cortex ist nach Tonfrequenzen
organisiert. Man nimmt an, daß in der Hörrinde des Menschen die höchsten
Frequenzen medial, die tiefsten lateral registriert werden.
Funktionelle Bedeutung der temporalen
Rinde: Bei der elektrischen Reizung des
Temporallppens, treten Halluzintionen auf, deren Inhalte bruchstückhaft
vergangene Erlebnisbilder sind. Die Patienten hören Stimmen bekannter Personen
aus ihrer Jugendzeit. Sie durchleben nochmals momentane Episoden ihrer eigenen
Vergangenheit. Es sind vorwigend arkustische, selten optische Hallluzinationen.
Während der Temporallappenreizung kann es
aber auch zu Fehleinschätzungen der gegenwärigen Situation kommen. So können
neue Eindrücke als altbekannt erscheinen. Die Gegenstände der Umgebung können
sich entfernen, aber auch näher kommen. Die ganze Umgebung kann einen
unheimlichen oder drohenden Charakter annehmen.
Derartige Phänomene treten nur bei
Reizung des Temporallappens auf und sind von keiner anderen Rindenregion zu
erzielen. Man nimmt an, daß die temporale Rinde eine besondere Bedeutung für
die bewußte und unbewußte Verfügbarkeit der eigenen Vergangenheit und der in
ihr gemachten Erfahrungen hat. Nur wenn die in der Vergangenheit gemachten
Erfahrungen ständig gegenwärtig sind, können wir neue Erfahrungen richtig
beurteilen und interpretieren. Ohne diese Fähigkeit würden wir uns in unserer
Umwelt nicht zurechtfinden. Man hat daher die temporale Rinde (Temporallappen)
auch als interpretativen Cortex bezeichnet.
(entnommen aus Werner Kahle:
“Taschenatlas der Anatomie”, Bd. 3).
Okzipitallappen: Sehrinde Die
Area 17 ist die Endigungsstätte der Sehstrahlung. Die Area 17 wird von der Area
18 und 19 umgeben, die als optische Integrationsfelder gelten.
Funktionelle Organisation:
Aufgrund elektrophysiologischer Untersuchungen an der Sehrinde von
Versuchstieren unterscheidet man zwei Hauptarten von Nervenzellen in der Area
striata: Man unterscheidet einfache und komplexe Zellen. Beide Zellarten
sind histologisch noch nicht identifiziert. Eine einfache Zelle empfängt
ihre Impulse von einer Zellgruppe der Netzhaut. Sie reagiert am stärksten auf
schmale Lichtstreifen, dunkle Streifen vor hellem Hintergrund oder auf gerade
Grenzen vor hellem Hintergrund. Entscheidend ist die Orientierung der Streifen.
Manche Zellen reagieren nur auf horizontale Lichtstreifen, andere nur auf
vertikale und andere nur auf schräge.
Komplexe Zellen
reagieren ebenfalls auf Lichtstreifen mit bestimmter Orientierung. Während eine
einfache Zelle nur von ihrem rezeptiven Feld erregt wird, antwortet eine
komplexe Zelle auf bewegliche Lichtstreifen, die über die Retina wandern. Jede
komplexe Zelle wird von einer großen Anzahl einfacher Zellen stimmuliert. Man
nimmt an, daß die Axome zahlreicher eifacher Zellen an einer komplexen Zelle
enden. In der Area 18 und 19 sind mehr als die Hälfte aller Nervenzellen
komplexe oder hyperkomplexe Zellen. Ihnen wird eine besondere Bedeutung für die
Gestaltwahrnehmung beigemessen.
Bei elektrischer Reizung der Sehrinde
werden Lichtfunken oder Blitze wahrgenommen. Bei Reizung der Area
18 und 19 sollen auch Figuren und Gesstalten erscheinen. Außerdem
kommt es dabei zu Blickbewegungen. Die vom Oczipitallappen ausgelösten
Augenbewegungen sind rein reflektorisch, im Gegensatz zu den
willkürlichen Bewegungen, die vom frontalen Blickzentrum dirigiert werden.
(entnommen aus Werner Kahle: “Taschenatlas
der Anatomie”, Bd. 3).
87. (8)
In der Embryonalentwicklung des menschlichen Gehirns unterscheidet man ursprünglich (25 Tage) drei dann (40 Tage)
fünf Hirnabschnitte. Welche sind das?
Telencephalon = Endhirn
Mesencephalon = Mittelhirn
Metencephalon = Hinterhirn
Telencephalon = Endhirn
Diencephalon = Zwischenhirn
Mesencephalon = Mittelhirn
Metencephalon = Hinterhirn
Myelencephalon = Nachhirn
(entnommen aus dem Otto- Katalog,
erschienen 1993).
Die embryonale Entwicklung des
menschlichen Gehirns:
I
: Prosencephalon = Vorderhirn
II : Mesencephalon = Mittelhirn
III: Rombenencephalon = Rautenhirn
Das ursprüngliche Neuralrohr (25 Tage)
wird durch Abknickung und seitliche Ausknospung der beiden Endhirnbläßchen (40
Tage) sowie deren übermäßigen Wachstum (100 Tage) gänzlich umgestaltet.
(siehe auch Abb. 1 Seite 9 im Skript von
Herrn Dr. med. P.D. Galley; FU Hagen 1988).
Noch früher gibt es ein Neuralrohr dessen
unterer Teil zum Rückenmark wird und dessen oberer Teil als Großhirnbläßchen,
das sich später in drei untergliedert, dramatisch nach oben zu wachsen beginnt.
Das ursprüngliche Vorderhirn bildet zwei seitliche Kammern, die später zur
rechten und linken Großhirnhälfte (Hemisphäre) werden und das ganze andere
Gehirn überlagern so daß alle älteren Gehirnabschnitte darunterzuliegen
kommen.
(siehe auch Abb. 2 Seite 10 im Skript von
Herrn Dr. med. P.D. Galley; FU Hagen 1988).
88. (6)
Skizzieren sie das Wachstum des Telencephalons (Endhirns) im Verlaufe der Embryonalentwicklung!
- zwei Bläschen wachsen nach oben und zur
Seite
- unter Raumdruck kommt es zu einer
Furchung
- aus der Furchung kann die
Wachstumsrichtung erkannt werden, z. B. wird die Insula von den umliegenden
Hirnabschnitten langsam eingehüllt.
- deutlicher Fortschritt gegenüber den
Affen ist die Bildung der Sylvischen Fursche, die bei uns horizontal, beim
Affen noch leicht schräg ist.
- der Temporallappen ist Hauptort des
Wachstums beim Menschen
(entnommen aus dem Otto- Katalog
erschienen, 1993).
Im zweiten Entwicklungsmonat ist
das Endhirn noch eine dünnwandige Blase, Vom Zwischenhirn geht die Augenblase
ab. Davor liegt das Endhirnbläschen (Telencephalon), das anfangs unpaar
angelegt ist, sich aber bald nach beiden Seiten ausdehnt und die beiden
Endhirnhemisphären bildet.
Im dritten Monat werden das Endhirn
und das Zwischenhirn durch den Sulcus telodiencephalicus getrennt.
Im vierten Monat beginnt die
Endhirnhemisphären die übrigen Hirnteile zu überwachsen. Das Endhirn, das
anfangs gegenüber allen anderen Hirnabschnitten zurückgebliben war, zeigt das
stärkste Wachtum. Der mittlere Bezirk an der Seitenfläche der Hemisphäre bleibt
im Wachstum zurück und wird von den benachbarten Teilen überlagert. Es ist die
Insel.
Im sechsten Monat liegt die Insel
noch frei zu Tage. An der bisher noch glatten Oberfläche der Hämisphären treten
die ersten Furchen und Windungen auf. Die Anfangs dünnen Wände des Neuralrohrs
und der Hirnbläschen haben sich im Verlauf der Entwicklung verdickt. Sie
enthalten die Nervenzellen und Nervenbahnen und machen die eigentliche
Hirnsubstanz aus.
Entwicklung der Endhirnhemisphäre:
An der embryonalen Hemisphärenblase
erkennt man am klarsten den Aufbau des Telencephalons aus vier Abschnitten,
von denen sich einige früh entwickeln (alte Anteile), andere hingegen spät
(neue Anteile). Die vier Abschnitte sind das:
1. Palaeopallium
2. Striatum
3. Neopallium
4. Archiallium
Als Pallum, Hirnmantel bezeichnet
man die Wand der Hämisphäre, weil sie Hirnstamm und Zwischenhirn überdeckt und
wie ein Mantel umhüllt.
Das Palaeopallium ist der älteste
Abschnitt der Hemisphäre Es bildet ihren Boden und entspricht mit dem Bulbus
olfactorius und dem anschließenden Palaeocortex dem Riechhirn im engeren Sinne.
Über dem Palaeopallium entwickelt sich
das Striatum, das auch ein Abschnitt der Hemisphärenwand ist, obwohl es
nicht an der Außenfläche der Hemisphäre erscheint.
Den größten Teil nimmt das Neopallium
ein. Der an seiner Außenhaut gelegene Neocortex entwicelt sich sehr spät.
Ventral schließt er ein Übergangsgebiet zum Palaeocortex mit ein, das über dem
Striatum liegt: die Insel.
Die mediale Hemisphärenwand wird vom
Archipallium gebildet, einem alten Anteil, der später mit dem Archiocortex
eingerollt wird.
Während der Entwicklung dehnt sich die
Hemisphärenblase nicht gleichmäßig nach allen Richtungen aus, sondern erweitert
sich vorwiegend in kaudaler (nach hinten) und basaler (nach unten) Richtung.
Auf diese Weise bildet sich der Temporallappen, der sich schließlich in
oraler (nach vorne) Richtung umbiegt. Es kommt so eine Kreisbewegung zustande.
Die Achse, um welche die Hemisphärenblase rotiert, ist die Inselregion, die
sich nicht an der Bewegung beteiligt. Andere Strukturen der Hemisphäre folgen
und bilden im reifen Gehirn eine bogenförmige Gestalt.
(entnommen aus Wener Kahle “Taschenatlas
der Anatomie”, S. 6 und 194)
89. (12)
Was konnte das Mittelhirnbaby (Gamper 1926), was nicht?
- vorhanden sind geortnete
Instinkthandlungen und Reflexe (Schlucken, Gähnen, Weinen, die durch
Sinnesreize auslösbar waren.
- Brustsuchen,
- Orientierungsverhalten
- Schlaf- / Wach- Rhytmus.
es kann nicht:
- bewußt sehen, obwohl es visuelle
Reaktionen hat
- Baby war aspontan, d.h. es hatte keine
eigene Initiative und keine Motivierung
(entnommen aus dem Otto- Katalog, Version
Februar 1993).
Hier handelt es sich nach Gamper 1926 um
ein menschlichen Säugling ohne Groß- u. Zwischenhirn. Gamper hat einen solchen
Anencephalos adoptiert, genau untersucht und nach dem Tod in der 14. Lebenswoche
die restlichen Hirnregionen anatomisch bestimmt. Der Hirnstamm war nur vom
Mittelhirn abwärts erhalten.
Es konnte:
- geortnete Instinkthandlungen und
Reflexe ausführen, die durch Sinnesreize auslösbar waren.
- in typischer Weis gähnen, mit typischer
Reckbewegung.
- nach oralen Reizen Milch saugen und
schlucken.
- lutschen an einem Finger.
- nach entsprechenden Sinnesreizen einem
sich entfernenden Finger mit adversiven Kopfbewegungen folgen.
- tonische Halsreflexe ausführen.
- als Instinkthndlung erfolgte das Gähnen
u. Einschlafen spontan.
- es hatte alternierende Schlaf- Wach-
Perioden.
- konnte bei Darbietung der Flasche in
den Mund trinken
- es ermüdete beim Saugen u. Schlucken
So konnte er bei oft wiederholter
Flaschenfütterung nur 3 Monate überleben.
(entnommen aus “Physiologische
Psychologie I”, Kapitel 1)
90. (6)
Skizzieren sie die Zellschichtung des Neocortex!
I. Faserschicht
II. äußere Zellschcht
III. äußere Pyramidenschicht
IV. innere Körnerschicht
V. innere Pyramidenzellschicht
VI. Spindelzellschicht und
Pyramidenzellschicht
In I. nur Fasern, in II und IV. nur
Körnerzellen III + V nur Pyramidenzellen, VI nur Körnerzellen und vereinzelt
Pyramidenzellen.
(entnommen aus dem Otto- Katalog, Version
Februar 1993).
Die oberflächlichste Schicht I. des
Cortex enthällt keine Zellen, sondern überwiegend horizontal angeortnete
Fasern, größtenteils Dendriten der Pyramidenzellen aus III. u. IV., der
äußeren- u. inneren Pyramidenzellschicht. Die Pyramidenzelle ist die für den
Cortex typische Zelle, nur sie besitzt einen absteigenden Ausgang aus der
grauen Rindensubstanz, in die weiße Marksubstanz. Die Schichten II. und IV.,
äußere und innere Körnerschicht, enthalten sogenannte Körner- und Korbzellen,
wahrscheinlich hauptsächlich hemmende Interneurone. Auch in der VI. sind nur
wenige Pyramidenzellen enthalten, dafür viele Körnerzellen.
(entnommen aus “Physiologische
Psychologie I”, Kapitel 2).
91 (12)
Welche hauptsächlichen Zu- und Abflüsse aus dem Neocortex gibt es, wo
kommen sie her, wo gehen sie hin?
- Der Eingang und Ausgang ist
zellspezifisch, Pyramidenzellen nur Ausgang.
3 Hauptzuflüsse (Afferenzen):
IV. spezifisch
Sensorik, nur lokal verteilt, Columne.
I. unspezifisch,
arousal Mechanismen (phasische Aktivierung, Noradrenalin), weit über den Cortex verteilt.
III. u. IV. kommen aus anderen
Pyramidenzellen.
(entnommen aus dem Otto- Katalog, Version
Februar 1993).
S. 259 aus Birbaumer- Schmidt einskannen
lassen und an dieser Stelle einfügen.
92. (6)
Wie ist man auf das Konzept von corticalen Columnen gekommen?
Hubel und Wiesel brachten Elektroden im
visuellen Cortex ein und fanden dabei einen säulenartigen Aufbau der corticalen
Columnen.
Montcastle untersuchte die corticalen
Columnen im somato- sensorischen Cortex.
Grundprinzip ist
nicht kontinuierliche, sondern sprunghafte Topographie, kleinste Einheit ist
die Säule.
- Jede Säule arbeitet im Cortex für sich
autonom.
- Jede Säule gibt nach der Bearbeitung
dann wieder eine Information aus.
- Man nimmt an, daß das Arousalsystem
gefächert arbeitet.
- keine Übereinstimmung verschiedener
Columnen.
- Größenvorstellung der Columnen 0,5- 1
mm Breite.
(entnommen aus dem Otto- Katalog, Version
Februar 1993).
Corticale Columne: Zellkolumnen,
die durch alle Schichten des Neocortex ziehen.
- jede Corticalsäule ist mit Sinneszellen
verbunden, werden diese Sinneszellen gereizt erfolgt eine Aktivität/Erregung
der ganzen Columne.
93. (4)
Was sind Brodmann Areale?
- zytoarchitektonische Rindenfelder,
aufgestellt über die Beschreibung des Zellvorkommens
- Projektion auf bestimmte Areale z.B. 17
nur striaterer Input (Retina, Corpus geniculatum laterale), 18 + 19 auch extrastriatär
(Retina, colliculus superior, Pulvinar)
- eine funktionelle Zuordnung ist
erhärtet
- funktionelle Unterscheidung, z.B. ist
Area 17 nicht über den Balken verbunden
- wenn Austausch zwischen den
Hemisphären, fast immer über den Balken und fast immer nur die selben Aeale
miteinander
(entnommen aus Otto- Katalog,Version
Februar 1993)
Die sorgfältige quantitative Vermessung
dieser 6 Cortex-Schichtien hat den Anaomen BRODMANN am Anfang unseres
Jahrhunderts zur Einteilung in 47 unterschiedliche Areale der Neuhirnrinde
geführt, die in Abb. 5 dargestellt sind. Der Neurologe KLEIST hat dann 1934
diesen BRODMANN-Arealen auf Grund von Erfahrungen mit Hirnläsionen aber z. T.
auch spekulativ Funktionen und Fähigkeiten zugeordnet, die nicht alle - nach
unserem heutigen Wissenssttand- zutreffen.
(entnommen aus dem FU- Skript, S. 22, 2.
Abschnitt erschienen 1996, erstellt von Herrn Dr. med PD. Galley).
Den Psychlogen interessiert am Gehirn
vordringlich die Beziehung zum Verhalten und Erleben und er wird desshalb die
Gretchenfrage stellen:” Wie hälst du das mit der Lokalisation psychischer
Funktionen im Kortx?” An dieser Frage scheiden sich seit 150 Jahren die
Lokalosationsanatome, die eine umschriebene Lokalisation bestimmter Funktionen
bejahen, von den Anti-Lokalisatinsanatome, die dies verneinen kommt er
Standpunkt das Gehirn werde als Ganzes für höhere Funktionen benötigt. KLEIST
hat den 47 BRODMANN-Arealen 1934 psychische Funktionen zugeordnet, sodaß es
keine unbeschriebenen Areale mehr gibt (in Frage 94 sind beispielhaft 8
BRODMANN- Aealen mit ihren zugehörigen, funktionellen Kennzeichen aufgeführt,
siehe auch Abb. 1.9 im Neuroanatomieskript Seite 13). Diese
Funktionszuordnungen von KLEIST zu den jeweiligen Brodmann-Arealen müssen an
einigen Stellen als zutreffend, an anderen als noch nicht entschieden, und an
wieder anderen als falsch eingestuft werden, daß entweder die psychische
Funktion als zu komplex und allgemein gelten muß, wie z.B. “Gesinnung” (Areal
47) oder aber eine vertretbare Funktion einem anderen oder größeren Areal
zugeordnet werden muß.
