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BAD DRIBURG



BAD DRIBURG

1946 Gründung der Max-ck-Gesellschaft für die Brit. Zone. - Seit 1971 in Bad D. das erste Gymnasium für span. Gastarbeiterkinder in der BRD.

Friedrich Hölderlin (-> Lauffen/BW) weilte von Juli bis Oktober 1796 als Begleiter von Susette Gontard (»Diotima«) zur Kur in Bad D.; in ihrer Gesellschaft J. J. W. Heinse (-> Aschaffenburg/B). - Gedenktafel am Postgebäude, Lange Straße; Gedenkstein im Kurpark; Mosaik in der Trinkhalle.

Annette von Droste-Hülshoff ( Münster/ Roxel/NRW) kam 1813 zum erstenmal nach Bad D.; weitere Aufenthalte 18 und 19. Sie schrieb hier das »Bettellied« und ein Gedicht für das »Geistliche Jahr«, das auf der Rückseite einer Rechnung handschriftlich erhalten blieb. In ihren Briefen berichtet sie ausführlich über die Badebekanntschaften und Kuren. - Gedenktafel am Gästehaus neben der Trinkhalle; Mosaik in der Trinkhalle mit Szenen aus der »Judenbuche«.

Friedrich Wilhelm Weber (Alhausen) war 26 Jahre lang, 1841-67, hier prakt. Arzt, später auch Stadtverordneter und Abgeordneter im Preuß. Landtag. - Büste im Rosengarten des Kurparks; Gedenktafeln am Haus neben St. Peter und Paul sowie am Gasthof »Zum braunen Hirschen«, Lange Straße 70; Mosaik mit »Dreizehnlinden« in der Trinkhalle. - Vereinigung der Freunde des Dichters F. W. Weber. S Weitere Kurgäste u. a.: Sophie von La Roche ( Kaufbeuren/B), Amalia von Gal-litzin ( Münster), Adolf von Knigge ( Hannover/Bredenbeck/NS) und Johann Kaspar Lavater.


Alhausen (Bad Driburg-A.) Friedrich Wilhelm Weber, 25.12.1813 A., 5.4.1894 Nieheim, kath. Dichter, sein Epos »Dreizehnlinden« (1878) war lange Zeit ein beliebtes Hausbuch. War Arzt in Bad Driburg, -> Bad Lippspringe (Paderborn/NRW), Thien-hausen und Nieheim. Auch als Übersetzer tätig (u.a. A. Tennysons »Enoch Arden«). - W.: Gedichte (1881); Goliath (Ep. 1892); Herbstblätter (G. 1896). Ges. Dichtungen (Hrsg. H. Nestler, 1922). - Gedenktafel am Geburtshaus (heute W.-Museum). - Über A. (»Alding-haus« in »Dreizehnlinden«): »Das ist dort hinter den Weiden / Das Dörfchen treu und gut, /Der einzige Winkel der Erde, / Wo meine Seele ruht«. - Slg. StuLB Dortmund.

Annette von Droste-Hülshoff war ab 1797 öfter in den Sommermonaten auf dem Rittergut Haus Bökerhof bei ihren Verwandten: »Ich werde hier so äußerst freundlich und liebevoll behandelt, daß ich nächst Hülshoff hier wohl am liebsten bin.« In Erinnerung an die un-glückl. Liebe zu H. Straube im Jahr 1820 entstand das Gedicht »Die Taxuswand«. In BAD DRIBURG auch Lektüre von A. von Haxthausens »Geschichte eines Algierer Sklaven« (1818 in der Zs. »Die Wünschelrute«), Anregungen zur »Judenbuche«. Der Held »Friedrich Mergel« stammte aus dem nahen Bellersen und arbeitete in Ovenhausen. - 1964 wurde im Wald zwischen BAD DRIBURG und Ovenhausen an der Landstraße ein Droste-Gedenkstein gesetzt; in der Nähe stand bis 1820 etwa die Judenbuche.

Der Bökerhof, seit 1479 Haxthausenscher Besitz, war z. Z. der Droste ein Mittelpunkt der norddt. Romantik. Die Haxthausens, a. die beiden Onkel der Droste, Werner (1780-l842) und August (1792-l866/Nachlaß ÜB Münster), sammelten Volkslieder und schrieben für die Brüder Grimm (- Hanau/H) Sagen und Märchen auf (»Freundesbriefe«, 1878). 1811 weilte Wilhelm Grimm zum erstenmal in B., 13 lernte er dort die Droste kennen: »Es ist schade, daß sie etwas Vordringliches und Unangenehmes in ihrem Wesen hat Sie wollte beständig brillieren» 25 Jahre später erinnerte sich die Droste: »Wilhelm Grimm hat mir durch sein Mißfallen jahrelang den bittersten Hohn und jede Art von Zurücksetzung bereitet« Jacob Grimm war nur einmal Gast in BAD DRIBURG (1846); öfter dagegen der »Malerbruder« Ludwig Emil G. (»Erinnerungen aus meinem Leben«, 1911). -l854und 64 besuchte Luise Hensel (- Paderborn) die mit ihr befreundete Ludowine von Haxthausen. - Zur Gutsgemeinde BAD DRIBURG gehört auch die Abben-burg, der »Habichtshof« in Friedrich Wilhelm Webers »Dreizehnlinden« (der Bökerhof dort als »Bodinkthorpe«). Die A. war ein Lieblingsaufenthalt der Droste. Hier entstanden im Sommer 1845 zahlreiche Gedichte: »Das Haus ist angenehm, angefüllt mit altertümlichen Gegenständen und so still, daß man den ganzen Tag die Heimchen zirpen hört« Spaziergänge zum Vorwerk Heller-sen (Gelegenheitsgedicht: »Bei dem Ersten-Steinlegen in H.«).

