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Michelangelo - Merkmale der Renaissance


Referat  

"Michelangelo"

        Bildhauer, Architekt und Dichter

 

 

1. Einleitung: Merkmale der Renaissance

2. Biographie und Lebenswerk

2.1     Jugendjahre (1475 - 1505)

2.2     Jahre der Reife (1505 -1534)

2.3     Altersjahre in Rom (1534 - 1564)

3.Michelangelos kunsthistorische Bedeutung

4.Quellen

                                                                                                                          

Die Kunst der Renaissance

Der Begriff "Renaissance" stammt von dem Maler, "Kunstgeschichtler" und wohl bedeutendsten Michelangelo-Biographen des 16. Jahrhunderts, Giorgio Vasari, der von einer "rinascita´", also einer Wiedergeburt der Kunst spricht.

Vertreter der Hochrenaissance sind (Michelangelo, Leonardo da Vinci und Raffael).

Wesentliche Merkmale kennzeichnen diese Wiedergeburt:

-        Rückbesinnung auf Geist und Formen der Antike

-        (Wieder-)Entdeckung der Perspektive, besonders der Zentralperspektive (bedeutend für die Kunst, Philosophie und Wissenschaft)

-        Entdeckung des Körpers (Berechnung und Untersuchung auf Gesetzmäßigkeiten)

-        Naturstudium /ein neues Gefühl für körperliche Schönheit / Wertschätzung des nackten, menschlichen Körpers

-        Die Kunst bemüht sich, die christlichen Thematiken mit dem Geist der Antike zu "veredeln" und die Kulturen miteinander zu verschmelzen.

-        Kirchliche, soziale und kulturelle Umschwünge: Die Reisen Kolumbus' in die neue Welt, das Aufblühen des Humanismus, die Erfindung der Buchdruckerkunst durch Gutenberg, die Reformation, und etwas später die Widerlegung des geozentrischen Weltbildes durch Kopernikus, markieren um 1500 den Höhepunkt einer neuen Denkweise.

-        Die Darstellung der Menschen ist realistisch , so dass auch ihre Gefühle wirklich aufgezeigt werden

Um 1490 tritt Michelangelo Buonarotti mit seinen ersten Werken am Hof der Medici ins Licht der Kunstgeschichte. Es ist eine Zeit, in der die Kunst eine uneingeschränkte Vorzugsrolle und eine weitgehende Unabhängigkeit genießt der Höhepunkt der Renaissance, der bis etwa 1530 andauert. Michelangelo hat also das Glück, in einer Zeit geboren zu werden, die seinem Talent entspricht und ihn durch zahlreiche Aufträge fordert. 

Michelangelo wuchs in der Republik Florenz auf, die von den Medicis regiert wurde. Als die Stadt ein Goldenes Zeitalter unter Lorenzo de` Medici erlebte, verglich man Florenz auch mit dem antiken Athen.

Der Humanist Lorenzo de` Medici unterstützte Kunst und Literatur. Michelangelo wurde stark durch den katholischen Glauben geprägt und wurde im Laufe seines Lebens immer religiöser. Michelangelo verbindet im Laufe seines Lebens immer mehr seine subjektiven Gefühle und Empfindungen in seine Kunstobjekte, wobei er sich selbst in religiöse Themen einbezieht.(Zitat: »Die Kunst gehört keinem Lande an, das Vaterland der Kunst ist der Himmel.«)

Michelangelo war, wie vielen unbekannt, hauptsächlich Bildhauer. Alle seine Werke bereitete er in Skizzen vor. Zur Malerei wurde er gezwungen und er schätzte sein Talent für die Malerei als sehr gering ein.

Angaben über Leben und Werke

-        Tabellarische Biographie -

 

2.1 Jugendjahre (1475 - 1505)

 

6. März 1475

Michelangelo di Ludovicio di Lionardo di Buonarroti Simoni wird in Caprese als zweiter von fünf Söhnen geboren.

Vater: Lodovicio di Leonardo di Buonaroti Simoni (Bürgermeister)

Mutter: Francesca di Neri di Miniato del Serra

Ende März: Die Familie kehrt nach Florenz zurück.

Mit seiner Familie verbindet ihn ein starkes Zugehörigkeitsgefühl

1481

Michelangelos Mutter stirbt.