(entnommen aus Physiologische Psychologie
I, Kapitel 1, Neuroanatomieskript, S. 13- 14).
94. (8)
Nennen Sie mindestens 8 Brodmann - Areale mit den zugehörigen funktionellen Kennzeichen!
1. Area 1-3: sensibler Kortex- Schmerz- und Tastempfinden
2. Area 4: motorischer Kortex- Willkürmotorik
3. Area 6: prämotorischer Kortx- Bewegung der Finger
4. Area 7: Aufmerksamkeits Area, egozentrische Lokalisation
5. Area 8: frontales Augenfeld
6. Area 17: Sehrinde
7. Area 18: visuelles Assoziationsareal
8. Area 40: Hörrinde
9. Area 44: BROCCA- motorisches Sprachzentrum
(entnommen aus dem Otto- Katalog, Version
Februar 1993)
95 (20) Nennen sie die Namen und wichtigsten
Funktionen der 12 Hirnnerven!
I N. olfactorius Riechen
II N. opticus Sehen
III N. oculomotorius Augenbewegung: Alle anderen (4)
Augenmuskeln, Lidheber
IV N. trochlearis Augenbewegung, M. obliquus superior (nach innen +
oben)
V N. trigeminus Sensorik von Gesicht und Schädel, Kaumuskulatur,
Geschmck vordere Zunge
VI N. abducens Augenbewegung,
M. rectus lateralis (nach außen)
VII N. facialis Mimik
(überwiegend motorische Funktion)
VIII N. statoacusticus Gehör, Gleichgewicht, damit auch Raumorientierung;
IX N. glossopharyngeus Schlucken, Geschmack (hintere Zunge)
X N. vagus parasympathische
Kontrolle über innere Organe
XI N. accessorius Kopfbewegungen/Halsmuskulatur (motorisch)
XII N. hypoglossus Zunge
96. (4)
Nehmen wir an, es gelänge eine einzelne Sehnervenfaser elektrisch zu reizen, was wäre vermutlich die
ausgelöste Empfindung?
Es zeigt sich ein kozentrisches
rezeptives Feld
- heller Punkt mit dunklem Umfeld oder
dunler Punkt mit hellem Umfeld
(entnommen aus dem Otto- Katalog,Version
Februar 1993)
97. (3)
Nennen sie die Umschalt- Stationen der Sehbahn!
- mindestens 2 Umschaltungen nach der
Retina
- nach dem Chiasma verlaufen die
Ganglienaxone zu einem Kerngebiet des Thalamus, dem Corpus geniculatum laterale
-der Thalamus ist die erste und einzigste
Stelle zwischen Netzhaut und Cortex
- vom Corrpus zur primären Sehrinde
erfolgt eine Umschaltung
- weitere Umschaltungen erfolgen in Area
17, 18, 19 und 22
- nach dem Chiasma zweigen Seitenäste ab,
die zu den Kerngebieten im Hirnstamm führen, von da aus wird das Auge motorisch
gesteuert
- eine weitere Umschaltstation ist das
akzessorische Sehsystem, Abzweigungen kommen aus dem Nervus opticus und führen
zum Hypothalamus
(entnommen aus dem Otto- Katalog, Version
Februar 1993)
die Sehbahn: Anschließend kreuzen nur die
nasalen Netzhautfasern in der Sehnervenkreuzung (s. Abb. 26) zur
gegenüberliegenden hemisphäre. Hierdurch werden die rechte Gesichtsfeldhälfte
beider Augen in der linken Hämisphäre und die linke Gesichtsfeldhälfte in der
rechten Hemisphäre weiterverarbeitet. Die Sehnervenfasern laufen dann zum
größten Teil zum spezifischen Thalamuskern, Corpus geniculatum latrale,
seitlicher Kniehöcker, und dann weiter zum primären visuellen Projektionsareal,
BRODMANN-Area 17, im Okzipitallappen. Der kleinere Teil,in der Evolution der
ursprünglichere, läuft in das Mittelhirn zum colliculus superior, wo die ursprüngliche
Ortung und Zielmotorik darraus abgeleitet werden. Einige Fasern sind bereits
vorher zum Hypothalamus abgezweigt, wo sie die lichtbedingten tages- und
jahreszeitlichen Schwankungen der Aktivität und Hormontätigkeit veranlassen.
Im visuellen Cortex erreichen die
Sehnervenfasern dann die Schicht iV, wo sie wie auch die Kommissurfasern
aufnehmen. Hier findet man nur Antworttypen, die ihre Entdecker, die
Nobelpreisträger HUBEL und WIESEL, als simple, complex und hypercomplex
bezeichnet haben (HUBEL 1983):
(entnommen aus dem FU- Skript, erstellt
von Herrn Dr. med P.D. Galley, 1986, S. 81- 82)
98 (6) Nennen Sie die Umschaltstationen der
Hörbahn!
ST
S. 308. Im Innenohr vereinigen sich Nerven aus Hör- und Gleichgewichtsorgan zum
Nervus statoacusticus. Dieser wird zum ersten Mal im vordern bzw, hinteren Nc
cochlearis (Hirnstamm) umgeschaltet. Die Bahn aus dem vorderen Nc
cochlearis zieht zum Olivenkomplex (2. Umschaltung) auf der
gleichen und gegenüberliegenden Seite. (2. Umschaltung), die Bahn aus
dem hinteren Nc cochlearis überspringt beim Kreuzen der Seite den Olivenkomplex
und geht direkt zum Nc lemnisci lat. (seitlicher Schleifkern). Jeder
Olivenkomplex versorgt beide seitlichen Schleifkerne (3. Umschaltung). Ein
Großteil der Fasern kreuzt wiederum während der 4. Umschaltung. in die Colliculi
superiores, so daß jetzt das kontralaterale Signal stärker ist. Von da aus
gehts in den CGM (corpus geniculatum mediale, 5. Umschaltung) und in die
primäre Hörrinde (Area 41). -> 5 bzw. Neurone in der Hörbahn!
99 (5) Nennen Sie die Umschaltstationen der
Somatosensorik!
A: Somatosensorische Afferenzen treten
durch die Hirnnervwurzel in das Rückenmark, bzw. aus dem Kopfbereich über den
Trigeminus (3er Gesichtsnerv) in den Hirnstamm ein. Hier: 1. Umschaltung tractus
spinothalamicus; 2. Umschaltung im spezifischen Thalamuskern (nc
ventralis); 3. Umschaltung im Cortex Area 1-3 (sensibler Cortex).
B: Die 2. Gruppe von Fasern zieht nach der ersten Umschaltung als unspezifische
Bahn in die Formatio reticularis, danach in einen unspezifischen
Thalamuskern und über diesen weitgestreut in den Cortex.
C:
Die dritte Gruppe wird im Hinterstrang umgeschaltet aufwärts zu den
Hinterstrangnerven, dort Umschaltung zum Thalamus, danach in den Cortex.
100. (6)
Skizzieren Sie die wichtigsten Verbindungen vom und zum Neocortex!
- Projektionsfasern = sensorische und
motorische Fasern; Projektionsfasern sind In- und Output zum Neocortex, diese
Fasern machen jedoch nur circa 1% der Faserverbindungen aus.
Assoziations- oder Kommissurfasern machen
99% der Faserverbindungen aus; Assoziations- oder Kommissurfasern verbinden
eine Cortexhälfte mit der anderen oder sie ziehen zum Thalamus.
- Assoziationsfasern verbinden
verschiedene Cortexareale derselben Hemisphäre.
- Komissurfasern verbinden die gleichen
Areale der einen Hemisphäre mit den gleichen Arealen der anderen Hemisphäre;
dabei verlaufen sie durch den Balken.
(entnommen aus dem Otto- Katalog, Version
Februar 1993).
Die Verbindungen zwischen verschiedenen
Kortexbezirken sind von sehr unterschiedlicher Länge. Man unterscheidet
zwischen kurzen und langen Assoziationsfasern. Die kurzen Assoziationsfasern
stellen Verbindungen innerhalb eines Hirnlappens oder innerhalb einer Windung
zur nächsten her. Die kürzeren Assoziationsfasern verbinden dabei direkt
benachbarte Rindenabschnitte. Man bezeichnet sie auch als U- Fasern.
Assoziationsfasern: Die
langen Assoziationsfasern verknüpfen die verschiedenen Hirnlappen und bilden
geschlossene Bündel. Das Cingulum ist ein starkes, unter dem Gyrus Cingli
liegendes System von kürzeren und längeren Fasern, das dem ganzen Verlauf des
Gyrus Cinguli folgt. Die längeren Fasern erstrecken sich von der
parolfaktorischen Region und dem Rostrum des Balkens bis zur Regioentorhinalis.
Der Fasciculus subcallosus liegt dorsolateral vom Nucleus caudatus unter der
Balkenstrahlung. Seine Fasern Verbinden den Frontallappen mit dem Temporal- und
Okzipitallappen. Ein Teil der Fasern zieht zur Inselregion, ein anderer soll
den Frontallappen mit dem Nucleus caudaus verbinden. Der Fasciculus
longitudinalis superior, der dorsolateral zum Putamen liegt, ist ein starkes
Assoziationsbündel zwischen Frontal- und Okzipitallappen mit Faserabgängen zum
Parietal- und Temporallappen. Durch den ventralen Teil der Capsula extrema
zieht der Fasciculus frontooccipitalis inferior vom Frontallappen zum
Okzipitallappen. Zwischen Okzipital- und Frontallappen erstreckt sich der
Fasciculus longitudinalis inferior. Der Fasciculus uncinatus verbindet die
temporale Rinde mit der frontalen. Seine ventrale Partie stellt eine Verbindung
zwischen der entorhinalen Rinde und der orbitalen Rinde des Frontalappens her.
Kommissurfasern: Die
interhemisphärischen Assoziationsfasern (Kommissurfasern) ziehen durch den
Balken, die Commissura rostralis und die Commissura fornicis zur gegenseitigen
(gegenüberliegenden) Hemisphäre. Die wichtigste Kommissur des Neocortex ist der
Balken, Corpus collosum. Sein gebogener oraler Abschnitt ist das Balkenknie,
Genu corporis callosi, mit dem spitz zulaufenden Rostrum. Es folgt der
Mittelteil, Truncus, und das verdickte Ende, Splenium corporis callosi. Die
Balkenfasern breiten sich im Marklager beider Hemisphären aus und bilden die
Balkenstrahlung. Die Fasern, die U- förmig durch das Genu corporis collosi und
die beiden Frontallappen verbinden, Forceps minor bezeichnet, diejenigen, die
durch Splenium ziehen und die beiden Okzipitallappe verbinden, werden als
Forceps major bezeichnet.
Man unterscheidet homotope und heterotope
interhemisphärische Fasern.
Homotope Fasern verbinden die gleichen
Kortexbezirke in beiden Hemisphären.
Heterotope Fasern verbinden verschiedene
Areale. Die überwiegende Mehrzahl der Fasern sind homotop. Nicht alle Areale
sind in gleicher Weise mit ihrem Gegenstück in der anderen Hemisphäre
verbunden. Die Hand- und Fußabschnitte beider somatotropischer Regionen
besitzen z.B. keine interhemisphärischen Faserverbindungen; auch die beiden
Sehrinden sind nicht miteinander verknüpft. Sehr starke Faserverbindungen
bestehen dagegen zwischen den beiden Areae 18.
(entnommen aus Wener Kahle “Taschenatlas
der Anatomie”, S. 146 und 147)
101 (12)
Welche Konsequenzen hat die Durchtrennung des Balkens (split- Brain)?
- Kommissuren zwischen den
beiden Hemsphären werden unterbrochen
- es herrscht eine relative
sensorische und motorische Anatomie der Hemisphären
- biateral ist weiterhin z.B.
Mimik und Gestik möglich
- es herrscht eine relative
Spezialisierung der Hemisphären, wobei aber die rechte Hemisphäre bevorteilt
ist.
- eine spätere
Spezialisierung (z.B. 2. Sprache) wird nur noch in einer Hemisphäre abgelegt
- nach einer Balkentrennung
bleibt die Persönlichkeit oberflächlich unverändert
(entnommen aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
Betrachtet man ein
menschliches Gehirn von oben, dann fällt auf, das es aus zwei Hirnhälften
(Hemisphären) besteht, die über den Balken (Corpus collossum) mit einander in
Verbindung stehen. Wenn diese Verbindung unterbrochen wäre, hätte man dann zwei
“Bewußtseine”, zwei “Ichs”.
Auf diese Frage gab Fechner
1960 folgende Antwort: “Mein Gewissen sollte” (nach einer Blkendurchtrennung)
“dasselbe Gewissen bleiben.”
Split Brain: Der Balken ist durchtrennt, wodurch die normalerweise dicht
aufeinanderliegenden medialen Hirnanteile des Großhirn
sichtbar weden. Auch das
Kleinhirn und der
Hirnstamm wird durchtrennt.
Split Brain: Seit es die Split- Brain- Patienten gibt, denen infolge
einer anders nicht zu beherrschenden Epilepsie der Balken durchtrennt wurde,
ist dies keine theoretische Diskussion mehr. Die Antwort fällt jedoch immer
noch kontrovers aus: So schreibt Eccles 1976, nachdem er einige Ergebnisse der
Sperry- Arbeitsgruppe an Split- Brain- Patienten referiert hat: “Die dominante
Hemisphäre hat eine Verbindung zum Bewußtsein, die nicht dominante hat keine
derartige
Verbindung.
Definition zur Hemisphärendominanz:
Unter
Hemisphärendominanz versteht man das
Konzept einer generellen Überlegenheit einer Hemisphäre bei motorischen,
sprachlichen und anderen Leistungen (für die meisten Menschen ist die dominante
die linke Hemisphäre.). Neuerdings spricht man lieber von
Hemisphärenspezialisierung, da die rechte Hemisphäre der linken in einigen Leistungen
durchaus überlegen ist.
Sperry interpretiert dagegen
die fast ausnahmslos in seiner Arbeitsgruppe durchgeführten Versuche so: Jede
Hemisphäre scheint ihre eigene selbstständige Sphäre zu haben für
Sensationsverarbeitung und andere mentalen Aktivitäten. jede ist nicht
verbunden mit der anderen Hemisphäre. (aus dem Englischen übertragen). Nun
werden jedoch an menschlichen Patienten erhobene Daten unterschiedlich interpretiert
- im Gegensatz zu den spekulativen Voraussagen von Zwangwill und Fechner - also
lohnt es sich einen genaueren Blick auf die durchgeführten Versuche zu werfen:
So liest ein englichsprachiger Patient, dem in die linke Gesichtshällfte (die
mit der rechten Hemisphäre verbunden ist) das Wort “Hat” und in die rechte
Gesichtshälfte (die mit der linken Hemisphäre verbunden ist) das Wort “Band”
geblitzt wurde, das Wort “Band” laut vor; befragt um was für ein Band es sich
handele andwortet er mit geratenen, nicht gelesenen Worten wie “Rock`N Roll
Band” oder “Rubber Band”.
Interpretation: Die sprechende linke Hemisphäre hat keinen Zugriff zu dem
von der rechten Hemisphäre “HAT”, daß die rechte Hemisphäre das Wort richtig
gesehen und verstanden hat läßt sich daduch beweisen, daß die linke Hand den
sprachlichen Gegenstand identifizieren kann.
Eccles identifiziert also
“Person”, “Bewußtsein”, “Selbst” mit der “sprechenden Person”. Wahrnehmung,
Empfindung, Lernen und Gedächtnis gesteht er jeder Hemisphäre für sich genommen
zu. Daß die Corpus callosum-Durchtrennung aber einem Überdenken der
psychologischen Konzepte wie “Denken, Bewußtsein, Wille” und ähnliche führen
wird, ist vielleicht schon jetzt erkennbar geworden.
(entnommen aus
“Physiologische Psychologie 1; Kapitel 1; Neuroanatomie)
102 (20)
Skizzieren Sie die antagonistische Beeinflussung mehrerer Organe durch den Sym-
bzw. Parasymphaticus!
siehe Skript Galley S.29, Birbaumer
S.441.
Symphaticus: Leistungssteigerung
in Stress- und Notfallreaktionen, auch antizipatorisch: ergotroph; ausgehend
vom Brust und oberen Lendenmark; Grenzstrang, lange postganglionäre Zellen;
Transmitter: Präganglionär ACh, postganglionär Noradrenalin.
Parasymphaticus: dient
dem Stoffwechsel, der Regeneration, dem Aufbau körperlicher Reserven
(Nestverhalten, Ruhe, Regeneration, aber auch Sex), trophotrop; ausgehend vom
Hirnstamm und unteren Becken/Sakralmark; Ganglien erfolgsorgannah; Transmitter
prä- und postganglionär: ACh.
