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Mainfränkisches Museum Würzburg

Mainfränkisches Museum Würzburg

Adresse: Festung Marienberg, 97082 Würzburg.

Telefon: (0931) 43016.
Telefax: (0931) 43018.

Eintrittspreise: Erw. DM 5,-; Erm. DM 2,50; Gruppen (ab 20 Personen) DM4,-.

Öffnungszeiten: Apr.-Okt: Di.-So. 10.00-l8.00 Uhr; Nov.-März: Di.-So. 10.00-l6.00 Uhr. Sammlungsschwerpunkte: Mainfränkische Kunst, Riemenschneider-Sammlung, Barockgalerie, Barockplastik, Glassammlung. Museumspädagogik: versch. Angebote.

Führungen: regelmäßig und nach Vereinbarung. Führer: H.-P.
Trenschcl: Mainfränkisches Museum Würzburg - Wegweiser durch die Schausammlungen. Lindenberg, 1999. H. P. Trenschel: 150 Meisterwerke aus dem Mainfränkischen Museum Würzburg, Würzburg 1997.

Hoch über der Stadt, in der stolzen Festung Marienberg, ist das Mainfränkische Museum untergebracht. Das 1913 in einem umgestalteten Institutsbau des 19. Jahrhunderts eröffnete Fränkische Luitpold-Museum bestand aus Sammlungen des Historischen Vereins, des Fränkischen Kunst- und Altertumsvereins und der Stadt Würzburg. Es ist zugleich Landesmuseum Unterfrankens sowie Historisches Museum für das Gebiet des ehemaligen Hochstifts Würzburg und des Herzogtums Franken. Beim Stadtbrand am 16. März 1945 wurde das Gebäude des Museums llkommen zerstört. Alle wandfesten Ausstattungen samt Stuckdecken und Vertäfelungcn, Tausende n Fayencen, Porzellan und Steingut, fast die gesamte Holzplastik des Barock und Rokoko und über 500 Gemälde dieser Zeit gingen zusammen mit den riesigen Depotbeständen aller Abteilungen zugrunde.




Als einziges unter den deutschen Museen hatte das Würzburger sein Haus völlig verloren; an einen Wiederaufbau am alten Platz war nicht zu denken, auf einen Neubau zu warten war utopisch. So wurde 1946 im teils abgebrannten, teils beschädigten Bereich der Festung Marienberg ein neues Heim für das Museum eingerichtet. In dem 1708-l712 unter Andreas Müller, Lehrer des Architekten Balthasar Neumann, erbauten Zeughaus sowie in den Gewölben der 1605 (nach Plänen des Nürnberger Baumeisters Jacob Wolff d. A. für Fürstbischof Julius Echter n Mespelbrunn als damals westlichstes Bollwerk der Feste) errichteten Echterbastei befinden sich auch heute noch die Ausstellungsräume des Mainfränkischen Museums. Im Herbst 1947 konnte das Mainfränkische Museum mit fünf Sälen im Westflügel des notdürftig hergerichteten Zeughauses als eines der ersten in Deutschland seinen Ausstellungsbetrieb wieder aufnehmen. In stufenweisem Ausbau folgten im Jahre 1950 der Südflügel des Zeughauses samt Südbastei mit den Rittergrabmälern und die Kelterhalle, 1951 die Schönbornhalle mit den Schönborn-Grabmälern aus dem Bamberger Dom, 1952 die ganze Echterbastei, welche damit den idealen Rahmen für die »Franconia Sacra«-Ausstellung abgab; 1953 folgte die Vorgeschichte im ehemaligen Echter-Stall; später folgten das Musikzimmer sowie der Steinsaal und die lkskundliche Schau. Mithilfe der Büttnerzunft konnte 1982 eine Büttnerwerkstatt eingerichtet werden. Eine wesentliche Erweiterung erfuhr das Museum im Herbst 1999 mit der Eröffnung der neu konzipierten Stadtgeschichtlichen Abteilung des Fürsten-baumuseums im zweiten Obergeschoss des Stadtflügels der Hauptburg. Hier setzen besonders die beiden Großmodelle der Stadt Würzburg eindruckslle Akzente; das spätmittelalterliche Würzburg wird anschaulich durch das holzgeschnitzte Stadtmodell »Würzburg um 1525«, und das unbegreifliche Ausmaß der Zerstörung der Stadt durch das Modell »Würzburg nach dem 16. März 1945« erschütternd r Auge geführt. Kern des Museums war und ist die große Sammlung n Werken Tilman Riemenschneiders, seiner Werkstatt und Schule, eingebettet in den Rahmen der gotischen Plastik aus Würzburg und Franken. Daneben steht als anderer Schwerpunkt im Bereich der Bildhauerei das Barock und Rokoko.