1485 - 1487

Erste Anregungen zum Zeichnen durch den sechs Jahre älteren Francesco Granacci führen zum  Widerstand des Vaters, der eine künstlerische Karriere seines Sohnes ablehnt.

1. April 1488

-        Michelangelo tritt nach Überzeugung seines Vaters in die Werkstatt von Domenico und Davide Ghirlando ein. (Lehrvertrag auf 3 Jahre befristet)

-        Florenz gleicht einem Museum

1489 - 1492

-        Michelangelo verlässt vorzeitig die Werkstatt und  studiert unter seinem Mentor Bertoldo di Giovanni (Bildhauer) die von Lorenzo il Magnifico zusammengetragenen Kunstwerke.

-        Lorenzo il Magnifico erkennt sein Talent und nimmt ihn wie einen Adoptivsohn bei sich auf.

-        Michelangelo kommt in engen Kontakt mit den Humanisten des Mediceerhofes ("dem innersten der Renaissance") (Poliziano, Mirandola, Ficino u. a.).

-        Michelangelo wird stark durch die neuplatonischen Lehren beeinflusst, bleibt aber dennoch ein unabhängiger Geist

-        Neuplatonismus: Schönheitsliebe, in einem schönen Körper wohnt die Vollkommenheit, Wissensdurst, Faszination der Antike,

Werke: "Madonna an der Treppe":

-        Hinführung zur Pietà

-        Profildarstellung der Madonna mit Heiligenschein und Kind

-        Jesus als Rückenfigur (neues, ungewöhnliches Motiv)

        "Kentaurenkampf"

-        Michelangelo stellt zum ersten Mal den menschlichen Körper plastisch dar.

-        Darstellung wirkt kräftig und lebendig, weist somit auf folgende werke hin.

8. April 1492

Tod seines Gönners Lorenzo il Magnifico de` Medici.

Michelangelo kehrt trotz guter Beziehungen zum Hofe wahrscheinlich nach Hause zurück.

Werke: "Kruzifix", "Herakles-Statue"(seit dem 18. Jh. verloren)

1494

Michelangelo geht nach Venedig und kurz darauf nach Bologna. Er verbringt ein Jahr bei Gianfrancesco Aldovrandi und erschafft die drei Skulpturen für die Arca in der Kirche S. Domenico.

1495

Nach seiner Rückkehr wird er in Florenz von Lorenzo di Pierfrancesco de` Medici aufgenommen und führt für ihn den "Johannesknaben" und den "Schlafenden Amor" (beide verschollen) aus.

1496

Michelangelo lebt als Gast im Hause des Kardinals Raffaello Riario in Rom.

Werke: "Amor-Apoll" (verschollen), "Bacchus" (einziges heidnisches Werk)

18. November 1497

Erste Verhandlungen über die Pietà zwischen Michelangelo und Kardinal Jean Bilhères de Lagraulas (Botschafter Karls VIII. und Papst Alexander VI.)

27. August

1498

Michelangelo unterzeichnet den Vertrag für die

Pietà:

-        er bezeichnete es als "Ebenbild des Herzens"

-        neuplatonischer Glaube: in körperlicher Schönheit manifestiert sich ein edler Geist

-        Michelangelo auf Kritik zur Jugend der Madonnendarstellung: "Wisst ihr nicht, dass keusche Frauen länger jung bleiben als solche, die es nicht sind?"

1499

Die Pietà wird abgeliefert und Michelangleo wird über Nacht berühmt.

1501

-        Michelangelo kehrt nach Florenz, in sein sog. "Nest" zurück.

-        Er unterzeichnet am 5. Juni den Vertrag für die fünfzehn Marmorstatuen für den Piccolomini-Altar im Dom zu Siena und am 16. August den Vertrag für den "David" mit der Bauhütte von S. Maria del Fiore.

-        Condivi beschreibt Michelangelos Wesen zu dieser Zeit folgendermaßen:

-        Charakter: geprägt vom überschwänglichen Optimismus bis zu tiefer Schwermütigkeit; ehrgeizig

-        Er glaubte daran, alles vollbringen zu können

24. April 1503

Michelangelo erhält von der Zunft der Wollweber und der Bauhütte von S. Maria del Fiore eine Bestellung für zwölf Apostelstatuen. Wahrscheinlich arbeitet er damals auch an der

"Tondo Pitti":

-        Kreiskomposition

-        religiöse Thematik

-        freiere Darstellung

1504

Michelangelo erhält gegen August den Auftrag für die Fresko der "Schlacht von Càscania".