Organe, an denen nur der S. wirkt:
Nebennierenmark (umgewandelte Ganglien)
Organe, an denen beide wirken:
|
Organ
|
Sympathicuseinfluß
|
Parasymphaticuseinfluß
|
|
Pupille
|
Erweiterung
|
Verengung
|
|
Ciliarmuskel
|
Erschlaffung
|
Kontraktion
|
|
Speicheldrüsen
|
Hemmung
|
Förderung
|
|
Leber und Nieren
|
Hemmung
|
Förderung
|
|
Gefäße
|
Verengung
|
Erweiterung
|
|
Herzgefäße
|
Erweiterung
|
Verengung
|
|
Herz
|
Zunahme Frequenz
|
Abnahme
|
|
Bronchien und Gallenblase
|
Erschlaffung
|
Verengung
|
|
Darm
|
Abnahme Motilität
|
Zunahme
|
|
Schließmuskeln
|
Kontraktion
|
Abnahme der Kontraktion
|
|
Genitalien
|
Gefäßverengung; Beruhigung
|
Erregung
|
103 (16) Je nach Reizort im Hypothalamus erhällt man
eine sehr unterschiedliche vegetative und/ oder parasympatische
Verhaltenssymptome. Skizzieren Sie einige!
- der Hypothalamus ist überwiegend durch
Instinktmotorik gekennzeichnet (Affektgenerator), z.B. für Nest- und
Brunstverhalten, Schlafinduktion oder Wut, Angst Furcht, Drohung, Submission
- im Mittelhirn werden eher
instrumentelle Einzelheiten gesteuert, also motorische Einzelheiten des
Verhaltens d.h, fertige motorische Programme
- z.B. aggressives Verhalten- starke
Gestimmtheit in diese Rictung wird geleitet
- oberstes vegetatives Steuerungsorgan
ist zugleich oberstes Verhaltensorgan
- das Verhalten wird als Muster
eingeleitet, d.h. aus körperlichen Reaktionen sind psychophysiologische
Rückschlüsse auf die Affekte möglich (Lügendetektor u.ä.)
(entnommen aus dem Otto- Katalog, Version
Februar 1993).
104 (20) Nennen Sie einige Transmitter und ihre
Wirkungsorte!
Acetylcholin:
- nur an einigen Stellen Noradrenalin (im
postsynaptischen Spalt des Sympaticus), sonst immer ACH
- motorische Endplatte
- inhibitorisch efferenter Transmitter
- steigert z.B. auch Aufmerksamkeit und
Konzentration (jede Zigarette macht kleinen ACH- Stoß)
Aminosäuren:
- GABA: weit verbreiteste hemmende
Übertragungssubstanz im ZNS
- präsynaptische Hemmung bei Wirbeltieren
- Antagonist zu GABA ist u.a.
Benzodiazipin; Alkohol; Babiturate
Glycin: für
einige Formen der postsynaptischen Hemmung verantwortlich z.B. Hemmung der
Motoneurone
- Antagonist zu Glycin wäre Strychnin
Adrenalin wirkt
nicht im ZNS, nur im peripheren NS
Noradrenalin, Dopamin wirken
im ZNS; z.B. im Hypothalamus und in den Kerngebieten der motorischen
Stammganglien
Serotonin wirkt
im Cortex
(entnommen aus dem Otto- Katalog, Version
Februar 1993).
105 (8) Viele Medikamente beinflussen bestimmte
Transmittersysteme: Nennen Sie einige Beispiele!
Generell:
Lokalanästhetika:
S. 215 blockieren die Fortleitung in
sensorischen Nerven durch Blockierung der schnellen Na+ Kanäle. z.B.
Kokain, Novocain. Irreversibel passiert dasselbe durch das Tetrodotoxin, des
jap. Pufferfisches, der falsch zubereitet immer eine gute letzte Mahlzeit
abgibt.
Am
Muskel: S.225
Relanxantien
gut für flache Narkose:
Stoffe, die ACh Rezeptor besetzen, ohne von Cholesterinase abgebaut zu werden, depolarisieren
subsyn Membran bis zur Rezeptor Desensitivierung (Succinylcholin). Erst
zuckt der Muskel, dann erschlafft er.
Kompetitive
Verdrängung von ACh: Curare. Fängt langsamger an
und dauert länger. Kann durch reversible Cholesterinasehemmer wie Ambenoium
kompensiert werden.
(Irreversible
Blockierung des Rezeptors: a-Bungaratoxin:
Schlangengift).
Irreversible
Choesterinasehemmstoffe: Verhinderung des ACh
Abbaus. Leider mit schweren Nebenwirkungen im Cholinergen System verbunden,
deswegen nur als Insektizide und Nervengifte zu benutzen - beides sicherlich
sehr sinnvolle Anwendungen, die unsere Umwelt mit interessanten
Organophosphaten bereichern.
Im
Hirn:
Antidepressiva:
wirken auf Katecholaminsysteme, senken die Zahl
der b2
und a2-Rezeptoren,
führen aber zu überkompensatorischer Aktivität bei den noch verbliebenen.
Neuroleptika:
blocken Dopaminrezeptoren (D2 Blocker), bei
Schizophrenie wird, da keine Pathologie an D1 Rezeptoren vorliegt, davon
ausgegangen, daß das D2 System überempfindlich sein muß. Leider auch Wirkungen
auf Dopaminsystem in Basalganglien -> Parkinsoähnl. Symptome. Kokain = wirkt
auch im Dopaminsystem, aber genau entgegengesetzt. Blockiert die Wiederaufnahme
von Dopamin, also wirkt Dopaminausschüttung länger erregend; was bei
Normalperrsonen zu Schizophrenieähnlichen Störungen führt und bei Schizos zur
Verschlimmerung.
Benzoediazepine
wirken synergetisch an GABA-Rezeptoren =
sedierend.
Alkohol:
wirkt am GABA-Rezeptor als Agonist = sedierend
(Warum steht das denn in keinem Buch, wenn´s
so einfach wäre???)
106 (6) Welche Teile des Gehirn werden zum
limbischen System gezählt?
S.
255. Kein geschlossenes topologisches System (2 ringförmig verknüpfte), sondern
funktionelles, etwas verstreutes. Funktionen u.a. Regulation der primitiven,
instinktiven Verhaltensweisen (Nahrungsaufnahme, Fortpflanzung, ermöglicht
Habituation und Motivation).
3
Telencephale Teile: hippocampaler
Assoziationscortex, damit verbundene Assoziationscortices (Cingulum,
präfrontaler und enthorinaler Cortex) und dem subcorticalen septo-amygdalen
Komplex (SAC).
-
Philognetisch ältere Cortexanteile (z.B. Gryus cinguli),
die den Hirnstamm umgeben
-
Teile des Hypothalamus und des Thalamus
-
Hippocampus (Ammenshorn): kogn. Funktionen des
l.S.: Vergleich ankommender und gespeicherter Information
-
Corpus amygdaloideum (Amygdala, Anssammlung
mehrerer Kerne im vorderen Abschnitt des Temporallappens). Körperwahrnehmung;
enge Verbindung zum Hypothalamus; eher emotional-motivationale Funktion.
-
Septum
-
Corpora mamillaria
107 (3) Was
ist das Ruhemembranpotential?
-
das Ruhemembranpotential entspricht dem fKaliumdiffusionspotential
-
das Ruhemembranpotential haben alle Zellen
-
K+ im Zellinneren des Ruhemembranpotentials
-
das Ruhemembranpotential ist locker an Eiweiß- Moleküle gebunden, die nicht
durch die Zellmembran schlüpfen können, deshalb ergibt sich ein
Kaliumdiffusionspotential zwischen den auswärts strebenden K+ Ionen und den
zurückhaltenden Eiweismoleküen
-
K+ ist außerhalb der Zelle niedrig, im Inneren hoch
kleinere
Ionenkanäle werden als “Tore” gesteuert
108 (6) Wie
stellt man sich den Mechanismus der Erregbarkeit der Rezeptor- und
Nervenzelle vor?
Erregung
kommt durch Öffnung von Ionenkanäle
zustande.
-
es gibt spezielle Poren für K+, Na+, Cl- und Ca++, die Potentialgesteuert sind
-
Die Erregbarkeit kommt drch Depolarisation über Na+ Einstrom zustande
-
Hemmung kommt durch Repolarisation durch K+ ausstrom zustande
-
für weitere Hyperpolarisation sind IPSP`s notwendig
(entnommen
aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
-
wird eine erregbare Zelle gereizt, ändert sich an ihrer Membran die
Leitfähigkeit und das Potential
-
Basis der Erregung ist eine kurzfristige Erhöhung der Membranleitfähigkeit für
Na+ (Depolarisation), danach kommt es zum sofortigen K+ Ausstrom
(Repolarisation)
(modifiziert
mit Hilfe der Karteikarten)
109 (6) Wie
stellt man sich die Entstehung des Aktonspotentials vor?
-
das AP antwortet einer erregbaren Zelle auf einen Reiz mit Anderung der
Ionenleitfähigkeit = Transportform der Erregung
-
spezielle Orte für diesen Mechanismus, bei den Nervenzellen am Axonhügel und an
den Ranvierchen Schnürringen
-
Fortleitung: sie läuft normaler Weise in eine Richtung, kann aber nicht
unterbrochen werden.
Ablauf
der Entstehung eines Aktionspotentials:
1.
Depolarisationsphase A.steigt durch
schnellen Na+ Einstrom in die Zelle
2.
Repolarisationsphase K+ Leitfähigkeit nimmt
wieder zu, bis das Ruhepotential wieder erreicht ist.
zu
1. A. beginnt mit einer sehr schnellen positiven
Potentialänderung, die Zelle verliert durch den Not- Einstrom ihre negative
Ruheladung oder Polarisation
-
ein A. wird erst dann ausgelöst, wenn die Depolarisation eine bestimmte
Schwellle erreicht hat. Ist diese erreicht, läuft mit zwangsläufiger
Gleichförmigkeit ein a. ab, in gleicher Form, Größe und Dauer = Alles oder
Nichts Gesetz der Erregung
-
durch die Anzahl der A. pro Zeiteinheit wird eine wichtige Mitteilung
überbracht, sie sind nicht im A. verschlüsselt enthalten
also:
Basis der Erregung ist kurzfristige Erhöhung der Membranfähigkeit für Na+
--dann Überschuß das Potential erreicht vorübergehend sogar pos. Werte
zu
2. mit kurzer Verzögerung nach dem Na+ Einstrom
kommt es zur Erhöhung der K+ Leitfähigkeit, d.h. bei Spitze des A. beginnen die
K+ Ionen aus der Zelle zu strömen u. kompensieren schnell den Einstrom der
positiven Na+ Ladung. Das Membranpotential wird negativ, bis das
Ruhepotential erreicht ist.
(modifiziert
mit Hilfe der Karteikarten)
110 (4) Welche
molekularen Mechanismen liegen der Erregung und Hemmung im
Nervensystem zugrunde?
1.
Art des Transmtter am Endknopf der Synapse und Konfiguration des
Rezeptormoleküls d.h.
2.
welche Moleküle öffnen welchen Kanal?
EPSP
- Excitatorisches Postsynaptisches Potential - Depolarisation - Na+ strömt ein
(erregend)
IPSP
- Inhibitorisches Postsynapisches Potential - Hyperpolarisation - Neg.- Ionen
(Na-) strömen ein (hemmend)
-
Es geht also hierbei um Ladungsverschiebungen
- das im präsynaptischen Neuriten
weitergeleitete Aktionspotential setzt aus dem Endknopf der Synapse eine Überträgersubstanz
(Transmitter) frei. Je nach Typ kann der Transmitter die postsynaptische
Membran depolarisieren (Erregung) oder hyperolarisieren (Hemmung) d.h. erregende
Transmitter führen zur Depolarisation und erzeugen ein excitatorisches
postsynaptisches Potential an der postsynaptischen Membran
-
hemmende Transmitter führen zur Hyperpolarisation (Hemmung) und erzeugen ein
inhibitorisches postsynaptisches Potential
(modifiziert
mit Hilfe der Karteikarten)
111 (3) Wie
kann man erklären, daß größere Reizintensitäten kürzere Antwortlatenzen
im Nervensystem bedingen?
bei
größerer Reizintensität (särkerem Rez):
-
summieren sich die EPSPs
-
die Entladungsschwelle wird früher erreicht
-
mehrere EPSPs werden benötigt, d.h. je stärker der Reiz, um so früher die
Antwort
-
EPSPs können unterschiedlich groß sein
(entnommen aus dem Otto- Katalog; Version
Februar 1993)
-
die EPSP- Höhe richtet sich nach der Reizstärke
1.
je stärker der Reiz ist, dann summieren sich die EPSPs
2.
je stärker der Reiz, um so höher sind die EPSPs
3.
d.h. je stärker der Reiz, um so früher erfolgt die Antwort
(modifiziert
mit Hilfe der Karteikarten)
112 (9) Nennen Sie einige spontane, mittlere und
maximale Entladungsraten im ZNS!
1.
Spontan: alle spezifischen Reaktionen z.B. Hören: Hörrezeptor bis zu 100
Entladungen/sec.; Reiz moduliert Rauschen. Der Reiz ist dann die (zeitliche)
Synchronisation mehrerer Fasern
2.
Niedrig: Dopaminerge und noradrenerge Systeme (Aktivierungs- und
Reaktionssysteme), an Gefäßen z.B. 2-10 Entladungen/sec.
3.
Maximal: 1000 Entladungen/sec, schneller kann ein AP aufgrund der Refraktärzeit
nicht generiert werden. Solchen Frequenzen wird aber durch Adaptation
entgegengewirkt.
113 (6) Wovon
hängt die Dauer einer psychomotorischen Reaktionszeit ab?
1.
die Reaktionszeit ist systemspezfisch von der Anzahl der Synapsen abhängig
-
minimale Länge: 100- 150
ms
-
mittlere Länge: 220-
280 ms
extreme
Länge: Aufgabenabhängig
z.B. Tachoablesen 500 ms
2.
Entwicklungsprozesse oder -Stufen werden über die Reaktionszeit bestimmbar und
diese hängt von der Intelligenz, der Motivation, dem Arousal (Erregung,
Wachheit) und dem Training ab.
(entnommen
aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
114 (8) Skizzieren
Sie unter Zuhilfenahme der Schlafstadien den Ablauf des Nachtschlafes!
Wir
unterscheiden 4 Schlafstadien des langsamen Schlafes
(I- IV) + REM (REM steht am Ende von Stufe 1-4)
-
beim Nachtschlaf beobachtet man eine sequenzielle Abfolge in Perioden (1,5 h)
-
Aufeinanderfolge von den Schlafphasen ist gesetzmäßig
-
bei Depressiven setzt der Rem- Schlaf früher ein. (die gesetzmäßige
Periodenabfolge wird hier nicht eingehalten (1-4-4-1 REM 1-3-3-1 REM u.s.w.)).
(entnommen
aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
-
beim Schlaf keine Alpha- Wellen im EEG
-
am Ende jeder Schlafperiode (1-4) kommt die Rem- Schlaf- Phase
-
die Dauer der Rem- Perioden am Ende jeder Schlafperiode (1-4) berägt im Mittel
10 Min., sie wird aber im Laufe des Schlafes länger (von 5- 10 Min. auf bis zu
22 Min.)
-
die REM- Perioden setzen nach gesetzmäßigem Durchlaufen der vier Schlafphasen
(I-IV) alle 1,5 h ein.
(modifiziert
mit Hilfe der Karteikarten)
115 (6) Nennen
Sie einige Beispiele und Erklärungen dafür, daß zwei separate Umweltereignisse
im Erleben (und im ZNS) zu einem Umweltereignis verschmelzen!
Seekrankheit
- visuelle und vestibuläre Verschmelzung durch
Zusammenschaltung der Neurone
Fernsehen
- Zeitauflösung der Bilder, aus einzelnen
Standbildern werden bewegte Filme
Richtungshören
- Ortsregister wird angesprochen d.h. Verschaltung
der Informationen aus den Ohren führt zu genau einer Information, die mit dem
Ortsregister im colliculs inferior verglichen wird - dadurch wird die genaue
Zuordnung eines Geräches im Raum möglich.
(entnommen
aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
116 (3) Wodurch
unterscheiden sich Sakkaden von Augenfolgebewegungen?
Sakkaden: 1. Geschwindigkeit (groß)
2. Willkürlichkeit (reizgebunden)
3. keine Wahrnehmung während den willkürlichen
Augenbewegungen
4. subcortical gesteuert
Augenfogebewegung:
1. Augenfolgebewegungen sind reizgebunden
(entnommen
aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
117 (6) Nennen Sie Beispiele und Erklärungen dafür,
daß die Zeitauflösung für manche Umweltereignisse (in der Wahrnehmung) den
minimalen Abstand zweier Aktionspotentiale deutlich unterscheiden können.
Hören:
zeitliche Erregung verschiedener Ganglienzellen, deutlich unter 1ms, Erregung
und Hemmung arbeiten zusammen und löschen sich zum Teil aus, an diesen Stellen
zuordnung im Ortsregister der rechten Hemisphäre. Erregung und Hemmung
überlagern sich; diese auslöschung führt zu einer genauen Zuordnung im
Ortsregister.
Beispiel akustischer Reiz: -3 Grad sind
zu unterscheiden, d.h. Unterschiede von 30 msec.
Farbwahrnehmung:
es existieren zwei Systeme: ein exitatorisches und ein inhibitorisches, zur
höheren Verarbeitung ist eine Zusammenschaltung nötig.