Der Rundgang führt zunächst in den mit mittelalterlichen Plastiken und Tafelbildern ausgestatteten Kirchensaal. Der Steinsaal im ersten Obergeschoss, der nach seiner schönen Aussicht auf die Weinhänge des Steinbergs benannt ist, enthält eine beachtliche Kollektion n Gemälden des 19. Jahrhunderts, darunter Porträts wichtiger historischer Persönlichkeiten. Die sich anschließende Barockgalerie zeigt eine Auswahl bedeutender, für die Region tätiger Maler wie Cornelis de Vos (1585-l651, Bildnis der Familie Hütten), Markus Friedrich Kleinert (1694-l742, Porträt Balthasar Neumanns), Johann Gottfried Auerbach (1697-l753, Porträt des Fürstbischofs Friedrich Karl n Schönborn), Johann (1702-l762) und Januarius Zick (1730-l797) sowie Skizzen des Venezianers Giovanno Battista Tiepolo (1696-l770) und seiner Söhne. Von herausragender Bedeutung ist der Riemenschneider-Saal mit berühmten Werken des Bildhauers Tilman Riemenschneider (um 1460-l531) wie der Trauernden Maria, Adam und Eva, der Maria mit Kind und den Leuchterengeln. Aus dem Nachlass des letzten Würzburger Hofbildhauers, Johann Peter Wagner (1730-l809), stammt die Sammlung fränkischer Ton- und Holzmodelluren der Barock- und Rokokozeit. Die Bozetto-Samm-lung gehört zu den größten der Welt. Kunstgewerbliche Raritäten aus Porzellan und Fayence (Kollektion Ansbacher Fayencen und so genannte Hausmaler-Fayencen) schmücken einen weiteren Saal des Zeughauses. Als besonderer Anziehungspunkt gelten die Original-Gartenplastiken des Hofbildhauers Ferdinand Tietz (1708-l777) aus dem ehemaligen fürstbischöflichen Sommerschloss Veitshöchheim bei Würzburg. Das südliche Ende der Bastei bildet der mit gotischen Grabsteinen und Grabmälern der Renaissance ausgestattete Rittersaal, in dem alljährlich Adventskonzerte veranstaltet werden. Wertlle Gold- und Silberschmiedearbeiten sowie eine Auswahl der fränkischen Plastik des 14. und 15. Jahrhunderts führen hin zum nördlich gelegenen Kiliansaal, der einen Überblick über das kirchliche Kunstgewerbe n der Anfangszeit des Würzburger Bistums bis zur Barockzeit gibt. Über eine Wendeltreppe ist die lkskundliche Abteilung zu erreichen, in der bäuerliche Arbeitsgeräte, Trachten und Möbel zu sehen sind. Zahlreiche oftmals farbig gestaltete Exponate zeugen n der Vielfalt und Vielgestalt der religiösen und profanen Volkskunst, unter anderem prächtige Festtagstrachten aus dem Gchsenfurter Gau oder ein mit allegorischen Szenen bemalter Schrank aus Wunsiedel (1755).

Herrzuheben ist außerdem eine um 1745 bis 1750 eingerichtete Apotheke aus Dettelbach am Main sowie eine funktionstüchtige und mit allem Zubehör ausgestattete Büttner-Werkstatt. Eine Winzerstu-bc aus Sulzfeld (um 1590), ein Biedermeierzimmer mit Pariser Papiertapeten (um 1790) und eine Kollektion farbenreicher Hinterglasbilder runden die Abteilung ab. In den ehemaligen Stallungen der Feste im Untergeschoss ist die r- und frühgeschichtliche Sammlung untergebracht. Sie dokumentiert mit einer Fülle n Exponaten die Entwicklung des unterfränkischen Gebietes n der Altsteinzeit bis zum Mittelalter. Der Abschluss des Rundgangs führt durch die Kelterhalle in die Schönbornhalle, in der regelmäßig Museumskonzerte stattfinden. Im 2. Obergeschoss der Festung Marienberg, jenem zur Stadt gerichteten Bauteil, der bis 1719 die fürstbischöflichen Wohnräume enthielt, ist seit 1990 die stadtgeschichtliche Abteilung des Mainfränkischen Museums untergebracht. Sie gibt anhand ausgewählter Exponate einen Überblick über 1300 Jahre Wechsel ller Würzburger Geschichte. Aus der Fülle beeindruckender Objekte sind besonders zu nennen: das riesige Kiliansbanner n 1266 mit der Darstellung des Stadt- und Bistumspatrons, das älteste erhaltene deutsche Feldzeichen, ferner das großformatige Modell Würzburg um 1525, die Originaluren des Würzburger Vierröhrenbrunnens n 1763/66, ein Biedermeier-Zimmer mit einer prachtllen Tapete sowie ein Modell des kriegszerstörten Würzburg n 1945.







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