Am 8. September wird die Marmorstatue des "David" aufgestellt. Am 11. Oktober wird der Vertrag für die fünfzehn Marmorstatuen für den Piccolomini-Altar mit nur vier abgeschlossenen Statuen aufgelöst. Wahrscheinlich führt Michelangelo in diesem Jahr auch die "Tondo Doni" aus.

-        Heiligenfamilie

-        Auffällig: nackte Jünglinge (heidnisches Volk): stehen im Kontrast zum Vordergrund

2.2 Jahre der Reife (1505 -1534)

1505

Es erfolgt Annullierung des Vertrages für die zwölf Apostelstatuen. Nur die

statue des "hl. Matthäus" wurde ausgeführt.

Michelangelo entwirft für Papst Julius II. das Grabmal und sucht im Dezember in Carrara die passenden Marmorblöcke aus.

-        Papst: kriegerisch; sammelte antike, mythologisch orientierte Kunstobjekte

-        Grabmal überschattete 40 Jahre Michelangelos Leben

-        Das Vorhaben wird oft als sein größter Fehlschlag seines Lebens genannt

-        Michelangelo war jedoch an Verträge gebunden und äußerst und ehrgeizig

-        Mosesdarstellung:

-        mit Gesetzestafeln.Hörner falsche Übersetzung: hebräisch "Licht" Falsche Übersetzung in der vulgata

-        scharfer Blick, intelligent, machtvoll, Zorn gebändigt

-        neben Moses: Rahel und Lea

-        nur der untere Part und des Grabmals stammt von Michelangelo

-        von zahlreichen Planentwürfen sind nur 3 von 32 Statuen von Michelangelo geschaffen worden

1506

Michelangelo ist in diesem Jahr "live" bei den Ausgrabungen der ihn beeinflussenden Laokoon-Gruppe dabei.

Am 31. Januar kehrt Michelangelo nach Rom zurück, wird jedoch nicht vom Papst empfangen. Sein Auftrag bleibt unbestätigt. Darauf verlässt Michelangelo Rom und kehrt am 18. April nach Florenz zurück, wo er den Karton für die "Schlacht von Càscania" vollendet.

-        Michelangelo ist mit dem Papst zerstritten, der ihn nicht mehr beachtet (keine Unterstützung)

Am 21. November kommt es in Bologna zur Aussöhnung zwischen Michelangelo und Papst Julius II., der sofort ein Bronzebildnis bestellt. Michelangelo bleibt in Bologna und führt den Auftrag aus.

- lebt armselig, um die Bronze bezahlen zu können

1508

Am 21. Februar wird das Denkmal für Julius II. enthüllt. Im April begibt sich der Künstler nach Rom, um widerwillig den Auftrag für die Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle in Rom zu übernehmen.

-        Ölmalerei : "gut für Weiber", "für Faulenzer"

-        Näheres wird Julia erzählen!!!

1509 - 1510

Michelangelo arbeitet an den Fresken der Sixtinischen Kapelle

1511

Der erste Teil der Fresken wird im August zur Besichtigung freigegeben.

1512

Michelangelo vollendet am 11. Oktober sein Werk

1513

Papst Julius II. stirbt.

-        Michelangelo ist bekümmert, obwohl es Streitigkeiten gab

-        Er arbeitet von 1513 bis 1516 ununterbrochen am Grabmal

1514

Auftrag für die Ausführung eines "Auferstandenen Christus"(15.Juni). Auch die Fassadengestaltung der Kapelle des Papstes Leo X. in der Engelsburg gelangen im November zur Ausführung.

1515

Der Papst Leo X. verleiht im Dezember der Familie Michelangelo Buonarrotis den päpstlichen Graftitel.

1516 - 1518

Michelangelo arbeitet an dem Grabmal Julius`II. und für Papst Leo X. an der Fassade von S. Lorenzo (bis 1534). Mehrmals reist er nach Carrara um die notwendigen Marmorblöcke zu beschaffen.