Unterhalb der Aktionsdauerverlaufszeit
von mindestens einer ms müssen zwei Systeme zusammenarbeiten, sonst ist keine
Differenzierung möglich.
118 (6) Welche Beziehung haben EPSP, IPSP und
Aktionspotential zueinander?
Gemeinsamkeiten:
- Modifikaion und Modulation des
Ruhemembranpotentials
- Aktivierung von selektiv gesteuerten
Ionenkanälen
Unterschiede:
- AP
wirkt nach Alles- oder- Nichts- Prinzip
- IPSP und EPSP wirken lokal
- die Summe aller EPSPs entscheiden
darüber, ob ein AP ausgelöst wird.
- die Aufsummierung von EPSPs führen zum
AP
- die Höhe des EPSP richtet sich nach der
jeweiligen Reizszärke
(entnommen
aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
119 (3) Wovon hängt die Geschwindigkeit der Nervenleitung
ab?
1. Myelinisierung (Isolationsfunktion)
2. die Dicke der Markscheiden kann
variieren, je dicker, je schneller
3. Durchmesser des Axons
4. hängt nicht von der
Reizintensität ab
(entnommen
aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
120 (4) Nennen Sie einige Beispiele für Sinnesempfindungen,
die mit unterschiedlicher Geschwindigkeit zum ZNS befördert werden!
schnell: Hören,
Sehen
langsam: Riechen,
Schmecken
schnell u. langsam: Schmerz, da
unterschiedliche Systeme und Fasern aktiviert werden, z.B. wenn sich die
Hausfrau am heißen Topf verbrennt, kann sie ihn dennoch auf dem Tisch
abstellen, ohne ihn vorher fallen zu lassen
121 (7) Schildern Sie den typischen Ablauf einer Erregungsübertragung
an einer chemischen Synapse!
1. eine chemische Synapse: hat
Eigenschaften wie z.B. Vesikel in der Zelle auf der präsynaptischen Seite
- Übertragung der Erregung erfolgt durch
chemische Substanzen (Transmitter)
2. Ablauf:
- ankommendes AP
Vesikel mit der Transmittersubstanz sind
in der Synapse vorhanden
- die chem. Transmitter werden
freigesetzt
- die Transmitter diffundieren in den
subsynaptischen Spalt
- Andockung an den Rezeptoren
2, Wirkung der Transmittersubstanzen:
- Öffnung
von Ionenkanälen
-
Anderung der Membraneigenschaften für andere Systeme (Durchlässigkeit;
Leitfähigkeit) (entnommen aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
122 (9) Skizzieren Sie mit Hilfe von EPSPs an 1-
3 Nervenzellen die Prinzipien der Addition, Subtraktion, Multiplikation
der Eingänge!
1. Addition: - zwei
gleichzeitig einlaufende EPSPs aus zwei axo- dendritischen Synapsen, die
einzeln unterschwellig sind, summieren sich zu einem überschwelligen auf. Das
doppelt so große und damit eventuell überschwellige EPSP löst dann ein
Aktionspotential aus.
2. Subtraktion: -
ein überschwelliges axo- somatisches EPSP vermindert sich mit einem
gleichzeitig eintreffenden IPSP zu einem insgesamt unterschwelligen Potentialverlauf.
3. Multiplikation: -
zumeist bei der präsynaptischen Hemmung, eine depolarisierte Synapse
kontaktiert an einem Axon direkt vor dem synaptischen Endköpfchen und so vor
der Transmitterfreisetzung.
Die somit vorhandene Vor- depolarisation
der Membran bewirkt, daß die einlaufenden Aktionspotentiale etwas kleiner
werden, da kein weiterer Ranvierscher Schnürring mehr folgt. Die kleineren
Aktionspotentiale setzen auch wenigr Transmitter frei, was zu kleineren EPSPs
an der postsynaptischen Membran führt. Dieser Vorgang ist eine Multiplikation
mit einem Faktor kleiner als 1.
(entnommen
aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
123 (6) Skizzieren Sie mit Hilfe von EPSPs und
IPSPs an 1 - 3 Nervenzellen die Prinzipien für eine ON-bzw. OFF- Antwort auf
einen Reiz
- Verbindungsstelle der axonalen Erregung
einer Nervenfaser mit einer Nerven- Muskel- oder Drüsenzelle ist die Synapse
dort wird bei einem einlaufenden AP ein chem. Botenstoff feigesetzt, der eine
Hemmung oder Erregung bewirkt.
Die ON- Antwort ist die Antwort auf den
Beginn des Reizes durch ein hemmendes Interneuron.
- Realisierung: das 3. Neuron,
welches vom 1. Neuron innerviert wurde, hemmt das 2. Neuron und das 3. Neuron
feuert kurz und aktiviert das 2. nach Ende des Reizes.
- Folge: Beginn wird dem 2. Neuon
weiter gemeldet.
Die Off- Antwort ist die Antwort auf das
Ende des Reizes durch Erregen des Interneuron.
- Realisierung: das 1. Neuron feuert solange der Reiz dauert
und hemmt das 2. Neuron solange. Das 3. Neuron wird gefördert, dieses erregt
das 2. N.. Hört das 1. N. auf zu feuern, fällt die Hemmung des 2. N. weg, das
3. N. feuert noch kurz und aktiviert das 2. nach Reizende.
(entnommen
aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
124 (4) Welche 2 Mechanismen verhindern ein
Rückwärtslaufen der Erregung im NS?
1. - Refraktärphase (Erholungsphase
zwischen 2 Aktionspotentialen) d.h. eine benachbarte Stelle ist unerregt und
wird erregt, eine andere Stelle ist erregt und befindet sich danach in der
nicht erregbaren Refraktärphase. Die vorher erregte Zelle ist nach
Erregungsweiterleiung nicht mehr erregbar. Deswegen ist das Rückwärtslaufen von
Erregung im NS unmöglich.
2. - Chem. Synapse: die
Übertragung der Transmitter ist nur in eine Richtung möglich.
(entnommen
aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
125 (6)
Nennen Sie Beispiele für Detektionen!
Detektionen sind Zuschreibungen
Beispiele: Bewegung, Farbsehen,
Richtungshören (z.B. Wurm- Schema der Kröte (Appetenz), Schlangen- Schema
(Aversion) ).
(entnommen
aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
126 (4)
Welche Frequenzbereiche unterscheidet man im EEG?
1. Alpha- Band: 8 - 13 Hz ( 3 )
2. Beta- Band: 13 Hz ( 4
)
3. Gamma- Band: bei 40 Hz
( 5 )
4. Theta- Band: 4 - 8 Hz ( 2 )
5. Delta- Band: unter 4 Hz ( 1 )
(entnommen
aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
127 (8)
Ordnen Sie den Frequenzbereichen im EEG eine funktionelle Bedeutung (Korrelate)
zu!
1. Alpha: entspannter Wachzustand
2. Beta: visuelle Aufmerksamkeit
(Konzentration)
3. Gamma: Registrierung der
Wahrnehmung
(entnommen
aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
128 (2)
Was versteht man unter dem 10-20- System beim EEG?
10- 20 sind Prozentzahlen
Kartograpgierung der Schädeldecke
es werden drei Meßpunkte unterschieden:
1. im Nasenbereich (Nasion); 2. im Occipitalbereich (Inion) und hinter dem Ohr
Unterteilung immer in 10 20 20 20 20 10
Schritten
(entnommen
aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
129 (4)
Was ist das Prntip zur Gewinnung von evozierten Potentialen aus dem EEG?
Prinzip der Mitteilungen: nur reiz- oder
erreigniskorrellierte EEG- Abschnitte werden summiert, dadurch kommt es zu
einer besseren Aufsummierung von nicht reizbezogene Potentialen.
Die Anzahl der Summierung hängt von der
größe des jeweilgen Potentials ab.
(entnommen
aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
130 (8)
Welche Aussagen über die Gehirntätigkeit erlaubt das Spoztan- EEG?
1. Zustandsbestimmungen (Schlaf-
Wachheit)
2. Alterseinkathegorisierungen bei
Entwicklungsverzögerungen
klinische Beispiele:
Aussagen zur Krampfbereitschaft
(Epilepsie)
Unteraktivität im Frontalbereich bei
Schizophrenie
Seitendifferenzen zwischen der rechten
und linken Gehirnhälfte bei Tumoren
Zustandsbestimmung bei Koma/ Tod
(entnommen
aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
131 (3) Welche typischen ereigniskorrelierten
höheren Potentiale gibt es?
- motorisches
Bereitschaftspotential
- Ervartungspotential (CNV)
ist negativ
- P300 ist bewußte
Registrierung eines Ereignisses
(teilweise
entnommen aus dem Otto- Katalog; Version Februar 1993)
siehe Birbaumer S.501
N100 Encodierung:
(primäres Projektionsareal)
P200 ”Speichere
Reiz”?; beides erhöht bei Aufmerksamkeitsinstruktion
N200 Vergleich
mit gespeichertem Muster: läßt sich durch Auslassen eines erwarteten Reizes/
einen neuen Reiz auslösen, wird je kleiner, je länger Reiz monoton wiederholt
wird.
bis 300 ms sind Verarbeitungsschritte
nicht bewußt.
P300 Verletzung
einer Auftretenswahrscheinlichkeit und Korrektur im KZG; Erwartungen werden
angepaßt; wird bewußt. Amplitude korreliert mit dem Maß der empfundenen
Unwahrscheinlichkeit des eingetretenen Erreignisses.
132 (4) Welche Aussagen über Gehirntätigkeit
erlauben evozierte Potentiale?
- über den Verlauf der sensorischen
Bahnen und Umschaltstationen
- sind sie nicht normgerecht, lassen sich
Aussagen über Defizite treffen, z.B. bei Babies, die noch nicht erzählen
können, ob sie etwas hören; auch bei Multipler Sklerose
- Seitenunterschiede weisen auf
Hirndurchblutungsunterschiede hin
133 (6) Schildern Sie konkret, wie man eine
behauptete traumatische Hyposmie (z.B. durch Verkehrsunfall eingetretenen
Minderung des Geruchsempfindens) mit Hilfe eines evozierten Potentials auf
Geruchsreize objektivieren könnte.
Hyposmie = herabgesetztes Geruchsvermögen
1) Blumige und faulige Gerüche werden nur über den Geruchsnerv wahrgenommen,
stechende auch über den Trigeminus
2) Normbereiche für evozierte Potentiale
auf dem Cortex sind über ein EEG abgreifbar
3) Es wird dem Patienten experimentell
ein dauernder Luftstrom durch die Nase verabreicht, was der Habituierung des
Trigeminus dient.
4) Eingestreut wird dann ein kurzer
Geruchsstrom, welcher als Trigger-Reiz mit dem EEG aufgezeichnet werden kann.
Die evozierten Potentiale sind das Ergebnis der aufsummierten EEG-Abschnitte.
134.
Welche
Biosignale benötigt man, um objektiv feststellen zu können, ob ein
Proband schläft, bewußtlos ist, oder nur solches vortäuscht? (3)
n Muskeltonus mit EMG
(minimal bei Traumschlaf)
n EEG (keine a-Wellen im Schlaf)
n Augenbewegungen mit EOG
(keine bei Bewußtlosigkeit)
135 (5) In welche Stadien wird der menschliche
Schlaf unterteilt?
S. 512. Anhand von EEG und EOG und EMG
W: entspanntes Wachsein: Alphawellen
A: Alpha nicht mehr kontinuierlich,
sondern in Gruppen -> Übergang zum Einschlafen
5 Schlafstadien:
zwischen den einzelnen Schlafperioden
statt. Im EEG Theta-Wellen
Andere Schlafstadien: Orthodoxer Schlaf
1: leichtester Schlaf, Theta-Wellen,
niedrige Amplitude, vereinzelt Alpha-Einsprengsel
2: leichter Schlaf, Delta-Wellen,
Charakteristisch sind ”Schlafspindeln” (Ausschläge mit 12-17Hz), die
unregelmäßig erscheinen. Später auch K-Komplexe-(Spindeln mit 300mVolt
0,5-3Hz hohen Wellen)
3: mittlerer Schlaf, ca 50% Delta-Wellen,
vereinzelt Schlafspindeln,
4: Tiefschlaf: über 50% der Zeit
delta-Aktivität, starke Amplitude.
REM (auch paradoxer Schlaf): keine
Temperaturregulation, kein Muskeltonus; findet jeweils zwischen den anderen
Schlafphasen statt. EEG wie WachEEG ohne Alpha.
SWS: besteht
aus Stadien 3 und 4!
Von Stadium 1-4 nimmt Muskeltonus und
vorherrschende Frequenz ab, Amplitude zu.
Pro Nacht kommt es zu etwas 5 REM-Phasen,
die immer länger werden. Dazwischen geht der Schlaf immer weniger in den
Tiefschlaf über. Reihenfolge:
W-A-1-2-3-4(40min)-3-2-1-REM(10min)-2-3(30min)-3-2-1-REM(20min) (S.513)
136 (15) Schildern Sie Veränderungen in den
Biosignalen, die den Schlafstadien zugrunde liegen!
EEG: siehe Frage 135
EMG: mit zunehmender Schlaftiefe nimmt
Muskeltonus ab, im REM Schlaf ist er 0.
EOG: Stadium 1: langsame rollende
Augenbewegungen, selten Sakkaden. 3+4: kaum/keine Augenbewegungen. REM:
Sakkaden und konjugierte Augenbewegungen,
Herzrate und Atemfrequenz: höchste
Variabilität in REM
Genitaldurchblutung:
nur in und kurz nach REM-Phase
137.
Müssen
wir schlafen? Was
passiert, wenn wir nicht schlafen wollen? (Schlafdeprivation) (8)
Schlafdeprivation:
n hochpathologische Reaktionen (psychosomatische, z.B. erhöhte
Aggressivität)
n bei endogener Depression fühlt sich der Patient nach
durchwachter Nacht besser!
n halluzinatorische Ereignisse nach 3 schlaflosen Nächten
n Motivation und Konzentration werden negativ beeinflußt
n Aufmerksamkeit wird durch Mikroschlafattacken unterbrochen
n vegetative Beschwerden: Kopf-, Gelenkschmerzen,
Kälteempfindung, Schwitzen, Augenbrennen
n anscheinend Anhäufung eines (toxischen?) Schlafstoffes
n immer größere Schwierigkeiten, den Schlaf zu unterdrücken,
vor allem nachts
138.
Welche
Funktionen des Schlafes werden diskutiert und wodurch sind diese
Hypothesen belegt? (12)
n Schlaf ist für uns über 51/2Stunden
Luxus ® REM-Schlaf überwiegt danach (6 Std = 4 Schlafzyklen)
n Summationsdruck wird verringert (Borbely-Theorie)
n Gedächtniskonsolidierung (Langzeitgedächtnis ist erst nach
einer Schlafphase gefestigt, Gedächtnismaterial bleibt besser haften, wenn vor
dem Schlaf gelernt wird
n Entgiftung (evtl. Abbau neurotoxischer Stoffe)
n Entmüdung (Abbau körpereigener Benzodiazepine) ® alle biochemischen
Prozesse laufen am Schlafanfang besonders massiv ab
n Stoffwechselaktivität bestimmt Schlafphasenverhalten
(schneller Stoffwechsel hat kürzere Schlafphasen)
n Räuber-/Opfer-Verhalten
bestimmt Schlaflänge: Opfer schlafen kürzer als Räuber
139. Wodurch
kann man nachweisen, daß auch der Mensch einen endogenen circadianen
Rhythmus besitzt? (4)
Durch
Ausschalten eines äußeren Zeitgebers (z.B. längerer Aufenthalt in einem Bunker)
stellt sich ein körpereigener Rhythmus ein: im Mittel knapp 25h, beim Abendtyp
etwas über 25h, beim Morgentyp unter 24h.
Das
Zeitzonenverhalten mancher Menschen, die einige Tage benötigen, um sich auf
Zeitverschiebung von nur einer Stunde umzustellen, weist auf einen endogenen
circadianen Rhythmus hin.
140. Welche
Auswirkungen zeigen sich, wenn der circadiane Rhythmus ignoriert wird,
z.B. bei der Schichtarbeit und bei Zeitzonenwechsel? (8)
n Beibehaltung
des alten Rhythmus: Schlafbedürfnis tritt auch nach kurzem Wachsein ein
n langsame
Anpassung an neuen Rhythmus
n Zeitzonenwechsler
werden unter massives Licht gesetzt
(Epiphyse ® Melatoninbildung)
n Lichteinfluß
und kurzes Schlafen (1/4 Std.) können den circadianen
Rhythmus ändern
141. Was
sind wichtige Probleme einer Schlafentzugsforschung? (4)
Methodische
Probleme:
n Totaler
Schlafentzug wird immer schwieriger durchzuhalten, es kommt zu Mikroschlafattacken
n überwiegend
sollen einzelne Schlafstadien isoliert überprüft werden, um deren Funktion zu
beleuchten, dies bringt Probleme mit der Operationalisierung
n Schlafphasen
müssen mit dem EEG festgestellt werden (Ausschluß von Schlaf nur mit dem EEG
möglich)
n Schlafzyklus
muß erhalten bleiben
Versuch von
COENEN (Experimente an Tieren):
Durch leichtes
Schwanken des Käfigs kommt es beim schlafenden Tier zu Gegenregulationsbewegungen,
dadurch wird jeder Beginn einer REM-Phase direkt unterbunden. (Das Tier würde
sonst aufgrund seiner Atonie im Traumschlaf vom Platz rutschen)
142 (4) Welche anderen biologischen,
verhaltensrelevanten Rhthmen außer dem circadianen kennt man und wodurch lassen
sich diese nachweisen?