Eine Schilderung des Droste-Kreises gab Karl Schulte Kemmighausen in der Einleitung zu seiner Slg. »Von Königen, Hexen und allerlei Spuk« (1957). -Josef Bergenthal: »Bökendorfer Reise. Eine Erzählung aus dem Leben der Droste« (1961).

Nieheim

Friedrich Wilhelm Weber lebte seit 1887 als Arzt in N. Kurz vor seinem Tod (5.4.1894) bereitete er noch die Lyrikslg. »Herbstblätter« vor. - Grab auf dem Friedhof; zwei Gedenkzimmer im W.-Haus (Sterbehaus, heute Bildungsstätte des Kolping-Werkes); gegenüber Gedenkstein und 13 Linden.

Peter Hille, 11.9.1854 E., 7.5.1904 -> Berlin, impressionist. Lyriker, Erzähler und Dramatiker. Der Lehrerssohn war mit E. Las-ker-Schüler (-> Wuppertal/NRW »Das Peter-Hille-Buch«, 1906) befreundet, führte ein Vagantenleben und war schon zu Lebzeiten als Literaturbohemien in Berlin eine legendäre Gestalt. Seine Texte schrieb er auf Zeirungs-ränder, Packpapier, Quittungen. Sein Roman »aus dem Teutoburger Walde«, »Die Hassen-burg«, erschien erst nach seinem Tod. - W.: Die Sozialisten (R. 1887); Des Platonikers Sohn (Dr. 1896); Kleopatra (R. 1901). Ges. Werke (Hrsg. J. Hart, 1905); Das Mysterium Jesu (Prosa 1921). - Gedenktafel am Geburtshaus; Gedenkstein am Waldrand. - Teilnachlaß StuLB Dortmund.

Thienhausen (Steinheim-Th.) Das alte Wasserschloß Th. bei Steinheim, seit 1526 Haxthausensches Gut, kam 1843 in den Besitz von August von H. Galt zu seiner Zeit als »Herberge der Gerechtigkeit« - so nannte auch Levin Schücking (-> Meppen/NS) seinen 1879 erschienenen Roman über Th. Das Schloß war Treffpunkt von Künstlern und Gelehrten, darunter die Brüder Grimm, der Nibelungenlied-Forscher und Schwager von A. Droste-Hülshoff J. M. Ch. von Laßberg ( Donaueschingen/BW) sowie Viktor von Strauß und Torney. Dessen Enkelin Lulu von Strauß und Torney (beide Bückeburg/ NS) schildert in ihrem 1933 erschienenen Buch »Vom Biedermeier zur Bismarckzeit« den skurrilen Th.er Kreis. - Karl Gutzkow (-> Berlin) gab seinem »Onkel Levinus von Hüllig-hoven« in »Der Zauberer von Rom« (1859-61) Züge Augusts Haxthausen. - Friedrich Wilhelm Weber, der 20 Jahre auf Th. wohnte (1867-87) und im Eckturm des Schlosses an seinem Epos »Dreizehnlinden« schrieb, setzte der Familie H. in der Gestalt des »Elmar, Herr vom Habichtshofe« ein lit. Denkmal.

Auf Schloß Hinnenburg bei Brakel wohnte Annette von Droste-Hülshoffs Tante Franziska, die Gräfin Bocholtz-Asseburg, bei der die Dichterin oft zu Gast war; Besuche auch im nahen Schlößchen Hainhausen. Andere Dro-ste-Schlösser: Haus Vörden, die Greven-burg, Holzhausen und Bruchhausen. (Nach neuesten Forschungen sollen die Beschreibungen von Höxter-Corvey, Wehrden, Herstelle, Bruchhausen u. a. in Freiligrath-Schückings »Das malerische und romantische Westfalen«, 1841, auf Aufzeichnungen der Droste beruhen.) In Neuenheerse (Bad Driburg-N.) besuchte die Droste die Freundin ihrer Mutter, »Tante« Felitz Böselager, die dort als Stiftsdame lebte. Heute ist im ehem. Abteigebäude ein Internat. - Unter den »Heimatbildern«, die Peter Hille in seiner »Hassenburg« gibt, auch Impressionen von Marienmunster und Oldenburg: »Das ganze Mittelalter: da zwischen schlichtem einfältigen Wald und Sassenköpfen der nächsten Wälder das graugeräumige Benediktiner-Kloster Marienmünster mit seinen tüchtig überschauenden Abbasaugen von Galerie zwischen den beiden sinnbewußten Türmen. Und über den etwas einfältigen grünen Sassenköpfen von Hügeln und Waldgebreiten das Zwing Uri: Oldenburg« - Aus Steinheim stammen Hermann Tulichius (1486 bis 1520), Vertrauter M. Luthers (-> Co-burg/B), » Orator bonus & poeta felix« stand auf seinem Gedenkstein am Johanneum in Lüneburg, wo er als Prof. der Beredsamkeit »in gebundener und ungebundener Rede gleichermaßen erfolgreich war« (R. Reineccius), und der Historiker Reiner Reineccius (1541-95/ ->Helmstedt/NS). Ebenfalls in St. gebürtig der a. als Jugendbuchautor bekanntgewordene Albert Hochheimer (1900-76), der 1938 über Holland und Frankreich in die Schweiz emigrierte. »Die Geschichte der großen Ströme« (1954) war sein schönstes Buch. L.: E. Hock, Dort drüben in Westfalen. Hölderlins Reise nach Bad Driburg mit Wilhelm Heinse und Diotima, 1949.

Detmold (NRW), Höxter (NRW), Paderborn (NRW).












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