- Michelangelo über seine Schaffensfreude: "Ich fühle in mir die Kraft, die Fassade von San Lorenzo so zu schaffen, dass sie ein Spiegel der Architektur und der Bildhauerei für ganz Italien sein wird."

1520

Aus nicht geklärten Gründen entbindet Papst Leo X. Michelangelo vom Auftrag für die Fassade von S. Lorenzo. Michelangelo ist verständlicherweise erbittert und arbeitet im Auftrag des Kardinals Guiliano de` Medici an einem neuen Projekt für die Sakristei von S. Lorenzo (Gräber für das Haus der Medici)

-        erstes architektonisches Vorhaben

-        Michelangelo bezeichnet sich selbst als alten Mann

1521

Michelangelo beginnt mit den großen Arbeiten für die Gräber der Medici in S. Lorenzo, wobei das Projekt innerhalb des Jahres auf 2 Gräber gekürzt wird.

-        Skulpturen für die Gräber:

-        1 Madonna

-        vier Allegorien: Morgen und Abend, Tag und Nacht

-        Statue von Lorenzo und

-        Statue von Guilano de`Medici

-        Nicht Personen, sondern allgemein Menschdarstellung: Wesen und Schicksal der menschlichen Seele

-        Vergänglichkeit des Lebens

Der "Auferstandene Christus" kommt fertiggestellt im August in Rom an.

1523

April: Michelangelo erhält von einem Erben Julius`II. eine Mahnung, weil das Grabmal für den verstorbenen Papst immer noch nicht fertiggestellt ist.

Dezember: Michelangelo kehrt nach Rom und erhält für den Bau des Grabmals eine Beurlaubung vom neuen Papst (Klemens VII.), damit er die Medici Gräber der Neuen Sakristei von S. Lorenzo vollenden kann.

Weiterer Auftrag: Bibliothek Laurentia

1524 - 1525

Michelangelo arbeitet an der Neuen Sakristei und beginnt ab September (1524) mit den Arbeiten an der Bibliothek Laurentia (unvollendet).

-        eine wie Lava fließende Treppe (neuartig)

1527

Seine Arbeiten in S. Lorenzo werden durch die neuerliche Verbannung der Medici unterbrochen.

1529

10. Januar: Michelangelo wird Festungsingenieur und entwirft Verteidigungspläne. (Florenz rüstet sich zur Verteidigung gegen das päpstlich-kaiserliche Heer)

6. April: Er wird zum Generalgouverneur der Verteidigungsanlagen ernannt.

-        Michelangelo: "Das ist nicht mein Beruf"

1530

Michelangelo arbeitet am Apoll für Baccio Valori.

12 August: Florenz wird eingenommen. Wenig später nimmt ihn Papst Klemens VII. wieder auf und er kann weiter an der Neuen Sakristei und der Bibliothek Laurentiana arbeiten.

1531

Michelangelo arbeitet an der Bibliothek Laurentia weiter. Und entwirft die Reliquientribüne für S. Laurenzo. Die dauernde Überbeanspruchung führt zu einer schweren Krankheit.

21. November: Weiteres Abkommen für das Grabmal Julius`II.

1532

Der Vertrag für das Grabmal Julius II. wird nochmals abgeändert; es sind nun nur noch sechs Statuen vorgesehen.

Michelangelo beginnt mit Tommaso de` Cavalieri ein "leidenschaftliche Freundschaftsbindung" und schickt ihm Gedichte und Zeichnungen.

Dezember: Fertigstellung der Reliquienbühne in S. Lorenzo

1533

22. September: Der Künstler erhält von Papst Klemens VII. die Aufträge für das Jüngste Gericht und die Sixtinische Kapelle.

Oktober: Michelangelo befindet sich wieder in Rom

2.3 Altersjahre in Rom (1534 - 1564)

1534

Michelangelo kehrt nach Florenz zurück, um die Arbeiten an den Skulpturen der Medici-Gräber in der Neuen Sakristei einzustellen. Er lässt sich endgültig in Rom nieder.