Ultradianer Rhythmus:
Schlaf-(Wach)-Rhythmus von 90-100 Min (EEG, EMG, EOG) -Wechsel der Schlafphasen
Jahreszeitl. Rhythmus: Winterdepression
und Speck und Schlaf, Brunstzeiten etc.
Menstruationszyklus
15-Minutenzyklus: Schwankungen derr
Aufmerksamkeit meßbar; Einstieg in Schlaf etc.
143. Skizzieren
Sie Borbelys Zwei-Prozeß-Theorie des Schlafes!
(1o)
(Bei Prüfung
Abbildung Birbaumer S. 526 -alte Auflage- verlangen!)
Zwei Prozesse
bestimmen die Schlafregulation:
Prozeß S -
Summation des NREM-Schlaf-Bedürfnisses (wird primär durch die Dauer des Wachzustands
bestimmt, evtl. auch durch die Anhäufung neurotoxischer Schlafstoffe)
Prozeß C(STRICH)
- circadianer Rhythmus (die
biologische Aktivität wird synchronisiert auf Licht)
n die
Körpertemperatur ist dem circadianen Rhythmus unterworfen, und ihr Reziprokwert
entspricht dem REM-Schlaf-Bedürfnis C
n der
Abstand der Kurven S und C(STRICH) entspricht dem Gesamtschlafdruck
n bei
Schlafdeprivation wird primär NREM-Schlaf nachgeholt!
Nutzen der
Theorie:
n Vorhersagbarkeit
der Auswirkung von Schlafdeprivation auf Depression (Melatoninbildung,
Lichteinfall auf Retina)
n bei
Depressiven kommt es zu einem schwächeren Anstieg des S-Prozesses, zu einer
kürzeren Dauer des Schlafes und verminderter REM-Hemmung. Schlafdeprivation
verlängert den Schlaf, reduziert REM-Einbrüche und verbessert die Stimmung!
(paradox!)
n Körpertemperatur
und REM-Schlaf-Bedürfnis sind durch diese Theorie miteinander gekoppelt
n Einschlafen
gelingt bei fallender Körpertemperatur (=steigendes REM-Schlaf-Bedürfnis) am
besten
144. Skizzieren
Sie einige wichtige Unterschiede zwischen SWS und REM-Schlaf! (1o)
REM:
n hohe
Aktivitätsvariabilität (Augenbewegungen, Herz, Blutdruck, Atem)
n überwiegend
Theta und Beta
n Muskeltonus
minimal
n deutliche
Häufung des Traumes im REM-Schlaf
SWS:
n langsame,
rollende Augenbewegungen nur in Stadium 1, sonst keine!
n keine
Halluzinationen
n keine
Emotionen
n keine
Assoziationen
n weiterlaufende
Gedankenketten ohne sensorische Primärerlebnisse (gilt für alle Sinnessysteme)
n Temperaturregulation,
erhöhte Ausschüttung von Wachstumshormonen
n Delta-Wellen,
K-Komplexe
n Muskeltonus
vorhanden, im Tiefschlaf gering
145. Skizzieren
Sie die Beziehung zwischen Traum und Schlaf! (4)
Traum:
n bilderreiche,
primärsensorische Ereignisse mit Realcharakter
n aus
Biosignalen weiß man, daß emotionale und affektive Beeinflussung stattfinden
n überwiegend
an phasische REM-Zeichen gebunden (twitches = Zuckungen)
n twitches
lassen sich auch im SWS finden
n Augenbewegungen
Schlaf:
n EEG-Signale
n Biosignale
n EOG-Signale
n auch
psychisches Erleben im NREM: Gedanken, Überlegungen
Traum ist ein
subjektives Phänomen, Schlaf ein objektives
146 (8) Skizzieren Sie einige evolutionäre und
ontogenetische Trends des Schlafens!
Auftreten von xxx. erstmals bei Tierart;
Mensch:
SWS + REM-Schlaf: Vögel;
Spindeln: Insektivoren; 1.Monat;
mehr leichter als tiefer NREM-Schlaf:
Carnivoren, ab 6. Monat;
K-Komplexe: Schimpansen, ab 1.-4. LJ
Generelle Trends: REM-Schlafanteil sinkt
mit Reifung des NS (Geburt: 50:50)
Beim Menschen steigen mit zunehmenden
Alter Zwischen- und Leichtschlafstadien, die Länge des Schlafes und die
Stoffwechselrate.
147. Skizzieren
Sie einige Schlafstörungen! (12)
n Einschlafstörungen
(Antizipations-/Handlungssystem läuft noch); Therapie: konzentrative Entspannungstechniken
(z.B. autogenes Training), Achten auf den richtigen Moment zum Schlafengehen
(Frösteln) und die richtige Umgebung (dunkel, kühl, ruhig); Schlafstörungen können Symptome (prä-)
psychotischer oder psychosenaher Zustände sein
n Durchschlafstörungen
(überwiegend durch Medikamentenmißbrauch) T
verlängerte Wachphasen in der Nacht; Bezodiazepine wirken zunächst sedierend,
danach aber aktivierend (=rebound-Effekt) bei der nächsten Schlafphase, deshalb
kontraindiziert bei Angst und Schlafstörungen!
n mechanisch
bedingte Schlafstörungen durch Schnarchen bei Atonie des Gaumensegels
(Atemstörungen, Sauerstoffnot)
n Störungen
des Schlaf-Wachrhythmus (z.B. Schichtarbeit)
n Narkolepsie
(Schlafattacken tagsüber)
n schlafstadiengebundene
Störungen (Schlafwandeln, Bettnässen, Alpträume)
148. Was
versteht man unter Somatotopie? Nennen Sie einige Beispiele! (1o)
Somatotopie =
interne Körperrepräsentationen des ZNS =
Raumabbildungssysteme
Beispiele:
n Homunculus
(somatosensorisch)
n rezeptive
Felder der Retina T Größenunterschied: klein in der Nähe der
Fovea, groß in der Peripherie
n Geschmacksorte
auf der Zunge
n Hören
(Tonhöhenunterscheidung, Zuordnung eines externen Raumpunktes)
n Phantomschmerz
n Orten
als Blick- und Kopfmotorik
n somatotopische
Organisation des motorischen Cortex
149 (16) Welche Kerngebiete findet man im
Diencephalon?
Thalamus: Aufmerksamkeit + Gedächtnis;
Hypothalamus: Vegetative Steuerung
Thalamus: Spezifische
sensorische Kerne: Sehen: CGL; Hören: CGM, Topologische
Gestaltung! Umschaltstelle für alle einlaufenden Sinnesinformationen. Unspezifische
Kerne: für Wachheit, Aufmerksamkeit (ARAS: aufsteigendes reticuläres
aktivierungssystem), welches die Basis für Selektivität der Aufmerksamkeit ist.
System aktiviert selektiv direkt den Körper und enthält nix adrenerges. motorische
Kerne: Ist der nc subthalamicus (centrum medianum) kaputt, gibt´s z.B. Chorea
Huntington. Subthalamus: Kerne des extrapyramidalen Systems, substantia nigra.
Hypothalamus: Übergeordnete
Schaltstelle des vegetativen Nervensystems und der Hypophyse, Steuerung fast
aller Releasingfaktoren zur Hormonsteuerung, vegetative Steuerung von
Temperatur, Salz, Wasser- und Nahrungsaufnahme.
Es gibt im Hypothalamus ergotrophe Zonen
(Kampf und Flucht), trophotrophe Zonen (Schlaf und Ruhe) und intermediäre Zonen
(Angst).
150 (16) Welche Kerngebiete und Funktionen findet man
im limbischen System?
S. 255. Kein geschlossenes topologisches
System (2 ringförmig verknüpfte), sondern funktionelles, etwas verstreutes.
Funktionen u.a. Regulation der primitiven, instinktiven Verhaltensweisen
(Nahrungsaufnahme, Fortpflanzung, ermöglicht Habituation und Motivation). Bei
Läsionen Verlust des KZG. Deklaratives Gedächtnis, für Orientierungsreaktion;
evtl. Semantik des assoziativen Gedächtnisses (Sokolow)
Kerngebiete
(siehe Frage 106)
-
Septum
-
Gryus cinguli = Schaltstelle vom l.S. zum Cortex
-
Hippocampus (Ammenshorn): kogn. Funktionen des
l.S.: Vergleich ankommender und gespeicherter Information.
-
Corpus amygdaloideum (Amygdala, Anssammlung
mehrerer Kerne im vorderen Abschnitt des Temporallappens). Körperwahrnehmung;
enge Verbindung zum Hypothalamus; eher emotional-motivationale Funktion.
-
Corpora mamillaria
151 (20) Welche Kerngebiete und Funktionen findet man
im Hirnstamm?
Hirnnerven 3-12 treten
hier ein (1 und 2 sind keine peripheren Nerven). Hirnnervenkerne: Nc. n.
Hirnnervennamen!
Pons, Medulla oblongatis:
Überlebensreflexe.
Mesencephalon/Tectum: sensorisches
Zentrum der Reptilien, schließt Ortung und Ausrichtung der Sensorik ein.
Subtectum: Zielmotorik für den Blick,
Kopf, fertige Programme für Pupillenbewegung, Folgebewegung der Augen bei
Ganzfeldverschiebungen.
Kleinhirn: Bewegungskoordination,
motorisches Lernen, aber auch klassische Konditionierung.
Formation reticularis: unspezifische
afferente Zuströme; ARAS; Schlaf- Wach-Steuerung.
152 (14) Welche Kerngebiete und Funktionen findet man
im Rückenmark?
Medulla spinalis liegt im Wirbelkanal.
Hals (C 1-8), Brust (Th 1-12), Lenden und Sakralbereich. Unterhalb des
Lendenwirbels wird das Rückenmark zum normalen Nervenstrang. 31 Spinalnervenpaare.
Hinter-, Vorder-, Seitenstrang: Weiße
Substanz
Schmetterlingsflügel mit Hinter-, Vorder-
und Seitenhorn: Graue Substanz, z.B. Verschaltung von Reflexen.
Hinterhorn: nc proprius, nc dorsalis.
Vorderhorn: nc venrtomedialis, nc dorsomedialis, dito - lateralis und
retrodorsolateralis.
- alle Afferenzen treten über die
Hinterwurzel ein und werden auf der Höhe des Eintrittssegments auf Interneurone
umgeschaltet. Alle Efferenzen treten durch das Vorderhorn aus. Die
sympathischen Anteile segmental, die parasympathsichen über den n.vagus.
Von allen dicken, myelisierten Afferenzen
zweigen Kollaterale ab, die ipsilateral im Hinterstrang zu den
Hinterstrangkernen in der Medulla oblongata ziehen. (S.319) Erst dort kreuzen
sie. Der Großteil der Bahnen aber kreuzt auf Segmenthöhe, dieser enthält sowohl
spezifische wie unspezifische Bahnen. Absteigende, hemmende Bahnen führen in
jedes Segment.
Aufsteigende Bahnen: z.B.
Vorderseitenstrang: tr spinothalamicus lateralis, Schmerz und Temperatur;
Hinterstrang: Fasciculus gracilis und cuneatus: propriozeptive und
exterozeptive Impulse; enden im Hinterstrangkernen.
Absteigende Bahnen z.B. pyramidale Bahn
(Willkürmotorik), extrapyramidale Bahnen (z.B. Tractus vestibulospinalis:
Gleichgewicht; Muskeltonus). Kahle: S.42ff)
Schmerzverarbeitung bereits auf Höhe des
Rückenmarks (Opiatrezeptoren).
153. Welche
Grobgliederung findet man im Thalamus? (16)
Thalamus:
n “DIE”
Schaltzentrale unterhalb des Cortex
n eines
der wichtigsten Rückkopplungssysteme (wichtig z.B. für das EEG)
n Aufmerksamkeitssteuerung
n spezifische
sensorische Umschaltstationen: 1.
Corpus geniculatum laterale: Sehbahn
n 2.
Corpus geniculatum mediale: Hörbahn
n 3.
Nucleus ventrobasalis : Fühlbahn
n unspezifische
sensorische Umschaltstation: Wach- und Aufmerksamkeitsregulation
(=
ARAS-System: Aufsteigendes reticuläres Aktivierungssystem;
Ach-gesteuert ® keine direkte
corticale
Projektion)
n Pulvinar
(Kern): sensorisches Schaltzentrum zu allen (außer primären!) sensorischen
Arealen, auch Relevanz bei der Aufmerksamkeitssteuerung
n motorisch:
Centrum medianum propolysi; bei dessen Ausfall: Hemiballismus = einseitige
Impulsmotorik, die nicht mehr kontrolliert werden kann (®
hemmendes Integrationssystem)
n Handlungsplanung
vom frontalen Cortex über medialen Thalamus auf die spezifischen sensorischen
Bahnen
154. Welche
Grobgliederung gehört zu den Basalganglien? (14)
Basalganglien:
n Corpus
striatum (Putamen und Nucleus caudatus)
n Amygdalum
n Claustrum
n Thalamus
(medial) mit den unspezifischen Kernen (=extrapyramidales System)
n Substantia
nigra
n Pallidum
n insulärer
Cortex (?) : Riechen und Schmecken
Funktionen:
n Modifikation
(Primärbeeinflussung = Sensitivierung und Habituation) des Verhaltens
n Amygdalum:
Furchtkonditionierung und -bewältigung
n Antriebe
sind nichtcorticale Funktionen
n Phobien
sind “Basalganglienkrankheiten”, d.h. die Wirkung der Basalganglien ist zu
stark, der Cortex ist zu schwach, eine Therapie gelingt deshalb nicht
über das Gespräch!
Galley O-Ton: das sind Galleysche
Spekulationen!!
155. Skizzieren
Sie die wichtigsten Verbindungen der verschiedenen Zelltypen in der Netzhaut! (1o)
Netzhaut =
Ausstülpung aus dem Hypothalamusbereich
Vom Aufbau her
ähnlich dem Allocortex (3 Schichten):
n Photosensoren
(Stäbchen / Zapfen)
n Horizontalzellen
n Bipolarzellen
n Amakrine
Zellen
n Ganglienzellen
» 1 Mio.
n vertikale
und horizontale Verbindungen (Zentrum-Umfeld-Gegensatz wird aufgebaut); beide
Verbindungsarten arbeiten immer als System, vertikale Verbindungen für die
Weiterleitung und Umschaltung
Funktionen:
Weiterleitung,
Umschaltung (On / Off), receptive Feldbildung
156. Welche
Hirngebiete sind vom Affen zum Menschen noch deutlich gewachsen? (2)
Frontal- und
Temporallappen, zu erkennen an der Sylvischen Furche (beim Affen noch schräg
geneigt, beim Menschen ungefähr waagerecht) und der relativen Größe: Vom
vorderen Pol bis zur Zentralfurche liegen beim Menschen fast 5o% der Hirnmasse!
157. Wie
stellt man sich die Langzeitveränderungen an Synapsen durch Lernen
vor? (1o)
Hypothesen über
synaptische Veränderungen, die eine Grundlage für Speicherung sein könnten:
n Nach
einer Trainingsprozedur führt jeder neue Impuls zu einer verstärkten
Ausschüttung von Transmittermolekülen
n Ein
Interneuron moduliert die Polarisation der Axonendigung und löst die
Ausschüttung vermehrter Transmittermoleküle pro Impuls aus
n Modifikation
der postsynaptischen Membran führt zu verstärkter Reaktion auf dasselbe Ausmaß
von Transmittersubstanz
n Die
Fläche des synaptischen Kontakts erhöht sich mit Training
n Ein
Erregungskreis, der öfter benutzt wird, erhöht die Anzahl der synaptischen
Kontakte
n Eine
häufig benutzte neuronale Verbindung “übernimmt” vorher weniger benutzte
Synapsen
158. Nennen
Sie einige Beispiele für mendelnde Erbkrankheiten beim Menschen! (13)
n Phenylketonurie
n Albinismus
n Schizophrenie
n endogene
Psychosen
n endogene
Depression
n Chorea
Huntington
n Diabetes
n Osteoporose
n Krebs
n Alkoholismus
n Friedreichsche
Ataxie (Kleinhirnschwund)
n Kurzsichtigkeit
n Rheumatismus
n Bluterkrankheit
*
n Rot-Grün-Blindheit
*
* alle
geschlechtsgebundenen Krankheiten stellen eigentlich Abweichungen vom
Mendelschen Erbgang dar
159. Nennen
Sie einige Methoden der Verhaltensgenetik beim Menschen mit Vor- und Nachteilen! (14)
1) Zwillingsforschung:
(eineiige / zweieiige Zwillinge)
n getrennte
Zwillinge haben höhere Ahnlichkeit durch fehlende Profilierungsnotwendigkeit
n den
pränatalen Faktoren in der gemeinsamen intrauterinen Umwelt wird massiver
Einfluß (z.B. auf die Händigkeit) zugeschrieben
Vorteil:
Bei Trennung
eineiiger Zwillinge glaubt man, die Umwelteinflüsse isolieren zu können
Nachteil:
Trennung
zwischen Genetik und gemeinsamen intrauterinen Erfahrungen nicht möglich
2) Adoptionsforschung:
Vergleich biologischer mit adoptierten Kindern
Vorteil:
Ahnlichkeiten
können auf Umwelteinflüsse zurückgeführt werden
Nachteil:
keine
Ausschlußdiagnose möglich, es können nur Wahrscheinlichkeiten für
Umwelteinflüsse gefunden werden (auch Adoptiveltern können Genträger sein!)
3) Stammbaumanalyse
Vorteil:
ermöglicht
Rückschlüsse auch über stumme Zwischenglieder (bei rezessiven Krankheiten
wichtig)
Nachteile:
unscharf, hoher
Materialaufwand, Stammbaum meist schwer zu erstellen
4) Familienanalyse
Vorteil:
mütterliche /
väterliche Einflüsse können erkannt werden (mitochondriale Vererbung nur über
die Mutter)
Nachteil:
Schwierigkeit
der Trennung zwischen Erbe und Umwelt
5) statistische
Methoden (Cluster- oder Pfadanalyse)
Vorteil:
Modelle, um
Erbe und Umwelt zu trennen
Nachteil:
Schwierigkeit
des statistischen Designs
16o. Skizzieren Sie die drei Mendelschen Gesetze! (12)
1. Mendelsches
Gesetz: Uniformität und Reziprozität
Kreuzt man zwei
Individuen, die sich in einem Merkmal reinerbig unterscheiden, so ist die F1-Generation
(1. Filial- bzw. Tochtergeneration) untereinander gleich (uniform) bezogen auf
dieses Merkmal, gleichgültig welche Merkmalsausprägung väterlicherseits oder
mütterlicherseits vererbt wurde (Reziprozität).
2. Mendelsches
Gesetz: Spaltungsgesetz
Kreuzt man zwei
Individuen der F1-Generation, so ist die F2-Generation
bezüglich des Merkmals in bestimmten Zahlenverhältnissen aufgespalten:
bei dominanten
Erbfaktoren im Verhältnis 3 : 1
bei
intermediären Erbfaktoren im Verhältnis 1 : 2 : 1, d.h. je ¼ gleicht einem
Großelternteil, 2/4 haben intermediäre Merkmalsausprägung
3. Mendelsches
Gesetz: Neukombination / Unabhängigkeit
Kreuzt man zwei
Individuen, die sich in mehreren Merkmalen reinerbig unterscheiden, gilt für
jedes Merkmal das 1. Und 2. Gesetz, daneben gibt es in der F2-Generation
Neukombinationen!
161. Skizzieren
Sie einige Gründe für das Abweichen von einem Mendelschen Erbganges! (8)
n Cross-Over
® wenn sich homologe Chromosomen in der
Reifeteilung paarig anordnen, kann es zu einer Überkreuzung der Chromosomen
kommen, die zu einem Bruch und anschließendem Zusammenwachsen der Bruchstücke
(Genaustausch) führt
n Chromosomenanomalien
(=Aneuploidie)
+
Trisomie 21 ® Down-Syndrom
+
beschädigtes Chromosom 5 ®
Katzenschrei-Syndrom
+
Abweichung der Geschlechtschromosomenverteilung (xo, xxy) ®
Turner-Syndrom
(Frau),
Klinefelter-Syndrom (Mann)
n alle
geschlechtsgebundenen Vererbungen
-
Rot-Grün-Blindheit
-
Bluterkrankheit
-
Nachtblindheit
n Intermediarität
bzw. dominant/rezessiver Erbgang sind Grenzfälle der Wirkung von Erbanlagen,
bei heterozygoten Individuen ist die rezessive Erbanlage nicht ausgeprägt, aber
auch nicht völlig unterdrückt ®
Übergangsformen
n liegen
Gene eng beieinander auf einem Chromosom, werden sie nur gemeinsam vererbt ®
keine Unabhängigkeitsregel (3. Mendelsches Gesetz) mehr gültig
n Interaktion
und Korrelation zwischen Erbe und Umwelt, prä- und postnatal
162. Was
ist der Stellenwert des Kaspar - Hauser - Versuches in der Verhaltensgenetik? (4)
n Kaspar
Hauser: verwilderter Junge (19. Jh.), Findelkind (angeblich von Wölfin
aufgezogen!)
n extreme
Sozialisationsbedingungen (®
Hospitalismus!)
n derartige
Menschenversuche verbieten sich aus ethischen Gründen
n heute
noch im Tierversuch zur Isolation von Instinktverhalten eingesetzt (Eibl -
Eibesfeld: Experimente mit Eichhörnchen, diese vergraben ihre Eicheln
instinktiv)
n bietet
Erklärungen dafür, daß sich genetische Dispositionen durchsetzen
163. Gene
kontrollieren primär die Struktur eines Peptids (Proteins). Wie kann man sich
dennoch ihre Wirksamkeit auf Verhaltensmerkmale erklären? Nennen Sie
Beispiele! (8)
n Gen
codiert ein Polypeptid, dieses wird weiter aufgespalten in kleinere Peptide,
die dann zu Hormonen und Transmittern werden
n isolierter
Einfluß eines Gens ist nicht gegeben
n über
die Metastruktur eines Proteins werden viele andere Strukturen mitbeeinflußt, daher
kann es zu einer Unzahl von Sekundärfolgen bei einer fehlerhaften
Proteinherstellung kommen
Beispiele:
n Bei
Aplysia (Meeresschnecke) konnte nachgewiesen werden, daß Lernen auf
präsynaptische Modifikationen zurückzuführen ist, was durch fehlerhafte
Peptidbildung verhindert wird
n Down-Syndrom
® defekte Synapsenstruktur im Gehirn
n PKU
® Stoffwechselstörung des Phenylalanins
(Enzymdefekt), führt zu IQ<5o
n Albinismus
® (Enzymdefekt): vielfältige äußerliche
Merkmale
n MCD
® Retardierung der Gehirnentwicklung
n Hormone
können vielfältige Wirkungen haben, ihre Bildung ist aber nur von einem Gen abhängig.
164. Skizzieren
Sie die Theorie und einige Beispiele von Adoptionsstudien in der
Verhaltensgenetik! (1o)
Theorie der
Adoptionsstudien:
n Eltern
und adoptierte Kinder sind ungleiche Genträger
n läßt
Schlüsse auf Umwelteinflüsse zu
n Schizophreniestudie:
Kinder schizophrener Eltern in Normalfamilien tragen das gleiche
Krankheitsrisiko wie beim Aufwachsen bei den biologischen Eltern (ROSENTHAL et
al. 1975)
n Kinder
gesunder Eltern, die bei schizophrenen Adoptiveltern aufwuchsen, erkrankten
deutlich seltener (WENDER 1972)
n getrennt
aufwachsende eineiige Zwillinge zeigen höhere Persönlichkeitsähnlichkeit als gemeinsam
aufgewachsene
n Korrelation
zwischen kindlichem IQ und Adoptiveltern-IQ ist deutlich geringer als
IQ-Korrelation zwischen Eltern und leiblichen Kindern
n keine
Ausschlußdiagnose von genetischen Einflüssen möglich, da auch Adoptiveltern Genträger
sein können
165. Nennen
und bewerten Sie einige Einwände gegen die Erblichkeit der Intelligenz! (6)
Intelligenz
wird durch IQ-Test definiert, der nicht kulturunabhängig ist!
n Trainierbarkeit,
Beispiel: tschechische POLGAR-Töchter (Schachgroßmeisterinnen), Vater: “Talent
kann anerzogen werden!”
n WATSON:
“Gebt mir eine Handvoll Kinder, und ich mache aus ihnen, was ihr wollt!” ¾ kein O-Zitat, sondern dem Sinn nach
wiedergegeben
n sozio-ökonomischer
Status korreliert mit dem IQ
n Axiomatik
im Bildungswesen (auf Trainierbarkeit angelegt)
n Eltern
haben Einflußverhalten auf IQ (nicht steigernd, sondern mehr oder weniger beschränkend!)
n Attributionsstil
hat Einfluß (extern - intern / global - spezifisch)
n Zuwendungsverhalten
(Geschwisterreihenfolge und -zeitintervall)
n Aufmerksamkeitsintensität
und Motivationslage sind Einflußfaktoren des IQ
166. Nennen und bewerten Sie einige Daten, die
für eine Erblichkeit der Intelligenz sprechen! (6)
n GALTON
(19. Jh.) : “Berühmte Leute haben intelligente Kinder!”
n entkräftet
ist die Behauptung, daß Deprivation den IQ beeinflußt
n Frühförderung
(Vorschule) führt zu Überstimulierung und bringt keine Langzeitwirkung
n Chromosomenaberrationen
und bestimmte Erbkrankheiten haben einen verringerten IQ zur Folge
n IQ-Korrelation
zwischen eineiigen Zwillingen liegt deutlich höher (.6-.7) als zwischen zweieiigen
Zwillingen oder Nichtverwandten
n es
besteht eine negative Korrelation zwischen Intelligenz und Reaktionszeit,
Latenz evozierter Potentiale und Fixationsdauer (GALLEY), d.h. elementarer
Zeitbedarf, mentale Geschwindigkeit
167. Skizzieren
Sie “Schilchers “Erbe-Umwelt-Würfel”! (8)
(Betrachtung
der Abbildung und Lesen des Textes bei Schilcher, Seite 66-69, unerläßlich!)
n drei
Faktoren bestimmen die drei Achsen des Würfels:
a)
Art des genetischen Programms (offen / geschlossen = große / geringe
interindividuelle Variabilität)
b)
Heritabilität (=Erblichkeit)
c) Variabilität (durch Umweltfaktoren
hervorgerufen)
Die
Unabhängigkeit der drei Faktoren läßt sich nur begrenzt halten, in drei
Bereichen des Würfels (=drei “unmöglichen” Ecken) ist sie nicht gegeben:
1. ein
geschlossenes Programm (®
interindividuelle Schwankungen sind erblich bedingt) muß bei hoher Variabilität
(Lernen!) auf Erblichkeit beruhen
2. ein
offenes Programm mit hoher Variabilität kann nicht ausschließlich vererbt sein,
es muß zumindest teilweise erlernt worden sein
3. offene
Programme mit niedriger Variabilität können in dieser Art nicht ausschließlich
geerbt sein, sondern die geringe Variabilität muß durch Umweltfaktoren
hervorgerufen sein
168. Aus
dem gestörten Stoffwechsel der essentiellen Aminosäure Phenylalanin
ergeben sich zwei Erbkrankheiten mit Verhaltenswirkungen. Skizzieren
Sie die Zusammenhänge! (6)
Erbkrankheiten:
1) Phenylketonurie
2) Albinismus
Abbaukette:
Phenylalanin ¾ Tyrosin ¾
Dopamin ¾ Adrenalin / Noradrenalin
zu 1) Enzym
Phenylalaninhydroxilase fällt aus ®
Bildung von Tyrosin ist nicht möglich
zu 2) Defekt
ist eine Stufe weiter: Enzym Tyrosinase fällt aus ®
Bildung von Dopa wird verhindert
Dopa ist
Zwischenprodukt zu Melanin bzw. Dopamin ¾
Noradrenalin ¾ Adrenalin
Auswirkungen:
bei 1): bei
Nichtbehandlung (=Diät bis in die Pubertät) Schwachsinn, IQ <
5o
bei 2):
n helle
bis weiße Haut und Haare
n rote
bis blaßblaue Augen
n Sehfehler
und Hautprobleme durch extreme Lichtempfindlichkeit
169.
Nennen Sie einige Beispiele für die erfolgreiche Zucht von
Verhaltensunterschieden! (12)
n Kampfhunde
(z.B. Mastinos)
n Zuchtunterschiede
(Körperbau und Temperament) bei Pferden je nach Aufgabenstellung (Dressur,
Springreiten, Zugtiere)
n BROADHURST
(1958): Emotionalität von Ratten (low / high emotional)
n WEBER
(1952): Verminderung der Bissigkeit von Goldhamstern
n FULLER
(1965): Verhaltensunterschiede bei Hunderassen
n TOLMAN
(1924); TYRON (1940): Labyrinthleistungen bei Ratten
n ?
(1978): Tropenrind ® erhöhte Milchleistung, Anpassung an
tropisches Klima und Zeckenproblem
n Landwirtschaft
(Ackerbau / Obstanbau): Resistenz gegen Schädlinge und Klimabedingungen sowie
höherer Ertrag; Beispiel Zuckerrübe: von 1800 bis heute Zuckersteigerung von 5
auf 2o%!
n indirekte
Zucht beim Menschen:
+
III. Reich (Eheverbote, Rassengesetze)
+
diskutierte Zwangssterilisation in Nervenheilanstalten
+ Schwangerschaftsvorsorge /
Fruchtwasseruntersuchung / genetische Beratung
17o. Welche Bedeutung hat die weiße bzw. graue
Substanz im ZNS? (4)
graue Schicht:
Ansammlung von Nervenzellen, Verarbeitung lokaler Potentiale
weiße Schicht:
myelinisierte Axone (Leitung), Aktionspotentiale ®
Transportform von Erregung
171. Skizzieren
Sie die phylogenetische Entwicklung des Endhirns vom Frosch über die Ratte,
den Halbaffen, Gorilla, Neandertaler zum Jetztmenschen! (12)
Frosch:
·
kein Neocortex, nur
3-schichtiges Vorderhirn
Ratte:
·
Neocortex klein,
überdeckt nicht das Mittelhirn
·
keine bzw. nur
angedeutete Furchung
Halbaffe:
·
deutlicher
Wachstumsschub des Neocortex
·
Kleinhirnwachstum
durch Umweltbedingung: erhöhte Geschicklichkeit bei der Bewegung
Gorilla:
·
spezifische
Wachstumstendenz in bestimmten Bereichen: Frontalhirn - Handlungsplanung;
Temporallappen - emotionale Kontrolle
·
Ich-Bewußtsein,
Werkzeuggebrauch
Neandertaler:
·
weiteres
Größenwachstum
·
Sylvische Furche
horizontal
Jetztmensch:
·
linke Sylvische Furche
größer, im Innengebiet Planum temporale (Wernicke’sches Areal, Sprache)
·
linker Temporallappen
3o% größer als rechter
172. Aus
welchen Teilen besteht eine Nervenzelle?
(5)
·
Soma mit Kern
·
Axon
·
Axonhügel
·
Dendriten mit Spines
oder anderen postsynaptischen Empfangsstellen
·
Synapsen
173. Skizzieren
Sie Bau, Lokalisation und Funktion einiger wichtiger Synapsenformen! (15)
morphologisch:
Bau und Form der Vesikel läßt Schlüsse auf den verwendeten Transmitter zu
Beispiel:
spindelförmige Vesikel ® Serotonin
Lokalisation:
jede Kombination möglich (auch soma-somatisch!)
Bau:
·
Synapsen mit
Rückkopplungsmechanismus (Transmitter wirkt auch auf Synapsenmembran); Wirkung
kann sowohl erregend als auch hemmend sein
·
motorische Endplatte
als spezialisierte Form der Synapse = Kontakt zwischen Nerv und Muskel
·
Drüsenzelle:
Speicherung von Hormonen in Vesikeln (Granulum); Ausschüttung erfolgt durch
Verschmelzung der Granulummembran mit der äußeren Zellmembran in den
Extracellulärraum
·
Spines sind
Auswucherungen der Dendriten, an die sich Synapsen anschließen; bei Schwachsinn
kann Anzahl und Form der Spines verändert sein
Funktion:
·
axo-axonisch ®
präsynaptische Hemmung
·
dendro-dendritisch ®
lokale Weiterreichung vor der Verarbeitung (=Ausbreitung in horizontale
Richtung)
·
Doppelsynapsen ®
Wirkung als Interneurone (On-/Off-Antwort)
174. Skizzieren
Sie einige Transmittersysteme im ZNS!
(15)
GABA -
wichtigster hemmender Transmitter, fast alle Interneurone im Cortex verwenden
GABA (Chorea Huntington), Agonisten: Benzodiazepine, Barbiturate
Glutamat /
Glutamin / Aspartat - erregend: vom Cortex auf die Basalganglien
Catecholamine:
·
Dopaminsystem im
Cortex: Motivation, Aufmerksamkeit
·
striatales
extrapyramidales Dopaminsystem: Wechsel motorischer Programme (Parkinsonsche
Krankheit)
·
Noradrenalinsysteme:
Furcht, Orientierung, Aufmerksamkeit, Traumschlaf; lokalisiert nahe dem
Tegmentum im Locus coeruleus
·
Adrenalin: wirkt nicht
im ZNS, nur im peripheren NS
·
Acetylcholinsystem:
Bewegungssteuerung, Aufmerksamkeit
·
Serotonin: wichtigster
Ursprungsort: Raphe-Kerne im Mittelhirn; Drogengebrauch und Rauschzustände
wirken sich auf den Serotoninstoffwechsel aus; Serotonin wirkt als Neuromodulator
® verändert Erregbarkeit der Membran ®
Modulation von Schmerz
weitere
Transmitter:
·
Aminosäuren (z.B.
Glycin, Antagonist: Strychnin, für einige Formen der postsynaptischen Hemmung,
z.B. an Motoneuronen)
·
Neuropeptide
·
Encephaline
·
Histamin
·
Prostaglandine
175. Skizzieren
Sie Bau und Funktion einer Nervenfaser!