-        Michelangelo wird ordentlicher

-        entwirft seine Kleidung selbst

-        er sehnt sich nach Liebe und schreibt Liebesbriefe an seinen Freund Tommaso die Cavalieri

-        fühlt sich alt

-        zeigt er im grotesken Gedicht:

Wie Hummeln brumm` ich, in der Kruges Höhle

Das Auge in gebrochnen Farben schaut.

Die Zähne sind wie Saiten einer Laute,

Nach ihrem Klappern richtet sich der Laut.

Mein Antlitz fürchtet jeder, der es schaute;

Auf trockner Saat mein Anzug hinge gut,

Dass es im Wind den Krähen davor graute.

In einem Ohre sitzt mir Krötenbrut,

Im andern singt die Nacht durch ein Grille

1535

Papst Paul III., Nachfolger von Klemens VII., ernennt Michelangelo widerwillig zum "ersten Architekten, Bildhauer und Maler der vatikanischen Paläste."

1536

17. November: Der Papst entbindet Michelangelo während der Arbeiten für das Jüngste Gericht von jeder Verantwortung gegenüber den Erben Julius II.

1537

April: Michelangelo beginnt mit den Arbeiten am Jüngsten Gericht.

10. Dezember: Er erhält das römische Bürgerrecht.

Michelangelo lernt seine einzige weibliche LiebeVittoria Colonna (Witwe und religiöse Dichterin) kennen, die in ihm den christlichen glauben weckt

1539

7. Dezember: Verlängerung betreffs der Übergabe des Grabmals Julius` II.

1541

31. Oktober: Enthüllung des Jüngsten Gerichtes in der Sixtina

Von dort an ändert sich Michelangelos Stil

1542

20. August: Durch den letzten, geschlossenen Vertrag für das Grabmal Julius` II. muss Michelangelo nur noch eine Statue anfertigen. Mit der Vollendung des Grabmals beauftragt man Raffaello da Montelupo.

Michelangelo beginnt zum letzten Mal als Maler mit der Arbeit an den Werken für die Fresken: Bekehrung Pauli (1542-1554)

-        Bekehrung Pauli: Blendung auf dem Weg nach Damaskus

-        Wiedererkennung Michelangelo

-        Längere arbeit als an Sixt. Decke

1544

Michelangelo entwirft im Januar das Grab für Francesco Bracci und wird auch während seiner Krankheit im Juni im Hause Bracci gepflegt.

1545

Februar: Die Statuen für das Grabmal Julius` II. werden aufgestellt.

Dezember: Michelangelo vollendet das Grab von Francesco Bracci.

1546

Januar: Michelangelo liegt erkrankt im Hause des Roberto Strozzi und wird von Luigi del Riccio gepflegt.

April: Michelangelo beginnt mit der Arbeit an der Kreuzigung des hl. Petrus in der Capella Paolina.

-        Wegweiser für Manierismus (El Greco)

Oktober: Er übernimmt für den verstorbenen Antonio da Sangallo die Bauleitung für die zu errichtende Petersbasilika im Vatikan, die Fertigstellung des Palazzo Farnese und der vatikanischen Befestigungen in Borgo.

-        Überarbeitung der Grundrisse nach Bramante

-        "Das Gebäude lebt und atmet"

-        Aufbau nach den Formen des menschlichen Körpers, der Natur erwirken organische Einheit

-        Bau für Gott, Michelangelo wird nicht bezahlt

-        Kuppel ist sein Hauptsächliches Werk, Wahrzeichen Roms, das größte Bauwerk der Renaissance

-        Kuppel erst nur Kugel, dann Laterne um Höhe zu erwirken

è   dynamischer Aufschwung durch Rippenbögen

è   Halbkugel als Himmelsgewölbe

è   Inspiration durch den Dom von Florenz

1547

1. Januar: Michelangelo wird offiziell zum Bauleiter der Peterskirche ernannt.

25. Februar: Der Tod von Vittoria Colonna und kurz zuvor auch der Tod seines  Freundes Luigi del Riccio treffen Michelangelo besonders hart.

1549

Benedetto Varchi veröffentlicht seine in Florenz gehaltenen Vorträge über Michelangelos Sonette.

11. Oktober: Der Künstler erhält vom Papst Paul II. die bedingungslose Vollmacht für die Arbeiten an der Petersbasilika.

1550

Michelangelo vollendet das Fresko Die Kreuzigung des hl. Petrus.