(8)
sensorische
Nervenzellen: lange Dendriten
motorische
Nervenzellen: langes Axon
Nervenfaser =
Axon (Dendrit) und umgebende Schwann-Zelle
Wickelt sich
die Schwann-Zelle mehrmals um das Axon, nennt man die Nervenfaser myelinisiert
oder markhaltig. Die Unterbrechungen zwischen den Schwann-Zellen heißen
Ranvier-Schnürringe. Derartige Isolation der Nervenfaser führt zu erhöhter
Leitungsgeschwindigkeit, da die Erregung fast verlustfrei von
Ranvier-Schnürring zu Ranvier-Schnürring springt (saltatorische Erregung). Als
Kontaktstellen zu anderen Zellen fungieren Synapsen (primär zu spezialisierten
Dendriten). Axone können beim Menschen oft länger als 1m sein.
Funktion:
Transport von Information in Form von elektrischen Signalen
176. Skizzieren
Sie Bau und Funktion der Blut-Hirn-Schranke! (8)
·
Die Kapillarwände der
Hirngefäße (Pia?) bilden eine selektive Barriere für zahlreiche Substanzen
·
Es gibt bestimmte
Substanzklassen:
-
fettlösliche Substanzen können durch alle Zellen hindurch ins Gehirn gelangen
und dort
gefährlich werden (®
Lösungsmittel)
-
wasserlösliche Substanzen können von der Blut-Hirn-Schranke bewältigt werden
·
aktiver
Eliminierungsmechanismus
·
“Niere im Gehirn”
·
Chinesische
Restaurantkrankheit: zu viel Glutamat im Essen führt zu Glutaminüberhäufung,
die die Blut-Hirn-Schranke nicht mehr bewältigen kann, es kommt zu Krämpfen,
Übelkeit und Erbrechen.
177. Was
sind die anatomischen und physiologischen Unterschiede zwischen Eigen- und
Fremdreflexen? (4)
Eigenreflex:
·
monosynaptisch
·
Beteiligung weniger
Neurone
Fremdreflex:
·
di- oder
polysynaptisch
·
deutlichere
Habituation
·
zeitliche Verzögerung
durch Summationsphase
·
zahlreiche
Zwischenneurone
·
Latenz verschiebbar
178 (10) Nennen Sie einige auf-und absteigende
Bahnen im Rückenmark.
siehe Frage 151
179. Skizzieren
Sie Lage und Bedeutung der Dermatome!
(8)
(Siehe zur
Verdeutlichung die Abbildungen auf S.61 im Kahle-Atlas!)
Dermatom =
Innervationsgebiet eines Spinalnerven in der Haut
Dermatome
verlaufen gürtelförmig am Rumpf bis zu den Zehen- und Fingerspitzen (Arme und
Beine sind Ausknospungen!) und überlappen sich stark, daher ist der Ausfall
einzelner Rückenmarkssegmente nicht nachweisbar
Gliederungsabschnitte:
cervical, thorakal, lumbal, sacral
Beispiel Hexenschuß:
Nerveneinklemmung bei lumbal 4
Ursache: starke
Abknickung der Wirbelsäule an dieser Stelle ®
Evolutionstribut des aufrechten menschlichen Ganges
18o. Wodurch unterscheiden sich sensorische und
motorische Nervenfasern? (4)
Motorische :
·
lange Somata mit
auffälligem Zellkern
·
stark verzweigte
dendritische Fortsätze
·
Transmitter: Ach
·
führen zu den Muskeln
Sensorische:
·
lange Axone und
Dendriten
·
Transmitter: alle
übrigen
·
führen zum Gehirn
181. Was
versorgt der Nervus vagus? (1o)
Nervus vagus (=
X. Hirnnerv): parasympathisches
Nervensystem!
Sensibel:
·
äußeres Ohr
·
äußerer Gehörgang
·
Zunge
·
Geschmack (hinterer
Zungenabschnitt)
·
Rachen
·
Kehlkopfschleimhaut
·
Herz
motorisch:
·
Gaumen / Schlund
·
Kehlkopf (Sprache /
Singen)
·
Herz / -gefäße
·
Bronchien
·
Magen
sensibel und
motorisch:
·
Pankreas
·
Leber
·
Niere
·
Blase
·
Darm
182. Was
versorgt der Nervus facialis? (8)
Nervus facialis
= VII. Hirnnerv
motorisch:
·
mimische Muskulatur
·
Tränen-, Nasen-,
Gaumendrüsen
·
innerer Gehörgang
·
Lidschlag
·
Lachen, Mundstellung
sensorisch:
·
Geschmack (vorderer 2/3-Zungenbereich)
·
innere Gehörgang
183. Was
versorgt der Nervus trigeminus? (6)
Nervus
trigeminus (V. Hirnnerv): wichtigster sensorischer Gesichtsnerv
sensibel:
·
Schmecken
(Nahrungsbeurteilung, Beschaffenheit)
·
nichtspezifische
Funktion beim Riechen: Rauch, stechende Gerüche
·
Gesichtshaut
·
Nasenhöhle; Gaumen,
Mundhöhle
·
Zunge, Zähne
·
äußerer Gehörgang
motorisch:
·
Kaumuskulatur
·
Mundbodenmuskulatur
Auswirkungen
einer Trigeminus-Neuralgie: Kopf- und Zahnschmerzen
184. Was
versorgt der VIII. Hirnnerv? (6)
einziger
Hirnnerv mit zwei Namen, sie weisen auf seine Funktionen hin:
vestibulocochlearis ¾ statoacusticus
sensorisch:
·
Gleichgewichtsorgan
·
Cupula / Macula
·
Gehörschnecke
(Tonhöhen)
laut Literatur
rein sensorischer Nerv, laut Galley efferente Innervierung der vestibulären
Rezeptorzellen
185. Welche
Hirnnerven sorgen für welche Augapfelbewegung? (4)
Nervus
abducens - Auswärtsbewegung des Augapfels (Musculus
rectus lateralis)
Nervus
trochlearis - nach oben und zur Innenseite (Musculus obliquus superior)
Nervus
oculomotorius - alle anderen Bewegungen (auch Lidhebung!)
186. Skizzieren
Sie Lage und Funktion der wichtigsten Kerne in der Formatio reticularis! (12)
Formatio
reticularis = unspezifisches System, erhält Kollaterale aus allen
Sinnessystemen, dennoch sehr spezifische Kerne! Ihre Funktion ist
wahrscheinlich instinktmotorisch sehr alt.
Funktion bzw.
Kerne:
·
Wach- / Schlafsystem
(mitpontiner Hirnschnitt ®
ständiges Wachsein)
·
ARAS-System
(Ach-gesteuert)
·
Blickzentrum (Bahnung
von Orientierungsverhalten)
·
Augenfolgebewegungen
·
Stütz- und Zielmotorik
(Mitwirkung)
·
Regulation bei
Reflexen (z.B. Niesen / Husten)
·
Schreckkerne
(Umschaltstelle)
·
Lidschlagzentrum
·
propriozeptives System
Zuflüsse aus
den Amygdala (Erwartung, Angstkonditionierung / Coping)
187. Was
sind die wichtigsten Kleinhirnstrukturen und Funktionen? (8)
Zellarten:
·
Purkinje-Zellen ®
Output aus dem System
·
Interneurone
·
Körnerzellen
·
Sternzellen
·
Golgizellen
Fasersysteme:
Kletterfasern
(an den Purkinje-Zellen anliegend) und Moosfasern
Feste Struktur,
sehr gut morphologisch erforscht, die “Software” ist jedoch relativ unbekannt.
Annahme:
Modifikation motorischer Programme
Afferenzen aus
Cortex und Gleichgewichtsorgan
188. Nennen
Sie Lage und Funktion der wichtigsten Hypothalamusstrukturen! (14)
Lebenswichtigstes
Zentrum für die Steuerung aller vegetativen Systeme und deren Koordination
In- und
Outputbahnen des Hypothalamus:
·
Outputsystem von
Sympathicus / Parasympathicus (hinten
oben / unten)
·
aufsteigende Bahnen
für Glucostate und Osmoreceptoren
·
mediales
Vorderhornbündel
Funktionen:
·
Instinktmotorik
(Verbindung von Hypothalamus und Mittelhirn)
·
Vorbereitung und
Determinierung der (thalamischen) Aufmerksamkeitsselektion
·
Affekt
·
endogener circadianer
Rhythmus (Körpertemperatur) ®
Kern beim Chiasma, auch reticulär gekoppelt
·
pathologische
Erscheinungen: sexuelle Frühreife, Magersucht u.ä.
189. Skizzieren
Sie die Funktionen der Hypophyse!
(16)
Hypophyse
besteht aus zwei Abschnitten:
1.
Vorderlappen -
Adenohypophyse
2.
Hinterlappen -
Neurohypophyse
Sie ist über
den Hypophysenstiel mit dem Hypothalamus verbunden
Funktionen:
zu1. Produktion und Speicherung 6 lebenswichtiger
Hormone
·
ACTH -
Wirkung auf Nebennierenrinde
·
TSH -
Schilddrüse
·
FSH -
Gonaden
·
LH -
Gonaden
·
Prolactin -
Milchbildung
·
GH -
Wachstum aller Körperzellen
zu 2. Speicherung von:
·
ADH -
Nieren
·
Oxytocin -
Uterus (Wehen), Brust (Muttermilch)
190 (20) Erläutern Sie am Modell die Lage, einige
Verbindungen und Funktionen der Großhirnabschnitte und einiger Kerne!
Abschitte:
rechte Hemisphäre: emotional; linke:
rational/Sprache
Lappen: temporal: Hören, Parietal:
Fühlen, Occipital: Sehen; Frontallappen (Handlung und Feinmotorik);
Lappen abgeteilt durch Sylvische Furche
(längs) und Sulcus Centralis (Quer)
Verbindungen:
Projektionsfasern: nur 1%
Assoziationsfasern: in verschiedene
Areale derselben Hemisphere
Kommissurenfasern: verbinden die gleichen
Areale in beiden Hemispheren durch den Balken.
Kerne:
Insula: Schmecken.
außerdem: spezifische Thalamuskerne etc.
sind aber nicht an der Oberfläche zu sehen.
191 (8) Skizzieren Sie Lage und Verbindungen des
Paleocortex!
Altester Rindenbezirk des Endhirns
Bildet zusammen mit Bulbus und tractus olfactorius das Riechhirn
Bildet zusammen mit dem Paleocortex den
Temporallappen
Paläocortex: 3-Schichtige Struktur, ist
durch starkes Anwachsen des Neocortex in die Tiefe gedrängt worden.
Ausgeprägte Verbindungen bestehen zur
Amygdala und zum Hypothalamus:
Verantwortlich für philognetisch altes,
aber durchaus komplexes Verhalten wie Appetenz und Aversion.
192 (10) Skizzieren Sie Lage und Verbindung des
Archicortex!
Nur 3 Schichten
- Hippocampus ist Hauptteil
- Lage: in der Tiefe der medialen Fläche des Temporallappens
- In Lernphase Vergleich zwischen alt und neu
Input:
- Cortex
- Gyrus cinguli (gehört die nicht auch zum Cortex???)
- Hypothalamus/Septum
Output:
- In Erregungszentren: Formatio
reticularis
- zum Cortex: (Schleifenfunktion zum
Lernen) Temporallappen umfaßt die neocorticalen Regionen 20/21, 22, 37,38,41,42
= Archicortex und die medial gelegenen, phylogenetisch älteren dreischichtigen
Anteile des Paleocortex (Gedächtnis und Sprachfunktion)
193. Vergleichen
Sie den Aufbau der Rinde des Hippocampus und des Neocortex! (1o)
Gemeinsamkeiten:
1.
Unterteilung in Felder
·
Hippocampus: 3-4
Felder (CA1 - CA4), je nach Literatur
·
Neocortex: 47 Felder
2. Schichtung
·
Hippocampus: 3
Schichten
·
Neocortex: 6 Schichten
3. Pyramidenzellen
·
Hippocampus: Dendriten
der P.zellen laufen in beide Richtungen, sog. Doppelpyramiden ®
stärkere horizontale Verteilung
·
Neocortex: nur
unspezifische Fasern aus der 1. Schicht reichen weit
194. Welche
sind die wichtigsten Verbindungen von und zur Neuhirnrinde? (6)
·
Output von den
Pyramidenzellen: Schicht 5 (innere Pyramidenzellschicht)
·
spezifisch-sensorischer
Input: Schicht 4 (innere Körnerzellschicht)
·
unspezifisch-sensorischer
Input: Schicht 1 (Molekular-/ Faserschicht)
·
Input von anderen Pyramidenzellen:
Schicht 3 (äußere Pyramidenzellschicht)
·
Apikaldendriten der
Pyramidenzellen haben direkte Verbindung zu Kommissurenfasern und
Assoziationsfasern in Schicht 2 / 3 / 4
195. Skizzieren
Sie die wichtigsten Stationen des vegetativen Nervensystems und deren
Transmitter! (16)
Hypothalamus:
·
oberste Schaltzentrale
·
trophotrope Zone vorne
·
ergotrope Zone hinten
oben
·
absteigende
Rückenmarksbahnen für beide Systeme im Seitenhorn
Parasympathicus:
·
Westphal-Edingscher
Kern
·
Speichelkern
·
Vaguskern
·
sechs Ganglien
·
Kerne der Ganglien im
Erfolgsorgan
·
Transmitter: Ach (prä-
und postganglionär)
Sympathicus:
·
Zellkörper der
präganglionären sympathischen Neurone im Brust- und oberen Lendenmark
·
Austritt der Axone über
Vorderwurzel
·
sympathische Ganglien
liegen hauptsächlich paarig rechts und links der Wirbelsäule (sog.
Grenzstränge)
·
dort Umschaltung
·
Transmitter:
präganglionär Ach, postganglionär Noradrenalin (im Nebennierenmark 80%
Adrenalin)
196. Skizzieren
Sie Lage und Funktion der Pyramidenbahn! (6)
·
Ausgangsort:
Motorcortex, Area 4 und 6
·
ununterbrochener
Verlauf bis
·
Motoneuron, dort
Verschaltung
·
Bahnkreuzung im
Halswirbelbereich (Decussatio pyramidum)
·
topologische
Organisation: Fasern für obere Extremität medial, für untere Extremität lateral
·
Funktion: Feinmotorik
(z.B. Finger, Zunge, Hand, Kehlkopf)
197. Skizzieren
Sie Lage und Funktion des extrapyramidalmotorischen Systems! (6)
Lage:
1.
Basalganglien
·
Striatum
·
Pallidum
·
Substantia nigra
2. Kleinhirn
Funktion:
·
Mimik
·
Gestik
·
weitgehend
Instinktmotorik
·
Affensprache
(=Galleyton)
Störungen
führen zu Chorea-Symptomen (=Athetose)
(Intentionen ®
Impulse ® Ballistik)
198. Skizzieren
Sie die Bestandteile und die Funktion der gemeinsamen motorischen Endstrecke! (8)
Bestandteile:
·
Motoneuron
·
Axon des Motoneurons
·
motorische Endplatte
·
Muskelfasern, die
davon erreicht werden (1-1ooo),
Beispiel: am Auge 6, in der
Rückenmuskulatur 7oo-15oo
Funktionen:
·
Verrechnung und
Weiterleitung der Information aus einer Vielzahl von Neuronen (Gehirn =
neuronales Netzwerk)
·
Konjugation zwischen
den beiden motorischen Zentren
·
monosynaptische
Reflexe wirken direkt auf ein Motoneuron (ohne Umweg über Interneurone)
199. Welche
Verbindungen aus der Netzhaut gibt es, die nicht zum Corpus geniculatum
laterale und zum okzipitalen Cortex ziehen? Welche Funktionen sind damit verbunden?
(6)
·
extrastriatales
Sehsystem: vom Nervus opticus zum Tegmentum (Orientierungsverhalten)
·
accessorisches
Sehsystem (circadianer Rhythmus)
·
Epiphyse (retinal
verknüpft, Melatoninbildung lichtabhängig)
·
Folgereaktion
(Eisenbahnnystagmus)
·
hypothalamisches
Sehsystem
200. Wie
ist das Somatotopie-Prinzip im Hörsystem realisiert? (6)
·
tonotope Abbildung
·
Cochleaerstreckung des
Schalls wird weitergeleitet
·
Ortstheorie:
Haarzellen an den Orten des Schwingungsmaximums werden erregt
·
hohe Töne - optimale
Erregung stapesnah
·
tiefe Töne - optimale
Erregung stapesfern = helicotremanah
·
bei tiefen Tönen muß
der Bereich für hohe Töne also miterregt werden und wird wahrscheinlich
lateral gehemmt
201. Woraus
besteht die Erbsubstanz? (1o)
·
doppelter
Chromosomensatz
·
mütterliche Vererbung
der mitochondrialen RNA
·
DNA liegt in
Doppelhelixstruktur vor
·
Vererbung über vier
verschiedene Basen:
Adenin - Thymin; Guanin - Cytosin (nur diese Paarungen!)
·
das Rückgrat der Stränge
bilden abwechselnd Phosphat- und Zuckermoleküle, daran gebunden sind Basen,
die über Wasserstoffbrücken mit ihrer jeweiligen Komplementärbase am 2. Strang
verbunden sind
·
erklärbar nach dem
Leiterprinzip: Holme = Rückgrat, Sprossen = Aminosäurenpaare
·
Zuckermoleküle:
Ribose, Desoxiribose
·
Triplett von
Basenpaaren codiert eine Aminosäure
202. Wie
kommt es zur Kopie der Erbsubstanz bei der Zellteilung und bei der Bildung
der Keimzellen? (4)
Zellteilung:
·
Mitose (identische
Reduplikation) ® Aufschneiden des Doppelhelixstranges an
den Wasserstoffbrücken, das Komplementärsystem zu den offenliegenden Basen
wird synthetisiert und lagert sich an (Pro-, Meta-, Ana-, Telophase)
Keimzellenbildung:
·
Meiose: zusammengehörige
Chromosomen (= Chromosomen mit qualitativ gleichen Informationen) werden
getrennt (keine vorherige Verdoppelung)
Karyotyp:
Chromosomenbestand Û Phänotyp: zur Ausprägung gelangte
Chromosomeninformation
203. Welche
Veränderungen kann das Genom erleiden? (4)
Genom =
Chromosomensatz, beim Menschen 22 Paare + 1 Geschlechtschromosomenpaar
1.