G. Vasari veröffentlicht die erste Ausgabe der berühmten Vite (Biographie)und setzt dem Genie Michelangelo ein literarisches Denkmal.

Michelangelo übernimmt die Planung des Kapitolsplatzes

è   Rom als Nabel der Welt, Monumentalität

è   Erster geschlossener Platz

è   "fließende Treppe"

1551

Oktober: Wahrscheinlicher Beginn mit dem Bau der Villa Guilia, für die Michelangelo die Fassade entwarf.

1552

Die Arbeiten für die Freitreppe des Kapitols sind beendet.

1553

Michelangelo arbeitet an der Pietà aus Marmor, heute im Dom zu Florenz.

-        Pietà als Ausdruck, in Gott aufzugehen

Sein Schüler Ascanio Condivi veröffentlicht in Rom die Vita di Michelagnolo Buonarroti. (2. Biographie)

 

1555

Durch die Wahl des Papstes Marcellus`II. verliert Michelangelo vorrübergehend die Bauleitung der vatikanischen Basilika, aber schon kurz darauf besteigt Paul IV. den päpstlichen Thron und bestätigt erneut die innegehabten Amter des Meisters.

Michelangelo erteilt im September Instruktionen für die Freitreppe der Laurentiana.

Dezember: Mit der Pietà von Florenz unzufrieden, verstümmelt Michelangelo seine Arbeit, die Tiberio Calcagni zur Fertigstellung übergeben wird.

1556

Als im September das spanische Heer anrückt, verlässt der Meister Rom, begibt sich nach Loreto und schließlich nach Soieto, wo ihm am 31. Oktober die Aufforderung des Papstes zur Rückkehr nach Rom erreicht.

1558

November: Michelangelo arbeitet an einem großen Holzmodell für die Kupppel der Petersbasilika. Bald darauf ist ein kleines Tonmodell für die Treppe der Bibliothek Laurentia fertig.

1559

22. Februar: Beginn der Arbeiten an der Freitreppe der Laurentiana.

1. November: Michelangelo verspricht, sich mit der Kirche S. Giovanni die Florentini zu beschäftigen, für die er schon einige Zeichnungen ausgeführt hat. Im Laufe des folgenden Monats genehmigt Herzog Cosimo I. de` Medici aus Florenz seine Entwürfe für diese Kirche. Wahrscheinlich arbeitet er auch schon an der Pietà Rondani:

-        Michelangelo entsagte dabei der Kenntnis über den Körper

-        Lauschte nur seiner Seele, expressives Werk

1560

Michelangelo entwirft das Grabmal für Giangiacomo de` Medici für den Dom in Mailand, das von Leone Leoni ausgeführt wird.

1561

2. Juli: Unterzeichnung des Vertrages für den Bau der Porta Pia (Stadttor)in Rom.

9. November: Michelangelo stellt das große Holzmodell für die Kuppel der vatikanischen Basilika fertig.

1563

31. Januar: Eröffnung der ersten, europäischen Kunsakademie Accademia dei Disegno (Leitung: Michelangelo u. Cosimo I. de` Medici)

1564

21. Januar: Das Konzil von Trient beschließt mit der "Hosenmalerei" die "öbszönen" Partien des Jüngsten Gerichtes zu übermalen.

Am 12. Februar arbeitet Michelangelo an der Pietà Rondani und erkrankt zwei Tage später. Er weigert sich jedoch, im Bett zu ruhen und diktiert resigniert am 16. Februar seinen letzen Willen: Die Seele an Gott, den Körper der Erde und seinen Besitz den nächsten Verwandten.

18. Februar: Am späten Nachmittag stirbt Michelangelo - fast neunzigjährig und umgeben von seinen Freunden -  in seinem römischen Heim (Macel de` Corvi).

Auf Wunsch des Künstlers, in Florenz begraben zu werden,  lässt sein Neffe Leonardo am 10. März heimlich seine Leiche in die Vaterstadt transportieren, wo sie am 12. März in S. Croce beigesetzt wird. Auf Veranlassung der Akademie findet am 14. Juli in der Florentiner Kirche S. Lorenzo der feierliche Trauergottesdienst für Michelangelo statt: Benedetto Varchi hält die offizielle Laudatio.