Cross-Over und
Rekombination
2.
Mutation
(Strahlenschäden: Punktmutationen, z.B. an der Schwachstelle Wasserstoffbrücken)
3.
Beschädigung
(bekanntes Beispiel: beschädigtes Chromosom 5 ®
Katzenschreisyndrom)
4.
unvollständige
Trennungen / Verdoppelungen, vor allem bei der Meiose ®
Klinefelter- (xxy, m) / Turner-Syndrom (xo, f)
204. Wie
wird die im Genom gespeicherte Information weiterverarbeitet?
(4)
Bei der
Proteinbiosynthese wird in Form von messenger-RNA (m-RNA) eine Genkopie
hergestellt. Die Basensequenz der DNA wird dadurch abgelesen, daß sich
Ribonukleotide komplementär an den entsprechenden DNA-Abschnitt anlagern. Die
m-RNA löst sich vom DNA-Strang und dient als Anweisung für die
Proteinbiosynthese an den Ribosomen. An jedes Triplett der m-RNA bindet sich
eine t-RNA mit dem komplementären Triplett an. Jede t-RNA hat außerdem eine
Bindungsmöglichkeit für eine bestimmte Aminosäure. Diese “mitgebrachten”
Aminosäuren werden am Ribosom zur Polypeptidkette verknüpft.
205. Wie
geht der Weg vom Gen zum Verhalten beim Eiablageverhalten von Aplysia? (4)
Über Gene
werden Polypeptide, d.h. auch Hormone synthetisiert. Das Eiablagehormon bei
Aplysia wirkt an vielen Stellen, z.B. bei der spezifischen Muskelkontraktion
während der Eiablage, aber auch als Neuromodulator (Transmitter). Als solcher
wirkt es auf komplexe Verhaltensketten: Bereitschaften, Umstimmungen, z.B.
wenn selektive Handlungen nötig sind (®
Brutstimmung)
206. Wie
ist der Erbgang der Rot-Grün-Fehlsichtigkeit? (2)
1.
geschlechtsgebunden ®
d.h. auf dem x-Chromosom
2.
rezessiv
207. Wie
sieht das ANNETT’sche Modell der Erblichkeit der Händigkeit aus? (4)
Marian ANNETT:
Engländerin, Verhaltensforscherin
Postulat:
·
Gen mit bestimmtem Genort
für Rechtshändigkeit ist (nicht bei allen Menschen) vorhanden
·
fehlendes Gen bedeutet
Beidhändigkeit
·
Linkshändigkeit nur
unter Umwelteinfluß
·
Galley-Hypothese:
Linkspräferenz ist persönlichkeitsabhängig
eineiige
Zwillinge mit unterschiedlicher Händigkeit geben Hinweis auf pränatale
hormonelle Einflüsse
208. Skizzieren
Sie einige Erbkrankheiten mit Vorteilen für ihre Träger, bzw. ohne Nachteile
im Fortpflanzungsalter! (6)
Ein Vorteil ist
biologisch dann zu sehen, wenn die Fortpflanzung nicht gefährdet ist!
·
Sichelzellanämie: als
Krankheit nur bei homozygoter Veranlagung, dann aber tödlich; heterozygote
Merkmalsträger haben (statistische) Vorteile bei der Resistenz gegen Malaria
·
Schizophrenie soll
größere Resistenz gegen Infektionskrankheiten fördern
·
Osteoporose tritt erst
in der Menopause ein
·
Chorea Huntington
bricht erst jenseits des 4o. Lebensjahres aus
·
209. Wie
kommt es im Embryo zum Aufbau der 6 Schichten der Großhirnrinde? (6)
·
Wanderung der Zellen
von der Ventrikelschicht aus
·
geregelte
Wachstumsperioden, geordnet in verschiedene Phasen
·
Zellen wandern durch
bereits bestehende Schichten hindurch, dabei entstehen bereits erste Kontakte
zwischen den Zellen, schon unterschieden nach Apikal- und Basaldendriten
·
erste Wanderung machen
Schicht 5 und 6, durch beide hindurch jeweils die höheren Schichten
·
Pyramidenzellen und
Interneurone entsprechen also verschiedenen Wanderungen
·
typische
Wachstumsschäden, Beispiel: Migrationsstörung bei Legasthenie ®
in Area 39 finden sich Zellen in Schicht 1 (Theorie von GESCHWIND)
210. Wie
ist der Verwandtschaftsgrad zwischen Orang-Utan, Gorilla, Schimpanse
und Mensch? (8)
Die Abspaltung
des Schimpansen erfolgte erst vor 7 Millionen Jahren, daher ist er der nächste
menschliche Verwandte, alle andere Affenarten spalteten sich wesentlich früher
ab, vor ca. 15-2o Mio. Jahren. Belegt wird diese Hypothese durch die Annahme,
daß pro Zeiteinheit eine konstante Mutationsrate in der RNA auftritt. Daraus
läßt sich ablesen, wann sich ein Stamm abgetrennt hat (indem man die
Unterschiede im Genom zählt).
Die
Fossilgeschichte nahm zunächst an, daß es eine gemeinsame Abspaltung aller
Affen von den Menschen vor ca. 2o Mio. Jahren gab.
Methoden:
Fundstücke, Datierungsmethoden (z.B. Zerfallsrate radioaktiver Isotope)
211 (6)
Was sind die Besonderheiten von “Luci” (Australopithecus aferensis) im
Vergleich zum Jetztmenschen oder Schimpansen?
- sehr
klein (1,35 m)
- menschlicher Gang (Bipädie)
- Beckenform menschenähnlich
- Gebiß stärker ausgebildet (Eckzähne)
- Zahnbogen und Seitenzähne wie beim
Menschen
- kleineres Gehirnvolumen (fast wie beim
Schimpansen
Theorie:
- aufrechter Gang bringt Vortpflanzungsvorteile
- durch den aufrechten Gang sind zwei
Kinder gleichzeitig zu versorgen (auf dem Arm, an der Hand)
- Weibchen stark mit der Aufzucht
beschäftigt
- Ausbildung von Großgruppen
- Respektierung der “Ehe”
- Weibchen lebt im “Zentrum, Männchen
besorgt Nahrung
- beim Schimpansen liegt die
Fortpflanzungsfrequenz etwa bei 4-5 Jahren, beim Menschen bei 1- 1,5 Jahren
212 (5) Welche Ionenströme sind beim EPSP,
IPSP, Nervenaktionspotential und Muskelaktionspotential beteiligt?
S. 228 Langsame Potentiale: beide für
1-2mS Membranpermeabilität erhöhen, 10-12mS bis zum aktiven Wiederherstellen
des Ursprungszustandes. Beide Potentialarten sind auch in langsamer bekannt
(EPSP: bis zu 5 Min, IPSP: bis zu 300mS)
EPSP: Na+ ein.
IPSP: K+ aus, CL-
ein
Nerven-AP: Na+ ein, kurze Zeit
später K+ aus.
Muskel-AP: Na+ ein -> Ca2+-Ausschüttungaus
Terminalzisternen zu Sarkomeren (Ca2+ ist ”Second messenger”, wenn
man so will.
213. Wie
geschieht die Fortleitung des Aktionspotentials am myelinisierten Nerv? (6)
·
schnell
·
saltatorisch
·
ohne Verluste,
dennoch: bis zum nächsten Schnürring kleines Dekrement (=Verzögerung) ®
aktives Verstärkerelement, Leitungsverluste werden ausgeglichen
·
in eine Richtung
(Refraktärphase!)
·
quasi digitale
Codierung: Intensität wird transformiert in Häufigkeit der Aktionspotentiale
214. Was
haben die Dendriten z.B. einer Neocortex-Pyramidenzelle für
Funktionen? (4)
·
Informationen
aufnehmen
·
Informationen
gewichten (räumlich weiter entfernte Infos senden schwächere Impulse, Informationen
über den Basaldendriten erhalten mehr Gewicht als die über den Apikaldendriten)
·
Basaldendriten
erhalten typische, spezifische Informationen
·
über
dendro-dendritische Kontakte erfolgt parallele Informationsausbreitung
215. In
welche Prozesse läßt sich das Aktionspotential zerlegen? (4)
1.
Aufsummierung von
EPSPs
2.
Natriumprozeß -
Depolarisation
3.
Kaliumprozeß -
Repolarisation , beide positiv
rückgekoppelt
4.
Refraktärphase ®
langsame Rückführung des Ungleichgewichts (Ionenpumpe)
216 (7) Was sind die Unterschiede zwischen ionotoper
und metabotroper Ionentransmission?
Ionotroph: Informationsweiterleitung/Verarbeitung,
schneller Verlauf, bei APs bis 1000Hz. Sensorik und Motorik.
Metabotroph: Dauerhafte
Anderung der Übertragungsprozesse an der Membran; der Stoffwechsleprozesse der
postsynaptischen Zelle, häufig durch Cotransmitter. Findet i.d.R. langsamer
statt und moduliert die Erregungsweiterleitung, wobei dies das
neurophysiologische Substrat von Lernen ist. z.B. synaptische Depression =
Habituation; synaptische Sensiblisierung = Sensiblisierung.
Angeblich sterben nicht stimulierte
Nervenzellen nach der Geburt ab.
217 (4) Nennen Sie einige Beispiele für bekannt molekulare
Rezeptoren für Transmittersubstanzen!
S.262; Schlüssel-Schloß-Prinzip
Noradrenalin: Häufiger vorhanden
a1:
a2: Wirkungsvermitlung über second
messenger:
b: größtenteils erregend
b1: Wirkungsvermitlung über second
messenger cyclischesAMP.
b2:
Acetylcholin:
nikotinerge Synapsen: Stimulation durch Nikotin,
Blockierung durch Curare
muskarinerge Synapsen: Stimulation durch
Muskarin; Blockierung durch Atropin (Tollkirsche)
GABA: Rezeptor:
komplex, GABA, Barbiturat und Benzoediazepinarm
Dopamin:
D1: postsynaptisch
D2: prae- und postsynaptisch, wird bei
Schizophrenie mit Neuroleptika geblockt
218 (3)
Welche Bedeutung hat die Kenntnis der molekularen Rezeptorstruktur für
einen Transmitter?
Entwicklung von besonderen Medikamenten,
je nach Krankheit
unterschiedliche Rezeptorenmechanismen
D2- Rezeptoren
Neuroleptika
219 (4) Welche Besonderheiten zeichnen den GABA-Rezeptor
aus?
Verbreitester hemmender Transmitter im
ZNS. Rezeptor bewirkt CL--Einstrom, regelt die
Hyperpolarisation also nicht nur durch Kationenausstrom.
Komplexer Aufbau, Vielfalt von Funktionen,
weswegen auch vom GABA-Rezeptorkomplex gesprochen werden kann: hat 3
”Arme”: GABA-Arm, Barbituratarm (Alkohol) und Benzoediazepinarm (wirkt
synergetisch).
220 (4) Was sind Enkephaline und wo wirken
sie?
S. 266 Enkephaline sind Neuropeptide,
verwandt, aber nicht identisch mit den Endorphinen. Wahrscheinlich
inhibitorisch präsynaptisch wirksam.
Binden am Morphinrezeptor, 2 Arten von
Rezeptoren: m-Rezeptor: Analgetische Wirkung; d-Rezeptoren:
Euphorische Wirkung. Tritt i.d.R. gleichzeitig auf: ”Runner´s high”. Werden in
emotionalen Situationen und bei Schmerzen aus der Hypophyse in den Blutstrom
gegeben. Rezeptoren finden sich so ziemlich überall im Gehirn (weniger im
Neocortex) und Rückenmark: Stammhirn, limb. System, Hypothalamus, Thalamus
Chemisch nah verwandt mit dem Endorphin.
Enkephaline sind einfach klasse!
221 (4) Wo und wie wirken Neuroleptika?
z.B: D2-Blocker: wirken an
gleichnamigen Rezeptoren vor allem im limbischen System. Diese werden
Neuroleptika:
blocken bestimmte Dopaminrezeptoren (D2 Blocker),
bei Schizophrenie wird, da keine Pathologie an D1 Rezeptoren
vorliegt, davon ausgegangen, daß das D2 System überempfindlich sein muß. Haben
dann tatsächlich auch antipsychotische Wirkung, sind also bei Schizophrenie
indiziert.
Leider auch Wirkungen auf Dopaminsystem in Basalganglien -> Parkinsoähnl.
Symptome.
Deswegen wird häufig noch ein Anti-Parksinsonmittel mit anderen Wirkmechanismen
gegeben.
Kokain
= Dopaminagonist, wirkt genau entgegengesetzt. Blockiert die Wiederaufnahme von
Dopamin, also wirkt Dopaminausschüttung länger erregend; was bei
Normalperrsonen zu Schizophrenieähnlichen Störungen führt und bei Schizos zur
Verschlimmerung.
222 (6) Wo und wie wirken Benzoediazepine?
Wirken an GABA-Rezeptoren im ZNS, z.B.
Stammhiorn, Neocortex
Verstärken hemmende Wirkung von GABA.
Wirken somit entkrampfend, was bei Epilepsie indiziert ist. Dienen über Hemmung
der mot. Bahnen auch der zentralen Muskelentspannung. Meistgebrauchtes
Schlafmittel (mein Gott, sind die Menschen wirklich so blöde?) -> Problem,
da REM/SWS Phasen zugunste der Zwischenstadien verkürzt werden -> paradoxe
Müdigkeit trotz Schlaf tritt auf. Auch häufig verschrieben bei Angstzuständen,
wo es noch kontrainduzierter ist: erst Dämpfung, dann aber, da Ursache nicht
beseitigt, wenn Medikamente abgesetzt werden: ist Angst stärker. Und da der
Körper adaptiert, muß die Dosis ab und an erhöht werden, was das Absetzten noch
schwieriger macht. Der perfekte Suchtmechanismus.
223 (6) Wo und wie wirkt Alkohol?
Wirkt als Agonist am GABA-Rezeptor, d.h.
sedierend.
Die stimulierende Phase, die nicht bei
allen Menschen auftritt, ist meist nur Durchgangsphase. Als Gaba-Agonist wirkt
er auchangstlösend, d.h. es läßt z.B. die Empfindsamkeit für Strafe nach.
Sedierende Mittel verlangsamen generell die Reaktionszeiten und führen auf
Dauer zur Müdigkeit.
Die meisten Fragen sind nach dem Studium
der vorgeschriebenen Literatur (s.o.) ohne weiteres zu beantworten, bei einigen
ist Vorlesungsstoff vorausgesetzt. Über die Punkte läßt sich am besten vor der
Prüfung streiten!!
Die Prüfungsmodalitäten bei Herrn Galley
sehen wie folgt aus:
Der Computer druckt 12 Fragen aus dem
Pool, von diesen müssen 10 beantwortet werden. Die bei diesen 10 Fragen maximal
erreichbaren Punkte sind dann die 1.0 usw. (Der Computer legt eine Notenkurve
über die Punkte). Somit richtet sich die Benotung nach der relativen, nicht
aber der absoluten Punktzahl, was einen in die angenehme Situation versetzt,
beim Aussortieren der Fragen nicht unbedingt auf deren Punktzahl achten zu
müssen. Auch 20er Fragen können bedenkenlos rausfliegen.
Es muß nicht direkt am Anfang entschieden
werden, welche Frage rausfliegt, mensch kann erstmal anfangen, das zu
beantworten, was man kann, um dann aus den verbleibenden Fragen 2
auszusortieren. Wenn allerdings mit der Beantwortung einer Frage bereits
beantwortet ist, kann diese nicht mehr aussortiert werden.
Als Strategie ist zu bedenken:
- je weniger Punkte insgesamt geholt
werden können, desto eher fällt der einzelne Punkt ins Gewicht. (D.h. bei 10
12er Fragen ist es ohne Probleme möglich, mit 11 oder 10 Punkten pro Frage eine
1 zu bekommen, bei 10 4er Fragen ist man mit nur 2 Punkten pro Frage bereits an
der 50% Grenze der erreichbaren Punkte, bei welcher es zumindest in der Schule
die 5 gibt). Dies spricht dafür, eher Fragen mit mehr Punkten im Pool zu behalten,
umgekehrt ist es aber so, daß Fragen mit weniger Punkten eher reproduziert
werden können: es ist einfacher, 4 von 4 ”Wissensinhalten” wiederzugeben als 20
von 20. Dies spräche dafür, Fragen mit vielen Punkten rauszuwerfen.
Menschlich gesehen ist die Prüfung sehr
angenehm. Herr Galley nimmt sich Zeit, nachzufragen, ob und was man nicht
verstanden hat und ob nicht doch noch das eine oder andere Pünktchen drin ist,
was aber auch heißt, daß u.U. Wartezeiten von einer Stunde und mehr auftreten.
Die Durchfallquote ist recht niedrig bis kaum vorhanden.