Michelangelos kunsthistorische Bedeutung

Michelangelo repräsentierte den Typus des autonomen, rastlos-kreativen Renaissancemenschen, der einen nachhaltigen Einfluss auf Zeitgenossen und spätere Generationen ausübte ("Universalmensch"). Seine Existenz war von Leidenschaften und Widersprüchen geprägt, und in seinem Schaffen vollendet sich die Kunst der Epoche. Da die Homosexualität zu Lebzeiten weitgehend ein Tabu war, wurde sie in der Kunst indirekt ausgedrückt, so zum Beispiel im Bacchus, der "die Schlankheit der Jugend mit der runden Fülle einer Frau kombiniert".

Zeitlebens war er Vertrauter von Fürsten und Päpsten, wie auch von Gelehrten und Künstlern. Michelangelo, dem schon zu Lebzeiten zwei Biographien (Ascanio Condivi (Schüler)/ Giorgio Vasari (Freund)) gewidmte wurden, erhielt einen Göttlichkeitsstatus. Und noch heute ist er für viele Menschen eine mythische und symbolische Gestalt, die das Urbild des reinen und erhabenen Künstlers widerspiegelt.

Seine wirtschaftliche Abhängigkeit von hochgestellten Auftraggebern jedoch empfand er stets als schmerzlich. Als Michelangelo 1554 starb, trauerten die Zeitgenossen um den überragenden Künstler einer ganzen Epoche. Er war der Vollender der Hochrenaissance, Wegbereiter manieristischer (kühle, helle Farbgebung; erkünstelte Gebärden, Längung der Proportionen) und barocker Stiltendenzen. Seine Individualität war aber letztlich so groß, dass er keiner Stilrichtung eindeutig zuzuordnen ist. Michelangelo wurde zum Begründer einer neuen Vorstellung vom Künstler.

In einem Großteil der Literatur über M. wird eine Einordnung seiner Werke, sowohl in Bezug auf Ein- wie Auswirkungen, sehr nachlässig behandelt. Oftmals neigt man dazu, ihn als singulär dastehende Erscheinung zu sehen.

Seiner Persönlichkeit, der immer wieder faustische Tragik und beethovensches Titanentum aufgestempelt ist, sowie aus solchen "Erkenntnissen" resultierenden Interpretationen seiner Kunst wird dabei weit mehr Tribut gezollt als einer objektiven, wissenschaftlichen Identifikation seines Stils.

Natürlich sind Michelangelos offenbar widerborstiger, vielleicht sogar streitbarer Charakter, seine Neigung zu selbstgewählter Isolation, die Diskrepanz zwischen Zahl und Umfang seiner erdachten Projekte und dem tatsächlich ausgeführten Werk sowie seine gewaltige Formensprache Anlass genug, der Gefahr einer "Verromantisierung" zu erliegen und ihn als einsamen Kämpfer auf weiter Flur darzustellen.

Dennoch ist M. ein Künstler seiner Zeit, der freilich Aufgenommenes auf höchst individuelle Weise verarbeitet und dessen Kunst von Nachahmern leicht missdeutet und entsprechend weitergeführt wird.

Die Rezeption seines bildhauerischen Werkes ist sowohl bei Zeitgenossen als auch bei nachfolgenden Künstlergenerationen äußerst unterschiedlich. Sein Einfluß auf Zeitgenossen wie Bandinelli oder Sansovino ist unbestreitbar, ebenso ist deutlich, daß sich manieristische Künstler wie Giambologna und dann Cellini an ihm orientieren. Andererseits erfährt seine Arbeit sowohl zu Lebzeiten als auch später immer wieder massive Kritik, und letztlich ist die "moderne Wiederentdeckung" M.s erst Géricault und Delacroix zu verdanken, die dann von Rodin fortgeführt wird.

M. als "Vater" des Manierismus oder gar des Barock zu bezeichnen, ist gewagt und übertrieben. Weder das überzogene Virtuosentum des Manierismus noch die subjektive Gefühlswelt des Barock sind sein Anliegen, wohl aber eine individuelle Formensprache der Kraft, der Bewegung und der Energie, die er in der Gestalt des Menschen ausdrückt.











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